Wechloy
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18.03.2022, 13:30 Uhr
Pausenmusik: Konzerte begeistern in der BBS Wechloy
Jungen Künstlern eine Bühne geben – Gemeinschaftsprojekt mit der Freizeitstätte Bürgerfelde
Wippende Füße und schwingende Hüften: Beides gehört bei der Schüler- und Lehrerschaft der BBS Wechloy seit kurzem zum guten Ton. Denn in den Pausen zwischen Unterrichtsfächern wie Politik, Englisch und Wirtschaft ist hier Zeit für gute Musik. Gemeinsam mit der Jugendfreizeitstätte Bürgerfelde bietet die Schule ab sofort jungen Künstlerinnen und Künstlern in der ersten und zweiten Pause in der Pausenhalle eine Bühne. Drei Konzerte fanden bereits statt – und die Schülerinnen und Schüler waren begeistert.

Das ist ganz im Sinne von Oliver Pundt, Schulleiter der BBS Wechloy: „Wir wollten nach all den Corona-Einschränkungen und negativen Nachrichten für Abwechslung sorgen und den Schülerinnen und Schülern eine außergewöhnliche Form der Pause anbieten. Zudem gibt es viele junge Talente, die einiges draufhaben – und hier vor Publikum spielen können. Deshalb kam uns die Idee der ‚Pausenmusik-Konzerte‘.“ Es gab bereits drei „Testläufe“ mit Pianist Felix Klostermann, den Nufoxas der Musikschule der Stadt Oldenburg und dem Solokünstler Heldenlos.

Unterstützung gibt es für dieses Vorhaben auch seitens der Stadt: „Wir finden das Projekt großartig! Und wer weiß: Vielleicht kommen noch weitere Oldenburger Schulen auf den Geschmack, in den Pausen Kultur auf diese oder ähnliche Art in die Schulen zu holen“, wirbt Matthias Welp, Leiter des Amtes für Schule und Bildung.

Auch Poetry Slam, Improtheater und Lesungen möglich
In der BBS Wechloy soll es nicht nur bei Musik bleiben: Gemeinsam mit der Jugendfreizeitstätte Bürgerfelde wird auch anderen Sparten eine Auftrittsmöglichkeit gegeben. Denn als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ soll die Schulgemeinschaft auch inhaltlich angesprochen werden. Ob mit PoetrySlam, Improtheater und Lesungen für Toleranz und Fairness – Kunst und Kultur sind hier Schlüssel für ein gelebtes Miteinander.

Konzerte bis zum Sommer stehen
Weitere Auftritte in der BBS Wechloy stehen bereits fest: Am 30. März tritt Deutschrapper Ben Kujadt aus Oldenburg alias Aang Patchacuteq auf. Am 6. Mai ist „2/3 Jazz“ mit der Sängerin Letje Malle und ihrem Gitarristen Mats Janik Zech zu Gast und am 16. Juni kommt Heldenlos alias Jan Schütz erneut mit seinen Songs in die Schule.

Weitere Künstlerinnen oder Künstler gesucht
Die Jugendfreizeitstätte Bürgerfelde übernimmt die Terminkoordination für die Auftritte. Interessierte schicken ihre Bewerbung per E-Mail an fst-buergerfelde@stadt-oldenburg.de. Eine kleine Verstärkeranlage sowie ein Piano sind in der Schule vorhanden und die technische Betreuung bei den Auftritten ist sichergestellt. Auftrittsort ist die Pausenhalle der BBS Wechloy (Am Heidbrook 10). Gespielt wird in den großen Pausen von 9.20 bis 9.40 Uhr und von 11.10 bis 11.30 Uhr. Die Auftretenden erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung.

Weitere Informationen gibt es auch online unter bbs-wechloy.de oder www.oldenburg.de/fst-buergerfelde unter dem Bereich Aktuelles und Neues.
18.03.2022, 12:08 Uhr
Demokratie vor meiner Haustür
Jugendliche der BBS Wechloy für Kommunalpolitik begeistern
Angestoßen durch Bürgermeisterin und Ratsfrau Christine Wolff von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN wird in der BBS Wechloy ein neues Projekt gestartet, dass die Kommunalpolitik in die Schule bringen soll: „Durch diese Kooperation ist ein spannendes Projekt entstanden, welches die Oldenburger Kommunalpolitik näher an junge Menschen heranträgt und Lust auf mehr macht.“ Christine Wolff ist begeistert über das Engagement der Schule: „Mit unserem praxisnahen Modellprojekt erfahren die Schüler*innen welche Entscheidungsprozesse in den Ausschüssen stattfinden und wie sie sich selbst an diesen Prozessen beteiligen können.“

