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kultur_reparatur: Eintrittsfreies Freiluft-Fest bei der kultur_halle am Pferdemarkt

09.06.2019, 20:49 Uhr
Samstag, 15. Juni, 18 bis 22 Uhr
Sonntag, 16. Juni, 11 bis 18 Uhr
kultur_halle, Pferdemarkt 8a, 26122 Oldenburg

Die erfolgreiche, bunte und friedliche Premiere mit dem „Sommerfest der Kultur“ im vergangenen Jahr in und vor der kultur_halle am Pferdemarkt 8a bringt die Organisatoren zu einer Fortsetzung. Am Samstag, 15. Juni, 18 bis 22 Uhr, und Sonntag, 16. Juni, 11 Uhr bis 18 Uhr, treffen sich alle Kulturschaffenden, Reparaturschaffenden und Kulturreparateure. Den Wunsch der Gäste nach Fortsetzung und dem Mehr haben sich die ehrenamtlichen Organisatoren zu Herzen genommen. Kultur trifft Reparatur lautet das Motto am Sonntag nach der Aufwärm-Party. Das Repair Café Oldenburg nimmt Platz auf dem Platz am Pferdemarkt vor der Exerzierhalle des Oldenburgischen Staatstheaters. Die Aufwärmparty am Samstag, 15. Juni, startet um 18 Uhr bei freiem Eintritt. Discokugel, Konfetti und Fröhlichkeit sind vor Ort. Der bekannte Oldenburger Musiker und DJ Markus Rohde versorgt die Gäste mit gute Laune Musik zum Tanzen für alle Generationen.

Am Sonntag, 16. Juni, dreht sich von 11 bis 18 Uhr in der kultur_halle und auf dem Vorplatz bei freiem Eintritt alles um die Themen Reparatur und Kultur. Das Sommerfest hat sich mit dem Reparaturfest zusammengetan. Alle Kulturschaffenden, Reparaturschaffenden und Kulturreparateure sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen. Menschen helfen Menschen, kostenlos versteht sich, den Konsumwahn einzudämmen. Reparieren, wiederverwenden, teilen, verschenken und gemeinsam nutzen. Kulinarisches ist in vielfältiger Art und Weise vorhanden. Mit am Start sind bis jetzt das Kraft-Fahrzeug von Michael Olsen, Weltladen Oldenburg, Oldenburg handelt fair, Grundeinkommen Oldenburg, Krautsalon, Ernährungsrat Oldenburg, Werkstatt Zukunft, KOSTBAR Oldenburg, Greenpeace Oldenburg mit Kleidertausch und Siebdruck, Torf Frei Leben sowie Olegeno Oldenburger Energie-Genossenschaft eG Polygenos - die Genossenschaft für das Poly-Haus und Foodsharing Oldenburg.

Hintergrund:
Im Jahr 2018 wurde mit knapp einer Million so viele SUVs wie noch nie zugelassen. Zwei Drittel aller Flüge führen in den Urlaub. Dabei finden 64 Prozent aller Deutschen Umwelt- und Klimaschutz wichtig. Wie passt das zusammen? Reparieren hilft dabei, diese gesellschaftspolitisch wichtigen Widersprüche aufzulösen. Bei der kultur_reparatur veranstalten die Bewegung der Repair Cafés und der Oldenburger Verein bau_werk gemeinsam das Fest der Kultur und Reparatur. Zahlreiche nachhaltig ausgerichtete Gruppen der Zivilgesellschaft zeigen auf, wie die Antwort auf die Widersprüche die Klimakrise betreffend ausfallen kann - bunt und vielfältig und sehr lebendig.

Wie ist es zu erklären, dass immer mehr Menschen Interesse daran finden, ein Repair Café zu besuchen? Sind die knapp 1000 bekannten Repair Cafés in Deutschland eine Reaktion auf politisches Versagen in Sachen Umgang mit Gebrauchsgütern? Ärgern sich immer mehr Konsument*innen, wenn nach recht kurzer Zeit ein noch nicht alter Gegenstand seinen Geist aufgibt? Finden sie keinen Reparaturbetrieb? Oder möchten sie in einem Repair Café Geld sparen, um einer vermeintlich kostspieligen Reparatur in einem Handwerksbetrieb zu entgehen? Die Welt verändert sich gerade in eine Richtung, die immer mehr Menschen erschrickt. Insofern ist der erworbene Wohlstand nicht „verdient“, sondern beruht auf der Plünderung des Planeten. Es gilt nun einen Wandel by design hinzubekommen und nicht by disaster.

„Sie kaufen Dinge, die sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen, mit Geld, das sie nicht haben.“ Dieses Satz macht das Dilemma kapitalistisch geprägter Gesellschaften sehr deutlich. Genügsamkeit ist längst keine Tugend mehr. Wohlstand wird als Produkt menschlicher Leistung gepriesen, der von Rekord zu Rekord eilt. Wachstum, Wachstum und immer weiter so. Doch die Wachstumsparty ist endlich aufgrund endlich vorkommender natürlicher Ressourcen. Darüber hinaus leidet der vom Wohlstand so verwöhnte Mensch an einer nicht zu beschreibenden Reizüberflutung, an vermeintlicher Zeitknappheit, an Stress und einer Konsumverstopfung ohne Gleichen.

Die Herausforderungen unserer Zeit sind vielfältig und überaus komplex, doch die Grillparty der Klimasünder geht unentwegt weiter: Wir schmeißen zu viele Lebensmittel weg, zu viele Klamotten und zu viele Elektrogeräte. Und auch das noch: Das Umweltbundesamt hat herausgefunden, dass wir 5300 Einwegbecher wegschmeißen, in der Minute. In Paragraf 1 des Tierschutzgesetzes heißt es: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ Dennoch werden jährlich etwa 45 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet.

Weitere Informationen gibt es auf www.sommerfestderkultur.de sowie auf facebook, Instagram und Buschfunk.
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