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Wissenschaft

Handwerkszeug für die Erwachsenenbildung

30.07.2021 11:02 Uhr
Welche Bedeutung haben Werte in der Erwachsenenbildung? Und wie lässt sich ein attraktiver Unterricht gestalten? Das vermitteln zwei Online-Seminare des C3L – Center für Lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg im September. Am Freitag und Samstag, 10. und 11. September, geht es um „Konzeption, Dramaturgie und Methodik“ in der Unterrichtsvorbereitung. Darin vermittelt der Dozent Ferdinand Soethe, Trainer und Coach für nonverbale Kommunikation und angewandte Wahrnehmungspsychologie, pädagogisches Handwerkszeug für mehr Freude am Lehren und Lernen.

Am Freitag und Samstag, 24. und 25. September, stehen Werte und Veränderungsprozesse im Fokus. Im „Werte-Workshop“ der Dozentin Maren Schleiff, Teamtrainerin und IHK-Businesscoach, reflektieren die Teilnehmenden, welche Rolle die eigenen Werte bei der Gruppenarbeit spielen. Außerdem geht es um Wertvorstellungen und Normen in der Erwachsenenbildung in Krisensituationen.

Um eine Anmeldung für das Seminar „Konzeption, Dramaturgie und Methodik“ wird bis zum 20. August gebeten. Die Kursgebühr beträgt 200 Euro. Für den „Werte-Workshop“ können sich Interessierte bis zum 3. September anmelden. Die Teilnahmegebühr beträgt 180 Euro. Eine Anmeldung ist telefonisch unter 0441/798-4421 oder per E-Mail an nq@uni-oldenburg.de möglich.
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Videospiele im Geschichtsunterricht?

30.07.2021 10:30 Uhr

Uni-Workshop beleuchtet Chancen und Grenzen – Anmeldung ab sofort möglich

Videospiele, die etwa in die Antike oder andere historische Gegenwarten versetzen, können das Interesse an Geschichte wecken und historisches Bewusstsein prägen. Zugleich bergen sie das Risiko, dass die Spielenden Geschichte verklären oder fälschlicherweise den virtuellen Blick darauf für bare Münze nehmen. Um Potenzial und Grenzen von Videospielen für die Geschichtsvermittlung in Schule und Lehrkräftebildung, in Forschung und Lehre oder auch im Museum zu beleuchten, laden die Historiker Lucas Haasis und Patrick Heike zu einem öffentlichen Workshop an die Universität Oldenburg ein. Den Auftakt bildet ein Online-Roundtable am Donnerstag, 19. August, gefolgt von einem Präsenz-Workshop mit Spiel-Möglichkeit und begrenzten Plätzen am Freitag, 20. August. Lehrende und Studierende der Universität ebenso wie interessierte, auch angehende, Lehrkräfte können sich ab sofort per E-Mail anmelden (lucas.haasis@uol.de).

„Es ist zentral, dass wir uns dieses Mediums als Teil unserer Geschichtskultur bewusstwerden und lernen, die Spiele kompetent in Lehre und Unterricht einzubinden“, sagt Haasis, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte. Videospiele könnten Geschichte „erlebbar“ machen und den Entdeckergeist der Schülerinnen und Schüler ebenso anregen wie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Medium Videospiel und mit der Vergangenheit. Sie spielten allerdings – anders als in anderen Ländern – hierzulande im Schulunterricht noch kaum eine Rolle. Darüber diskutieren am 19. August von 18.00 bis 20.00 Uhr fünf Expertinnen und Experten aus dem Bundesgebiet am „Roundtable“. Unter anderem geht es dabei um Geschichtskonstruktionen und das Streben nach „echter“ Geschichte im digitalen Spiel, um dessen Einsatz im Geschichtsunterricht oder im Museum. Den Link zur Teilnahme erhalten Interessierte nach Anmeldung.

Die Diskussion über Chancen und Risiken prägt auch den praktischen Workshop von 10.00 bis 15.00 Uhr am Folgetag im Uni-Gebäude A01 (Uhlhornsweg 84, Räume 0-006 bis 0-008), allerdings gepaart mit dem praktischen Erproben des Spiele-Einsatzes für Unterricht oder Lehre. Hierfür steht das mehrfach ausgezeichnete Lernspiel „Discovery Tour“ zur Verfügung, dessen Hersteller ebenso wie der „Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele“ den von der universitätseigenen „Programmlinie Lehre“ geförderten Workshop unterstützt. Nähere Informationen zu Programm und Beteiligten finden sich unter uol.de/geschichte.
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Probandinnen und Probanden für psychologische Studie gesucht

23.07.2021 17:49 Uhr
Das Department für Psychologie der Universität Oldenburg sucht rechtshändige Personen für eine psychologische Studie. Die Teilnehmenden sollten zwischen 35 und 60 Jahre alt sein und keine neurologischen oder psychiatrischen Vorerkrankungen aufweisen. Anhand der Ergebnisse wollen die Wissenschaftler den Effekt von Langzeitstress auf die Gehirnstruktur untersuchen.

Der zeitliche Umfang beträgt insgesamt etwa zweieinhalb Stunden. Die Teilnehmenden erhalten eine Aufwandsentschädigung von zehn Euro pro Stunde. Die Teilnahme erfolgt unter Einhaltung von COVID-19-Hygienemaßnahmen. Interessierte erhalten nähere Informationen telefonisch unter 0157/52188457 oder per Mail an melanie.spindler@uol.de.
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Multikulti der Mikroben – neues Projekt unter Oldenburger Leitung startet

23.07.2021 17:45 Uhr

BMBF fördert bundesweiten Forschungsverbund mit 2,5 Millionen Euro

Mikroorganismen und ihre natürlichen Lebensgemeinschaften im Labor wachsen zu lassen – dieses Ziel steht im Mittelpunkt des neuen Forschungsvorhabens „Kultivierung von bisher unkultivierten Mikroorganismen aus verschiedenen aquatischen Lebensräumen“ (MultiKulti) an der Universität Oldenburg. Unter Leitung des Mikrobiologen Prof. Dr. Martin Könneke, Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), entwickelt ein Team von Forschenden aus ganz Deutschland einen sogenannten Bioreaktor, mit dem sich die natürlichen Lebensbedingungen von Mikroben so simulieren lassen, dass diese sich dauerhaft im Labor kultivieren lassen. Langfristiges Ziel ist ein automatisiertes, von künstlicher Intelligenz gesteuertes System, das unterschiedliche Forschungsansätze unterstützt – etwa zur Ökologie der Mikroben oder auch für biotechnologische Anwendungen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Anfang Juli gestartete Vorhaben mit insgesamt 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Rund 500.000 Euro der Fördersumme erhält die Universität Oldenburg. Neben dem Team des ICBM sind Forschende der Universität Erlangen-Nürnberg, der Humboldt Universität zu Berlin, der Universität Duisburg-Essen, des DVGW-Technologiezentrums Wasser in Karlsruhe sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln beteiligt.

Mikroorganismen gibt es überall auf der Welt, sie erfüllen wichtige Funktionen in allen Ökosystemen. „Dennoch ist der Großteil aller freilebenden Mikroorganismen bisher so gut wie unbekannt“, erläutert Projektleiter Könneke. Fachleute sprechen von „Microbial Dark Matter“ – der mikrobiellen dunklen Materie. Das Problem: Nur sehr wenige Mikroben lassen sich im Labor über längere Zeit am Leben erhalten. Das ist eine Herausforderung für Forschende, da sie kaum gezielte Experimente mit Organismen durchführen können, die in schwer zugänglichen Regionen leben, etwa in der Tiefsee, dem Grundwasser oder Gewässern mit extremen Umweltbedingungen.

Das Team aus Mikrobiologen und Bioverfahrenstechnikern will nun einen Bioreaktor entwickeln, mit dem sich selbst solche Mikroben kultivieren lassen, die sehr besondere Anforderungen an ihre Umwelt stellen. Dabei setzen die Forschenden auf ein neues Konzept: Ein modulartig aufgebauter, vollautomatischer Bioreaktor soll künftig sicherstellen, dass diese Gemeinschaften auch im Labor fast natürliche Umweltbedingungen vorfinden. Das Forschungsteam verwendet unter anderem moderne molekularbiologische Verfahren, um regelmäßig die Zusammensetzung der Gemeinschaften zu analysieren und die Haltungsbedingungen entsprechend anzupassen.

„Im ersten Schritt wollen wir die natürlichen Gemeinschaften der Mikroorganismen erhalten“, erläutert Könneke. In weiteren Schritten wollen die Forschenden einzelne Organismen isolieren und anreichern, um mehr Wissen über die Gemeinschaften, einzelne Arten und ihre ökologischen Ansprüche zu erhalten. Das Team konzentriert sich auf drei Gruppen von Mikroben: Eine Gruppe stammt aus dem Trink- und Grundwasser, sie beeinflusst etwa technische Anlagen zum Aufbereiten von Trinkwasser. Eine zweite lebt in Kaltwassergeysiren und könnte für biotechnologische Anwendungen bedeutend sein. Die dritte Gemeinschaft von Mikroben spielt eine wichtige ökologische Rolle im Meer. Außerdem untersuchen die Forschenden, wie sich extraterrestrische Bedingungen – etwa wie auf dem Mars – auf bestimmte Mikroorganismen auswirken.

