Ohmstede
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06.05.2022, 09:10 Uhr
Gedenken: Kranzniederlegung für Opfer von Zwangsarbeit
Jahrestag erinnert an Befreiung eingesperrter Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter
Gegen das Vergessen: Der 3. Mai 1945 war der Befreiungstag für die in den Lagern in Oldenburg eingesperrten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter – und jedes Jahr an diesem Datum erinnert eine Kranzniederlegung am Mahnmal der Gedenkstätte Zwangsarbeitergräber an diesen denkwürdigen Tag. Bürgermeisterin Nicole Piechotta und Pastor Christoph Fasse gedachten dafür am Dienstag, 3. Mai, in einer Zeremonie auf dem Friedhof Ohmstede gemeinsam den Opfern.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs leisteten insgesamt mehr als zwölf Millionen Menschen für Deutschland Zwangsarbeit. Durch die kampflose Übergabe der Stadt Oldenburg an die Alliierten am 3. Mai 1945 befreiten die kanadischen Truppen noch am selben Tag die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in unserer Stadt. Auf dem Friedhof in Ohmstede befindet sich in Oldenburg das größte Sammelgrab für die Opfer von Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Am westlichen Rand des Friedhofgeländes gibt es einen Bereich, der ihrem Gedenken gewidmet ist. Hier wurde im Jahr 2015 eine Gedenkstätte errichtet.
23.04.2022, 17:07 Uhr
Draußen aktiv werden: Mit der Sportbox am Flötenteich
Trainingsausrüstung kann ausgeliehen werden – Spikeball neu im Angebot
Die Tage werden länger, das Wetter schöner: Damit steigt auch wieder die Motivation für Sport unter freiem Himmel – am Flötenteich ist das ganz unkompliziert möglich mit der Sportbox. Als Trainingsausrüstung stehen Fitnessbänder, Yogamatten, Faszienrollen, Medizinbälle, Springseile, Kettlebells und eine Battle Rope sowie Pylonen und eine Koordinationsleiter zur Verfügung. Damit können alleine oder in der Gruppe sowohl Kraft und Ausdauer als auch Beweglichkeit und Koordination trainiert werden. Ganz neu ist auch ein Spikeball-Set hinzugekommen – Spikeball ist eine neue Trendsportart, bei der es darum geht, den Ball so auf ein Netz am Boden zu spielen, dass das gegnerische Team den Ball nicht mehr erreichen und zurückspielen kann.

Zur Nutzung der Sportbox braucht man lediglich eine App (Stichwort SportBox bei Google Play und im App Store), um Trainingszeiten zu buchen und die Box öffnen zu können. Nach der Installation ist eine einmalige Registrierung für 50 Cent erforderlich. Die gebuchte Trainingszeit kann auch mit anderen geteilt werden, um neue Freundschaften zu schließen oder sich mit Freunden direkt abzusprechen.
10.09.2021, 12:38 Uhr
Atelier Farbsinn bietet neue Kunstkurse an
Das Atelier Farbsinn der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) an der Rennplatzstraße 123 bietet ab Oktober ein neues Kursprogramm an. Thea Wilczura (Leiterin des Ateliers) freut sich auf das neue Angebot: „Wir haben uns ein besonderes Programm ausgedacht, das thematisch für jeden etwas bietet. Die Erfahrung zeigt, wie gut das Angebot von den unterschiedlichsten Menschen angenommen wird. Kursteilnehmer sind Kinder und Senioren, Migranten, Menschen mit und ohne Behinderung.“ Verschiedene Kunstkurse zu Themen wie Acrylmalerei und Kollage sind Teil des Programms, aber auch die Gestaltung eines Kalenders für das Jahr 2022. Der Besuch der Kurse ist grundsätzlich kostenlos, auch die Materialien werden gestellt, können aber auch von zuhause mitgebracht werden. Die gestellten Leinwände, die nach Hause genommen werden, werden Vorort zum Einkaufspreis verkauft.

Anmeldungen sollten zeitnah erfolgen, empfiehlt Thea Wilczura. Die Kurse sind erfahrungsgemäß schnell ausgebucht.

Das Programmheft kann auf der Homepage der GWO: www.wfbm-oldenburg.de unter dem Punkt Atelier Farbsinn heruntergeladen werden und ist an den Standorten der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V., dem Café Kurswechsel, dem Café Farbwechsel, der Kantine MachBar oder dem Kaufhaus der Werkstätten erhältlich.

Die Aktion „Kunst im Quartier“ unter der die Kursangebote angeboten werden, wird unterstützt durch die Stadt Oldenburg, Die GSG Oldenburg und die Stiftung Teilhabe.

Infos zum Projekt Atelier Farbsinn:
Das Atelier Farbsinn an der Rennplatzstraße 123 in Oldenburg wird von den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. als zusätzlichen Beitrag für das Gelingen von Inklusion vor Ort unterhalten.

Das Atelier Farbsinn ist ein Treffpunkt im Oldenburger Stadtteil Ohmstede, der über das Medium Kunst Menschen mit und ohne Beeinträchtigung verbindet. Das Atelier bietet wöchentlich mehrere Termine und Kunstkurse zu verschiedenen Themen an und das kostenlos. So wird unabhängig von finanziellen Möglichkeiten allen die Teilnahme ermöglicht.

