Wechloy
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25.11.2022, 15:28 Uhr
Informationsstand der AIDS-Beratung zum Welt-AIDS-Tag
Gesundheitsamt am 1. Dezember im famila Einkaufsland Wechloy – Kostenloser HIV-Schnelltest möglich
Beratung und Informationen zum Welt-AIDS-Tag: Beides bietet das Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg am Donnerstag, 1. Dezember, von 11 bis 17.30 Uhr im famila Einkaufsland Wechloy, Posthalterweg 10, an. Dabei werden sowohl die sexuelle Gesundheit, sexuelle Orientierungen, Safer Sex und sexuell übertragbare Infektionen (STI) im Fokus stehen. Zusätzlich ist es möglich, so lange der Vorrat reicht, einen kostenlosen HIV-Schnelltest vor Ort durchzuführen. Für ein sicheres Testergebnis muss die Risikosituation (Infektion) mindestens 12 Wochen her sein.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) liegt die geschätzte Zahl der Menschen, die Ende 2020 mit HIV-Infektionen in Deutschland leben, ungefähr bei 91.400 – und einige Menschen wissen nicht, dass sie diese Diagnose haben. Hinzu kommt, dass bei einer unbehandelten HIV-Infektion andere Geschlechtskrankheiten wie zum Beispiel Syphilis, Tripper oder Chlamydien das Risiko einer HIV-Übertragung erhöhen. „Corona hat dazu geführt, dass leider viele andere gefährliche Erkrankungen deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen haben – dazu zählt auch AIDS. So sind im Jahr 2020 laut der Weltgesundheitsorganisation WHO deutlich weniger Menschen auf HIV getestet worden“, betont Dr. Holger Petermann, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Oldenburg.

Das Fatale: Nach einer Ansteckung kann man sich noch lange gesund fühlen, obwohl die Viren schon das Immunsystem schwächen und Organe schädigen. Nur ein HIV-Test bringt da Klarheit. „Mit dieser Aktion am Welt-AIDS-Tag möchten wir das Thema wieder in den Fokus rücken – und mit den angebotenen HIV-Schnelltests vor Ort bei potentiell Infizierten für Gewissheit sorgen und die weitere medizinische Abklärung einleiten.“

Wenn Sie mehr über das Thema HIV und AIDS wissen möchten, wenden Sie sich gerne per E-Mail an gesundheitsamt@stadt-oldenburg.de an das Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg. Weitere Informationen gibt es auch auf der Website unter www.oldenburg.de/gesundheitsamt.
19.08.2022, 15:58 Uhr
Ministerpräsident Weil informiert sich über OLEC-Innovationsprojekte
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat im Zuge seines heutigen Besuches in Oldenburg Halt beim Energienetzwerk OLEC gemacht. Schwerpunktthemen seines Besuches waren die großen Energieprojekte wie ENaQ oder Hyways for Future, die OLEC gemeinsam mit regionalen Playern voranbringt. Begleitet wurde der Ministerpräsident von Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, den Landtagsabgeordneten Hanna Naber und Ulf Prange sowie vom Bundestagsabgeordneten Dennis Rohde.

Insbesondere zum aktuellen Vorhaben des Energetischen Nachbarschaftsquartiers am Fliegerhorst im Forschungsprojekt ENaQ hatte der Ministerpräsident noch Fragen. Der dort vorgesehene nachbarschaftliche Energiehandel stoße bisher noch auf regulatorische Hürden und funktioniere erst im Living-Lab-Modus. Nach Auslaufen des Projektes müssten hier Folgevorhaben zur Verstetigung der Innovationsansätze aufgebaut werden. Clustermanagerin Isabelle Ehrhardt betonte, dass OLEC genau hieran ansetze und sich aktuell über seine etablierten Innovationsräume um neue Projektansätze kümmere, die dann u.a. auch Einzug in das ENaQ-Quartier halten könnten.