Das Forschungskonsortium hatte sich im Jahr 2019 bei einem Workshop des BMBF zusammengefunden. Beim anschließenden Ideenwettbewerb hatte das Team eine Anschubförderung in Höhe von 200.000 Euro erhalten, um Vorarbeiten durchführen zu können und so bei einem Vollantrag Aussicht auf Erfolg zu haben.
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Erster Spatenstich für Neubau des Oldenburger Helmholtz-Instituts

22.07.2021 21:52 Uhr

Wissenschaftsminister Thümler übergibt Zuwendungsbescheid in Höhe von 15 Millionen Euro

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich hat heute der Neubau des Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB) begonnen. In den kommenden beiden Jahren entsteht im Technologiepark in Oldenburg-Wechloy ein dreigeschossiges Gebäude mit knapp 2.000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Bau bietet neben 85 Büroarbeitsplätzen auch rund 650 Quadratmeter Laborfläche und schafft damit beste Bedingungen für die marine Biodiversitätsforschung.

„Mit dem Neubau ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Schaffung optimaler Forschungsvoraussetzungen am Standort Oldenburg getan“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Durch die stetige Weiterentwicklung in Kooperation mit der Universität Oldenburg und dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung haben wir die Chance, Spitzenforschung in den Forschungsbereichen ‚Ursachen und Treiber der marinen Biodiversität‘, ‚Biodiversität und Funktionsweise von Ökosystemen’ sowie Meeresschutz und Ökosystemdienstleistungen zu ermöglichen. Mit ihrer Erforschung mariner Ökosysteme leisten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am HIFMB einen wichtigen Beitrag unter anderem zum Verständnis des Klimawandels.“

Anlässlich des Spatenstichs überreichte Thümler den Zuwendungsbescheid in Höhe von 15 Millionen Euro an Dr. Karsten Wurr, Verwaltungsdirektor des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Wurr betonte: „Große Herausforderungen benötigen starke Partnerschaften: Ich freue mich außerordentlich, dass wir die Forschung zu den drängenden Fragen auf dem Gebiet der marinen Biodiversitätsforschung in Partnerschaft mit der Universität Oldenburg erheblich ausbauen können. Dank der Mittel des Landes Niedersachsen für den Neubau schaffen wir mit dem heutigen Spatenstich eine zukünftige Heimat für das HIFMB, um zukunftsweisende Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der Meere zu entwickeln und eine wissenschaftliche Grundlage für einen besseren Meeresschutz zu schaffen.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper unterstrich: „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AWI und der Universität Oldenburg kooperieren schon seit Langem erfolgreich in zahlreichen Projekten. Das HIFMB ist ein ganz besonderes Beispiel für diese hervorragende und fruchtbare Allianz.“ Er gratuliere Gründungsdirektor Professor Hillebrand und allen Kolleginnen und Kollegen des HIFMB zu ihrer exzellenten Forschung zu neuartigen Naturschutzstrategien und wünsche ihnen gute Arbeitsbedingungen in ihrem künftigen Institutsgebäude.

Das HIFMB nutzt aktuell angemietete Räumlichkeiten an der Ammerländer Heerstraße. Der Neubau entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Uni-Campus und insbesondere zum Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM). Dazu erklärte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann: „Wissenschaft und Stadtverwaltung arbeiten in Oldenburg seit Langem erfolgreich Hand in Hand. Das hat sich auch bei der Gründung des Helmholtz-Instituts für Funktionelle Marine Biodiversität als erfolgreicher Weg erwiesen. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass die Stadt den Neubau mit diesem idealen Grundstück unterstützen kann.“ Damit werde der Forschungsstandort Oldenburg mit der dynamischen Entwicklung der universitären Institute weiter gestärkt. Die Wissenschaftsachse in Wechloy mit dem Technologiepark biete Oldenburg große Chancen, so Krogmann in der Feierstunde.

Das HIFMB wurde im Jahr 2017 als institutionelle Kooperation zwischen der Universität Oldenburg und dem AWI gegründet. Im Mittelpunkt der Forschung steht die Frage, wie sich die biologische Vielfalt in den Meeren verändert und welche Folgen das für die Funktionsweise von Meeresökosystemen und ihren Beitrag zum menschlichen Wohlbefinden hat. Auf dieser Basis entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nachhaltige Schutzkonzepte für ein anpassungsfähiges Ökosystem-Management. Der Betrieb des Instituts wird zu 90 Prozent aus Mitteln des Bundes und zu 10 Prozent aus Mitteln des Landes Niedersachsen finanziert.

Für HIFMB-Direktor Prof. Dr. Helmut Hillebrand ist der Spatenstich ein besonderes Signal für das junge Institut, dessen erste Jahre von Aufbau und Wachstum geprägt waren. „Wir stehen kurz davor, die letzten beiden unserer vier Professuren zu besetzen, unsere Forschung steht damit in allen Bereichen auf einem soliden Fundament. Jetzt kommt der Neubau, der uns ideale Forschungsmöglichkeiten bieten wird. All das sorgt dafür, dass wir uns mit ganzer Kraft in den Dienst der Biodiversitätsforschung und des Meeresschutzes stellen können.“

Das Büro- und Laborgebäude wird eine Gesamtfläche von 3.320 Quadratmetern besitzen. Im Erdgeschoss kommen Stahlbeton und Klinker zum Einsatz, während die Obergeschosse in Holzbauweise errichtet werden. Eine Besonderheit sind die beweglichen Fassadenlamellen mit organisch geformten Fräsungen, die einen Bezug zur Forschung im Inneren des Gebäudes herstellen. Viele Kommunikationsflächen sollen den für Forschung und Lehre unerlässlichen Austausch fördern.

Die Grundsteinlegung ist für das Frühjahr 2022 geplant. Fertigstellung und Bezug erfolgen voraussichtlich im Herbst 2023. 
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Ausstellungsschiff MS Wissenschaft kommt nach Oldenburg

20.07.2021 21:02 Uhr
Im Juli macht das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft auf seiner Tour durch Deutschland und Österreich auch in Oldenburg Station. An Bord des umgebauten Frachtschiffs ist diesmal eine Mitmach-Ausstellung zum Thema Bioökonomie zu sehen. Mit dem Exponat der Hochschule für Künste Bremen ist auch ein Aussteller aus der Region an Bord. Die Ausstellung wird für Besucherinnen und Besucher ab zwölf Jahren empfohlen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.

T-Shirts aus Holz, Strümpfe aus Chicorée und Burger aus Insekten: Im Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie zeigt das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft, dass eine nachhaltige Wirtschaft auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe möglich ist. Aus Pilzen lassen sich Waschmittel, Medikamente und Kosmetika herstellen. Aus Pflanzen wie Bambus und Mais werden neue Werkstoffe entwickelt, die Plastik und andere erdölbasierte Produkte ersetzen.

Auf dem Ausstellungsschiff lassen sich viele Facetten der Bioökonomie an rund 30 interaktiven Exponaten entdecken. Auch ethische und politische Aspekte werden beleuchtet: Wie nachhaltig sind Biokraftstoffe? Welche Chancen und Risiken gehen mit neuen Methoden der Pflanzenzüchtung einher? Und wie könnte sich die Weltbevölkerung in Zukunft ernähren? Das Exponat aus Bremen befasst sich mit der Frage, welche Vorteile es hat, neuartige Werkstoffe aus Popcorn zu entwickeln.

Das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft tourt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch Deutschland und Österreich. Wissenschaft im Dialog (WiD) realisiert die Ausstellung mit Unterstützung der hinter WiD stehenden Wissenschaftsorganisationen. Die Exponate direkt aus der Forschung werden zur Verfügung gestellt von Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und DFG-geförderten Projekten, Hochschulen sowie weiteren Partnern. An Bord gelten Abstands- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht.

Anlegestelle: Alter Stadthafen, Hafenpromenade, Höhe Agentur für Arbeit
Öffnungszeiten: 23.–26. Juli, 10–19 Uhr

Zugang nur nach vorheriger Buchung über die Webseite ms-wissenschaft.de/tour. Das Buchungssystem wird jeweils fünf Tage vor Ankunft der MS Wissenschaft in den einzelnen Tourorten freigeschaltet.

Anmeldung für Schulklassen: Für Schulklassen bis 25 Personen ist in Bremerhaven und Bremen eine Anmeldung auf ms-wissenschaft.de/tour möglich. Die Ausstellung ist geeignet für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren. Termine für Schulklassen sind bereits ab 9 Uhr buchbar.

