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Online-Training gegen Hass im Netz

13.02.2020, 18:02 Uhr

Aktion des PRO zum Safer Internet Day 2020

von Carsten Lienemann

11. Februar 2020, Safer Internet Day. Sieben Personen, die sich alle mit Präventionsprojekten beschäftigen, haben sich zu einem Online-Training in der Geschäftsstelle des Präventionsrates Oldenburg (PRO) versammelt. Sie möchten mehr über das Projekt „LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz“ erfahren.

Hasskommentare in sozialen Internetforen sind ein wachsendes Problem. Das Projekt „LOVE-Storm“ will diesem Hass mit angemessener Gegenrede begegnen und so die Angriffe eindämmen. Damit das gelingt, bietet LOVE-Storm über seinen Internetauftritt neben Infomaterial auch verschiedene Lernformate an, vom Online-Training über Gruppen-Webinare bis hin zu Workshops vor Ort. Projektträger ist der Bund für Soziale Verteidigung e.V.

In der Geschäftsstelle geht es jetzt los. LOVE-Storm-Moderator Marvin stellt das Programm für die nächsten anderthalb Stunden vor, dann folgen zwei Rollenspiel-Durchläufe, für die die Teilnehmenden je eine von vier Rollen wählen – Angreifer*in, Angegriffene*r, Eingreifende*r, Zuschauer*in –, mit jeweils anschließender Reflexion.

In beiden Fällen zeigt sich, dass die Angreifenden mit ihrer Aufgabe am besten zurechtkommen. Sie fühlen sich dominant, und sie überlegen nicht lange, was sie schreiben, sondern zielen einfach auf eine offene Flanke. In der ersten Runde kommen die Eingreifenden nur schwer in Gang, sie versuchen zu argumentieren. In der zweiten Runde schlagen auch die Eingreifenden zunächst mit Plattitüden zurück, ohne damit wirklich etwas zu erreichen. Erst, als sie Fragen an die angegriffene Person und an die Zuschauenden richten, kommt der Gesprächsverlauf auf die sachliche Ebene zurück und die Angreifenden verlieren etwas an Boden.

„Es gibt keine einfache Strategie gegen Hasskommentare. Jede Situation ist anders und muss anders bewertet werden“, sagt Marvin. Aber es gibt ein paar einfache Regeln, die man anwenden kann. Zum Beispiel sollte man auf jeden Fall Position beziehen und menschenverachtende Äußerungen als solche benennen. Dabei aber sachlich bleiben und, wenn möglich, Gegendarstellungen präsentieren, die absurde Behauptungen widerlegen. 

Wahrscheinlich wird man die meisten Angreifer*innen nicht oder nur wenig in ihrem Denken unmittelbar beeinflussen können. Aber man kann ihnen, den Angegriffenen und den Zuschauenden zeigen, dass man die Hasskommentare aktiv bekämpft. Auf diese Weise können die Angreifenden isoliert und in die Defensive gedrängt werden.

„Je nach Betreuungsgrad können wir Online-Training oder Workshops ab etwa 14 Jahren anbieten“, erläutert Marvin. Zusammen mit Plakaten, Faltblättern und Online-Informationen sollten alle Altersstufen ausreichend Material für den Einstieg zum „LOVE-Storm“ finden können.

Wer ein Online-Training absolviert oder an einem Workshop teilgenommen hat, kann der Community (Gemeinschaft) beitreten und sich aktiv an Aktionen gegen Hass im Netz beteiligen. Wie das geht, wird auf der LOVE-Storm-Webseite ausführlich erklärt.
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