Haarentor
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14.04.2022, 16:07 Uhr
Seniorenakademie bietet Gehirnjogging und mehr
Kooperationsprojekt von inForum und Jade Hochschule als digitaler Workshop
Im Herbst 2021 fand zum ersten Mal eine Seniorenakademie zur Gesundheitsförderung und Prävention im Bereich kommunikativer Fähigkeiten als Kooperation zwischen der Bildungs- und Kultureinrichtung inForum und der Jade Hochschule statt – nun gibt es in diesem Frühjahr eine Neuauflage in digitaler Form: Auftakt ist am 2. Mai, die weiteren Workshop-Termine sind am 16. und 30. Mai, jeweils montags von 10 bis 12 Uhr. Im Rahmen des dreiteiligen interaktiven Workshops werden diesmal Veränderungen im gesunden Alterungsprozess thematisiert und kommunikative Fähigkeiten gefördert. Mit etwas Gehirnjogging werden in lockerer Atmosphäre auch Schnelligkeit und Konzentration trainiert. Angeboten wird der Workshop von Studierenden der Jade Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Tanja Grewe. Anmeldeschluss ist am 25. April.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es online unter www.oldenburg.de/inforum oder im inForum-Programmheft zum Sommersemester 2022. Fragen zur Veranstaltung beantwortet der Fachdienst Bürgerschaftliches Engagement im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, telefonisch unter 0441-235-2781 oder per E-Mail an inforum@stadt-oldenburg.de.
08.04.2022, 15:42 Uhr
Dobbenwiesen: Alles im grünen Bereich?
Über Eigenverantwortung, Schilder, Toilettenwagen, Müllbehälter und Nutzungssatzung
Sie sind eine kleine grüne Oase inmitten unserer belebten Stadt und werden besonders gerne bei gutem Wetter von jungen Menschen für Treffen angesteuert: die Dobbenwiesen. Doch warum liegt dort immer wieder Müll herum? Wieso müssen manche, mitunter alkoholisiert, die ganze Nachbarschaft beschallen? Warum wird in Gärten uriniert? Kurzum: Warum verhalten sich manche Besucherinnen und Besucher respektlos und rücksichtlos gegenüber anderen und der Natur?

Es sind Grundsatzfragen, die sich hier stellen – und die leider immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion um die Dobbenwiese stehen. Denn neben allem Verständnis, das Leben zu feiern und mit Freunden gemeinsam Spaß zu haben, muss auch bedacht werden: Wir sind nicht alleine auf der Welt – doch manche verhalten sich leider genauso. Besonders auf der Dobbenwiese.

Was tut die Stadtverwaltung dagegen?
Einiges: Die Stadt Oldenburg appelliert auf mehreren neuen Hinweisschildern, wie man sich auf den Dobbenwiesen verhalten soll. Mittlerweile erinnern etwa 20 Schilder rund um die Dobbenwiesen und den Kaiserteich an die neuen geltenden Regeln. Zahlreiche, auffällig orange markierte Mülleimer mit 240 Liter Fassungsvermögen sind rund um die Dobbenwiesen verteilt – nahezu unübersehbar für jede Besucherin und jeden Besucher der Grünanlage. Und dennoch sammeln nach jedem sonnig-warmen Wochenende Mitarbeitende der Stadtgrünpflege auf den Dobbenwiesen den Müll anderer auf, die eigentlich dafür zuständig wären – sich aber offensichtlich nicht zuständig fühlen.

Dazu kommen Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern, bei denen in die Gärten oder an die Zäune uriniert wird. Die Stadtverwaltung hat deshalb, wie bereits in den warmen Monaten des vergangenen Jahres, erneut einen Toilettenwagen aufgestellt, der in der zweiten Osterferienwoche betriebsbereit ist und regelmäßig gereinigt wird. Und nicht zuletzt gibt es immer wieder Anrufe wegen Ruhestörungen, bevorzugt in den späten Abendstunden am Wochenende. Um den Problemen Herr zu werden, wurde schließlich eine Nutzungssatzung mit Konsequenzen bei Nichteinhaltung beschlossen – übrigens unter Beteiligung von Anliegerinnen und Anliegern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Jugend.

Für deren Einhaltung sollen unter anderem Kontrollen vor Ort sorgen – und so Ruhestörern, Wildpinklern und Umweltsündern den Spaß an ihrem fragwürdigen Verhalten verderben.

Wie geht es weiter?
Die Kontrollen, die bereits im vergangenen Jahr durchgeführt wurden, sollen an warmen Tagen verstärkt werden. Auch der gezielte Einsatz von Streetworkern oder Jugendscouts steht im Raum. Aber die Arbeit vor Ort geht noch weiter: Um spannendere Alternativen im Stadtbereich für die Jugend zu bieten, befasst sich auch der Jugendhilfeausschuss mit der Thematik. Viele Lösungsansätze und Angebote also, um das Grundproblem an der Wurzel zu packen: die Eigenverantwortung und das Umweltbewusstsein zu stärken. Für ein sauberes Oldenburg – auch und vor allem auf den Dobbenwiesen.
18.03.2022, 13:35 Uhr
Dobbenwiese: Gegenseitige Rücksicht ist das oberste Gebot
Nutzungssatzung gilt an allen Wochentagen – Keine Geräuschverstärker erlaubt
Die Dobbenanlagen haben sich in den vergangenen Jahren, insbesondere an warmen Tagen und im Sommerhalbjahr, zwar zu einem über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Treffpunkt entwickelt – sie sind jedoch auch zu einem Schwerpunkt der Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern geworden. Anliegerinnen und Anlieger des Bereichs an den Dobbenanlagen, Vertreterinnen und Vertreter der Jugend sowie Polizei und Mitarbeitende der Stadtverwaltung haben sich auf eine Nutzungssatzung verständigt, die der Rat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen hat. Die Regeln gelten an allen Wochentagen und damit auch an Feiertagen und in Ferienzeiten.

„Rücksichtsvolles Verhalten aller ist das oberste Gebot im öffentlichen Raum – auch auf den Dobbenwiesen. Jede und jeder soll die Möglichkeit bekommen, sich hier zu erholen, zu entspannen oder sich sportlich zu betätigen. Aber bitte mit Verständnis für andere Menschen und die Natur. Mit dem Beschluss der Nutzungssatzung haben wir nun klare Regeln für dieses Areal geschaffen“, zeigt sich Stadtbaurat Dr. Sven Uhrhan erfreut über diesen Schritt.

Das gilt nun auf den Dobbenanlagen
Auf den städtischen Dobbenanlagen sind Lärmbelästigungen grundsätzlich zu vermeiden, deshalb ist die Benutzung von Geräuschverstärkern jeder Art untersagt. Aber auch die Natur ist zu schützen: So besteht ein Verbot des Verrichtens der Notdurft, ebenso ist offenes Feuer verboten. Die Rasenflächen und sonstige begehbare Anlagenteile dürfen nicht mit Kraftfahrzeugen befahren werden. Für bestimmte Veranstaltungen größeren Ausmaßes, wie beispielsweise organisierte Events mit mehreren 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern oder organisierte Fußball- und andere Sportturniere, besteht zudem eine Genehmigungspflicht, die spätestens eine Woche vor der geplanten Veranstaltung schriftlich oder elektronisch bei der Stadt gestellt werden muss. Eine Anleinpflicht für Hunde im Bereich der Dobbenanlagen wurde nicht in die Satzung aufgenommen, da gemäß der Verordnung der Stadt Oldenburg über das Mitführen von Hunden in der Öffentlichkeit Kinderspielplätze und andere zum Spielen und Liegen geeignete Flächen in öffentlichen Anlagen mit Hunden nicht betreten werden dürfen.

Über den Hintergrund
Besonders im vergangenen Jahr häuften sich ruhestörende Lärmbelästigungen in den Abend- und Nachtstunden, Handlungen in Folge übermäßigen Alkoholkonsums und auch wahllos weggeworfener Müll enorm. Es folgten verstärkte Kontrollen durch die Polizei, der Einsatz von Streetworkern durch die Stadtverwaltung und das Aufstellen von Toilettenwagen und zusätzlichen Müllbehältern. Damit der Streit zwischen Anwohnenden und Feiernden nicht eskaliert, hatte sich die Stadt Oldenburg im Sommer 2021 zur Einrichtung eines „Runden Tisches“ mit allen Beteiligten entschlossen. Dort wurde unter anderem auch verbindliche und klare Regelungen diskutiert, die nun in der Nutzungssatzung Anwendung finden.

Von Frühling bis Herbst 2021 wurden Vorfälle von hier dargestelltem Ausmaß und beschriebener Intensität nur auf den Dobbenanlagen festgestellt, alle anderen städtischen Grünflächen waren aus ordnungsrechtlicher Sicht vergleichsweise unproblematischer. Für weitere städtische Grünflächen ist die Aufnahme in die Satzung grundsätzlich nachträglich bei vergleichbarer negativer Entwicklung jeweils durch einen entsprechenden Ratsbeschluss möglich. 
22.01.2022, 12:08 Uhr
Welche Rolle Holomedizin schon jetzt in Oldenburg spielt
Chirurg und Forscher Dirk Weyhe ist zu Gast im Podcast „Hirn gehört“
Prof. Dr. Dirk A. Weyhe ist Professor für Viszeralchirurgie an der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg, Direktor der gleichnamigen Universitätsklinik am Pius-Hospital und der erste Gast des Jahres im Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“. Die neue Folge ist ab 20. Januar auf allen gängigen Plattformen zu hören.

Zu Weyhes Beruf als Chirurg gehören insbesondere vielfältige Bauchoperationen. Moderne Technologien im OP-Saal hat er zu seiner Leidenschaft als Forscher gemacht. Bei beiden Themen steht die Patientinnen- und Patienten-Sicherheit im Mittelpunkt. Der Mediziner erklärt im Podcast, wie moderne Holomedizin aussieht. Mithilfe von speziellen Virtual-Reality-Brillen simuliert er Operationen zu Übungszwecken. Aber auch bei echten Operationen können Hologramme perspektivisch die Realität um virtuelle Elemente erweitern, sodass zum Beispiel die zu operierende Patientenleber auch als Hologramm über dem OP-Tisch schwebt.

Sich virtuelle Hilfsmittel für die Medizin zunutze zu machen – in dieser Hinsicht ist Weyhe ein Pionier. Seine Klinik wurde deshalb als „Center of Excellence in Holomedicine“ von der „Holomedicine Association“ zertifiziert. Oldenburg reiht sich damit in Standorte wie London, Singapur und Miami ein.

Einblicke in diese moderne Technik und in seine Arbeit garniert der Mediziner und Forscher in der neuen Folge von „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ mit amüsanten Anekdoten aus seiner Anfangszeit als Arzt und sorgt damit für Erheiterung beim Moderations-Duo Bianca Brüggen und Jens-Steffen Scherer.

Weblink
hirnvomhahn.de/podcast/
11.01.2022, 17:23 Uhr
Online-Gruppenberatung zum Studium mit beruflicher Qualifikation
An Berufstätige oder Berufserfahrene, die ein Studium an der Universität Oldenburg erwägen, richtet sich die Online-Gruppenberatung zum Studium mit beruflicher Qualifikation. Am Mittwoch, 26. Januar, von 15.00 bis 16.30 Uhr erörtern Julia Mergner und Christa Funke von der Zentralen Studien- und Karriereberatung, welche Voraussetzungen beispielsweise nach einer Berufsausbildung für die Aufnahme eines Studiums an der Universität Oldenburg erfüllt sein müssen und welche Möglichkeiten es gibt.

Die Online-Veranstaltung soll es berufstätigen Personen ermöglichen, sich ortsunabhängig zu informieren. Die Teilnehmenden können vom eigenen Bildschirm aus individuelle Fragen per Chat stellen. Interessierte können sich näher informieren und anmelden unter:
https://uol.de/studium/gruppenberatung.
07.01.2022, 14:29 Uhr
Facharbeiten-Sprechstunde für Schülerinnen und Schüler
Ein gefragtes Angebot von Universitätsbibliothek Oldenburg und Landesbibliothek Oldenburg
Ab 12. Januar bis einschließlich 17. März bieten die Landesbibliothek Oldenburg und die Universitätsbibliothek Oldenburg wieder ihre gemeinsame Facharbeiten-Sprechstunde für Oberstufen-Schülerinnen und Schüler an. Erfahrene Bibliothekarinnen und Bibliothekare helfen individuell bei der Recherche für das Seminarfach und vermitteln elektronische wie gedruckte Medien zu ihren Facharbeitsthemen.

Die Sprechstunde wird aufgrund der Corona-Pandemie nur online und telefonisch durchge­führt. Sie findet an zwei Tagen pro Woche jeweils nachmittags von 16 bis 18 Uhr statt: mitt­wochs an der Universitätsbibliothek (online und zusätzlich Beratung per e-mail) und don­nerstags an der Landesbibliothek (online und telefonisch). Online-Sprechstunde und telefo­nische Beratung können nach vorheriger Anmeldung in Anspruch genommen werden.

Beide Bibliotheken sind aktuell für Nutzerinnen und Nutzer geöffnet. Medien können be­stellt, abgeholt und zurückgegeben werden. Für die kontaktlose Rückgabe bieten beide Bibliotheken eine Buchrückgabeklappe an. Auch Arbeitsplätze stehen in beiden Häusern zur Verfügung.

Bereits seit über 10 Jahren ist die gemeinsame Facharbeiten-Sprechstunde der beiden Biblio­theken im Rahmen des Netzwerkes „Schu:Bi – Schule und Bibliothek. Bildungspartner für Lese- und Informationskompetenz“ ein gefragtes Angebot. Das erfolgreiche Modell hat bun­desweit Nachahmer gefunden.


Facharbeiten-Sprechstunde der wissenschaftlichen Bibliotheken

12. Januar bis 17. März 2022, 16 – 18 Uhr
mittwochs in der Universitätsbibliothek Oldenburg
· Online-Sprechstunde mit Anmeldung über das Webformular unter https://uol.de/bis/lernen-und-arbeiten/formular-anmeldung-zur-facharbeitenberatung
· außerdem Beratung per e-mail

donnerstags in der Landesbibliothek Oldenburg mit vorheriger Anmel­dung mit Nennung des Facharbeitsthemas unter lbo@lb-oldenburg.de oder Telefon (0441) 505018-20
· Online-Sprechstunde
· telefonische Einzelberatung zur Literaturrecherche 
21.12.2021, 17:37 Uhr
Land, Universität und Krankenhäuser unterzeichnen Erklärung
Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg, das Klinikum Oldenburg, das Pius-Hospital Oldenburg sowie die Karl-Jaspers-Klinik unterstützen den Ausbau des Medizinstudiengangs der Universität Oldenburg auf 120 Studienplätze pro Jahr ab dem Wintersemester 2022/23. Das besagt eine gemeinsame Erklärung, die die vier in der Oldenburger Universitätsmedizin partnerschaftlich verbundenen Krankenhäuser heute mit Wissenschaftsminister Björn Thümler und der Universität Oldenburg unterzeichneten. Damit werde „das Zusammenwirken in der deutschland- und europaweit modellgebenden, grenzüberschreitenden Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern künftig erweitert und vertieft“, heißt es in dem Papier. Die für den Ausbau von 80 auf 120 Studienplätze erforderlichen Finanzmittel von jährlich 10,8 Millionen Euro hatten die Regierungsfraktionen erst kürzlich im Doppelhaushalt 2022/23 verankert.

„Es freut mich, dass wir auch 2021 wichtige Meilensteine beim Aufbau des dritten Ausbildungsstandorts der Humanmedizin in Niedersachsen setzen konnten“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Dazu zählen sowohl die Planungen für das Forschungs- und Bürogebäude als auch der Aufwuchs der Medizinstudienplätze auf 120 zum Wintersemester 2022/23. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, die ärztliche Versorgung sicherzustellen.“

Für Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder hat die gemeinsame Erklärung ebenfalls eine hohe Bedeutung. Der Ausbau der Oldenburger Universitätsmedizin mit dem Ziel, Lehre und Forschung weiter voranzubringen, könne nur gemeinsam gelingen. „Die Universität und die vier Krankenhäuser haben gezeigt, dass sie bereit und in der Lage sind, gemeinsam hochqualifizierte Medizinerinnen und Mediziner auszubilden und damit Mitverantwortung für die künftige ärztliche Versorgung der Region zu übernehmen“, erklärt Bruder.

Mit der wachsenden Zahl der Studierenden kommen auch auf die Krankenhäuser und ihre Universitätskliniken neue Herausforderungen zu. Schließlich erwerben die angehenden Medizinerinnen und Mediziner hier ihre praktischen Fertigkeiten in den klinischen Fächern, etwa in der Inneren Medizin oder Chirurgie. Teil der heute unterzeichneten Vereinbarung ist daher das Ziel, dem Beitrag der Krankenhäuser zu Lehre und Forschung im Medizinstudiengang angemessen Rechnung zu tragen. „Eine der Herausforderungen wird natürlich sein, eine jederzeit sinnvolle Verteilung der Studierenden im Klinikum vorzunehmen. Das bedingt auch, dass wir unsere Mitarbeitenden noch deutlicher in die klinische Lehre einbinden müssen. Genau das möchten wir zukünftig und freuen uns sehr über die Entwicklung, weil wir auch davon ausgehen, dass wir danach hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte für uns gewinnen können“, sagt Rainer Schoppik, Kaufmännischer Vorstand des Klinikums Oldenburg.

Bekräftigt wird mit der Erklärung auch die gemeinsame Absicht, den Studiengang „European Medical School Oldenburg-Groningen“ mittelfristig auf 200 Studienanfängerinnen und -anfänger auszubauen. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann betont: „Durch das Vorhalten eines 22 Hektar großen Grundstücks in unmittelbarer Nähe zum Campus Wechloy und zum Campus Haarentor hat die Stadt die Voraussetzungen für die Erweiterung der European Medical School geschaffen. Der erste Bauabschnitt für die Medizinische Fakultät ist bereits genehmigt. Es ist wichtig, dass die Landesregierung die weiteren Schritte in der Finanzplanung absichert. Für die zusätzlichen Studienplätze werden dringend entsprechende Raumkapazitäten in Forschung und Lehre benötigt.“ 
21.12.2021, 17:15 Uhr
Berufsbegleitend zum Bachelor- oder Masterabschluss
Bewerbung ab sofort möglich
Die berufsbegleitenden Bachelor- und Masterstudiengänge am C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg starten in eine neue Runde: Ab sofort können sich Interessierte für das kommende Sommersemester bewerben. Insgesamt bietet das C3L sechs berufsbegleitende Studiengänge für Management und Recht an. Eine Bewerbung für die zwei Bachelorstudiengänge ist ab sofort bis zum 15. Februar, für die vier Masterstudiengänge bis zum 1. März möglich.

Einen Bachelorabschluss können Berufstätige in Business Administration in mittelständischen Unternehmen sowie in BWL für Leistungssportlerinnen und Leistungssportler erwerben. Masterabschlüsse werden in Bildungs- und Wissenschaftsmanagement, Risikomanagement für Finanzdienstleister, Informationsrecht sowie Innovationsmanagement und Entrepreneurship angeboten.

Die praxisnahen Studiengänge bereiten auf leitende Positionen vor, ermöglichen es, Fachkenntnisse zu vertiefen oder qualifizieren für den Einstieg in ein neues Berufsfeld. In die Lehrveranstaltungen können Problemstellungen aus dem eigenen Arbeitsleben integriert werden. Wer das berufsbegleitende Angebot testen will, kann ein Modul als Weiterbildung belegen und bei einem späteren Studium anrechnen lassen.

Das Studium am C3L ist überwiegend webbasiert. Pro Modul gibt es in der Regel eine oder zwei kompakte Präsenzveranstaltungen. Auf dem digitalen Campus lässt sich das Lernen flexibel mit Arbeit, Freizeit und Familie vereinbaren. Beruflich erworbene Kompetenzen sowie Leistungen aus einem vorherigen Studium oder einer Weiterbildung können angerechnet werden und die Studiendauer verkürzen.
17.12.2021, 14:59 Uhr
Warum Reparieren glücklich macht
Podcast mit Nachhaltigkeitspädagogin Katharina Dutz
Die Wiederbelebung der Reparaturkultur ist Thema der zwölften Folge des Wissenschafts-Podcasts „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“. Zu Gast ist Nachhaltigkeitspädagogin Dr. Katharina Dutz von der Universität Oldenburg. Sie ist in der Arbeitsgruppe Technische Bildung des Instituts für Physik tätig. Mit den Podcastern Dr. Bianca Brüggen und Jens-Steffen Scheerer spricht sie über das Reparieren im Allgemeinen und darüber, wie es auch dem Klima helfen kann, wenn Dinge wieder instand gebracht und nicht weggeschmissen werden. Der Podcast ist ab Donnerstag, 16. Dezember, auf den gängigen Plattformen abrufbar.

Die neueste Folge befasst sich mit den Folgen der Wegwerfgesellschaft und zeigt auf, wie man Rohstoffe in Kreisläufen halten kann. Außerdem sprechen Dutz, Brüggen und Scherer darüber, warum Reparieren glücklicher macht als Konsumieren und Wegwerfen. Dutz erklärt ihr Lieblingsfachwort und wie ein Repaircafé funktioniert. Außerdem erzählt die Wissenschaftlerin davon, wie das Reparieren geflüchteten Jugendlichen sogar dabei geholfen hat, die deutsche Sprache zu lernen.

