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Ohmstede

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Europa fördert Teilhabe am Arbeitsleben

19.10.2018 10:34 Uhr
von Daniel Lüllmann

In den kommenden drei Jahren werden die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO), die Baumhaus Werkstatt gGmbH und die europäischen Projektpartner aus Spanien Mater Misericordiae auf Mallorca sowie Heeren Loo aus Bedum in den Niederlanden ein Curriculum für eine vergleichbare Ausbildung im Bereich Gastronomie und Service für Menschen mit Beeinträchtigung entwickeln. Dieses Vorhaben wird im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ Strategische Partnerschaften in der Berufsbildung mit knapp 200.000 € gefördert.

Das grundsätzliche Ziel des Projektes mit dem Namen „EVI“ (european vocational inclusion, zu Deutsch: europäische, berufliche Bildung) ist, dass die berufliche Teilhabe für Menschen mit Beeinträchtigung gefördert wird. Die Teilnehmer*innen, die an dem Modellprojekt teilnehmen, erlernen neue soziale und berufliche Kompetenzen, machen einzigartige Erfahrungen durch den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern und erlangen so unter anderem eine Stärkung des Selbstbewusstseins.

Hintergrund von „EVI“ ist, dass Menschen mit Beeinträchtigungen etwa ein Sechstel der EU-Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ausmachen, ihre Beschäftigungsquote auf dem ersten Arbeitsmarkt aber nach wie vor sehr gering ist.  Um die Beschäftigungsquote von Menschen mit Beeinträchtigungen zu erhöhen, ihnen mehr Teilhabe am Gesellschaftsleben und somit mehr Lebensqualität zu ermöglichen, muss ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung und zum lebenslangen Lernen geschaffen werden.

Durch eine qualifizierte Berufsausbildung auf europäischer Ebene wird die Chance erhöht, anschließend auch einer Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen zu können. „Durch die Zusammenarbeit von Einrichtungen aus verschiedenen Ländern werden zudem die Fachkräfte weiter professionalisiert, das bereits, teils langjährig bestehende Netzwerk zwischen den Einrichtungen gestärkt und so die europäische Idee ganz aktiv mit Leben gefüllt“, ist der Vorstand der GWO, Gerhard Wessels, überzeugt.

Die GWO hat mit drei anderen Werkstätten aus der Region, die von der Handwerkskammer akkreditierte Qualifizierung zum/zur Handwerksgehilfen/-gehilfin im Bereich Holz/Metall entwickelt, durch die neue Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt entstehen. Ebenso haben die europäischen Partner aus Spanien und den Niederlanden bereits vorhandene Konzepte für berufliche Bildung, die im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit den GWO und dem Baumhaus aus Oldenburg zusammengeführt und weiterentwickelt werden sollen. Eine gemeinsame berufliche Ausbildung auf europäischer Ebene ermöglicht allen Teilnehmenden einen interkulturellen Austausch, der mehr Verständnis für Verschiedenheit fördert und die Vermittlung von gemeinsamen europäischen Werten unterstützt.

Zielgruppe von „EVI“ sind Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung, die in einer Werkstatt (WfbM) beschäftigt sind. Für die Projektphase sollen jeweils sechs Personen pro Einrichtung, also insgesamt 24 Menschen aus dem Personenkreis, teilnehmen. Module, die entwickelt werden, können dann zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg im Café Farbwechsel oder dem Café Kurswechsel, praktisch erprobt werden. Hinzu kommen in der Entwicklungsphase des Curriculums jeweils zwei Fachkräfte aus den teilnehmenden Einrichtungen. Diese haben eine fachliche Ausbildung im Bereich Küche, Restaurantfach, Hotelfach, Hauswirtschaft etc. Während der Projektlaufzeit werden zudem Schulungen für jeweils weitere acht bis zehn Fachkräfte pro Organisation zunächst entwickelt und anschließend durchgeführt. Sie werden in den Einrichtungen nach der Projektphase als Multiplikatoren agieren können und so zur Nachhaltigkeit der erarbeiteten Ergebnisse von EVI beitragen. 
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GWO bietet Deutsch als Fremdsprache an

10.10.2018 12:43 Uhr

Sprache als Brücke für gelingende berufliche und gesellschaftliche Teilhabe

von Daniel Lüllmann

In Zusammenarbeit mit der VHS Oldenburg führen die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) seit Anfang August ein Sprachkursangebot für zugezogene beschäftigte Mitarbeiter mit Behinderung durch. Das Kursangebot mit Modellcharakter wird finanziell durch die LzO und dem Oldenburgischen Generalfonds unterstützt.