Weiterer Schwerpunkt bildete die langjährige Niederlande-Kooperation des OLEC. Das Netzwerk unterhält seit 2007 enge Verbindungen zu den nordniederländischen Provinzen und ist im intensiven Austausch zu Veranstaltungen und gemeinsamen grenzüberschreitende Projekte – z.B. im Bereich der nachhaltigen City-Logistik sowie zur Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Wasserstoff-Region im EU-Nordseeraum.

Der Ministerpräsident gratulierte OLEC zu seinem langjährigen Bestehen und machte deutlich, dass sich die Qualität des Netzwerkes insbesondere in der Kontinuität seiner Aktivitäten zeige. Auch Oldenburgs Oberbürgermeister Krogmann bescheinigte dem Netzwerk eine herausragende Rolle in Zusammenhang mit den regionalen Innovationsentwicklungen.

Abschließend waren die Anwesenden sich einig, dass genau jetzt die Zeit für den Nordwesten gekommen ist, seine strategische Position in der aktuellen Energiekrise auszuschöpfen. Der OLEC-Vorstand mahnte dabei an, die Erfahrungen, die nun z.B. im beschleunigten Verfahren in Bezug auf die Planungen zum LNG-Terminal in Wilhelmshaven gesammelt werden, müssten dringend auch auf den generellen weiter und zwingend notwendigen Ausbau der Erneuerbaren übertragen werden. 

Ministerpräsident Weil fasste diesbezüglich treffend zusammen: „Wir müssen in allen Bereichen der Erneuerbaren nun das Tempo anziehen, wenn wir durch diese Krise kommen wollen.“
29.07.2022, 19:06 Uhr
Wichtige Pflöcke für den Ausbau der Uni-Medizin eingeschlagen
Land kauft 2,2 Hektar großes Grundstück im Technologiepark Oldenburg – Vertrag beurkundet
Wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Ausbau der Universitätsmedizin in Oldenburg: Das Land Niedersachsen und die Stadt Oldenburg haben am Donnerstag, 28. Juli, den Kaufvertrag über ein 22.565 Quadratmeter großes Grundstück im Technologiepark Oldenburg beurkunden lassen. Das Land zahlt dafür rund 4,5 Millionen Euro an die Stadt. Auf dem Grundstück sollen Labor-, Lehr- und Bürogebäude für die Universitätsmedizin in unmittelbarer Nähe zum Campus Wechloy und zum Campus Haarentor entstehen. Geplant sind drei Bauabschnitte mit einer Gesamtnutzfläche von rund 12.400 Quadratmetern.

Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers stellte gemeinsam mit Wissenschaftsminister Björn Thümler sowie mit Vertretern von Stadt und Universität bei einem Termin vor Ort im Technologiepark den aktuellen Stand vor. „Der Ankauf dieses Areals bildet die Grundlage für den weiteren Ausbau und die Erweiterung der Universitätsmedizin Oldenburg“, sagte Finanzminister Hilbers, der auch für die Landesliegenschaften und Hochbaumaßnahmen des Landes Niedersachsen zuständig ist. „Wir nehmen hier eine große Summe Geld in die Hand. Damit übernimmt das Land auch in finanzieller Hinsicht Verantwortung und leistet einen Beitrag zur perspektivischen Entwicklung der Universitätsmedizin vor Ort und der Stadt Oldenburg. Das wäre dann sogar eine win-win-win-Situation“, so Hilbers augenzwinkernd mit Hinweis auf die Vorteile für die Universitätsmedizin vor Ort, für die Stadt Oldenburg und auch für das Land als Wissenschaftsstandort.