Im Wissenschafts-Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region einmal im Monat über ihre Projekte, ihre Motivation, ihre beste Story, den größten Misserfolg oder ihr verrücktestes Lieblings-Fachwort. Neue Folgen erscheinen immer am dritten Donnerstag eines Monats. Der Podcast wird vom Oldenburger Netzwerk Wissenschaftskommunikation angeboten und finanziell von der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) sowie der Jade Hochschule unterstützt.
17.12.2021, 14:42 Uhr
Senat stellt Weichen für neue Hochschulleitung
Christiane Thiel und Karsten Speck sollen ab Januar dem Präsidium angehören / Zweite Amtszeit für Annett Thiele
Nach Vorschlag von Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder hat der Senat der Universität Oldenburg heute die Psychologin Prof. Dr. Christiane Thiel als neue Vizepräsidentin für Forschung und Transfer sowie den Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Karsten Speck als Vizepräsidenten für Studium, Lehre und Internationales bestätigt. Sonderpädagogin Prof. Dr. Annett Thiele bleibt nach Wiederwahl für weitere zwei Jahre Vizepräsidentin und bündelt in ihrem Ressort die Themen Wissenschaftlicher Nachwuchs, Gleichstellung und Diversität. Das Votum des Senats wird zusammen mit der Stellungnahme des Hochschulrats dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium (MWK) zur Entscheidung vorgelegt. Die zweijährige Amtszeit der nebenamtlichen Präsidiumsmitglieder beginnt voraussichtlich am 1. Januar 2022. Die achtjährige Amtszeit des hauptamtlichen Vizepräsidenten für Verwaltung und Finanzen, Jörg Stahlmann, läuft noch bis Ende 2027.

Universitätspräsident Bruder erklärte, er freue sich darauf, gemeinsam mit zwei bereits etablierten Präsidiumsmitgliedern sowie zwei weiteren ausgewiesenen Persönlichkeiten aus Forschung und Lehre die Universität für die Zukunft weiter zu entwickeln und – gemäß deren Motto – in den kommenden Jahren „gemeinsam neue Wege zu beschreiten“. Noch bis zum Jahresende währt die Amtszeit des amtierenden Präsidiums. Bruder dankte den beiden scheidenden Präsidiumsmitgliedern Prof. Dr. Martin Fränzle sowie Prof. Dr. Verena Pietzner, die als Präsidentin an die Universität Vechta wechselt, für ihren „hochengagierten Einsatz“.

Thiel, künftige Vizepräsidentin für Forschung und Transfer, unterstrich die Bedeutung von Verbundforschungsprojekten für die nationale und internationale Sichtbarkeit der Universität. Mit erfolgreicher Einwerbung – gemeinsam mit renommierten wissenschaftlichen Partnern – könne gleichzeitig die Infrastruktur für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie im Bereich Gleichstellung weiterentwickelt werden. Thiel kündigte an, zudem Drittmitteleinwerbungen des wissenschaftlichen Mittelbaus aktiv zu unterstützen. Ebenso hob sie die Bedeutung von Open Science für die Qualität der Forschung hervor. Diese Praxis, in der wissenschaftliche Befunde frei zugänglich und nachnutzbar gemacht werden, wolle sie an der Universität Oldenburg weiter stärken.

Speck skizzierte im Bereich Studium und Lehre drei große Herausforderungen: die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Digitalisierung und die geplante Systemakkreditierung von Studiengängen. Er unterstrich die Bedeutung des Lehrens und Lernens in Präsenz. Ein vitales Campusleben sei elementar wichtig für den akademischen Diskurs, den sozialen Austausch und die Begegnungen von Studierenden und Lehrenden. Trotzdem werde die Universität nach der Pandemie ein anderer Ort sein: Die Digitalisierung der Lehre könne auch künftig Lehr- und Lernprozesse bereichern. Im Zuge der Internationalisierung der Universität möchte Speck vor allem die strategischen Partnerschaften mit der Universität Groningen (Niederlande) und der Nelson Mandela University (Südafrika) ausbauen. Zudem spricht er sich für eine stärkere Internationalisierung in der Lehramtsausbildung aus, und die Situation von internationalen Studierenden und Lehrenden solle sich weiter verbessern. 

Thiele hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für Diversität an der Universität zu fördern und weiterzuentwickeln. Dies sei eine wichtige Querschnittsaufgabe, die das Feld der Gleichstellung sinnvoll erweitere. In ihrer zweiten Amtszeit werde sie das von ihr initiierte „Diversity-Audit“ mit Zertifizierungen in acht Projekten zum Abschluss bringen; dies sei auch Grundlage für die erste Diversitätsstrategie der Universität. Weiterhin werde sie sich für die Umsetzung und Evaluation des Zentralen Gleichstellungsplans mit zahlreichen Maßnahmen stark machen; diese reichten vom Gewinn weiterer Wissenschaftlerinnen für MINT-Fächer über die Vermittlung von Genderperspektiven in der Lehre bis zum Aufbau einer gendersensibleren Hochschulkultur. In der Nachwuchsförderung will Thiele künftig stärker die Karriereübergänge in den Blick nehmen – sowohl innerhalb des Wissenschaftsbetriebs als auch in andere Bereiche hinein, wie beispielsweise in die Kultur oder Wirtschaft. Besonderes Augenmerk lege sie auch hier auf Gleichstellung und Diversität. Zudem wolle sie unter anderem die Internationalisierung im Bereich der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung stärker unterstützen und sich der Etablierung einer präventiven Gesundheitsförderung während der Qualifikationsphase widmen.

Zu den Personen:

Prof. Dr. Christiane Thiel forscht und lehrt seit 2005 in Oldenburg im Bereich Biologische Psychologie. Nach ihrem Studium der Psychologie und Neurowissenschaften in Koblenz-Landau, Düsseldorf und Sheffield (England) promovierte sie 1999 an der Universität Düsseldorf in biologischer Psychologie. Es folgten Stationen in London (England) und am Forschungszentrum Jülich, ehe sie dem Ruf an die Universität Oldenburg folgte. Thiel bringt – neben der eigenen Forschung – vielfältige Erfahrung für ihr Ressort mit, unter anderem als ehemalige Forschungsdekanin der Medizinischen Fakultät oder als Mitglied des Vorstands im Exzellenzcluster Hearing4all. Als Expertin für Forschungsethik gehört sie seit 2011 der Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an und stand drei Jahre lang zudem der unieigenen Senatskommission für Ethik und Forschungsfolgenabschätzung vor. Seit 2020 ist Thiel Mitglied im Fachkollegium Psychologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Prof. Dr. Karsten Speck hat seit 2010 die Professur für Forschungsmethoden in den Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität inne und lehrt am Institut für Pädagogik sowie am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik. Er studierte Erziehungswissenschaften an der Universität Halle-Wittenberg, wo er 2005 auch promovierte. Speck lehrte und forschte an der Universität Potsdam, ehe er dem Ruf nach Oldenburg folgte. Als ehemaliger Studiendekan und Dekan der Fakultät I Bildungs- und Sozialwissenschaften und Mitbegründer des deutsch-afrikanischen Zentrums für Bildungsforschung CERM-ESA verfügt Speck über einschlägige Erfahrungen für sein künftiges Ressort. Dazu passen auch die Hochschulforschung und das Forschende Lehren und Lernen sowie die Beratung von Kultusministerien als Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeiten. Speck forscht außerdem zur Kooperation unterschiedlicher Berufskulturen und Institutionen, zur Förderung von benachteiligten, beeinträchtigten und auffälligen Kindern und Jugendlichen sowie zur Wirkung von Bildungs- und Sozialprogrammen.

Prof. Dr. Annett Thiele ist seit 2017 Hochschullehrerin für Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung sowie bei chronischen und progredienten Erkrankungen. Sie war Prodekanin der Fakultät I und ist seit Januar 2020 Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung. Nach der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und dem Studium der Behindertenpädagogik in Bremen promovierte sie 2007 an der Universität Dortmund. Die Wissenschaftlerin forschte und lehrte als Gastprofessorin an der HU Berlin sowie an der Universität Leipzig, wo sie als Senatsbeauftragte für Studierende mit Beeinträchtigungen an einem Diversity-Konzept mitwirkte. In ihrer Forschung widmet sich Thiele unter anderem der Sicherung der Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit entweder körperlichen Beeinträchtigungen oder einer chronischen oder lebensbedrohlichen Erkrankung, beispielsweise im Krankenhausunterricht oder in inklusiven Settings. Ihr Fokus liegt dabei auf Kindern und Jugendlichen mit neurologisch bedingten Bewegungsstörungen und onkologischen Erkrankungen. 
30.11.2021, 18:40 Uhr
„Preis der Lehre“ verliehen
Sechs Lehrende der Universität Oldenburg ausgezeichnet
Sechs Lehrende der Universität Oldenburg sind für ihre Leistungen in der Hochschullehre mit dem „Preis der Lehre“ ausgezeichnet worden. Die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales, Prof. Dr. Verena Pietzner, würdigte die Meeresforscher Dr. Sara Billerbeck, Prof. Dr. Meinhard Simon und Dr. Helge-Ansgar Giebel, den Literaturwissenschaftler Dr. Christian Schmitt, den Informatiker Dr. Nils Pancratz sowie den Sprachwissenschaftler Nils Rademacher. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils 1.000 Euro Preisgeld für die Lehre.

Mit dem Preis der Lehre zeichnet die Universität seit 1998 hervorragende Hochschullehre aus. Auch im Studienjahr 2020/21 waren Studierende dazu aufgerufen, auszeichnungswürdige Lehrveranstaltungen vorzuschlagen. Die Einreichungen zeigten anschaulich, dass die Lehrenden in der vergangenen Zeit viel Erfahrung mit dem Einsatz digitaler Werkzeuge gesammelt haben. „Nun gilt es, diese Erfahrungen zu reflektieren und bewährte Vorgehensweisen nachhaltig zu etablieren“, betont Pietzner.

Der Preis in der Kategorie „Beste Veranstaltung“ ging in diesem Jahr an Dr. Sara Billerbeck, Prof. Dr. Meinhard Simon und Dr. Helge-Ansgar Giebel vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres. Die Lehrenden ermöglichten mit dem „Praktikum Biologische Meereskunde“ mithilfe digitaler Werkzeuge ihren Studierenden den Zugang zur wissenschaftlichen Arbeit auf einem Forschungsschiff.

Dr. Christian Schmitt vom Institut für Germanistik wurde in der Kategorie „Forschendes Lernen“ für sein Lehrkonzept ausgezeichnet. Im Seminar „Kolportage/Literatur. Populäre Lesestoffe des 19. Jahrhunderts“ forschten Studierende weitgehend eigenständig zu einer bisher eher wenig beachteten Literaturform. Die Studierenden erarbeiteten für den Forschungsdiskurs neue Ergebnisse, die durch einen Blog auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Für die Auszeichnung „Beste Lehrveranstaltungsevaluation“ konnten sich Lehrende mit dem Ergebnis ihrer Lehrveranstaltungsevaluation selbst bewerben. Dabei schnitten Dr. Nils Pancratz vom Department für Informatik mit seiner Vorlesung „Didaktik der Informatik I“ sowie Nils Rademacher vom Institut für Anglistik und Amerikanistik mit dem Seminar „History of the English Language“ am besten ab.

Der Preis der Lehre wird von der Universitätsgesellschaft e.V. (UGO) gefördert. In diesem Jahr bildete die Preisverleihung den feierlichen Abschluss des digitalen „Tag des Lehrens und Lernens“ an der Universität. Im Mittelpunkt stand das Thema Prüfungen. Das Programm bot sowohl theoretische Ansätze und Denkanstöße als auch praktische Impulse zur Gestaltung von Prüfungen sowie den Austausch unterschiedlicher Perspektiven auf Prüfungen.
19.11.2021, 12:50 Uhr
3D-Druck nähert sich atomaren Dimensionen
Neue Technologie ermöglicht die Herstellung komplexer metallischer Objekte auf der Nanoskala
Der 3D-Druck – auch additive Fertigung genannt – hat sich in den vergangenen Jahren als vielversprechendes neues Herstellungsverfahren für verschiedenste Bauteile etabliert. Dem Oldenburger Chemiker Dr. Dmitry Momotenko ist es nun gelungen, mit einer neuen 3D-Drucktechnik extrem kleine Metallobjekte zu erzeugen. Mögliche Anwendungen könnten in der Mikroelektronik, der Sensorik oder der Batterietechnik liegen, berichtet Momotenko gemeinsam mit einem Team aus Forscherinnen und Forschern der ETH Zürich (Schweiz) und der Nanyang Technological University in Singapur in der Zeitschrift Nano Letters. Das Team entwickelte ein elektrochemisches Verfahren, mit dem sich Objekte aus Kupfer mit einem Durchmesser von 25 Milliardstel Metern (also 25 Nanometern) herstellen lassen. Ein menschliches Haar ist etwa 3000-mal so dick wie die filigranen Nanodrucke.

Das Druckverfahren beruht auf dem vergleichsweiseeinfachen und altbekannten Prozess der Galvanik. Dabei befinden sich positiv geladene Metallionen in einer Lösung. Wenn die Flüssigkeit in Kontakt mit einer negativ geladenen Elektrode kommt, verbinden sich die Metallionen mit den dort vorhandenen Elektronen zu einem neutralen Metallatom, das sich auf der Elektrode absetzt. So bildet sich nach und nach eine feste Metallschicht. „Bei diesem Verfahren wird aus einer flüssigen Salzlösung ein festes Metall hergestellt – ein Prozess, den wir Elektrochemiker sehr gut kontrollieren können“, sagt Momotenko. Für sein Nanodruckverfahren verwendet er eine Lösung mit positiv geladenen Kupferionen, die sich in einer winzigen Pipette befinden. Die Flüssigkeit tritt am Ende der Pipette tropfenweise durch eine Druckdüse aus. In den Experimenten des Teams hatte diese Öffnung einen Durchmesser zwischen 253 und 1,6 Nanometern. Ein derart winziges Loch können gleichzeitig nur zwei Kupferionen passieren.

Die größte Herausforderung bestand darin, dass die wachsende Metallschicht die Öffnung der Druckdüse sehr schnell verstopfen kann. Das Team entwickelte daher eine Technik, um den Druckfortschritt zu überwachen. Sie registrierten dafür den elektrischen Strom zwischen der negativen Elektrode und einer positiven Elektrode innerhalb der Pipette und stimmten die Bewegung der Düse automatisch darauf ab: Die Düse näherte sich der Elektrode immer nur für kurze Zeit und zog sich zurück, sobald die Metallschicht eine bestimmte Dicke überschritten hatte. So brachten die Forschenden nach und nach immer neue Kupferschichten auf der Elektrodenoberfläche auf. Durch eine präzise Positionierung der Düse gelang es ihnen, sowohl senkrechte Säulen als auch geneigte oder spiralförmige Gebilde zu drucken. Selbst waagerechte Strukturen konnten die Chemikerinnen und Chemiker herstellen, indem sie einfach die die Druckrichtung änderten.

Auch der Durchmesser der Gebilde ließ sich steuern – zum einen durch die Größe der Druckdüsen, zum anderen sogar während des Druckvorgangs anhand elektrochemischer Parameter. Die kleinstmöglichen Objekte, die mit dem Verfahren druckbar sind, haben nach Angaben des Teams einen Durchmesser von etwa 25 Nanometern. Das entspricht 195 Kupferatomen in einer Reihe.

Damit erlaubt es das neue elektrochemische Verfahren, deutlich kleinere Metallobjekte zu drucken als dies bislang möglich war.  Durch Verarbeitung von Metallpulvern – ein typisches Verfahren zum 3D-Druck von Metallen – lässt sich derzeit beispielsweise eine Auflösung von etwa 100 Mikrometern erreichen. Die kleinsten herstellbaren Objekte sind also 4.000-mal so groß wie in der aktuellen Studie. Zwar lassen sich mit anderen Verfahren noch kleinere Strukturen herstellen, doch die Auswahl möglicher Materialien ist dabei begrenzt. „Die Technologie, an der wir arbeiten, kombiniert beide Welten – Metalldruck und nanoskalige Präzision“, sagt Momotenko. Ähnlich wie der 3D-Druck eine Revolution bei der Produktion komplexer größerer Bauteile ausgelöst habe, könnte es die additive Fertigung auf der Mikro- und Nanoskala ermöglichen, völlig neuartige Objekte in sehr kleinen Dimensionen herzustellen.

„Mit 3D-Druck bearbeitete Grenzflächen könnten beispielsweise als Katalysatoren zur Herstellung komplexer Chemikalien genutzt werden“, sagt Momotenko. Dreidimensional strukturierte Elektroden könnten dazu beitragen, elektrische Energie effizienter zu speichern. An dieser Aufgabe arbeiten der Chemiker und sein Team derzeit: Im Vorhaben NANO-3D-LION wollen die Forschenden die Oberfläche von Elektroden in Lithium-Ionen-Batterien per 3D-Druck drastisch vergrößern, um dadurch den Ladeprozess zu beschleunigen. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert das Vorhaben seit März 2021 mit einem sogenannten „Starting Grant“.

Originalveröffentlichung: Julian Hengsteler, Barnik Mandal, Cathelijn van Nisselroy, Genevieve P. S. Lau, Tilman Schlotter, Tomaso Zambelli und Dmitry Momotenko: “Bringing Electrochemical Three-Dimensional Printing to the Nanoscale” Nano Letters (2021), doi.org/10.1021/acs.nanolett.1c02847.


Weblinks
uol.de/momotenko
19.11.2021, 12:20 Uhr
„Karrieremotor“ für Nachwuchsforschende
Graduiertenakademie feiert zehnjähriges Bestehen
Jungen Forschenden das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, um innerhalb und außerhalb der Wissenschaftswelt beruflich Fuß zu fassen – das ist seit 2011 Aufgabe der Graduiertenakademie der Universität Oldenburg.

„Die Graduiertenakademie hat in den zehn Jahren ihres Bestehens als echter Karrieremotor für zahlreiche unserer Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gewirkt“, betont Prof. Dr. Annett Thiele, Direktorin der Graduiertenakademie und Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung. Die Qualifizierungseinrichtung der Universität Oldenburg bietet ein breites Workshop-Programm für den gesamten wissenschaftlichen Nachwuchs: Promovierende, Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, Nachwuchsgruppenleitende sowie Juniorprofessorinnen und -professoren. Die Graduiertenakademie arbeitet eng mit den beiden Graduiertenschulen für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) beziehungsweise für Naturwissenschaft, Medizin und Technik (OLTECH) zusammen. Während die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in den Graduiertenschulen fachnahe Qualifizierungsangebote erhalten, können sie an der Graduiertenakademie überfachliche Kompetenzen erwerben und so ihr persönliches Profil entwickeln. In den angebotenen Workshops geht es unter anderem um Themen wie Karriereplanung, Führungskompetenzen, Konfliktmanagement und Wissenschaftskommunikation.

Dabei passt die Graduiertenakademie ihr Programm immer wieder an die sich verändernden Bedürfnisse junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. „So ist beispielsweise mentale Gesundheit unlängst zu einem wichtigen Thema unseres Programms geworden – unter anderem mit dem Workshopangebot ,Mental Health of Doctoral Candidates‘“, sagt Thiele. Dass diese Kursreihe wie viele andere in englischer Sprache stattfindet, ist ebenfalls eine Entwicklung der vergangenen Jahre.

Auch zur Chancengleichheit in der Wissenschaft will die Akademie gezielt beitragen: etwa durch spezielle Angebote für Frauen, ausdrücklich auch solche, die als erste in ihrer Familie eine akademische Laufbahn einschlagen, oder Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Weblinks
uol.de/graduiertenakademie
16.11.2021, 17:27 Uhr
40 weitere Medizinstudienplätze für Oldenburger Universitätsmedizin
Niedersachsen verankert Finanzierung nun doch im Doppelhaushalt
„Die heutige Entscheidung der Regierungsfraktionen nehmen wir mir Freude zur Kenntnis. Sie ist sowohl ein klares Bekenntnis zur Oldenburger Universitätsmedizin als auch ein klares Bekenntnis, dem Ärztemangel in einem medizinisch unterversorgten Bundesland mit konkreten Schritten zu begegnen,“ erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder, nachdem die Regierungsfraktionen SPD und CDU am Mittag die Ergebnisse der Haushaltsklausuren vorgestellt hatten. Demnach werden zum Wintersemester 2022/23 weitere 40 Medizinstudienplätze an der Universität Oldenburg geschaffen; die Gesamtzahl erhöht sich damit auf 120. Die erforderlichen Finanzmittel von jährlich 10,8 Millionen Euro werden im Doppelhaushalt 2022/23 verankert. Vorangegangen war ein längeres Ringen um die Aufstockung der Studienplätze, die ursprünglich bereits für das Jahr 2020 vorgesehen war.