„Im Rahmen dieses Pilotprojektes lernen Schüler*innnen den politischen Aufbau von Städten und Gemeinden sowie die Arbeit ehrenamtlich wirkender Kommunalpolitiker*innen kennen,“ sagt Schulleiter Oliver Pundt. Schüler*innen sollen eigenständig Ideen ein bringen, um die Stadt Oldenburg noch attraktiver zu gestalten und durchlaufen dabei kommunalpolitische Prozesse. Das Besondere dabei: Den Schüler*innen stehen zehn Pat*innen aus dem Oldenburger Stadtrat zur Seite, die sowohl Ansprechpartner*in als auch Berater*in für die jungen Menschen sind. Sie stehen im Austausch miteinander, wodurch den Schüler*innen die Kommunalpolitik transparenter und nachvollziehbar dargestellt wird. Durch die unterrichtliche Behandlung regional relevanter sowie schülernaher Themen nehmen die Schüler*innen aktiv an kommunalpolitischen Entscheidungsfindungen teil und erfahren damit, wie politische Prozesse vor Ort in der eigenen Stadt oder Gemeinde ablaufen.

Bildungsexpertin und Landtagskandidatin für BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN, Lena Nzume, hat an der Konzeption mitgewirkt und wird die Umsetzung begleiten: „Schulen sind ein zentraler Lebens- und Lernort und insofern bestens geeignet, um mit diesem partizipativen Ansatz die Politik- und Demokratiekompetenzen junger Menschen zu stärken.“

Am Donnerstag, dem 24.03.2022 um 10 Uhr, findet die Auftaktveranstaltung in der BBS Wechloy statt, bei der sich die Pat*innen und die Schüler*innen kennenlernen werden.
01.02.2022, 16:33 Uhr
Neue Termine für Kinderimpfungen freigeschaltet
Knapp 43.000 Impfungen durch mobile Impfteams und Impfpunkte
Der Impfpunkt in Wechloy verlängert sein Angebot: Eigentlich hätte die Stadt Oldenburg bis Ende Februar aus den Räumen sein müssen, doch der Mietvertrag mit dem Famila Center wurde um einen weiteren Monat verlängert. So kann die Stadt an diesem Standort im Posthalterweg 10 nun voraussichtlich bis Ende März Corona-Impfungen gemäß der aktuellen STIKO-Empfehlung (Ständige Impfkommission) anbieten.

Alle Impfwilligen ab 12 Jahren können sich in Wechloy bis auf Weiteres montags bis donnerstags von 10 bis 14 Uhr mit vorheriger Terminvereinbarung oder freitags von 10 bis 18 Uhr ohne Termin impfen lassen. Außerdem wurden neue Termine für Kinderimpfungen (Montag bis Donnerstag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 18 Uhr) freigeschaltet: Bis Ende Februar kann man sich einen Termin für eine Kinder-Erstimpfung sichern, die Zweitimpfung erfolgt dann drei Wochen später.

Nach wie vor haben die Oldenburger Impf-Teams gut zu tun: In der vergangenen Woche wurden insgesamt 3.739 Corona-Schutzimpfungen von den mobilen Impfteams und in den vier städtischen Impfpunkten (Schlosshöfe, Kreyenbrück, Wechloy und Uni) verabreicht. Dabei handelte es sich um 2.314 Drittimpfungen sowie um 102 Erst- und 457 Zweitimpfungen. Die Zahl der Kinderimpfungen ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen: 866 Kinderimpfungen wurden insgesamt verabreicht (424 Erst- und 442 Zweitimpfungen).

Insgesamt wurden im Rahmen der von der Stadt organisierten Impfangebote seit dem Startschuss am Freitag, 15. Oktober 2021, 42.986 Impfungen vorgenommen. Einen Großteil machen nach wie vor die Boosterimpfungen aus: Sie dominieren mit 29.615 Impfungen. 3.999 Menschen konnten erstmals geimpft werden, 5.504-mal gab es Zweitimpfungen. Die Gesamtzahl der Kinderimpfungen, die ausschließlich im Impfpunkt Wechloy angeboten werden, liegt nun bei 3.868. Bisher haben 2.635 Fünf- bis Elfjährige den ersten Piks bekommen, 1.233 Kinder erhielten bereits die zweite Spritze.

Angesichts der insgesamt leicht abnehmenden Impfnachfrage sind jetzt auch kurzfristige Impfgelegenheiten vorhanden. Wer sich im Impfportal anmeldet, kann mit Glück noch am selben Tag einen Termin bekommen. Außerdem sind die Wartezeiten bei den offenen Impfangeboten ohne vorherige Terminbuchung deutlich gesunken.

