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Oldenburger Milliarden-Anteil erhebt sich auf dem Schlossplatz

14.02.2017, 21:28 Uhr

Weltweiter Protest gegen Gewalt an Frauen

von Carsten Lienemann

Rund 350 Menschen, darunter eine ganze Reihe von Männern, fand sich am Dienstag, 14. Februar, ab 16:00 Uhr auf dem Schlossplatz ein, um bei strahlendem Sonnenschein, aber niedrigen Temperaturen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren. »One Billion Rising« heißt die Aktion, die im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert wurde. Seitdem finden sich jedes Jahr an diesem Datum weltweit Menschen auf öffentlichen Plätzen zusammen, um zur Musik von »Break the Chain« zu tanzen und damit gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und für Respekt, Wertschätzung und Gerechtigkeit zu demonstrieren. Es geht um Empowerment und Stärkung und Solidarität von Betroffenen und Unterstützenden. 

Eingestimmt von der Samba-Gruppe Oldenburg-Eversten und von Moderatorin Annie Heger sowie Annika und Lena nochmal an die Choreografie erinnert, tanzten die Schlossplatzbesucher_innen insgesamt viermal »Break the Chain« durch, jedes Mal mit mehr Begeisterung. Selbstvertändlich wurde dabei nicht vergessen, dass es um ein sehr ernstes Anliegen ging.

»Laut UN-Statistik wird jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt. Für jede einzelne Frau ist jedes einzelne Mal ein entsetzliches Leid, das wir nicht länger hinnehmen wollen«, sagte Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. »Wir wollen uns dagegen auflehnen, wir wollen protestieren, Solidarität zeigen und ein sichtbares Zeichen setzen. Wir wollen jegliche Form von Gewalt ächten und verurteilen, vor allem an Frauen und Mädchen im Hinblick auf geschlechtsspezifische Gewalt. Aber uns in Oldenburg ist die Erweiterung dieser Kampagne um die Personengruppe der Lesben, Schwulen, Bi-, Trans-, Inter- und Queermenschen, abgekürzt LSBTI*Q, sehr wichtig«, so Oncken weiter. 

Wiebke Oncken wies auf die vergleichsweise gute Beratungssituation in Oldenburg hin. »Es gibt zahlreiche Einrichtungen, die gut untereinander vernetzt sind und gegebenfalls weiter vermitteln. Betroffene werden vertraulich beraten und unterstützt.« Viele Vertreterinnen der Einrichtungen waren vor Ort und gaben Informationen mündlich und in Form von Faltblättern weiter.

Organisiert und unterstützt wurde die Veranstaltung von der Gleichstellungsstelle der Stadt Oldenburg, dem Autonomen Frauenhaus, dem Präventionsrat Oldenburg, dem Zentrum für Frauen-Geschichte, dem Mädchenhaus Oldenburg, Wildwasser Oldenburg, dem Lions Club Oldenburg Willa Thorade und dem Zonta Club of Oldenburg. Maike Dittmer übersetzte die Ansprachen und die Tanzerläuterungen in Gebärdensprache, Djane Kim sorgte für Ton und Musik, und heiße Getränke kamen von Kaffee Käthe. 

Gegen 17:30 Uhr löste die Veranstaltung sich langsam auf, die meisten Teilnehmer_innen zog es zurück ins Warme, einige aber konnten gar nicht genug bekommen, alle aber waren bester Stimmung. Bleibt zu hoffen, dass auch inhaltlich etwas hängen bleibt. Aber im nächsten Jahr wird ja wieder getanzt.
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