Die erneute Verzögerung beim Ausbau der Oldenburger Universitätsmedizin hatte – nicht zum ersten Mal – für Empörung in der Region gesorgt. Viele Unterstützer stellten sich an die Seite der Universität. Dazu gehörten beispielsweise die Stadt Oldenburg, der Arbeitgeberverband Oldenburg, die Oldenburgische IHK, die IHK für Ostfriesland und Papenburg, die Arbeitsgemeinschaft der Landkreise und kreisfreien Städte in Weser-Ems, der Niedersächsische LandFrauenverband Weser-Ems, die Wirtschaftliche Vereinigung Oldenburg – DER KLEINE KREIS, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Handwerkskammer Niedersachsen, die Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest, der Marburger Bund Niedersachsen, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund und der Landesverband Oldenburg des Deutschen Roten Kreuzes. „Der Rückhalt, den wir in der Nordwestregion bereits seit Gründung der Oldenburger Universitätsmedizin vor neun Jahren erleben, ist beispiellos. Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern – auch aus der Landespolitik – für ihren vehementen Einsatz. Ohne sie alle, da bin ich mir sicher, hätten wir die Finanzierung 40 weiterer Studienplätze ab dem kommenden Jahr jetzt nicht erreicht,“ betonte Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften. Sein Dank gelte aber auch allen Akteurinnen und Akteuren der Universitätsmedizin selbst, sei es in der Fakultät, den beteiligten Krankenhäusern, Lehrkrankenhäusern oder Lehrpraxen wie auch den Partnern in Groningen. Sie alle setzten sich trotz der nicht immer einfachen Umstände dafür ein, herausragende Ärztinnen und Ärzte auszubilden – auch für diese Region.

Hintergrund
Unter den großen Flächenländern weist Niedersachsen die niedrigste Zahl an Humanmedizin-Studienplätzen pro Einwohner auf. Gerade im Nordwesten ist die Lage alarmierend: Laut Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung werden bis zum Jahr 2030 rund 1.400 Hausärztinnen und -ärzte und über 1.000 weitere niedergelassene Fachärztinnen und -ärzte benötigt. Hinzu kommt ein Bedarf von über 3.000 Ärztinnen und Ärzten in den Krankenhäusern und Gesundheitsämtern.
11.11.2021, 23:13 Uhr
Alltagsgeräusche, sozial verträgliche Kameras und komplexe Zahlenreihen
Universitätsgesellschaft Oldenburg vergibt Preise für herausragende Forschung und Promotionen
Die Universitätsgesellschaft Oldenburg e. V. (UGO) hat ihren mit 5.000 Euro dotierten „Preis für exzellente Forschung“ in diesem Jahr an den Neurowissenschaftler Dr. Martin Bleichner verliehen. Die Informatikerin Dr. Marion Koelle und der Mathematiker Dr. Ingo Schoolmann erhalten den mit jeweils 2.000 Euro dotierten „Preis für herausragende Promotion in Gedenken an Gerhard Wachsmann“.

„Unsere Preisträger sind ausdauernd und beweisen Weitblick. Alle drei erschaffen durch die Kombination verschiedener wissenschaftlicher Felder etwas ganz Neues. Martin Bleichner hat eine Methode entwickelt, um Geräusche und deren Wahrnehmung im Alltag per Hirnstrommessung und Smartphone aufzuzeichnen. Marion Koelle beschäftigte sich in ihrer Dissertation mit der Frage, wie am Körper getragene Kameras so gestaltet werden können, dass sie gesellschaftlich akzeptabel werden, und Ingo Schoolmann hat aus einem mehr als 100 Jahre alten mathematischen Gebiet entgegen aller Erwartungen eine moderne Theorie entstehen lassen“, erklärte der UGO-Vorsitzende Hon.-Prof. Dr. Werner Brinker. Er freue sich, mit den Preisen der Universitätsgesellschaft diese herausragenden Forscherpersönlichkeiten würdigen zu dürfen. „Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.“  

UGO-Preis für exzellente Forschung
Dr. Martin Bleichner lehrt und forscht seit acht Jahren am Department für Psychologie der Universität Oldenburg. Seit zwei Jahren leitet der 40-Jährige im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Forschungsgruppe „Neurophysiologie im Alltag“. Ziel des Projekts ist es, die Gehirnaktivität bei Alltagsgeräuschen zu erforschen und so die daraus entstehende subjektive Belastung zu objektivieren. Dafür misst Bleichners Team die elektrische Gehirnaktivität (EEG) mithilfe von Sensoren, die um das Ohr platziert werden, sowie eines mobilen Signalverstärkers. Diese Daten werden anschließend mit den parallel per Smartphone aufgezeichneten Geräuschen kombiniert.

Bleichner studierte Kognitionswissenschaften in Osnabrück und Kognitive Neurowissenschaften in Utrecht in den Niederlanden, wo er auch promovierte.

UGO-Preise für herausragende Promotionen
Die Informatikerin Dr. Marion Koelle verbindet in ihrer mit „summa cum laude“ ausgezeichneten Dissertation „Designing socially acceptable body-worn cameras“ empirische Nutzerforschung, Design, Software- und Hardware-Prototyping von Kameras mit Aspekten der Künstlichen Intelligenz. Dabei geht es ihr um die soziale Komponente bei Mensch-Maschine-Interaktionen. Ihr Ziel ist es, Technologien so zu gestalten, dass diese sich nahtlos in das gesellschaftliche Miteinander einfügen. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Auszeichnungen, unter anderem 2020 den Helene-Lange-Preis, den die EWE Stiftung zusammen mit dem OFFIS -Institut für Informatik und der Stadt Oldenburg an Nachwuchswissenschaftlerinnen für Arbeiten zur Digitalisierung vergibt.

Koelle absolvierte ein Masterstudium in Medieninformatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2016 wechselte sie an die Universität Oldenburg und promovierte bei der Medieninformatikerin Prof. Dr. Susanne Boll. Zuletzt forschte Koelle an der Universität des Saarlandes an Technologien, die direkt auf der Haut getragen werden und dabei sowohl nachhaltig als auch ästhetisch und nicht-stigmatisierend sind.

Der Mathematiker Dr. Ingo Schoolmann widmet sich dem Bearbeiten von lang bestehenden mathematischen Fragestellungen. Seine Promotion mit dem Titel „Hardy spaces of general Dirichlet series and their maximal inequalities“ sorgte in der Fachwelt für Aufsehen. In herausragender Weise kombinierte er unterschiedlichste Teilgebiete der Analysis - wie Funktionsanalysis, Fourier-Analysis, abstrakte harmonische oder komplexe Analysis - und „öffnete so ein jahrzehntelang verschlossenes Fenster“ zur alten Theorie allgemeiner Dirichlet-Reihen, wie sein Doktorvater Prof. Dr. Andreas Defant betonte.  

Schoolmann absolvierte in Oldenburg zunächst ein Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik, Politik und Wirtschaft. Den Masterabschluss erlangte er 2016 im Fach Mathematik. Seine von der DFG geförderte Promotion zu allgemeinen Dirichlet-Reihen schloss er im Februar 2021 mit der Note „summa cum laude“ ab. Derzeit ist der 30-Jährige bei der OHB Digital Services GmbH als Softwareentwickler tätig.

Videos zu den drei Ausgezeichneten finden sich auf dem Youtube-Kanal der Universität unter www.youtube.com/user/UniversityOldenburg/videos. 
09.11.2021, 13:53 Uhr
Bewegungen in der Nanowelt sichtbar machen
Experimentalphysiker Jan Vogelsang in Emmy Noether-Programm aufgenommen
Der Oldenburger Physiker Dr. Jan Vogelsang ist in das renommierte Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Vogelsang kann somit eine eigene Nachwuchsforschungsgruppe aufbauen, die die DFG mit bis zu 2,5 Millionen Euro fördert. Mit seinem Projekt „Attosekunden-Ladungsträgerdynamik an nanoskaligen Grenzflächen“ macht er Prozesse sichtbar, die zu klein sind und zu schnell ablaufen, um für das menschliche Auge erkennbar zu sein.

„Unsere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gezielt und individuell zu fördern, ist ein zentrales Anliegen unserer Universität. Jan Vogelsang ist ein herausragender Forscher, seine Aufnahme in das Emmy Noether-Programm eine hohe Anerkennung seiner Leistungen“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder.  

„Jan Vogelsang ist sehr neugierig, gut strukturiert und sehr zielstrebig“, sagt Prof. Dr. Christoph Lienau, in dessen Arbeitsgruppe „Ultraschnelle Nano-Optik“ Vogelsang promovierte. Der Nachwuchswissenschaftler habe nicht nur hohe intellektuelle Fähigkeiten, sondern auch ein großes experimentelles Geschick und die Fähigkeit, beides in herausragender Art und Weise zu kombinieren.

Ob Smartphone-Display, Leuchtdiode oder Glasfaseranschluss: Die Umwandlung von elektrischer Energie in Licht – und umgekehrt die Umwandlung von Licht in Solarstrom – kommt ohne sogenannte optoelektronische Bauelemente nicht aus. Sie sind die Schnittstelle zwischen elektrischen und optischen Komponenten, und sie werden immer kleiner. Mit den Prozessen, die in solchen Bauteilen ablaufen, befasst sich Vogelsang: Der Forscher arbeitet daran, die physikalischen Mechanismen im Nanobereich sichtbar zu machen.

Mit seiner Nachwuchsforschungsgruppe will er jetzt untersuchen, welchen Weg Elektronen wählen, nachdem sie durch einen kurzen Laserimpuls angeregt wurden. Mit den experimentellen Mitteln, die Vogelsang bisher zur Verfügung standen, konnte er bereits die Bewegungsrichtung dieser Teilchen erfassen. Es fehlte aber die Möglichkeit, ihren Aufenthaltsort genau zu bestimmen. Bei seinem neuen Verfahren setzt Vogelsang einen zweiten, nur wenige Attosekunden langen Laserimpuls ein, wobei eine Attosekunde dem Milliardstel Teil einer Milliardstel Sekunde entspricht. Dieser zweite Impuls löst die angeregten Elektronen aus der untersuchten Materie heraus, zum Beispiel aus dem Leitungsband eines Halbleiters. „Gerade diese Elektronen tragen die Informationen, die wir benötigen, und wir werden sie nun mit unserem neuen Elektronenmikroskop genauestens untersuchen“, erklärt Vogelsang. Die Laserblitze sind so kurz, dass die Elektronen im Moment der Belichtung stillzustehen scheinen, so dass Vogelsang sich mit diesem Verfahren quasi an die Fersen der gleichzeitig extrem schnellen und kleinen Ladungsträger heften kann. Das Verfahren ermöglicht außerdem, diese Bewegungen nicht nur zu beobachten, sondern wie in einem Film sichtbar zu machen.

Ermöglicht wird die Forschung auch durch neue Geräte, die Vogelsang dank der Förderung beschaffen kann. Herzstück der Arbeit seiner Forschungsgruppe wird ein Photoemissions-Elektronenmikroskop sein. Dieses Gerät ermöglicht es, die beschriebenen Aufenthaltsorte von Elektronen mit einer Auflösung besser als 50 Nanometer, also 50 Milliardstel Meter, abzubilden. Ergänzt durch Laser, die wie beschrieben dafür sorgen, mit der Schnelligkeit der Elektronen mithalten zu können, und ein Flugzeitspektrometer, mit dem die Bewegungsenergie der Elektronen bestimmt werden kann, entsteht ein Versuchsaufbau im Wert von rund 750.000 Euro.

Vogelsang nimmt an, dass sein Verfahren perspektivisch Kolleginnen und Kollegen ganz unterschiedlicher Forschungsgebiete dabei helfen kann, Antworten auf Fragen zu finden, die sie bisher nur durch Ausprobieren lösen konnten. Angewendet werden könnte seine Methode beispielsweise bei Ladungstransferprozessen in Solarzellen, um den winzigen Elektronen auf ihrem Weg über Materialgrenzen hinweg zu folgen. Mit diesen Einblicken in die Nanowelt kann die Wissenschaft dann Stromerzeugung gezielt dort optimieren, wo sie ihren Anfang nimmt.

Vogelsang studierte Physik in Oldenburg und München und promovierte an der Universität Oldenburg. In der Arbeitsgruppe Ultraschnelle Nano-Optik unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Lienau entwickelte er ein neuartiges Elektronenmikroskop, das die Ausbreitung einer Wolke aus Ladungsträgern mit einer bis dahin unerreichten Auflösung aufnehmen kann. Hierfür erhielt er den Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis der Studienstiftung des Deutschen Volkes sowie den „Preis für herausragende Promotion“ der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. Ende 2020 erhielt Vogelsang ein „Carl von Ossietzky Young Researchers‘ Fellowship“ der Universität und kehrte damit nach einem dreijährigen, von der Europäischen Union geförderten Forschungsaufenthalt in Lund (Schweden) nach Oldenburg zurück.

Das Emmy Noether-Programm der DFG will herausragenden Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit eröffnen. Promovierte Forschende mit substanzieller internationaler Erfahrung erwerben durch eine in der Regel sechsjährige Förderung die Befähigung zum Hochschullehrer oder zur Hochschullehrerin durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe. Namensgeberin ist die deutsche Mathematikerin Emmy Noether, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter anderem die abstrakte Algebra und die theoretische Physik entscheidend vorangebracht hat.

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uol.de/atto
05.11.2021, 19:47 Uhr
Extrem dünne Kristalle als Laser-Lichtquellen
Laser-Emission bei Raumtemperatur nachgewiesen: Halbleiter aus drei Atomschichten könnten Basis für neuartige Laser bilden
Kristalle, die nur aus drei Lagen von Atomen bestehen, können bei Raumtemperatur Licht abstrahlen, das dem eines Lasers gleicht. Diese neuartigen Materialien haben damit das Potenzial, als Lichtquellen in miniaturisierten Schaltkreisen oder auch in zukünftigen Quanten-Anwendungen zum Einsatz zu kommen. Das berichtet ein internationales Team um die Oldenburger Physiker Dr. Hangyon Shan, Prof. Dr. Christian Schneider und Dr. Carlos Anton-Solanas in der Zeitschrift Nature Communications. Bislang ließen sich vergleichbare Effekte nur im Vakuum und bei Temperaturen kurz über dem absoluten Temperaturnullpunkt erzeugen. „Der Übergang von diesen kryogenen Temperaturen zu Raumtemperatur bedeutet, dass diese zweidimensionalen Materialien viel interessanter für Anwendungen werden“, sagt Schneider, der an der Universität Oldenburg die Arbeitsgruppe Quantenmaterialien leitet.

Das Team nutzte für die Untersuchungen die Verbindung Wolframdiselenid. Dieser Stoff gehört zu einer Klasse von Halbleitern, die aus einem Übergangsmetall und einem der Elemente Schwefel, Selen oder Tellur bestehen. „Einlagige Kristalle dieser Halbleiter interagieren sehr stark mit Licht und gelten seit einiger Zeit als mögliche Basis für Mikro- und Nanolaser“, erläutert Anton-Solanas. Erst im Mai hatte dasselbe Team in der Zeitschrift Nature Materials berichtet, dass eine Schicht des Materials Molybdän-Diselenid bei tiefen Temperaturen Laser-Licht erzeugt.

Nun haben die Forscher den nächsten Meilenstein erreicht und den gleichen Effekt bei Raumtemperatur erzeugt. Die Laser-Emission beruht auf physikalischen Objekten, die gleichzeitig aus Materie und Licht bestehen – sogenannte Exziton-Polaritonen. Dabei handelt es sich um eine Kopplung zwischen Lichtteilchen und angeregten Elektronen. Diese Objekte entstehen, wenn Elektronen in Festkörpern in einen Zustand höherer Energie versetzt werden, zum Beispiel durch Laserlicht. Nach Bruchteilen einer Sekunde geben sie wieder ein Lichtteilchen ab. Wenn dieses zwischen zwei Spiegeln gefangen wird, kann es wiederum ein neues Elektron anregen – ein Zyklus, der sich fortsetzt, bis ein Lichtteilchen aus der Falle entkommt. Die so entstandenen Exziton-Polaritonen kombinieren interessante Eigenschaften von Elektronen und Lichtteilchen (Photonen).  

Besonders interessant dabei: Wird die Anzahl der Exziton-Polaritonen groß genug, verhalten sie sich nicht länger als einzelne Teilchen, sondern verschmelzen zu einem makroskopischen Quantenzustand. Diese Verwandlung lässt sich anhand plötzlich ansteigender Lichtemission aus einer Probe nachweisen. Die erzeugte Strahlung hat wie das Licht eines Lasers nur eine einzige Wellenlänge, sie ist sozusagen einfarbig. Sie breitet sich zudem in eine bestimmte Richtung aus und ist in der Lage, so genannte Interferenzen auszubilden, eine Eigenschaft, die in der Physik Kohärenz genannt wird.   

Um diesen Effekt für Wolframdiselenid nachzuweisen, stellte das Team zunächst weniger als einen Milliardstel Meter (Nanometer) dicke Proben des Halbleiters her und platzierte diese zwischen geeigneten Spiegeln. Anschließend stimulierten die Physiker die Kristalle mit Laserlicht und untersuchten die entstehenden Emissionen mit verschiedenen Verfahren. Dabei fanden sie starke Hinweise darauf, dass die Strahlung von Objekten stammen muss, die sowohl Eigenschaften von Licht als auch von Materie aufweisen. Sie schließen daraus, dass sich in dem Halbleiter tatsächlich Exziton-Polaritonen gebildet hatten. Zudem fanden die Forschenden Anzeichen dafür, dass diese Teilchen zu einem gemeinsamen makroskopischen Quantenzustand verschmolzen waren.

„Unsere Ergebnisse stützen die Hoffnung, dass zweidimensionale Materialien als Plattform für neuartige Nanolaser geeignet sind, die auch bei Raumtemperatur funktionieren – ein Ziel, das verschiedene Gruppen weltweit seit rund zehn Jahren verfolgen“, erläutert Schneider. Im Mai dieses Jahres hatte ein anderes Team ebenfalls Hinweise für kohärente Laser-Emissionen von Exziton-Polaritonen in einlagigen Kristallen bei Raumtemperatur entdeckt. „Das bestärkt uns darin, dass unsere Resultate korrekt sind“, sagt Anton-Solanas. Die starke Wechselwirkung zwischen Licht und zweidimensionalen Materialien hat überdies besondere Eigenschaften, die sie interessant für Schaltkreise macht, in denen Licht elektrische Ströme kontrollieren könnte.

Die aktuelle Arbeit ist das Resultat einer Kooperation der Oldenburger Forscher mit Kollegen von der Universität Jena, der Universität Würzburg, der Arizona State University (USA), der Westlake University (China) und des Nationalinstituts für Materialwissenschaften in Tsukuba (Japan).

Originalveröffentlichung: Hangyong Shan et al: „Spatial coherence of room-temperature monolayer WSe2 exciton-polaritons in a trap”, Nature Communications 2021, DOI: 10.1038/s41467-021-26715-9

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uol.de/quantenmaterialien

02.11.2021, 17:31 Uhr
Gemeingutbasierte Pflanzensorten als Basis für eine klimarobuste Landwirtschaft
Oldenburger Studie zeigt, dass eine gemeingutbasierte Pflanzenzucht dazu beiträgt, die Landwirtschaft an sich verändernde Klimabedingungen anzupassen


Wenn Nutzpflanzen-Sorten von vielen Züchterinnen und Züchtern gemeinschaftlich entwickelt und danach frei für den Anbau zur Verfügung stehen, fördert dies die Sortenvielfalt und macht Landwirte unabhängiger von internationalen Märkten. Die sogenannte gemeingutbasierte Züchtung und Saatgutproduktion trage daher dazu bei, die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen – so das Ergebnis einer Studie von Prof. Dr. Stefanie Sievers-Glotzbach von der Universität Oldenburg und Lea Kliem vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin. Die Forscherinnen stellten ihre Analyse kürzlich in der Fachzeitschrift International Journal of Agricultural Sustainability vor.

Für Bäuerinnen und Bauern war es noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbstverständlich, Sorten frei zu verwenden, das Saatgut zu tauschen und die kultivierten Pflanzensorten auf den Feldern weiterzuentwickeln. Die moderne Saatgutindustrie basiert im Gegensatz dazu jedoch darauf, dass Sorten Unternehmen gehören, die für den Anbau Gebühren verlangen und das Saatgut exklusiv verkaufen. Die Voraussetzung dafür sind Patente und Sortenschutz, aber auch technische Verfahren wie die Züchtung sehr ertragsstarker Hybridsorten, aus denen sich aber kein brauchbares Saatgut gewinnen lässt. Für Landwirtinnen und Landwirte entstehen in diesem Zusammenhang immer mehr Abhängigkeiten von wenigen großen Unternehmen. Aus ökonomischen Gründen setzen diese Unternehmen auf wenige Hochleistungssorten, zu denen sie auch die passenden Dünge- und Pflanzenschutzmittel herstellen. Diese Hochleistungssorten reagieren aber sensibel auf weniger optimale Anbaubedingungen und sind nicht an lokale Gegebenheiten des Bodens oder des Klimas angepasst.

Kleine Unternehmen und Initiativen, die Sorten als Gemeingut begreifen, verfolgen im Kontrast dazu einen anderen Ansatz: Sie lassen sich von dem Prinzip leiten, dass Nutzpflanzensorten zum gemeinsamen kulturellen Erbe gehören und kein Privateigentum sein sollten. Die Beteiligten teilen ihr Wissen miteinander, stellen gemeinsam Regeln für die Nutzung der Sorten auf und verzichten auf den Sortenschutz.

