Osternburg
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10.05.2022, 17:36 Uhr
Pedelecfahrer stirbt nach Zusammenstoß mit Motorrad
Polizei sucht Zeugen
Am Sonntagabend, 07.05., hat sich auf der Bremer Straße in Oldenburg ein schwerer Unfall ereignet. Ein 51-jähriger Fahrer eines Pedelec ist in der vergangenen Nacht in einem Oldenburger Krankenhaus infolge seiner schweren Verletzungen verstorben.

Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge hatte ein 40-jähriger eScooterfahrer um 21.25 Uhr von der Schützenhofstraße kommend die Fahrbahn der Bremer Straße überquert und war weiter in die Kanonierstraße abgebogen. Da der 40-Jährige offenbar entgegen der Fahrtrichtung linksseitig in die Kanonierstraße einfuhr, kam es noch im Einmündungsbereich zu einem leichten Zusammenstoß mit dem entgegenkommenden 51-jährigen Oldenburger auf seinem Pedelec.

Nach der Kollision verloren beide Beteiligte das Gleichgewicht; der 51-Jährige stürzte mit seinem Pedelec auf die Fahrbahn der Bremer Straße.

Ein 58-jähriger Motorradfahrer, der die Bremer Straße in Richtung Stadtmitte befuhr, konnte nicht mehr ausweichen und überrollte den gestürzten Radfahrer. Dabei kam auch der Motorradfahrer zu Fall.

Der Pedelecfahrer wurde aufgrund seiner schweren Verletzungen noch am Unfallort vom Rettungsdienst betreut und dann in ein Krankenhaus gebracht, wo er noch in der Nacht an den Unfallfolgen verstarb.

Die beiden anderen Unfallbeteiligten erlitten leichte Verletzungen. Der Unfalldienst der Oldenburger Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Noch während der Unfallaufnahme ergaben sich Hinweise darauf, dass der beteiligte Pedelecfahrer nicht unerheblich alkoholisiert gewesen sein könnte.

Die Ermittler suchen zur weiteren Rekonstruktion des Unfallhergangs noch Zeugen. Hinweise werden unter der Telefonnummer 0441/790-4115 entgegengenommen.
06.05.2022, 16:04 Uhr
„Amalie“, „Helene“, „Willa“ und „Kranich“ gleiten durch die Hunte
Oberbürgermeister Krogmann tauft neue Ruderboote für das Schülerbootshaus am Achterdiek
„Ich wünsche allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ – mit diesen Worten taufte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann am Freitag, 6. Mai, vier Ruderboote, die zum Schülerbootshaus am Achterdiek gehören. Im Beisein von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern der IGS Helene-Lange-Schule goss Krogmann Hunte-Wasser über die Bootsrümpfe und deckte die jeweiligen Namen auf, die allesamt einen klaren Bezug zu Persönlichkeiten der Oldenburger Stadtgeschichte haben.

„Amalie“ (als Reminiszenz an Herzogin Amalie von Oldenburg) und „Helene“ (in Anlehnung an Ehrenbürgerin und Schul-Namensgeberin Helene Lange) lauten die Namen der beiden neu angeschafften Vierer mit Steuermann (beziehungsweise Steuerfrau). Auf „Kranich“ (als Erinnerung an das berühmte Pferd von Graf Anton Günther) und „Willa“ (in Anlehnung an Frauenrechtlerin Willa Thorade) wurden zwei ältere städtische Ruderboote getauft. Die neuen Vierer-Ruderboote hat die Stadt Oldenburg auf Initiative der Helene-Lange-Schule angeschafft. Sie haben rund 27.200 Euro gekostet. Die beiden Mannschaftsboote eignen sich aufgrund ihres geringen Gewichts und des tiefen Einstiegs auch für motorisch eingeschränkte Schülerinnen und Schüler. Außerdem können sie von Menschen mit Hör- und Seheinschränkungen genutzt werden. Bei den beiden älteren, bisher namenlosen Booten handelt es sich ebenfalls um ein Vierer-Ruderboot sowie um ein Zweier-Ruderboot mit Steuermann/Steuerfrau, das zum Dreier-Ruderboot ohne Steuermann/Steuerfrau umgebaut werden kann.