Veranstaltungen an Bord der MS Wissenschaft in Oldenburg
Bei der Aktion „Flying Dinner” am 25. Juli von 16 bis 19 Uhr können Interessierte sich am Steg vor der MS Wissenschaft in Oldenburg über das Thema Insekten als Nahrungsmittel informieren und dabei auch selbst Insektensnacks verkosten. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Digitalisierung in der Hochschullehre

20.07.2021 20:32 Uhr

Universität erhält Unterstützung bei Strategieentwicklung

Zur strategischen Weiterentwicklung von innovativen, digitalen und partizipativen Lehr- und Lernszenarien wird die Universität Oldenburg ein Jahr lang durch die sogenannte „Peer-to-Peer-Strategieberatung“ des Hochschulforums Digitalisierung unterstützt. Eine Jury wählte die Universität neben vier anderen Bewerbungen aus. Die Peer-to-Peer-Strategieberatung ist ein Angebot an Hochschulen, die den digitalen Wandel in Studium und Lehre aktiv gestalten möchten. Die teilnehmenden Hochschulen werden dabei von Expertinnen und Experten anderer Hochschulen unterstützt, die selbst schon ähnliche Prozesse verantwortet und begleitet haben. Zusätzlich zu dieser individuellen Beratung setzt das Programm auf eine Vernetzung der teilnehmenden Hochschulen über Workshops und Konferenzen.

Die Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales, Prof. Dr. Verena Pietzner, erklärte anlässlich der Auswahl: „Die Herausforderungen der digitalen Transformation müssen alle Hochschulen meistern. Die Peer-to-Peer-Strategieberatung ist eine hervorragende Gelegenheit, um voneinander zu lernen und gemeinsam Ideen für die Zukunft der Hochschullehre zu entwickeln“. Das Referat für Studium und Lehre hatte bereits 2019 einen entsprechenden Strategieprozess an der Universität initiiert. Bis Februar 2020 wurden in Gesprächen und Workshops mit über 150 Lehrenden und Studierenden aus allen Fakultäten Bedarfe und Ideen erarbeitet, wie die Lehre durch Digitalisierung innovativer gestaltet werden kann. Diese Impulse werden, ebenso wie die Erfahrungen aus den Corona-Semestern, Bestandteil der jetzt beginnenden Strategieberatung sein.

Das 2014 gegründete Hochschulforum Digitalisierung (HFD) ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft e.V., des CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Es wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Peer-to-Peer Strategieberatung geht in diesem Jahr in die fünfte Runde: Seit 2017 wurden insgesamt 24 Hochschulen in dem bundesweiten Programm beraten. Die Strategieberatung richtet sich an die Hochschulleitungen, zielt jedoch darauf, alle Statusgruppen der Hochschulen in den Veränderungsprozess einzubeziehen.
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Wettbewerb für originelle Konzepte

20.07.2021 20:28 Uhr

Neue Ideen zum Lehren und Lernen: Universität zeichnet Studierende und Lehrende aus

Vom Lernen im Grünen bis hin zum Hightech-Hörsaal: Die Universität Oldenburg hat heute fünf Ideen zur Zukunft des Lehrens und Lernens ausgezeichnet. Im Ideenwettbewerb waren Studierende und Lehrende aufgerufen, originelle Konzepte und neuartige Ansätze einzureichen, die Lehre und Lernen nachhaltig verbessern. Insgesamt gingen 42 Vorschläge ein, zum Beispiel zu neuen Formen der Zusammenarbeit, zum Einsatz moderner Medien oder zur Verknüpfung von Forschung und Lehre. Schirmherrin des Wettbewerbs war Prof. Dr. Verena Pietzner, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales.

In der Kategorie „Lehrende“ ging der erste Preis, dotiert mit 1.000 Euro, an die Chemikerin Prof. Dr. Katharina Al-Shamery. Ihre Idee: Die Vorlesung zu den theoretischen Grundlagen der Thermodynamik wird durch künstlerische Anteile angereichert und die Zusammenarbeit von Studierenden naturwissenschaftlicher und künstlerischer Fächer im Zwei-Fächer-Bachelor weiter gefördert. Diese besondere Form der interdisziplinären Zusammenarbeit biete viele Anregungen auch für andere Fächer, urteilte die Jury.

Die Informatikerin Sovanna Chhoeung reichte einen Vorschlag für einen Vorlesungsraum ein, der gleichzeitig virtuell und in Präsenz genutzt werden kann. Das Ziel: Lehre und Lernen an unterschiedliche Lebenssituationen anzupassen, ohne dass die Beteiligten den persönlichen Bezug zueinander verlieren. Dieses „zukunftsweisende Konzept“ honorierte die Jury mit dem zweiten Platz, für den Chhoeung 500 Euro erhielt.

Die Idee, das Lernen ins Grüne zu verlegen, hatten sowohl die Studentinnen Jule Reese (Zwei-Fächer-Bachelor) und Jasmin Behnke (Marine Umweltwissenschaften) als auch Thore Eilers und Hilko Rosenau (Master of Education): Reese und Behnke schlugen einen Outdoor-Lerngarten vor, Eilers und Rosenau reichten ein Konzept mit dem Titel „Uni im Grünen“ ein. Sie regen an, auf dem Campus Möglichkeiten zu schaffen, um Lehrveranstaltungen und Gruppensitzungen in die Natur zu verlegen. Beide Beiträge wurden mit dem ersten Platz und je 600 Euro ausgezeichnet. Auf dem zweiten Platz landeten Leonie Neidert und Gvantsa Khutsishvili, beide studieren im Master Kunst- und Medienwissenschaft. Sie überzeugten die Jury mit ihrer Idee für eine digitale Datenbank mit Kursmaterialien für Studierende und erhielten 300 Euro Preisgeld.

Vizepräsidentin Verena Pietzner war über die Ergebnisse des Wettbewerbs hocherfreut: „Uns war wichtig, dass alle teilhaben und ihre Ideen sprudeln lassen konnten. Herausgekommen ist ein großer Fundus an Inspirationen und konkreten Anknüpfungspunkten“, erklärte sie bei der Preisverleihung, auf der die Gewinnerinnen und Gewinner Gelegenheit hatten, ihre Ideen vorzustellen. Der Jury gehörten neben Pietzner auch Prof. Dr. Martin Fränzle, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Digitalisierung, ein studentisches Mitglied sowie Mitglieder der Arbeitsstelle Hochschuldidaktik an. Das Preisgericht bewertete die eingereichten Vorschläge nach den Kriterien Nutzen und Nachhaltigkeit, Neuartigkeit und Originalität sowie Reichweite oder besonderer Bedarf.

Finanziell gefördert wurde der Ideenwettbewerb von der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO).
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Online-Impulse: Gamification in der Bildungsarbeit

20.07.2021 19:47 Uhr

Workshops für Lehrkräfte vom 30. August bis zum 1. September

Über die spielerische Gestaltung des Unterrichts mit Online-Tools können sich Interessierte von Montag, 30. August bis Mittwoch, 1. September in der Workshop-Reihe „Online-Impulse“ der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg! (IHJO) und des multimediamobils Nordwest informieren. Die ein- bis zweistündigen Online-Workshops richten sich an Lehrkräfte sowie Multiplikator_innen aus dem Bildungsbereich und sind praktisch ausgerichtet: Die Teilnehmenden können die behandelten Werkzeuge oder Software-Produkte parallel zum Workshop selbst ausprobieren. Das Angebot ist für niedersächsische Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter_innen kostenfrei. Unter ihjo.de/anmeldung-online-impulse-sommer-special können sich Interessierte weiter informieren und anmelden.

Die Workshops finden über die Plattform Zoom statt. Die einzelnen Veranstaltungen lassen sich getrennt voneinander buchen und bauen nicht aufeinander auf. Teilnehmende benötigen ein Headset und eine Webcam.

 

Folgende Workshops finden statt:

Montag, 30. August:

13:00–14:00 Uhr    Gamification in der Bildungsarbeit

14:30–15:30 Uhr    Actionbound als Allzweck-Onlinetool

16:00–18:00 Uhr    Tinkercard – 3D-Objekte im Kunst-, Werk- und Technikunterricht

 

Dienstag, 31. August: 

13:00–14:00 Uhr    QuizAcademy – School Edition

14:30–15:30 Uhr    Geschichten erzählen – Storytelling für Erklärvideos und Games

16:00–18:00 Uhr    Unterricht gamifizieren mit Classcraft

 

Mittwoch, 1. September:

13:00–14:00 Uhr     H5P Virtual Tour 360°

14:30–15:30 Uhr     LearningApps versus LearningSnacks

16:00–18:00 Uhr     Minetest - Computerspiele in der Pädagogik
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Neues Schlangenterrarium im Botanischen Garten

15.07.2021 19:09 Uhr
Seit langem beherbergt der Botanische Garten der Universität Oldenburg Kreuzottern, die Schlangen sind ein überregional bekannter Anziehungspunkt. Nun erhalten die Reptilien zusammen mit drei weiteren einheimischen Arten ein neues Refugium: Vor den Vogelvolieren im westlichen Teil des Gartens befindet sich ein neues Schlangenterrarium. Am Montag, 19. Juli, 11.00 Uhr, findet eine Einweihungszeremonie statt, bei der Kreuzottern, Äskulapnattern, Ringelnattern und Würfelnattern in das Terrarium eingesetzt werden. Eine Spende des Ilex-Freundeskreises e.V. hat den Neubau des Schlangenterrariums ermöglicht.