In ihrer Studie wollten Kliem und Sievers-Glotzbach herausfinden, welchen Einfluss die beiden Formen des Umgangs mit Sorten auf die Resilienz der Landwirtschaft haben – also auf die Fähigkeit von Agrarökosystemen, sich an Veränderungen wie den Klimawandel oder Krankheiten anzupassen und trotz solcher Störungen die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Die Forscherinnen wählten insgesamt 14 Indikatoren, um den Einfluss der Saatgutherstellung auf die Resilienz der Landwirtschaft zu ermitteln. Zu diesen Kenngrößen zählten etwa die Variabilität von Lieferketten, die Verfügbarkeit regional angepasster Sorten, der Aufbau von Saatgutbibliotheken oder die Wirtschaftlichkeit der Saatgutproduktion.

Anhand der Indikatoren analysierten die Ökonominnen Nachhaltigkeitsberichte und Broschüren konventioneller Saatguthersteller im deutschsprachigen Raum und verglichen sie mit Publikationen ausgewählter Betriebe und Initiativen, die Saatgut gemeingutbasiert herstellen. Das Ergebnis: „Der gemeingutbasierte Umgang mit Sorten weist gegenüber der gängigen Praxis großer Saatgutunternehmen deutliche Vorteile auf“, erklärt Sievers-Glotzbach, an der Universität Oldenburg Leiterin der vom Bundesforschungsministerium geförderten Nachwuchsgruppe „RightSeeds“. „Statt einiger weniger Hochertragssorten, die nur unter optimalen Anbaubedingungen gedeihen, geht es den gemeingutorientierten Züchterinnen und Saatgutproduzenten um vielfältige Sorten, die sich an regionale Besonderheiten und an veränderte klimatische Bedingungen anpassen können.“

Ein weiteres Ergebnis: „Wir haben beobachtet, dass die gemeingutorientierten Initiativen einen stärkeren Fokus auf Kooperation legen, und dass die Entscheidungsstrukturen eher dezentral und partizipativ angelegt sind“, berichtet Kliem. Das begünstige ebenfalls die Sortenvielfalt und führe dazu, dass regional angepasstes Saatgut entwickelt werde, so die Forscherin. Die Analyse zeigte allerdings auch, dass gemeingutorientierte Initiativen bislang noch kein Finanzierungsmodell entwickeln konnten, in dem die hohen Kosten für die arbeitsintensive Züchtung neuer, angepasster Sorten mittelfristig abgesichert wären. Kliem und Sievers-Glotzbach empfehlen daher langfristige Förderprogramme und bessere politische Rahmenbedingungen für die gemeingutbasierte Pflanzenzucht.

Die Nachwuchsgruppe „RightSeeds“ ist eine Kooperation der Universität Oldenburg mit dem IÖW und der Universität Göttingen. Die Forschenden untersuchen in enger Kooperation mit Praxispartnern das Potenzial gemeingutbasierten Saatguts für eine nachhaltige Landwirtschaft. Das Vorhaben wird vom Bundesforschungsministerium im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung gefördert.

Originalveröffentlichung: Lea Kliem & Stefanie Sievers-Glotzbach (2021): “Seeds of resilience: the contribution of commons-based plant breeding and seed production to the social-ecological resilience of the agricultural sector”, International Journal of Agricultural Sustainability, DOI: 10.1080/14735903.2021.1963598

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uol.de/rightseeds
30.10.2021, 17:49 Uhr
Familienausstellung „Nachgefragt!“
Kinder fragen, Forschende antworten
Wie funktionieren Bluetooth-Verbindungen? Wer hat die Uhrzeit erfunden? Und warum leben Eintagsfliegen nur einen Tag? Solche Fragen stellen sich nicht nur Kinder, sondern insgeheim oft auch ihre Eltern. Gemeinsam können sie in der Ausstellung „Nachgefragt!“ der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO) Antworten finden. Zu über 40 Kinderfragen finden sich hier Erklärungen von Forschenden aus der Region mit humorvollen Illustrationen von Livia Brocke. Die Ausstellung eignet sich für Kinder ab zehn Jahren und ist vom 4. November bis zum 23. Dezember montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr im Schlauen Haus Oldenburg (Schloßplatz 16) zu sehen. Der Eintritt ist frei. Es gilt das Schutz- und Hygienekonzept des Schlauen Hauses. Weitere Informationen: https://ihjo.de/event/nachgefragt/.

In Schulen, über das Bürgerlabor der IHJO und im Schlauen Haus hat das Team der IHJO Fragen von Kindern gesammelt. Sie berühren die unterschiedlichsten Wissenschaftsbereiche, von Astronomie über Psychologie und Medizin bis zu den Ingenieurwissenschaften. Beantwortet werden sie unter anderem von Forschenden der Universität Oldenburg, der Jade Hochschule und des Informatikinstituts OFFIS. In der Ausstellung sowie über das Bürgerlabor der IHJO (buergerlabor.ihjo.de) können Interessierte weitere Fragen einreichen, die für zukünftige Ausstellungen berücksichtigt werden.

Die IHJO bietet für Schulklassen und private Gruppen kostenlose Führungen durch die Ausstellung an. Interessierte können sich bei Anja Wübben (anja.wuebben@uni-oldenburg.de) anmelden.
30.10.2021, 17:46 Uhr
Berufsbegleitende Weiterbildung im Gesundheitsmanagement
Informationsveranstaltung mit Pflege- und Rehabilitationswissenschaftlerin Martina Hasseler
Einen Überblick über das Qualifizierungsprogramm „Gesundheitsmanagement in der Rehabilitation“ gibt eine Informationsveranstaltung des C3L – Center für lebenslanges Lernen am Donnerstag, 11. November, 19.00 bis 20.00 Uhr. Die berufsbegleitende Maßnahme, die im Frühjahr 2022 startet, dauert sechs Monate und richtet sich an Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitswesen. Sie lernen im Rahmen der Qualifizierung, die Zusammenarbeit von Hilfeträgern, Leistungserbringern und anderen Institutionen sinnvoll zu steuern, um Menschen zu einer bedarfsgerechten Versorgung zu verhelfen.

Die Weiterbildung qualifiziert für das Case Management sowie – bei entsprechenden Vorkenntnissen – für die Pflegeberatung. Für die Teilnahme werden eine Ausbildung im Bereich Gesundheit, Pflege und Therapie oder ein Studium sowie Berufserfahrung in der Gesundheitsversorgung empfohlen.

Wissenschaftliche Leiterin des Programms ist die Pflege- und Rehabilitationswissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Hasseler von der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie begleitet auch die bevorstehende Informationsveranstaltung mit einem Impulsvortrag zum Thema „Herausforderungen der Teilhabe und Rehabilitation für Menschen“.

Die Veranstaltung findet im C3L, Ammerländer Heerstr. 136, unter den geltenden Corona-Bedingungen der Universität Oldenburg statt. Um Anmeldung wird gebeten unter: gern@uni-oldenburg.de.

Weblinks
uol.de/c3l/gesundheitsmanagement
26.10.2021, 17:53 Uhr
Plätze frei im Seminar über das Werk von Horst Janssen
Kurs über den Künstler und Ehren-Oldenburger beginnt am Mittwoch, 3. November
Horst Janssen gilt als einer der herausragendsten Grafiker und Zeichner des 20. Jahrhunderts. Einblicke in sein Leben und seine Arbeit gibt jetzt ein Seminar, das das C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg ab 3. November anbietet. An vier Terminen erläutert Dozentin Geraldine Dudek immer mittwochs von 10.15 bis 11.45 Uhr Details über Leben, Werk und Technik des in Oldenburg aufgewachsenen Künstlers. Je nach geltenden Hygieneregeln ist geplant, dass sich die Teilnehmenden die Werke auch gemeinsam im Museum ansehen. Anmeldungen sind online möglich. Die Kursgebühr beträgt 65 Euro, für Gasthörende 55 Euro.
26.10.2021, 17:37 Uhr
Berufsbegleitende Ausbildung: Psychotherapie
Neue Ausbildungsgänge starten 2022
Im September 2022 starten erneut die berufsbegleitenden Ausbildungsgänge „Psychologische Psychotherapie“ und „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ des C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg. Die fünfjährige Ausbildung richtet sich an Psychologinnen und Psychologen sowie (Sozial-)Pädagoginnen und (Sozial-)Pädagogen. Neben der Ausbildung im Vertiefungsverfahren der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wird nun auch erstmalig das Vertiefungsverfahren der Systemischen Psychotherapie angeboten. Der Abschluss ermöglicht die Approbation und damit den Eintrag in das Arztregister. Bewerbungen sind bis zum 31. März 2022 möglich.

Weitere Informationen, auch zu Online-Informationsveranstaltungen, die im November, Dezember und Januar stattfinden, finden Interessierte unter uol.de/c3l/psychotherapie-hochschulambulanzen
26.10.2021, 17:31 Uhr
„Fachtag am Samstag“
Neues Tagungsformat für Lehrkräfte startet mit Mathematik
Wie können digitale Medien langfristig, nachhaltig und gewinnbringend im Mathematik-Unterricht eingesetzt werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Tagung „Mathematik digital“. Am Samstag, 13. November, ab 9.00 Uhr lädt das Institut für Mathematik der Universität Oldenburg Lehrkräfte aus Grundschulen und der Sekundarstufe I ein, digital teilzunehmen. Fachdidaktiker aus verschiedenen Bundesländern stellen in einem Hauptvortrag und unterschiedlichen Workshops vor, wie Erklärvideos, 3D-Drucker oder Geometrie-Software in verschiedenen Klassenstufen eingesetzt werden können. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Eine Anmeldung unter uol.de/ofz/fachtage-am-samstag/mathematik ist erforderlich.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt des Tagungsformats „Fachtag am Samstag“ der Universität Oldenburg und wird von Dozentinnen und Dozenten der Unterrichtsfächer in Kooperation mit dem Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ) und dem Zentrum für Lehrkräftebildung – Didaktisches Zentrum (DiZ) veranstaltet. Jeder Fachtag hat einen thematischen Schwerpunkt und kann verschiedene Inhalte haben – von rein fachlicher Fortbildung über fachdidaktische Inhalte und Austauschmöglichkeiten bis hin zu Methodentraining.

Der „Fachtag am Samstag“ ist eine Initiative des Projekts „Biographieorientierte und Phasenübergreifende Lehrerbildung in Oldenburg (OLE+)“ der Qualitätsoffensive Lehrerbildung.
26.10.2021, 16:50 Uhr
1000,– € für das Präventionsprogramm Lions Quest
Am Freitag, den 15.10.2021, übergab die expertum Niederlassung Oldenburg eine Spende über 1.000 Euro an den Förderverein Präventionsrat Oldenburg e.V., um das Präventions-Jugendprogramm „Lions-Quest“ zu unterstützen. Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg e.V. unterstützt und fördert im Zusammenspiel mit den Oldenburger Lions Clubs dieses Präventionsprogramm, das laut expertum genau die Kernkompetenzen fördert, die fit für den Übergang ins Berufsleben machen.
22.10.2021, 13:04 Uhr
Podcast-Thema: Wie Popkultur Zukunft entwirft
Zehnte Folge „Hirn gehört – Oldenburger Wissensschnack“ mit Prof. Dr. Martin Butler ist abrufbar
Populäre Kultur ist mehr als nur Unterhaltung – das weiß Prof. Dr. Martin Butler, Professor für Amerikanistik an der Universität Oldenburg. In der zehnten und neuesten Folge des Wissenschafts-Podcasts „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ spricht er mit den Moderatoren Dr. Bianca Brüggen und Jens-Steffen Scherer über den Einfluss populärkultureller Medien. Es geht um Woody Guthrie, der als US-amerikanischer und gewerkschaftsnaher Singer-Songwriter Mitte des 20. Jahrhunderts die Folkmusik maßgeblich mitprägte, aber auch um Popmusik und Science-Fiction-Filme sowie die Frage, wie sich die in solchen Filmen entworfenen Bilder von Zukunft auf gegenwärtiges Denken und Handeln auswirken. Mit der Entstehung und Wirkung solcher Zukunftsentwürfe beschäftigt sich auch das interdisziplinäre, am Wissenschaftlichen Zentrum „Genealogie der Gegenwart“ angesiedelte Promotionsprogramm „Gestalten der Zukunft“, dessen Co-Sprecher Butler ist.

In dem Wissenschafts-Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ sprechen einmal im Monat Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region über ihre Projekte, ihre Motivation, ihre beste Story, den größten Misserfolg oder ihr verrücktestes Lieblings-Fachwort. Neue Folgen erscheinen immer am dritten Donnerstag eines Monats auf allen gängigen Plattformen. Der Podcast wird vom Oldenburger Netzwerk Wissenschaftskommunikation angeboten und finanziell von der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) sowie der Jade Hochschule unterstützt.


Weblinks
hirnvomhahn.de/podcast
uol.de/wizegg
19.10.2021, 17:28 Uhr
Chemikerinnen geben Karrieretipps
Kostenlose Online-Veranstaltung „Women in Science and Industry“
Einblicke in verschiedene Berufszweige der Chemie und Anregungen für den eigenen Karriereweg erhalten Interessierte bei der Online-Veranstaltung „Women in Science and Industry“ am Mittwoch, 27. Oktober, an der Universität Oldenburg. Zwischen 9.00 und 17.00 Uhr stellen sieben Frauen sich und ihr Arbeitsumfeld vor, beantworten Fragen und geben Tipps etwa zu Berufseinstieg und Karriereoptionen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Registrierung auch noch am Veranstaltungstag möglich unter uol.de/en/grk-2226/wsi2021.

Zu den Referentinnen gehören Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst, Leiterin der Arbeitsgruppe für Organische und Biologische Chemie an der Universität Kiel, die Patentanwältin Dr. Kathrin Füchsle und Dr. Sandra Bertermann, tätig als Koordinatorin für Projekte in Forschung und Entwicklung. Die Referentinnen werden jeweils 30 Minuten über ihren jeweiligen Werdegang berichten und Tipps geben, im Anschluss sind je 15 Minuten für die Diskussion und Fragen eingeplant.

Ein Ziel der Veranstaltung ist es, jungen Frauen mit Interesse an einer Karriere in der Chemie Rollenvorbilder zu bieten; die Teilnahme steht aber Menschen aller Geschlechter offen. Im vergangenen Jahr stieß das Angebot mit fast 120 Teilnehmenden auf rege Resonanz bei Studierenden, Schülerinnen und Schülern. Veranstalter ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg „Aktivierung chemischer Bindungen“ am Institut für Chemie der Universität Oldenburg.
15.10.2021, 20:22 Uhr
Kita Alte Färberei feiert Einweihung
Neues Betreuungsangebot im Nordwesten der Stadt
An der zentralen Nahtstelle zwischen den Wohnvierteln Dietrichsfeld, Ziegelhof und Haarentor eröffnet zum 18. Oktober die Kita „Alte Färberei“. Sie befindet sich am Artillerieweg 53, wo bis Anfang der 1980er Jahre noch eine Wollfärberei betrieben wurde. Der 34 Meter hohe Schornstein hat bis zum Abriss im August 2016 noch das Bild des Stadtteils geprägt. 

Nun hat die Stadt Oldenburg den 4,7 Millionen Euro teuren Kita-Neubau bei einer feierlichen Einweihung nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit termingerecht an den Träger, den Deutsche Rote Kreuz-Kreisverband Oldenburg-Stadt e. V., übergeben. „Ich freue mich sehr, dass wir diese Einrichtung so schnell realisieren konnten. Bei der Planung war vor allem die gute Lage entscheidend für uns. In unmittelbarer Nähe zum Gewerbegebiet Wechloy, der Universität Oldenburg und weiterer Institutionen bieten sich viele Synergieeffekte für die neue Kita“, freut sich Dagmar Sachse, Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg. Gemeinsam mit Birger Holz (Vorstandsvorsitzender des DRK), Carmen Poppenga (Einrichtungsleiterin), Mathias Melchior (DRK-Geschäftsführer), Melanie Eyhusen (Stellvertretende DRK-Geschäftsführerin) und Oliver Ohlenbusch (Architekt und Geschäftsführer der gruppeomp) konnte sie sich im Rahmen der symbolischen Schlüsselübergabe am 15. Oktober bereits ein Bild von der Einrichtung verschaffen.

Die Kindertagesstätte verfügt über die neueste technische Ausstattung und gibt den Kindern viel Raum zum Spielen und Erleben. Sie ist bis auf wenige Änderungen nahezu baugleich mit der Kita Hannah Arendt, die Anfang Oktober in Osternburg eröffnet wurde. 120 Kinder können künftig in der Kita Alte Färberei betreut werden, sie ist für drei Krippen- und drei Kindergartengruppen ausgelegt. Derzeit sind noch Plätze frei, diese können bei der Kita-Leitung Carmen Poppenga angefragt werden. Weitere Informationen gibt es unter: www.drk-ol.de/angebote/einrichtungen/drk-kita-alte-faerberei,
12.10.2021, 17:07 Uhr
Acrylmalerei: Neue Ausstellung im Stadtplanungsamt
Parallel sind beeindruckende Entwurfsarbeiten Studierender zu sehen
In den Räumlichkeiten des Stadtplanungsamtes wird noch bis zum 31. Januar 2022 eine neue Ausstellung präsentiert: „Potpourri“, Acrylmalerei von Antje-Carola Wilke. Die Hobby-Künstlerin hat dem Stadtplanungsamt eine Auswahl ihrer Exponate zur Verfügung gestellt. Diese sind in der Industriestraße 1 a (2. Obergeschoss) während der Bürozeiten zu sehen. Parallel werden in einer weiteren Ausstellung Entwurfsarbeiten Studierender des Masterkurses im Sommersemester 2021 der Jade Hochschule (Fachbereich Architektur) gezeigt. Es handelt sich dabei um Siegerentwürfe eines Studentischen Wettbewerbs unter dem Titel „Ökologische Gemeinschaftssiedlung Hoppenriekels“.

Über die Künstlerin
Carola Wilke wurde im Jahr 1958 geboren. Sie ist Pädagogische Förderkraft und war ehemals aktiv als Tänzerin und Showgestalterin (orientalischer Tanz). Aufgrund einer Muskelerkrankung ist sie nun im vorzeitigen Ruhestand. Die Künstlerin selbst bezeichnet sich als verliebt in die Natur und deren Geschöpfe sowie das Spiel mit Licht und Farbe. Das Malen hat sie autodidaktisch – mithilfe von Lehr-DVDs namhafter Künstler – erlernt.

Die Künstlerin über ihre Arbeit
„Ich liebe es, das Wasser zu betrachten oder die Formation des Schnees (sofern wir noch welchen haben). Auch die Kraft der Bewegung des Wassers zu sehen, die schäumende Gischt, ist faszinierend – oder wenn es ganz ruhig und spiegelnd daliegt, bis hin zur Eisstarre. Damit spiele ich gern, ebenso mit Farbnuancen und leichten Lichtschimmern. Doch auch das Betrachten der Tiere, wie sie sich vollkommen natürlich in ein Landschaftsbild einfügen, einfach Teil vom Ganzen sind, hat etwas Eigenes. Speziell dagegen ist der Mensch, der sich gern abhebt und „HerrIn jeder Lage“ sein will. Es macht Spaß, den Versuch zu starten, diese Eindrücke in der Malerei wiederzugeben. Manches Mal zieht es mich zum Abstrakten hin. Hier kann man seinen Gefühlen Farbe geben. Bei Allem gelingt immer nur eine Momentaufnahme – aber vielleicht ist gerade das das Besondere. Das wird man sehen – im wahrsten Sinne des Wortes.“

Öffnungszeiten und Kontakt
Die Öffnungszeiten des Stadtplanungsamtes sind montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und montags bis donnerstags von 13.30 bis 15.30 Uhr. Wer gerne in den Räumen des Stadtplanungsamtes seine Werke ausstellen möchte, kann sich per E-Mail an stadtplanung@stadt-oldenburg.de wenden. Allerdings sind aufgrund der großen Nachfrage bereits alle Termine bis Mitte 2025 ausgebucht.
01.10.2021, 15:21 Uhr
Deutsch-Lehrkräfte in der Pandemie
Studie untersucht Verhältnis von Lehrerinnen und Lehrern zu digitalen Medien
Wie vertraut sind Deutsch-Lehrkräfte mit digitalen Medien, und wie hat sich die Corona-Pandemie auf ihre fachspezifische Nutzung dieser Medien ausgewirkt? Diese Frage untersucht ein Forschungsteam um den Literaturdidaktiker Prof. Dr. Jörn Brüggemann von der Universität Oldenburg im Projekt GETDIME. An dem Projekt, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vom 1. Oktober an für ein Jahr mit rund 50.000 Euro fördert, sind neben Brüggemann der Literaturdidaktiker Prof. Dr. Volker Frederking von der Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Bildungsforscher Prof. Dr. Benjamin Nagengast und Prof. Dr. Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen beteiligt.

