Haarentor
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14.04.2022, 16:07 Uhr
Seniorenakademie bietet Gehirnjogging und mehr
Kooperationsprojekt von inForum und Jade Hochschule als digitaler Workshop
Im Herbst 2021 fand zum ersten Mal eine Seniorenakademie zur Gesundheitsförderung und Prävention im Bereich kommunikativer Fähigkeiten als Kooperation zwischen der Bildungs- und Kultureinrichtung inForum und der Jade Hochschule statt – nun gibt es in diesem Frühjahr eine Neuauflage in digitaler Form: Auftakt ist am 2. Mai, die weiteren Workshop-Termine sind am 16. und 30. Mai, jeweils montags von 10 bis 12 Uhr. Im Rahmen des dreiteiligen interaktiven Workshops werden diesmal Veränderungen im gesunden Alterungsprozess thematisiert und kommunikative Fähigkeiten gefördert. Mit etwas Gehirnjogging werden in lockerer Atmosphäre auch Schnelligkeit und Konzentration trainiert. Angeboten wird der Workshop von Studierenden der Jade Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Tanja Grewe. Anmeldeschluss ist am 25. April.

Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es online unter www.oldenburg.de/inforum oder im inForum-Programmheft zum Sommersemester 2022. Fragen zur Veranstaltung beantwortet der Fachdienst Bürgerschaftliches Engagement im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, telefonisch unter 0441-235-2781 oder per E-Mail an inforum@stadt-oldenburg.de.
08.04.2022, 15:42 Uhr
Dobbenwiesen: Alles im grünen Bereich?
Über Eigenverantwortung, Schilder, Toilettenwagen, Müllbehälter und Nutzungssatzung
Sie sind eine kleine grüne Oase inmitten unserer belebten Stadt und werden besonders gerne bei gutem Wetter von jungen Menschen für Treffen angesteuert: die Dobbenwiesen. Doch warum liegt dort immer wieder Müll herum? Wieso müssen manche, mitunter alkoholisiert, die ganze Nachbarschaft beschallen? Warum wird in Gärten uriniert? Kurzum: Warum verhalten sich manche Besucherinnen und Besucher respektlos und rücksichtlos gegenüber anderen und der Natur?

Es sind Grundsatzfragen, die sich hier stellen – und die leider immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion um die Dobbenwiese stehen. Denn neben allem Verständnis, das Leben zu feiern und mit Freunden gemeinsam Spaß zu haben, muss auch bedacht werden: Wir sind nicht alleine auf der Welt – doch manche verhalten sich leider genauso. Besonders auf der Dobbenwiese.

Was tut die Stadtverwaltung dagegen?
Einiges: Die Stadt Oldenburg appelliert auf mehreren neuen Hinweisschildern, wie man sich auf den Dobbenwiesen verhalten soll. Mittlerweile erinnern etwa 20 Schilder rund um die Dobbenwiesen und den Kaiserteich an die neuen geltenden Regeln. Zahlreiche, auffällig orange markierte Mülleimer mit 240 Liter Fassungsvermögen sind rund um die Dobbenwiesen verteilt – nahezu unübersehbar für jede Besucherin und jeden Besucher der Grünanlage. Und dennoch sammeln nach jedem sonnig-warmen Wochenende Mitarbeitende der Stadtgrünpflege auf den Dobbenwiesen den Müll anderer auf, die eigentlich dafür zuständig wären – sich aber offensichtlich nicht zuständig fühlen.

Dazu kommen Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern, bei denen in die Gärten oder an die Zäune uriniert wird. Die Stadtverwaltung hat deshalb, wie bereits in den warmen Monaten des vergangenen Jahres, erneut einen Toilettenwagen aufgestellt, der in der zweiten Osterferienwoche betriebsbereit ist und regelmäßig gereinigt wird. Und nicht zuletzt gibt es immer wieder Anrufe wegen Ruhestörungen, bevorzugt in den späten Abendstunden am Wochenende. Um den Problemen Herr zu werden, wurde schließlich eine Nutzungssatzung mit Konsequenzen bei Nichteinhaltung beschlossen – übrigens unter Beteiligung von Anliegerinnen und Anliegern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Jugend.

Für deren Einhaltung sollen unter anderem Kontrollen vor Ort sorgen – und so Ruhestörern, Wildpinklern und Umweltsündern den Spaß an ihrem fragwürdigen Verhalten verderben.

Wie geht es weiter?
Die Kontrollen, die bereits im vergangenen Jahr durchgeführt wurden, sollen an warmen Tagen verstärkt werden. Auch der gezielte Einsatz von Streetworkern oder Jugendscouts steht im Raum. Aber die Arbeit vor Ort geht noch weiter: Um spannendere Alternativen im Stadtbereich für die Jugend zu bieten, befasst sich auch der Jugendhilfeausschuss mit der Thematik. Viele Lösungsansätze und Angebote also, um das Grundproblem an der Wurzel zu packen: die Eigenverantwortung und das Umweltbewusstsein zu stärken. Für ein sauberes Oldenburg – auch und vor allem auf den Dobbenwiesen.
18.03.2022, 13:35 Uhr
Dobbenwiese: Gegenseitige Rücksicht ist das oberste Gebot
Nutzungssatzung gilt an allen Wochentagen – Keine Geräuschverstärker erlaubt
Die Dobbenanlagen haben sich in den vergangenen Jahren, insbesondere an warmen Tagen und im Sommerhalbjahr, zwar zu einem über die Stadtgrenzen hinaus beliebten Treffpunkt entwickelt – sie sind jedoch auch zu einem Schwerpunkt der Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern geworden. Anliegerinnen und Anlieger des Bereichs an den Dobbenanlagen, Vertreterinnen und Vertreter der Jugend sowie Polizei und Mitarbeitende der Stadtverwaltung haben sich auf eine Nutzungssatzung verständigt, die der Rat in seiner vergangenen Sitzung beschlossen hat. Die Regeln gelten an allen Wochentagen und damit auch an Feiertagen und in Ferienzeiten.

„Rücksichtsvolles Verhalten aller ist das oberste Gebot im öffentlichen Raum – auch auf den Dobbenwiesen. Jede und jeder soll die Möglichkeit bekommen, sich hier zu erholen, zu entspannen oder sich sportlich zu betätigen. Aber bitte mit Verständnis für andere Menschen und die Natur. Mit dem Beschluss der Nutzungssatzung haben wir nun klare Regeln für dieses Areal geschaffen“, zeigt sich Stadtbaurat Dr. Sven Uhrhan erfreut über diesen Schritt.

Das gilt nun auf den Dobbenanlagen
Auf den städtischen Dobbenanlagen sind Lärmbelästigungen grundsätzlich zu vermeiden, deshalb ist die Benutzung von Geräuschverstärkern jeder Art untersagt. Aber auch die Natur ist zu schützen: So besteht ein Verbot des Verrichtens der Notdurft, ebenso ist offenes Feuer verboten. Die Rasenflächen und sonstige begehbare Anlagenteile dürfen nicht mit Kraftfahrzeugen befahren werden. Für bestimmte Veranstaltungen größeren Ausmaßes, wie beispielsweise organisierte Events mit mehreren 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern oder organisierte Fußball- und andere Sportturniere, besteht zudem eine Genehmigungspflicht, die spätestens eine Woche vor der geplanten Veranstaltung schriftlich oder elektronisch bei der Stadt gestellt werden muss. Eine Anleinpflicht für Hunde im Bereich der Dobbenanlagen wurde nicht in die Satzung aufgenommen, da gemäß der Verordnung der Stadt Oldenburg über das Mitführen von Hunden in der Öffentlichkeit Kinderspielplätze und andere zum Spielen und Liegen geeignete Flächen in öffentlichen Anlagen mit Hunden nicht betreten werden dürfen.

Über den Hintergrund
Besonders im vergangenen Jahr häuften sich ruhestörende Lärmbelästigungen in den Abend- und Nachtstunden, Handlungen in Folge übermäßigen Alkoholkonsums und auch wahllos weggeworfener Müll enorm. Es folgten verstärkte Kontrollen durch die Polizei, der Einsatz von Streetworkern durch die Stadtverwaltung und das Aufstellen von Toilettenwagen und zusätzlichen Müllbehältern. Damit der Streit zwischen Anwohnenden und Feiernden nicht eskaliert, hatte sich die Stadt Oldenburg im Sommer 2021 zur Einrichtung eines „Runden Tisches“ mit allen Beteiligten entschlossen. Dort wurde unter anderem auch verbindliche und klare Regelungen diskutiert, die nun in der Nutzungssatzung Anwendung finden.

Von Frühling bis Herbst 2021 wurden Vorfälle von hier dargestelltem Ausmaß und beschriebener Intensität nur auf den Dobbenanlagen festgestellt, alle anderen städtischen Grünflächen waren aus ordnungsrechtlicher Sicht vergleichsweise unproblematischer. Für weitere städtische Grünflächen ist die Aufnahme in die Satzung grundsätzlich nachträglich bei vergleichbarer negativer Entwicklung jeweils durch einen entsprechenden Ratsbeschluss möglich. 
22.01.2022, 12:08 Uhr
Welche Rolle Holomedizin schon jetzt in Oldenburg spielt
Chirurg und Forscher Dirk Weyhe ist zu Gast im Podcast „Hirn gehört“
Prof. Dr. Dirk A. Weyhe ist Professor für Viszeralchirurgie an der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg, Direktor der gleichnamigen Universitätsklinik am Pius-Hospital und der erste Gast des Jahres im Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“. Die neue Folge ist ab 20. Januar auf allen gängigen Plattformen zu hören.

Zu Weyhes Beruf als Chirurg gehören insbesondere vielfältige Bauchoperationen. Moderne Technologien im OP-Saal hat er zu seiner Leidenschaft als Forscher gemacht. Bei beiden Themen steht die Patientinnen- und Patienten-Sicherheit im Mittelpunkt. Der Mediziner erklärt im Podcast, wie moderne Holomedizin aussieht. Mithilfe von speziellen Virtual-Reality-Brillen simuliert er Operationen zu Übungszwecken. Aber auch bei echten Operationen können Hologramme perspektivisch die Realität um virtuelle Elemente erweitern, sodass zum Beispiel die zu operierende Patientenleber auch als Hologramm über dem OP-Tisch schwebt.

Sich virtuelle Hilfsmittel für die Medizin zunutze zu machen – in dieser Hinsicht ist Weyhe ein Pionier. Seine Klinik wurde deshalb als „Center of Excellence in Holomedicine“ von der „Holomedicine Association“ zertifiziert. Oldenburg reiht sich damit in Standorte wie London, Singapur und Miami ein.

Einblicke in diese moderne Technik und in seine Arbeit garniert der Mediziner und Forscher in der neuen Folge von „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ mit amüsanten Anekdoten aus seiner Anfangszeit als Arzt und sorgt damit für Erheiterung beim Moderations-Duo Bianca Brüggen und Jens-Steffen Scherer.

Weblink
hirnvomhahn.de/podcast/
11.01.2022, 17:23 Uhr
Online-Gruppenberatung zum Studium mit beruflicher Qualifikation
An Berufstätige oder Berufserfahrene, die ein Studium an der Universität Oldenburg erwägen, richtet sich die Online-Gruppenberatung zum Studium mit beruflicher Qualifikation. Am Mittwoch, 26. Januar, von 15.00 bis 16.30 Uhr erörtern Julia Mergner und Christa Funke von der Zentralen Studien- und Karriereberatung, welche Voraussetzungen beispielsweise nach einer Berufsausbildung für die Aufnahme eines Studiums an der Universität Oldenburg erfüllt sein müssen und welche Möglichkeiten es gibt.

Die Online-Veranstaltung soll es berufstätigen Personen ermöglichen, sich ortsunabhängig zu informieren. Die Teilnehmenden können vom eigenen Bildschirm aus individuelle Fragen per Chat stellen. Interessierte können sich näher informieren und anmelden unter:
https://uol.de/studium/gruppenberatung.
07.01.2022, 14:29 Uhr
Facharbeiten-Sprechstunde für Schülerinnen und Schüler
Ein gefragtes Angebot von Universitätsbibliothek Oldenburg und Landesbibliothek Oldenburg
Ab 12. Januar bis einschließlich 17. März bieten die Landesbibliothek Oldenburg und die Universitätsbibliothek Oldenburg wieder ihre gemeinsame Facharbeiten-Sprechstunde für Oberstufen-Schülerinnen und Schüler an. Erfahrene Bibliothekarinnen und Bibliothekare helfen individuell bei der Recherche für das Seminarfach und vermitteln elektronische wie gedruckte Medien zu ihren Facharbeitsthemen.

Die Sprechstunde wird aufgrund der Corona-Pandemie nur online und telefonisch durchge­führt. Sie findet an zwei Tagen pro Woche jeweils nachmittags von 16 bis 18 Uhr statt: mitt­wochs an der Universitätsbibliothek (online und zusätzlich Beratung per e-mail) und don­nerstags an der Landesbibliothek (online und telefonisch). Online-Sprechstunde und telefo­nische Beratung können nach vorheriger Anmeldung in Anspruch genommen werden.

Beide Bibliotheken sind aktuell für Nutzerinnen und Nutzer geöffnet. Medien können be­stellt, abgeholt und zurückgegeben werden. Für die kontaktlose Rückgabe bieten beide Bibliotheken eine Buchrückgabeklappe an. Auch Arbeitsplätze stehen in beiden Häusern zur Verfügung.

