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Kaland-Kollegium spendt 1.800 an die Bahnhofsmission

06.02.2019, 18:24 Uhr

Karitative Vereinigung engagiert sich seit 14 Jahren für den Sozialdienst am Bahnhof

Seit 14 Jahren übergibt das Oldenburgische Kaland-Kollegium der Bahnhofsmission eine Weihnachtsgabe. 22.000 Euro sind so bereits zusammen gekommen, berichtet Kaland-Sprecher Dietrich Thoms. In diesem Jahr übergibt er zusammen mit Wolfgang Bartels 1.800 Euro an Doris Vogel-Grunwald, Leiterin der Bahnhofsmission.

Die Bahnhofsmission finanziert mit dem Geld die mehrtägigen Aus- und Fortbildungsseminare für zur Zeit 25 ehrenamtliche Männer und Frauen zwischen 17 und 80 Jahren. Dabei lernen die Mitarbeitenden, was den Menschen am Bahnsteig hilft. Vom Reisehilfeformular bis zu Umsteigehilfe. Besonders häufig unterstützen die Ehrenamtlichen allein reisende Frauen mit Kindern, berichtet Vogel-Grunwald. Aber auch Menschen in Wohnungsnot oder in schwierigen Lebenssituationen kommen in die Bahnhofsmission. Deswegen lernen die Ehrenamtlichen, wie sie auf besondere Situationen reagieren können, oder wie kranke Menschen unterstützt und wie mit Schwierigkeiten umgegangen werden kann.

Das Oldenburgische Kaland-Kollegium ist eine Neugründung des 20. Jahrhunderts. Es knüpft an alte Traditionen an und verbindet die Treffen seiner Mitglieder mit einer Andacht, gutem Essen und sozialem Engagement. Nach Erinnerung von Wolfgang Bartels übernahm Bischof Heinrich Harms vor 35 Jahren bei der Gründung die Schirmherrschaft. Heute treffen sich die 53 Kaland-Kollegen vier Mal im Jahr. Am ersten Montag  im Dezember trifft sich die Gemeinschaft zum großen Weihnachtsessen. Dabei werden Spenden für den guten Zweck gesammelt.  

Die Ursprünge des Oldenburgischen Kaland-Kollegium gehen auf eine Bewegung des Mittelalters zurück. Damals entstanden Vereinigungen, die sich am Ersten eine Monats - Calendis genannt - zum Gespräch und gemeinsamen Mahl trafen. Mit der Zeit veränderten sich der Kreis der Teilnehmer und die Ziele der der Kaland-Vereinigungen. Ursprünglich nur für Geistliche vorgesehen wurden bald auch Laien aufgenommen. Neben das Gespräch zur geistlich-sittlichen Förderung trat damit auch die aktive karitative „Liebestätigkeit“. Viele Vereine entwickelten sich zudem zu wohlhabenden Bestattungsvereinen, die ihren Mitgliedern eine gewisse soziale Absicherung boten und eine christliche Beerdigung sowie Seelenmessen organisierten. Mit der Reformation wurden die Güter und Einkünfte vieler Kaland-Gesellschaften eingezogen und anderen gemeinnützigen Zwecken zugeführt. Die letzte ursprüngliche Kalandbruderschaft bestand bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Westfalen.
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