Ziel des Projekts ist es, erstmals konkrete Daten dazu zu sammeln, wie Deutsch-Lehrkräfte hierzulande digitale Medien fachspezifisch nutzen, welche Einstellungsmuster sie gegenüber den Optionen eines digitalen Deutschunterrichts kultiviert haben und unter welchen Bedingungen sich diese Muster verändern. Das Forschungsteam möchte in zwei Studien ermitteln, wie die Ausgangslage vor der Pandemie war und was sich durch das Distanzlernen während der Coronakrise verändert hat. GETDIME steht für „Effects of the Covid Pandemic on German Langage and Literature Teachers and their Familiarity with, Use of and Views on Digital Media“.

Für den ersten Teil ihres Vorhabens greifen die Forschenden auf bislang nicht ausgewertete Daten der internationalen Schulleistungsstudie ICILS 2018 („International Computer and Information Literacy Study“) zurück. Diese Untersuchung ermittelte 2018, wie gut die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der achten Jahrgangsstufe in verschiedenen Ländern im Umgang mit Computern und Informationen waren, auch Lehrkräfte wurden befragt. Das Team um Brüggemann will mit Hilfe dieser Daten etwa herausfinden, wie sich die Einstellungs- und Nutzungsmuster der Deutsch-Lehrkräfte zu digitalen Medien von anderen Fachlehrinnen und Fachlehrern in Deutschland sowie von Lehrkräften für die jeweilige Muttersprache in anderen Ländern unterschieden.

Im zweiten Teil des Projekts analysieren die Forschenden Daten, die sie in einer Online-Fragebogenstudie zum digitalen Distanzlernen im Deutschunterricht selbst erhoben haben. Daran hatten während des ersten sogenannten Lockdowns im Frühjahr 2020 und während des zweiten Lockdowns ab Mitte Dezember 2020 rund 2.000 Deutschlehrkräfte aus mehreren Bundesländern teilgenommen. Die erhobenen Einstellungs- und Nutzungsmuster vergleicht das Team mit denen des ersten Projektteils. Darüber hinaus wollen Brüggemann und seine Kollegen herausfinden, unter welchen Bedingungen die Bereitschaft von Lehrkräften steigt, digitale Unterrichtsoptionen für das Fach Deutsch zu nutzen. „Fachspezifische Kompetenzen wie digitales Lesen und Schreiben, digitales Erzählen, digitales Gestalten oder Interpretieren gehören – neben den analogen Formen – zum Profil eines zeitgemäßen Deutschunterrichts“, betont Brüggemann.
10.09.2021, 14:39 Uhr
Internationales Seminar zu Klimawandel und Hochwasserschutz
Oldenburger Lehrende erhalten Förderung des DAAD – Insgesamt sechs europäische Hochschulen beteiligt
Wie hängen Klima und Wasser zusammen? Welche Folgen hat der beschleunigte Klimawandel, und welche Strategien etwa für den Hochwasserschutz lassen sich daraus ableiten? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt eines internationalen virtuellen Seminars, das Lehrende der Universität Oldenburg gemeinsam mit Partnerhochschulen aus fünf Ländern für das kommende Sommersemester vorbereiten. Das Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung (COAST) der Universität erhält dafür vom Deutschen Akademischen Austauschdienst eine Förderung in Höhe von 50.000 Euro. Neben Dr. Thomas Klenke und Dr. Leena Karrasch von COAST sind Lehrende der Universitäten Aalborg (Dänemark), Bukarest (Rumänien) und der Ägäis (Griechenland) sowie der beiden Fernuniversitäten Aberta im portugiesischen Lissabon und Open Universiteit der Niederlande beteiligt.

Das vollständig digital ausgelegte Seminar soll 30 fortgeschrittenen Studierenden breite Kompetenzen vermitteln, um aktuellen Herausforderungen eines nachhaltigen Wasser- und Klimamanagements begegnen zu können. Die Studierenden arbeiten in internationalen und interdisziplinären Teams zusammen. Dabei erhalten sie Impulse von Lehrenden der sechs beteiligten Hochschulen sowie von Expertinnen und Experten aus der Praxis. Die Studierenden halten ihre Ergebnisse am Ende unter anderem in Podcasts oder Videos fest, die veröffentlicht werden. Abschließend werden sich Lehrende und ausgewählte Studierende zu einem Präsenz-Workshop im Forschungszentrum Wittbülten auf Spiekeroog treffen, an dem die Universität Oldenburg beteiligt ist. Neben einer Reflektion des Seminars wird es auch um einen Ausblick darauf gehen, wie die beteiligten Lehrenden ihre internationale Kooperation fortsetzen. 
03.09.2021, 15:04 Uhr
Forschung in mariner Mikrobiologie erhält einjährige Extra-Förderung
Sonderforschungsbereich „Roseobacter“ bis Ende 2022 verlängert
Der an der Universität Oldenburg beheimatete Sonderforschungsbereich (SFB) zu den Meeresbakterien der Roseobacter-Gruppe kann seine Arbeit über die eigentlich maximale Laufzeit von zwölf Jahren hinaus fortsetzen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte auf Antrag des Oldenburger Meeresforschers und SFB-Sprechers Prof. Dr. Meinhard Simon insgesamt eine Million Euro zusätzliche Fördermittel für das Jahr 2022.

Damit können die Forschenden coronabedingte Einschränkungen ausgleichen, etwa die Promovierenden, deren praktische Arbeiten im Labor und Analysen sich seit Beginn der Pandemie besonders verzögert haben. Die einjährige Extra-Förderung ermöglicht zudem eine umfassendere Publikation der abschließenden Ergebnisse. Neben der Universität Oldenburg mit ihrem Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) ist an dem Großprojekt die Technische Universität Braunschweig beteiligt, außerdem das Braunschweiger Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, das Genomforschungslabor der Universität Göttingen sowie das Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn.

Im Mittelpunkt des SFB mit dem offiziellen Titel „Ökologie, Physiologie und Molekularbiologie der Roseobacter-Gruppe: Aufbruch zu einem systembiologischen Verständnis einer global wichtigen Gruppe mariner Bakterien“ stehen Einzeller mit ungewöhnlich vielseitigem Stoffwechsel, die zugleich in quasi allen marinen Ökosystemen einen wichtigen Teil der Mikroben ausmachen. Die Forschenden befassen sich damit, wie sich deren genetische und physiologische Eigenschaften entwickelt haben. Zudem untersuchen sie, wie Bakterien dieser Gruppe es schaffen, sich den Verhältnissen in unterschiedlichen Lebensräumen anzupassen, etwa in puncto Temperatur, Nährstoffangebot oder Interaktion mit anderen Organismen.

Während der aktuellen Abschlussphase des Projekts stehen etwa die Wechselbeziehungen von Vertretern der Roseobacter-Gruppe mit mikroskopisch kleinen Algen im Fokus, sogenanntem Phytoplankton. Die Forschenden wollen herausfinden, wie verschiedene Vertreter der Roseobacter-Gruppe mit Phytoplanktonalgen interagieren, wo welche Vertreter in den Weltmeeren vorkommen und welche ökologischen Funktionen sie erfüllen. Dazu nutzen sie Daten, die sie auf Forschungsfahrten im Pazifik und Atlantik erhoben oder mit Experimenten ermittelt haben. Für die globalen Übersichtsanalysen nutzt das Team mathematische Modelle, die auch Prognosen darüber ermöglichen, wie sich diese Verteilungsmuster bei sich wandelnden Klimabedingungen verändern. 
24.08.2021, 19:48 Uhr
Wie können Küstenökosysteme mehr Kohlenstoff speichern?
Forschungsverbund mit Oldenburger Beteiligung will natürliches Potenzial für Kohlenstoffspeicherung verbessern
Seegraswiesen, Salzmarschen, Mangrovenwälder und Algenwälder nehmen riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre auf. Die Speicherung dieses sogenannten „blauen Kohlenstoffs“ ist eine wichtige Leistung der Küstenökosysteme. Wie sich die Speicherkapazität verbessern lässt, untersucht der neue Forschungsverbund sea4soCiety, den das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen koordiniert und an dem auch Forschende der Universität Oldenburg beteiligt sind. Dem Team geht es darum, innovative und gesellschaftlich akzeptierte Ansätze zu finden, um das natürliche Potenzial für Kohlenstoffspeicherung in vegetationsreichen Küstenökosystemen zu steigern. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Vorhaben innerhalb der Forschungsmission „Marine Kohlenstoffspeicher als Weg zur Dekarbonisierung“ – kurz: CDRmare – der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) über drei Jahre mit 5,3 Millionen Euro.

Der Hintergrund des Projekts: In den vergangenen Jahrzehnten haben Urbanisierung, Erosion oder Umweltverschmutzung viele Ökosysteme in Küstenregionen weltweit geschädigt. Als Folge sank ihre Kapazität, blauen Kohlenstoff zu speichern und dadurch den Ausstoß von Treibhausgasen zu kompensieren. „Wir brauchen konkrete Maßnahmen, um diesem Trend entgegenzuwirken, damit Küstenökosysteme weiterhin zur Eindämmung des Klimawandels beitragen können“, erklärt Verbundkoordinator Prof. Dr. Martin Zimmer vom ZMT. Das Forschungsteam plant, die Speicherkapazität für blauen Kohlenstoff in vier verschiedenen Küstenökosystemen zu messen und zu analysieren: an der deutschen Nord- und Ostseeküste, in der Karibik und der Indonesischen See.

Die Universität Oldenburg ist mit der Arbeitsgruppe Marine Geochemie um Prof. Dr. Thorsten Dittmar und Dr. Michael Seidel vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) am Projekt beteiligt. Zusammen mit Dr. Manuel Liebeke vom Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen, Prof. Dr. Jan-Hendrik Hehemann und Prof. Dr. Kai Bischof von der Universität Bremen sowie Verbundkoordinator Zimmer wollen die Oldenburger Forschenden untersuchen, wie die organischen Kohlenstoffverbindungen in den verschiedenen Küstenökosystemen zusammengesetzt sind, woher sie stammen und wie widerstandsfähig sie gegenüber Abbauprozessen sind. Darüber hinaus wollen sie ermitteln, welches Potenzial für Kohlenstoffspeicherung in den vier verschiedenen Küstenökosystemen besteht.

Ziel des Teams ist es, die verschiedenen Kohlenstoffverbindungen detailliert und hochaufgelöst molekular zu charakterisieren. Dabei untersuchen die Forschenden sowohl gelöste Verbindungen als auch organischen Kohlenstoff in Form von Partikeln. Hintergrund dieses Forschungsansatzes ist die Erkenntnis, dass biologisch schwer abbaubares gelöstes organisches Material im Meer einer der größten aktiven Kohlenstoffspeicher der Erde ist: Die unsichtbare Stoffmischung im Meerwasser enthält mehr Kohlenstoff als die gesamte Vegetation auf der Erde. Hauptziel des Teilprojekts mit Oldenburger Beteiligung ist es zu klären, wo die schwer abbaubaren Kohlenstoffverbindungen in den untersuchten Küstenökosystemen gebildet werden und welche Prozesse dazu beitragen, diese Verbindungen großräumig anzureichern.

Sea4soCiety ist einer von sechs Forschungsverbünden der Mission CDRmare. Insgesamt sind rund 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von neun norddeutschen Universitäten und Forschungsinstituten an dem Vorhaben beteiligt.  

In der Forschungsmission CDRmare untersuchen rund 200 Forschende in sechs Verbundprojekten, wie und in welchem Umfang der Ozean eine nachhaltige Rolle bei der Entnahme und der Speicherung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre spielen kann. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung einer Roadmap für die aktive Nutzung mariner Kohlenstoffspeicher, die dazu beitragen soll, die Folgen des menschengemachten Klimawandels zu begrenzen und die Pariser Klimaziele zu erreichen. Übergreifend koordiniert wird CDRmare (CDR = Carbon Dioxide Removal = Kohlendioxidentnahme) am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. Das Bundesforschungsministerium fördert die Forschungsmission mit 27 Millionen Euro über eine erste Phase von drei Jahren.

Die Deutsche Allianz Meeresforschung erarbeitet mit ihren 22 Mitgliedseinrichtungen lösungsorientiertes Wissen und Handlungsoptionen für einen nachhaltigen Umgang mit den Küsten, Meeren und Ozeanen.
19.08.2021, 17:48 Uhr
Sollten Erkrankte an Tumorkonferenzen teilnehmen?
Studie liefert Daten, um Vor- und Nachteile einer Beteiligung von Patientinnen besser bewerten zu können
Die beste Behandlung für Betroffene mit komplexen Krebserkrankungen zu finden – darauf zielen Tumorkonferenzen ab. Ärztinnen und Ärzte aus Onkologie, Radiologie, Chirurgie, Pathologie und weiteren Fachdisziplinen sprechen in diesen interdisziplinären Sitzungen über die Erkrankung – aber selten mit den Erkrankten. Bisher bieten in Deutschland nur einzelne Brust- und Gynäkologische Zentren ihren Patientinnen die Möglichkeit, an Tumorkonferenzen teilzunehmen. Ein Team der Universität Oldenburg sowie der Universitätskliniken Bonn und Köln hat in der PINTU-Studie – gefördert von der Deutschen Krebshilfe e.V. – nun untersucht, ob Krebspatientinnen von einer solchen Teilnahme profitieren. Eins der Ergebnisse: Die meisten Befragten empfanden eine Teilnahme als positiv, schreibt das Team im Fachmagazin Cancer Medicine. Die Erkenntnisse sollen helfen, Empfehlungen für Kliniken zu entwickeln, die Betroffene in Tumorkonferenzen einbinden möchten.

„Ob Patientinnen und Patienten wirklich davon profitieren, wenn sie bei den oft sehr fachlichen Diskussionen dabei sind, ist bisher umstritten – und leider wenig untersucht“, sagt die Oldenburger Versorgungsforscherin und Erstautorin der Studie, Prof. Dr. Lena Ansmann. Allerdings werde international verstärkt nach Möglichkeiten gesucht, Betroffene stärker an der Planung ihrer Therapie zu beteiligen. Ziel des Forschungsteams war daher, einen größeren Datensatz zusammenzutragen und zu analysieren. „Soweit wir wissen, ist unsere Studie eine der ersten größeren Untersuchungen zu diesem Thema“, sagt Co-Autorin Prof. Dr. Nicole Ernstmann, Expertin für Gesundheitskommunikation am Universitätsklinikum Bonn.

Der größte Teil aller Brustkrebspatientinnen in Deutschland wird derzeit an zertifizierten Krebszentren behandelt. Tumorkonferenzen sind hier vorgeschrieben, eine Beteiligung der Betroffenen allerdings nicht. „Aus vorangegangenen Studien wissen wir, dass etwa fünf bis sieben Prozent der Erkrankten schon einmal an einer Tumorkonferenz teilgenommen haben“, erläutert Ansmann. Doch welche Rolle Patientinnen in den Konferenzen einnehmen, wie die Konferenzen vonstattengehen und welche Erfahrungen die Beteiligten letztlich machen, war bislang unklar.

Um diese Wissenslücke zu verkleinern, befragten die Forschenden mit 87 Patientinnen mit Brustkrebs oder einem gynäkologischen Tumor vor und direkt nach ihrer Teilnahme an einer Tumorkonferenz sowie vier Wochen später. Zum Vergleich befragten sie 155 Erkrankte, die nicht an der sie betreffenden Tumorkonferenz teilnahmen. Außerdem beobachtete das Team insgesamt 317 Fallbesprechungen in Tumorkonferenzen – direkt sowie mit Hilfe von Video- und Tonaufzeichnungen. An 95 dieser Fallbesprechungen waren Betroffene beteiligt.

Dabei zeigt sich, dass die Tumorkonferenzen mit Beteiligung der Erkrankten sehr unterschiedlich abliefen. Manche Kliniken ließen die Patientinnen an der gesamten Konferenz teilnehmen. Andere hielten die eigentliche Konferenz ohne die Erkrankten ab, ließen sie aber anschließend an einer kleineren Runde teilhaben, die etwa über Therapieempfehlungen informierte. Auch andere Bedingungen der Konferenzen variierten, etwa die Dauer oder die Sitzanordnung.

Aus den Befragungen ging hervor, dass die Erkrankten eine eher passive Rolle in den Konferenzen spielten. Beispielsweise berichteten nur 61 Prozent, an der Entscheidung zur Therapie beteiligt worden zu sein. Insgesamt nahmen die meisten Patientinnen die Konferenzen als eher positiv wahr, empfanden sie etwa als informativ und empfahlen die Teilnahme weiter. Einige Betroffene berichteten allerdings, dass die Konferenzen bei ihnen Angst und Verunsicherung ausgelöst haben – ein Umstand, den künftige Untersuchungen stärker in den Blick nehmen müssten, betont Ansmann.

Originalveröffentlichung: Lena Ansmann et al: „Patient participation in multidisciplinary tumor conferences: How is it implemented? What is the patients’ role? What are patients’ experiences?“, Cancer Medicine, DOI:10.1002/cam4.4213


Weblinks
onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cam4.4213

uol.de/versorgungsforschung
13.08.2021, 17:06 Uhr
Gespräche über Literatur
Studie untersucht verschiedene Formen der Literaturvermittlung im Deutschunterricht
Gespräche über literarische Texte sind ein zentraler Bestandteil des Deutschunterrichts. Wie sich die Vielschichtigkeit und das Wirkungspotenzial literarischer Texte am besten vermitteln lassen, ist unter Fachleuten jedoch umstritten. Ein Forschungsteam um den Literaturdidaktiker Prof. Dr. Jörn Brüggemann von der Universität Oldenburg will dies nun in einer Studie mit rund 90 Schulklassen untersuchen. Das Projekt unter dem Titel „Die Bedeutung von Subjektivität und Emotionalität in Gesprächen über Literatur im Deutschunterricht“ (SEGEL) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über 24 Monate mit knapp 300.000 Euro gefördert. An der Leitung des interdisziplinären Vorhabens sind neben Brüggemann der Literaturdidaktiker Prof. Dr. Volker Frederking von der Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Bildungsforscher Prof. Dr. Benjamin Nagengast und Prof. Dr. Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen beteiligt.

Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, welchen Einfluss verschiedene Gesprächsformen auf die Textrezeption haben – etwa darauf, wie gut Schülerinnen und Schüler einen literarischen Text verstehen, wie sie ihn ästhetisch erleben und für wie bedeutsam sie ihn für sich persönlich halten. „In der Literaturdidaktik ist die Annahme verbreitet, dass Subjektivität und Emotionalität besonders wichtig dafür sind, dass Gespräche über Literatur gelingen“, erläutert Brüggemann. Diese Hypothese sei allerdings bislang kaum wissenschaftlich erforscht. Das Team will nun in einer Interventionsstudie mit mehr als 2.000 Schülerinnen und Schülern empirisch überprüfen, welchen Einfluss die Faktoren „Gesprächstyp“ und „Interaktionsform“ haben. Die Forschenden unterscheiden zwischen zwei Gesprächstypen: Der eine beschränkt sich rein analytisch auf kognitive Aspekte, um etwa die Verstehensspielräume literarischer Texte und die Besonderheiten der sprachlichen Gestaltung und ihrer Funktionen zu erfassen. Die zweite Form von Unterrichtsgesprächen regt zusätzlich zur Selbstreflexion an und aktiviert in emotional-erlebnisbezogener Hinsicht. Dabei denken die Schülerinnen und Schüler beispielsweise über die Emotionen nach, die ein literarischer Text in ihnen auslöst. Beim zweiten Faktor, der Interaktionsform, untersucht das Team lehrerzentrierte und schülerzentrierte Gesprächsformen.

An dem Experiment nehmen im kommenden Schuljahr Schülerinnen und Schüler aus rund 90 Klassen des 9. und 10. Jahrgangs aus 26 Gymnasien in Bayern und Niedersachsen teil. Gesprächsgegenstand sind verschiedene Gedichte und Prosatexte. Anschließend überprüfen die Forschenden das Textverständnis der Schülerinnen und Schüler mit speziellen Tests. Außerdem untersuchen sie die Effekte auf das ästhetische Erleben und die Motivation der Jugendlichen mit Fragebögen, die in früheren Drittmittelprojekten entwickelt, evaluiert und optimiert worden sind. 

„Durch die klare Trennung der beiden Faktoren ‚Gesprächstyp‘ und ‚Interaktionsform‘ wollen wir erstmals systematisch ermitteln, welche Rolle Subjektivität und Emotionalität in Gesprächen über Literatur spielen“, so Brüggemann. In einer Vorgängerstudie hatte das Team bereits empirische Hinweise dafür gefunden, dass Impulse zur subjektiven und emotionalen Aktivierung die Entwicklung von ästhetischem Erleben und fachlichen Bereitschaften bei vielen Schülerinnen und Schülern positiv beeinflussen: Sie bringen dann beispielsweise mehr Empathie für die Figuren auf, empfinden den Text als bedeutungsvoller für sich selbst und nehmen die Unterrichtsgespräche als anregender wahr als sonstige Gespräche im Deutschunterricht. 
10.08.2021, 15:44 Uhr
Kinder für Studie zum Spracherwerb gesucht
Für eine Studie zum Thema Spracherwerb bei Kindern suchen Sprachwissenschaftlerinnen der Universität Oldenburg kurzfristig Kinder ohne Höreinschränkung. Die Kinder sollten zwischen fünf und elf Jahre alt sein und Deutsch als Muttersprache haben. Die spielerisch aufgebauten Versuche finden im Labor für Sprach- und Musikforschung an der Universität statt. Ziel der Studie ist, den Spracherwerb bei Kindern besser zu verstehen. Dafür werden unter anderem die Augenbewegungen der Kinder gemessen (Eyetracking). Gleichzeitig hören die jungen Probanden gesprochene Worte und sollen diese mit Hilfe von Bildern erkennen. Zudem erstellt das Forschungsteam Sprachaufnahmen. Die Aufgaben sind ungefährlich und schmerzfrei.