Gelingende Kommunikation ist der Schlüssel für Inklusion und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen spiegeln sich auch in Einrichtungen der Behindertenhilfe wider. So wurden in den letzten zwei bis drei Jahren vermehrt Menschen mit Behinderungen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak oder anderen Ländern, aus denen seit 2015 ein vermehrter Zuzug nach Deutschland stattfindet, bei den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) beschäftigt.

Dieser Trend setzt sich fort und birgt neue Herausforderungen. Um einen realistischen Entwicklungsstand feststellen zu können, daraus Förderziele ableiten zu können und um Kontaktaufnahme und Beziehungsaufbau zu ermöglichen, ist das Erlernen der deutschen Sprache wesentlich.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, wird seit Anfang August ein Sprachkurs für Menschen mit Behinderung, die einen Migrationshintergrund haben, angeboten. 12 beschäftigte Mitarbeiter mit Behinderung werden dabei von zwei Dozentinnen der Volkshochschule Oldenburg an zwei Tagen in der Woche unterrichtet. Sowohl für die beiden sonderpädagogisch ausgebildeten Dozentinnen Natalie Hagen und Kirsten Meinders, die VHS als auch die GWO ist ein solcher Sprachkurs Neuland. Die Volkshochschule verfügt zwar über jahrelange Erfahrung in der Organisation von Deutsch als Fremdsprache – Kursen (DaF), ein Kursangebot explizit für Menschen mit einer geistigen Behinderung gab es jedoch bislang nicht und hat somit einen Modellcharakter.

Von den 12 Personen, bei denen im Vorfeld ein Unterstützungsbedarf beim Erlernen der deutschen Sprache festgestellt wurde, sind sowohl die sprachlichen und kulturellen Hintergründe als auch die kognitiven Fähigkeiten sehr unterschiedlich. Einige sind erst vor Kurzem nach Deutschland, z.B. aus Syrien und Afghanistan zugewandert und können in ihrer Muttersprache lesen und schreiben. Andere sind mit der Migrationsbewegung Anfang der 1990er Jahre aus der ehemaligen Sowjetunion oder dem Balkan nach Deutschland gekommen und haben sowohl in ihrer Muttersprache, als auch in der deutschen Sprache Schwierigkeiten, sich auszudrücken. „Für unsere tägliche Arbeit ist eine gemeinsame Sprache ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg“, betont Gerhard Wessels (Vorstand der GWO) „Wir nutzen bereits seit Jahren Hilfsmittel bei Kommunikationsbeeinträchtigungen, wie Symbolsysteme oder die Leichte Sprache. Der Sprachkurs fügt sich gut in unser Konzept ein und es freut uns wie der Kurs einen weiteren Beitrag zur Integration leistet.“

Um eine lebensnahe Förderung zu gewährleisten, findet der Unterricht in den Räumlichkeiten der GWO statt. Es werden Materialien der „Unterstützten Kommunikation“ (UK), z.B. Piktogramme, Fotos, Symbole etc. verwendet, sowie altersentsprechende Materialien aus dem DaF Fundus der VHS. Bezuschusst wurde der Kurs mit 2.000,- € durch die LzO mit Mitteln aus dem Lotteriespiel Sparen+Gewinnen sowie mit 600,- € durch den Oldenburgischen Generalfonds.

"Dies Pilotprojekt überzeugt durch seine Praxisnähe und hat für uns Vorzeigecharakter, wie gesellschaftliche Teilhabe fernab von jeglichen Barrieren gelingen kann. Gerne haben wir uns an diesem innovativen Sprachkonzept beteiligt", so Gabriele Mesch (LzO).

„Wir freuen uns, dass die Gemeinnützigen Werkstätten mit den Sprachkursen einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Teilhabe am Leben für die ausländischen Mitmenschen geben. Sehr gerne unterstützen wir das Projekt.“ sagt Dimitri Selensky vom Bezirksverband Oldenburg. Der Verband hat die Stiftungsverwaltung des Oldenburgischen Generalfonds inne.

Die Sozialarbeiter der GWO bemerken bereits jetzt, nach nur wenigen Wochen, dass die regelmäßige intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache den Teilnehmenden nicht nur großen Spaß macht, sondern dass auch im Arbeitsalltag vereinzelt eine größere Bereitschaft zur Kommunikation besteht. Es ist daher in Planung, dass das Angebot auch über den 11. Oktober hinaus weiter vorgehalten werden soll.
 


