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Alexandersfeld

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THW sprengt Funkturm auf dem ehemaligen Fliegerhorst

05.09.2018 21:49 Uhr

Bürgerinnen und Bürger müssen im Sicherheitsradius von 300 Metern Wohnungen verlassen

Zuletzt diente er als Antennenträger für die Telekommunikation, jetzt steht er der geplanten Bebauung im Weg: der Funkturm auf dem ehemaligen Fliegerhorst. Am Sonnabend, 22. September, wird das 43 Meter hohe Bauwerk gesprengt. Die Sprengung ist zwischen 14 und 15 Uhr vorgesehen. Aus Sicherheitsgründen muss die Umgebung in einem Radius von 300 Metern geräumt werden. Davon betroffen sind etwa 50 Haushalte. Das bedeutet, dass etwa 200 Anwohnerinnen und Anwohner in den Straßen Mittelweg, Brookweg und Hugo-Eckener-Straße, die innerhalb des Gefahrenbereiches liegen, ihre Wohnungen vorübergehend verlassen müssen. Der Kleine Bürgerbusch wird bereits ab 10 Uhr gesperrt. Die Alexanderstraße liegt außerhalb der Sicherheitszone. 

Die Betroffenen werden im Vorfeld bereits in dieser Woche schriftlich informiert. Sie werden gebeten, der Aufforderung, ihre Wohnungen zu verlassen, am Tag der Sprengung bis spätestens um 13 Uhr Folge zu leisten. Als Ausweichquartier steht ihnen ab 11 Uhr die Sporthalle der Grundschule Dietrichsfeld (Liegnitzer Straße 37) zur Verfügung. Das Deutsche Rote Kreuz übernimmt die Versorgung der Betroffenen mit Getränken sowie die Verpflegung der Einsatzkräfte. Der für den 22. September geplante Flohmarkt im Kindergarten St. Christophorus (Brookweg 30) wird auf Sonntag, 23. September, verlegt.

Das Technische Hilfswerk (THW) wird gemeinsam mit der Polizei kontrollieren, dass sich niemand mehr in der Gefahrenzone befindet. Über die Räumung wird auch per Lautsprecherdurchsagen informiert. Das THW sorgt außerdem dafür, dass der Hauptzugang zum Fliegerhorst-Gelände über die Alexanderstraße, die Zugänge zum Kleinen Bürgerbusch, die Zuwegung über den Mittelweg sowie der Geh- und Radweg am Ende der Hugo-Eckener-Straße gesperrt sind. Die Polizei sichert die Absperrungen und überwacht, dass das Verbot, den Sperrkreis zu betreten, eingehalten wird.

Auch die Sprengung übernimmt das Technische Hilfswerk. Unter fachkundiger Anleitung von Experten des THW wollen die Teilnehmenden eines Lehrgangs der THW-Bundesschule Neuhausen den Funkturm zu Fall bringen. Mit Erdwällen wird ein sogenanntes Fallbett angelegt.

Für Menschen, die aufgrund von Krankheit oder einer Behinderung nicht in der Lage sind, den Bereich selbständig zu verlassen, wird ein Transportdienst angeboten. Der Bedarf kann montags bis freitags über das Service Center der Stadt unter der Telefonnummer 0441 235-4444 beziehungsweise am Tag der Sprengung über ein eigens geschaltetes Bürgertelefon unter 0441 235-4500 angemeldet werden. Das Bürgertelefon steht am 22. September im Zeitraum von 10 bis 16 Uhr zur Verfügung.

Nach erfolgreicher Sprengung können die Anwohnerinnen und Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren. Läuft alles nach Plan, wird dies gegen 15 Uhr der Fall sein. Bedingung dafür ist aber die Entwarnung, die auf der städtischen Internetseite www.oldenburg.de, über die Warnsystem-App KATWARN (für angemeldete Nutzer), per Rundfunkdurchsage sowie vor Ort durch ein dreimaliges Hornsignal bekanntgegeben wird.
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Fliegerhorst in die Städtebauförderung aufgenommen

26.08.2018 19:22 Uhr

Land gibt Programme und geförderte Vorhaben bekannt

Die Stadt Oldenburg profitiert auch im Jahr 2018 von den Fortschreibungen der Städtebauförderung in Niedersachsen. Erstmals gefördert werden dabei auch Maßnahmen auf dem Fliegerhorst. Allein dafür werden drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit der grundsätzlichen Aufnahme des Fliegerhorstes in das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau West“ ist die Stadt zuversichtlich, auch dieses Quartier durch die Verbesserung des wohnungsnahen und städtebaulichen Umfeldes insgesamt aufzuwerten.

Neben den Mitteln für die weitere Sanierung der beiden Sanierungsgebiete des Programmes „Soziale Stadt“ Kreyenbrück-Nord (666.666 Euro) und Käthe-Kollwitz Straße/Hoffkamp (386.000 Euro) sind auch die Mittel für das Sanierungsgebiet Untere Nadorster Straße in der Programm-komponente „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ bewilligt worden (200.000 Euro).