Bereits seit über 10 Jahren ist die gemeinsame Facharbeiten-Sprechstunde der beiden Biblio­theken im Rahmen des Netzwerkes „Schu:Bi – Schule und Bibliothek. Bildungspartner für Lese- und Informationskompetenz“ ein gefragtes Angebot. Das erfolgreiche Modell hat bun­desweit Nachahmer gefunden.


Facharbeiten-Sprechstunde der wissenschaftlichen Bibliotheken

12. Januar bis 17. März 2022, 16 – 18 Uhr
mittwochs in der Universitätsbibliothek Oldenburg
· Online-Sprechstunde mit Anmeldung über das Webformular unter https://uol.de/bis/lernen-und-arbeiten/formular-anmeldung-zur-facharbeitenberatung
· außerdem Beratung per e-mail

donnerstags in der Landesbibliothek Oldenburg mit vorheriger Anmel­dung mit Nennung des Facharbeitsthemas unter lbo@lb-oldenburg.de oder Telefon (0441) 505018-20
· Online-Sprechstunde
· telefonische Einzelberatung zur Literaturrecherche 
21.12.2021, 17:37 Uhr
Land, Universität und Krankenhäuser unterzeichnen Erklärung
Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg, das Klinikum Oldenburg, das Pius-Hospital Oldenburg sowie die Karl-Jaspers-Klinik unterstützen den Ausbau des Medizinstudiengangs der Universität Oldenburg auf 120 Studienplätze pro Jahr ab dem Wintersemester 2022/23. Das besagt eine gemeinsame Erklärung, die die vier in der Oldenburger Universitätsmedizin partnerschaftlich verbundenen Krankenhäuser heute mit Wissenschaftsminister Björn Thümler und der Universität Oldenburg unterzeichneten. Damit werde „das Zusammenwirken in der deutschland- und europaweit modellgebenden, grenzüberschreitenden Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern künftig erweitert und vertieft“, heißt es in dem Papier. Die für den Ausbau von 80 auf 120 Studienplätze erforderlichen Finanzmittel von jährlich 10,8 Millionen Euro hatten die Regierungsfraktionen erst kürzlich im Doppelhaushalt 2022/23 verankert.

„Es freut mich, dass wir auch 2021 wichtige Meilensteine beim Aufbau des dritten Ausbildungsstandorts der Humanmedizin in Niedersachsen setzen konnten“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Dazu zählen sowohl die Planungen für das Forschungs- und Bürogebäude als auch der Aufwuchs der Medizinstudienplätze auf 120 zum Wintersemester 2022/23. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, die ärztliche Versorgung sicherzustellen.“

Für Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder hat die gemeinsame Erklärung ebenfalls eine hohe Bedeutung. Der Ausbau der Oldenburger Universitätsmedizin mit dem Ziel, Lehre und Forschung weiter voranzubringen, könne nur gemeinsam gelingen. „Die Universität und die vier Krankenhäuser haben gezeigt, dass sie bereit und in der Lage sind, gemeinsam hochqualifizierte Medizinerinnen und Mediziner auszubilden und damit Mitverantwortung für die künftige ärztliche Versorgung der Region zu übernehmen“, erklärt Bruder.

Mit der wachsenden Zahl der Studierenden kommen auch auf die Krankenhäuser und ihre Universitätskliniken neue Herausforderungen zu. Schließlich erwerben die angehenden Medizinerinnen und Mediziner hier ihre praktischen Fertigkeiten in den klinischen Fächern, etwa in der Inneren Medizin oder Chirurgie. Teil der heute unterzeichneten Vereinbarung ist daher das Ziel, dem Beitrag der Krankenhäuser zu Lehre und Forschung im Medizinstudiengang angemessen Rechnung zu tragen. „Eine der Herausforderungen wird natürlich sein, eine jederzeit sinnvolle Verteilung der Studierenden im Klinikum vorzunehmen. Das bedingt auch, dass wir unsere Mitarbeitenden noch deutlicher in die klinische Lehre einbinden müssen. Genau das möchten wir zukünftig und freuen uns sehr über die Entwicklung, weil wir auch davon ausgehen, dass wir danach hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte für uns gewinnen können“, sagt Rainer Schoppik, Kaufmännischer Vorstand des Klinikums Oldenburg.

Bekräftigt wird mit der Erklärung auch die gemeinsame Absicht, den Studiengang „European Medical School Oldenburg-Groningen“ mittelfristig auf 200 Studienanfängerinnen und -anfänger auszubauen. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann betont: „Durch das Vorhalten eines 22 Hektar großen Grundstücks in unmittelbarer Nähe zum Campus Wechloy und zum Campus Haarentor hat die Stadt die Voraussetzungen für die Erweiterung der European Medical School geschaffen. Der erste Bauabschnitt für die Medizinische Fakultät ist bereits genehmigt. Es ist wichtig, dass die Landesregierung die weiteren Schritte in der Finanzplanung absichert. Für die zusätzlichen Studienplätze werden dringend entsprechende Raumkapazitäten in Forschung und Lehre benötigt.“ 
21.12.2021, 17:15 Uhr
Berufsbegleitend zum Bachelor- oder Masterabschluss
Bewerbung ab sofort möglich
Die berufsbegleitenden Bachelor- und Masterstudiengänge am C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg starten in eine neue Runde: Ab sofort können sich Interessierte für das kommende Sommersemester bewerben. Insgesamt bietet das C3L sechs berufsbegleitende Studiengänge für Management und Recht an. Eine Bewerbung für die zwei Bachelorstudiengänge ist ab sofort bis zum 15. Februar, für die vier Masterstudiengänge bis zum 1. März möglich.

Einen Bachelorabschluss können Berufstätige in Business Administration in mittelständischen Unternehmen sowie in BWL für Leistungssportlerinnen und Leistungssportler erwerben. Masterabschlüsse werden in Bildungs- und Wissenschaftsmanagement, Risikomanagement für Finanzdienstleister, Informationsrecht sowie Innovationsmanagement und Entrepreneurship angeboten.

Die praxisnahen Studiengänge bereiten auf leitende Positionen vor, ermöglichen es, Fachkenntnisse zu vertiefen oder qualifizieren für den Einstieg in ein neues Berufsfeld. In die Lehrveranstaltungen können Problemstellungen aus dem eigenen Arbeitsleben integriert werden. Wer das berufsbegleitende Angebot testen will, kann ein Modul als Weiterbildung belegen und bei einem späteren Studium anrechnen lassen.

Das Studium am C3L ist überwiegend webbasiert. Pro Modul gibt es in der Regel eine oder zwei kompakte Präsenzveranstaltungen. Auf dem digitalen Campus lässt sich das Lernen flexibel mit Arbeit, Freizeit und Familie vereinbaren. Beruflich erworbene Kompetenzen sowie Leistungen aus einem vorherigen Studium oder einer Weiterbildung können angerechnet werden und die Studiendauer verkürzen.
17.12.2021, 14:59 Uhr
Warum Reparieren glücklich macht
Podcast mit Nachhaltigkeitspädagogin Katharina Dutz
Die Wiederbelebung der Reparaturkultur ist Thema der zwölften Folge des Wissenschafts-Podcasts „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“. Zu Gast ist Nachhaltigkeitspädagogin Dr. Katharina Dutz von der Universität Oldenburg. Sie ist in der Arbeitsgruppe Technische Bildung des Instituts für Physik tätig. Mit den Podcastern Dr. Bianca Brüggen und Jens-Steffen Scheerer spricht sie über das Reparieren im Allgemeinen und darüber, wie es auch dem Klima helfen kann, wenn Dinge wieder instand gebracht und nicht weggeschmissen werden. Der Podcast ist ab Donnerstag, 16. Dezember, auf den gängigen Plattformen abrufbar.

Die neueste Folge befasst sich mit den Folgen der Wegwerfgesellschaft und zeigt auf, wie man Rohstoffe in Kreisläufen halten kann. Außerdem sprechen Dutz, Brüggen und Scherer darüber, warum Reparieren glücklicher macht als Konsumieren und Wegwerfen. Dutz erklärt ihr Lieblingsfachwort und wie ein Repaircafé funktioniert. Außerdem erzählt die Wissenschaftlerin davon, wie das Reparieren geflüchteten Jugendlichen sogar dabei geholfen hat, die deutsche Sprache zu lernen.

Im Wissenschafts-Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region einmal im Monat über ihre Projekte, ihre Motivation, ihre beste Story, den größten Misserfolg oder ihr verrücktestes Lieblings-Fachwort. Neue Folgen erscheinen immer am dritten Donnerstag eines Monats. Der Podcast wird vom Oldenburger Netzwerk Wissenschaftskommunikation angeboten und finanziell von der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) sowie der Jade Hochschule unterstützt.
17.12.2021, 14:42 Uhr
Senat stellt Weichen für neue Hochschulleitung
Christiane Thiel und Karsten Speck sollen ab Januar dem Präsidium angehören / Zweite Amtszeit für Annett Thiele
Nach Vorschlag von Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder hat der Senat der Universität Oldenburg heute die Psychologin Prof. Dr. Christiane Thiel als neue Vizepräsidentin für Forschung und Transfer sowie den Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Karsten Speck als Vizepräsidenten für Studium, Lehre und Internationales bestätigt. Sonderpädagogin Prof. Dr. Annett Thiele bleibt nach Wiederwahl für weitere zwei Jahre Vizepräsidentin und bündelt in ihrem Ressort die Themen Wissenschaftlicher Nachwuchs, Gleichstellung und Diversität. Das Votum des Senats wird zusammen mit der Stellungnahme des Hochschulrats dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium (MWK) zur Entscheidung vorgelegt. Die zweijährige Amtszeit der nebenamtlichen Präsidiumsmitglieder beginnt voraussichtlich am 1. Januar 2022. Die achtjährige Amtszeit des hauptamtlichen Vizepräsidenten für Verwaltung und Finanzen, Jörg Stahlmann, läuft noch bis Ende 2027.

Universitätspräsident Bruder erklärte, er freue sich darauf, gemeinsam mit zwei bereits etablierten Präsidiumsmitgliedern sowie zwei weiteren ausgewiesenen Persönlichkeiten aus Forschung und Lehre die Universität für die Zukunft weiter zu entwickeln und – gemäß deren Motto – in den kommenden Jahren „gemeinsam neue Wege zu beschreiten“. Noch bis zum Jahresende währt die Amtszeit des amtierenden Präsidiums. Bruder dankte den beiden scheidenden Präsidiumsmitgliedern Prof. Dr. Martin Fränzle sowie Prof. Dr. Verena Pietzner, die als Präsidentin an die Universität Vechta wechselt, für ihren „hochengagierten Einsatz“.

Thiel, künftige Vizepräsidentin für Forschung und Transfer, unterstrich die Bedeutung von Verbundforschungsprojekten für die nationale und internationale Sichtbarkeit der Universität. Mit erfolgreicher Einwerbung – gemeinsam mit renommierten wissenschaftlichen Partnern – könne gleichzeitig die Infrastruktur für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie im Bereich Gleichstellung weiterentwickelt werden. Thiel kündigte an, zudem Drittmitteleinwerbungen des wissenschaftlichen Mittelbaus aktiv zu unterstützen. Ebenso hob sie die Bedeutung von Open Science für die Qualität der Forschung hervor. Diese Praxis, in der wissenschaftliche Befunde frei zugänglich und nachnutzbar gemacht werden, wolle sie an der Universität Oldenburg weiter stärken.

Speck skizzierte im Bereich Studium und Lehre drei große Herausforderungen: die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Digitalisierung und die geplante Systemakkreditierung von Studiengängen. Er unterstrich die Bedeutung des Lehrens und Lernens in Präsenz. Ein vitales Campusleben sei elementar wichtig für den akademischen Diskurs, den sozialen Austausch und die Begegnungen von Studierenden und Lehrenden. Trotzdem werde die Universität nach der Pandemie ein anderer Ort sein: Die Digitalisierung der Lehre könne auch künftig Lehr- und Lernprozesse bereichern. Im Zuge der Internationalisierung der Universität möchte Speck vor allem die strategischen Partnerschaften mit der Universität Groningen (Niederlande) und der Nelson Mandela University (Südafrika) ausbauen. Zudem spricht er sich für eine stärkere Internationalisierung in der Lehramtsausbildung aus, und die Situation von internationalen Studierenden und Lehrenden solle sich weiter verbessern. 

Thiele hat sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein für Diversität an der Universität zu fördern und weiterzuentwickeln. Dies sei eine wichtige Querschnittsaufgabe, die das Feld der Gleichstellung sinnvoll erweitere. In ihrer zweiten Amtszeit werde sie das von ihr initiierte „Diversity-Audit“ mit Zertifizierungen in acht Projekten zum Abschluss bringen; dies sei auch Grundlage für die erste Diversitätsstrategie der Universität. Weiterhin werde sie sich für die Umsetzung und Evaluation des Zentralen Gleichstellungsplans mit zahlreichen Maßnahmen stark machen; diese reichten vom Gewinn weiterer Wissenschaftlerinnen für MINT-Fächer über die Vermittlung von Genderperspektiven in der Lehre bis zum Aufbau einer gendersensibleren Hochschulkultur. In der Nachwuchsförderung will Thiele künftig stärker die Karriereübergänge in den Blick nehmen – sowohl innerhalb des Wissenschaftsbetriebs als auch in andere Bereiche hinein, wie beispielsweise in die Kultur oder Wirtschaft. Besonderes Augenmerk lege sie auch hier auf Gleichstellung und Diversität. Zudem wolle sie unter anderem die Internationalisierung im Bereich der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung stärker unterstützen und sich der Etablierung einer präventiven Gesundheitsförderung während der Qualifikationsphase widmen.