 „Ich freue mich sehr über diesen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Erweiterung der Universitätsmedizin in Oldenburg. Der Ausbau der European Medical School ist für die Weiterentwicklung der Medizinerausbildung in Niedersachsen und für die medizinische Versorgung im Nordwesten von herausragender Bedeutung“, betonte Wissenschaftsminister Björn Thümler. „In Oldenburg ist es innerhalb kurzer Zeit gelungen, einen innovativen und starken dritten Ausbildungsstandort im Land zu etablieren. Es ist unsere Verantwortung, den Studierenden hier bestmögliche Studienbedingungen zu gewährleisten. Dies gilt für die Anwerbung von Lehrenden und Forschenden ebenso wie für die Bereitstellung von Lehr- und Lernflächen. Mit der Realisierung des Büro- und Forschungsgebäudes inklusive der Anatomie-Lehrflächen im ersten Bauabschnitt wird ein wesentlicher Grundstein gelegt.“

Die Verkaufsfläche befindet sich direkt neben dem bereits im Bau befindlichen Gebäude für das Helmholtz-Institut für Funktionelle Marine Biodiversität (HIFMB), einer institutionellen Kooperation zwischen dem Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, und der Carl von Ossietzky Universität.

Die Stadt hatte das Areal an der Straße „Im Technologiepark“ bereits seit dem Jahr 2018 als Potenzialfläche für die Entwicklung der Universitätsmedizin freigehalten. „Ich bin sehr froh, dass sich diese Weitsicht jetzt auszahlt und die Planungen nun Realität werden können“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Er dankte allen Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft und Politik, die sich mit großem Engagement für den Ausbau der Uni-Medizin einsetzen. „Ohne diese enorme Geschlossenheit in der Region wären wir heute immer noch nicht so weit“, ist Krogmann überzeugt. „Mit dem Grundstücksverkauf dieser hochwertigen Fläche nimmt die Stadt Oldenburg ihre Funktion als Oberzentrum wahr: Die medizinische Versorgung im Flächenland Niedersachsen wird langfristig auch durch die Studierenden der European Medical School gesichert“, ergänzte Finanzdezernentin Dr. Julia Figura, die den Oberbürgermeister am Donnerstag beim Ortstermin nach der Beurkundung vertrat.

Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg, betonte: „Wir sind der Stadt Oldenburg für die kontinuierliche Unterstützung der Universitätsmedizin sehr dankbar. Das Bereithalten eines Grundstücks für den dringend erforderlichen Neubau ist nur ein wichtiges Beispiel für dieses Engagement. Auch künftig werden wir diese Unterstützung brauchen, um uns als dritter universitätsmedizinischer Standort in Niedersachen adäquat weiterentwickeln zu können – zum Wohl der Patientinnen und Patienten.“

Für den ersten Bauabschnitt auf dem Grundstück im Technologiepark ist der Planungsauftrag bereits erteilt. Auf einer Gesamtfläche von rund 4.000 Quadratmetern sollen insbesondere Labor- und Büroflächen sowie Lehrflächen der Anatomie entstehen. Nach der vorliegenden Planung belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 61,5 Millionen Euro, entsprechende Finanzmittel stehen hierfür bereit. Als Baubeginn ist die zweite Jahreshälfte 2024 vorgesehen.

Im zweiten Bauabschnitt sollen auf rund 3.500 Quadratmetern Nutzfläche Labore und Büros für die medizinische Forschung entstehen. Im dritten Bauabschnitt ist ein Lehrgebäude (Nutzfläche rund 4.900 Quadratmeter) vorgesehen. Hier sollen Hörsäle, Seminar- und Praktikumsräume untergebracht werden.