Nähere Informationen zu den Zielen der fortgeschriebenen Programme und des neu aufgenommen Programmgebietes sind im Internet unter www.oldenburg.de zu finden.
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Leuchtendes Beispiel für die Zukunft

08.02.2018 09:29 Uhr

Fliegerhorst: Großes Interesse am Projekt „Energetisches Nachbarschaftsquartier“

Ein leuchtendes Beispiel für die Zukunft: Die „intelligente“ Straßenlaterne von morgen spendet zwar nach wie vor Licht – der mit energiesparender Technologie ausgerüstete Mast kann aber noch viel mehr: Elektroautos mit Strom versorgen, Energieverbräuche prognostizieren, freie Parkplätze melden, als WLAN-Hotspot fungieren. Das Forschungsvorhaben „Smarter Pfosten“ wurde am Mittwochvormittag auf dem Fliegerhorst-Gelände als einer der Beiträge zum Projekt „Energetisches Nachbarschaftsquartier“ präsentiert. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung stellten sich viele der beteiligten 21 Projektpartner aus Industrie und Forschung im alten Offizierskasino vor. 

Das Innovationscamp traf auf reges Interesse: Rund 100 Gäste nutzten die Möglichkeit, mit den Experten ins Gespräch zu kommen. „Ich freue mich über die hohe Aufmerksamkeit, die diesem Leuchtturm-Projekt entgegengebracht wird“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Das „Energetische Nachbarschaftsquartier“ bezeichnete er als „Sahnehäubchen“ bei der Entwicklung des ehemaligen Militärareals. Dicht umlagert war der Thementisch „Bürgerbeteiligung“ mit einem Modell der Planungen. Zahlreiche Interessierte meldeten sich für einen Projekt-Newsletter an.

Auf einer Teilfläche des stillgelegten Fliegerhorsts will das Konsortium bis zum Jahr 2022 ein weitestgehend klimaneutrales Quartier als „Reallabor“ konzipieren und umsetzen. Es entstehen etwa 110 Wohneinheiten sowohl in Neubauten als auch in sanierten Bestandsgebäuden mit Anschluss an ein gemeinsames Energienetz, das – wo es möglich ist – öffentliche Infrastruktur nutzt. Das Projekt ist erst vor wenigen Wochen gestartet und wird von den Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Bildung und Forschung gefördert. Rund 18 Millionen Euro fließen in die nachhaltige, sektorübergreifende und digitalisierte Energieversorgung des Quartiers, weitere rund 8,4 Millionen Euro werden von den größtenteils im Nordwesten angesiedelten Industriepartnern beigesteuert. 

„Zu den Kernthemen des Projekts gehört die Frage, wie die lokale Energiegemeinschaft eines Nachbarschaftsquartiers sozial und wirtschaftlich konzipiert sein muss, um für Anwohner, quartierseigene Energieerzeuger und Energiedienstleister langfristig attraktiv und betriebswirtschaftlich tragbar zu sein“, erläuterte OFFIS-Vorstand Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff. Um die Ansätze unter realen Bedingungen zu erproben, soll das Areal als „lebendes“, auf Teilhabe ausgelegtes Labor für Smart-City-Technologien genutzt werden. Über das Energetische Nachbarschaftsquartier hinaus sollen auf dem ehemaligen Fliegerhorst insgesamt gut 950 Wohneinheiten und Gewerbeflächen entstehen. Das Areal stellt somit für die kommenden Jahre die wichtigste Entwicklungsfläche in Oldenburg dar.