Zu den Personen:

Prof. Dr. Christiane Thiel forscht und lehrt seit 2005 in Oldenburg im Bereich Biologische Psychologie. Nach ihrem Studium der Psychologie und Neurowissenschaften in Koblenz-Landau, Düsseldorf und Sheffield (England) promovierte sie 1999 an der Universität Düsseldorf in biologischer Psychologie. Es folgten Stationen in London (England) und am Forschungszentrum Jülich, ehe sie dem Ruf an die Universität Oldenburg folgte. Thiel bringt – neben der eigenen Forschung – vielfältige Erfahrung für ihr Ressort mit, unter anderem als ehemalige Forschungsdekanin der Medizinischen Fakultät oder als Mitglied des Vorstands im Exzellenzcluster Hearing4all. Als Expertin für Forschungsethik gehört sie seit 2011 der Ethikkommission der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an und stand drei Jahre lang zudem der unieigenen Senatskommission für Ethik und Forschungsfolgenabschätzung vor. Seit 2020 ist Thiel Mitglied im Fachkollegium Psychologie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Prof. Dr. Karsten Speck hat seit 2010 die Professur für Forschungsmethoden in den Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität inne und lehrt am Institut für Pädagogik sowie am Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik. Er studierte Erziehungswissenschaften an der Universität Halle-Wittenberg, wo er 2005 auch promovierte. Speck lehrte und forschte an der Universität Potsdam, ehe er dem Ruf nach Oldenburg folgte. Als ehemaliger Studiendekan und Dekan der Fakultät I Bildungs- und Sozialwissenschaften und Mitbegründer des deutsch-afrikanischen Zentrums für Bildungsforschung CERM-ESA verfügt Speck über einschlägige Erfahrungen für sein künftiges Ressort. Dazu passen auch die Hochschulforschung und das Forschende Lehren und Lernen sowie die Beratung von Kultusministerien als Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeiten. Speck forscht außerdem zur Kooperation unterschiedlicher Berufskulturen und Institutionen, zur Förderung von benachteiligten, beeinträchtigten und auffälligen Kindern und Jugendlichen sowie zur Wirkung von Bildungs- und Sozialprogrammen.

Prof. Dr. Annett Thiele ist seit 2017 Hochschullehrerin für Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung sowie bei chronischen und progredienten Erkrankungen. Sie war Prodekanin der Fakultät I und ist seit Januar 2020 Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung. Nach der Ausbildung zur Kinderkrankenschwester und dem Studium der Behindertenpädagogik in Bremen promovierte sie 2007 an der Universität Dortmund. Die Wissenschaftlerin forschte und lehrte als Gastprofessorin an der HU Berlin sowie an der Universität Leipzig, wo sie als Senatsbeauftragte für Studierende mit Beeinträchtigungen an einem Diversity-Konzept mitwirkte. In ihrer Forschung widmet sich Thiele unter anderem der Sicherung der Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit entweder körperlichen Beeinträchtigungen oder einer chronischen oder lebensbedrohlichen Erkrankung, beispielsweise im Krankenhausunterricht oder in inklusiven Settings. Ihr Fokus liegt dabei auf Kindern und Jugendlichen mit neurologisch bedingten Bewegungsstörungen und onkologischen Erkrankungen. 
30.11.2021, 18:40 Uhr
„Preis der Lehre“ verliehen
Sechs Lehrende der Universität Oldenburg ausgezeichnet
Sechs Lehrende der Universität Oldenburg sind für ihre Leistungen in der Hochschullehre mit dem „Preis der Lehre“ ausgezeichnet worden. Die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales, Prof. Dr. Verena Pietzner, würdigte die Meeresforscher Dr. Sara Billerbeck, Prof. Dr. Meinhard Simon und Dr. Helge-Ansgar Giebel, den Literaturwissenschaftler Dr. Christian Schmitt, den Informatiker Dr. Nils Pancratz sowie den Sprachwissenschaftler Nils Rademacher. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils 1.000 Euro Preisgeld für die Lehre.

Mit dem Preis der Lehre zeichnet die Universität seit 1998 hervorragende Hochschullehre aus. Auch im Studienjahr 2020/21 waren Studierende dazu aufgerufen, auszeichnungswürdige Lehrveranstaltungen vorzuschlagen. Die Einreichungen zeigten anschaulich, dass die Lehrenden in der vergangenen Zeit viel Erfahrung mit dem Einsatz digitaler Werkzeuge gesammelt haben. „Nun gilt es, diese Erfahrungen zu reflektieren und bewährte Vorgehensweisen nachhaltig zu etablieren“, betont Pietzner.

Der Preis in der Kategorie „Beste Veranstaltung“ ging in diesem Jahr an Dr. Sara Billerbeck, Prof. Dr. Meinhard Simon und Dr. Helge-Ansgar Giebel vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres. Die Lehrenden ermöglichten mit dem „Praktikum Biologische Meereskunde“ mithilfe digitaler Werkzeuge ihren Studierenden den Zugang zur wissenschaftlichen Arbeit auf einem Forschungsschiff.

Dr. Christian Schmitt vom Institut für Germanistik wurde in der Kategorie „Forschendes Lernen“ für sein Lehrkonzept ausgezeichnet. Im Seminar „Kolportage/Literatur. Populäre Lesestoffe des 19. Jahrhunderts“ forschten Studierende weitgehend eigenständig zu einer bisher eher wenig beachteten Literaturform. Die Studierenden erarbeiteten für den Forschungsdiskurs neue Ergebnisse, die durch einen Blog auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Für die Auszeichnung „Beste Lehrveranstaltungsevaluation“ konnten sich Lehrende mit dem Ergebnis ihrer Lehrveranstaltungsevaluation selbst bewerben. Dabei schnitten Dr. Nils Pancratz vom Department für Informatik mit seiner Vorlesung „Didaktik der Informatik I“ sowie Nils Rademacher vom Institut für Anglistik und Amerikanistik mit dem Seminar „History of the English Language“ am besten ab.

Der Preis der Lehre wird von der Universitätsgesellschaft e.V. (UGO) gefördert. In diesem Jahr bildete die Preisverleihung den feierlichen Abschluss des digitalen „Tag des Lehrens und Lernens“ an der Universität. Im Mittelpunkt stand das Thema Prüfungen. Das Programm bot sowohl theoretische Ansätze und Denkanstöße als auch praktische Impulse zur Gestaltung von Prüfungen sowie den Austausch unterschiedlicher Perspektiven auf Prüfungen.
19.11.2021, 12:50 Uhr
3D-Druck nähert sich atomaren Dimensionen
Neue Technologie ermöglicht die Herstellung komplexer metallischer Objekte auf der Nanoskala
Der 3D-Druck – auch additive Fertigung genannt – hat sich in den vergangenen Jahren als vielversprechendes neues Herstellungsverfahren für verschiedenste Bauteile etabliert. Dem Oldenburger Chemiker Dr. Dmitry Momotenko ist es nun gelungen, mit einer neuen 3D-Drucktechnik extrem kleine Metallobjekte zu erzeugen. Mögliche Anwendungen könnten in der Mikroelektronik, der Sensorik oder der Batterietechnik liegen, berichtet Momotenko gemeinsam mit einem Team aus Forscherinnen und Forschern der ETH Zürich (Schweiz) und der Nanyang Technological University in Singapur in der Zeitschrift Nano Letters. Das Team entwickelte ein elektrochemisches Verfahren, mit dem sich Objekte aus Kupfer mit einem Durchmesser von 25 Milliardstel Metern (also 25 Nanometern) herstellen lassen. Ein menschliches Haar ist etwa 3000-mal so dick wie die filigranen Nanodrucke.

Das Druckverfahren beruht auf dem vergleichsweiseeinfachen und altbekannten Prozess der Galvanik. Dabei befinden sich positiv geladene Metallionen in einer Lösung. Wenn die Flüssigkeit in Kontakt mit einer negativ geladenen Elektrode kommt, verbinden sich die Metallionen mit den dort vorhandenen Elektronen zu einem neutralen Metallatom, das sich auf der Elektrode absetzt. So bildet sich nach und nach eine feste Metallschicht. „Bei diesem Verfahren wird aus einer flüssigen Salzlösung ein festes Metall hergestellt – ein Prozess, den wir Elektrochemiker sehr gut kontrollieren können“, sagt Momotenko. Für sein Nanodruckverfahren verwendet er eine Lösung mit positiv geladenen Kupferionen, die sich in einer winzigen Pipette befinden. Die Flüssigkeit tritt am Ende der Pipette tropfenweise durch eine Druckdüse aus. In den Experimenten des Teams hatte diese Öffnung einen Durchmesser zwischen 253 und 1,6 Nanometern. Ein derart winziges Loch können gleichzeitig nur zwei Kupferionen passieren.

Die größte Herausforderung bestand darin, dass die wachsende Metallschicht die Öffnung der Druckdüse sehr schnell verstopfen kann. Das Team entwickelte daher eine Technik, um den Druckfortschritt zu überwachen. Sie registrierten dafür den elektrischen Strom zwischen der negativen Elektrode und einer positiven Elektrode innerhalb der Pipette und stimmten die Bewegung der Düse automatisch darauf ab: Die Düse näherte sich der Elektrode immer nur für kurze Zeit und zog sich zurück, sobald die Metallschicht eine bestimmte Dicke überschritten hatte. So brachten die Forschenden nach und nach immer neue Kupferschichten auf der Elektrodenoberfläche auf. Durch eine präzise Positionierung der Düse gelang es ihnen, sowohl senkrechte Säulen als auch geneigte oder spiralförmige Gebilde zu drucken. Selbst waagerechte Strukturen konnten die Chemikerinnen und Chemiker herstellen, indem sie einfach die die Druckrichtung änderten.

Auch der Durchmesser der Gebilde ließ sich steuern – zum einen durch die Größe der Druckdüsen, zum anderen sogar während des Druckvorgangs anhand elektrochemischer Parameter. Die kleinstmöglichen Objekte, die mit dem Verfahren druckbar sind, haben nach Angaben des Teams einen Durchmesser von etwa 25 Nanometern. Das entspricht 195 Kupferatomen in einer Reihe.

Damit erlaubt es das neue elektrochemische Verfahren, deutlich kleinere Metallobjekte zu drucken als dies bislang möglich war.  Durch Verarbeitung von Metallpulvern – ein typisches Verfahren zum 3D-Druck von Metallen – lässt sich derzeit beispielsweise eine Auflösung von etwa 100 Mikrometern erreichen. Die kleinsten herstellbaren Objekte sind also 4.000-mal so groß wie in der aktuellen Studie. Zwar lassen sich mit anderen Verfahren noch kleinere Strukturen herstellen, doch die Auswahl möglicher Materialien ist dabei begrenzt. „Die Technologie, an der wir arbeiten, kombiniert beide Welten – Metalldruck und nanoskalige Präzision“, sagt Momotenko. Ähnlich wie der 3D-Druck eine Revolution bei der Produktion komplexer größerer Bauteile ausgelöst habe, könnte es die additive Fertigung auf der Mikro- und Nanoskala ermöglichen, völlig neuartige Objekte in sehr kleinen Dimensionen herzustellen.

„Mit 3D-Druck bearbeitete Grenzflächen könnten beispielsweise als Katalysatoren zur Herstellung komplexer Chemikalien genutzt werden“, sagt Momotenko. Dreidimensional strukturierte Elektroden könnten dazu beitragen, elektrische Energie effizienter zu speichern. An dieser Aufgabe arbeiten der Chemiker und sein Team derzeit: Im Vorhaben NANO-3D-LION wollen die Forschenden die Oberfläche von Elektroden in Lithium-Ionen-Batterien per 3D-Druck drastisch vergrößern, um dadurch den Ladeprozess zu beschleunigen. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert das Vorhaben seit März 2021 mit einem sogenannten „Starting Grant“.

Originalveröffentlichung: Julian Hengsteler, Barnik Mandal, Cathelijn van Nisselroy, Genevieve P. S. Lau, Tilman Schlotter, Tomaso Zambelli und Dmitry Momotenko: “Bringing Electrochemical Three-Dimensional Printing to the Nanoscale” Nano Letters (2021), doi.org/10.1021/acs.nanolett.1c02847.


Weblinks
uol.de/momotenko
19.11.2021, 12:20 Uhr
„Karrieremotor“ für Nachwuchsforschende
Graduiertenakademie feiert zehnjähriges Bestehen
Jungen Forschenden das nötige Rüstzeug an die Hand zu geben, um innerhalb und außerhalb der Wissenschaftswelt beruflich Fuß zu fassen – das ist seit 2011 Aufgabe der Graduiertenakademie der Universität Oldenburg.

