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„Große Pläne“: Neue Online-Ausstellung des Stadtmuseums

07.11.2019, 15:46 Uhr

Rathäuser, Schulen, Badeanstalten – historische Bauvorhaben, die das Stadtbild verändert hätten

Ab sofort können Interessierte auf der Website des Stadtmuseums eine neue Online-Ausstellung abrufen: „Große Pläne – verworfene Bauvorhaben der Stadt Oldenburg“ zeigt rund 60 historische Bauzeichnungen, die im Laufe der vergangenen 200 Jahre erstellt, aber niemals in die Tat umgesetzt  wurden. „Neben dem großen Schatz an Bauzeichnungen in unserer Sammlung war nicht zuletzt der anstehende Neubau des Stadtmuseums selbst ein Anlass, sich einmal mit einem alternativen Gesicht der Stadt auseinanderzusetzen, zumal in der Vergangenheit die Bürgerinnen und Bürger bei dem Beschluss von Bauvorhaben meist unbeteiligt waren“, sagt Franziska Boegehold, die kommissarische Leiterin des Stadtmuseums. „Gleichzeitig würdigt die Schau auch die Arbeit und den Ideenreichtum, die von Seiten des Architekten in jedem dieser Entwürfe stecken.“

 

16 Bauprojekte, von der Kasernenanlage im Haarentorviertel bis zur Feuerwache am Waffenplatz, können in der Online-Ausstellung unter folgendem Link durchgeklickt werden: www.stadtmuseum-oldenburg.de/grosse-plaene. Zusätzlich zu den historischen Bauplänen wurden zu ausgewählten Projekten 3D-Grafiken erstellt, die in kurzen Videoclips auf der Ausstellungswebsite abrufbar sind. Dass viele Pläne den Vermerk „nicht ausgeführt“ erhielten, hatte verschiedene Gründe:  keine städtischen Gelder, Erfolglosigkeit bei Architekten-Wettbewerben oder schlicht mangelndes Interesse.

 

Entwickelt wurde die Ausstellung von Tolga Togol und Oliver Schwinkendorf, die im Rahmen des Musealog-Projekts am Stadtmuseum beschäftigt waren, in Abstimmung mit dem ehemaligen Leiter des Museums, Dr. Andreas von Seggern, und Franziska Boegehold. Sie stellen ganz bewusst die Frage „Was wäre, wenn …?“ und laden die Oldenburgerinnen und Oldenburger dazu ein, sich ihr altbekanntes Stadtbild einmal ganz anders vorzustellen.

 

Ein Teil der Ausstellung befasst sich mit geplanten Prestigebauten des 19. Jahrhunderts, darunter Pläne zur Modernisierung der Schlossanlage durch die namhaften Architekten Carl Slevogt (1800/1820) und Heinrich Strack der Ältere (1828). Auch für das Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital und das Rathaus finden sich „Große Pläne“ in der Ausstellung: etwa Entwürfe für das PFL als Rathaus (1960) und allein acht Entwürfe für einen Rathausneubau, die zum Teil im Rahmen des Architektenwettbewerbs um 1885 entstanden waren. Einen weiteren Themenkomplex bilden die durch den Bevölkerungszuwachs Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Bauvorhaben für Bildungs- und Freizeitstätten. So wurde eine Vielzahl an Turnhallen, Schulen und Badeanstalten geplant, aber niemals in die Tat umgesetzt.

 

Online-Ausstellungen am Stadtmuseum

Das Stadtmuseum bietet seinen Gästen bereits drei digitale Ausstellungen zu verschiedenen Themen an: Zuletzt sind die Reisetagebücher von Museumsgründer Theodor Francksen entsprechend aufbereitet worden. Zum einhundertjährigen Geburtstag des Stadtmuseums gab es eine Online-Ausstellung mit dem Titel „100 Jahre – 100 Objekte“, die einen gezielten Einblick in die Sammlungen ermöglicht. Und „Große Pläne“ ist nicht die erste Ausstellung, die sich mit historischen Karten und Plänen beschäftigt, denn auch unter dem Titel „Vermessen“ ist bereits eine Schau verfügbar. „Online-Ausstellungen liegen uns besonders am Herzen, weil hier die Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit haben, über den Ausstellungsbesuch hinaus verschiedene Sammlungsgebiete und Themen noch näher kennenzulernen“, so Boegehold.
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