Die Planung basiert auf einem Gutachten des Instituts für Hochschulentwicklung, das den Raumbedarf für Forschung und Lehre im Zuge des Ausbaus der Oldenburger Universitätsmedizin beziffert hat. Bereits im Koalitionsvertrag 2017 hatte sich die Landesregierung darauf verständigt, neue humanmedizinische Studienplätze zu schaffen – einen Großteil in Oldenburg. Im November 2021 fiel dann die Entscheidung, die aktuell 80 Studienplätze ab dem Wintersemester 2022/23 um 40 Plätze aufzustocken.
18.03.2022, 13:30 Uhr
Pausenmusik: Konzerte begeistern in der BBS Wechloy
Jungen Künstlern eine Bühne geben – Gemeinschaftsprojekt mit der Freizeitstätte Bürgerfelde
Wippende Füße und schwingende Hüften: Beides gehört bei der Schüler- und Lehrerschaft der BBS Wechloy seit kurzem zum guten Ton. Denn in den Pausen zwischen Unterrichtsfächern wie Politik, Englisch und Wirtschaft ist hier Zeit für gute Musik. Gemeinsam mit der Jugendfreizeitstätte Bürgerfelde bietet die Schule ab sofort jungen Künstlerinnen und Künstlern in der ersten und zweiten Pause in der Pausenhalle eine Bühne. Drei Konzerte fanden bereits statt – und die Schülerinnen und Schüler waren begeistert.

Das ist ganz im Sinne von Oliver Pundt, Schulleiter der BBS Wechloy: „Wir wollten nach all den Corona-Einschränkungen und negativen Nachrichten für Abwechslung sorgen und den Schülerinnen und Schülern eine außergewöhnliche Form der Pause anbieten. Zudem gibt es viele junge Talente, die einiges draufhaben – und hier vor Publikum spielen können. Deshalb kam uns die Idee der ‚Pausenmusik-Konzerte‘.“ Es gab bereits drei „Testläufe“ mit Pianist Felix Klostermann, den Nufoxas der Musikschule der Stadt Oldenburg und dem Solokünstler Heldenlos.

Unterstützung gibt es für dieses Vorhaben auch seitens der Stadt: „Wir finden das Projekt großartig! Und wer weiß: Vielleicht kommen noch weitere Oldenburger Schulen auf den Geschmack, in den Pausen Kultur auf diese oder ähnliche Art in die Schulen zu holen“, wirbt Matthias Welp, Leiter des Amtes für Schule und Bildung.

Auch Poetry Slam, Improtheater und Lesungen möglich
In der BBS Wechloy soll es nicht nur bei Musik bleiben: Gemeinsam mit der Jugendfreizeitstätte Bürgerfelde wird auch anderen Sparten eine Auftrittsmöglichkeit gegeben. Denn als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ soll die Schulgemeinschaft auch inhaltlich angesprochen werden. Ob mit PoetrySlam, Improtheater und Lesungen für Toleranz und Fairness – Kunst und Kultur sind hier Schlüssel für ein gelebtes Miteinander.

Konzerte bis zum Sommer stehen
Weitere Auftritte in der BBS Wechloy stehen bereits fest: Am 30. März tritt Deutschrapper Ben Kujadt aus Oldenburg alias Aang Patchacuteq auf. Am 6. Mai ist „2/3 Jazz“ mit der Sängerin Letje Malle und ihrem Gitarristen Mats Janik Zech zu Gast und am 16. Juni kommt Heldenlos alias Jan Schütz erneut mit seinen Songs in die Schule.

Weitere Künstlerinnen oder Künstler gesucht
Die Jugendfreizeitstätte Bürgerfelde übernimmt die Terminkoordination für die Auftritte. Interessierte schicken ihre Bewerbung per E-Mail an fst-buergerfelde@stadt-oldenburg.de. Eine kleine Verstärkeranlage sowie ein Piano sind in der Schule vorhanden und die technische Betreuung bei den Auftritten ist sichergestellt. Auftrittsort ist die Pausenhalle der BBS Wechloy (Am Heidbrook 10). Gespielt wird in den großen Pausen von 9.20 bis 9.40 Uhr und von 11.10 bis 11.30 Uhr. Die Auftretenden erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung.