Der Versuch dauert inklusive Pausen etwa zwei Stunden, die in zwei Sitzungen an verschiedenen Tagen stattfinden. Die Kinder erhalten anschließend ein kleines Geschenk. Die Teilnahme erfolgt unter Einhaltung von COVID-19-Hygienemaßnahmen. Interessierte können sich unter Angabe einer Telefonnummer und eines passenden Rückruftermins per Mail an maisam.seif@uol.de wenden.
05.08.2021, 22:16 Uhr
Familien gesucht: Befragung zu außerschulischen Freizeitangeboten
Entdecken und experimentieren, knobeln und Probleme lösen: Das können Kinder und Jugendliche in Arbeitsgemeinschaften an der Schule oder auch an außerschulischen Lernorten wie Museen, Schülerlaboren oder Science Centern. Wie solche Angebote attraktiver werden können, will eine Arbeitsgruppe um den Physikdidaktiker Prof. Dr. Michael Komorek an der Universität Oldenburg herausfinden. Im Projekt AHOI_MINT suchen die Forschenden Familien mit Kindern im Alter von 10 bis 16 Jahren, um über regionale Freizeitangebote an Lernorten außerhalb der Schule oder im schulischen AG-Bereich zu sprechen.

Das Team untersucht, welche Angebote Kinder, Jugendliche und Erziehungsberechtigte im Großraum Oldenburg bereits kennen und welche neuen Angebote sie sich wünschen. Die Forschenden interessieren sich dafür, wie das aktuelle Nutzungsverhalten aussieht und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Kinder, Jugendliche oder Familien bestimmte Angebote nutzen. Ziel ist es herauszufinden, wie sich vorhandene Angebote verbessern oder neugestalten lassen. Dazu führen die Forschenden sowohl Gespräche mit den Eltern als auch mit den Kindern und Jugendlichen. Die Gespräche dauern jeweils maximal anderthalb Stunden. Sie werden unter Einhaltung der gültigen Hygieneregeln geführt. Die Aufwandsentschädigung beträgt für jedes der beiden Gespräche 20 Euro.

Interessierte können sich per E-Mail bei imke.ahrenholtz@uol.de oder michael.komorek@uol.de melden. Weitere Informationen unter www.ahoi-mint.de.
03.08.2021, 16:54 Uhr
Ralph Bruder tritt Amt des Präsidenten an
Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg hat einen neuen Präsidenten: Der Arbeitswissenschaftler und bisherige Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt, Prof. Dr. Ralph Bruder, tritt sein Amt mit dem heutigen Tag an. Bruder war am 2. Dezember 2020 vom Senat der Universität einstimmig gewählt worden.

„Präsident der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zu sein ist gleichermaßen Freude und Ehre für mich“, erklärte Bruder. Die Universität habe mit ihrem klaren Profil in Studium, Lehre und Forschung nationale wie internationale Sichtbarkeit. Sie trage zudem auf vielfältige Weise zur Entwicklung der Region bei. „Die regionale Verankerung hat für mich eine hohe Bedeutung. Ich bin beeindruckt von der tatkräftigen Unterstützung, die unsere Universität erfährt, beispielsweise beim notwendigen Ausbau unserer Universitätsmedizin.“ Er sei gespannt, Stadt und Region besser kennenzulernen und über weitere Potenziale des Zusammenwirkens nachzudenken.

„Ganz besonders freue ich mich auch auf den persönlichen Kontakt und Austausch innerhalb unserer Universität“, betonte Bruder. Eine vertrauensvolle Kommunikationskultur sowie Gleichstellung und Vielfalt seien Voraussetzung, um die Stärken der Universität weiter auszubauen. Nicht zuletzt könnten auch die aktuellen und künftigen Herausforderungen der Corona-Pandemie nur gemeinsam bewältigt werden.

Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, dessen sechsjährige Amtszeit am 31. Juli endete, gratulierte seinem Nachfolger zum Amtsantritt.  Bruder sei als erfahrener Hochschulmanager bestens vorbereitet auf die vielfältigen Prozesse in einer sich dynamisch und sehr erfolgreich entwickelnden Universität Oldenburg, so Piper.

Zur Person:
Ralph Bruder (58), geboren in Bad Homburg v. d. Höhe, studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Darmstadt, wo er 1992 auch promovierte und als Wissenschaftlicher Mitarbeiter lehrte und forschte. Im Jahr 1996 folgte er dem Ruf an die Universität Duisburg-Essen. Dort war er bis 2005 Universitätsprofessor für das Fach Ergonomie im Design sowie Leiter des von ihm gegründeten Instituts für Ergonomie und Designforschung. Zudem war er Gründungspräsident und bis 2006 Geschäftsführer der Zollverein School of Management and Design gGmbH.

Im Jahr 2006 kehrte er als Professor für Arbeitswissenschaft und Leiter des gleichnamigen Instituts an die TU Darmstadt zurück. Als Wissenschaftlicher Direktor baute er eine Dachorganisation für den wissenschaftlichen Nachwuchs auf. Von 2014 bis 2019 war er als hauptamtlicher Vizepräsident für das Ressort Studium, Lehre und Wissenschaftlichen Nachwuchs zuständig.

Bruder war unter anderem Präsident der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft und ist aktuell Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und Mitglied zahlreicher anderer Fachorgane. Er war zudem Mitherausgeber der Zeitschrift Applied Ergonomics und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats mehrerer nationaler und internationaler Fachzeitschriften.
30.07.2021, 11:02 Uhr
Handwerkszeug für die Erwachsenenbildung
Welche Bedeutung haben Werte in der Erwachsenenbildung? Und wie lässt sich ein attraktiver Unterricht gestalten? Das vermitteln zwei Online-Seminare des C3L – Center für Lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg im September. Am Freitag und Samstag, 10. und 11. September, geht es um „Konzeption, Dramaturgie und Methodik“ in der Unterrichtsvorbereitung. Darin vermittelt der Dozent Ferdinand Soethe, Trainer und Coach für nonverbale Kommunikation und angewandte Wahrnehmungspsychologie, pädagogisches Handwerkszeug für mehr Freude am Lehren und Lernen.

Am Freitag und Samstag, 24. und 25. September, stehen Werte und Veränderungsprozesse im Fokus. Im „Werte-Workshop“ der Dozentin Maren Schleiff, Teamtrainerin und IHK-Businesscoach, reflektieren die Teilnehmenden, welche Rolle die eigenen Werte bei der Gruppenarbeit spielen. Außerdem geht es um Wertvorstellungen und Normen in der Erwachsenenbildung in Krisensituationen.

Um eine Anmeldung für das Seminar „Konzeption, Dramaturgie und Methodik“ wird bis zum 20. August gebeten. Die Kursgebühr beträgt 200 Euro. Für den „Werte-Workshop“ können sich Interessierte bis zum 3. September anmelden. Die Teilnahmegebühr beträgt 180 Euro. Eine Anmeldung ist telefonisch unter 0441/798-4421 oder per E-Mail an nq@uni-oldenburg.de möglich.
20.07.2021, 20:32 Uhr
Digitalisierung in der Hochschullehre
Universität erhält Unterstützung bei Strategieentwicklung
Zur strategischen Weiterentwicklung von innovativen, digitalen und partizipativen Lehr- und Lernszenarien wird die Universität Oldenburg ein Jahr lang durch die sogenannte „Peer-to-Peer-Strategieberatung“ des Hochschulforums Digitalisierung unterstützt. Eine Jury wählte die Universität neben vier anderen Bewerbungen aus. Die Peer-to-Peer-Strategieberatung ist ein Angebot an Hochschulen, die den digitalen Wandel in Studium und Lehre aktiv gestalten möchten. Die teilnehmenden Hochschulen werden dabei von Expertinnen und Experten anderer Hochschulen unterstützt, die selbst schon ähnliche Prozesse verantwortet und begleitet haben. Zusätzlich zu dieser individuellen Beratung setzt das Programm auf eine Vernetzung der teilnehmenden Hochschulen über Workshops und Konferenzen.

Die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales, Prof. Dr. Verena Pietzner, erklärte anlässlich der Auswahl: „Die Herausforderungen der digitalen Transformation müssen alle Hochschulen meistern. Die Peer-to-Peer-Strategieberatung ist eine hervorragende Gelegenheit, um voneinander zu lernen und gemeinsam Ideen für die Zukunft der Hochschullehre zu entwickeln“. Das Referat für Studium und Lehre hatte bereits 2019 einen entsprechenden Strategieprozess an der Universität initiiert. Bis Februar 2020 wurden in Gesprächen und Workshops mit über 150 Lehrenden und Studierenden aus allen Fakultäten Bedarfe und Ideen erarbeitet, wie die Lehre durch Digitalisierung innovativer gestaltet werden kann. Diese Impulse werden, ebenso wie die Erfahrungen aus den Corona-Semestern, Bestandteil der jetzt beginnenden Strategieberatung sein.

Das 2014 gegründete Hochschulforum Digitalisierung (HFD) ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V., des CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Es wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Peer-to-Peer Strategieberatung geht in diesem Jahr in die fünfte Runde: Seit 2017 wurden insgesamt 24 Hochschulen in dem bundesweiten Programm beraten. Die Strategieberatung richtet sich an die Hochschulleitungen, zielt jedoch darauf, alle Statusgruppen der Hochschulen in den Veränderungsprozess einzubeziehen.
20.07.2021, 20:28 Uhr
Wettbewerb für originelle Konzepte
Neue Ideen zum Lehren und Lernen: Universität zeichnet Studierende und Lehrende aus
Vom Lernen im Grünen bis hin zum Hightech-Hörsaal: Die Universität Oldenburg hat heute fünf Ideen zur Zukunft des Lehrens und Lernens ausgezeichnet. Im Ideenwettbewerb waren Studierende und Lehrende aufgerufen, originelle Konzepte und neuartige Ansätze einzureichen, die Lehre und Lernen nachhaltig verbessern. Insgesamt gingen 42 Vorschläge ein, zum Beispiel zu neuen Formen der Zusammenarbeit, zum Einsatz moderner Medien oder zur Verknüpfung von Forschung und Lehre. Schirmherrin des Wettbewerbs war Prof. Dr. Verena Pietzner, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales.

In der Kategorie „Lehrende“ ging der erste Preis, dotiert mit 1.000 Euro, an die Chemikerin Prof. Dr. Katharina Al-Shamery. Ihre Idee: Die Vorlesung zu den theoretischen Grundlagen der Thermodynamik wird durch künstlerische Anteile angereichert und die Zusammenarbeit von Studierenden naturwissenschaftlicher und künstlerischer Fächer im Zwei-Fächer-Bachelor weiter gefördert. Diese besondere Form der interdisziplinären Zusammenarbeit biete viele Anregungen auch für andere Fächer, urteilte die Jury.

Die Informatikerin Sovanna Chhoeung reichte einen Vorschlag für einen Vorlesungsraum ein, der gleichzeitig virtuell und in Präsenz genutzt werden kann. Das Ziel: Lehre und Lernen an unterschiedliche Lebenssituationen anzupassen, ohne dass die Beteiligten den persönlichen Bezug zueinander verlieren. Dieses „zukunftsweisende Konzept“ honorierte die Jury mit dem zweiten Platz, für den Chhoeung 500 Euro erhielt.

Die Idee, das Lernen ins Grüne zu verlegen, hatten sowohl die Studentinnen Jule Reese (Zwei-Fächer-Bachelor) und Jasmin Behnke (Marine Umweltwissenschaften) als auch Thore Eilers und Hilko Rosenau (Master of Education): Reese und Behnke schlugen einen Outdoor-Lerngarten vor, Eilers und Rosenau reichten ein Konzept mit dem Titel „Uni im Grünen“ ein. Sie regen an, auf dem Campus Möglichkeiten zu schaffen, um Lehrveranstaltungen und Gruppensitzungen in die Natur zu verlegen. Beide Beiträge wurden mit dem ersten Platz und je 600 Euro ausgezeichnet. Auf dem zweiten Platz landeten Leonie Neidert und Gvantsa Khutsishvili, beide studieren im Master Kunst- und Medienwissenschaft. Sie überzeugten die Jury mit ihrer Idee für eine digitale Datenbank mit Kursmaterialien für Studierende und erhielten 300 Euro Preisgeld.

Vizepräsidentin Verena Pietzner war über die Ergebnisse des Wettbewerbs hocherfreut: „Uns war wichtig, dass alle teilhaben und ihre Ideen sprudeln lassen konnten. Herausgekommen ist ein großer Fundus an Inspirationen und konkreten Anknüpfungspunkten“, erklärte sie bei der Preisverleihung, auf der die Gewinnerinnen und Gewinner Gelegenheit hatten, ihre Ideen vorzustellen. Der Jury gehörten neben Pietzner auch Prof. Dr. Martin Fränzle, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Digitalisierung, ein studentisches Mitglied sowie Mitglieder der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik an. Das Preisgericht bewertete die eingereichten Vorschläge nach den Kriterien Nutzen und Nachhaltigkeit, Neuartigkeit und Originalität sowie Reichweite oder besonderer Bedarf.

Finanziell gefördert wurde der Ideenwettbewerb von der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO).
16.07.2021, 20:41 Uhr
Von Robotern bis zu Jugendbeteiligung
Schülerhochschule vom 30. August bis zum 1. September
Eine eigene Küstenschutz-App entwickeln, einen biologisch abbaubaren Kunststoff herstellen, einen Solarflitzer bauen oder mit einem echten Roboter arbeiten – diese und weitere Einblicke in wissenschaftliche Themen können Jugendliche ab 12 Jahren am Ende der Sommerferien in Workshops der Schülerhochschule sammeln. Veranstalter ist die Innovative Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO) in Kooperation mit der Roboterfabrik Wilhelmshaven und dem Lernort Technik und Natur e.V. Von Montag, 30. August bis Mittwoch, 1. September, finden insgesamt acht Workshops auf dem Campus der Jade Hochschule in Wilhelmshaven statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich bis Mittwoch, 25. August, unter ihjo.de/schulerwissen anmelden.

Folgende Workshops stehen zur Auswahl:

Montag, 30. August, 10-14 Uhr: „Eure eigene Küstenschutz-App für das Android-Smartphone.“ Für Schüler_innen ab 14 Jahre, Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.

Montag, 30. August, 10-14 Uhr: „Kunststoffe – wichtiger Werkstoff oder Wegwerfartikel?“ Jugendliche ab 12 Jahren informieren sich zum Thema Plastik und stellen einen biologisch abbaubaren Kunststoff her.

Dienstag, 31. August, 10-14 Uhr: „Der Solarflitzer – Auf geht’s in die Mobilität der Zukunft.“ Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren bauen einen eigenen Solarflitzer.

Dienstag, 31. August, 10-14 Uhr: „Schnupperkurs Robotik in der Roboterfabrik Wilhelmshaven“. Schüler_innen ab 14 Jahren lernen, mit Industrierobotern zu arbeiten und sie zu programmieren.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Virtuelle Arbeitsplatzgestaltung“. Schüler_innen ab 15 Jahren erfahren, wie man an virtuellen Arbeitsplätzen Elektromotoren herstellt.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Mit den Ohren sehen“. Jugendliche ab 12 Jahre experimentieren mit Schall und lernen dabei, wie sich Tiere mit Schall orientieren. Außerdem programmieren sie einen Roboter mit Ultraschallsensor.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Mitgemacht – Jugendbeteiligung jetzt! Aber wie?“ Schüler_innen ab 13 Jahren entwickeln Konzepte, wie junge Leute besser in politische Entscheidungen vor Ort eingebunden werden können.

Mittwoch, 1. September, 10 bis 14 Uhr: „Virtuelle Welten“. Jugendliche ab 12 Jahren erstellen 3D-Inhalte und 360°-Bilder und betrachten diese mit einer VR-Brille.
13.07.2021, 21:18 Uhr
Ensemble Sur mit argentinischer Musik
Online-Veranstaltung auf YouTube
Zum Semesterabschluss lädt das Ensemble Sur des Instituts für Musik der Universität Oldenburg am Samstag, 17. Juli, 20.00 Uhr, auf seinen YouTube-Kanal ein. Die Online-Veranstaltung widmet sich der Musik des argentinischen Trios Aca Seca. Das studentische Ensemble für südamerikanische Musik unter Leitung von Joaquín Alem stellt Audio- und Videoproduktionen vor, die während des Sommersemesters entstanden sind. Der Pianist Andrés Beewsaert, Mitglied von Aca Seca, schaltet sich aus Buenos Aires zu.

Wer die Arbeit der Studierenden unterstützen möchte, kann ihnen eine Spende über PayPal zukommen lassen. Der Link ist am Samstagabend in der Videobeschreibung zu finden.

Weblinks
uol.de/musik
uol.de/r/Sur
www.youtube.com/channel/UCpvjx2L364PjsLss3lMcGLw
13.07.2021, 20:53 Uhr
Resilienz als Leitkonzept für nachhaltiges Wirtschaften
Projekt untersucht, wie Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber Störungen werden können
Extremwetterereignisse, politische Unruhen oder auch eine Pandemie können Wertschöpfungsketten unterbrechen und Unternehmen in Schwierigkeiten bringen. Inwieweit sich das Konzept der Resilienz – also der Widerstandskraft in schwierigen Situationen – als Leitkonzept für nachhaltiges Wirtschaften etablieren lässt, untersucht ein neues Projekt an der Universität Oldenburg. Das Forschungsteam unter Leitung des Ökonomen Prof. Dr. Klaus Fichter hat das Ziel, das Prinzip der Resilienz systematisch mit dem der Nachhaltigkeit zu verbinden und praktische Methoden und Konzepte für Unternehmen zu entwickeln. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt „Resilienz als Chance für nachhaltiges Unternehmenshandeln“ über 18 Monate mit rund 125.000 Euro.

Das Team um Fichter und Dr. Karsten Hurrelmann versteht Resilienz dabei als chancenorientierten Innovationsansatz. „Bislang wird das Resilienzkonzept in der Unternehmenspraxis fast ausschließlich in Bezug auf Risikomanagement und Risikoabwehr verwendet“, berichtet Fichter, der an der Universität den Arbeitsbereich Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit leitet. Das Forschungsvorhaben soll nun eine neue Perspektive eröffnen: Das Team sieht Resilienz als zentralen Teil des Nachhaltigkeitsprinzips, da massive Störungen der Wirtschaft nicht nur negative Folgen für die Gesellschaft haben, sondern oft auch Umweltschäden nach sich ziehen. Ziel des Vorhabens ist es, die Bedeutung des Resilienzkonzepts für nachhaltiges Unternehmenshandeln herauszuarbeiten und Managementstrategien zu entwickeln, die Resilienz und Nachhaltigkeit gleichzeitig im Blick haben. So sollen zukünftige Produkte und Dienstleistungen robuster gegenüber massiven äußeren Störungen sein als bisher. Zudem wollen Fichter und seine Kolleginnen und Kollegen praktische Methoden entwickeln, die Unternehmen, aber auch Kammern und Verbände in ihrem Nachhaltigkeits-, Klima- und Innovationsmanagement aufgreifen können.

Zu den Kooperationspartnern zählen mehrere lokale Unternehmen, Wirtschaftsverbände sowie Forschungszentren, die einen nachhaltigen Ansatz verfolgen.
09.07.2021, 14:15 Uhr
Universität Oldenburg auf dem Weg zur Klimaneutralität
Bundesumweltministerium fördert Entstehung eines Klimaschutzkonzepts
Ein ehrgeiziges Ziel: Die Universität Oldenburg will klimaneutral werden – als eine von wenigen Universitäten Deutschlands hat sie sich dazu entschlossen. Im Rahmen des Projekts „KSI: Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts für die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg“ sollen bis Mai 2023 die Klimabilanz der Universität ermittelt und Maßnahmen zum Klimaschutz entwickelt werden. Der Oldenburger Ökonom Prof. Dr. Bernd Siebenhüner leitet das Vorhaben, das vom Bundesumweltministerium innerhalb der Nationalen Klimaschutzinitiative mit rund 130.000 Euro gefördert wird. Die neu eingerichtete Position einer Klimaschutzmanagerin, angesiedelt am Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung (COAST), hat die Nachhaltigkeitsökonomin Anna Krämer inne.

„Wir freuen uns sehr, unser langjähriges Nachhaltigkeitsengagement nun zielgerichtet in ein ganzheitliches Klimaschutzkonzept mit klaren Zielen und Maßnahmen einfließen zu lassen“, sagt Jörg Stahlmann, Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen. Das Projekt sei seit dem Frühjahr 2020 auf den Weg gebracht worden. „Die Klimaschutzmanagerin Anna Krämer wird nun das breite Engagement in der Universität bündeln und konzentriert auf den Klimaschutz ausrichten.“

Das Thema Nachhaltigkeit gehört traditionell zu den Schwerpunkten der Universität in Forschung, Lehre und Verwaltung. Erst kürzlich wurde der dritte Nachhaltigkeitsbericht der Universität fertiggestellt, der von Studierende unter Leitung von Siebenhüner und seiner Mitarbeiterin Lina-Luise Hölter verfasst wurde.

