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Häusliche Gewalt ist eine Kindeswohlgefährdung

19.11.2019, 12:33 Uhr

Ausstellung und Vortrag an der BBS3

von Melanie Blinzler

Die Schülerinnen und Schüler der BBS3 an der Maastrichtrer Straße können sich derzeit anhand der Ausstellung „Gegen Gewalt in Paarbeziehungen“ darüber informieren, wie stark die Auswirkung von häuslicher Gewalt auf Kinder ist. Bevorzugte Adressat*innen sind dabei die knapp 200 angehenden sozialpädagogische Assistent*innen und Erzieher*innen sowie Schülerinnen der Fachoberschule und des beruflichen Gymnasiums Sozialpädagogik. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Dezember 2019 in der BBS3 zu sehen.

Im Rahmen der Ausstellung stellte die Expertin Andrea Buskotte von der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen in einem Vortrag sehr anschaulich dar, woran Fachkräfte erkennen können, dass Kinder Gewalt ausgesetzt sind. Dabei gehört auch die „nur“ miterlebte Gewalt zu den Gefährdungen für Kinder. Das Gefühlschaos, das entsteht, wenn Eltern untereinander Gewalt anwenden, kann Ursache sein für starke Einschränkungen bei schulischen Leistungen und im emotionalen Bereich. Dann brauchen Kinder Erwachsene, die aufmerksam sind und Hilfe anbieten können. „Es ist sauschwer für Kinder, ihre Scham zu überwinden und mit der Situation nach außen zu gehen“, stellte Buskotte unmissverständlich klar.

Diese Scham rührt auch daher, dass häusliche Gewalt noch immer ein Tabu-Thema ist. Dass dieses Tabu Kinder in große Not bringt, lässt sich ändern, wenn man die Zeichen erkennt. „Die Schüler*innen werden künftig in Verantwortung für Kinder und Jugendliche stehen,“ begrüßte Silke Heyne, Lehrerin der BBS3, das Angebot für ihre Schüler. Diese nutzten die Chance, die Expertin vor Ort zu haben und direkt befragen zu können. 

„Gewalt in der Familie ist die am meisten verbreitete und am stärksten unterschätzte Form von Gewalt,“ zitiert Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrat Oldenburg, aus dem Bericht der Gewaltkommission der Bundesregierung. Die Vorträge und Ausstellung sind vom Arbeitskreis Häusliche Gewalt organisiert. Die darin mitwirkenden Fachfrauen vom Autonomen Frauenhaus, der Konfliktschlichtung und der Gleichstellung kennen die Zahlen und wissen um die Bedeutung von Prävention, auch im Sinne des Kinderschutzes. „Wir freuen uns über die Kooperation mit der BBS3 zu diesem Thema, denn hier sind wir genau richtig mit den Informationen“, wies Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt auf die Motive für das Engagement hin.
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