Alle wichtigen Informationen zu den städtischen Impfpunkten sowie die Terminbuchungen gibt es online unter www.oldenburg.de/impfpunkt sowie unter www.oldenburg.de/kinderimpfung. Unter www.oldenburg.de/corona sind zudem weitere Impfmöglichkeiten in der Stadt Oldenburg aufgelistet. Telefonische Auskünfte gibt es unter 0441 235-4960 (montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr).
07.01.2022, 14:43 Uhr
Mikroben produzieren Sauerstoff im Dunkeln
Erstmals bei Archaeen nachgewiesene Fähigkeit
Nur wenige Mikroorganismen sind in der Lage, Sauerstoff in völliger Dunkelheit herzustellen. Ein neues Mitglied in diesem exklusiven Kreis ist der extrem kleine Einzeller Nitrosopumilus maritimus. Er kommt häufig in Meeresregionen mit sehr geringen Sauerstoffkonzentrationen vor und gehört zu den Archaeen. Diese bilden neben Eukaryoten, zu denen etwa Menschen und Tiere zählen, und Bakterien die dritte Domäne, in die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle Lebewesen der Erde einteilen. N. maritimus zählt dabei zu den Ammoniak-oxidierenden Archaeen, die Ammoniak zu Nitrit umwandeln können. Vermutlich nutzt der untersuchte Organismus einen bislang unbekannten Stoffwechselweg, um diesen biochemischen Prozess mit selbst produziertem Sauerstoff durchzuführen, berichten Forschende der Universität Oldenburg und der Syddansk Universiteit in Odense (Dänemark) jetzt im Fachmagazin „Science“.

An dieser Beobachtung hat unter anderem der Oldenburger Meeresmikrobiologe Prof. Dr. Martin Könneke mitgewirkt. Er stellte den Organismus N. maritimus zur Verfügung und plante die Versuche mit, die in Laboren der Syddansk Universiteit durchgeführt wurden. Dort forscht die Mikrobiologin und Absolventin der Universität Oldenburg, Prof. Dr. Beate Kraft, zur Bedeutung von Mikroorganismen für die marinen Stoffkreisläufen.

Bereits vor der aktuellen Entdeckung war bekannt, dass Ammoniak-oxidierende Archaeen – eine der häufigsten Lebensformen auf dem Planeten – eine wichtige Rolle im Stickstoffkreislauf spielen. Diese Organismen wandeln Ammoniak (NH3) zu Nitrit (NO2-) um und starten so einen wichtigen biologischen Prozess beim Abbau von Biomasse, die sogenannte Nitrifikation. Um Ammoniak zu Nitrit umwandeln zu können, benötigen die Mikroorganismen molekularen Sauerstoff. Umso erstaunlicher schien es, dass diese Lebewesen besonders in Gewässern ohne Sauerstoff zahlreich vertreten sind. Um dieses Rätsel zu lösen, legten die Forschenden entsprechende Kulturen mit sauerstoffarmem Wasser an. Was sie beobachteten, war erstaunlich: Nachdem die Mikroben den letzten Sauerstoff aufgebraucht hatten, stieg der Sauerstoffgehalt im Wasser sofort wieder an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiesen damit erstmals nach, dass ein Archaeon molekularen Sauerstoff produziert. Bisher war diese Fähigkeit nur bei Organismen der beiden anderen Domänen beobachtet worden. N. maritimus stellt zwar nicht genug Sauerstoff her, um das Vorkommen auf der Erde zu beeinflussen, aber doch etwas mehr, als es selbst braucht. Davon könnten andere Meeresorganismen in seiner direkten Umgebung profitieren.

Mehr noch: In sauerstoffarmer Umgebung produzieren die untersuchten Mikroben auch Stickstoff. Kraft will die Einzeller jetzt weiter untersuchen. Ihr Fokus liegt dabei auf dem beobachteten Zusammenspiel von Sauerstoff- und Stickstoffproduktion. „Sollte dieser Prozess in den Ozeanen weit verbreitet sein, müssen wir unser gegenwärtiges Verständnis des marinen Stickstoffkreislaufs überdenken“, sagt die Wissenschaftlerin.

Kraft studierte von 2003 bis 2009 an der Universität Oldenburg und schloss mit einem Diplom in Marinen Umweltwissenschaften ab. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie bei Könneke in der damaligen Arbeitsgruppe Paläomikrobiologie am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). Beide blieben über die folgenden Jahre und verschiedene berufliche Stationen in Kontakt. Könneke ist im Sommer 2021 nach mehrjähriger Tätigkeit am Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) der Universität Bremen nach Oldenburg zurückgekehrt. Dort leitet er am ICBM die Arbeitsgruppe Benthische Mikrobiologie und koordiniert das bundesweite Forschungsprojekt „Kultivierung von bisher unkultivierten Mikroorganismen aus verschiedenen aquatischen Lebensräumen“.