Darüber hinaus wurden an diesem Tag zwei Boote der IGS Helene-Lange-Schule und der Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) durch Vertreterinnen und Vertreter der Schulen beziehungsweise des Fördervereins getauft. Das IGS-Boot heißt „Huntewunder“, den Bug des GAG-Bootes ziert der Name „Huntesprinter“. Hierbei handelt es sich um ältere Gebrauchtboote, die aus Osnabrück übernommen und von den Lehrkräften mit den Schülerinnen und Schülern aufgearbeitet wurden. Nach der Taufe hieß es „ran an die Riemen“: Schülerinnen und Schüler der Helene-Lange-Schule zeigten ihr Talent beim Skullen auf der Hunte.

Die Stadt Oldenburg stellt das Schülerbootshaus am Achterdiek Schulen für den Sportunterricht zur Verfügung. Das Bootshaus befindet sich auf dem Gelände des Oldenburger Yachtclubs (OYC). Für die Nutzung zahlt die Stadt Miete. Bootslager und Umkleiden mit Duschen und Sanitäranlagen wurden 2014 vom OYC mit städtischen Zuschuss neu gebaut. Genutzt wird das Bootshaus neben der Helene-Lange-Schule und der Graf-Anton-Günther-Schule vom Alten Gymnasium Oldenburg, der Cäcilienschule, dem Herbartgymnasium, dem Neuen Gymnasium Oldenburg, den Berufsbildenden Schulen 3, dem Bildungszentrum für Technik und Gestaltung, der IGS Flötenteich und der Liebfrauenschule. Die Stadt sorgt für die Grundausstattung des Bootshauses und die Unterhaltung des Gebäudes. Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler kümmern sich um Pflege, Wartung und gegebenenfalls auch Reparaturen der Boote. Eltern und Fördervereine unterstützen die Schulen finanziell, vor allem bei der Beschaffung von schuleigenen Booten.

Oberbürgermeister Krogmann dankte allen beteiligten Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie Eltern für ihr großes Engagement. Gleichzeitig hob Krogmann die Bedeutung von Rudern als Teamsport hervor: „Man sitzt wortwörtlich im selben Boot. Teil eines Teams zu sein, bedeutet zu lernen, die eigenen Fähigkeiten in den Dienst der gemeinsamen Sache zu stellen. Das ist nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag eine wichtige Fähigkeit.“
18.03.2022, 11:55 Uhr
Neuer Wald am Hemmelsbäker Kanal: Gemeinsam Zukunft pflanzen
Stadt und Unterhaltungsverband Wüsting starten Aufforstung – Fläche ist 2,2 Hektar groß
Mit Spaten und Gummistiefeln ausgerüstet haben Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und der Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Wüsting, Ralf Haverkamp, am Donnerstag, 17. März, den Startschuss für ein bedeutendes Aufforstungsprojekt gegeben: Auf einer 2,2 Hektar großen Fläche, die vom Hemmelsbäker Kanal und vom Deich östlich der Brücke am Hasenweg bis zur Stadtgrenze Oldenburgs reicht, entsteht ein neuer Wald. In diesem Frühjahr werden dort heimische Baumarten wie Flatterulmen, Schwarzerlen und Moorbirken, verschiedene Weiden sowie Straucharten wie Holunder, Schlehe und Weißdorn in die Erde gebracht. „Dieses wichtige Projekt hilft, die Effekte des Klimawandels effizient und langanhaltend abzumildern. Jeder Quadratmeter neuer Wald ist ein lebendiger Beweis unseres Engagements für eine lebenswerte Umwelt. Hier wird gemeinsam Zukunft gepflanzt“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

13 Tonnen CO2 pro Jahr
Der Unterhaltungsverband Wüsting hatte der Stadt Oldenburg die Grünlandflächen zur Entwicklung eines standortgerechten naturnahen Laubwaldes angeboten. „Dieses Angebot haben wir gerne angenommen“, sagt Krogmann. „Wir sind uns der Bedeutung der Waldentwicklung auch vor dem Hintergrund des Klimawandels bewusst. Wald leistet als CO2-Senker einen hohen Beitrag zum Klimaschutz. Überschlägig können auf der Aufforstungsfläche ungefähr 13 Tonnen CO2 pro Jahr gespeichert werden“, ergänzt Umweltdezernent Dr. Sven Uhrhan.
 