„Die Graduiertenakademie hat in den zehn Jahren ihres Bestehens als echter Karrieremotor für zahlreiche unserer Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gewirkt“, betont Prof. Dr. Annett Thiele, Direktorin der Graduiertenakademie und Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung. Die Qualifizierungseinrichtung der Universität Oldenburg bietet ein breites Workshop-Programm für den gesamten wissenschaftlichen Nachwuchs: Promovierende, Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, Nachwuchsgruppenleitende sowie Juniorprofessorinnen und -professoren. Die Graduiertenakademie arbeitet eng mit den beiden Graduiertenschulen für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften (3GO) beziehungsweise für Naturwissenschaft, Medizin und Technik (OLTECH) zusammen. Während die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in den Graduiertenschulen fachnahe Qualifizierungsangebote erhalten, können sie an der Graduiertenakademie überfachliche Kompetenzen erwerben und so ihr persönliches Profil entwickeln. In den angebotenen Workshops geht es unter anderem um Themen wie Karriereplanung, Führungskompetenzen, Konfliktmanagement und Wissenschaftskommunikation.

Dabei passt die Graduiertenakademie ihr Programm immer wieder an die sich verändernden Bedürfnisse junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an. „So ist beispielsweise mentale Gesundheit unlängst zu einem wichtigen Thema unseres Programms geworden – unter anderem mit dem Workshopangebot ,Mental Health of Doctoral Candidates‘“, sagt Thiele. Dass diese Kursreihe wie viele andere in englischer Sprache stattfindet, ist ebenfalls eine Entwicklung der vergangenen Jahre.

Auch zur Chancengleichheit in der Wissenschaft will die Akademie gezielt beitragen: etwa durch spezielle Angebote für Frauen, ausdrücklich auch solche, die als erste in ihrer Familie eine akademische Laufbahn einschlagen, oder Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Weblinks
uol.de/graduiertenakademie
16.11.2021, 17:27 Uhr
40 weitere Medizinstudienplätze für Oldenburger Universitätsmedizin
Niedersachsen verankert Finanzierung nun doch im Doppelhaushalt
„Die heutige Entscheidung der Regierungsfraktionen nehmen wir mir Freude zur Kenntnis. Sie ist sowohl ein klares Bekenntnis zur Oldenburger Universitätsmedizin als auch ein klares Bekenntnis, dem Ärztemangel in einem medizinisch unterversorgten Bundesland mit konkreten Schritten zu begegnen,“ erklärte Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder, nachdem die Regierungsfraktionen SPD und CDU am Mittag die Ergebnisse der Haushaltsklausuren vorgestellt hatten. Demnach werden zum Wintersemester 2022/23 weitere 40 Medizinstudienplätze an der Universität Oldenburg geschaffen; die Gesamtzahl erhöht sich damit auf 120. Die erforderlichen Finanzmittel von jährlich 10,8 Millionen Euro werden im Doppelhaushalt 2022/23 verankert. Vorangegangen war ein längeres Ringen um die Aufstockung der Studienplätze, die ursprünglich bereits für das Jahr 2020 vorgesehen war.

Die erneute Verzögerung beim Ausbau der Oldenburger Universitätsmedizin hatte – nicht zum ersten Mal – für Empörung in der Region gesorgt. Viele Unterstützer stellten sich an die Seite der Universität. Dazu gehörten beispielsweise die Stadt Oldenburg, der Arbeitgeberverband Oldenburg, die Oldenburgische IHK, die IHK für Ostfriesland und Papenburg, die Arbeitsgemeinschaft der Landkreise und kreisfreien Städte in Weser-Ems, der Niedersächsische LandFrauenverband Weser-Ems, die Wirtschaftliche Vereinigung Oldenburg – DER KLEINE KREIS, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Handwerkskammer Niedersachsen, die Freunde und Förderer der Universitätsmedizin Nordwest, der Marburger Bund Niedersachsen, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund und der Landesverband Oldenburg des Deutschen Roten Kreuzes. „Der Rückhalt, den wir in der Nordwestregion bereits seit Gründung der Oldenburger Universitätsmedizin vor neun Jahren erleben, ist beispiellos. Wir danken allen Unterstützerinnen und Unterstützern – auch aus der Landespolitik – für ihren vehementen Einsatz. Ohne sie alle, da bin ich mir sicher, hätten wir die Finanzierung 40 weiterer Studienplätze ab dem kommenden Jahr jetzt nicht erreicht,“ betonte Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften. Sein Dank gelte aber auch allen Akteurinnen und Akteuren der Universitätsmedizin selbst, sei es in der Fakultät, den beteiligten Krankenhäusern, Lehrkrankenhäusern oder Lehrpraxen wie auch den Partnern in Groningen. Sie alle setzten sich trotz der nicht immer einfachen Umstände dafür ein, herausragende Ärztinnen und Ärzte auszubilden – auch für diese Region.

Hintergrund
Unter den großen Flächenländern weist Niedersachsen die niedrigste Zahl an Humanmedizin-Studienplätzen pro Einwohner auf. Gerade im Nordwesten ist die Lage alarmierend: Laut Prognose der Kassenärztlichen Vereinigung werden bis zum Jahr 2030 rund 1.400 Hausärztinnen und -ärzte und über 1.000 weitere niedergelassene Fachärztinnen und -ärzte benötigt. Hinzu kommt ein Bedarf von über 3.000 Ärztinnen und Ärzten in den Krankenhäusern und Gesundheitsämtern.
11.11.2021, 23:13 Uhr
Alltagsgeräusche, sozial verträgliche Kameras und komplexe Zahlenreihen
Universitätsgesellschaft Oldenburg vergibt Preise für herausragende Forschung und Promotionen
Die Universitätsgesellschaft Oldenburg e. V. (UGO) hat ihren mit 5.000 Euro dotierten „Preis für exzellente Forschung“ in diesem Jahr an den Neurowissenschaftler Dr. Martin Bleichner verliehen. Die Informatikerin Dr. Marion Koelle und der Mathematiker Dr. Ingo Schoolmann erhalten den mit jeweils 2.000 Euro dotierten „Preis für herausragende Promotion in Gedenken an Gerhard Wachsmann“.

„Unsere Preisträger sind ausdauernd und beweisen Weitblick. Alle drei erschaffen durch die Kombination verschiedener wissenschaftlicher Felder etwas ganz Neues. Martin Bleichner hat eine Methode entwickelt, um Geräusche und deren Wahrnehmung im Alltag per Hirnstrommessung und Smartphone aufzuzeichnen. Marion Koelle beschäftigte sich in ihrer Dissertation mit der Frage, wie am Körper getragene Kameras so gestaltet werden können, dass sie gesellschaftlich akzeptabel werden, und Ingo Schoolmann hat aus einem mehr als 100 Jahre alten mathematischen Gebiet entgegen aller Erwartungen eine moderne Theorie entstehen lassen“, erklärte der UGO-Vorsitzende Hon.-Prof. Dr. Werner Brinker. Er freue sich, mit den Preisen der Universitätsgesellschaft diese herausragenden Forscherpersönlichkeiten würdigen zu dürfen. „Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute.“  

UGO-Preis für exzellente Forschung
Dr. Martin Bleichner lehrt und forscht seit acht Jahren am Department für Psychologie der Universität Oldenburg. Seit zwei Jahren leitet der 40-Jährige im Rahmen des Emmy Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Forschungsgruppe „Neurophysiologie im Alltag“. Ziel des Projekts ist es, die Gehirnaktivität bei Alltagsgeräuschen zu erforschen und so die daraus entstehende subjektive Belastung zu objektivieren. Dafür misst Bleichners Team die elektrische Gehirnaktivität (EEG) mithilfe von Sensoren, die um das Ohr platziert werden, sowie eines mobilen Signalverstärkers. Diese Daten werden anschließend mit den parallel per Smartphone aufgezeichneten Geräuschen kombiniert.

Bleichner studierte Kognitionswissenschaften in Osnabrück und Kognitive Neurowissenschaften in Utrecht in den Niederlanden, wo er auch promovierte.

UGO-Preise für herausragende Promotionen
Die Informatikerin Dr. Marion Koelle verbindet in ihrer mit „summa cum laude“ ausgezeichneten Dissertation „Designing socially acceptable body-worn cameras“ empirische Nutzerforschung, Design, Software- und Hardware-Prototyping von Kameras mit Aspekten der Künstlichen Intelligenz. Dabei geht es ihr um die soziale Komponente bei Mensch-Maschine-Interaktionen. Ihr Ziel ist es, Technologien so zu gestalten, dass diese sich nahtlos in das gesellschaftliche Miteinander einfügen. Für ihre Arbeit erhielt sie mehrere Auszeichnungen, unter anderem 2020 den Helene-Lange-Preis, den die EWE Stiftung zusammen mit dem OFFIS -Institut für Informatik und der Stadt Oldenburg an Nachwuchswissenschaftlerinnen für Arbeiten zur Digitalisierung vergibt.

Koelle absolvierte ein Masterstudium in Medieninformatik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2016 wechselte sie an die Universität Oldenburg und promovierte bei der Medieninformatikerin Prof. Dr. Susanne Boll. Zuletzt forschte Koelle an der Universität des Saarlandes an Technologien, die direkt auf der Haut getragen werden und dabei sowohl nachhaltig als auch ästhetisch und nicht-stigmatisierend sind.

Der Mathematiker Dr. Ingo Schoolmann widmet sich dem Bearbeiten von lang bestehenden mathematischen Fragestellungen. Seine Promotion mit dem Titel „Hardy spaces of general Dirichlet series and their maximal inequalities“ sorgte in der Fachwelt für Aufsehen. In herausragender Weise kombinierte er unterschiedlichste Teilgebiete der Analysis - wie Funktionsanalysis, Fourier-Analysis, abstrakte harmonische oder komplexe Analysis - und „öffnete so ein jahrzehntelang verschlossenes Fenster“ zur alten Theorie allgemeiner Dirichlet-Reihen, wie sein Doktorvater Prof. Dr. Andreas Defant betonte.  

Schoolmann absolvierte in Oldenburg zunächst ein Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik, Politik und Wirtschaft. Den Masterabschluss erlangte er 2016 im Fach Mathematik. Seine von der DFG geförderte Promotion zu allgemeinen Dirichlet-Reihen schloss er im Februar 2021 mit der Note „summa cum laude“ ab. Derzeit ist der 30-Jährige bei der OHB Digital Services GmbH als Softwareentwickler tätig.

Videos zu den drei Ausgezeichneten finden sich auf dem Youtube-Kanal der Universität unter www.youtube.com/user/UniversityOldenburg/videos. 
09.11.2021, 13:53 Uhr
Bewegungen in der Nanowelt sichtbar machen
Experimentalphysiker Jan Vogelsang in Emmy Noether-Programm aufgenommen
Der Oldenburger Physiker Dr. Jan Vogelsang ist in das renommierte Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Vogelsang kann somit eine eigene Nachwuchsforschungsgruppe aufbauen, die die DFG mit bis zu 2,5 Millionen Euro fördert. Mit seinem Projekt „Attosekunden-Ladungsträgerdynamik an nanoskaligen Grenzflächen“ macht er Prozesse sichtbar, die zu klein sind und zu schnell ablaufen, um für das menschliche Auge erkennbar zu sein.

„Unsere Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler gezielt und individuell zu fördern, ist ein zentrales Anliegen unserer Universität. Jan Vogelsang ist ein herausragender Forscher, seine Aufnahme in das Emmy Noether-Programm eine hohe Anerkennung seiner Leistungen“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder.  

„Jan Vogelsang ist sehr neugierig, gut strukturiert und sehr zielstrebig“, sagt Prof. Dr. Christoph Lienau, in dessen Arbeitsgruppe „Ultraschnelle Nano-Optik“ Vogelsang promovierte. Der Nachwuchswissenschaftler habe nicht nur hohe intellektuelle Fähigkeiten, sondern auch ein großes experimentelles Geschick und die Fähigkeit, beides in herausragender Art und Weise zu kombinieren.

Ob Smartphone-Display, Leuchtdiode oder Glasfaseranschluss: Die Umwandlung von elektrischer Energie in Licht – und umgekehrt die Umwandlung von Licht in Solarstrom – kommt ohne sogenannte optoelektronische Bauelemente nicht aus. Sie sind die Schnittstelle zwischen elektrischen und optischen Komponenten, und sie werden immer kleiner. Mit den Prozessen, die in solchen Bauteilen ablaufen, befasst sich Vogelsang: Der Forscher arbeitet daran, die physikalischen Mechanismen im Nanobereich sichtbar zu machen.

Mit seiner Nachwuchsforschungsgruppe will er jetzt untersuchen, welchen Weg Elektronen wählen, nachdem sie durch einen kurzen Laserimpuls angeregt wurden. Mit den experimentellen Mitteln, die Vogelsang bisher zur Verfügung standen, konnte er bereits die Bewegungsrichtung dieser Teilchen erfassen. Es fehlte aber die Möglichkeit, ihren Aufenthaltsort genau zu bestimmen. Bei seinem neuen Verfahren setzt Vogelsang einen zweiten, nur wenige Attosekunden langen Laserimpuls ein, wobei eine Attosekunde dem Milliardstel Teil einer Milliardstel Sekunde entspricht. Dieser zweite Impuls löst die angeregten Elektronen aus der untersuchten Materie heraus, zum Beispiel aus dem Leitungsband eines Halbleiters. „Gerade diese Elektronen tragen die Informationen, die wir benötigen, und wir werden sie nun mit unserem neuen Elektronenmikroskop genauestens untersuchen“, erklärt Vogelsang. Die Laserblitze sind so kurz, dass die Elektronen im Moment der Belichtung stillzustehen scheinen, so dass Vogelsang sich mit diesem Verfahren quasi an die Fersen der gleichzeitig extrem schnellen und kleinen Ladungsträger heften kann. Das Verfahren ermöglicht außerdem, diese Bewegungen nicht nur zu beobachten, sondern wie in einem Film sichtbar zu machen.

