22.11.2022, 18:10 Uhr
Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Flaggen, Plakate, Lesungen, Filme und mehr rund um den 25. November
Seit 1999 ist der 25. November von der UNO als Gedenk- und Aktionstag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen bestimmt. Er soll die Öffentlichkeit sensibilisieren und an Opfer erinnern. Auch in Oldenburg finden rund um den „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen statt.

Laut UNO wurden 2017 weltweit 87.000 Frauen getötet – mehr als die Hälfte davon durch (Ex-)Partner oder andere Familienangehörige. Es handelt sich in großem Ausmaß also nicht um Straßengewalt mit zufälligen Opfern, sondern gezielte Gewalt in ungleichen Machtverhältnissen. Auch in Deutschland geschieht dies jeden zweiten bis dritten Tag. Weiter geht die UNO davon aus, dass jede dritte Frau einmal in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder anderweitig missbraucht wird. Dass ein großer Anteil von Gewalt gegen Frauen einen Zusammenhang zwischen Macht und Geschlecht aufweist und zum größten Teil von Tätern aus dem eigenen Umfeld geschieht, zeigen auch Beispiele wie Zwangsprostitution, Genitalverstümmelung, die Tötung weiblicher Föten und Säuglinge wegen eines „geringeren Wertes“ oder das Vorenthalten von Bildung und gleichberechtigter gesellschaftlicher Teilhabe für Mädchen und Frauen. Die Ursachen liegen nicht in Einzelschicksalen oder Familientragödien, sondern in gesellschaftlichen Strukturen – und es bedarf der öffentlichen Aufmerksamkeit und Unterstützung, diese Gewalt zu beenden.

Ab Freitag, 25. November, bis zum „Internationalen Tag der Menschenrechte“ am Samstag, 10. Dezember, wehen vor zahlreichen Oldenburger Gebäuden Flaggen mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“. Die weltweite Aktion wurde von der Organisation „TERRE DES FEMMES“ ausgerufen. Oldenburg zählt zu den mehr als 800 Städten in Deutschland, die sich insgesamt mit etwa 3.000 Flaggen beteiligen.

Das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg und das StoP-Projekt (Stadtteile ohne Partnergewalt) machen mit einer Plakataktion in den Bussen der VWG auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam. Das Hilfetelefon des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bietet unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116 016 rund um die Uhr und in 18 verschiedenen Sprachen gewaltbetroffenen Frauen und Mädchen anonym Unterstützung an. Die Plakate werden vom 21. November bis 11. Dezember zu sehen sein.

Ab dem 25. November werden im Stadtgebiet sechs orangene Bänke mit der Telefonnummer des „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ aufgestellt. Initiatorin der Aktion ist das Gleichstellungsbüro der Stadt, wobei eine der Bänke vom Zonta Club Oldenburg mitfinanziert wurde. Die Bänke stehen vor den vier Gemeinwesenarbeiten, beim Pflegekinderdienst und vor dem Innenstadtgeschäft „deine TONART“.
Brötchentütenaktion: Gewalt kommt nicht in die Tüte

59 Bäckereien im Oldenburger Stadtgebiet verpacken die verkauften Brötchen in Tüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Die Brötchentüten werden von den Präventionsräten und den Gleichstellungsbeauftragten im Nordwesten zur Verfügung gestellt. Auf der Rückseite führt ein QR-Code zu Hilfekontakten und Anlaufstellen für Frauen in der Region.

Für das Buch „Femizide. Frauenmorde in Deutschland“ haben die Autorinnen mit Fachleuten, Überlebenden, Zeuginnen und Zeugen und Angehörigen gesprochen und wissenschaftliche Studien analysiert. Dabei zeigt ihr Buch: Femizide sind ein gesamtgesellschaftliches Problem – und es gibt sinnvolle Wege zu einem besseren Schutz von Frauen vor männlicher Gewalt.

Am Donnerstag, 24. November, wird von 18 bis 20 Uhr online über BigBlueButton das Buch vorgestellt. Anmeldungen hierfür richten Sie bitte per E-Mail an oldenburg@dgb.de. Veranstaltet wird die Buchvorstellung vom DGB Regionsbüro Oldenburg-Ostfriesland in Zusammenarbeit mit der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften der Universität Oldenburg und der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Nord.

Am Montag, 28. November, findet von 18 bis 20 Uhr über Webex Online Meeting ein Ver.Di polit talk mit den Autorinnen statt. Anmeldungen hierfür richten Sie bitte an die E-Mail-Adresse pressestelle.nds-hb@verdi.de, da dies ein Angebot des ver.di Landesbezirks Niedersachsen-Bremen ist.

Freitag, 25. November, 15 bis 18 Uhr, Julius-Mosen-Platz: Mit einer Installation von Schuhpaaren macht das Feministische Forum Oldenburg auf mehr als hundert Frauen und Mädchen aufmerksam, die in diesem Jahr allein in Deutschland Opfer von Femiziden wurden. Darüber hinaus werden auch andere Gewalterfahrungen von Frauen und Mädchen sichtbar gemacht und Informationen sowie Materialien für Betroffene zur Verfügung gestellt.

Freitag, 25. November, 18 Uhr, Film „Woman“: Das weltweite Projekt bietet zweitausend Frauen aus fünfzig Ländern einen Ort für ihre Stimme. Ziel des Films ist es nicht nur, Rechte zu fordern oder sich auf Probleme zu konzentrieren, sondern den Stimmen der Frauen endlich Gehör zu schenken und dafür zu sorgen, dass Frauen nie wieder als „schwächeres Geschlecht“ gesehen werden. Mit anschließendem Nachgespräch. In Kooperation mit dem Medienbüro Oldenburg e.V. und der Ev.-Luth.-Kirche Oldenburg.

Sonntag, 27. November, 17 Uhr, Film „Luchadoras“. Der Film porträtiert die mutigen Frauen, die in Ciudad Juárez, der Stadt der Frauenmorde, als Wrestlerinnen in den Ring steigen und dort, sowie in ihrem vom Machismo geprägten Alltag, um die Deutungshoheit über das Frauenbild in Mexiko kämpfen. Mit anschließendem Regiegespräch. In Kooperation mit dem Medienbüro Oldenburg e.V. und dem Feministischen Forum.
Informationen zu Partnergewalt

Donnerstag, 1. Dezember, 16 Uhr, Stadtteiltreff Dietrichsfeld, Alexanderstraße 331, gemeinsame Aktion vom Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ und dem Weissen Ring: Der Weisse Ring wird sich vorstellen, Informationen rund um das Thema Partnergewalt und insbesondere zu der No-Stalking App geben. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Welche Hilfsangebote und Beratungsstellen gibt es in Oldenburg?

 · BISS – Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt: Telefon 0441 235-3798
 · Olena – Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen mit Migrationshintergrund und geflüchtete Frauen: olena.beratung@web.de, Telefon 0441 235-2490
 · Wildwasser – Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen: www.wildwasser-oldenburg.de, Telefon 0441 16656
 · Autonomes Frauenhaus: www.frauenhaus-oldenburg.de, Telefon 0441 47981
 · Trans-Beratung OL: weser-ems@trans-recht.de, Telefon 0160-5889070

Weitere Informationen zu den geplanten Aktionen gibt es auch auf der städtischen Website unter www.oldenburg.de/gleichstellung.