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Fairer Handel: Oldenburg spielt in der Champions-Liga

05.09.2019, 23:03 Uhr

Oberbürgermeister nimmt Auszeichnung als Fairtrade-Town entgegen – Titel nur der Anfang

Jeder Deutsche hat im vergangenen Jahr durchschnittlich 19 Euro für Produkte mit „Fairtrade“-Logo ausgegeben. Insgesamt ist die Nachfrage nach fair gehandelten Waren – vor allem Kaffee, Kakao und Bananen – stark gestiegen. Dazu, dass die Bilanz künftig noch besser ausfällt, trägt auch Oldenburg bei: Seit dem 4. September darf sich die Stadt offiziell „Fairtrade-Town“ nennen. In einer Feierstunde im Kulturzentrum PFL übergab Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz eine Urkunde mit dem begehrten Gütesiegel an Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Ab heute spielt die Stadt Oldenburg in der Champions League zusammen mit London, Manchester, Rom, Paris, Kopenhagen, Madrid und München. Diese Metropolen nämlich sind ebenso Fairtrade-Towns“, erklärte Holz.

Der Ehrenbotschafter betonte, dass die gestellten Anforderungen hoch seien: „So einen Titel bekommt man nicht geschenkt! Ihre Stadt hat alle Kriterien mit Bravour erfüllt.“ Für Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist die Auszeichnung „ein wichtiger, erster Schritt“. Mit dem Titel werde das langjährige und sehr breit getragene Engagement um Fairen Handel in Oldenburg belohnt und noch sichtbarer. Krogmann dankte der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town sowie den 16 Aktionspartnerinnen und Aktionspartnern, die im Bündnis „Oldenburg handelt fair“ vereint sind.

Jede und jeder könne dazu beitragen, nachhaltiges Wirtschaften und globale Gerechtigkeit zu stärken: „Konsumentscheidungen, die wir vor Ort treffen, haben Auswirkungen auf Mensch und Natur in fernen Ländern.“ Als Beispiele für die Vorbildfunktion der Stadt nannte Krogmann die Verwendung von fair gehandeltem Kaffee im Rathaus: „Was meinen Sie, wie viel Kaffee dort getrunken wird“, sagte der Oberbürgermeister augenzwinkernd. Es werde in weiteren Bereichen geprüft, ob unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellte Produkte beschafft werden können, etwa bei der Bekleidung oder im Sportbereich. „Fair ist also, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen“, ergänzte Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz. Fairer Handel sei „wichtig, wirksam und einfach“, unterstrich Roland Püschel als Vertreter der Oldenburger Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe. Ziel sei es, den fairen Handel vor Ort kontinuierlich voranzutreiben: „Es gibt noch ein riesiges Potenzial.“ 

Die von Kai Bölle kurzweilig moderierte Feierstunde wurde von Beiträgen der beiden Oldenburger Fairtrade-Schulen umrahmt: Kinder der Grundschule Ohmstede brachten zum Auftakt Bananen zum Tanzen, die Jazz-Combo vom Gymnasium Liebfrauenschule Oldenburg sorgte für Musik. Gesche Gloystein trug auf Plattdeutsch ihren konsumkritischen Text „Wir sind so frei“ vor. Zum Abschluss warben die Koordinatorinnen der Fairtrade-Town-Steuerungsgruppe, Canan Barski und Jannika Mumme, für die vom Aktionsbündnis „Oldenburg handelt fair“ präsentierte „Faire Woche“. Sie steht unter dem Motto „Oldenburg trägt fair“ und wird auf beinahe sieben Wochen ausgedehnt. Das Programm reicht vom 4. September bis zum 21. Oktober. Es umfasst unter anderem Vorträge, einen Stadtspaziergang zu den „Fairen Ecken“ Oldenburgs, eine Filmvorführung und ein Wissensquiz zum Fairen Handel.

Weitere Infos gibt es online unter www.oldenburg-handelt-fair.de
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