Hochwasserschutz unbeeinträchtigt
Der Unterhaltungsverband Wüsting als Eigentümer des Hemmelsbäker Kanals und der für die Aufforstung vorgesehenen Flächen sieht in Hinblick auf die Zielsetzungen des Programms „Niedersächsische Gewässerlandschaften“ und der EG-Wasserrahmenrichtlinie ebenfalls Synergieeffekte. „So wird ein weiterer Gewässerabschnitt des Hemmelsbäker Kanals unmittelbar mit der angrenzenden Aue vernetzt. Die zukünftige Beschattung durch den Auwald reduziert das Pflanzenwachstum im Gewässer, und die Sauerstoffzehrung wird reduziert“, erklärt Verbandsgeschäftsführer Hans-Dieter Buschan. Für den Hochwasserschutz gebe es keine Beeinträchtigung, da der Retentionsraum zwischen Kanal und Deich auch weiterhin zur Verfügung steht.

Waldanteil in der Stadt steigt um 0,4 Prozent
Die Stadt Oldenburg verfolgt auf der Grundlage des Landschaftsplanes und der Landschaftsrahmenplanung seit Mitte der 1990er Jahre das Ziel, den geringen Waldanteil Oldenburgs zu erhöhen und den städtischen Wald in naturnahe Laubmischwälder zu entwickeln. Derzeit beträgt der Waldanteil an der Gesamtfläche des Stadtgebietes fünf Prozent. „Durch die Aufforstung am Hemmelsbäker Kanal wird dieser Anteil um 0,4 Prozent erhöht“, freut sich Umweltdezernent Sven Uhrhan. 

Neben der Aufforstung mit ausgewählten Gehölzarten sind Maßnahmen zur stärkeren Vernässung einzelner Bereiche durch Abtrag des Oberbodens und der Entwicklung von zwei feuchten, temporär überfluteten Geländesenken geplant. Diese werden der freien Sukzession überlassen. Die Größe der Geländesenken beträgt jeweils circa 2.000 Quadratmeter. Die Planung der Maßnahme wurde von einem von der Stadt Oldenburg beauftragten Fachbüro übernommen. Die zu entwickelnde Fläche hat eine Gesamtgröße von rund 2,5 Hektar, die die Stadt langfristig gepachtet hat. Die Fläche wird zunächst durch einen Wildschutzzaun, später durch einen Schafzaun geschützt.

Kosten: Rund 75.000 Euro
Die anfallenden Kosten in Höhe von rund 75.000 Euro für Planung, Aufforstung und Pflege werden maßgeblich aus dem Preisgeld für die erfolgreiche Teilnahme der Stadt am Wettbewerb „Klima kommunal“ sowie durch die Verwendung von Ersatzgeldern für Eingriffe in Natur und Landschaft bestritten.
22.01.2022, 12:35 Uhr
Vielfältiger Spielplatzspaß für kleine und große Kinder
Erweiterung des Spielplatzes am Rosenbohmsweg größtenteils abgeschlossen
Der Spielplatz am Rosenbohmsweg im Stadtteil Drielake ist erfolgreich erweitert worden und lädt alle kleinen Bürgerinnen und Bürger ab jetzt zu ausgiebigen Spielstunden ein. Die Planung für die Spielplatzerweiterung begann bereits 2019, da sich durch die neuen Baugebiete im Quartier, beispielsweise im Bereich der Wilhelm-Wilke-Straße, ein zusätzlicher Bedarf an Spielmöglichkeiten zeigte.

Zunächst wurde Anfang 2021 der vorhandene Spielplatz zum Kleinkinderspielplatz umgestaltet und die alten Bolzplatztore ersetzt. Anschließend ist die Spielplatzfläche um circa 4.000 Quadratmeter auf ehemaligem Grünland erweitert worden. Um den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern dabei die Möglichkeit zur Mitgestaltung zu geben, wurde in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Oldenburg eine Kinder- und Jugendbeteiligung durchgeführt, die Corona-bedingt online realisiert wurde. Als Wünsche wurden hier insbesondere Möglichkeiten zum Schaukeln, Klettern sowie zum Tischtennisspielen genannt, die der Fachdienst Stadtgrün in seine Planung einbrachte.