Besucherinnen und Besucher, die an der Einweihung teilnehmen möchten, werden gebeten, einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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Resilienz als Leitkonzept für nachhaltiges Wirtschaften

13.07.2021 20:53 Uhr

Projekt untersucht, wie Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber Störungen werden können

Extremwetterereignisse, politische Unruhen oder auch eine Pandemie können Wertschöpfungsketten unterbrechen und Unternehmen in Schwierigkeiten bringen. Inwieweit sich das Konzept der Resilienz – also der Widerstandskraft in schwierigen Situationen – als Leitkonzept für nachhaltiges Wirtschaften etablieren lässt, untersucht ein neues Projekt an der Universität Oldenburg. Das Forschungsteam unter Leitung des Ökonomen Prof. Dr. Klaus Fichter hat das Ziel, das Prinzip der Resilienz systematisch mit dem der Nachhaltigkeit zu verbinden und praktische Methoden und Konzepte für Unternehmen zu entwickeln. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert das Projekt „Resilienz als Chance für nachhaltiges Unternehmenshandeln“ über 18 Monate mit rund 125.000 Euro.

Das Team um Fichter und Dr. Karsten Hurrelmann versteht Resilienz dabei als chancenorientierten Innovationsansatz. „Bislang wird das Resilienzkonzept in der Unternehmenspraxis fast ausschließlich in Bezug auf Risikomanagement und Risikoabwehr verwendet“, berichtet Fichter, der an der Universität den Arbeitsbereich Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit leitet. Das Forschungsvorhaben soll nun eine neue Perspektive eröffnen: Das Team sieht Resilienz als zentralen Teil des Nachhaltigkeitsprinzips, da massive Störungen der Wirtschaft nicht nur negative Folgen für die Gesellschaft haben, sondern oft auch Umweltschäden nach sich ziehen. Ziel des Vorhabens ist es, die Bedeutung des Resilienzkonzepts für nachhaltiges Unternehmenshandeln herauszuarbeiten und Managementstrategien zu entwickeln, die Resilienz und Nachhaltigkeit gleichzeitig im Blick haben. So sollen zukünftige Produkte und Dienstleistungen robuster gegenüber massiven äußeren Störungen sein als bisher. Zudem wollen Fichter und seine Kolleginnen und Kollegen praktische Methoden entwickeln, die Unternehmen, aber auch Kammern und Verbände in ihrem Nachhaltigkeits-, Klima- und Innovationsmanagement aufgreifen können.

Zu den Kooperationspartnern zählen mehrere lokale Unternehmen, Wirtschaftsverbände sowie Forschungszentren, die einen nachhaltigen Ansatz verfolgen.
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Online-Befragungen zum Arbeiten im Homeoffice

06.07.2021 16:10 Uhr
Auch nach der Corona-Pandemie wird das Arbeiten im Homeoffice in vielen Betrieben und Institutionen eine zentrale Rolle spielen. Im Praxisprojekt „Arbeiten zwischen Home und Office“ finden unter der Leitung des Betriebswirtschaftlers Prof. Dr. Thomas Breisig von der Universität Oldenburg zwei Online-Befragungen statt. Im Zentrum stehen betriebliche und dienstliche Regelungen sowie Fort- und Weiterbildungen im Zusammenhang mit der Arbeit im Homeoffice. Ab sofort können Beschäftigte unter uol.de/kooperationsstelle/befragung1 und Vertreterinnen und Vertreter (Management, Betriebs- und Personalräte) von Betrieben oder öffentlichen Institutionen unter uol.de/kooperationsstelle/befragung2 an den Befragungen teilnehmen.

Ziel der Befragungen ist es, das Arbeiten im Homeoffice zu optimieren. Nach der Auswertung wird das Team die Ergebnisse allgemein zur Verfügung stellen. Die Teilnahme dauert jeweils etwa 15 Minuten und ist bis Donnerstag, 8. August, möglich. Betriebe und Institutionen können außerdem Praxiserfahrungen sowie betriebliche bzw. dienstliche Vereinbarungen zum Arbeiten im Homeoffice per E-Mail an hiltraud.grzech-sukalo@uol.de senden.

Leiter Prof. Dr. Thomas Breisig führt das Projekt „Arbeiten zwischen Home und Office“ am Lehrstuhl Organisation und Personal der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften durch. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Vorhaben. 
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Universitätspräsident Hans Michael Piper feierlich verabschiedet

02.07.2021 14:16 Uhr

Sechsjährige Amtszeit endet am 31. Juli

„Professor Piper hat in seiner sechsjährigen Amtszeit als Präsident der Universität Oldenburg viel bewegt. Er übergibt an seinen Nachfolger eine attraktive Universität mit echten Alleinstellungsmerkmalen.“ Mit diesen Worten würdigte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler den scheidenden Oldenburger Universitätspräsidenten Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper bei dessen heutiger feierlicher Verabschiedung. Zu den Gästen in Präsenz der – pandemiebedingt via Livestream ausgestrahlten – Feier gehörten neben Minister Thümler auch Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der Hochschulratsvorsitzende Jörg Waskönig und der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft Oldenburg e.V. (UGO), Hon.-Prof. Dr. Werner Brinker. Das Amt des Universitätspräsidenten übergibt Piper zum Monatsende an den Darmstädter Arbeitswissenschaftler Prof. Dr. Ralph Bruder, der ebenfalls an der Feierstunde im Hörsaalzentrum teilnahm.

In den zurückliegenden sechs Jahren habe die Universität unter Pipers Ägide auf vielen Feldern „wichtige Entwicklungsschritte gemacht“, lobte der Minister. Dazu zählten etwa „der Ausbau der Hochschulmedizin in Kooperation mit der Universität Groningen, der Ausbau der Sonderpädagogik und die gute Entwicklung der exzellenten Bereiche der Forschung wie der Hörforschung, den Meereswissenschaften und der Informatik“. Daneben kooperiere die Hochschule mit zahlreichen außeruniversitären Partnern, die sich in der jüngeren Vergangenheit auch verstärkt im Umfeld der Universität ansiedelten.

Oberbürgermeister Krogmann verwies auf die weiter intensivierte gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität; „dazu hat unser enges persönliches Verhältnis sehr beigetragen“. Er lobte Pipers besonders große Verdienste um die Weiterentwicklung der Oldenburger Universitätsmedizin: „Ohne sein starkes Engagement wären wir heute nicht so weit beim Auf- und Ausbau von medizinischer Forschung und Lehre.“ Als besonders wichtige Ansiedlung nannte Krogmann das Helmholtz Institut für Funktionelle Marine Biodiversität (HIFMB), da dabei die sehr enge Zusammenarbeit von Universität und Stadt zu einem weiteren großen Erfolg geführt habe. „Professor Piper hat sehr dazu beigetragen, den Forschungsstandort Oldenburg insgesamt zu stärken.“

In Pipers Amtszeit fielen nicht nur eineinhalb Jahre Corona-Pandemie, die auch die Universität in Forschung, Lehre und Transfer vor ungekannte Herausforderungen gestellt haben. In den Jahren seit seinem Amtsantritt 2015 wuchs etwa die Oldenburger Sonderpädagogik zu einem der bundesweit größten Zentren des Fachs, und die noch junge – und ebenfalls wachsende – Universitätsmedizin erfuhr eine positive Evaluation durch den Wissenschaftsrat. Der Universität gelang es, in wichtigen Förderprogrammen zu bestehen; sie wird so weiterhin neue Impulse in Forschung, Lehre und Transfer setzen können. Als Erfolge listet der druckfrische „Fortschrittsbericht 2015-2021“ der Universität etwa zentral koordinierte Millionenprojekte in Lehre und Transfer auf, Zuschläge in Professurprogrammen, wie auch das wiederholte Einwerben von Sonderforschungsbereichen, Graduiertenkollegs oder Nachwuchsforschungsgruppen. Hinzu kamen etwa der Start des großen historischen Akademieprojekts „Prize Papers“ mit 20-jähriger Laufzeit oder die fortgesetzte Förderung des Exzellenzclusters „Hearing4all“ in der Hörforschung. Auch sieht Piper die Forschungs- und Entwicklungskapazität des gesamten Nordwestens gestärkt, nachdem – neben dem HIFMB – inzwischen zwei Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nahe dem Oldenburger Campus beheimatet sind, ebenso ein Teil des Niedersachsen-Standorts des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Die hohe Innovationskraft von Universität und Region spiegelt sich zudem in der erfolgreichen Weiterentwicklung als Gründerinnen- und Gründeruniversität wider, die regelmäßig bundesweit Spitzenplätze einnimmt.