Weitere Informationen gibt es auch online unter bbs-wechloy.de oder www.oldenburg.de/fst-buergerfelde unter dem Bereich Aktuelles und Neues.
18.03.2022, 12:08 Uhr
Demokratie vor meiner Haustür
Jugendliche der BBS Wechloy für Kommunalpolitik begeistern
Angestoßen durch Bürgermeisterin und Ratsfrau Christine Wolff von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN wird in der BBS Wechloy ein neues Projekt gestartet, dass die Kommunalpolitik in die Schule bringen soll: „Durch diese Kooperation ist ein spannendes Projekt entstanden, welches die Oldenburger Kommunalpolitik näher an junge Menschen heranträgt und Lust auf mehr macht.“ Christine Wolff ist begeistert über das Engagement der Schule: „Mit unserem praxisnahen Modellprojekt erfahren die Schüler*innen welche Entscheidungsprozesse in den Ausschüssen stattfinden und wie sie sich selbst an diesen Prozessen beteiligen können.“

„Im Rahmen dieses Pilotprojektes lernen Schüler*innnen den politischen Aufbau von Städten und Gemeinden sowie die Arbeit ehrenamtlich wirkender Kommunalpolitiker*innen kennen,“ sagt Schulleiter Oliver Pundt. Schüler*innen sollen eigenständig Ideen ein bringen, um die Stadt Oldenburg noch attraktiver zu gestalten und durchlaufen dabei kommunalpolitische Prozesse. Das Besondere dabei: Den Schüler*innen stehen zehn Pat*innen aus dem Oldenburger Stadtrat zur Seite, die sowohl Ansprechpartner*in als auch Berater*in für die jungen Menschen sind. Sie stehen im Austausch miteinander, wodurch den Schüler*innen die Kommunalpolitik transparenter und nachvollziehbar dargestellt wird. Durch die unterrichtliche Behandlung regional relevanter sowie schülernaher Themen nehmen die Schüler*innen aktiv an kommunalpolitischen Entscheidungsfindungen teil und erfahren damit, wie politische Prozesse vor Ort in der eigenen Stadt oder Gemeinde ablaufen.

Bildungsexpertin und Landtagskandidatin für BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN, Lena Nzume, hat an der Konzeption mitgewirkt und wird die Umsetzung begleiten: „Schulen sind ein zentraler Lebens- und Lernort und insofern bestens geeignet, um mit diesem partizipativen Ansatz die Politik- und Demokratiekompetenzen junger Menschen zu stärken.“

Am Donnerstag, dem 24.03.2022 um 10 Uhr, findet die Auftaktveranstaltung in der BBS Wechloy statt, bei der sich die Pat*innen und die Schüler*innen kennenlernen werden.
01.02.2022, 16:33 Uhr
Neue Termine für Kinderimpfungen freigeschaltet
Knapp 43.000 Impfungen durch mobile Impfteams und Impfpunkte
Der Impfpunkt in Wechloy verlängert sein Angebot: Eigentlich hätte die Stadt Oldenburg bis Ende Februar aus den Räumen sein müssen, doch der Mietvertrag mit dem Famila Center wurde um einen weiteren Monat verlängert. So kann die Stadt an diesem Standort im Posthalterweg 10 nun voraussichtlich bis Ende März Corona-Impfungen gemäß der aktuellen STIKO-Empfehlung (Ständige Impfkommission) anbieten.

Alle Impfwilligen ab 12 Jahren können sich in Wechloy bis auf Weiteres montags bis donnerstags von 10 bis 14 Uhr mit vorheriger Terminvereinbarung oder freitags von 10 bis 18 Uhr ohne Termin impfen lassen. Außerdem wurden neue Termine für Kinderimpfungen (Montag bis Donnerstag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 18 Uhr) freigeschaltet: Bis Ende Februar kann man sich einen Termin für eine Kinder-Erstimpfung sichern, die Zweitimpfung erfolgt dann drei Wochen später.

Nach wie vor haben die Oldenburger Impf-Teams gut zu tun: In der vergangenen Woche wurden insgesamt 3.739 Corona-Schutzimpfungen von den mobilen Impfteams und in den vier städtischen Impfpunkten (Schlosshöfe, Kreyenbrück, Wechloy und Uni) verabreicht. Dabei handelte es sich um 2.314 Drittimpfungen sowie um 102 Erst- und 457 Zweitimpfungen. Die Zahl der Kinderimpfungen ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen: 866 Kinderimpfungen wurden insgesamt verabreicht (424 Erst- und 442 Zweitimpfungen).

