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Ehemaliger Tagesthemen-Moderator neu in der Jury

03.08.2019, 18:30 Uhr

Thomas Roth hebt besondere Bedeutung des Carl-von-Ossietzky-Preises hervor

Der Fernsehjournalist und ehemalige Tagesthemen-Moderator Thomas Roth ist neues Mitglied in der Jury zur Vergabe des Carl-von-Ossietzky-Preises für Zeitgeschichte und Politik, den die Stadt Oldenburg am 4. Mai 2020 zum 19. Mal verleihen wird. Im vergangenen Jahr hielt Roth die Laudatio auf die Holocaustforscherin Professorin Dr. Deborah Esther Lipstadt, Carl-von-Ossietzky-Preisträgerin des Jahres 2018. Zur besonderen politischen Bedeutung des Preises sagt Thomas Roth: „Carl von Ossietzky, sein publizistisches Werk und sein persönliches Schicksal sind aus meiner Sicht eine aktuelle Mahnung an uns alle, rechtzeitig und vernehmbar unsere Stimme zu erheben, wenn die Werte der offenen und freien Gesellschaft bedroht sind. Wenn wieder ungestraft von einer ‚Wucherung am Volkskörper‘ die Rede ist. Und wenn Antisemitismus auch im deutschen Alltag wieder sichtbarer wird. Deshalb ist der Carl-von-Ossietzky-Preis gerade jetzt so wichtig.“

Thomas Roth hat viele Jahre als Journalist, Moderator und Redakteur für die ARD gearbeitet. Er war langjähriger Korrespondent und Studioleiter in Moskau, Johannesburg, New York und Berlin. Ab 2013 moderierte er bis zu seinem Ruhestand 2016 die Nachrichtensendung „Tagesthemen“. Thomas Roth ist für seine journalistische Arbeit mehrfach ausgezeichnet worden. 1995 erhielt er den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis und 1996 den Dr. Friedrich Joseph Haass-Preis für deutsch-russische Verständigung. 2009 folgten der Schweizerisch-Russische Journalistenpreis sowie der Liberty Award. Als Autor veröffentlichte er die Reportagen „Südafrika. Die letzte Chance“, „Das russische Tagebuch. Eine Reise von Tschuktschen bis zum Roten Platz“ sowie die Publikation „Russland. Das wahre Gesicht einer Weltmacht“. Thomas Roth engagiert sich darüber hinaus seit 1999 in der Organisation Reporter ohne Grenzen und ist Kuratoriumsmitglied bei Aktion Sühnezeichen. 2017 wurde er Vorsitzender des Lew-Kopelew-Forums in Köln.

Zur Jury gehören außerdem die Literaturwissenschaftlerin Professorin Dr. Sabine Doering (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), der Journalist und Autor Dr. Gunter Hofmann (DIE ZEIT, Berlin), der frühere Direktor des NDR-Landesfunkhauses Schleswig-Holstein und Lehrbeauftragte für Medien und Politik in Riga und Hamburg, Friedrich-Wilhelm Kramer (Hamburg), sowie der Historiker Professor Dr. Martin Sabrow, Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (Potsdam) und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt Universität Berlin.

Im Oktober dieses Jahres wird die Jury tagen, um über die neuerliche Vergabe des Preises zu entscheiden. Der Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg wird seit 1984 alle zwei Jahre jeweils anlässlich des Todestages des Namenspatrons am 4. Mai vergeben. Ausgezeichnet werden Personen, einzelne Arbeiten oder Gesamtwerke, die sich mit Leben und Werk Ossietzkys oder die sich mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinandersetzen. Der Preis kann auch für Arbeiten oder Personen zuerkannt werden, die sich im Geiste Carl von Ossietzkys mit der demokratischen Tradition und Gegenwart in Deutschland oder mit Themen der Politik und Zeitgeschichte befassen.
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