Neben den Studierendenzahlen ist auch der bauliche Umfang der Universität in den zurückliegenden sechs Jahren gewachsen. Als Neubauten kamen beispielsweise der Experimentierhörsaal und das Forschungslabor für Turbulenz und Windenergiesysteme in Wechloy hinzu, das neue Sprachenzentrum auf dem Campus Haarentor oder das Zentrum für Marine Sensorik in Wilhelmshaven. Um die Finanzierung des dringend benötigten Lehr- und Forschungsgebäudes für die Humanmedizin musste und muss die Universität zwar weiter ringen, aber der Raumbedarf für den ersten Bauabschnitt ist – auch dank Rückendeckung der Region – inzwischen genehmigt.

In seiner Rede hob der scheidende Präsident als ein Highlight seiner Amtszeit die im Herbst 2020 erfolgte Verlängerung des Kooperationsvertrags mit der Rijksuniversiteit Groningen hervor. Diese habe ihrer Partneruniversität Oldenburg tatkräftig als „Hebamme“ der neu gegründeten Universitätsmedizin zur Seite gestanden und deren Weiterentwicklung seither unterstützt. Neben dieser – nach seinen Worten – größten Herausforderung seiner Amtszeit nannte Piper auch die gemeinsam mit den sechs Fakultäten erfolgreich abgeschlossene Strukturplanung der Universität. Ziel sei es dabei gewesen, den „schier grenzenlosen Ideenreichtum unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ in eine noch schlagkräftigere Organisation einzubinden, um den wissenschaftlichen Erfolg weiter voranzubringen. Dies sei gelungen: Die gute Abstimmung innerhalb der Universität habe es ermöglicht, „dass wir in den letzten Jahren praktisch alle bedeutenden Wettbewerbe in Forschung und Lehre gewinnen konnten. Das soll uns mal einer nachmachen!“

Ehrenplaketten des Präsidenten
Piper nutzte die Feierstunde auch dafür, Mitgliedern der Universität die „Ehrenplakette des Präsidenten“ zu verleihen. Für ihre Verdienste um die Universität ehrte er

- die Hydrogeologin Prof. Dr. Gudrun Massmann als Sprecherin der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsgruppe „Dynamik des tiefen Untergrundes von Hochenergiestränden“

- die IT-Dienste unter Leitung von Herbert Greis für die schnelle Schaffung der IT-Infrastruktur für den pandemiebedingt digitalen Studienbetrieb

- die Stabsstelle Arbeitssicherheit unter Leitung von Robert Hentschke als zentrale Beratungs- und Koordinationsinstanz für Hygiene und Arbeitsschutz in der Pandemie

- den Neurogenetiker Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang als Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften

- die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten Prof. Dr. Annett Thiele, Prof. Dr. Verena Pietzner, Prof. Dr. Martin Georg Fränzle und Jörg Stahlmann.

Zur Person
Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper, geboren 1952 in Kiel, studierte Medizin, Physik und Philosophie an der Universität Göttingen. Dem Diplom in Physik folgten die Promotion in Medizin und die Promotion zum Doktor der Philosophie. 1985 habilitierte sich Piper im Fach Physiologie und wurde an die Universität Düsseldorf berufen. Nach Forschungsaufenthalten in England und Kanada folgte der Wissenschaftler 1994 dem Ruf auf die Professur für Physiologie an der Universität Gießen. Dort fungierte er unter anderem als langjähriger Institutsdirektor, als Dekan sowie als Gründungsdirektor des Graduiertenzentrums Lebenswissenschaften. Von 2008 bis 2014 war Piper Rektor der Universität Düsseldorf. Bevor Piper im August 2015 sein Amt als Präsident der Universität Oldenburg antrat, war er Direktor des Instituts für Molekulare Medizin III des Universitätsklinikums Düsseldorf. 
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Doris Waskönig stiftet 500.000 Euro

29.06.2021 14:23 Uhr

Waskönig Stiftung für Studierende der Universität erhält großzügige Zustiftung

Mit Stipendien Studierende der Universität Oldenburg fördern, die sich durch besonderes Können, Initiative und Verantwortung auszeichnen – das ist seit 25 Jahren Ziel der Dr. h. c. Peter Waskönig Stiftung. Nun hat Doris Waskönig, Ehefrau des im Jahr 2017 verstorbenen Unternehmers und Gründers der Stiftung, das Grundstockvermögen der Stiftung um 500.000 Euro erweitert. Die Stiftung trägt nun den Namen Dr. h. c. Peter und Doris Waskönig Stiftung.

„Es erfüllt uns mit großem Dank und Freude, dass durch die großzügige Zustiftung von Doris Waskönig nun noch mehr begabte und gesellschaftlich engagierte Studierende unserer Universität gefördert werden können“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Michael Piper. Als visionärer Stifter und engagierter Mittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Nordwesten habe der ehemalige Vorsitzende der Universitätsgesellschaft Oldenburg, Dr. h. c. Peter Waskönig, über Jahrzehnte zur Verankerung der Universität in der Region beigetragen und dabei immer auch die Belange der Studierenden im Blick gehabt, so Piper.

„Junge Talente zu fördern, war immer eine Leidenschaft meines Mannes“, betonte Doris Waskönig. „Ich freue mich, dass – auch durch die Zustiftung – das Werk von Peter fortgeführt wird.“ Dr. Joachim Peters, Mitglied im Kuratorium der Stiftung, ergänzte: „Mit ihrer Zustiftung zeigt Doris Waskönig, dass sie das Herzensprojekt ihres Mannes – die Förderung der Universität Oldenburg und ihrer studentischen Top-Talente – nicht nur unterstützt, sondern deutlich stärken und ausbauen möchte.“

Seit Gründung im Jahr 1996 hat die Stiftung insgesamt 74 Studierende gefördert. Gut zwei Drittel von ihnen waren Frauen. Knapp ein Viertel der Geförderten hat promoviert, zwei von ihnen haben eine Professur inne. Um eine Förderung bewerben können sich alle an der Universität Oldenburg eingeschriebenen Studierenden. Bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten legt das Kuratorium der Stiftung unter Leitung von Jörg Waskönig besonderen Wert auf akademische Leistungen, ehrenamtliches Engagement und die Persönlichkeit der Studierenden. Die Geförderten erhalten monatlich 500 Euro über einen Zeitraum von sechs Monaten. 
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Familiengerechte Hochschule: Universität Oldenburg erhält erneut Qualitätssiegel

25.06.2021 10:41 Uhr
Zum sechsten Mal in Folge hat die Universität Oldenburg das Zertifikat „Familiengerechte Hochschule“ erhalten, das für jeweils drei Jahre vergeben wird. 2004 erhielt die Universität erstmals das Qualitätssiegel, das ein „nachhaltiges Familienbewusstsein“ bescheinigt. Die Universität Oldenburg war damit die erste in Niedersachsen, die das Zertifikat von der berufundfamilie gGmbH erhielt und zählte zu den ersten zehn ausgewiesen „familiengerechten“ Hochschulen bundesweit. 2014 trat sie zudem dem Best-Practice-Club „Familie in der Hochschule“ bei.

Die Universität ist vor allem bei der Kinderbetreuung gut aufgestellt. Zusätzlich zu den Kindertagesstätten des Studentenwerks gibt es weitere Angebote der Universität für Beschäftigte und Studierende, unter anderem eine Ferienbetreuung für Drei- bis Zwölfjährige während der Schulferienzeiten sowie eine flexible Nachmittagsbetreuung. Zuletzt hat das Universitätspräsidium außerdem das Betreuungsangebot um eine unieigene Großtagespflege auf dem Campus Haarentor ergänzt. Der Familienservice der Universität hat zudem weitere Familienthemen wie etwa die Pflege Angehöriger oder die Vereinbarkeit von beruflichen und familiären Pflichten für Väter verstärkt in den Blick genommen. Für die Zukunft ist geplant, den Beratungsservice und spezifische Angebote für verschiedene Zielgruppen, beispielsweise für den wissenschaftlichen Nachwuchs, weiter auszubauen.

Die Würdigung fand am Dienstag, 22. Juni, vor dem Hintergrund der Pandemie als Online-Veranstaltung statt. Insgesamt haben in den vergangenen zwölf Monaten 287 Arbeitgeber – davon 34 Hochschulen – das audit berufundfamilie oder das audit familiengerechte Hochschule erfolgreich durchlaufen.
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Angehörige von Menschen mit Demenz für Online-Gruppendiskussionen gesucht

22.06.2021 15:41 Uhr

Erfahrungsaustausch zum Thema osteuropäische Betreuungshilfen

Für ein Forschungsprojekt sucht ein Team des Departments für Versorgungsforschung der Universität Oldenburg Angehörige von Menschen mit Demenz. Konkret geht es um Betroffene, die ihre Angehörigen zu Hause versorgen oder versorgen wollen und Erfahrungen mit osteuropäischen Betreuungshilfen haben oder über diese Form der Versorgung nachdenken. Das Team aus Gesundheitswissenschaften und Ethik will in einer Online-Gruppendiskussion die Erfahrungen und Eindrücke der Angehörigen in dieser herausfordernden Situation sammeln. Ziel des Projekts ist, die Lage der betroffenen Familien zunächst besser zu beschreiben und letztlich Empfehlungen für politische Entscheidungsträger zu formulieren.