Insgesamt wurden im Rahmen der von der Stadt organisierten Impfangebote seit dem Startschuss am Freitag, 15. Oktober 2021, 42.986 Impfungen vorgenommen. Einen Großteil machen nach wie vor die Boosterimpfungen aus: Sie dominieren mit 29.615 Impfungen. 3.999 Menschen konnten erstmals geimpft werden, 5.504-mal gab es Zweitimpfungen. Die Gesamtzahl der Kinderimpfungen, die ausschließlich im Impfpunkt Wechloy angeboten werden, liegt nun bei 3.868. Bisher haben 2.635 Fünf- bis Elfjährige den ersten Piks bekommen, 1.233 Kinder erhielten bereits die zweite Spritze.

Angesichts der insgesamt leicht abnehmenden Impfnachfrage sind jetzt auch kurzfristige Impfgelegenheiten vorhanden. Wer sich im Impfportal anmeldet, kann mit Glück noch am selben Tag einen Termin bekommen. Außerdem sind die Wartezeiten bei den offenen Impfangeboten ohne vorherige Terminbuchung deutlich gesunken.

Alle wichtigen Informationen zu den städtischen Impfpunkten sowie die Terminbuchungen gibt es online unter www.oldenburg.de/impfpunkt sowie unter www.oldenburg.de/kinderimpfung. Unter www.oldenburg.de/corona sind zudem weitere Impfmöglichkeiten in der Stadt Oldenburg aufgelistet. Telefonische Auskünfte gibt es unter 0441 235-4960 (montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr).
07.01.2022, 14:43 Uhr
Mikroben produzieren Sauerstoff im Dunkeln
Erstmals bei Archaeen nachgewiesene Fähigkeit
Nur wenige Mikroorganismen sind in der Lage, Sauerstoff in völliger Dunkelheit herzustellen. Ein neues Mitglied in diesem exklusiven Kreis ist der extrem kleine Einzeller Nitrosopumilus maritimus. Er kommt häufig in Meeresregionen mit sehr geringen Sauerstoffkonzentrationen vor und gehört zu den Archaeen. Diese bilden neben Eukaryoten, zu denen etwa Menschen und Tiere zählen, und Bakterien die dritte Domäne, in die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle Lebewesen der Erde einteilen. N. maritimus zählt dabei zu den Ammoniak-oxidierenden Archaeen, die Ammoniak zu Nitrit umwandeln können. Vermutlich nutzt der untersuchte Organismus einen bislang unbekannten Stoffwechselweg, um diesen biochemischen Prozess mit selbst produziertem Sauerstoff durchzuführen, berichten Forschende der Universität Oldenburg und der Syddansk Universiteit in Odense (Dänemark) jetzt im Fachmagazin „Science“.

An dieser Beobachtung hat unter anderem der Oldenburger Meeresmikrobiologe Prof. Dr. Martin Könneke mitgewirkt. Er stellte den Organismus N. maritimus zur Verfügung und plante die Versuche mit, die in Laboren der Syddansk Universiteit durchgeführt wurden. Dort forscht die Mikrobiologin und Absolventin der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Beate Kraft, zur Bedeutung von Mikroorganismen für die marinen Stoffkreisläufen.