Schließlich wurde der neue Spielplatzbereich für Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren mit fünf Spielgeräten, darunter eine Zweier-Kontaktschaukel und ein Rutschenturm mit Kletterwand, einer Tischtennisplatte sowie mehreren Sitzgelegenheiten ausgestattet. Zudem wurden eine Strecke aus kleinen Hügeln zum Befahren und Bespielen neben dem Bolzplatz sowie eine Vogelschutzhecke aus standortgeeigneten Gehölzen am Rand der Erweiterungsfläche geschaffen. Anwohnende hatten sich zudem eine Obstwiese gewünscht, für die sie auch die weitere Pflege übernehmen möchten. Der zuständige Fachdienst konnte dies verwirklichen und zusätzlich zu vier neuen Bäumen auch noch vierzehn Obstbäume, bestehend aus alten Sorten, auf dem Spielplatzgrundstück pflanzen.

Ende 2021 erfolgte der Großteil der Fertigstellungen. Einzig einige Restarbeiten, wie die Anlage und Instandsetzung von Rasenflächen und Wegen, werden im Frühjahr dieses Jahres noch durchgeführt. Insgesamt beliefen sich die Kosten der Maßnahme auf rund 230.000 Euro.
09.11.2021, 14:23 Uhr
Erste Klassenzimmer mit Luftfiltern ausgestattet
Auslieferung an Schulen hat begonnen – 154 Geräte werden bis Weihnachten erwartet
Aufatmen an Grundschulen und Förderschulen: In dieser Woche hat die Ausstattung von Unterrichtsräumen mit mobilen Luftfiltergeräten begonnen, um sicherer durch den zweiten Corona-Winter zu kommen. Zu den ersten von insgesamt 29 Schulen, in deren Klassenzimmern die Geräte für gereinigte Luft sorgen sollen, zählt die Schule Borchersweg. Zwölf Luftfilter wurden dort am Montag, 8. November, aufgestellt. „Wir freuen uns, dass wir zu den Ersten gehören“, sagte Stefan Völkel, Leiter der Förderschule. „Wir haben eine vulnerable Schülerschaft.“ Konrektor Carsten Perkuhn ergänzte: „Die Luftfiltergeräte sind ein sehr guter Baustein in der Pandemie-Bekämpfung. Das trägt zur Beruhigung bei.“

Insgesamt hat die Stadt Oldenburg auf der Grundlage einer Bedarfsabfrage 307 Geräte bestellt. Die Luftfilter sollen dort, wo ungeimpfte Sechs- bis Zwölfjährige unterrichtet werden, eine sinnvolle Ergänzung zum Lüften darstellen und einen Beitrag leisten, die Gefahr von Corona-Infektionen zu reduzieren.

Der Rat der Stadt Oldenburg hatte in seiner Sitzung am 19. Juli 2021 beschlossen, die Grund- und Förderschulen mit mobilen Luftfiltergeräten auszustatten. Die Firma Johnson Controls Systems & Service GmbH erhielt, nach der Genehmigung durch den Verwaltungsausschuss, am 24. September den Auftrag zur Lieferung von 307 Luftfiltergeräten. Eigentlich sollte die Lieferung bis zum 30. November erfolgen. Dieser Termin lässt sich jedoch nicht mehr vollumfänglich halten. Gründe sind die nach der Freigabe neuer Fördermittel durch die Bundesregierung sehr stark erhöhte Nachfrage nach Luftfiltergeräten sowie internationale Lieferengpässe für Komponenten und Rohstoffe, von denen auch Bauteile für Luftfilter betroffen sind.