Kreativ sein, sich begegnen und dabei für sich alleine oder gemeinsam das ein oder andere Kunstwerk erschaffen – jede*r ist willkommen. Im Atelier Farbsinn wird der Inklusionsgedanke ganz praktisch mit Leben gefüllt. Dabei finanziert sich das Atelier ausschließlich aus Spenden und Zuwendungen.
17.05.2021, 20:41 Uhr
Vielseitiger Künstler
Portrait zum Diversity-Tag 2021
von Carsten Lienemann
Ingo Sebastiany arbeitet in der Montage-Gruppe der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. Dort baut er unter anderem große Raumtrennelemente zusammen. Während er sich dort an genaue Vorgaben halten muss, kann er beim Malen im Atelier Farbsinn seinen Ideen freien Lauf lassen. 

„So ein bisschen gekrickelt habe ich schon als kleiner Junge. Mein Opa hat mir dann gezeigt, wie man richtig malt, und so wurden die Bilder mit der Zeit immer besser“, erzählt Sebastiany. In seiner Schulzeit hat er dann auch an Wettbewerben teilgenommen und sogar mehrere Preise gewonnen, Schreib- und Malsets. „Den Fernseher habe ich leider nicht gekriegt“, bedauert er noch heute.

Durch Zufall kam Sebastiany zum Atelier Farbsinn. Als er eines Tages vor dem Schaufenster stand, wurde er gefragt, ob er nicht hereinkommen und auch malen wolle. Er wollte und ist dabei geblieben. 
Zu seinen ersten Bildern gehört ein Gemälde des Oldenburger Schlosses, das man inzwischen als Postkarte oder auf Taschen gedruckt kaufen kann.

„Ein Bild zu malen, dauert so vier bis fünf Wochen. Es sind viele Ideen im Kopf, wenn man die alle auf ein Blatt Papier bringen will … und dann sieht man immer ein paar Dinge, die noch nicht fertig sind, es kommt immer wieder etwas dazu, es wird immer wieder etwas verändert“, beschreibt Sebastiany den schöpferischen Prozess. „Man sieht erst das große weiße Blatt, das gefüllt werden will. Man möchte genau so gut sein wie Rembrandt oder Leonardo da Vinci, aber die waren natürlich viel besser.“ Aber wenn es einfach wäre, könnte es ja jeder. Seine fertigen Bilder braucht Sebastiany jedenfalls nicht zu verstecken.

Allerdings beschränkt Ingo Sebastiany seine künstlerischen Aktivitäten nicht auf das Malen, in ihm steckt auch ein Schauspieler. Er hat schon mit der Theatergruppe des Blauschimmel Ateliers auf der Bühne gestanden und dabei nicht nur Text gelernt und aufgesagt, sondern das Stück gemeinsam mit allen Beteiligten entwickelt. Außerdem hat er sogar in einem Kinofilm mitgewirkt. 2016 wurde „Von komischen Vögeln“ unter anderem bei den Gemeinnützigen Werkstätten gedreht. Der Regisseur und Drehbuchautor Eike Weinreich kannte die GWO aus seiner Zivildienst-Zeit, und als er ankündigte, er wolle einen Film drehen, hat Sebastiany sich sofort beworben. Er bekam die Rolle von Egon, der nur mit seiner Strumpfpuppe „Fipsi“ spricht, die wiederum den Anderen Egons Gedanken mitteilt. Sebastiany spielt Egon mit staubtrockenem Humor. Der Rollenname war sein Wunsch. „Ich wollte in dem Film nicht Ingo heißen“, sagt er.

Auch beim Film haben die Schauspielerinnen und Schauspieler am Text mitgeschrieben. „Das ging ja auch gar nicht anders“, erklärt Sebastiany, „es können ja manche nicht richtig lesen, und das ist doch schade, wie soll man denn denen einen fremden Text beibringen?“

„Beim Schauspiel kommt man viel mit Menschen zusammen, man sieht und hört mal was anderes“, findet Sebastiany. „Beim Film muss man allerdings oft immer wieder dasselbe machen, zehnmal den gleichen Weg gehen, zehnmal den gleichen Satz sagen, bis es endlich geklappt hat. Das ist ziemlich anstrengend. Im fertigen Film sieht das alles so kurz aus, aber wenn man hinter der Kamera steht und mitdreht, ist das schon ziemlich schwer.“

Ingo Sebastiany singt auch gerne. Klar, muss er auch, schließlich geht es in dem Film um einen Chor.  Aber er kann auch Geschichten schreiben. „Aber dazu brauche ich Ruhe“. Eine fantastische Idee zu einem Kinderbuch hat er schon, und die Bilder dazu sind auch fertig. „Das soll ein Comic werden“, sagt er.

Worum es geht, wird hier natürlich noch nicht verraten. 


Hintergrund
Der 18. Mai ist der neunte Deutsche Diversity-Tag. Der Tag, der uns daran erinnern soll, dass wir alle einzigartig sind, dass wir alle mindestens einer Minderheit angehören und dass jeder Mensch, jede Person, einen wichtigen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft leisten kann. Menschen unabhängig von ihren individuellen Eigenschaften anzuerkennen und gleichwohl dazuzurechnen, ist eine wesentliche Voraussetzung für ein friedliches, gewaltfreies Miteinander. 

Bewusst oder unbewusst ordnen wir Menschen verschiedenen Gruppen zu, und dabei spielen Vorurteile eine entscheidende Rolle. Wir alle gehören mehreren Gruppen an, mal freiwillig, mal ohne unser Zutun. Vorurteile sind wichtig und notwendig, um überhaupt mit fremden Personen agieren zu können. Oft, sehr oft, sind sie aber auch völlig falsch, und wir müssen nachjustieren.