Bereits vor der aktuellen Entdeckung war bekannt, dass Ammoniak-oxidierende Archaeen – eine der häufigsten Lebensformen auf dem Planeten – eine wichtige Rolle im Stickstoffkreislauf spielen. Diese Organismen wandeln Ammoniak (NH3) zu Nitrit (NO2-) um und starten so einen wichtigen biologischen Prozess beim Abbau von Biomasse, die sogenannte Nitrifikation. Um Ammoniak zu Nitrit umwandeln zu können, benötigen die Mikroorganismen molekularen Sauerstoff. Umso erstaunlicher schien es, dass diese Lebewesen besonders in Gewässern ohne Sauerstoff zahlreich vertreten sind. Um dieses Rätsel zu lösen, legten die Forschenden entsprechende Kulturen mit sauerstoffarmem Wasser an. Was sie beobachteten, war erstaunlich: Nachdem die Mikroben den letzten Sauerstoff aufgebraucht hatten, stieg der Sauerstoffgehalt im Wasser sofort wieder an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiesen damit erstmals nach, dass ein Archaeon molekularen Sauerstoff produziert. Bisher war diese Fähigkeit nur bei Organismen der beiden anderen Domänen beobachtet worden. N. maritimus stellt zwar nicht genug Sauerstoff her, um das Vorkommen auf der Erde zu beeinflussen, aber doch etwas mehr, als es selbst braucht. Davon könnten andere Meeresorganismen in seiner direkten Umgebung profitieren.

Mehr noch: In sauerstoffarmer Umgebung produzieren die untersuchten Mikroben auch Stickstoff. Kraft will die Einzeller jetzt weiter untersuchen. Ihr Fokus liegt dabei auf dem beobachteten Zusammenspiel von Sauerstoff- und Stickstoffproduktion. „Sollte dieser Prozess in den Ozeanen weit verbreitet sein, müssen wir unser gegenwärtiges Verständnis des marinen Stickstoffkreislaufs überdenken“, sagt die Wissenschaftlerin.

Kraft studierte von 2003 bis 2009 an der Universität Oldenburg und schloss mit einem Diplom in Marinen Umweltwissenschaften ab. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie bei Könneke in der damaligen Arbeitsgruppe Paläomikrobiologie am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). Beide blieben über die folgenden Jahre und verschiedene berufliche Stationen in Kontakt. Könneke ist im Sommer 2021 nach mehrjähriger Tätigkeit am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen nach Oldenburg zurückgekehrt. Dort leitet er am ICBM die Arbeitsgruppe Benthische Mikrobiologie und koordiniert das bundesweite Forschungsprojekt „Kultivierung von bisher unkultivierten Mikroorganismen aus verschiedenen aquatischen Lebensräumen“.

Originalveröffentlichung: Beate Kraft, Morten Larsen, Martin Könneke et al.: „Oxygen and nitrogen production by an ammonia-oxidizing archaeon“, Science (2022), doi.org/10.1126/science.abe6733

14.12.2021, 15:29 Uhr
Erneuter Erfolg für Oldenburger Biodiversitätsforschung
DFG fördert Forschungsgruppe für weitere drei Jahre
Nahrungsnetze und die Biodiversität in Landschaften, die sich ständig ändern, stehen im Mittelpunkt der Forschungsgruppe „DynaCom“ an der Universität Oldenburg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Anfang 2019 gestartete Vorhaben nun nach einhelliger positiver Begutachtung für drei weitere Jahre mit rund drei Millionen Euro. „Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg, der die tolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre belohnt“, sagt der Oldenburger Biodiversitätsexperte und Sprecher der Forschungsgruppe Prof. Dr. Helmut Hillebrand vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). „In unserer Forschung verknüpfen wir gezielt ökologische Modellvorstellungen mit Beobachtung und Experimenten, um besser zu verstehen, wie sich Lebensgemeinschaften bilden und um ihre Entwicklung vorherzusagen.“

An dem Vorhaben sind neben Arbeitsgruppen des ICBM und des Instituts für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Forschende der Universität Göttingen, des  Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, des Museums König Bonn, der TU München sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Wilhelmshaven/Frankfurt und des Geomar – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel beteiligt.