Originalveröffentlichung: Beate Kraft, Morten Larsen, Martin Könneke et al.: „Oxygen and nitrogen production by an ammonia-oxidizing archaeon“, Science (2022), doi.org/10.1126/science.abe6733

14.12.2021, 15:29 Uhr
Erneuter Erfolg für Oldenburger Biodiversitätsforschung
DFG fördert Forschungsgruppe für weitere drei Jahre
Nahrungsnetze und die Biodiversität in Landschaften, die sich ständig ändern, stehen im Mittelpunkt der Forschungsgruppe „DynaCom“ an der Universität Oldenburg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Anfang 2019 gestartete Vorhaben nun nach einhelliger positiver Begutachtung für drei weitere Jahre mit rund drei Millionen Euro. „Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg, der die tolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre belohnt“, sagt der Oldenburger Biodiversitätsexperte und Sprecher der Forschungsgruppe Prof. Dr. Helmut Hillebrand vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). „In unserer Forschung verknüpfen wir gezielt ökologische Modellvorstellungen mit Beobachtung und Experimenten, um besser zu verstehen, wie sich Lebensgemeinschaften bilden und um ihre Entwicklung vorherzusagen.“

An dem Vorhaben sind neben Arbeitsgruppen des ICBM und des Instituts für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Forschende der Universität Göttingen, des  Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, des Museums König Bonn, der TU München sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Wilhelmshaven/Frankfurt und des Geomar – Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel beteiligt.

Die Forschungsgruppe DynaCom fußt auf einem der meistuntersuchten ökologischen Konzepte, der Theorie der Inselbiogeographie. Mit ihrer Hilfe können Forschende analysieren, welche Rolle das dynamische Gleichgewicht zwischen Einwandern und Aussterben von Arten für die Gesamtzahl der Arten auf einem inselartigen Ökosystem spielt. „Aber die Theorie sagt nicht voraus, welche Arten sich ansiedeln und welche Eigenschaften erfolgreiche Arten haben“, erläutert Hillebrand. DynaCom erweitere die Theorie der Inselbiogeographie damit um die Fragen, welche Arten sich auf Inseln etablieren und wodurch sich erfolgreiche Arten auszeichnen. 

Das Forschungsteam lotet dabei die Grenzen der Vorhersagbarkeit aus, indem es auf die höchst dynamischen Nahrungsnetze von marinen und terrestrischen Artengemeinschaften im Wattenmeer fokussiert. „Hier gibt es starke regelmäßige, aber auch zufällige Veränderungen der Umweltbedingungen“, erläutert Landschaftsökologe Prof. Dr. Michael Kleyer, der ebenfalls am Vorhaben beteiligt ist. Die Übergänge zwischen Land- und Meereslebensgemeinschaften seien zudem fließend. „Dies ermöglicht es uns, die verschiedenen Teile von Nahrungsnetzen und ihre Wechselwirkungen übergreifend zu analysieren.“

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die biologischen Merkmale von Arten, auf Englisch „traits“, die das Vorkommen, Ausbreiten und Überleben in verschiedenen Lebensräumen ermöglichen. Dazu gehört etwa die Fähigkeit von Pflanzen, bestimmte Nährstoffe wie Stickstoff aufzunehmen. Die Forschungsgruppe untersucht, ob sich anhand dieser Charakteristika der Arten vorhersagen lässt, welche Organismen sich in einer Lebensgemeinschaft ansiedeln.

„Dies liefert uns nicht nur ein grundlegendes Verständnis davon, wie Lebensgemeinschaften entstehen, sondern auch Anwendungsinformation“, erläutert Hillebrand. Aus den Ergebnissen von Experimenten und ökologischen Modellierungen lasse sich etwa ableiten, mit welchen Maßnahmen sich Ökosysteme so wiederherstellen lassen könnten, dass sich die gewünschten Arten etablieren. Die entsprechenden Experimente führt die Forschungsgruppe vor allem auf den im Jahr 2014 im Rückseitenwatt vor Spiekeroog errichteten künstlichen Inseln durch. Kontrollexperimente finden in den Salzwiesen von Spiekeroog statt.

In der ersten Projektphase haben die Forschenden bereits die Komponenten des Nahrungsnetzes auf Grundlage der Traits beschrieben. Dies erlaubt dem Team für verschiedene Organismen – von Einzellern bis Vögeln – zu verstehen, wieviel Ressourcen diese in Ausbreitung, Wechselwirkung mit anderen Arten und Toleranz gegenüber Umweltbedingungen investieren. „Es kann gar nicht genug gelobt werden, wie sehr das Team, vor allem die Promovenden und Postdocs, unter den Pandemiebedingungen die Experimente, Felduntersuchungen und Modellierungen vorangetrieben hat“, betont Hillebrand.

