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Red Umbrella Struggles

17.04.2019, 10:52 Uhr

Internationale Gruppenausstellung vom 18. April bis 23. Juni 2019

Das Edith-Russ-Haus für Medienkunst zeigt ab dem 18. April die internationale Gruppenausstellung „Red Umbrella Struggles“. Ausgehend von zwei neuen Auftragsarbeiten von Petra Bauer und Daniel Jacoby, die 2018 Stipendien am Edith-Russ-Haus erhielten, setzt sich die Ausstellung mit dem umstrittenen und facettenreichen Thema Sexarbeit auseinander. In so verschiedenen Medien wie Fotografie, Archivmaterial, Installation und Dokumentarfilm versuchen die Künstlerinnen und Künstler, durch Dialoge mit Sexarbeitenden ein besseres Verständnis für das schwierige Thema zu entwickeln. Beteiligt sind neben Petra Bauer/SCOT-PEP und Daniel Jacoby Louise Carrin, Ditte Haarløv Johnsen sowie Tadej Poga?ar und Lilla Szász.

„Die politischen und moralischen Diskurse über Sexarbeit neigen häufig dazu, Sexarbeitende zu bevormunden, und machen es ihnen schwer, ihre Identitäten differenziert und eigenständig zu bestimmen“, so Edit Molnár und Marcel Schwierin, die das Edith-Russ-Haus gemeinsam leiten. „Die Ausstellung ‚Red Umbrella Struggles‘ will daher den gesellschaftlichen Kampf dieser marginalisierten Berufsgruppe sichtbar machen.“ In dem kollaborativen Ansatz der künstlerischen Arbeiten spiegele sich insofern auch die gegenseitige Unterstützung der Betroffenen. Die Arbeiten verzichten bewusst auf Voyeurismus und darauf, Opferbilder zu schaffen. Stattdessen arbeiten sie in einer Atmosphäre des Austausches, in dem Fragen der Würde und der Rechte von Sexarbeitenden diskutiert werden können. Sie akzeptieren Sexarbeitende als Experten ihres eigenen Lebens und erforschen die Komplexität von Geschlechterfragen, Migration und Arbeitsbedingungen in diesem ideologisch aufgeladenen Thema.

Der Titel der Ausstellung, der sich mit „Rote-Regenschirm-Kämpfe“ nur schlecht übersetzen lässt, verweist auf das internationale Symbol der Bewegung für die Rechte von Sexarbeitenden, den roten Regenschirm. Er wurde zum ersten Mal 2001 im Red Umbrella March eingesetzt, den der slowenische Künstler Tadej Poga?ar während der 49. Biennale von Venedig organisierte. Die Demonstration war ein Teil seines langfristig und partizipativ angelegten Projekts CODE:RED, das Sexarbeit als eine spezifische Form von Schattenwirtschaft erforscht und diskutiert. Das 1999 begonnene und bis heute andauernde Projekt wird im Rahmen der Ausstellung in seiner Gesamtheit vorgestellt.

Die Ausstellung wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, von der Gesellschaft zur Förderung von Medienkunst (GzFM) und unterstützt vom Centre Audiovisuel Simone de Beauvoir.

Rahmenprogramm
Das Edith-Russ-Haus greift das Thema Sexarbeit in einem begleitenden Programm auf: Direkt vor der Eröffnung am Mittwoch, 17. April, findet um 17 Uhr ein Podiumsgespräch mit vielen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler statt. Die Eröffnung beginnt um 19 Uhr. Am Mittwoch, 8. Mai, wird ein öffentlicher Rundgang mit der Sexarbeiterin Mademoiselle Ruby und Dorothee Türnau, Mitarbeiterin von Phoenix, Beratungsstelle für Prostituierte in Niedersachsen, mit anschließendem Gespräch angeboten. Zudem zeigt das Edith-Russ-Haus am Freitag, 21. Juni, den Dokumentarfilm „Lovemobil“ über das Leben von Sexarbeiterinnen, die ihr Geld in Wohnmobilen an niedersächsischen Landstraßen verdienen. Im Anschluss können die Zuschauerinnen und Zuschauer mit der Regisseurin diskutieren.

Kuratiert von: Edit Molnár & Marcel Schwierin
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