Das jetzt geplante integrierte Klimaschutzkonzept will konkrete Ziele und Maßnahmen festlegen, um Emissionen zu reduzieren. Geplant sind eine umfassende Treibhausgasbilanz und Controlling-Konzepte, um den Ressourcenverbrauch kontinuierlich auszuwerten. Außerdem wird eine Strategie erarbeitet, um die Maßnahmen zu verstetigen. In den gesamten Prozess werden Akteure und Statusgruppen der Universität eng eingebunden. Der erste Konzeptentwurf soll bereits in etwa zwölf Monaten vorliegen.

Nachhaltigkeitsökonomin Krämer war bereits als Studentin wesentlich an der Initiative beteiligt. „Ich freue mich sehr, die Arbeit daran weiter vorantreiben zu können und dabei zu unterstützen, dass die Universität ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann“, sagt Krämer.

Weblinks
uol.de/klimaschutzkonzept
06.07.2021, 16:10 Uhr
Online-Befragungen zum Arbeiten im Homeoffice
Auch nach der Corona-Pandemie wird das Arbeiten im Homeoffice in vielen Betrieben und Institutionen eine zentrale Rolle spielen. Im Praxisprojekt „Arbeiten zwischen Home und Office“ finden unter der Leitung des Betriebswirtschaftlers Prof. Dr. Thomas Breisig von der Universität Oldenburg zwei Online-Befragungen statt. Im Zentrum stehen betriebliche und dienstliche Regelungen sowie Fort- und Weiterbildungen im Zusammenhang mit der Arbeit im Homeoffice. Ab sofort können Beschäftigte unter uol.de/kooperationsstelle/befragung1 und Vertreterinnen und Vertreter (Management, Betriebs- und Personalräte) von Betrieben oder öffentlichen Institutionen unter uol.de/kooperationsstelle/befragung2 an den Befragungen teilnehmen.

Ziel der Befragungen ist es, das Arbeiten im Homeoffice zu optimieren. Nach der Auswertung wird das Team die Ergebnisse allgemein zur Verfügung stellen. Die Teilnahme dauert jeweils etwa 15 Minuten und ist bis Donnerstag, 8. August, möglich. Betriebe und Institutionen können außerdem Praxiserfahrungen sowie betriebliche bzw. dienstliche Vereinbarungen zum Arbeiten im Homeoffice per E-Mail an hiltraud.grzech-sukalo@uol.de senden.

Leiter Prof. Dr. Thomas Breisig führt das Projekt „Arbeiten zwischen Home und Office“ am Lehrstuhl Organisation und Personal der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften durch. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Vorhaben. 
02.07.2021, 14:16 Uhr
Universitätspräsident Hans Michael Piper feierlich verabschiedet
Sechsjährige Amtszeit endet am 31. Juli
„Professor Piper hat in seiner sechsjährigen Amtszeit als Präsident der Universität Oldenburg viel bewegt. Er übergibt an seinen Nachfolger eine attraktive Universität mit echten Alleinstellungsmerkmalen.“ Mit diesen Worten würdigte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler den scheidenden Oldenburger Universitätspräsidenten Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper bei dessen heutiger feierlicher Verabschiedung. Zu den Gästen in Präsenz der – pandemiebedingt via Livestream ausgestrahlten – Feier gehörten neben Minister Thümler auch Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der Hochschulratsvorsitzende Jörg Waskönig und der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO), Hon.-Prof. Dr. Werner Brinker. Das Amt des Universitätspräsidenten übergibt Piper zum Monatsende an den Darmstädter Arbeitswissenschaftler Prof. Dr. Ralph Bruder, der ebenfalls an der Feierstunde im Hörsaalzentrum teilnahm.

In den zurückliegenden sechs Jahren habe die Universität unter Pipers Ägide auf vielen Feldern „wichtige Entwicklungsschritte gemacht“, lobte der Minister. Dazu zählten etwa „der Ausbau der Hochschulmedizin in Kooperation mit der Universität Groningen, der Ausbau der Sonderpädagogik und die gute Entwicklung der exzellenten Bereiche der Forschung wie der Hörforschung, den Meereswissenschaften und der Informatik“. Daneben kooperiere die Hochschule mit zahlreichen außeruniversitären Partnern, die sich in der jüngeren Vergangenheit auch verstärkt im Umfeld der Universität ansiedelten.

Oberbürgermeister Krogmann verwies auf die weiter intensivierte gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität; „dazu hat unser enges persönliches Verhältnis sehr beigetragen“. Er lobte Pipers besonders große Verdienste um die Weiterentwicklung der Oldenburger Universitätsmedizin: „Ohne sein starkes Engagement wären wir heute nicht so weit beim Auf- und Ausbau von medizinischer Forschung und Lehre.“ Als besonders wichtige Ansiedlung nannte Krogmann das Helmholtz Institut für Funktionelle Marine Biodiversität (HIFMB), da dabei die sehr enge Zusammenarbeit von Universität und Stadt zu einem weiteren großen Erfolg geführt habe. „Professor Piper hat sehr dazu beigetragen, den Forschungsstandort Oldenburg insgesamt zu stärken.“

In Pipers Amtszeit fielen nicht nur eineinhalb Jahre Corona-Pandemie, die auch die Universität in Forschung, Lehre und Transfer vor ungekannte Herausforderungen gestellt haben. In den Jahren seit seinem Amtsantritt 2015 wuchs etwa die Oldenburger Sonderpädagogik zu einem der bundesweit größten Zentren des Fachs, und die noch junge – und ebenfalls wachsende – Universitätsmedizin erfuhr eine positive Evaluation durch den Wissenschaftsrat. Der Universität gelang es, in wichtigen Förderprogrammen zu bestehen; sie wird so weiterhin neue Impulse in Forschung, Lehre und Transfer setzen können. Als Erfolge listet der druckfrische „Fortschrittsbericht 2015-2021“ der Universität etwa zentral koordinierte Millionenprojekte in Lehre und Transfer auf, Zuschläge in Professurprogrammen, wie auch das wiederholte Einwerben von Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs oder Nachwuchsforschungsgruppen. Hinzu kamen etwa der Start des großen historischen Akademieprojekts „Prize Papers“ mit 20-jähriger Laufzeit oder die fortgesetzte Förderung des Exzellenzclusters „Hearing4all“ in der Hörforschung. Auch sieht Piper die Forschungs- und Entwicklungskapazität des gesamten Nordwestens gestärkt, nachdem – neben dem HIFMB – inzwischen zwei Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nahe dem Oldenburger Campus beheimatet sind, ebenso ein Teil des Niedersachsen-Standorts des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Die hohe Innovationskraft von Universität und Region spiegelt sich zudem in der erfolgreichen Weiterentwicklung als Gründerinnen- und Gründeruniversität wider, die regelmäßig bundesweit Spitzenplätze einnimmt.

Neben den Studierendenzahlen ist auch der bauliche Umfang der Universität in den zurückliegenden sechs Jahren gewachsen. Als Neubauten kamen beispielsweise der Experimentierhörsaal und das Forschungslabor für Turbulenz und Windenergiesysteme in Wechloy hinzu, das neue Sprachenzentrum auf dem Campus Haarentor oder das Zentrum für Marine Sensorik in Wilhelmshaven. Um die Finanzierung des dringend benötigten Lehr- und Forschungsgebäudes für die Humanmedizin musste und muss die Universität zwar weiter ringen, aber der Raumbedarf für den ersten Bauabschnitt ist – auch dank Rückendeckung der Region – inzwischen genehmigt.

In seiner Rede hob der scheidende Präsident als ein Highlight seiner Amtszeit die im Herbst 2020 erfolgte Verlängerung des Kooperationsvertrags mit der Rijksuniversiteit Groningen hervor. Diese habe ihrer Partneruniversität Oldenburg tatkräftig als „Hebamme“ der neu gegründeten Universitätsmedizin zur Seite gestanden und deren Weiterentwicklung seither unterstützt. Neben dieser – nach seinen Worten – größten Herausforderung seiner Amtszeit nannte Piper auch die gemeinsam mit den sechs Fakultäten erfolgreich abgeschlossene Strukturplanung der Universität. Ziel sei es dabei gewesen, den „schier grenzenlosen Ideenreichtum unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ in eine noch schlagkräftigere Organisation einzubinden, um den wissenschaftlichen Erfolg weiter voranzubringen. Dies sei gelungen: Die gute Abstimmung innerhalb der Universität habe es ermöglicht, „dass wir in den letzten Jahren praktisch alle bedeutenden Wettbewerbe in Forschung und Lehre gewinnen konnten. Das soll uns mal einer nachmachen!“

Ehrenplaketten des Präsidenten
Piper nutzte die Feierstunde auch dafür, Mitgliedern der Universität die „Ehrenplakette des Präsidenten“ zu verleihen. Für ihre Verdienste um die Universität ehrte er

- die Hydrogeologin Prof. Dr. Gudrun Massmann als Sprecherin der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsgruppe „Dynamik des tiefen Untergrundes von Hochenergiestränden“

- die IT-Dienste unter Leitung von Herbert Greis für die schnelle Schaffung der IT-Infrastruktur für den pandemiebedingt digitalen Studienbetrieb

- die Stabsstelle Arbeitssicherheit unter Leitung von Robert Hentschke als zentrale Beratungs- und Koordinationsinstanz für Hygiene und Arbeitsschutz in der Pandemie

- den Neurogenetiker Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang als Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften

- die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten Prof. Dr. Annett Thiele, Prof. Dr. Verena Pietzner, Prof. Dr. Martin Georg Fränzle und Jörg Stahlmann.

Zur Person
Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, geboren 1952 in Kiel, studierte Medizin, Physik und Philosophie an der Universität Göttingen. Dem Diplom in Physik folgten die Promotion in Medizin und die Promotion zum Doktor der Philosophie. 1985 habilitierte sich Piper im Fach Physiologie und wurde an die Universität Düsseldorf berufen. Nach Forschungsaufenthalten in England und Kanada folgte der Wissenschaftler 1994 dem Ruf auf die Professur für Physiologie an der Universität Gießen. Dort fungierte er unter anderem als langjähriger Institutsdirektor, als Dekan sowie als Gründungsdirektor des Graduiertenzentrums Lebenswissenschaften. Von 2008 bis 2014 war Piper Rektor der Universität Düsseldorf. Bevor Piper im August 2015 sein Amt als Präsident der Universität Oldenburg antrat, war er Direktor des Instituts für Molekulare Medizin III des Universitätsklinikums Düsseldorf. 
29.06.2021, 14:23 Uhr
Doris Waskönig stiftet 500.000 Euro
Waskönig Stiftung für Studierende der Universität erhält großzügige Zustiftung
Mit Stipendien Studierende der Universität Oldenburg fördern, die sich durch besonderes Können, Initiative und Verantwortung auszeichnen – das ist seit 25 Jahren Ziel der Dr. h. c. Peter Waskönig Stiftung. Nun hat Doris Waskönig, Ehefrau des im Jahr 2017 verstorbenen Unternehmers und Gründers der Stiftung, das Grundstockvermögen der Stiftung um 500.000 Euro erweitert. Die Stiftung trägt nun den Namen Dr. h. c. Peter und Doris Waskönig Stiftung.

„Es erfüllt uns mit großem Dank und Freude, dass durch die großzügige Zustiftung von Doris Waskönig nun noch mehr begabte und gesellschaftlich engagierte Studierende unserer Universität gefördert werden können“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Michael Piper. Als visionärer Stifter und engagierter Mittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Nordwesten habe der ehemalige Vorsitzende der Universitätsgesellschaft Oldenburg, Dr. h. c. Peter Waskönig, über Jahrzehnte zur Verankerung der Universität in der Region beigetragen und dabei immer auch die Belange der Studierenden im Blick gehabt, so Piper.

„Junge Talente zu fördern, war immer eine Leidenschaft meines Mannes“, betonte Doris Waskönig. „Ich freue mich, dass – auch durch die Zustiftung – das Werk von Peter fortgeführt wird.“ Dr. Joachim Peters, Mitglied im Kuratorium der Stiftung, ergänzte: „Mit ihrer Zustiftung zeigt Doris Waskönig, dass sie das Herzensprojekt ihres Mannes – die Förderung der Universität Oldenburg und ihrer studentischen Top-Talente – nicht nur unterstützt, sondern deutlich stärken und ausbauen möchte.“

Seit Gründung im Jahr 1996 hat die Stiftung insgesamt 74 Studierende gefördert. Gut zwei Drittel von ihnen waren Frauen. Knapp ein Viertel der Geförderten hat promoviert, zwei von ihnen haben eine Professur inne. Um eine Förderung bewerben können sich alle an der Universität Oldenburg eingeschriebenen Studierenden. Bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten legt das Kuratorium der Stiftung unter Leitung von Jörg Waskönig besonderen Wert auf akademische Leistungen, ehrenamtliches Engagement und die Persönlichkeit der Studierenden. Die Geförderten erhalten monatlich 500 Euro über einen Zeitraum von sechs Monaten. 
25.06.2021, 10:59 Uhr
Weiterbildung in Mediation und Konfliktmanagement
Bewerbung ab sofort möglich
Ob in Familien, Unternehmen oder anderen gesellschaftlichen Bereichen – mit Hilfe einer Mediation lassen sich viele Konflikte schnell und einvernehmlich lösen. Eine berufsbegleitende Weiterbildung zu dem außergerichtlichen Verfahren startet im November am C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg. Für das Kontaktstudium „Mediation und systemisches Konfliktmanagement“ können sich Interessierte bis Ende August bewerben.

Das postgraduale Programm richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Kompetenzen im Umgang mit Konflikten und mediativen Führungsstilen erwerben möchten. Es qualifiziert zudem für eine freiberufliche Tätigkeit als Mediatorin oder als Mediator. Das vier Semester umfassende Kontaktstudium schließt mit einem Universitätszertifikat ab und entspricht der Ausbildungsverordnung für Zertifizierte Mediatorinnen und Mediatoren (RVO). Zudem ist eine Mehrfachzertifizierung bei anerkannten Fachverbänden möglich.

Mediatorinnen und Mediatoren unterstützen die Beteiligten dabei, das Konfliktgeschehen zu verstehen und tragfähige Lösungen zu finden. Für diese Aufgaben werden in der interdisziplinär ausgerichteten Weiterbildung nicht nur Theorie und Methodik vermittelt. Das Kontaktstudium unter der wissenschaftlichen Leitung von Privatdozent Dr. Joseph Rieforth umfasst zudem Selbsterfahrungselemente, Praxissupervision, individuelles Coaching sowie Netzwerk- und Alumniveranstaltungen.

Weitere Infos unter https://uol.de/c3l/mediation.
25.06.2021, 10:41 Uhr
Familiengerechte Hochschule: Universität Oldenburg erhält erneut Qualitätssiegel
Zum sechsten Mal in Folge hat die Universität Oldenburg das Zertifikat „Familiengerechte Hochschule“ erhalten, das für jeweils drei Jahre vergeben wird. 2004 erhielt die Universität erstmals das Qualitätssiegel, das ein „nachhaltiges Familienbewusstsein“ bescheinigt. Die Universität Oldenburg war damit die erste in Niedersachsen, die das Zertifikat von der berufundfamilie gGmbH erhielt und zählte zu den ersten zehn ausgewiesen „familiengerechten“ Hochschulen bundesweit. 2014 trat sie zudem dem Best-Practice-Club „Familie in der Hochschule“ bei.

Die Universität ist vor allem bei der Kinderbetreuung gut aufgestellt. Zusätzlich zu den Kindertagesstätten des Studentenwerks gibt es weitere Angebote der Universität für Beschäftigte und Studierende, unter anderem eine Ferienbetreuung für Drei- bis Zwölfjährige während der Schulferienzeiten sowie eine flexible Nachmittagsbetreuung. Zuletzt hat das Universitätspräsidium außerdem das Betreuungsangebot um eine unieigene Großtagespflege auf dem Campus Haarentor ergänzt. Der Familienservice der Universität hat zudem weitere Familienthemen wie etwa die Pflege Angehöriger oder die Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Pflichten für Väter verstärkt in den Blick genommen. Für die Zukunft ist geplant, den Beratungsservice und spezifische Angebote für verschiedene Zielgruppen, beispielsweise für den wissenschaftlichen Nachwuchs, weiter auszubauen.

Die Würdigung fand am Dienstag, 22. Juni, vor dem Hintergrund der Pandemie als Online-Veranstaltung statt. Insgesamt haben in den vergangenen zwölf Monaten 287 Arbeitgeber – davon 34 Hochschulen – das audit berufundfamilie oder das audit familiengerechte Hochschule erfolgreich durchlaufen.
22.06.2021, 15:41 Uhr
Angehörige von Menschen mit Demenz für Online-Gruppendiskussionen gesucht
Erfahrungsaustausch zum Thema osteuropäische Betreuungshilfen
Für ein Forschungsprojekt sucht ein Team des Departments für Versorgungsforschung der Universität Oldenburg Angehörige von Menschen mit Demenz. Konkret geht es um Betroffene, die ihre Angehörigen zu Hause versorgen oder versorgen wollen und Erfahrungen mit osteuropäischen Betreuungshilfen haben oder über diese Form der Versorgung nachdenken. Das Team aus Gesundheitswissenschaften und Ethik will in einer Online-Gruppendiskussion die Erfahrungen und Eindrücke der Angehörigen in dieser herausfordernden Situation sammeln. Ziel des Projekts ist, die Lage der betroffenen Familien zunächst besser zu beschreiben und letztlich Empfehlungen für politische Entscheidungsträger zu formulieren.

Wer sich für eine Teilnahme an der Online-Gruppendiskussion interessiert oder mehr über die Studie erfahren möchte, kann sich an die Studienleiterin Dr. Milena von Kutzleben wenden: milena.von.kutzleben@uol.de.
22.06.2021, 15:40 Uhr
Europaweite Onlinebefragung zur Angehörigenpflege
Forschende der Uni Oldenburg suchen Teilnehmende
Welche Herausforderungen bringt die Pflege von nahestehenden Personen mit sich? Und wie erleben dies die pflegenden Angehörigen sowie die hilfe- und pflegebedürftigen Personen selbst? Diese Frage steht im Mittelpunkt der europaweiten Studie ENTWINE iCohort. Für eine Online-Befragung im Rahmen des Vorhabens sucht die Abteilung Organisationsbezogene Versorgungforschung der Universität Oldenburg nun Teilnehmende in Deutschland. Die Befragung richtet sich an Angehörige, die sich um ein pflege- oder hilfebedürftiges Familienmitglied oder eine andere nahestehende Person selbst kümmern oder die entsprechende Versorgung, zu Hause oder im Pflegeheim, organisieren. Außerdem können Personen teilnehmen, die von einem Angehörigen oder einer anderen nahestehenden Person gepflegt oder versorgt werden.

Ziel des Vorhabens ist, aus Sicht pflegender Angehöriger und hilfe- und pflegebedürftiger Personen die Herausforderungen, das beiderseitige Erleben familiärer Pflege und die Bereitschaft zum Leisten informeller Pflege zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, innovative Lösungen zur Unterstützung von Pflegebedürftigkeit betroffener Familien in Europa zu entwickeln. Die Studie wird in Deutschland, Griechenland, Italien, Irland, Israel, Polen, Schweden, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich von einer Gruppe junger Forschender durchgeführt und von der Europäischen Union im Rahmen der Marie-Sk?odowska-Curie-Maßnahmen finanziert.

Hier geht es zur Onlinebefragung:  qn4431.customervoice360.com/uc/icohort_elig/?a=de_DE&b=0&c=-77&d=0Inhalt.
18.06.2021, 19:23 Uhr
Berufsbegleitender MBA für Bildungs- und Wissenschaftsmanagement mit neuer Struktur
Zwei neue Profile / CAS-Zertifikat für jedes Modul
Im kommenden Wintersemester können im berufsbegleitenden Master „Bildungs- und Wissenschaftsmanagement“ erstmals zwei Profile gewählt werden. Studierende spezialisieren sich auf Hochschul- und Wissenschaftsmanagement oder auf Bildungsmanagement und -technologien. Das Studium am C3L – Center für Lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg lässt sich weitgehend online absolvieren. Mit dem Master of Business Administration (MBA) können Absolventinnen und Absolventen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen leiten und strategisch entwickeln oder digitale Lernformate etablieren.

Dank der neuen Studienstruktur erwerben Studierende mit jedem erfolgreich absolvierten Modul ein Certificate of Advanced Studies (CAS). Alle Module des MBA lassen sich auch einzeln als Weiterbildung belegen und für ein späteres Studium voll anrechnen. Außerdem können beruflich erworbene Kompetenzen für den Master angerechnet werden und so die Studiendauer verkürzen. Das Studium umfasst 90 Kreditpunkte und kann regulär berufsbegleitend in vier Semestern abgeschlossen werden. Hinzu kommt die Abschlussarbeit. Für das kommende Wintersemester können sich Interessierte noch bis zum 1. September bewerben. Weiterbildungsinteressierte können sich bis zum Start eines Moduls anmelden.