Ermöglicht wird die Forschung auch durch neue Geräte, die Vogelsang dank der Förderung beschaffen kann. Herzstück der Arbeit seiner Forschungsgruppe wird ein Photoemissions-Elektronenmikroskop sein. Dieses Gerät ermöglicht es, die beschriebenen Aufenthaltsorte von Elektronen mit einer Auflösung besser als 50 Nanometer, also 50 Milliardstel Meter, abzubilden. Ergänzt durch Laser, die wie beschrieben dafür sorgen, mit der Schnelligkeit der Elektronen mithalten zu können, und ein Flugzeitspektrometer, mit dem die Bewegungsenergie der Elektronen bestimmt werden kann, entsteht ein Versuchsaufbau im Wert von rund 750.000 Euro.

Vogelsang nimmt an, dass sein Verfahren perspektivisch Kolleginnen und Kollegen ganz unterschiedlicher Forschungsgebiete dabei helfen kann, Antworten auf Fragen zu finden, die sie bisher nur durch Ausprobieren lösen konnten. Angewendet werden könnte seine Methode beispielsweise bei Ladungstransferprozessen in Solarzellen, um den winzigen Elektronen auf ihrem Weg über Materialgrenzen hinweg zu folgen. Mit diesen Einblicken in die Nanowelt kann die Wissenschaft dann Stromerzeugung gezielt dort optimieren, wo sie ihren Anfang nimmt.

Vogelsang studierte Physik in Oldenburg und München und promovierte an der Universität Oldenburg. In der Arbeitsgruppe Ultraschnelle Nano-Optik unter Leitung von Prof. Dr. Christoph Lienau entwickelte er ein neuartiges Elektronenmikroskop, das die Ausbreitung einer Wolke aus Ladungsträgern mit einer bis dahin unerreichten Auflösung aufnehmen kann. Hierfür erhielt er den Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis der Studienstiftung des Deutschen Volkes sowie den „Preis für herausragende Promotion“ der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. Ende 2020 erhielt Vogelsang ein „Carl von Ossietzky Young Researchers‘ Fellowship“ der Universität und kehrte damit nach einem dreijährigen, von der Europäischen Union geförderten Forschungsaufenthalt in Lund (Schweden) nach Oldenburg zurück.

Das Emmy Noether-Programm der DFG will herausragenden Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit eröffnen. Promovierte Forschende mit substanzieller internationaler Erfahrung erwerben durch eine in der Regel sechsjährige Förderung die Befähigung zum Hochschullehrer oder zur Hochschullehrerin durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe. Namensgeberin ist die deutsche Mathematikerin Emmy Noether, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter anderem die abstrakte Algebra und die theoretische Physik entscheidend vorangebracht hat.

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uol.de/atto
05.11.2021, 19:47 Uhr
Extrem dünne Kristalle als Laser-Lichtquellen
Laser-Emission bei Raumtemperatur nachgewiesen: Halbleiter aus drei Atomschichten könnten Basis für neuartige Laser bilden
Kristalle, die nur aus drei Lagen von Atomen bestehen, können bei Raumtemperatur Licht abstrahlen, das dem eines Lasers gleicht. Diese neuartigen Materialien haben damit das Potenzial, als Lichtquellen in miniaturisierten Schaltkreisen oder auch in zukünftigen Quanten-Anwendungen zum Einsatz zu kommen. Das berichtet ein internationales Team um die Oldenburger Physiker Dr. Hangyon Shan, Prof. Dr. Christian Schneider und Dr. Carlos Anton-Solanas in der Zeitschrift Nature Communications. Bislang ließen sich vergleichbare Effekte nur im Vakuum und bei Temperaturen kurz über dem absoluten Temperaturnullpunkt erzeugen. „Der Übergang von diesen kryogenen Temperaturen zu Raumtemperatur bedeutet, dass diese zweidimensionalen Materialien viel interessanter für Anwendungen werden“, sagt Schneider, der an der Universität Oldenburg die Arbeitsgruppe Quantenmaterialien leitet.

Das Team nutzte für die Untersuchungen die Verbindung Wolframdiselenid. Dieser Stoff gehört zu einer Klasse von Halbleitern, die aus einem Übergangsmetall und einem der Elemente Schwefel, Selen oder Tellur bestehen. „Einlagige Kristalle dieser Halbleiter interagieren sehr stark mit Licht und gelten seit einiger Zeit als mögliche Basis für Mikro- und Nanolaser“, erläutert Anton-Solanas. Erst im Mai hatte dasselbe Team in der Zeitschrift Nature Materials berichtet, dass eine Schicht des Materials Molybdän-Diselenid bei tiefen Temperaturen Laser-Licht erzeugt.

Nun haben die Forscher den nächsten Meilenstein erreicht und den gleichen Effekt bei Raumtemperatur erzeugt. Die Laser-Emission beruht auf physikalischen Objekten, die gleichzeitig aus Materie und Licht bestehen – sogenannte Exziton-Polaritonen. Dabei handelt es sich um eine Kopplung zwischen Lichtteilchen und angeregten Elektronen. Diese Objekte entstehen, wenn Elektronen in Festkörpern in einen Zustand höherer Energie versetzt werden, zum Beispiel durch Laserlicht. Nach Bruchteilen einer Sekunde geben sie wieder ein Lichtteilchen ab. Wenn dieses zwischen zwei Spiegeln gefangen wird, kann es wiederum ein neues Elektron anregen – ein Zyklus, der sich fortsetzt, bis ein Lichtteilchen aus der Falle entkommt. Die so entstandenen Exziton-Polaritonen kombinieren interessante Eigenschaften von Elektronen und Lichtteilchen (Photonen).  

Besonders interessant dabei: Wird die Anzahl der Exziton-Polaritonen groß genug, verhalten sie sich nicht länger als einzelne Teilchen, sondern verschmelzen zu einem makroskopischen Quantenzustand. Diese Verwandlung lässt sich anhand plötzlich ansteigender Lichtemission aus einer Probe nachweisen. Die erzeugte Strahlung hat wie das Licht eines Lasers nur eine einzige Wellenlänge, sie ist sozusagen einfarbig. Sie breitet sich zudem in eine bestimmte Richtung aus und ist in der Lage, so genannte Interferenzen auszubilden, eine Eigenschaft, die in der Physik Kohärenz genannt wird.   

Um diesen Effekt für Wolframdiselenid nachzuweisen, stellte das Team zunächst weniger als einen Milliardstel Meter (Nanometer) dicke Proben des Halbleiters her und platzierte diese zwischen geeigneten Spiegeln. Anschließend stimulierten die Physiker die Kristalle mit Laserlicht und untersuchten die entstehenden Emissionen mit verschiedenen Verfahren. Dabei fanden sie starke Hinweise darauf, dass die Strahlung von Objekten stammen muss, die sowohl Eigenschaften von Licht als auch von Materie aufweisen. Sie schließen daraus, dass sich in dem Halbleiter tatsächlich Exziton-Polaritonen gebildet hatten. Zudem fanden die Forschenden Anzeichen dafür, dass diese Teilchen zu einem gemeinsamen makroskopischen Quantenzustand verschmolzen waren.

„Unsere Ergebnisse stützen die Hoffnung, dass zweidimensionale Materialien als Plattform für neuartige Nanolaser geeignet sind, die auch bei Raumtemperatur funktionieren – ein Ziel, das verschiedene Gruppen weltweit seit rund zehn Jahren verfolgen“, erläutert Schneider. Im Mai dieses Jahres hatte ein anderes Team ebenfalls Hinweise für kohärente Laser-Emissionen von Exziton-Polaritonen in einlagigen Kristallen bei Raumtemperatur entdeckt. „Das bestärkt uns darin, dass unsere Resultate korrekt sind“, sagt Anton-Solanas. Die starke Wechselwirkung zwischen Licht und zweidimensionalen Materialien hat überdies besondere Eigenschaften, die sie interessant für Schaltkreise macht, in denen Licht elektrische Ströme kontrollieren könnte.

Die aktuelle Arbeit ist das Resultat einer Kooperation der Oldenburger Forscher mit Kollegen von der Universität Jena, der Universität Würzburg, der Arizona State University (USA), der Westlake University (China) und des Nationalinstituts für Materialwissenschaften in Tsukuba (Japan).

Originalveröffentlichung: Hangyong Shan et al: „Spatial coherence of room-temperature monolayer WSe2 exciton-polaritons in a trap”, Nature Communications 2021, DOI: 10.1038/s41467-021-26715-9

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uol.de/quantenmaterialien

02.11.2021, 17:31 Uhr
Gemeingutbasierte Pflanzensorten als Basis für eine klimarobuste Landwirtschaft
Oldenburger Studie zeigt, dass eine gemeingutbasierte Pflanzenzucht dazu beiträgt, die Landwirtschaft an sich verändernde Klimabedingungen anzupassen


Wenn Nutzpflanzen-Sorten von vielen Züchterinnen und Züchtern gemeinschaftlich entwickelt und danach frei für den Anbau zur Verfügung stehen, fördert dies die Sortenvielfalt und macht Landwirte unabhängiger von internationalen Märkten. Die sogenannte gemeingutbasierte Züchtung und Saatgutproduktion trage daher dazu bei, die Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen – so das Ergebnis einer Studie von Prof. Dr. Stefanie Sievers-Glotzbach von der Universität Oldenburg und Lea Kliem vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin. Die Forscherinnen stellten ihre Analyse kürzlich in der Fachzeitschrift International Journal of Agricultural Sustainability vor.

Für Bäuerinnen und Bauern war es noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbstverständlich, Sorten frei zu verwenden, das Saatgut zu tauschen und die kultivierten Pflanzensorten auf den Feldern weiterzuentwickeln. Die moderne Saatgutindustrie basiert im Gegensatz dazu jedoch darauf, dass Sorten Unternehmen gehören, die für den Anbau Gebühren verlangen und das Saatgut exklusiv verkaufen. Die Voraussetzung dafür sind Patente und Sortenschutz, aber auch technische Verfahren wie die Züchtung sehr ertragsstarker Hybridsorten, aus denen sich aber kein brauchbares Saatgut gewinnen lässt. Für Landwirtinnen und Landwirte entstehen in diesem Zusammenhang immer mehr Abhängigkeiten von wenigen großen Unternehmen. Aus ökonomischen Gründen setzen diese Unternehmen auf wenige Hochleistungssorten, zu denen sie auch die passenden Dünge- und Pflanzenschutzmittel herstellen. Diese Hochleistungssorten reagieren aber sensibel auf weniger optimale Anbaubedingungen und sind nicht an lokale Gegebenheiten des Bodens oder des Klimas angepasst.

Kleine Unternehmen und Initiativen, die Sorten als Gemeingut begreifen, verfolgen im Kontrast dazu einen anderen Ansatz: Sie lassen sich von dem Prinzip leiten, dass Nutzpflanzensorten zum gemeinsamen kulturellen Erbe gehören und kein Privateigentum sein sollten. Die Beteiligten teilen ihr Wissen miteinander, stellen gemeinsam Regeln für die Nutzung der Sorten auf und verzichten auf den Sortenschutz.

In ihrer Studie wollten Kliem und Sievers-Glotzbach herausfinden, welchen Einfluss die beiden Formen des Umgangs mit Sorten auf die Resilienz der Landwirtschaft haben – also auf die Fähigkeit von Agrarökosystemen, sich an Veränderungen wie den Klimawandel oder Krankheiten anzupassen und trotz solcher Störungen die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Die Forscherinnen wählten insgesamt 14 Indikatoren, um den Einfluss der Saatgutherstellung auf die Resilienz der Landwirtschaft zu ermitteln. Zu diesen Kenngrößen zählten etwa die Variabilität von Lieferketten, die Verfügbarkeit regional angepasster Sorten, der Aufbau von Saatgutbibliotheken oder die Wirtschaftlichkeit der Saatgutproduktion.

Anhand der Indikatoren analysierten die Ökonominnen Nachhaltigkeitsberichte und Broschüren konventioneller Saatguthersteller im deutschsprachigen Raum und verglichen sie mit Publikationen ausgewählter Betriebe und Initiativen, die Saatgut gemeingutbasiert herstellen. Das Ergebnis: „Der gemeingutbasierte Umgang mit Sorten weist gegenüber der gängigen Praxis großer Saatgutunternehmen deutliche Vorteile auf“, erklärt Sievers-Glotzbach, an der Universität Oldenburg Leiterin der vom Bundesforschungsministerium geförderten Nachwuchsgruppe „RightSeeds“. „Statt einiger weniger Hochertragssorten, die nur unter optimalen Anbaubedingungen gedeihen, geht es den gemeingutorientierten Züchterinnen und Saatgutproduzenten um vielfältige Sorten, die sich an regionale Besonderheiten und an veränderte klimatische Bedingungen anpassen können.“

Ein weiteres Ergebnis: „Wir haben beobachtet, dass die gemeingutorientierten Initiativen einen stärkeren Fokus auf Kooperation legen, und dass die Entscheidungsstrukturen eher dezentral und partizipativ angelegt sind“, berichtet Kliem. Das begünstige ebenfalls die Sortenvielfalt und führe dazu, dass regional angepasstes Saatgut entwickelt werde, so die Forscherin. Die Analyse zeigte allerdings auch, dass gemeingutorientierte Initiativen bislang noch kein Finanzierungsmodell entwickeln konnten, in dem die hohen Kosten für die arbeitsintensive Züchtung neuer, angepasster Sorten mittelfristig abgesichert wären. Kliem und Sievers-Glotzbach empfehlen daher langfristige Förderprogramme und bessere politische Rahmenbedingungen für die gemeingutbasierte Pflanzenzucht.

