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PRO stellt Arbeitskreis »Häusliche Gewalt« vor

15.11.2013, 07:02 Uhr
PRO stellt Arbeitskreis »Häusliche Gewalt« vor

Häusliche Gewalt gehörte schon immer zu den Kernthemen des Präventionsrates Oldenburg, wie man an Leitbild (Eine ganze Stadt macht Prävention) und Leitidee (Schau hin! Sag was! Tu was!) des PRO erkennen kann. Einen eigenen Arbeitskreis gibt es aber erst seit diesem Jahr. Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (jährlich am 25. November) wurde er jetzt vorgestellt.

»Der Arbeitskreis soll vor allem Öffentlichkeitsarbeit leisten« gab PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler zur Begründung an. »Häusliche Gewalt wurde bisher meist punktuell behandelt, wir möchten unterschiedliche Angebote für verschiedene Zielgruppen erstellen.« Die Ächtung der Gewalt sei da, aber die Reaktionen seien anders als bei Gewalt im öffentlichen Bereich. Hier gelte es, weiter zu enttabuisieren. Menschen müssten aufmerksam für Gewalt in ihrer Umgebung sein, ohne dabei die Nachbarn zu überwachen. »Das ist ein sensibles Thema. Ansprechpartner und Kontaktadressen müssen bekannt gemacht werden, an die man sich wenden kann, wenn man häusliche Gewalt beobachtet hat. Auch Ärzte brauchen Adressen, an die sie sich wenden können, ohne in jedem Einzelfall eine Kette von Folgeaktionen auszulösen.«

»27 % aller Frauen sind Opfer häuslicher Gewalt, unabhängig von Einkommen oder Gesellschaftsschicht«, sagt Anja Kröber vom Autonomen Frauenhaus. »Der Arbeitskreis hat zwei Schwerpunkte, die Vernetzung mit dem Gesundheitswesen und die Verhinderung der so genannten transgenerative Vermittlung von Gewalt: Wer als Kind Opfer oder Zeuge häuslicher Gewalt wurde, ist als Erwachsener nicht selten Täter.«

Warnzeichen, die man kennen sollte, nannte Allgemeinmedizinerin Dr. Meike Nold stellvertretend für ihre Zunft. »Folgen häuslicher Gewalt kommen Folgen von Folter gleich: Traumata, Süchte, aber auch körperliche wie psychische Störungen und Symptome treten auf«. Die Ärztin oder der Arzt müsse intensiv untersuchen, den Sachverhalt behutsam ansprechen und gegebenenfalls an Beratungsstellen, Kliniken, Frauenhäuser etc. verweisen. »Außerdem gibt es in Oldenburg - und bundesweit nur in Oldenburg - eine Ambulanz in der Kinderklinik.«

Wichtige Kontaktadressen:

Polizei 110
Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland 7900
Beratungs. und Interventionsstelle gegen häsliche Gewalt (BISS) 2353798
Telefonseelsorge 0800-1110111
Nummer gegen Kummer 0800-1110333
www.nummergegenkummer.de  
Kinderschutzzentrum OldenburgZentrale/Vertrauensstelle BenjaminPrävention 177884852689
Opferhilfebüro Oldenburg 22045112204007
Weißer Ring 01803-343434
www.weisser-ring.de  
Außenstelle Oldenburg 36164272
Wildwasser Oldenburg e. V. 16656
www.wildwasser-oldenburg.de  
www.gewaltschutz.de  
www.kids-hotline.de  
www.niceguysengine.de  
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