Studierende qualifizieren sich je nach gewähltem Profil entweder für Leitungsaufgaben in Hochschulen, Forschung und Wissenschaft oder für das Bildungsmanagement in Schulen, Betrieben und der Weiterbildung. Bei letzterem liegt ein Fokus auf digitalen Lern- und Lehrtechnologien. In beiden Profilen vermitteln Fachleute betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie rechtliche, politische und ökonomische Rahmenbedingungen von Wissenschaft und Bildung. Die berufstätigen Studierenden profitieren von praxisorientierter Projektarbeit und dem engen Austausch mit Lehrenden und Mitstudierenden.
17.06.2021, 17:39 Uhr
Schwefel fördert Kohlenstoffspeicherung im Schwarzen Meer
Oldenburger Studie findet neue Erklärung, warum sich organische Verbindungen in sauerstofffreien Meeresgebieten ansammeln
Das Schwarze Meer ist ein ungewöhnliches Gewässer: Unterhalb von 150 Metern Wassertiefe enthält es keinen freien Sauerstoff, höheres Leben kann dort nicht existieren. Das Binnenmeer speichert gleichzeitig vergleichsweise viel organischen Kohlenstoff. Eine neue Hypothese dazu, warum sich organische Verbindungen in den Tiefen des Schwarzen Meeres – und anderen sauerstofffreien Gewässern – anreichern, stellt ein Forscherteam um Dr. Gonzalo Gomez-Saez und Dr. Jutta Niggemann vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg nun in der Zeitschrift Science Advances vor. Demnach spielen Reaktionen mit Schwefelwasserstoff eine wichtige Rolle dabei, die Kohlenstoffverbindungen zu stabilisieren. „Dieser Mechanismus trägt offenbar dazu bei, dass im Schwarzen Meer mehr als doppelt so viel organischer Kohlenstoff im Wasser vorhanden ist wie in sauerstoffreichen Meeresgebieten“, berichtet Niggemann. Es handele sich um eine negative Rückkopplung im Klimasystem, die über geologische Zeiträume einer Erwärmung der Erde entgegenwirken könne.

Im Schwarzen Meer, dessen Fläche fast so groß ist wie Frankreich, herrschen seit rund 7.000 Jahren Bedingungen, wie sie heute nur in wenigen anderen Meeresregionen der Erde vorkommen: Eine stabile Schichtung verhindert weitgehend, dass sich Oberflächen- und Tiefenwasser vermischen. In den oberen 150 Metern befindet sich salzarmes und sauerstoffreiches Wasser, das überwiegend aus Flüssen wie der Donau stammt. Darunter sammelt sich schweres, salzreiches Wasser, das über den Bosporus aus dem Mittelmeer ins Schwarze Meer strömt. „Wenn man Wasserproben aus den tieferen Bereichen des Schwarzen Meeres öffnet, fällt man fast um, weil es extrem nach faulen Eiern riecht“, berichtet Niggemann. An der Oberfläche deute dagegen nichts darauf hin, dass das Schwarze Meer ein stagnierendes Gewässer ist, in dem Bakterien aufgrund des Sauerstoffmangels den übelriechenden Schwefelwasserstoff produzieren.

Dieses reaktionsfreudige Molekül, so zeigt die neue Studie, geht Verbindungen mit Substanzen aus einer vielfältigen Gruppe kohlenstoffhaltiger Stoffe ein, die in jedem Liter Meerwasser enthalten sind: dem gelösten organischen Material (englisch: dissolved organic matter, DOM). Dabei handelt es sich um eine komplexe Mischung zahlloser unterschiedlicher Moleküle. Sie stammen aus zersetzter organischer Materie oder dem Stoffwechsel von Bakterien. „Wir konnten sehr klar zeigen, dass Schwefelwasserstoff direkt im Wasser mit dem extrem verdünnten organischen Material reagiert“, berichtet Niggemann. Die Reaktionsprodukte sind wiederum langlebiger als die Ausgangsstoffe und reichern sich daher im Wasser an.

Das Team verglich Wasserproben von unterschiedlichen Stellen innerhalb und außerhalb des Schwarzen Meeres. Anhand verschiedener Untersuchungsmethoden, unter anderem mit dem ultrahochauflösenden Massenspektrometer der Oldenburger Forschungsgruppe für Marine Geochemie, konnten die Forschenden das gelöste organische Material genauer charakterisieren. Sie stellten fest, dass knapp ein Fünftel aller organischen Moleküle in den sauerstofffreien Bereichen des Schwarzen Meeres Schwefel enthielten – deutlich mehr als in anderen Meeren. Zudem wies das Team nach, dass ein hoher Anteil dieser Verbindungen nur dort vorkommt. Die Schlussfolgerung: Die schwefelhaltigen Substanzen entstehen neu vor Ort durch chemische Reaktionen im schwefelwasserstoffhaltigen Wasser.

Da das gelöste organische Material einen gewaltigen Kohlenstoffspeicher bildet – in allen Weltmeeren zusammen ist ungefähr genauso viel Kohlenstoff gelöst wie sich in Form von CO2 in der Atmosphäre befindet – ist das Ergebnis der aktuellen Studie auch für das Klima von Bedeutung: „Das Volumen sauerstofffreier Ozeanregionen hat sich von 1960 bis 2010  vervierfacht. Daher könnte dieser schwefelbasierte Mechanismus zur Speicherung von Kohlenstoff in Zukunft einen Einfluss auf die Ozeanchemie haben“, so Hauptautor Gomez-Saez. Unter aktuellen Bedingungen sei diese Rückkopplung allerdings zu schwach, um den Klimawandel merklich zu beeinflussen. In der geologischen Vergangenheit gab es indessen mehrfach Perioden, in denen in einem Großteil der Ozeane Sauerstoffmangel herrschte. Damals könnte der Effekt dazu beigetragen haben, langfristig Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen.

Die Wasserproben aus dem Schwarzen Meer stammten von einer Fahrt des Forschungsschiffs Maria S. Merian. An der Studie waren neben dem ICBM-Team Forscherinnen und Forscher des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen beteiligt.

Originalveröffentlichung: Gonzalo V. Gomez-Saez et al: “Sulfurization of dissolved organic matter in the anoxic water column of the Black Sea”, Science Advances, 7, eabf6199. DOI: 10.1126/sciadv.abf6199
17.06.2021, 17:06 Uhr
Weiterbildung in der Jugendhilfe
Diakonisches Werk vergibt zwei Stipendien
Im Oktober startet der nächste Durchgang der berufsbegleitenden Weiterbildung „PsychoSoziales Handeln (PSH) in der Jugendhilfe“ am C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg. Als Kooperationspartner vergibt das Diakonische Werk zwei Stipendien, auf die sich Interessierte bewerben können. Das Programm richtet sich sowohl an Nachwuchskräfte in der Jugendhilfe als auch an Interessierte mit Berufserfahrung oder einem Bachelorabschluss im Sozial- und Gesundheitsbereich. Eine Bewerbung für das Programm ist noch bis Ende August möglich.

Bei der Weiterbildung steht die präventive und interventionsorientierte Zusammenarbeit mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und weiteren Bezugspersonen im Vordergrund. Innerhalb von achtzehn Monaten werden die Teilnehmenden befähigt, Systemische Therapie und Beratung anzuwenden, um den Herausforderungen in ihrem Berufsfeld professionell begegnen zu können.

Das C3L hat das Programm unter der wissenschaftlichen Leitung von Privatdozent Dr. Joseph Rieforth in Kooperation mit dem Diakonischen Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V. entwickelt. Nach Abschluss der Weiterbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen ein Übergang in die Kontaktstudiengänge „Systemische Beratung, Familien- und Systemtherapie“ sowie „Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung“ und „Mediation und Systemisches Konfliktmanagement“ des C3L möglich.
28.05.2021, 19:41 Uhr
Die Universität als Lernort im digitalen Zeitalter
Stiftung fördert Oldenburger Projekt zur digitalen Transformation
Die Universität Oldenburg will das Studium durch neue digitale und hybride Lehr-Lernformate erweitern und umgestalten. Dabei sollen Studierende und Lehrende aktiv mitwirken. Dieses Ziel verfolgt das Projekt participate@UOL („Partizipation in Studium und Lehre durch digitale und hybride Formate stärken“) unter Leitung von Prof. Dr. Verena Pietzner, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales, und Isabel Müskens, Leiterin des Referats Studium und Lehre. Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert das Vorhaben ab August mit rund vier Millionen Euro über drei Jahre. Darüber hinaus ist die Universität Oldenburg am Verbundprojekt SOUVER@N („Souver@nes digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen“) beteiligt, das die Universität Osnabrück leitet.

„Wir sehen es als zentrale Aufgabe der nächsten Jahre an, das traditionelle Modell der Präsenzuniversität mit digitalen Innovationen weiterzuentwickeln und dadurch Studium und Lehre in kreativer Form neu zu gestalten“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper. Im Projekt participate@UOL gelte es, das Studium durch neue Zugänge, Darstellungsweisen und Interaktionsmöglichkeiten anzureichern.

Die Leitidee dabei ist, die Mitwirkung von Studierenden und Lehrenden in digitalen und hybriden Formaten zu stärken. „Wir wollen die Universität im digitalen Zeitalter als Lernort ohne Hürden gestalten und Studierende wie Lehrende zur Partizipation ermutigen“, betont Pietzner. Anhand von Planungsdokumenten sowie Online-Befragungen zur digitalen Lehre hat die Universität eine Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt. Als Ergebnis identifizierte das Projektteam vier Bereiche, deren Ausbau den Schwerpunkt des Projekts participate@UOL bildet.

Im Entwicklungsbereich „Digitale Begleitangebote“ geht es um einen digitalen Wegweiser, der Studierende in verschiedenen Phasen ihres Studiums Orientierung gibt, etwa zum Studienbeginn oder bei der Studienorganisation. Andere digitale Elemente sollen Studierenden beispielsweise dabei helfen, sich sozial zu vernetzen oder sich für die Universität zu engagieren. „Wir wollen sicherstellen, dass Studierende von ihrem ersten Studientag an ein aktiver Teil der Universität sind“, so Projektleiterin Müskens.

Im zweiten Entwicklungsbereich „Freiräume für digitales Lernen und Lehren“ sollen unter Mitwirkung von Studierenden und Lehrenden neue digitale und hybride Lern- und Lehrformate entstehen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Forschenden Lernen. So können Studierende in Zukunft in einem „Learning Lab“ das selbstorganisierte Lernen mit digitalen Tools erproben. Lehrenden stehen „Teaching Labs“ zur Verfügung, in denen sie gemeinsam mit ihren Studierenden digitale und hybride Lehr-Lernsettings erarbeiten und erproben können, darunter auch Prüfungssysteme. Das Projekt unterstürzt Lehrende zudem dabei, frei verfügbare Lerninhalte, sogenannte Open Educational Resources, in ihre Lehre einzubinden.

Im dritten Entwicklungsbereich „Virtuelle Räume“ will die Universität Technologien wie Augmented Reality nutzen, also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Ein mögliches Beispiel sind ferngesteuerte Labore, die es Studierenden ermöglichen, sich Sachverhalte selbständig zu erschließen.

Der vierte Bereich, „Support digitaler und hybrider Lehre“, hat das Ziel, ein Portal zu entwickeln, das alle Einrichtungen der Universität vereint, die Lehrende und Studierende bei ihren Aufgaben unterstützen. So bietet das Portal den Nutzerinnen und Nutzern an einem Ort Zugang zu allen Serviceleistungen, von Informationen bis zu persönlichen Beratungen und Schulungen.

Im Verbundprojekt SOUVER@N der Universität Osnabrück koordiniert die Universität Oldenburg ein Arbeitspaket zu geteilten Lehr-Lernmaterialien. Ziel ist es, digitale Lehrinhalte arbeitsteilig zu entwickeln, beispielsweise bestimmte Qualifikationen für das Lehramt Grundschule oder Materialien, um studentische Tutorinnen und Tutorinnen bei der digitalen Lehre zu unterstützen. Darüber hinaus soll eine Sammlung mit vorbildlichen Lehr/-Lernkonzepten nach Fächern und Zielgruppen geordnet allgemein verfügbar gemacht werden, etwa über das niedersächsische Portal für Open Educational Resources.

Die neue Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ wurde im November 2020 von Bund und Ländern gemeinsam auf den Weg gebracht. Sie soll die Lehre an deutschen Hochschulen dauerhaft stärken, Innovationen ermöglichen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Lehre erhöhen. Jetzt gab die Stiftung die ersten 139 Förderprojekte zur Digitalisierung in der Hochschullehre bekannt. Insgesamt stehen dafür bis zu 330 Millionen Euro zur Verfügung.
28.05.2021, 19:28 Uhr
Vorreiterinnenrolle bei Gender Studies
20 Jahre Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Oldenburg
Vor 20 Jahren, im Mai 2001, wurde es an der Universität Oldenburg eröffnet: das Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZFG). Es war niedersachsenweit das erste Zentrum dieser Art, bundesweit gab es nur wenige Vorbilder. Seither bildet das ZFG den Mittelpunkt der universitären Frauen- und Geschlechterforschung, bündelt Aktivitäten, entwickelt Fragestellungen und Projekte und vernetzt die Forschenden. „Das ZFG hat eine Vorreiterrolle dabei eingenommen, die Gender Studies zu etablieren. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten bereichert es die Forschungslandschaft in diesem bedeutenden Feld“, sagt Prof. Dr. Annett Thiele, Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung.

Bereits seit 1997 existierten an der Universität zwei Studiengänge zur Geschlechterforschung – das  Magister-Nebenfach „Frauen- und Geschlechterforschung“ sowie der Aufbaustudiengang „Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien“. Sie zählten zu den bundesweit ersten Studiengängen in diesem Feld. Mit der Gründung des ZFG wagte die Universität eine weitere hochschulpolitische Innovation, um die interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung in Oldenburg zentral zu bündeln. Gründungsdirektorin war die kürzlich verstorbene Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Heike Fleßner.

Der Forschungsschwerpunkt des ZFG lag zunächst in den Sozial- und Erziehungswissenschaften. Von Beginn an nahmen die Forschenden dabei inter- und transdisziplinäre sowie transnationale und transkulturelle Perspektiven ein. Die Forschungsprojekte reichten von regionalen Vorhaben bis zu internationalen Kooperationen. Bis heute arbeitet das ZFG mit verschiedenen Forschungseinrichtungen in Indien oder in afrikanischen Ländern, etwa Südafrika, Marokko und Sudan, zusammen. Von 2001 bis 2010 förderte das Maria-Goeppert-Mayer-Programm für internationale Frauen- und Genderforschung des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums zahlreiche internationale Gastprofessuren am ZFG.

Seit 2009 ist das Zentrum an der Fakultät III – Sprach- und Kulturwissenschaften angesiedelt. Das damalige Leitungsteam aus den Kunsthistorikerinnen Prof. Dr. Silke Wenk und Prof. Dr. Barbara Paul sowie der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Melanie Unseld entwickelte in dieser Zeit ein kulturwissenschaftliches Profil. Derzeitige Direktorin ist die Historikerin Prof. Dr. Almut Höfert.

Bis heute fördert das Forschungszentrum besonders den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Geschlechterforschung und den Queer Studies, etwa durch Graduiertenkollegs oder den jährlichen Genderforschungstag. Darüber hinaus unterstützt das ZFG den forschungsorientierten Bachelor-Studiengang Gender Studies. Die seit 2017 bestehende Veranstaltungsreihe „Wo Gender brennt: Aktuelle Relevanz der Geschlechterforschung in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft“ sowie zwei Publikationsreihen vermitteln der interessierten Öffentlichkeit aktuelle Forschungsergebnisse der Geschlechterstudien – etwa zur Auswirkung der Digitalisierung auf Geschlechtergerechtigkeit bei der Jobbesetzung oder die Rolle von Frauenbewegungen im Arabischen Frühling.

„Die Arbeit des ZFG zeigt, dass wir nach wie vor eine zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für das interdisziplinäre Gebiet der Gender- und Queer-Forschung brauchen, denn allzu häufig fallen diese Anliegen aus dem disziplinären Raster“, betont ZFG-Direktorin Almut Höfert. Der 20-jährige Geburtstag des ZFG soll im Mai 2022 mit einer internationalen Konferenz gefeiert werden – coronabedingt um ein Jahr verschoben.
21.05.2021, 19:47 Uhr
Online-Workshop zu Design Thinking im Gesundheitsmanagement
Die Methode des Design Thinking kennenlernen und  mit ihr neue Ideen zur Gesundheitsförderung entwickeln – das können Wirtschaftsvertreter_innen und Gründungsinteressierte bei dem kostenlosen Online-Workshop „Healthy Visions“. Die von der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg!, dem Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg und der BARMER Krankenkasse organisierte Veranstaltung erstreckt sich über drei Tage: Sie findet am Donnerstag, 10. Juni, von 9:00 bis 12:00 Uhr sowie am Freitag, 11. Juni und Montag, 14. Juni, jeweils von 9:00 bis 15:00 Uhr statt. Interessierte können sich bis zum 3. Juni unter ihjo.de/innovationswerkstatt/veranstaltungen anmelden.

Design Thinking ist eine Methode zur Entwicklung von Innovationen, die sich insbesondere durch eine starke Nutzerorientierung und die Arbeit in multidisziplinären Teams auszeichnet. Der Design Thinking Coach Göran Hielscher stellt den Ansatz vor und begleitet die Teilnehmenden anschließend dabei, eigene Prototypen für Innovationen zu entwickeln, die mehr Gesundheit im Alltag oder Beruf ermöglichen. Zum Abschluss des Workshops präsentieren die Teilnehmenden ihre Ideen und erhalten Feedback von Expert_innen der BARMER und Gründungsberater_innen.
19.05.2021, 18:10 Uhr
Mehr Beratung für Studierende mit Berufserfahrung
Anrechnungsprozess für beruflich erworbene Kompetenzen wird vielfältiger und flexibler
Die Universität Oldenburg verbessert weiter die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung: Für Studierende mit Berufserfahrung ist es nun noch leichter, sich zuvor erworbene Kompetenzen für das Studium anrechnen zu lassen. Neben der persönlichen Beratung vor Ort bietet der entsprechende Service der Hochschule seit Kurzem auch digitale Tools und Formate an. So können Studierende, die eine Ausbildung absolviert haben oder zuvor im Berufsleben standen, Informationen und Beratung orts- und zeitunabhängig einholen. Das erweiterte Beratungsangebot ist ein Ergebnis des demnächst zu Ende gehenden Projekts PLAR – Blended Counselling für beruflich Qualifizierte (PLAR-BCBQ) unter Leitung des Mediendidaktikers Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter.

Die Abkürzung PLAR steht dabei für „Prior Learning Assessment and Recognition“, ein weltweit verbreitetes Konzept, das auch informell erworbene Fähigkeiten anerkennt. Die Universität Oldenburg war 2017 deutschlandweit die erste Hochschule, die alle Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anrechnungsangelegenheiten in einer zentralen Einrichtung bündelte – dem PLAR-Service. Dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüfen, ob beruflich erworbene Kompetenzen gleichwertig zu Lernergebnissen des Studiums sind. Die Studierenden müssen dafür ein Portfolio einreichen, in dem sie ihre bisherigen Qualifikationen und Erfahrungen darstellen.

Bei dieser Aufgabe werden sie nun durch eine Online-Simulation unterstützt, die im Projekt PLAR-BCBQ entstanden ist. Zu den neuen Angeboten zählt außerdem eine gemeinsame Online-Sprechstunde des PLAR-Service und des Akademischen Prüfungsamts. Eine weitere Verbesserung: Die Zentrale Studienberatung der Universität bietet einen digitalen Wegweiser sowie ein Online-Seminar für beruflich qualifizierte Studierende und Studieninteressierte.

Die Nachfrage nach den Angeboten des PLAR-Service ist groß: Seit 2017 führten die Mitarbeitenden etwa tausend Beratungen durch und bearbeiteten rund 300 Portfolios. Bei dieser Aufgabe erhalten sie nun Unterstützung durch ein Online-Tutorial, das es ermöglicht, berufliche Kompetenzen zügig und rechtssicher erfassen und beurteilen zu können.

Im Projekt PLAR-BCBQ kooperieren verschiedene Einrichtungen der Universität, darunter das C3L – Center für lebenslanges Lernen, der Kompetenzbereich Anrechnung, das Akademische Prüfungsamt und das Referat Studium und Lehre. Eingebunden sind zudem Bildungsberatungsstellen und Berufsbildende Schulen aus der Region. Sie erhielten Schulungen, um berufsqualifizierte Studieninteressierte mit Erstinformationen versorgen zu können. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium und der Europäische Sozialfonds (ESF) haben PLAR-BCBQ innerhalb des Förderprogramms „Öffnung von Hochschulen“ über zwei Jahre mit rund 300.000 Euro gefördert. Das Programm unterstützt Angebote, die Studien- und Weiterbildungsinteressierten mit und ohne Abitur den Zugang zu einem Hochschulstudium erleichtern.