In der anstehenden zweiten Förderphase testen die Forschenden auf dieser Basis nun, wie sich rasch ändernde Umweltbedingungen und Störungen wie Stürme auf die Zusammensetzung der Merkmale in den Artengemeinschaften auswirken. Damit trage das Projekt zentral zur übergeordneten Frage bei, wie stabil Ökosysteme im Angesicht natürlicher und menschengemachter Änderungen sind, sagt Hillebrand. Denn das Funktionieren von Ökosystemen beruht auf der Fähigkeit von Organismen, Änderungen zu tolerieren oder sich danach rasch zu erholen. Den Weg in die neue Förderphase hat das Forschungsteam bereits durch erste grundlegende Arbeiten beschritten. Diese zeigen: Als zentral für die funktionelle Stabilität eines Ökosystems erweist sich, wie anpassungs- und erholungsfähig die Zusammensetzung der Arten ist. 
19.11.2021, 12:31 Uhr
»Bahn-Haltepunkt Wechloy muss deutlich öfter angefahren werden«
NABU-Stadtgruppe fordert Landtag auf, tätig zu werden
In einer Eingabe an den Niedersächsischen Landtag fordert die NABU-Stadtgruppe Oldenburg diesen auf, sich bei der Landesnahverkehrsgesellschaft dafür einzusetzen, dass der erst 2015 mit großem Aufwand eingerichtete und mit ausreichenden Parkplätzen ausgestattete Bahn-Haltepunkt Wechloy öfter von Zügen angefahren wird. 

„Es ist doch geradezu ein Treppenwitz, dass in Wechloy nur so wenige Züge halten“, begründet Rolf Grösch vom NABU den Vorstoß, „und dadurch viele Pendler, die mit der Bahn insbesondere zur Universität gelangen möchten – Studierende wie Mitarbeiter/innen – an Wechloy vorbeifahren müssen, wenn sie aus dem Westen kommen, und dann im Hauptbahnhof in einen Bus umsteigen müssen, um die Uni und die umliegenden Betriebe zu erreichen, zu denen auch die Berufsbildenden Schulen an der Ammerländer Heerstraße gehören.“

Grösch fordert „echten und beherzten Klimaschutz“ ein:
„Auch andere Züge des Nah- und Regionalverkehrs zwischen Emden/Leer und Bremen müssen viel häufiger den Haltepunkt Wechloy ansteuern, um ihn mehr auszulasten und attraktiver werden zu lassen.“ 
Entsprechend solle der Landtag auf die Landesnahverkehrsgesellschaft, Deutsche Bahn und Nordwestbahn einwirken.

Der NABU hofft, dass sich der neugewählte Stadtrat dieser Sache annimmt und dabei von der Oldenburger Stadtverwaltung und den Landtagsabgeordneten aus Oldenburg unterstützt wird.
19.10.2021, 17:35 Uhr
Von Aerosolfiltern, Bio-Kunststoffen und Polarlichtern
Niedersächsische Schülerinnen und Schüler für herausragende Facharbeiten ausgezeichnet
Sie experimentierten mit Mund-Nasen-Schutzmasken, synthetisierten Bio-Kunststoffe aus Mehlwürmern, programmierten Zufallsgeneratoren, beschäftigten sich mit Polarlichtern und analysierten das Brettspiel „Spiel des Lebens“: 16 Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen sind am Freitag, 15. Oktober, an der Universität Oldenburg für ihre herausragenden Facharbeiten ausgezeichnet worden. Zum zehnten Mal vergab die Universität den Dr. Hans Riegel-Fachpreis gemeinsam mit der gleichnamigen Bonner Stiftung in den Fächern Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik.

Acht Schülerinnen und acht Schüler überzeugten in diesem Jahr mit ihren Arbeiten. Der Studiendekan der Fakultät V – Mathematik und Naturwissenschaften, Prof. Dr. Gerhard Zotz, lobte deren hohe Qualität und Originalität. Eine Fachjury aus Professorinnen, Professoren und anderen Lehrenden hatte insgesamt 87 eingereichte Facharbeiten begutachtet und neben der kreativen Themenwahl insbesondere eigene Experimente honoriert.

Das Ziel des Dr. Hans Riegel-Fachpreises sei es, junge Talente auf ihrem Weg in ein naturwissenschaftliches Studium oder einen technischen Beruf zu begleiten, sagte Dr. Reinhard Schneider, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Deutschland benötige diese Talente in Zukunft als gut ausgebildete Fachkräfte. Der Fachpreis ist mit jeweils 600 Euro für einen ersten Platz, 400 Euro für einen zweiten Platz und 200 Euro für einen dritten Platz dotiert, zusätzlich erhalten die Schulen der Erstplatzierten jeweils einen Sachpreis im Wert von 250 Euro.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger:


Biologie:

1. Platz: Ines Kleinehollenhorst (Windthorst-Gymnasium Meppen): „Palmöl: Nützlich, aber nicht nachhaltig? Umfrage zum Bewusstsein in der Bevölkerung“

2. Platz: Finn Lubienski (Gymnasium Eversten Oldenburg): „Muskuläre Dysbalancen als potentieller Risikofaktor für Rückenschmerzen: Untersuchung muskulärer Dysbalancen der Rumpfmuskulatur bei Feldhockeyspielern“

3. Platz: Bent Wübben (Gymnasium Eversten Oldenburg): „Untersuchung der Effektivität von Mund-Nasen-Schutzmasken – Experiment zur Aerosolfilterung“