Die Forschungsgruppe DynaCom fußt auf einem der meistuntersuchten ökologischen Konzepte, der Theorie der Inselbiogeographie. Mit ihrer Hilfe können Forschende analysieren, welche Rolle das dynamische Gleichgewicht zwischen Einwandern und Aussterben von Arten für die Gesamtzahl der Arten auf einem inselartigen Ökosystem spielt. „Aber die Theorie sagt nicht voraus, welche Arten sich ansiedeln und welche Eigenschaften erfolgreiche Arten haben“, erläutert Hillebrand. DynaCom erweitere die Theorie der Inselbiogeographie damit um die Fragen, welche Arten sich auf Inseln etablieren und wodurch sich erfolgreiche Arten auszeichnen. 

Das Forschungsteam lotet dabei die Grenzen der Vorhersagbarkeit aus, indem es auf die höchst dynamischen Nahrungsnetze von marinen und terrestrischen Artengemeinschaften im Wattenmeer fokussiert. „Hier gibt es starke regelmäßige, aber auch zufällige Veränderungen der Umweltbedingungen“, erläutert Landschaftsökologe Prof. Dr. Michael Kleyer, der ebenfalls am Vorhaben beteiligt ist. Die Übergänge zwischen Land- und Meereslebensgemeinschaften seien zudem fließend. „Dies ermöglicht es uns, die verschiedenen Teile von Nahrungsnetzen und ihre Wechselwirkungen übergreifend zu analysieren.“

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die biologischen Merkmale von Arten, auf Englisch „traits“, die das Vorkommen, Ausbreiten und Überleben in verschiedenen Lebensräumen ermöglichen. Dazu gehört etwa die Fähigkeit von Pflanzen, bestimmte Nährstoffe wie Stickstoff aufzunehmen. Die Forschungsgruppe untersucht, ob sich anhand dieser Charakteristika der Arten vorhersagen lässt, welche Organismen sich in einer Lebensgemeinschaft ansiedeln.

„Dies liefert uns nicht nur ein grundlegendes Verständnis davon, wie Lebensgemeinschaften entstehen, sondern auch Anwendungsinformation“, erläutert Hillebrand. Aus den Ergebnissen von Experimenten und ökologischen Modellierungen lasse sich etwa ableiten, mit welchen Maßnahmen sich Ökosysteme so wiederherstellen lassen könnten, dass sich die gewünschten Arten etablieren. Die entsprechenden Experimente führt die Forschungsgruppe vor allem auf den im Jahr 2014 im Rückseitenwatt vor Spiekeroog errichteten künstlichen Inseln durch. Kontrollexperimente finden in den Salzwiesen von Spiekeroog statt.

In der ersten Projektphase haben die Forschenden bereits die Komponenten des Nahrungsnetzes auf Grundlage der Traits beschrieben. Dies erlaubt dem Team für verschiedene Organismen – von Einzellern bis Vögeln – zu verstehen, wieviel Ressourcen diese in Ausbreitung, Wechselwirkung mit anderen Arten und Toleranz gegenüber Umweltbedingungen investieren. „Es kann gar nicht genug gelobt werden, wie sehr das Team, vor allem die Promovenden und Postdocs, unter den Pandemiebedingungen die Experimente, Felduntersuchungen und Modellierungen vorangetrieben hat“, betont Hillebrand.

In der anstehenden zweiten Förderphase testen die Forschenden auf dieser Basis nun, wie sich rasch ändernde Umweltbedingungen und Störungen wie Stürme auf die Zusammensetzung der Merkmale in den Artengemeinschaften auswirken. Damit trage das Projekt zentral zur übergeordneten Frage bei, wie stabil Ökosysteme im Angesicht natürlicher und menschengemachter Änderungen sind, sagt Hillebrand. Denn das Funktionieren von Ökosystemen beruht auf der Fähigkeit von Organismen, Änderungen zu tolerieren oder sich danach rasch zu erholen. Den Weg in die neue Förderphase hat das Forschungsteam bereits durch erste grundlegende Arbeiten beschritten. Diese zeigen: Als zentral für die funktionelle Stabilität eines Ökosystems erweist sich, wie anpassungs- und erholungsfähig die Zusammensetzung der Arten ist.