Wer sich für eine Teilnahme an der Online-Gruppendiskussion interessiert oder mehr über die Studie erfahren möchte, kann sich an die Studienleiterin Dr. Milena von Kutzleben wenden: milena.von.kutzleben@uol.de.
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Europaweite Onlinebefragung zur Angehörigenpflege

22.06.2021 15:40 Uhr

Forschende der Uni Oldenburg suchen Teilnehmende

Welche Herausforderungen bringt die Pflege von nahestehenden Personen mit sich? Und wie erleben dies die pflegenden Angehörigen sowie die hilfe- und pflegebedürftigen Personen selbst? Diese Frage steht im Mittelpunkt der europaweiten Studie ENTWINE iCohort. Für eine Online-Befragung im Rahmen des Vorhabens sucht die Abteilung Organisationsbezogene Versorgungforschung der Universität Oldenburg nun Teilnehmende in Deutschland. Die Befragung richtet sich an Angehörige, die sich um ein pflege- oder hilfebedürftiges Familienmitglied oder eine andere nahestehende Person selbst kümmern oder die entsprechende Versorgung, zu Hause oder im Pflegeheim, organisieren. Außerdem können Personen teilnehmen, die von einem Angehörigen oder einer anderen nahestehenden Person gepflegt oder versorgt werden.

Ziel des Vorhabens ist, aus Sicht pflegender Angehöriger und hilfe- und pflegebedürftiger Personen die Herausforderungen, das beiderseitige Erleben familiärer Pflege und die Bereitschaft zum Leisten informeller Pflege zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, innovative Lösungen zur Unterstützung von Pflegebedürftigkeit betroffener Familien in Europa zu entwickeln. Die Studie wird in Deutschland, Griechenland, Italien, Irland, Israel, Polen, Schweden, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich von einer Gruppe junger Forschender durchgeführt und von der Europäischen Union im Rahmen der Marie-Sk?odowska-Curie-Maßnahmen finanziert.

Hier geht es zur Onlinebefragung:  qn4431.customervoice360.com/uc/icohort_elig/?a=de_DE&b=0&c=-77&d=0Inhalt.
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Berufsbegleitender MBA für Bildungs- und Wissenschaftsmanagement mit neuer Struktur

18.06.2021 19:23 Uhr

Zwei neue Profile / CAS-Zertifikat für jedes Modul

Im kommenden Wintersemester können im berufsbegleitenden Master „Bildungs- und Wissenschaftsmanagement“ erstmals zwei Profile gewählt werden. Studierende spezialisieren sich auf Hochschul- und Wissenschaftsmanagement oder auf Bildungsmanagement und -technologien. Das Studium am C3L – Center für Lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg lässt sich weitgehend online absolvieren. Mit dem Master of Business Administration (MBA) können Absolventinnen und Absolventen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen leiten und strategisch entwickeln oder digitale Lernformate etablieren.

Dank der neuen Studienstruktur erwerben Studierende mit jedem erfolgreich absolvierten Modul ein Certificate of Advanced Studies (CAS). Alle Module des MBA lassen sich auch einzeln als Weiterbildung belegen und für ein späteres Studium voll anrechnen. Außerdem können beruflich erworbene Kompetenzen für den Master angerechnet werden und so die Studiendauer verkürzen. Das Studium umfasst 90 Kreditpunkte und kann regulär berufsbegleitend in vier Semestern abgeschlossen werden. Hinzu kommt die Abschlussarbeit. Für das kommende Wintersemester können sich Interessierte noch bis zum 1. September bewerben. Weiterbildungsinteressierte können sich bis zum Start eines Moduls anmelden.

Studierende qualifizieren sich je nach gewähltem Profil entweder für Leitungsaufgaben in Hochschulen, Forschung und Wissenschaft oder für das Bildungsmanagement in Schulen, Betrieben und der Weiterbildung. Bei letzterem liegt ein Fokus auf digitalen Lern- und Lehrtechnologien. In beiden Profilen vermitteln Fachleute betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie rechtliche, politische und ökonomische Rahmenbedingungen von Wissenschaft und Bildung. Die berufstätigen Studierenden profitieren von praxisorientierter Projektarbeit und dem engen Austausch mit Lehrenden und Mitstudierenden.
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Schwefel fördert Kohlenstoffspeicherung im Schwarzen Meer

17.06.2021 17:39 Uhr

Oldenburger Studie findet neue Erklärung, warum sich organische Verbindungen in sauerstofffreien Meeresgebieten ansammeln

Das Schwarze Meer ist ein ungewöhnliches Gewässer: Unterhalb von 150 Metern Wassertiefe enthält es keinen freien Sauerstoff, höheres Leben kann dort nicht existieren. Das Binnenmeer speichert gleichzeitig vergleichsweise viel organischen Kohlenstoff. Eine neue Hypothese dazu, warum sich organische Verbindungen in den Tiefen des Schwarzen Meeres – und anderen sauerstofffreien Gewässern – anreichern, stellt ein Forscherteam um Dr. Gonzalo Gomez-Saez und Dr. Jutta Niggemann vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg nun in der Zeitschrift Science Advances vor. Demnach spielen Reaktionen mit Schwefelwasserstoff eine wichtige Rolle dabei, die Kohlenstoffverbindungen zu stabilisieren. „Dieser Mechanismus trägt offenbar dazu bei, dass im Schwarzen Meer mehr als doppelt so viel organischer Kohlenstoff im Wasser vorhanden ist wie in sauerstoffreichen Meeresgebieten“, berichtet Niggemann. Es handele sich um eine negative Rückkopplung im Klimasystem, die über geologische Zeiträume einer Erwärmung der Erde entgegenwirken könne.

Im Schwarzen Meer, dessen Fläche fast so groß ist wie Frankreich, herrschen seit rund 7.000 Jahren Bedingungen, wie sie heute nur in wenigen anderen Meeresregionen der Erde vorkommen: Eine stabile Schichtung verhindert weitgehend, dass sich Oberflächen- und Tiefenwasser vermischen. In den oberen 150 Metern befindet sich salzarmes und sauerstoffreiches Wasser, das überwiegend aus Flüssen wie der Donau stammt. Darunter sammelt sich schweres, salzreiches Wasser, das über den Bosporus aus dem Mittelmeer ins Schwarze Meer strömt. „Wenn man Wasserproben aus den tieferen Bereichen des Schwarzen Meeres öffnet, fällt man fast um, weil es extrem nach faulen Eiern riecht“, berichtet Niggemann. An der Oberfläche deute dagegen nichts darauf hin, dass das Schwarze Meer ein stagnierendes Gewässer ist, in dem Bakterien aufgrund des Sauerstoffmangels den übelriechenden Schwefelwasserstoff produzieren.

Dieses reaktionsfreudige Molekül, so zeigt die neue Studie, geht Verbindungen mit Substanzen aus einer vielfältigen Gruppe kohlenstoffhaltiger Stoffe ein, die in jedem Liter Meerwasser enthalten sind: dem gelösten organischen Material (englisch: dissolved organic matter, DOM). Dabei handelt es sich um eine komplexe Mischung zahlloser unterschiedlicher Moleküle. Sie stammen aus zersetzter organischer Materie oder dem Stoffwechsel von Bakterien. „Wir konnten sehr klar zeigen, dass Schwefelwasserstoff direkt im Wasser mit dem extrem verdünnten organischen Material reagiert“, berichtet Niggemann. Die Reaktionsprodukte sind wiederum langlebiger als die Ausgangsstoffe und reichern sich daher im Wasser an.

Das Team verglich Wasserproben von unterschiedlichen Stellen innerhalb und außerhalb des Schwarzen Meeres. Anhand verschiedener Untersuchungsmethoden, unter anderem mit dem ultrahochauflösenden Massenspektrometer der Oldenburger Forschungsgruppe für Marine Geochemie, konnten die Forschenden das gelöste organische Material genauer charakterisieren. Sie stellten fest, dass knapp ein Fünftel aller organischen Moleküle in den sauerstofffreien Bereichen des Schwarzen Meeres Schwefel enthielten – deutlich mehr als in anderen Meeren. Zudem wies das Team nach, dass ein hoher Anteil dieser Verbindungen nur dort vorkommt. Die Schlussfolgerung: Die schwefelhaltigen Substanzen entstehen neu vor Ort durch chemische Reaktionen im schwefelwasserstoffhaltigen Wasser.