LzO-Lotteriespiel Sparen + Gewinnen
Beim LzO Lotteriespiel „Sparen + Gewinnen“ tun Loskäufer Gutes und Sparen gleichzeitig. Ein Teil der Erträge kommt sozialen, kulturellen, sportlichen, kirchlichen, wissenschaftlichen oder gemeinnützigen Zwecken im Geschäftsgebiet der LzO zugute. Von dem monatlichen Beitrag in Höhe von fünf Euro werden vier Euro gespart. Ein Euro pro Los fließt in die Auslosung der monatlichen Gewinne (bis zu 50.000 Euro) und in die drei jährlichen attraktiven Sonderauslosungen.

Oldenburgischer Generalfonds
Der Oldenburgische Generalfonds ging aus fünf kleineren Stiftungen hervor, die der Oldenburger Herzog Peter Friedrich Ludwig am 1. August 1786 zusammenführte. Heute verfolgt er den Zweck, geistig und psychisch behinderte Menschen im stiftungseigenen Heim in Oldenburg, Friesenstraße 27a, zu fördern und zu pflegen. Zum Bestand zählt auch das 2002 vom Landkreis Oldenburg gekaufte Kreisaltenheim Wildeshausen. Förderungsfähig sind daneben Heime im Sinne des Bundessozialhilfegesetzes sowie Einrichtungen der Jugendbildung und der Kinder- und Jugendhilfe.

Neben dem Heimbetrieb wird das Stiftungsaufkommen in Form von Einzelbeihilfen an Bedürftige verteilt. Ebenso ist möglich eine Förderung der Betreuung behinderter Menschen. Vorrang sollen hierbei kulturelle Zwecke haben. Ein Teil des Stiftungsertrages kann nachrangig auch für andere wohltätige Zwecke ausgegeben werden.
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Feuerwehrhaus in Ohmstede modernisiert

14.09.2018 19:48 Uhr
Die Freiwillige Feuerwehr Ohmstede freut sich über gründlich modernisierte Räume. Diese werden am Sonnabend, 15. September, offiziell in Betrieb genommen. Zur Eröffnung werden zahlreiche Gäste erwartet, darunter auch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Das Feuerwehrhaus an der Elsflether Straße (Baujahr 1974) wurde den heutigen Normvorgaben und Unfallverhütungsvorschriften angepasst und entsprechend umgebaut und erweitert. Maßnahmenschwerpunkte waren etwa die Einrichtung getrennter Umkleide- und Sanitärbereiche für weibliche und männliche Wehrmitglieder, die Schaffung von Lagermöglichkeiten und der Neubau eines Schulungsraums mit angrenzender Küche.

Die Ortsfeuerwehr Ohmstede verfügt über ein geländefähiges Löschfahrzeug (Baujahr 2017), ein Löschfahrzeug des Bundes, ein Mannschaftstransportfahrzeug und eine Sandsackfüllmaschine nebst Zubehör. Dieses Gerät ist Teil der Sonderaufgabe Hochwasserschutz/Deichverteidigung, die von der Freiwilligen Feuerwehr Ohmstede übernommen wird.

Die Baukosten lagen bei etwa 960.000 Euro, mit dem Bau war Ende April 2017 begonnen worden.
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Imker zeigt Diebstahl mehrerer Bienenvölker an

14.09.2018 19:21 Uhr
In den vergangenen Tagen (Tatzeit vermutlich 
zwischen dem 6. und 10. September 2018) kam es am Kleinen Bornhorster
See in Oldenburg zum Diebstahl von fünf Bienenstöcken. Der Eigentümer
der Völker, ein 63-jähriger Oldenburger Imker, zeigte die Tat bei der
Polizei an. Er schilderte, dass er die Bienenstände am Rand des 
Kleinen Bornhorster Sees auf einem Feldweg neben einem Walstück 
gehalten habe. Zu Beginn dieser Woche habe der Imker festgestellt, 
dass fünf der grün gestrichenen Styroporbehälter mit den 
Bienenvölkern fehlten. Bei dreien der entwendeten Bienenstöcke 
handelte es sich um so genannte Wirtschaftsvölker, die bereits Honig 
produzierten.

Die Polizei hat die Ermittlungen zu dem Diebstahl aufgenommen; sie
geht davon aus, dass die Behälter mit einem größeren Fahrzeug 
abtransportiert worden sind. Der Wert der entwendeten Stöcke liegt 
bei etwa 1000 Euro.

Hinweise von Zeugen werden unter der Telefonnummer 790-4115 
entgegengenommen.
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