20.09.2022, 15:09 Uhr
Erste Stipendiatin am Horst-Janssen-Museum beendet ihre Forschung
Zum Abschied zeigt Aline Helmcke Kurzfilmprogramm und Fassadenprojektion
Die erste Stipendiatin des Horst-Janssen-Museum Aline Helmcke verabschiedet sich am Sonntag, 25. September, mit einem von ihr kuratierten Kurzfilm-Screening aus Oldenburg. Ab 15 Uhr präsentiert sie ein 90-minütiges Programm zum Thema „Zeichnung in Bewegung“ im Cine k in der Kulturetage (Bahnhofstraße 11). Der Eintritt kostet 5 Euro. Dafür hat sie Filmemacher/innen ausgewählt, die sich nicht einer herkömmlichen Zeichentrickästhetik bedienen, sondern die eine eigene Bildsprache entwickelt haben. „Die Filmauswahl soll eine möglichst große Bandbreite zeichnerischer Ansätze abbilden“, erläutert Aline Helmcke, die am Sonntag auch eine Einführung ins Filmprogramm geben wird.

Helmcke ist selbst Animationskünstlerin mit Schwerpunkt Zeichnung und Bewegung. Sie hat die vergangenen neun Monate am Horst-Janssen-Museum geforscht und die Linienführung im Frühwerk Janssens unter die Lupe genommen. Möglich machte dies ein Stipendium, das vom Museum und den Freunden und Förderern des Horst-Janssen-Museums e.V. ins Leben gerufen wurde. „Das erste Stipendium mit Aline Helmcke hat unsere Erwartungen voll erfüllt“, sagt die Fördervereinsvorsitzende Inge von Danckelman, „es bringt neue Perspektiven auch im Blick auf Horst Janssen und sein Werk ein, trägt Forschungsergebnisse weiter und fördert damit die Vernetzung des Hauses. Es zeigt sich, dass das Museum für kunstwissenschaftliche aber auch für interdisziplinäre Fragestellungen vielfältige Anknüpfungspunkte bietet.“

Die meisten Forschungsstipendien richten sich ausschließlich an Wissenschaftler. Das Horst-Janssen-Stipendium hingegen ist interdisziplinär aufgestellt. „Unsere erste Stipendiatin ist auch Künstlerin. Das erlaubt ihr einen fast ‚kollegialen Zugriff‘ auf das Werk von Horst Janssen“, sagt Museumsleiterin Dr. Jutta Moster-Hoos. „Ihre Beobachtungen zu seiner Arbeitsweise und seiner stilistischen Entwicklung werden durchaus auch aus ihrer eigenen Praxis gespeist. Und wie sie das Werk von Janssen in ihrer eigenen Arbeit weitertreibt, ist die pure Freude.“ Moster-Hoos bezieht sich damit auf verschiedene Arbeiten, die Aline Helmcke während ihres Stipendiums geschaffen hat. In der aktuellen Ausstellung „Eine Sache der Freundschaft“ sind Papierschnitte Helmckes zu sehen und am kommenden Wochenende zeigt sie bei der Nacht der Museen am 24. September ein animiertes Bewegtbildpanorama in Form einer Fassadenprojektion im Museumsgarten. Es trägt den Titel „Sielbeck Panorama“, knüpft an Janssens panerotische Lithografie „Sielbeck“ an und greift dessen assoziative Zeichenstrategie auf.

Helmcke selbst sagt über die neun Monate in Oldenburg: „Der Aufenthalt am Horst-Janssen-Museum war eine sehr produktive Zeit. Für mich war interessant nachzuvollziehen, wie Janssens Bildsprache sich mit der Hinwendung zu einer neuen Drucktechnik jeweils weiterentwickelt hat. Zudem hatte ich während meines Aufenthalts gleich mehrere Male die Möglichkeit, meine Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren, sowohl im Rahmen eines Vortrags als auch im Ausstellungskontext. Ich freue mich, dass ich zum Ende meines Stipendiums die Gelegenheit habe, die Fassadenprojektion zur Nacht der Museen zu zeigen und das Kurzfilmprogramm zu kuratieren.“ Das Ergebnis ihres Stipendiums besteht außerdem aus einer schriftlichen Forschungsarbeit über Horst Janssens Frühwerk.