Die Nachwuchsgruppe „RightSeeds“ ist eine Kooperation der Universität Oldenburg mit dem IÖW und der Universität Göttingen. Die Forschenden untersuchen in enger Kooperation mit Praxispartnern das Potenzial gemeingutbasierten Saatguts für eine nachhaltige Landwirtschaft. Das Vorhaben wird vom Bundesforschungsministerium im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung gefördert.

Originalveröffentlichung: Lea Kliem & Stefanie Sievers-Glotzbach (2021): “Seeds of resilience: the contribution of commons-based plant breeding and seed production to the social-ecological resilience of the agricultural sector”, International Journal of Agricultural Sustainability, DOI: 10.1080/14735903.2021.1963598

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uol.de/rightseeds
30.10.2021, 17:49 Uhr
Familienausstellung „Nachgefragt!“
Kinder fragen, Forschende antworten
Wie funktionieren Bluetooth-Verbindungen? Wer hat die Uhrzeit erfunden? Und warum leben Eintagsfliegen nur einen Tag? Solche Fragen stellen sich nicht nur Kinder, sondern insgeheim oft auch ihre Eltern. Gemeinsam können sie in der Ausstellung „Nachgefragt!“ der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO) Antworten finden. Zu über 40 Kinderfragen finden sich hier Erklärungen von Forschenden aus der Region mit humorvollen Illustrationen von Livia Brocke. Die Ausstellung eignet sich für Kinder ab zehn Jahren und ist vom 4. November bis zum 23. Dezember montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr im Schlauen Haus Oldenburg (Schloßplatz 16) zu sehen. Der Eintritt ist frei. Es gilt das Schutz- und Hygienekonzept des Schlauen Hauses. Weitere Informationen: https://ihjo.de/event/nachgefragt/.

In Schulen, über das Bürgerlabor der IHJO und im Schlauen Haus hat das Team der IHJO Fragen von Kindern gesammelt. Sie berühren die unterschiedlichsten Wissenschaftsbereiche, von Astronomie über Psychologie und Medizin bis zu den Ingenieurwissenschaften. Beantwortet werden sie unter anderem von Forschenden der Universität Oldenburg, der Jade Hochschule und des Informatikinstituts OFFIS. In der Ausstellung sowie über das Bürgerlabor der IHJO (buergerlabor.ihjo.de) können Interessierte weitere Fragen einreichen, die für zukünftige Ausstellungen berücksichtigt werden.

Die IHJO bietet für Schulklassen und private Gruppen kostenlose Führungen durch die Ausstellung an. Interessierte können sich bei Anja Wübben (anja.wuebben@uni-oldenburg.de) anmelden.
30.10.2021, 17:46 Uhr
Berufsbegleitende Weiterbildung im Gesundheitsmanagement
Informationsveranstaltung mit Pflege- und Rehabilitationswissenschaftlerin Martina Hasseler
Einen Überblick über das Qualifizierungsprogramm „Gesundheitsmanagement in der Rehabilitation“ gibt eine Informationsveranstaltung des C3L – Center für lebenslanges Lernen am Donnerstag, 11. November, 19.00 bis 20.00 Uhr. Die berufsbegleitende Maßnahme, die im Frühjahr 2022 startet, dauert sechs Monate und richtet sich an Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitswesen. Sie lernen im Rahmen der Qualifizierung, die Zusammenarbeit von Hilfeträgern, Leistungserbringern und anderen Institutionen sinnvoll zu steuern, um Menschen zu einer bedarfsgerechten Versorgung zu verhelfen.

Die Weiterbildung qualifiziert für das Case Management sowie – bei entsprechenden Vorkenntnissen – für die Pflegeberatung. Für die Teilnahme werden eine Ausbildung im Bereich Gesundheit, Pflege und Therapie oder ein Studium sowie Berufserfahrung in der Gesundheitsversorgung empfohlen.

Wissenschaftliche Leiterin des Programms ist die Pflege- und Rehabilitationswissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Hasseler von der Ostfalia Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Sie begleitet auch die bevorstehende Informationsveranstaltung mit einem Impulsvortrag zum Thema „Herausforderungen der Teilhabe und Rehabilitation für Menschen“.

Die Veranstaltung findet im C3L, Ammerländer Heerstr. 136, unter den geltenden Corona-Bedingungen der Universität Oldenburg statt. Um Anmeldung wird gebeten unter: gern@uni-oldenburg.de.

Weblinks
uol.de/c3l/gesundheitsmanagement
26.10.2021, 17:53 Uhr
Plätze frei im Seminar über das Werk von Horst Janssen
Kurs über den Künstler und Ehren-Oldenburger beginnt am Mittwoch, 3. November
Horst Janssen gilt als einer der herausragendsten Grafiker und Zeichner des 20. Jahrhunderts. Einblicke in sein Leben und seine Arbeit gibt jetzt ein Seminar, das das C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg ab 3. November anbietet. An vier Terminen erläutert Dozentin Geraldine Dudek immer mittwochs von 10.15 bis 11.45 Uhr Details über Leben, Werk und Technik des in Oldenburg aufgewachsenen Künstlers. Je nach geltenden Hygieneregeln ist geplant, dass sich die Teilnehmenden die Werke auch gemeinsam im Museum ansehen. Anmeldungen sind online möglich. Die Kursgebühr beträgt 65 Euro, für Gasthörende 55 Euro.
26.10.2021, 17:37 Uhr
Berufsbegleitende Ausbildung: Psychotherapie
Neue Ausbildungsgänge starten 2022
Im September 2022 starten erneut die berufsbegleitenden Ausbildungsgänge „Psychologische Psychotherapie“ und „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ des C3L – Center für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg. Die fünfjährige Ausbildung richtet sich an Psychologinnen und Psychologen sowie (Sozial-)Pädagoginnen und (Sozial-)Pädagogen. Neben der Ausbildung im Vertiefungsverfahren der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie wird nun auch erstmalig das Vertiefungsverfahren der Systemischen Psychotherapie angeboten. Der Abschluss ermöglicht die Approbation und damit den Eintrag in das Arztregister. Bewerbungen sind bis zum 31. März 2022 möglich.

Weitere Informationen, auch zu Online-Informationsveranstaltungen, die im November, Dezember und Januar stattfinden, finden Interessierte unter uol.de/c3l/psychotherapie-hochschulambulanzen
26.10.2021, 17:31 Uhr
„Fachtag am Samstag“
Neues Tagungsformat für Lehrkräfte startet mit Mathematik
Wie können digitale Medien langfristig, nachhaltig und gewinnbringend im Mathematik-Unterricht eingesetzt werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Tagung „Mathematik digital“. Am Samstag, 13. November, ab 9.00 Uhr lädt das Institut für Mathematik der Universität Oldenburg Lehrkräfte aus Grundschulen und der Sekundarstufe I ein, digital teilzunehmen. Fachdidaktiker aus verschiedenen Bundesländern stellen in einem Hauptvortrag und unterschiedlichen Workshops vor, wie Erklärvideos, 3D-Drucker oder Geometrie-Software in verschiedenen Klassenstufen eingesetzt werden können. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Eine Anmeldung unter uol.de/ofz/fachtage-am-samstag/mathematik ist erforderlich.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt des Tagungsformats „Fachtag am Samstag“ der Universität Oldenburg und wird von Dozentinnen und Dozenten der Unterrichtsfächer in Kooperation mit dem Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ) und dem Zentrum für Lehrkräftebildung – Didaktisches Zentrum (DiZ) veranstaltet. Jeder Fachtag hat einen thematischen Schwerpunkt und kann verschiedene Inhalte haben – von rein fachlicher Fortbildung über fachdidaktische Inhalte und Austauschmöglichkeiten bis hin zu Methodentraining.

Der „Fachtag am Samstag“ ist eine Initiative des Projekts „Biographieorientierte und Phasenübergreifende Lehrerbildung in Oldenburg (OLE+)“ der Qualitätsoffensive Lehrerbildung.
26.10.2021, 16:50 Uhr
1000,– € für das Präventionsprogramm Lions Quest
Am Freitag, den 15.10.2021, übergab die expertum Niederlassung Oldenburg eine Spende über 1.000 Euro an den Förderverein Präventionsrat Oldenburg e.V., um das Präventions-Jugendprogramm „Lions-Quest“ zu unterstützen. Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg e.V. unterstützt und fördert im Zusammenspiel mit den Oldenburger Lions Clubs dieses Präventionsprogramm, das laut expertum genau die Kernkompetenzen fördert, die fit für den Übergang ins Berufsleben machen.
22.10.2021, 13:04 Uhr
Podcast-Thema: Wie Popkultur Zukunft entwirft
Zehnte Folge „Hirn gehört – Oldenburger Wissensschnack“ mit Prof. Dr. Martin Butler ist abrufbar
Populäre Kultur ist mehr als nur Unterhaltung – das weiß Prof. Dr. Martin Butler, Professor für Amerikanistik an der Universität Oldenburg. In der zehnten und neuesten Folge des Wissenschafts-Podcasts „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ spricht er mit den Moderatoren Dr. Bianca Brüggen und Jens-Steffen Scherer über den Einfluss populärkultureller Medien. Es geht um Woody Guthrie, der als US-amerikanischer und gewerkschaftsnaher Singer-Songwriter Mitte des 20. Jahrhunderts die Folkmusik maßgeblich mitprägte, aber auch um Popmusik und Science-Fiction-Filme sowie die Frage, wie sich die in solchen Filmen entworfenen Bilder von Zukunft auf gegenwärtiges Denken und Handeln auswirken. Mit der Entstehung und Wirkung solcher Zukunftsentwürfe beschäftigt sich auch das interdisziplinäre, am Wissenschaftlichen Zentrum „Genealogie der Gegenwart“ angesiedelte Promotionsprogramm „Gestalten der Zukunft“, dessen Co-Sprecher Butler ist.

In dem Wissenschafts-Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ sprechen einmal im Monat Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region über ihre Projekte, ihre Motivation, ihre beste Story, den größten Misserfolg oder ihr verrücktestes Lieblings-Fachwort. Neue Folgen erscheinen immer am dritten Donnerstag eines Monats auf allen gängigen Plattformen. Der Podcast wird vom Oldenburger Netzwerk Wissenschaftskommunikation angeboten und finanziell von der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO) sowie der Jade Hochschule unterstützt.


Weblinks
hirnvomhahn.de/podcast
uol.de/wizegg
19.10.2021, 17:28 Uhr
Chemikerinnen geben Karrieretipps
Kostenlose Online-Veranstaltung „Women in Science and Industry“
Einblicke in verschiedene Berufszweige der Chemie und Anregungen für den eigenen Karriereweg erhalten Interessierte bei der Online-Veranstaltung „Women in Science and Industry“ am Mittwoch, 27. Oktober, an der Universität Oldenburg. Zwischen 9.00 und 17.00 Uhr stellen sieben Frauen sich und ihr Arbeitsumfeld vor, beantworten Fragen und geben Tipps etwa zu Berufseinstieg und Karriereoptionen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Registrierung auch noch am Veranstaltungstag möglich unter uol.de/en/grk-2226/wsi2021.

Zu den Referentinnen gehören Prof. Dr. Thisbe K. Lindhorst, Leiterin der Arbeitsgruppe für Organische und Biologische Chemie an der Universität Kiel, die Patentanwältin Dr. Kathrin Füchsle und Dr. Sandra Bertermann, tätig als Koordinatorin für Projekte in Forschung und Entwicklung. Die Referentinnen werden jeweils 30 Minuten über ihren jeweiligen Werdegang berichten und Tipps geben, im Anschluss sind je 15 Minuten für die Diskussion und Fragen eingeplant.

Ein Ziel der Veranstaltung ist es, jungen Frauen mit Interesse an einer Karriere in der Chemie Rollenvorbilder zu bieten; die Teilnahme steht aber Menschen aller Geschlechter offen. Im vergangenen Jahr stieß das Angebot mit fast 120 Teilnehmenden auf rege Resonanz bei Studierenden, Schülerinnen und Schülern. Veranstalter ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg „Aktivierung chemischer Bindungen“ am Institut für Chemie der Universität Oldenburg.
15.10.2021, 20:22 Uhr
Kita Alte Färberei feiert Einweihung
Neues Betreuungsangebot im Nordwesten der Stadt
An der zentralen Nahtstelle zwischen den Wohnvierteln Dietrichsfeld, Ziegelhof und Haarentor eröffnet zum 18. Oktober die Kita „Alte Färberei“. Sie befindet sich am Artillerieweg 53, wo bis Anfang der 1980er Jahre noch eine Wollfärberei betrieben wurde. Der 34 Meter hohe Schornstein hat bis zum Abriss im August 2016 noch das Bild des Stadtteils geprägt. 

