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Motto „Schlichten statt Richten“ mit Leben erfüllt

14.02.2018, 20:37 Uhr

Stadt und Justiz ehren Beate Iwan für 25-jähriges Engagement als Schiedsfrau

Für ihre 25-jährige Tätigkeit als Schiedsperson wurde Beate Iwan heute von der Stadt Oldenburg und vom Amtsgericht Oldenburg geehrt. Ralph Wilken, Leiter des Bürger und Ordnungsamtes, dem das Schiedsamt organisatorisch zugeordnet ist, und der für Schiedsamtsangelegenheiten zuständige Richter am Amtsgericht Dr. Hans-Ulrich Heyer überbrachten dazu die Glückwünsche. 

Beate Iwan wurde erstmals ab dem 18. November 1992 zur stellvertretenden Schiedsperson für den Bezirk der Stadt Oldenburg bestellt und nimmt seit dem 1. Januar 1994 ihre Aufgaben als Schiedsfrau in der Stadt Oldenburg im Bezirk II – Stadtsüden wahr. Für eine jeweils fünfjährige Berufungszeit hat der Rat der Stadt Oldenburg in den Jahren 1998, 2003, 2008 und 2013 die Amtszeit von Beate Iwan verlängert. Die aktuelle Amtszeit endet am 31. Dezember. Die Schiedsfrau will sich aus Altersgründen danach nicht wieder zur Wahl stellen. 

„Frau Iwan hat in den zurückliegenden über 25 Jahren das Ehrenamt mit hoher Kompetenz, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit und Herzblut wahrgenommen. Ihre Einsatzbereitschaft ist ein hervorragendes Beispiel für die Übernahme von Verantwortung im Rahmen einer wichtigen ehrenamtlichen Tätigkeit“, sagt Ralph Wilken.

Durch ihre fachliche und soziale Kompetenz hat die gelernte Rechtspflegerin mit dazu beigetragen, dass in den vergangenen 25 Jahren in weit mehr als 500 Fällen das Motto des Schiedsamtes „Schlichten statt Richten“ mit Leben erfüllt wurde.

Schiedspersonen nehmen ihre Aufgabe ehrenamtlich wahr und erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung. Neben Beate Iwan sind derzeit Rolf Müller und Gerti Suntrup im Schiedsamt tätig. Da sowohl Beate Iwan als auch Rolf Müller nach Ablauf ihrer Amtszeit zum Jahresende aus Altersgründen nicht wieder für das Amt der Schiedsperson zur Verfügung stehen, steht hier ein personeller Umbruch bevor. Dieser Umbruch eröffnet interessierten Personen, die Möglichkeit, als Schiedsperson einen wesentlichen Beitrag zum Rechtsfrieden zu leisten.

Eine Schiedsperson muss dabei nach ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten für dieses Ehrenamt geeignet sein, das 30. Lebensjahr vollendet haben, die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter besitzen, darf nicht durch gerichtliche Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt sein und muss zudem im Bezirk des Schiedsamtes wohnen. Spezielle Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Mitzubringen sind aber: Gesunde Menschenkenntnis, einige Lebenserfahrung, viel Geduld und Zeit. Der Rat der Stadt Oldenburg wählt die Schiedsperson auf fünf Jahre. Die gewählte Schiedsperson tritt die Wahl erst an, wenn sie durch den Direktor des Amtsgerichtes Oldenburg bestätigt, verpflichtet und vereidigt worden ist. 

Interessierte können sich an das Bürger- und Ordnungsamt wenden und sich dort schriftlich mit einem kurzen Lebenslauf bewerben. Inhaltliche Rückfragen beantwortet Christian Aster, Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung, unter Telefon 0441 235-2444.

Streitfälle des täglichen Lebens müssen nicht immer vor den Gerichten ausgetragen werden. Bei kleineren Straftaten und kleineren bürgerlich-rechtlichen Streitigkeiten ist durch die Betroffenen zunächst ein Schlichtungsversuch vor dem Schiedsamt zu unternehmen. Streitigkeiten solcher Art sind zum Beispiel Bedrohung, Beleidigung, leichte Körperverletzung, Sachbeschädigung, nachbarrechtliche Streitigkeiten, vermögensrechtliche Streitigkeiten, Schmerzensgeld, Schadensersatz, Haftungsansprüche aus Verträgen oder auch Einschränkung einer Mietsache durch andere Hausbewohner. Die Streitschlichtung vor den Schiedspersonen ist äußerst erfolgreich, so erbringen die Schiedsämter bundesweit eine Erfolgsquote von über 50 Prozent. 

Verfahren vor den ordentlichen Gerichten sind oftmals sehr zeitaufwendig und kostenintensiv. Ein erstrittenes Urteil fördert auch nicht immer den Rechtsfrieden zwischen den Parteien. Ein Schlichtungserfolg dagegen führt bei den ursprünglich streitenden Parteien grundsätzlich zu einer höheren Zufriedenheit, als nach einer Entscheidung durch ein Gericht, weil es keinen Sieger oder Besiegten gibt. 
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