Da das gelöste organische Material einen gewaltigen Kohlenstoffspeicher bildet – in allen Weltmeeren zusammen ist ungefähr genauso viel Kohlenstoff gelöst wie sich in Form von CO2 in der Atmosphäre befindet – ist das Ergebnis der aktuellen Studie auch für das Klima von Bedeutung: „Das Volumen sauerstofffreier Ozeanregionen hat sich von 1960 bis 2010  vervierfacht. Daher könnte dieser schwefelbasierte Mechanismus zur Speicherung von Kohlenstoff in Zukunft einen Einfluss auf die Ozeanchemie haben“, so Hauptautor Gomez-Saez. Unter aktuellen Bedingungen sei diese Rückkopplung allerdings zu schwach, um den Klimawandel merklich zu beeinflussen. In der geologischen Vergangenheit gab es indessen mehrfach Perioden, in denen in einem Großteil der Ozeane Sauerstoffmangel herrschte. Damals könnte der Effekt dazu beigetragen haben, langfristig Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen.

Die Wasserproben aus dem Schwarzen Meer stammten von einer Fahrt des Forschungsschiffs Maria S. Merian. An der Studie waren neben dem ICBM-Team Forscherinnen und Forscher des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, des MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen beteiligt.

Originalveröffentlichung: Gonzalo V. Gomez-Saez et al: “Sulfurization of dissolved organic matter in the anoxic water column of the Black Sea”, Science Advances, 7, eabf6199. DOI: 10.1126/sciadv.abf6199
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Die Universität als Lernort im digitalen Zeitalter

28.05.2021 19:41 Uhr

Stiftung fördert Oldenburger Projekt zur digitalen Transformation

Die Universität Oldenburg will das Studium durch neue digitale und hybride Lehr-Lernformate erweitern und umgestalten. Dabei sollen Studierende und Lehrende aktiv mitwirken. Dieses Ziel verfolgt das Projekt participate@UOL („Partizipation in Studium und Lehre durch digitale und hybride Formate stärken“) unter Leitung von Prof. Dr. Verena Pietzner, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales, und Isabel Müskens, Leiterin des Referats Studium und Lehre. Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert das Vorhaben ab August mit rund vier Millionen Euro über drei Jahre. Darüber hinaus ist die Universität Oldenburg am Verbundprojekt SOUVER@N („Souver@nes digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen“) beteiligt, das die Universität Osnabrück leitet.

„Wir sehen es als zentrale Aufgabe der nächsten Jahre an, das traditionelle Modell der Präsenzuniversität mit digitalen Innovationen weiterzuentwickeln und dadurch Studium und Lehre in kreativer Form neu zu gestalten“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper. Im Projekt participate@UOL gelte es, das Studium durch neue Zugänge, Darstellungsweisen und Interaktionsmöglichkeiten anzureichern.

Die Leitidee dabei ist, die Mitwirkung von Studierenden und Lehrenden in digitalen und hybriden Formaten zu stärken. „Wir wollen die Universität im digitalen Zeitalter als Lernort ohne Hürden gestalten und Studierende wie Lehrende zur Partizipation ermutigen“, betont Pietzner. Anhand von Planungsdokumenten sowie Online-Befragungen zur digitalen Lehre hat die Universität eine Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt. Als Ergebnis identifizierte das Projektteam vier Bereiche, deren Ausbau den Schwerpunkt des Projekts participate@UOL bildet.

Im Entwicklungsbereich „Digitale Begleitangebote“ geht es um einen digitalen Wegweiser, der Studierende in verschiedenen Phasen ihres Studiums Orientierung gibt, etwa zum Studienbeginn oder bei der Studienorganisation. Andere digitale Elemente sollen Studierenden beispielsweise dabei helfen, sich sozial zu vernetzen oder sich für die Universität zu engagieren. „Wir wollen sicherstellen, dass Studierende von ihrem ersten Studientag an ein aktiver Teil der Universität sind“, so Projektleiterin Müskens.

Im zweiten Entwicklungsbereich „Freiräume für digitales Lernen und Lehren“ sollen unter Mitwirkung von Studierenden und Lehrenden neue digitale und hybride Lern- und Lehrformate entstehen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Forschenden Lernen. So können Studierende in Zukunft in einem „Learning Lab“ das selbstorganisierte Lernen mit digitalen Tools erproben. Lehrenden stehen „Teaching Labs“ zur Verfügung, in denen sie gemeinsam mit ihren Studierenden digitale und hybride Lehr-Lernsettings erarbeiten und erproben können, darunter auch Prüfungssysteme. Das Projekt unterstürzt Lehrende zudem dabei, frei verfügbare Lerninhalte, sogenannte Open Educational Resources, in ihre Lehre einzubinden.

Im dritten Entwicklungsbereich „Virtuelle Räume“ will die Universität Technologien wie Augmented Reality nutzen, also die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Ein mögliches Beispiel sind ferngesteuerte Labore, die es Studierenden ermöglichen, sich Sachverhalte selbständig zu erschließen.

Der vierte Bereich, „Support digitaler und hybrider Lehre“, hat das Ziel, ein Portal zu entwickeln, das alle Einrichtungen der Universität vereint, die Lehrende und Studierende bei ihren Aufgaben unterstützen. So bietet das Portal den Nutzerinnen und Nutzern an einem Ort Zugang zu allen Serviceleistungen, von Informationen bis zu persönlichen Beratungen und Schulungen.

Im Verbundprojekt SOUVER@N der Universität Osnabrück koordiniert die Universität Oldenburg ein Arbeitspaket zu geteilten Lehr-Lernmaterialien. Ziel ist es, digitale Lehrinhalte arbeitsteilig zu entwickeln, beispielsweise bestimmte Qualifikationen für das Lehramt Grundschule oder Materialien, um studentische Tutorinnen und Tutorinnen bei der digitalen Lehre zu unterstützen. Darüber hinaus soll eine Sammlung mit vorbildlichen Lehr/-Lernkonzepten nach Fächern und Zielgruppen geordnet allgemein verfügbar gemacht werden, etwa über das niedersächsische Portal für Open Educational Resources.

Die neue Stiftung „Innovation in der Hochschullehre“ wurde im November 2020 von Bund und Ländern gemeinsam auf den Weg gebracht. Sie soll die Lehre an deutschen Hochschulen dauerhaft stärken, Innovationen ermöglichen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Lehre erhöhen. Jetzt gab die Stiftung die ersten 139 Förderprojekte zur Digitalisierung in der Hochschullehre bekannt. Insgesamt stehen dafür bis zu 330 Millionen Euro zur Verfügung.
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Vorreiterinnenrolle bei Gender Studies

28.05.2021 19:28 Uhr

20 Jahre Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Oldenburg

Vor 20 Jahren, im Mai 2001, wurde es an der Universität Oldenburg eröffnet: das Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZFG). Es war niedersachsenweit das erste Zentrum dieser Art, bundesweit gab es nur wenige Vorbilder. Seither bildet das ZFG den Mittelpunkt der universitären Frauen- und Geschlechterforschung, bündelt Aktivitäten, entwickelt Fragestellungen und Projekte und vernetzt die Forschenden. „Das ZFG hat eine Vorreiterrolle dabei eingenommen, die Gender Studies zu etablieren. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten bereichert es die Forschungslandschaft in diesem bedeutenden Feld“, sagt Prof. Dr. Annett Thiele, Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung.

Bereits seit 1997 existierten an der Universität zwei Studiengänge zur Geschlechterforschung – das  Magister-Nebenfach „Frauen- und Geschlechterforschung“ sowie der Aufbaustudiengang „Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien“. Sie zählten zu den bundesweit ersten Studiengängen in diesem Feld. Mit der Gründung des ZFG wagte die Universität eine weitere hochschulpolitische Innovation, um die interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung in Oldenburg zentral zu bündeln. Gründungsdirektorin war die kürzlich verstorbene Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Heike Fleßner.

Der Forschungsschwerpunkt des ZFG lag zunächst in den Sozial- und Erziehungswissenschaften. Von Beginn an nahmen die Forschenden dabei inter- und transdisziplinäre sowie transnationale und transkulturelle Perspektiven ein. Die Forschungsprojekte reichten von regionalen Vorhaben bis zu internationalen Kooperationen. Bis heute arbeitet das ZFG mit verschiedenen Forschungseinrichtungen in Indien oder in afrikanischen Ländern, etwa Südafrika, Marokko und Sudan, zusammen. Von 2001 bis 2010 förderte das Maria-Goeppert-Mayer-Programm für internationale Frauen- und Genderforschung des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums zahlreiche internationale Gastprofessuren am ZFG.

Seit 2009 ist das Zentrum an der Fakultät III – Sprach- und Kulturwissenschaften angesiedelt. Das damalige Leitungsteam aus den Kunsthistorikerinnen Prof. Dr. Silke Wenk und Prof. Dr. Barbara Paul sowie der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Melanie Unseld entwickelte in dieser Zeit ein kulturwissenschaftliches Profil. Derzeitige Direktorin ist die Historikerin Prof. Dr. Almut Höfert.