„Aktuell ist geplant, bis Weihnachten 154 Luftfiltergeräte an die Schulen zu verteilen“, informierte Steffen Schmidt vom Amt für Schule und Bildung. Die restlichen 153 Geräte sollen bis Anfang Februar 2022 geliefert werden. Die bis Weihnachten zugesagten Geräte sind bereits produziert, erläuterte Michèl Storl von der Firma Johnson Controls Systems und Service. Die auf Rollen montierten Geräte haben einen Luftdurchsatz von 1.600 m³/h, das heißt, dass die Luftreiniger bis zu 1.600 Kubikmeter Raumluft pro Stunde umwälzen können. Die Kosten pro Gerät betragen rund 2.200 Euro. Die Stadt hat mit der Firma darüber hinaus einen Wartungsvertrag abgeschlossen. Insgesamt hat der Auftrag ein Volumen von rund einer Million Euro.

Lediglich die Grundschule Heiligengeisttor und die Schule am Bürgerbusch hatten sich keine Ausstattung mit mobilen Luftfiltergeräten gewünscht. Die Grundschule Babenend hat festinstallierte Luftfiltergeräte, so dass hier keine mobilen Geräte benötigt werden.
28.09.2021, 17:07 Uhr
Stars und Sternchen in der Villa Stern
Mit vielen künstlerischen Kleininszenierungen verwandelt das Blauschimmel Atelier das Hotel Villa Stern in eine große Bühne.

Unter dem Motto „Inklusive Kunst trifft inklusive Arbeit“ verwandelt das Blauschimmel Atelier am 8. Oktober das Hotel Villa Stern in einen kreativen Freiraum. Maskenperformances, Theaterinszenierungen, Musik- und Kunstinstallationen setzen die verschiedenen Zimmer des Hotels sowie das Café in ein ganz neues Licht. Die Basis für die Inszenierungen sind die besonderen Persönlichkeiten, an denen die Gestaltung der Hotelzimmer orientiert ist. Frida Kahlo, Charlie Chaplin, Coco Chanel und viele mehr haben die Teilnehmenden inspiriert ganz individuelle kreative Beiträge vorzubereiten. In persönlichen Führungen durch Mitarbeitende des Hotels haben die Besucher:innen nun die Möglichkeit dem leibhaftigen Graf Anton Günther zu begegnen, dem Aufstand der Weber beizuwohnen oder intime Einblicke in die Hochzeits-Suite zu bekommen. Außerdem geben Mitarbeiter:innen der Villa Stern in einer Audioinstallation Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Draußen vor dem Gebäude wird der ChorGonzola um 16 Uhr einen runden Abschluss bieten.

Das Projekt findet in Kooperation mit der Villa Stern statt und wird gefördert von der Aktion Mensch. Der Eintritt ist frei. Die Führungen finden am Freitag, den 8. Oktober von 13 bis 14 Uhr und von 15 bis 16 Uhr im 15-Minuten-Takt statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist nur möglich für nachweisliche geimpfte oder genesene Personen (2G-Regel).
 

Zusammenfassung:
Stars und Sternchen in der Villa Stern
8. Oktober, im Zeitfenster von 13.00–16.30 Uhr
Hotel Villa Stern, Bremer Str. 41, 26135 Oldenburg
Eintritt frei, es gilt die 2G-Regel
22.06.2021, 15:56 Uhr
Kriegsopfer erhalten Namen zurück
Erinnerungszeichen auf dem Jüdischen Friedhof übergeben
In einer kleinen Gedenkveranstaltung auf dem Alten Jüdischen Friedhof hat Oberbürgermeister Jürgen Krogmann gemeinsam mit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, Dr. Elisabeth Schlesinger, am Dienstag, 22. Juni, dem 80. Jahrestag des Überfalls der Sowjetunion, ein Erinnerungszeichen für die dort anonym beerdigten Kriegstoten übergeben. Die 56 Opfer, 48 Soldaten und acht Zivilisten sowjetischer, polnischer und unbekannter Herkunft, wurden in der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1941 und 1943 namenlos in einem Sammelgrab begraben – ein Akt, der zudem eine Schändung des Jüdischen Friedhofs darstellt. „Das Erinnerungszeichen gibt den Opfern ihre Identität wieder“, sagte Krogmann. In dem eigens für die Grabstelle geschaffenen Kunstwerk von Amir Omerovi? sind die Namen und Lebensdaten, soweit bekannt, eingestanzt. Zur Übergabe gehörte auch das Verlesen der Namen der Opfer durch Leonid Shekhtman, einem russischen Mitglied der hiesigen Jüdischen Gemeinde.