Chemie

1. Platz: Kim Denis Wiese, Lisa Marit Albertsen (Gymnasium Ritterhude): „Mikroplastik in alltäglichen Produkten und mögliche Filtermethoden“

2. Platz: Charlotte Keyßler (Gymnasium Eversten Oldenburg): „Synthese des Bio-Kunststoffs Chitosan aus Mehlwürmern, Champignons und Krabbenschalen im Vergleich“


Informatik

1. Platz: Jan Hovenga (Gymnasium Rhauderfehn): „Maschinelles Aussortieren von Saatgut mithilfe von künstlicher Intelligenz“

2. Platz: Anna-Lena Janßen (Ubbo-Emmius Gymnasium Leer): „Künstliche Intelligenz in Bildungsprozessen – Möglichkeiten und Grenzen“

3. Platz: Julius Czirjak (Graf-Friedrich-Schule Gymnasium Diepholz): „Ein selbst programmierter Zufallsgenerator“


Mathematik

1. Platz: Tabitha Bode (Cäcilienschule Oldenburg): „Die Mathematik hinter dem Spiel Dobble“

2. Platz: Nele Themann (Gymnasium Damme): „Mathematisches Modellieren – Kubische Splinefunktionen und ihre Anwendung“

3. Platz: Len Gustav Witte (Cäcilienschule Oldenburg): „Das Spiel des Lebens - Analysen und Anwendungen“


Physik

1. Platz: Finn Miebach, Laura Kuhrt (Gymnasium Ritterhude): „Integration gestengesteuerter Sensoren zur Minimierung von pathogener Verbreitung im öffentlichen Raum“

2. Platz: Mattes Brinkmann  (Gymnasium Eversten Oldenburg): „Systematische Untersuchung der Feinstaubbelastung in Ballungsräumen“

3. Platz: Ng?c Ánh Nguy?n Tô th? (Gymnasium Westerstede – Europaschule): „Entwicklung und Analyse eines Modells zur Darstellung von Polarlichtern“
08.10.2021, 15:35 Uhr
Brückenneubau am Pophankenweg fertiggestellt
Im Zuge des Ausbaus des Pophankenwesgs ist nun die neue Geh- und Radverkehrsbrücke zur Querung der Ofenerdieker Bäke eingesetzt worden. Die Brücke mit einer Länge von 14,35 Meter und einer Breite von 3,50 Meter ist mit einem Belag aus Eichenholzbohlen mit Hartstoffeinstreuung versehen. Der gesamte Neubau der Brücke war mit Kosten von rund 185.000 Euro verbunden und dauerte von Mai bis Oktober 2021. Eine wichtige Etappe des zweiten Bauabschnitts im Pophankenweg ist damit erreicht.

Nach der Verlegung von Kabeln und Wasserleitungen folgen in diesem Bauabschnitt unter anderem noch Asphaltarbeiten in zwei Straßenabschnitten sowie Kanalbauarbeiten, die voraussichtlich bis zum Frühjahr 2022 beendet werden können. Die Baumaßnahme ist Teil des vom Bund geförderten Klimaschutzprojekts mit dem Titel „NKI: Mit dem Rad zur Technologie“, das den Radverkehrsanteil erhöhen und den Pophankenweg für Radfahrende und Fußgängerinnen und Fußgänger attraktiver und sicherer machen soll.
23.07.2021, 17:45 Uhr
Multikulti der Mikroben – neues Projekt unter Oldenburger Leitung startet
BMBF fördert bundesweiten Forschungsverbund mit 2,5 Millionen Euro
Mikroorganismen und ihre natürlichen Lebensgemeinschaften im Labor wachsen zu lassen – dieses Ziel steht im Mittelpunkt des neuen Forschungsvorhabens „Kultivierung von bisher unkultivierten Mikroorganismen aus verschiedenen aquatischen Lebensräumen“ (MultiKulti) an der Universität Oldenburg. Unter Leitung des Mikrobiologen Prof. Dr. Martin Könneke, Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), entwickelt ein Team von Forschenden aus ganz Deutschland einen sogenannten Bioreaktor, mit dem sich die natürlichen Lebensbedingungen von Mikroben so simulieren lassen, dass diese sich dauerhaft im Labor kultivieren lassen. Langfristiges Ziel ist ein automatisiertes, von künstlicher Intelligenz gesteuertes System, das unterschiedliche Forschungsansätze unterstützt – etwa zur Ökologie der Mikroben oder auch für biotechnologische Anwendungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Anfang Juli gestartete Vorhaben mit insgesamt 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Rund 500.000 Euro der Fördersumme erhält die Universität Oldenburg. Neben dem Team des ICBM sind Forschende der Universität Erlangen-Nürnberg, der Humboldt Universität zu Berlin, der Universität Duisburg-Essen, des DVGW-Technologiezentrums Wasser in Karlsruhe sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln beteiligt.

Mikroorganismen gibt es überall auf der Welt, sie erfüllen wichtige Funktionen in allen Ökosystemen. „Dennoch ist der Großteil aller freilebenden Mikroorganismen bisher so gut wie unbekannt“, erläutert Projektleiter Könneke. Fachleute sprechen von „Microbial Dark Matter“ – der mikrobiellen dunklen Materie. Das Problem: Nur sehr wenige Mikroben lassen sich im Labor über längere Zeit am Leben erhalten. Das ist eine Herausforderung für Forschende, da sie kaum gezielte Experimente mit Organismen durchführen können, die in schwer zugänglichen Regionen leben, etwa in der Tiefsee, dem Grundwasser oder Gewässern mit extremen Umweltbedingungen.

Das Team aus Mikrobiologen und Bioverfahrenstechnikern will nun einen Bioreaktor entwickeln, mit dem sich selbst solche Mikroben kultivieren lassen, die sehr besondere Anforderungen an ihre Umwelt stellen. Dabei setzen die Forschenden auf ein neues Konzept: Ein modulartig aufgebauter, vollautomatischer Bioreaktor soll künftig sicherstellen, dass diese Gemeinschaften auch im Labor fast natürliche Umweltbedingungen vorfinden. Das Forschungsteam verwendet unter anderem moderne molekularbiologische Verfahren, um regelmäßig die Zusammensetzung der Gemeinschaften zu analysieren und die Haltungsbedingungen entsprechend anzupassen.

„Im ersten Schritt wollen wir die natürlichen Gemeinschaften der Mikroorganismen erhalten“, erläutert Könneke. In weiteren Schritten wollen die Forschenden einzelne Organismen isolieren und anreichern, um mehr Wissen über die Gemeinschaften, einzelne Arten und ihre ökologischen Ansprüche zu erhalten. Das Team konzentriert sich auf drei Gruppen von Mikroben: Eine Gruppe stammt aus dem Trink- und Grundwasser, sie beeinflusst etwa technische Anlagen zum Aufbereiten von Trinkwasser. Eine zweite lebt in Kaltwassergeysiren und könnte für biotechnologische Anwendungen bedeutend sein. Die dritte Gemeinschaft von Mikroben spielt eine wichtige ökologische Rolle im Meer. Außerdem untersuchen die Forschenden, wie sich extraterrestrische Bedingungen – etwa wie auf dem Mars – auf bestimmte Mikroorganismen auswirken.

Das Forschungskonsortium hatte sich im Jahr 2019 bei einem Workshop des BMBF zusammengefunden. Beim anschließenden Ideenwettbewerb hatte das Team eine Anschubförderung in Höhe von 200.000 Euro erhalten, um Vorarbeiten durchführen zu können und so bei einem Vollantrag Aussicht auf Erfolg zu haben.
22.07.2021, 21:52 Uhr
Erster Spatenstich für Neubau des Oldenburger Helmholtz-Instituts
Wissenschaftsminister Thümler übergibt Zuwendungsbescheid in Höhe von 15 Millionen Euro
Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat heute der Neubau des Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB) begonnen. In den kommenden beiden Jahren entsteht im Technologiepark in Oldenburg-Wechloy ein dreigeschossiges Gebäude mit knapp 2.000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Bau bietet neben 85 Büroarbeitsplätzen auch rund 650 Quadratmeter Laborfläche und schafft damit beste Bedingungen für die marine Biodiversitätsforschung.

„Mit dem Neubau ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Schaffung optimaler Forschungsvoraussetzungen am Standort Oldenburg getan“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Durch die stetige Weiterentwicklung in Kooperation mit der Universität Oldenburg und dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung haben wir die Chance, Spitzenforschung in den Forschungsbereichen ‚Ursachen und Treiber der marinen Biodiversität‘, ‚Biodiversität und Funktionsweise von Ökosystemen’ sowie Meeresschutz und Ökosystemdienstleistungen zu ermöglichen. Mit ihrer Erforschung mariner Ökosysteme leisten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am HIFMB einen wichtigen Beitrag unter anderem zum Verständnis des Klimawandels.“

Anlässlich des Spatenstichs überreichte Thümler den Zuwendungsbescheid in Höhe von 15 Millionen Euro an Dr. Karsten Wurr, Verwaltungsdirektor des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Wurr betonte: „Große Herausforderungen benötigen starke Partnerschaften: Ich freue mich außerordentlich, dass wir die Forschung zu den drängenden Fragen auf dem Gebiet der marinen Biodiversitätsforschung in Partnerschaft mit der Universität Oldenburg erheblich ausbauen können. Dank der Mittel des Landes Niedersachsen für den Neubau schaffen wir mit dem heutigen Spatenstich eine zukünftige Heimat für das HIFMB, um zukunftsweisende Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der Meere zu entwickeln und eine wissenschaftliche Grundlage für einen besseren Meeresschutz zu schaffen.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper unterstrich: „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AWI und der Universität Oldenburg kooperieren schon seit Langem erfolgreich in zahlreichen Projekten. Das HIFMB ist ein ganz besonderes Beispiel für diese hervorragende und fruchtbare Allianz.“ Er gratuliere Gründungsdirektor Professor Hillebrand und allen Kolleginnen und Kollegen des HIFMB zu ihrer exzellenten Forschung zu neuartigen Naturschutzstrategien und wünsche ihnen gute Arbeitsbedingungen in ihrem künftigen Institutsgebäude.