Bis heute fördert das Forschungszentrum besonders den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Geschlechterforschung und den Queer Studies, etwa durch Graduiertenkollegs oder den jährlichen Genderforschungstag. Darüber hinaus unterstützt das ZFG den forschungsorientierten Bachelor-Studiengang Gender Studies. Die seit 2017 bestehende Veranstaltungsreihe „Wo Gender brennt: Aktuelle Relevanz der Geschlechterforschung in Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft“ sowie zwei Publikationsreihen vermitteln der interessierten Öffentlichkeit aktuelle Forschungsergebnisse der Geschlechterstudien – etwa zur Auswirkung der Digitalisierung auf Geschlechtergerechtigkeit bei der Jobbesetzung oder die Rolle von Frauenbewegungen im Arabischen Frühling.

„Die Arbeit des ZFG zeigt, dass wir nach wie vor eine zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle für das interdisziplinäre Gebiet der Gender- und Queer-Forschung brauchen, denn allzu häufig fallen diese Anliegen aus dem disziplinären Raster“, betont ZFG-Direktorin Almut Höfert. Der 20-jährige Geburtstag des ZFG soll im Mai 2022 mit einer internationalen Konferenz gefeiert werden – coronabedingt um ein Jahr verschoben.
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Online-Workshop zu Design Thinking im Gesundheitsmanagement

21.05.2021 19:47 Uhr
Die Methode des Design Thinking kennenlernen und  mit ihr neue Ideen zur Gesundheitsförderung entwickeln – das können Wirtschaftsvertreter_innen und Gründungsinteressierte bei dem kostenlosen Online-Workshop „Healthy Visions“. Die von der Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg!, dem Gründungs- und Innovationszentrum der Universität Oldenburg und der BARMER Krankenkasse organisierte Veranstaltung erstreckt sich über drei Tage: Sie findet am Donnerstag, 10. Juni, von 9:00 bis 12:00 Uhr sowie am Freitag, 11. Juni und Montag, 14. Juni, jeweils von 9:00 bis 15:00 Uhr statt. Interessierte können sich bis zum 3. Juni unter ihjo.de/innovationswerkstatt/veranstaltungen anmelden.

Design Thinking ist eine Methode zur Entwicklung von Innovationen, die sich insbesondere durch eine starke Nutzerorientierung und die Arbeit in multidisziplinären Teams auszeichnet. Der Design Thinking Coach Göran Hielscher stellt den Ansatz vor und begleitet die Teilnehmenden anschließend dabei, eigene Prototypen für Innovationen zu entwickeln, die mehr Gesundheit im Alltag oder Beruf ermöglichen. Zum Abschluss des Workshops präsentieren die Teilnehmenden ihre Ideen und erhalten Feedback von Expert_innen der BARMER und Gründungsberater_innen.
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CHE-Ranking: Universität Oldenburg mit Bestnoten

04.05.2021 16:00 Uhr
Spitzenplätze in Biologie und Mathematik – auch Medizin schneidet wieder stark ab

Hervorragend betreut und unterstützt – Studierende der Biologie, Mathematik und Medizin fühlen sich an der Universität Oldenburg besonders gut aufgehoben. So lautet eines der zentralen Ergebnisse des aktuellen Hochschulrankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Hervorgehoben wird zudem der starke Wissenschaftsbezug der Medizin, die in dieser Kategorie ebenfalls zur Spitzengruppe gehört. Im Bereich „Unterstützung zu Beginn des Studiums“ – etwa durch Vorkurse, Peer-Learning, individuelle Beratung und virtuelle Lernplattformen – schneiden die Studiengänge Biologie, Mathematik und Physik sehr gut ab. Sämtliche Ergebnisse werden heute im ZEIT-Studienführer 2021 veröffentlicht.

„Trotz der Corona-Pandemie sind die befragten Studierenden überwiegend zufrieden. Sie attestieren unserer Universität ein gutes Lehr- und Lernklima, eine Kultur des Miteinanders und starke Forschungsbezüge im Studium, was mich persönlich sehr freut“, sagt Prof. Dr. Verena Pietzner, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Internationales.

Zum zweiten Mal seit 2018 ist der 2012 gegründete Studiengang Humanmedizin der Universität Teil des Rankings – und wird erneut in vielen Bereichen sehr gut bewertet. In den Kategorien Betreuung durch Lehrende, Angebote zur Berufsorientierung und Wissenschaftsbezug des Studiums gehört der Studiengang zur jeweiligen Spitzengruppe. Sehr zufrieden sind die Studierenden auch mit dem Konzept des Modellstudiengangs, das bereits in den ersten drei Studienjahren einen hohen Praxisanteil vorsieht: Besonders gut schneidet die Universität beispielsweise beim Praxisbezug in der vorklinischen Ausbildung, der Verzahnung zwischen Vorklinik und Klinik und bei der Betreuung im Patientenunterricht ab.

Auch in den Fächern Biologie und Mathematik sind die Studierenden überwiegend zufrieden. Biologiestudierende vergaben beispielsweise Spitzenwerte für die Betreuung durch Lehrende, die Unterstützung im Studium und die Vermittlung fachwissenschaftlicher Kompetenzen. Sie schätzen das gute soziale Klima zwischen Lehrenden und Studierenden, die Möglichkeit, im Studium individuelle Schwerpunkte zu setzen sowie die Verfügbarkeit fachspezifischer Software und Datenbanken. In der Mathematik fühlen sich die Studierenden ebenfalls gut unterstützt; Sie sind zufrieden mit der Studienorganisation, der Bibliotheks- und Arbeitsplatzausstattung. Gute Noten gab es zum Beispiel für das Tutorensystem, die Qualität der bereitgestellten Lehrmaterialien und den guten Zugang zu elektronischen Büchern und Zeitschriften.

Das CHE-Hochschulranking ist der umfassendste Hochschulvergleich im deutschsprachigen Raum. Es basiert auf Befragungen von rund 120.000 Studierenden und mehr als 300 untersuchten Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften/Fachhochschulen (HAW) sowie Dualen Hochschulen und Berufsakademien. Neben Fakten zu Studium, Lehre und Forschung umfasst das Ranking Urteile von Studierenden über die Studienbedingungen, wie zum Beispiel die Betreuung, Prüfungen Bibliotheksausstattung oder Auslandsstudium. In diesem Jahr wurden die Fächer Biochemie, Biologie/Biowissenschaften, Chemie, Geografie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Medizin, Pflegewissenschaft, Pharmazie, Physik, Politikwissenschaft, Sport/Sportwissenschaft und Zahnmedizin untersucht.
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Wie gut speichern Nord- und Ostsee Kohlenstoff?

30.04.2021 11:59 Uhr

Neues Forschungsprojekt untersucht, wie Meere mehr Kohlendioxid aufnehmen können

Die Ozeane schlucken derzeit ein Drittel der menschengemachten Kohlendioxid-Emissionen. Das Treibhausgas löst sich direkt im Wasser. Außerdem wird es von Mikroorganismen über die Photosynthese aufgenommen sowie teils in unlösliche Mineralien umgewandelt. So entziehen die Ozeane dem atmosphärischem Kreislauf Kohlenstoff und speichern ihn für eine längere Zeit. Wie stabil diese verschiedenen Kohlenstoffspeicher in der Nord- und der Ostsee sind, untersucht ein neues Forschungsprojekt an der Universität Oldenburg. Das Vorhaben PROCARBON unter Leitung des Ozeanographen Dr. Thomas Badewien vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird durch das Bundesforschungsministerium (BMBF) mit rund 680.000 Euro gefördert. Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts Carbostore (Carbon Storage in German Coastal Seas – Stability, Vulnerability and Perspectives for Manageability), das vom Helmholtz-Zentrum Hereon (ehemals Helmholtz-Zentrum Geesthacht) geleitet wird.

Ziel von PROCARBON ist es zu untersuchen, wie die verschiedenen Kohlenstoffspeicher in der Nord- und Ostsee auf den Klimawandel und andere vom Menschen verursachte Umweltveränderungen reagieren. „Die Küstenozeane spielen eine zentrale Rolle für die Meeresumwelt und das Klimasystem, sie dienen im Kohlenstoffkreislauf als Regulationsventil“, sagt Badewien. Nach bisherigen Erkenntnissen setzen Randmeere wie Nord- und Ostsee besonders viel Kohlenstoff um, weil mehr Nährstoffe für das Algenwachstum zur Verfügung stehen als im offenen Ozean. Gleichzeitig beeinflussen verschiedene Vorgänge an Land, in der Atmosphäre und im Meer selbst, wie viel Kohlendioxid die Meere tatsächlich aufnehmen können.

Das Team um Badewien und seine ICBM-Kollegen Prof. Dr. