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Grundschule Ohmstede ist Fairtrade-School

30.01.2019, 10:38 Uhr
von Carsten Lienemann

„Wir sind Fairtrade-School“, durfte die stolze und glückliche Schulleiterin Nicole Gourdon-Brand in einer Feierstunde am 29. Januar 2019 verkünden. Nach einem eineinhalbjährigen Bewerbungsverfahren überreichte die Transfair-Referentin Angelika Bode in Ohmstede der ersten Oldenburger Grundschule die Ernennungsurkunde.

„Es ist das erste Mal, dass ich eine Grundschule auszeichnen darf“, sagte Angelika Bode, ehrenamtliche Referentin für TransFair Deutschland e.V., als sie die lang erwartete Urkunde an die beiden Schülersprecher*innen überreichte. Auf die lange Rede, die sie üblicherweise bei diesen Gelegenheiten halte, wolle sie hier verzichten, sagte Bode dem Publikum aus Lehrer*innen, Eltern, Ehrengästen und vor allem Schüler*innen, „denn Ihr habt gerade wieder gezeigt, dass Ihr wisst, was fairer Handel ist, Euch brauche ich dazu nichts mehr zu erzählen“.

Tatsächlich hatten die Schülerinnen und Schüler während der Feierstunde mit Theater, Musik und Tanz ihre Kenntnisse nachgewiesen und gleichzeitig auch angemessen gefeiert. So zeigte unter anderem das Stand-up-Theater der Klasse 2a, wie man „mit Kakao die Welt fair-ändern“ kann, und die Schüler*innen der AG „Umwelt-Action-Kids“ berichteten von Aktionen, die sie in den vorausgegangenen eineinhalb Jahren durchgeführt haben. Zum Beispiel haben sie Marmelade aus regionalen Zutaten gekocht, Schokolade aus fair gehandelten Kakaobohnen hergestellt, aber auch Marktleiter und Kund*innen des Supermarktes an der Rennplatzstraße nach Sortiment und Kaufverhalten befragt. Mit Liedern und Tänzen zeigten die Ohmsteder Grundschüler*innen zudem, dass man auch mit Spaß eine ernste Sache vorantreiben kann.

Reden gab es natürlich auch. Sogar der Oberbürgermeister Jürgen Krogmann war gekommen, um der Grundschule Ohmstede und ihren Schüler*innen zu gratulieren. „Oldenburg bewirbt sich gerade als Fairtrade-Town. Es ist toll, dass Ihr Euch fragt, wo unsere Waren und Lebensmittel herkommen und ob die Menschen, die das alles liefern, genug Geld dafür bekommen. Ich hoffe, dass viele andere Schulen es Euch nachmachen“, so Krogmann.

Auch Matthias Welp, Leiter des Amtes für Schule und Bildung, hofft auf die Vorbildfunktion, und Canan Barski von der Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe Oldenburg geht davon aus, dass „die Grundschule Ohmstede das Bemühen der Stadt um den fairen Handel unter den Bürgerinnen und Bürgern bekannter macht“. Drei Schüler der bisher einzigen Oldenburger Fairtrade-School, der Liebfrauenschule, überbrachten Grußworte und boten ihre Unterstützung bei zukünftigen Projekten an.

Am Anfang der Bewerbung standen die Schul-T-Shirts. Ohmstede war schon zur Umweltschule Europa ernannt worden, „und daher sollten unsere T-Shirts auch fair produziert werden“, erklärt Gabriele Grundmann-Pophanken, Lehrerin und Projektleiterin an der Grundschule. Elternvertreter Holger Fiedler pflichtete bei, warb bei den Eltern dafür und rannte offene Türen ein. 

Damit war der Startschuss gefallen. Grundmann-Pophanken und die Steuerungsgruppe der Schule sorgten für die Einrichtung der notwendigen fünf Kriterien, das Thema Fairtrade wurde in den Unterricht und in die Begleitprogramme integriert. Der jährliche „Abgedreht“-Aktionstag beschränkte sich nicht mehr einfach auf „Strom und Heizung aus“, sondern diente gleichzeitig als Informationstag über fairen und umweltgerechten Handel. Rat und Hilfe bekommen sie vom Weltladen Oldenburg. 

„Aber wir wollen noch mehr, nicht nur fair, sondern auch bio“, sagt Grundmann-Pophanken. „Wir müssen oft entscheiden: Was ist wichtiger, bio oder fair? Die Entscheidung für fair fällt vor allem dann, wenn die Produkte nicht aus Europa kommen, wie Bananen oder Kakao.“ Ansonsten verwende die Schule möglichst regionale Produkte aus biologischem Anbau oder Joghurt ohne Plastikbehälter.

„Kinder finden sich schnell in die Lage anderer Kinder ein, sie lernen, dass unser Standard hier für andere unerreichbar scheint. Und sie sind dabei auch Botschafter*innen an die Eltern“, so Grundmann-Pophanken.

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