Das Erinnerungszeichen
Das Erinnerungszeichen wurde von dem Bremer Künstler Amir Omerovi?, mehrfach ausgezeichneter Bildhauer und Lehrbeauftragter der Bremer Hochschule für Künste, geschaffen. Vorausgegangen war ein beschränkt ausgeschriebener künstlerischer Wettbewerb. Das Kunstwerk besteht aus drei oxidierten Cortenstahlwegen mit eingelassenen Fußabdrücken, die auf eine Bronzeplattform einmünden. Die persönlichen Angaben zu den Opfern sowie ein kleiner Informationstext sind auf der Vorderseite des Sammelgrabs in den umrandenden Stahlplatten zu finden. „Amir Omerovi? gelingt es in seiner künstlerischen Umsetzung trefflich, die Besonderheit des Ortes auf dem Jüdischen Friedhof und die Erinnerung an die Kriegsopfer einfühlsam zu verknüpfen und damit ein würdevolles Gedenken zu ermöglichen“, heißt es in der Begründung der Jury.

Überfall der Sowjetunion
Am 22. Juni 1941 marschierten Wehrmachtstruppen gemäß der nationalsozialistischen Ideologie vom „Lebensraum im Osten“ ohne Kriegserklärung in die Sowjetunion ein. Mit dem „Unternehmen Barbarossa“ begann ein Vernichtungsfeldzug mit 27 Millionen sowjetischen Toten. Mehr als drei Millionen gefangene Sowjetsoldaten starben aufgrund der unmenschlichen Bedingungen in deutschen Lagern. 

Kriegsopfer auf dem Jüdischen Friedhof
Die Kriegsopfer kamen überwiegend aus dem Kriegsgefangenenlager Wietzendorf in der Lüneburger Heide, dem zeitweise größten sowjetischen Stammlager. Sie waren verschiedenen Arbeitslagern zugeordnet und mussten bei unzureichender Ernährung als Zwangsarbeiter schwerste Arbeiten verrichten. Die meisten verstarben an den Folgen von Unterernährung, Krankheit oder durch Gewalteinwirkung. Die Verstorbenen wurden würdelos in einem Sammelgrab beerdigt. Das Grab war bislang lediglich mit einem schlichten Gedenkstein aus den 1950er Jahren ohne Namensnennungen versehen. In enger Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg kann nun entsprechend dem Gräbergesetz die Erinnerung an die Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft wachgehalten und der bislang anonym bestatteten Opfer gedacht werden.

Die Geschichte des Jüdischen Friedhofs
Der Jüdische Friedhof in Osternburg stammt aus dem Jahr 1814. Die Begräbnisstätte umfasst etwa 300 Grabstellen. Auch die drei Landesrabbiner Bernhard Wechsler, Dr. David Mannheimer und Dr. Philipp de Haas haben auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Der Jüdische Friedhof ist in der Geschichte seines Bestehens wiederholt geschändet worden, so auch in der Pogromnacht am 9./10. November 1938, als die jüdischen Mitbürger Oldenburgs verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert wurden. Die Synagoge an der Peterstraße wurde in Brand gesetzt, ebenso die 1921 auf dem Jüdischen Friedhof errichtete Trauerhalle. Während die Synagoge komplett ausbrannte, blieb die Grundsubstanz der Trauerhalle weitgehend unbeschädigt. Zwischen 1941 und 1943 schändeten die Nationalsozialisten den Jüdischen Friedhof erneut, indem sie die 56 Kriegstoten dort verscharrten. Zudem wurde, vermutlich im Jahr 1943, ein Luftschutzrundbunker auf dem Friedhof errichtet, dessen Abriss in den 1960er Jahren erfolgte.

Nach Kriegsende wies die britische Militärregierung die Stadtverwaltung an, den Friedhof wiederherzurichten. Einzelne Grabsteine, die Außenmauer sowie das Eingangstor wurden daraufhin repariert. Die Trauerhalle wurde Anfang der 1950er Jahre vorläufig und erst in den 1970er Jahren komplett saniert.