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Erfolgreicher Start für »TrostReich«

22.02.2018, 10:31 Uhr

Ab März in eigenen Räumen Am Pantentbusch 6

Die erste Mitgliederversammlung des im Juli 2017 gegründeten Vereins TrostReich e. V. bot Gelegenheit für eine ausgesprochen positive Bilanz der ersten Monate. »Wir haben lange überlegt, ob wir das stemmen können. Ich selbst war aufgrund meiner beruflichen Erfahrung zuversichtlicher als meine Vereinskolleginnen und -kollegen, aber es war ein Sprung ins kalte Wasser«, sagt eine rundum zufriedene Antje Möhrmann aus dem Vorstand.

Im Juli 2017 hat sich TrostReich offiziell von dem in Bremen ansässigen Verein »Trauerland e. V.« abgespalten, weil die Oldenburger sich von der Zentrale zunehmend eingeengt und in ihren Aktionen beschränkt fühlten. Thomas Kossendey, der auch schon Trauerland-Botschafter für Oldenburg war und jetzt erster TrostReich-Botschafter ist, hatte in sich in langen Telefonaten für mehr Selbstständigkeit der Oldenburger Sektion eingesetzt. »Leider kamen wir an der Stelle nicht weiter«, stellt er bedauernd fest.

Also trennten sich die Oldenburger von Trauerland, nannten sich ab sofort »TrostReich e. V.« und sammelten von nun an die Spendengelder für die eigene Vereinskasse ein. »Die Resonanz war überwältigend«, sagt Vorstandsmitglied Hille Ballin. »Ausnahmslos alle Geldgeber standen zu uns, sicher auch, weil wir Spendenaktionen immer personell unterstützen. Viele freuten sich, dass ihre Spenden nun komplett in der Stadt bleiben.«

Auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen wurden gefragt, ob sie bleiben oder mitgehen wollten, »und auch hier entschieden sich letztlich alle für den Neuanfang«, freut sich Antje Möhrmann. À propos Ehrenamt: »Die Leiter*innen der Kindergruppen bei TrostReich sind pädagogisch, psychologisch und therapeutisch ausgebildete Ehrenamtliche, weitere Ehrenamtliche werden von diesen fortgebildet. Spenden fließen also vollständig in die Projektarbeit«, erklärt Möhrmann.

Und die Spenden fließen derzeit gut, so gut, dass jetzt eigene Räume angemietet werden konnten. Ab März findet man TrostReich Am Patentbusch 6. »Wir haben jetzt drei Kindergruppen, die sich jeweils 14-täglich treffen. Zusätzlich könnte es in Zukunft noch eine Jugendgruppe geben, falls es mit der Finanzierung klappt. Aber mehr wird es nicht, wir möchten beim ehrenamtlichen Verfahren bleiben«, sagt Antje Möhrmann.

Über wachsende Mitgliederzahlen würde Möhrmann sich aber schon freuen. Für 40 Euro pro Jahr kann man die Arbeit des Vereins dauerhaft unterstützen, es darf aber auch mehr sein. Auch für weitere Ehrenamtliche wäre noch Platz. »Viele Menschen werden aus Zeitgründen erst mit Beginn der Rente ehrenamtlich aktiv. Von daher fehlt es uns vor allem an jüngeren Männern«, erklärt Hille Ballin.

»Wie lange die Kinder von uns begleitet werden möchten, entscheiden sie selbst. Im Durchschnitt bleiben sie zweieinhalb bis drei Jahre bei uns. Je eine erwachsene Person begleitet ein Kind und nimmt an einer Selbsthilfegruppe teil. Im Moment haben wir noch Platz in unseren Gruppen, wir könnten also noch Kinder aufnehmen«, ergänzt Ballin.

Am 14. März wird TrostReich seine Räume der Öffentlichkeit vorführen. Bis dahin müssen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen und die gesammelten Möbel platziert sein. Antje Möhrmann, Hille Ballin und auch Thomas Kossendey sind sehr zuversichtlich, dass das klappt.
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