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»Früher war Spatzenhausen überall«

29.09.2018, 19:55 Uhr

NABU verschickt detaillierte Infos zum Spatzenschutz/Baupläne dabei

»Der NABU macht sich Sorgen um die heimischen Sperlinge, Haus- und Feldsperling, wobei der Feldsperling besonders deutlich zurückgegangen ist«, berichtet Rüdiger Wohlers, NABU-Bezirksgeschäftsführer im Oldenburger Land: »Gerade in den städtischen Bereichen ist insbesondere beim Feldsperling über viele Jahre bereits ein enormer Rückgang zu verzeichnen, und wir fürchten, dass sich dieser Trend langfristig auch beim Haussperling einstellen könnte«.

Die Innenstädte, aber auch kleinstädtische und dörfliche Bereiche, werden immer öfter zu gähnenden weißen Flecken auf der Spatzenlandkarte. Die Ursachen dürften vielfältig sein, berichtet der Naturschützer, der sehr häufig von Vogelfreunden angerufen und angesprochen wird, die sich um Spatzen sorgen und diese schmerzlich vermissen: Städte und Dörfer sind immer uniformer geworden. Wo einst artenreiche Wegränder und vielfältige Nutzgärten ausreichend Nahrung boten, wo Brachen und unversiegelte Flächen existierten, wo Obstwiesen und Grünländer reiche Nahrungsquellen abgaben, wurde versiegelt, vermaist, verödet.

Hinzu kommt ein Mangel an Brutplätzen, etwa durch veränderte Bauweisen von Häusern, sodass die früher allgegenwärtigen Einschlüpfe in die Gebäude wegfielen – »eine verheerende Entwicklung, die längst nicht mehr auf die Großstädte beschränkt ist!«, warnt Wohlers. Besonders eklatant wirke sich in der Aufzuchtzeit der jungen Sperlinge der immer offensichtlicher werdende Mangel an Insekten aus, die zur Aufzucht der Jungen als tierisches Eiweiß benötigt würden. »Der Spatz sagt langsam ade«, beklagt der NABU-Geschäftsführer, und ruft daher auf, nun im eigenen Bereich, im Garten und am Haus, aktiv zu werden.

Dazu hält der NABU wichtige Informationen für alle bereit, die ihr eigenes kleines »Spatzenhausen« Wirklichkeit werden lassen möchten: In der 30-seitigen Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art finden sich auch Baupläne für spatzengeeignete Nistkästen, und in der herrlich bebilderten »Spatzenfibel« des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) finden sich auf 28 prallen Seiten wertvolle Informationen und Anleitungen zum Spatzenschutz. 

Das Infopaket kann angefordert werden gegen Einsendung von 5 Euro beim NABU, Stichwort »Spatz«, Schlosswall 15, 26122 Oldenburg. 
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