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Die vielen Gesichter der Stadt

05.03.2019, 17:40 Uhr

Filmprojekt „Wer ist Oldenburg?“ lässt 500 Menschen zu Wort kommen – Im Juni Kino-Premiere

„Wer ist Oldenburg?“ – diese Frage ergründet derzeit ein Filmteam um Omid Mohadjeri (22) und Michael Telkmann (37) in einem ambitionierten Projekt, das vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg mit 20.000 Euro gefördert wird. Sie zeigen buchstäblich die Gesichter der Stadt – dafür interviewen sie etwa 500 Oldenburgerinnen und Oldenburger und fragen unter anderem nach Lieblingsplätzen in der Stadt, nach den schönsten und schlimmsten Tagen im Leben, nach der Bedeutung von Liebe, Familie und Heimat. Jeder, der Lust hat, kann mitmachen.

Aufgezeichnet werden die Gespräche in der so genannten „Oldenbox“, einem Mini-Filmstudio in den Räumen des Kreativlabors in der Kulturetage. „Die Vielfalt der Menschen in Oldenburg auf diese persönliche und authentische Weise darzustellen, ist ein spannendes Projekt, das wir gerne unterstützen. So etwas hat es in dieser Form in Oldenburg noch nicht gegeben“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Mir imponiert das kreative Potenzial der jungen Oldenburger Filmemacher. Auch der Ansatz, Menschen, die sonst nicht im Vordergrund stehen, eine besondere Wertschätzung zu geben, gefällt mir sehr gut“, lobt der Oberbürgermeister.

Für „Wer ist Oldenburg?“ hatten sich die Initiatoren im vergangenen Jahr erfolgreich an einer Ausschreibung des städtischen Kulturbüros zur Förderung von innovativen Kulturprojekten beteiligt. Träger des Projektes ist der Verein „Vasudeva“ in Kooperation mit dem von Michael Telkmann geleiteten Jugendmigrationsdienst im Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) in Oldenburg. Mit seinem Konzept hat Telkmann als Ideengeber und Produzent auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Bundesinnenministerium überzeugt, so dass 99.700 Euro an Bundesmitteln eingeworben werden konnten. Das BAMF hat das Oldenburger Vorhaben gerade zu seinem „Projekt des Monats“ erkoren. „Es gibt unglaublich viele Menschen, die etwas zu sagen haben, aber kein Gehör finden“, weiß Telkmann. Der Projektleiter hat dabei besonders diejenigen, die für Chancengleichheit hart kämpfen müssen, im Blick. Damit meint der Soziologe zum Beispiel Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderungen, Obdachlose oder Geflüchtete.

Ein Statement der Interviewten wird auf der Internet-Seite des Projekts veröffentlicht – eine Auswahl dieser Interview-Sequenzen bildet den Grundstock für einen Dokumentarfilm in Kino-Qualität, den Regisseur Omid Mohadjeri auf die Leinwand bringen will. Anfang Juni soll Premiere im Cine k sein. Der Film soll an mehreren Tagen mit einem Rahmenprogramm gezeigt werden. Ergänzt wird das Drehbuch durch viele atmosphärische Bilder aus der Stadt. Das Filmteam ist unschwer zu erkennen: Die Crew ist in der Stadt unterwegs in einem bunten Multivan mit der Aufschrift „Wer ist Oldenburg“. Die VW Nutzfahrzeuge Zentrum Oldenburg GmbH hat den „Oldenbus“ zur Verfügung gestellt. Für die Folierung hat die Firma Intax gesorgt.

Keimzelle des Projekts bleibt aber die „Oldenbox“ im Kreativlabor der Kulturetage. Im Mini-Studio, einem Raum mit vollständig abgedunkelten Wänden, konzentrieren sich Kamera und Licht ganz auf die Gesichter der Interviewten. Die Nahaufnahmen wirken intim und zugleich wahren sie eine respektvolle Distanz. Die beiden Projektverantwortlichen führen nicht alle Interviews selbst. Sie werden unterstützt von Ipek Bilge, Arezoo Mohadjeri, Beybun Seker, Frederik zur Horst und Leona Bert. Nils Harwick fungiert als Projektassistent. Rund drei Monate hat sich das Team mit Hilfe von Workshops und ausführlichen Gesprächen mit Psychologen auf die Interviews vorbereitet. „Denn wir sind uns der großen Verantwortung bewusst: Die Menschen erzählen uns sehr persönliche und emotionale Geschichten. Über allem steht die Würde der Teilnehmer, die wir achten“, betont Michael Telkmann. „Was die Interviewten erzählen, ist offen und ehrlich, mal witzig, mal traurig, aber vor allem bewegend. Das sind magische Momente“, zeigt sich Omid Mohadjeri beeindruckt. Etwa 30 Minuten dauern die Interviews plus jeweils 15 Minuten für die Vor- und Nachbereitung. Alle Teilnehmenden können frei entscheiden, zu welchen Themen sie sich äußern möchten.
 
Wer mitmachen möchte, kann sich im Internet unter www.wer-ist-oldenburg.de anmelden.
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