Nun hat die Stadt Oldenburg den 4,7 Millionen Euro teuren Kita-Neubau bei einer feierlichen Einweihung nach rund eineinhalb Jahren Bauzeit termingerecht an den Träger, den Deutsche Rote Kreuz-Kreisverband Oldenburg-Stadt e. V., übergeben. „Ich freue mich sehr, dass wir diese Einrichtung so schnell realisieren konnten. Bei der Planung war vor allem die gute Lage entscheidend für uns. In unmittelbarer Nähe zum Gewerbegebiet Wechloy, der Universität Oldenburg und weiterer Institutionen bieten sich viele Synergieeffekte für die neue Kita“, freut sich Dagmar Sachse, Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg. Gemeinsam mit Birger Holz (Vorstandsvorsitzender des DRK), Carmen Poppenga (Einrichtungsleiterin), Mathias Melchior (DRK-Geschäftsführer), Melanie Eyhusen (Stellvertretende DRK-Geschäftsführerin) und Oliver Ohlenbusch (Architekt und Geschäftsführer der gruppeomp) konnte sie sich im Rahmen der symbolischen Schlüsselübergabe am 15. Oktober bereits ein Bild von der Einrichtung verschaffen.

Die Kindertagesstätte verfügt über die neueste technische Ausstattung und gibt den Kindern viel Raum zum Spielen und Erleben. Sie ist bis auf wenige Änderungen nahezu baugleich mit der Kita Hannah Arendt, die Anfang Oktober in Osternburg eröffnet wurde. 120 Kinder können künftig in der Kita Alte Färberei betreut werden, sie ist für drei Krippen- und drei Kindergartengruppen ausgelegt. Derzeit sind noch Plätze frei, diese können bei der Kita-Leitung Carmen Poppenga angefragt werden. Weitere Informationen gibt es unter: www.drk-ol.de/angebote/einrichtungen/drk-kita-alte-faerberei,
12.10.2021, 17:07 Uhr
Acrylmalerei: Neue Ausstellung im Stadtplanungsamt
Parallel sind beeindruckende Entwurfsarbeiten Studierender zu sehen
In den Räumlichkeiten des Stadtplanungsamtes wird noch bis zum 31. Januar 2022 eine neue Ausstellung präsentiert: „Potpourri“, Acrylmalerei von Antje-Carola Wilke. Die Hobby-Künstlerin hat dem Stadtplanungsamt eine Auswahl ihrer Exponate zur Verfügung gestellt. Diese sind in der Industriestraße 1 a (2. Obergeschoss) während der Bürozeiten zu sehen. Parallel werden in einer weiteren Ausstellung Entwurfsarbeiten Studierender des Masterkurses im Sommersemester 2021 der Jade Hochschule (Fachbereich Architektur) gezeigt. Es handelt sich dabei um Siegerentwürfe eines Studentischen Wettbewerbs unter dem Titel „Ökologische Gemeinschaftssiedlung Hoppenriekels“.

Über die Künstlerin
Carola Wilke wurde im Jahr 1958 geboren. Sie ist Pädagogische Förderkraft und war ehemals aktiv als Tänzerin und Showgestalterin (orientalischer Tanz). Aufgrund einer Muskelerkrankung ist sie nun im vorzeitigen Ruhestand. Die Künstlerin selbst bezeichnet sich als verliebt in die Natur und deren Geschöpfe sowie das Spiel mit Licht und Farbe. Das Malen hat sie autodidaktisch – mithilfe von Lehr-DVDs namhafter Künstler – erlernt.

Die Künstlerin über ihre Arbeit
„Ich liebe es, das Wasser zu betrachten oder die Formation des Schnees (sofern wir noch welchen haben). Auch die Kraft der Bewegung des Wassers zu sehen, die schäumende Gischt, ist faszinierend – oder wenn es ganz ruhig und spiegelnd daliegt, bis hin zur Eisstarre. Damit spiele ich gern, ebenso mit Farbnuancen und leichten Lichtschimmern. Doch auch das Betrachten der Tiere, wie sie sich vollkommen natürlich in ein Landschaftsbild einfügen, einfach Teil vom Ganzen sind, hat etwas Eigenes. Speziell dagegen ist der Mensch, der sich gern abhebt und „HerrIn jeder Lage“ sein will. Es macht Spaß, den Versuch zu starten, diese Eindrücke in der Malerei wiederzugeben. Manches Mal zieht es mich zum Abstrakten hin. Hier kann man seinen Gefühlen Farbe geben. Bei Allem gelingt immer nur eine Momentaufnahme – aber vielleicht ist gerade das das Besondere. Das wird man sehen – im wahrsten Sinne des Wortes.“

Öffnungszeiten und Kontakt
Die Öffnungszeiten des Stadtplanungsamtes sind montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr und montags bis donnerstags von 13.30 bis 15.30 Uhr. Wer gerne in den Räumen des Stadtplanungsamtes seine Werke ausstellen möchte, kann sich per E-Mail an stadtplanung@stadt-oldenburg.de wenden. Allerdings sind aufgrund der großen Nachfrage bereits alle Termine bis Mitte 2025 ausgebucht.
01.10.2021, 15:21 Uhr
Deutsch-Lehrkräfte in der Pandemie
Studie untersucht Verhältnis von Lehrerinnen und Lehrern zu digitalen Medien
Wie vertraut sind Deutsch-Lehrkräfte mit digitalen Medien, und wie hat sich die Corona-Pandemie auf ihre fachspezifische Nutzung dieser Medien ausgewirkt? Diese Frage untersucht ein Forschungsteam um den Literaturdidaktiker Prof. Dr. Jörn Brüggemann von der Universität Oldenburg im Projekt GETDIME. An dem Projekt, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) vom 1. Oktober an für ein Jahr mit rund 50.000 Euro fördert, sind neben Brüggemann der Literaturdidaktiker Prof. Dr. Volker Frederking von der Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Bildungsforscher Prof. Dr. Benjamin Nagengast und Prof. Dr. Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen beteiligt.

Ziel des Projekts ist es, erstmals konkrete Daten dazu zu sammeln, wie Deutsch-Lehrkräfte hierzulande digitale Medien fachspezifisch nutzen, welche Einstellungsmuster sie gegenüber den Optionen eines digitalen Deutschunterrichts kultiviert haben und unter welchen Bedingungen sich diese Muster verändern. Das Forschungsteam möchte in zwei Studien ermitteln, wie die Ausgangslage vor der Pandemie war und was sich durch das Distanzlernen während der Coronakrise verändert hat. GETDIME steht für „Effects of the Covid Pandemic on German Langage and Literature Teachers and their Familiarity with, Use of and Views on Digital Media“.

Für den ersten Teil ihres Vorhabens greifen die Forschenden auf bislang nicht ausgewertete Daten der internationalen Schulleistungsstudie ICILS 2018 („International Computer and Information Literacy Study“) zurück. Diese Untersuchung ermittelte 2018, wie gut die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der achten Jahrgangsstufe in verschiedenen Ländern im Umgang mit Computern und Informationen waren, auch Lehrkräfte wurden befragt. Das Team um Brüggemann will mit Hilfe dieser Daten etwa herausfinden, wie sich die Einstellungs- und Nutzungsmuster der Deutsch-Lehrkräfte zu digitalen Medien von anderen Fachlehrinnen und Fachlehrern in Deutschland sowie von Lehrkräften für die jeweilige Muttersprache in anderen Ländern unterschieden.

Im zweiten Teil des Projekts analysieren die Forschenden Daten, die sie in einer Online-Fragebogenstudie zum digitalen Distanzlernen im Deutschunterricht selbst erhoben haben. Daran hatten während des ersten sogenannten Lockdowns im Frühjahr 2020 und während des zweiten Lockdowns ab Mitte Dezember 2020 rund 2.000 Deutschlehrkräfte aus mehreren Bundesländern teilgenommen. Die erhobenen Einstellungs- und Nutzungsmuster vergleicht das Team mit denen des ersten Projektteils. Darüber hinaus wollen Brüggemann und seine Kollegen herausfinden, unter welchen Bedingungen die Bereitschaft von Lehrkräften steigt, digitale Unterrichtsoptionen für das Fach Deutsch zu nutzen. „Fachspezifische Kompetenzen wie digitales Lesen und Schreiben, digitales Erzählen, digitales Gestalten oder Interpretieren gehören – neben den analogen Formen – zum Profil eines zeitgemäßen Deutschunterrichts“, betont Brüggemann.
10.09.2021, 14:39 Uhr
Internationales Seminar zu Klimawandel und Hochwasserschutz
Oldenburger Lehrende erhalten Förderung des DAAD – Insgesamt sechs europäische Hochschulen beteiligt
Wie hängen Klima und Wasser zusammen? Welche Folgen hat der beschleunigte Klimawandel, und welche Strategien etwa für den Hochwasserschutz lassen sich daraus ableiten? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt eines internationalen virtuellen Seminars, das Lehrende der Universität Oldenburg gemeinsam mit Partnerhochschulen aus fünf Ländern für das kommende Sommersemester vorbereiten. Das Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung (COAST) der Universität erhält dafür vom Deutschen Akademischen Austauschdienst eine Förderung in Höhe von 50.000 Euro. Neben Dr. Thomas Klenke und Dr. Leena Karrasch von COAST sind Lehrende der Universitäten Aalborg (Dänemark), Bukarest (Rumänien) und der Ägäis (Griechenland) sowie der beiden Fernuniversitäten Aberta im portugiesischen Lissabon und Open Universiteit der Niederlande beteiligt.

Das vollständig digital ausgelegte Seminar soll 30 fortgeschrittenen Studierenden breite Kompetenzen vermitteln, um aktuellen Herausforderungen eines nachhaltigen Wasser- und Klimamanagements begegnen zu können. Die Studierenden arbeiten in internationalen und interdisziplinären Teams zusammen. Dabei erhalten sie Impulse von Lehrenden der sechs beteiligten Hochschulen sowie von Expertinnen und Experten aus der Praxis. Die Studierenden halten ihre Ergebnisse am Ende unter anderem in Podcasts oder Videos fest, die veröffentlicht werden. Abschließend werden sich Lehrende und ausgewählte Studierende zu einem Präsenz-Workshop im Forschungszentrum Wittbülten auf Spiekeroog treffen, an dem die Universität Oldenburg beteiligt ist. Neben einer Reflektion des Seminars wird es auch um einen Ausblick darauf gehen, wie die beteiligten Lehrenden ihre internationale Kooperation fortsetzen. 
03.09.2021, 15:04 Uhr
Forschung in mariner Mikrobiologie erhält einjährige Extra-Förderung
Sonderforschungsbereich „Roseobacter“ bis Ende 2022 verlängert
Der an der Universität Oldenburg beheimatete Sonderforschungsbereich (SFB) zu den Meeresbakterien der Roseobacter-Gruppe kann seine Arbeit über die eigentlich maximale Laufzeit von zwölf Jahren hinaus fortsetzen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte auf Antrag des Oldenburger Meeresforschers und SFB-Sprechers Prof. Dr. Meinhard Simon insgesamt eine Million Euro zusätzliche Fördermittel für das Jahr 2022.

Damit können die Forschenden coronabedingte Einschränkungen ausgleichen, etwa die Promovierenden, deren praktische Arbeiten im Labor und Analysen sich seit Beginn der Pandemie besonders verzögert haben. Die einjährige Extra-Förderung ermöglicht zudem eine umfassendere Publikation der abschließenden Ergebnisse. Neben der Universität Oldenburg mit ihrem Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) ist an dem Großprojekt die Technische Universität Braunschweig beteiligt, außerdem das Braunschweiger Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, das Genomforschungslabor der Universität Göttingen sowie das Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn.

Im Mittelpunkt des SFB mit dem offiziellen Titel „Ökologie, Physiologie und Molekularbiologie der Roseobacter-Gruppe: Aufbruch zu einem systembiologischen Verständnis einer global wichtigen Gruppe mariner Bakterien“ stehen Einzeller mit ungewöhnlich vielseitigem Stoffwechsel, die zugleich in quasi allen marinen Ökosystemen einen wichtigen Teil der Mikroben ausmachen. Die Forschenden befassen sich damit, wie sich deren genetische und physiologische Eigenschaften entwickelt haben. Zudem untersuchen sie, wie Bakterien dieser Gruppe es schaffen, sich den Verhältnissen in unterschiedlichen Lebensräumen anzupassen, etwa in puncto Temperatur, Nährstoffangebot oder Interaktion mit anderen Organismen.

Während der aktuellen Abschlussphase des Projekts stehen etwa die Wechselbeziehungen von Vertretern der Roseobacter-Gruppe mit mikroskopisch kleinen Algen im Fokus, sogenanntem Phytoplankton. Die Forschenden wollen herausfinden, wie verschiedene Vertreter der Roseobacter-Gruppe mit Phytoplanktonalgen interagieren, wo welche Vertreter in den Weltmeeren vorkommen und welche ökologischen Funktionen sie erfüllen. Dazu nutzen sie Daten, die sie auf Forschungsfahrten im Pazifik und Atlantik erhoben oder mit Experimenten ermittelt haben. Für die globalen Übersichtsanalysen nutzt das Team mathematische Modelle, die auch Prognosen darüber ermöglichen, wie sich diese Verteilungsmuster bei sich wandelnden Klimabedingungen verändern. 
24.08.2021, 19:48 Uhr
Wie können Küstenökosysteme mehr Kohlenstoff speichern?
Forschungsverbund mit Oldenburger Beteiligung will natürliches Potenzial für Kohlenstoffspeicherung verbessern
Seegraswiesen, Salzmarschen, Mangrovenwälder und Algenwälder nehmen riesige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre auf. Die Speicherung dieses sogenannten „blauen Kohlenstoffs“ ist eine wichtige Leistung der Küstenökosysteme. Wie sich die Speicherkapazität verbessern lässt, untersucht der neue Forschungsverbund sea4soCiety, den das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen koordiniert und an dem auch Forschende der Universität Oldenburg beteiligt sind. Dem Team geht es darum, innovative und gesellschaftlich akzeptierte Ansätze zu finden, um das natürliche Potenzial für Kohlenstoffspeicherung in vegetationsreichen Küstenökosystemen zu steigern. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Vorhaben innerhalb der Forschungsmission „Marine Kohlenstoffspeicher als Weg zur Dekarbonisierung“ – kurz: CDRmare – der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) über drei Jahre mit 5,3 Millionen Euro.