Der Energiebedarf des Quartiers soll im Wesentlichen aus lokal erzeugter Energie gedeckt werden. Entwickelt wird ein öffentliches Versorgungsnetz, das eine Kopplung von Strom, Wärme/Kälte und Mobilität unterstützt und den „Energietausch“ im Quartier unter den Nachbarn mit und ohne eigene PV-Anlagen oder Mikro-BHKW fördert. 
Diese Projektpartner haben sich beim Info-Tag vorgestellt:
  • OFFIS: OFFIS erforscht und entwickelt anwendungsorientierte Konzepte, Lösungen und Prototypen für Informations- und Kommunikations-Systeme. OFFIS stellt in seiner Funktion als Konsortialführer Informationen zum gesamten Projekt und auch zu Fragestellungen der Digitalisierung des Quartiers zur Verfügung.
  • KEHAG: Die KEHAG Unternehmensgruppe ist ein bundesweit tätiger Partner von Geschäftskunden im Energiemarkt. Die KEHAG stellte einen Softwaredemonstrator zur Energiesimulation vor.
  • DWG: Im komplexen Energiemarkt steht die Deutsche WindGuard (DWG) für unabhängige, herstellerneutrale Beratung und umfangreiche wissenschaftliche, technische und operative Leistungen. DWG präsentierte eine Windpark-Management-Software und Referenzstudien.
  • embeteco: embeteco ist ein Oldenburger Hightech-Unternehmen, das Technologien für Smart City Plattformen entwickelt, um die reale und die virtuelle Welt miteinander zu vernetzen. Das Unternehmen stellte seine Aktivitäten zur nationalen und internationalen Smart City-Standardisierung und Unterstützung von Kommunen und Regionen bei der digitalen Transformation und beim Einsatz innovativer IKT-Lösungen vor.
  • Quantumfrog: Die Quantumfrog GmbH wurde 2011 als Entwicklungshaus für Computerspiele gegründet und produziert heute mobile Applikationen und Weblösungen. Quantumfrog präsentierte einen Entwurf für ein Bürgerpartizipationstool und dessen Funktionen, sowie eine Augmented Reality Demo, die auf dem Fliegerhorst Anwendung finden kann.
  • ESP: Electric-Special (ESP) wurde 1963 als SCHALT-ELEKTRIC gegründet und entwickelt, produziert und verkauft seit über 50 Jahren Mess- und Regelungstechnik für Beleuchtungsanlagen. Das Unternehmen stellte den aktuellen Stand zum „Smarten Pfosten“ vor, der multifunktionalen Straßenbeleuchtung.
  • DLR: Das Oldenburger Institut für Vernetzte Energiesysteme, eine Einrichtung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), entwickelt Technologien und Konzepte für die zukünftige Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. Auf dem Fliegerhorst erläuterten die Wissenschaftler, wie sie das Gesamtenergiekonzept für das „Energetische Nachbarschaftsquartier“ erstellen. Zudem berichteten sie über ihren Forschungsbeitrag zum „Smarten Pfosten“.
  • SCHULZ: Die SCHULZ Systemtechnik GmbH gehört heute zu den führenden Entwicklern von Automatisierungslösungen für verschiedenste Branchen. Dabei vereint das Unternehmen alle drei Disziplinen der Automatisierungstechnik – von der Mechanik über die Elektrotechnik bis zur Informatik. Schulz präsentierte Planungsgrundlagen für die Infrastruktur von Smart City Technologien.
  • OLEC: Der 2005 gegründete Oldenburger Energiecluster OLEC e.V. ist das größte technologieübergreifende Energienetzwerk im Nordwesten Deutschlands. Der Cluster bindet verschiedenste Unternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette ein. Im Projekt entwickelt OLEC mit seinen Partnern Strategien zur Stadt-Umland-Beziehung und begleitet den Technologietransfer.
  • New Power Pack: Die New Power Pack ist ein 2010 gegründetes Unternehmen, welches als Lösungsanbieter im Bereich alternativer und erneuerbarer Energien aktiv ist. Dazu gehören die Errichtung, der Verkauf und das Verleasen von Anlagen zur Strom- und Gaserzeugung mittels alternativer Brennstoffe. Im Projekt übernimmt NPP die Realisierung einer Power to Gas to Power Anlage.
  • EWE NETZ: Der Schwerpunkt der Aktivitäten von EWE NETZ in dem Projekt ENaQ liegt im Teilprojekt „Vernetzte physische Infrastruktur“. Dabei ist EWE NETZ insbesondere in die Konzeption und Planung des Stromnetzes unter Berücksichtigung von Elektromobilität, der Verlagerung von Wärme in den Stromsektor sowie der Energieautarkie der Kunden eingebunden.
  • GSG Oldenburg: Die GSG wird im Rahmen der Quartiersentwicklung rund 20 Millionen Euro in Neubau und Sanierung von Bestandsgebäuden investieren. Weiterer Aufgabenschwerpunkt ist die Entwicklung und Erprobung von Wohnkonzeptionen im Kontext des Reallabors.
  • BTC: Die Erarbeitung von Geschäftsmodellen & Services einer Smart City sowohl für Dienstleister als auch für Bürger und die Bereitstellung der dafür notwendigen Digitalen Plattform sind die Hauptanliegen der BTC AG. Hierbei profitiert ENaQ von der langjährigen Erfahrung von BTC als großer IT-Dienstleister, Software-Entwickler und Berater für Digitale Strategien in der Energiebranche.
  • Junge Haie: Die Junge Haie GmbH entwickelt ein Konzept für das Inzentivierungssystem Energie, kreiert ein entsprechendes Geschäftsmodell und sorgt für die Umsetzung und Erprobung.
  • ARSU/Carl von Ossietzky Universität Oldenburg/Stadt Oldenburg: Die ARSU GmbH (Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung) wurde von Naturwissenschaftlern unterschiedlicher Fachdisziplinen und Raumplanern und Regionalökonomen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg gegründet und befasst sich aktuell mit Fragestellungen der Energie- und Klimapolitik sowie Konzepten einer resilienten Stadt- und Regionalentwicklung. Die ARSU betreute beim Info-Tag am Mittwoch gemeinsam mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Stadt Oldenburg den Thementisch „Bürgerbeteiligung“.
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