Das HIFMB nutzt aktuell angemietete Räumlichkeiten an der Ammerländer Heerstraße. Der Neubau entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Uni-Campus und insbesondere zum Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). Dazu erklärte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann: „Wissenschaft und Stadtverwaltung arbeiten in Oldenburg seit Langem erfolgreich Hand in Hand. Das hat sich auch bei der Gründung des Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität als erfolgreicher Weg erwiesen. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass die Stadt den Neubau mit diesem idealen Grundstück unterstützen kann.“ Damit werde der Forschungsstandort Oldenburg mit der dynamischen Entwicklung der universitären Institute weiter gestärkt. Die Wissenschaftsachse in Wechloy mit dem Technologiepark biete Oldenburg große Chancen, so Krogmann in der Feierstunde.

Das HIFMB wurde im Jahr 2017 als institutionelle Kooperation zwischen der Universität Oldenburg und dem AWI gegründet. Im Mittelpunkt der Forschung steht die Frage, wie sich die biologische Vielfalt in den Meeren verändert und welche Folgen das für die Funktionsweise von Meeresökosystemen und ihren Beitrag zum menschlichen Wohlbefinden hat. Auf dieser Basis entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachhaltige Schutzkonzepte für ein anpassungsfähiges Ökosystem-Management. Der Betrieb des Instituts wird zu 90 Prozent aus Mitteln des Bundes und zu 10 Prozent aus Mitteln des Landes Niedersachsen finanziert.

Für HIFMB-Direktor Prof. Dr. Helmut Hillebrand ist der Spatenstich ein besonderes Signal für das junge Institut, dessen erste Jahre von Aufbau und Wachstum geprägt waren. „Wir stehen kurz davor, die letzten beiden unserer vier Professuren zu besetzen, unsere Forschung steht damit in allen Bereichen auf einem soliden Fundament. Jetzt kommt der Neubau, der uns ideale Forschungsmöglichkeiten bieten wird. All das sorgt dafür, dass wir uns mit ganzer Kraft in den Dienst der Biodiversitätsforschung und des Meeresschutzes stellen können.“

Das Büro- und Laborgebäude wird eine Gesamtfläche von 3.320 Quadratmetern besitzen. Im Erdgeschoss kommen Stahlbeton und Klinker zum Einsatz, während die Obergeschosse in Holzbauweise errichtet werden. Eine Besonderheit sind die beweglichen Fassadenlamellen mit organisch geformten Fräsungen, die einen Bezug zur Forschung im Inneren des Gebäudes herstellen. Viele Kommunikationsflächen sollen den für Forschung und Lehre unerlässlichen Austausch fördern.

Die Grundsteinlegung ist für das Frühjahr 2022 geplant. Fertigstellung und Bezug erfolgen voraussichtlich im Herbst 2023. 
09.07.2021, 13:47 Uhr
Turmfalken nisten auf dem Campus Wechloy
Universität unterstützt NABU-Projekt
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Forschungsbau NeSSy der Universität Oldenburg am Küpkersweg haben derzeit ungewöhnliche Hausgenossen: Drei junge Turmfalken bewohnen derzeit einen Nistkasten an der Fassade des Gebäudes. Dr. Johannes Bartner vom Naturschutzbund (NABU) Oldenburger Land hatte die Nisthilfe Anfang des Jahres mit Unterstützung des Gebäudemanagements der Universität in 14 Metern Höhe an der höchsten Stelle des Baus angebracht. Einen weiteren Nistkasten installierte Bartner auf dem Dach des Gebäudes A6 auf dem Campus Haarentor. Diese rund 25 Meter hoch gelegene Nisthilfe blieb in diesem Jahr allerdings noch leer.

Die Universität unterstützt damit das Turmfalkenprojekt des NABU Oldenburger Land. Bartner hatte es vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um den zurückgehenden Bestand der kleinen Greifvögel zu stabilisieren. Turmfalken fühlen sich im offenen Gelände wohl und brüten normalerweise in Felswänden, nutzen aber auch gerne Nischen an hohen Gebäuden wie etwa Kirchtürmen, um ihre Jungen großzuziehen. Bartner hat in Oldenburg und Umgebung bereits 200 Nistkästen montiert. Die OLB-Treuhandstiftung Weser-Ems, vertreten durch Dr. Klaus-Ferdinand Edeling, unterstützte die Installation der Nistkästen an der Universität finanziell.