ganz-oldenburg.de –
DAS Stadtmagazin im Internet
 
ganz-oldenburg.de – DAS Stadtmagazin im Internet
»Berichte
»Kurzmeldungen

Vom Kampf ums Wahlrecht bis zum Einzug in den Stadtrat

02.12.2018, 20:16 Uhr

Buchpräsentation: „Oldenburger Ratsfrauen seit 1919: Sie haben das Wort!“

Vor 100 Jahren fand der lange Kampf um das Frauenwahlrecht in Deutschland sein erfolgreiches Ende. Mit Verabschiedung des Reichswahlgesetzes am 30. November 1918 erlangten Frauen das aktive und passive Wahlrecht, ein Meilenstein für die Demokratie. 1919 zogen die ersten sieben Ratsfrauen, darunter Bertha Ramsauer und Willa Thorade, in den Oldenburger Stadtrat ein, weitere 111 folgten ihnen bis heute. Sie gestalten das Rats- und Stadtgeschehen mit, bringen ihre Erfahrungen aus Beruf, Ehrenamt und persönlichen Lebensumständen ein und sorgen für Veränderungen. Alle 118 Ratsfrauen und ihr Wirken – eingebunden in zeitgeschichtliche Texte, die sich an den politischen Umbrüchen des vergangenen Jahrhunderts orientieren – stellt das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg in dem Buch „Oldenburger Ratsfrauen seit 1919: Sie haben das Wort!“ vor. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann präsentierte das Buch am Donnerstag, 29. November, gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Oldenburg, Wiebke Oncken und Renate Vossler, im PFL im Rahmen eines Empfangs zum Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“. „Ohne den Einzug von Frauen in die Politik und die Parlamente wäre unser Land heute ein ganz anderes. Auch Oldenburg hat sich seit der Beteiligung von Frauen im Stadtrat positiv verändert“, betonte Jürgen Krogmann. Er sprach von einem „tollen Buchprojekt“, das das ehrenamtliche Engagement aller Ratsfrauen in den vergangenen 100 Jahren würdige. Die Portraits der Oldenburger Ratsfrauen wurden auf Grundlage eines Fragebogens, persönlichen Interviews und intensiver Recherche entwickelt. Herausgekommen ist ein 178-seitiges Lesebuch, das die Entwicklung der Frauenrechte in Deutschland aufzeigt, kommunalpolitische Entwicklungen beschreibt und das politische Engagement der Ratsfrauen fokussiert. Egal ob beim Lesen eine chronologische Herangehensweise bevorzugt wird oder ob man beim flüchtigen Durchblättern an einer Stelle hängenbleibt, es tun sich immer wieder neue Perspektiven auf das Wirken der Oldenburger Ratsfrauen auf. „Auch in Zukunft können wir innovative Ideen und tatkräftige Unterstützung engagierter Frauen im Stadtrat brauchen“, unterstreicht Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Ich wünsche mir, dass sich viele Frauen durch diese Vorbilder motivieren lassen, selbst bei der nächsten Wahl zu kandidieren.“ Damit Frauen, die tatsächlich mit diesem Gedanken spielen, einen ersten Einblick in die Arbeit als Ratsfrau erhalten, nimmt die Stadt Oldenburg ab 2019 wieder am landesweiten Mentoring-Programm „Politik braucht Frauen!“ teil. Die Organisation übernimmt ebenfalls das Gleichstellungsbüro und schließt somit den Kreis aus Ratsfrauengeschichte der Vergangenheit und Zukunft. „Es ist wichtig, dass kommunalpolitische Themen von Frauen und Männern gemeinsam gestaltet werden. Leider sind die Zahlen von Frauen in politischen Gremien rückläufig“, fasst Gleichstellungsbeauftragte Wiebke Oncken die gegenwärtige Situation zusammen. „Umso mehr danken wir den 118 Oldenburger Ratsfrauen für ihr politisches Engagement und hoffen, dass wir noch viel mehr Frauen für dieses spannende Amt begeistern können.“ Das Buch „Oldenburger Ratsfrauen seit 1919: Sie haben das Wort!“ ist im örtlichen Buchhandel zum Preis von 10 Euro erhältlich.
nach oben