Der Hintergrund des Projekts: In den vergangenen Jahrzehnten haben Urbanisierung, Erosion oder Umweltverschmutzung viele Ökosysteme in Küstenregionen weltweit geschädigt. Als Folge sank ihre Kapazität, blauen Kohlenstoff zu speichern und dadurch den Ausstoß von Treibhausgasen zu kompensieren. „Wir brauchen konkrete Maßnahmen, um diesem Trend entgegenzuwirken, damit Küstenökosysteme weiterhin zur Eindämmung des Klimawandels beitragen können“, erklärt Verbundkoordinator Prof. Dr. Martin Zimmer vom ZMT. Das Forschungsteam plant, die Speicherkapazität für blauen Kohlenstoff in vier verschiedenen Küstenökosystemen zu messen und zu analysieren: an der deutschen Nord- und Ostseeküste, in der Karibik und der Indonesischen See.

Die Universität Oldenburg ist mit der Arbeitsgruppe Marine Geochemie um Prof. Dr. Thorsten Dittmar und Dr. Michael Seidel vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) am Projekt beteiligt. Zusammen mit Dr. Manuel Liebeke vom Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen, Prof. Dr. Jan-Hendrik Hehemann und Prof. Dr. Kai Bischof von der Universität Bremen sowie Verbundkoordinator Zimmer wollen die Oldenburger Forschenden untersuchen, wie die organischen Kohlenstoffverbindungen in den verschiedenen Küstenökosystemen zusammengesetzt sind, woher sie stammen und wie widerstandsfähig sie gegenüber Abbauprozessen sind. Darüber hinaus wollen sie ermitteln, welches Potenzial für Kohlenstoffspeicherung in den vier verschiedenen Küstenökosystemen besteht.

Ziel des Teams ist es, die verschiedenen Kohlenstoffverbindungen detailliert und hochaufgelöst molekular zu charakterisieren. Dabei untersuchen die Forschenden sowohl gelöste Verbindungen als auch organischen Kohlenstoff in Form von Partikeln. Hintergrund dieses Forschungsansatzes ist die Erkenntnis, dass biologisch schwer abbaubares gelöstes organisches Material im Meer einer der größten aktiven Kohlenstoffspeicher der Erde ist: Die unsichtbare Stoffmischung im Meerwasser enthält mehr Kohlenstoff als die gesamte Vegetation auf der Erde. Hauptziel des Teilprojekts mit Oldenburger Beteiligung ist es zu klären, wo die schwer abbaubaren Kohlenstoffverbindungen in den untersuchten Küstenökosystemen gebildet werden und welche Prozesse dazu beitragen, diese Verbindungen großräumig anzureichern.

Sea4soCiety ist einer von sechs Forschungsverbünden der Mission CDRmare. Insgesamt sind rund 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von neun norddeutschen Universitäten und Forschungsinstituten an dem Vorhaben beteiligt.  

In der Forschungsmission CDRmare untersuchen rund 200 Forschende in sechs Verbundprojekten, wie und in welchem Umfang der Ozean eine nachhaltige Rolle bei der Entnahme und der Speicherung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre spielen kann. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung einer Roadmap für die aktive Nutzung mariner Kohlenstoffspeicher, die dazu beitragen soll, die Folgen des menschengemachten Klimawandels zu begrenzen und die Pariser Klimaziele zu erreichen. Übergreifend koordiniert wird CDRmare (CDR = Carbon Dioxide Removal = Kohlendioxidentnahme) am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde. Das Bundesforschungsministerium fördert die Forschungsmission mit 27 Millionen Euro über eine erste Phase von drei Jahren.

Die Deutsche Allianz Meeresforschung erarbeitet mit ihren 22 Mitgliedseinrichtungen lösungsorientiertes Wissen und Handlungsoptionen für einen nachhaltigen Umgang mit den Küsten, Meeren und Ozeanen.
19.08.2021, 17:48 Uhr
Sollten Erkrankte an Tumorkonferenzen teilnehmen?
Studie liefert Daten, um Vor- und Nachteile einer Beteiligung von Patientinnen besser bewerten zu können
Die beste Behandlung für Betroffene mit komplexen Krebserkrankungen zu finden – darauf zielen Tumorkonferenzen ab. Ärztinnen und Ärzte aus Onkologie, Radiologie, Chirurgie, Pathologie und weiteren Fachdisziplinen sprechen in diesen interdisziplinären Sitzungen über die Erkrankung – aber selten mit den Erkrankten. Bisher bieten in Deutschland nur einzelne Brust- und Gynäkologische Zentren ihren Patientinnen die Möglichkeit, an Tumorkonferenzen teilzunehmen. Ein Team der Universität Oldenburg sowie der Universitätskliniken Bonn und Köln hat in der PINTU-Studie – gefördert von der Deutschen Krebshilfe e.V. – nun untersucht, ob Krebspatientinnen von einer solchen Teilnahme profitieren. Eins der Ergebnisse: Die meisten Befragten empfanden eine Teilnahme als positiv, schreibt das Team im Fachmagazin Cancer Medicine. Die Erkenntnisse sollen helfen, Empfehlungen für Kliniken zu entwickeln, die Betroffene in Tumorkonferenzen einbinden möchten.

„Ob Patientinnen und Patienten wirklich davon profitieren, wenn sie bei den oft sehr fachlichen Diskussionen dabei sind, ist bisher umstritten – und leider wenig untersucht“, sagt die Oldenburger Versorgungsforscherin und Erstautorin der Studie, Prof. Dr. Lena Ansmann. Allerdings werde international verstärkt nach Möglichkeiten gesucht, Betroffene stärker an der Planung ihrer Therapie zu beteiligen. Ziel des Forschungsteams war daher, einen größeren Datensatz zusammenzutragen und zu analysieren. „Soweit wir wissen, ist unsere Studie eine der ersten größeren Untersuchungen zu diesem Thema“, sagt Co-Autorin Prof. Dr. Nicole Ernstmann, Expertin für Gesundheitskommunikation am Universitätsklinikum Bonn.

Der größte Teil aller Brustkrebspatientinnen in Deutschland wird derzeit an zertifizierten Krebszentren behandelt. Tumorkonferenzen sind hier vorgeschrieben, eine Beteiligung der Betroffenen allerdings nicht. „Aus vorangegangenen Studien wissen wir, dass etwa fünf bis sieben Prozent der Erkrankten schon einmal an einer Tumorkonferenz teilgenommen haben“, erläutert Ansmann. Doch welche Rolle Patientinnen in den Konferenzen einnehmen, wie die Konferenzen vonstattengehen und welche Erfahrungen die Beteiligten letztlich machen, war bislang unklar.

Um diese Wissenslücke zu verkleinern, befragten die Forschenden mit 87 Patientinnen mit Brustkrebs oder einem gynäkologischen Tumor vor und direkt nach ihrer Teilnahme an einer Tumorkonferenz sowie vier Wochen später. Zum Vergleich befragten sie 155 Erkrankte, die nicht an der sie betreffenden Tumorkonferenz teilnahmen. Außerdem beobachtete das Team insgesamt 317 Fallbesprechungen in Tumorkonferenzen – direkt sowie mit Hilfe von Video- und Tonaufzeichnungen. An 95 dieser Fallbesprechungen waren Betroffene beteiligt.

Dabei zeigt sich, dass die Tumorkonferenzen mit Beteiligung der Erkrankten sehr unterschiedlich abliefen. Manche Kliniken ließen die Patientinnen an der gesamten Konferenz teilnehmen. Andere hielten die eigentliche Konferenz ohne die Erkrankten ab, ließen sie aber anschließend an einer kleineren Runde teilhaben, die etwa über Therapieempfehlungen informierte. Auch andere Bedingungen der Konferenzen variierten, etwa die Dauer oder die Sitzanordnung.

Aus den Befragungen ging hervor, dass die Erkrankten eine eher passive Rolle in den Konferenzen spielten. Beispielsweise berichteten nur 61 Prozent, an der Entscheidung zur Therapie beteiligt worden zu sein. Insgesamt nahmen die meisten Patientinnen die Konferenzen als eher positiv wahr, empfanden sie etwa als informativ und empfahlen die Teilnahme weiter. Einige Betroffene berichteten allerdings, dass die Konferenzen bei ihnen Angst und Verunsicherung ausgelöst haben – ein Umstand, den künftige Untersuchungen stärker in den Blick nehmen müssten, betont Ansmann.

Originalveröffentlichung: Lena Ansmann et al: „Patient participation in multidisciplinary tumor conferences: How is it implemented? What is the patients’ role? What are patients’ experiences?“, Cancer Medicine, DOI:10.1002/cam4.4213


Weblinks
onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/cam4.4213

uol.de/versorgungsforschung
13.08.2021, 17:06 Uhr
Gespräche über Literatur
Studie untersucht verschiedene Formen der Literaturvermittlung im Deutschunterricht
Gespräche über literarische Texte sind ein zentraler Bestandteil des Deutschunterrichts. Wie sich die Vielschichtigkeit und das Wirkungspotenzial literarischer Texte am besten vermitteln lassen, ist unter Fachleuten jedoch umstritten. Ein Forschungsteam um den Literaturdidaktiker Prof. Dr. Jörn Brüggemann von der Universität Oldenburg will dies nun in einer Studie mit rund 90 Schulklassen untersuchen. Das Projekt unter dem Titel „Die Bedeutung von Subjektivität und Emotionalität in Gesprächen über Literatur im Deutschunterricht“ (SEGEL) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über 24 Monate mit knapp 300.000 Euro gefördert. An der Leitung des interdisziplinären Vorhabens sind neben Brüggemann der Literaturdidaktiker Prof. Dr. Volker Frederking von der Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Bildungsforscher Prof. Dr. Benjamin Nagengast und Prof. Dr. Ulrich Trautwein von der Universität Tübingen beteiligt.

Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, welchen Einfluss verschiedene Gesprächsformen auf die Textrezeption haben – etwa darauf, wie gut Schülerinnen und Schüler einen literarischen Text verstehen, wie sie ihn ästhetisch erleben und für wie bedeutsam sie ihn für sich persönlich halten. „In der Literaturdidaktik ist die Annahme verbreitet, dass Subjektivität und Emotionalität besonders wichtig dafür sind, dass Gespräche über Literatur gelingen“, erläutert Brüggemann. Diese Hypothese sei allerdings bislang kaum wissenschaftlich erforscht. Das Team will nun in einer Interventionsstudie mit mehr als 2.000 Schülerinnen und Schülern empirisch überprüfen, welchen Einfluss die Faktoren „Gesprächstyp“ und „Interaktionsform“ haben. Die Forschenden unterscheiden zwischen zwei Gesprächstypen: Der eine beschränkt sich rein analytisch auf kognitive Aspekte, um etwa die Verstehensspielräume literarischer Texte und die Besonderheiten der sprachlichen Gestaltung und ihrer Funktionen zu erfassen. Die zweite Form von Unterrichtsgesprächen regt zusätzlich zur Selbstreflexion an und aktiviert in emotional-erlebnisbezogener Hinsicht. Dabei denken die Schülerinnen und Schüler beispielsweise über die Emotionen nach, die ein literarischer Text in ihnen auslöst. Beim zweiten Faktor, der Interaktionsform, untersucht das Team lehrerzentrierte und schülerzentrierte Gesprächsformen.

An dem Experiment nehmen im kommenden Schuljahr Schülerinnen und Schüler aus rund 90 Klassen des 9. und 10. Jahrgangs aus 26 Gymnasien in Bayern und Niedersachsen teil. Gesprächsgegenstand sind verschiedene Gedichte und Prosatexte. Anschließend überprüfen die Forschenden das Textverständnis der Schülerinnen und Schüler mit speziellen Tests. Außerdem untersuchen sie die Effekte auf das ästhetische Erleben und die Motivation der Jugendlichen mit Fragebögen, die in früheren Drittmittelprojekten entwickelt, evaluiert und optimiert worden sind. 

„Durch die klare Trennung der beiden Faktoren ‚Gesprächstyp‘ und ‚Interaktionsform‘ wollen wir erstmals systematisch ermitteln, welche Rolle Subjektivität und Emotionalität in Gesprächen über Literatur spielen“, so Brüggemann. In einer Vorgängerstudie hatte das Team bereits empirische Hinweise dafür gefunden, dass Impulse zur subjektiven und emotionalen Aktivierung die Entwicklung von ästhetischem Erleben und fachlichen Bereitschaften bei vielen Schülerinnen und Schülern positiv beeinflussen: Sie bringen dann beispielsweise mehr Empathie für die Figuren auf, empfinden den Text als bedeutungsvoller für sich selbst und nehmen die Unterrichtsgespräche als anregender wahr als sonstige Gespräche im Deutschunterricht.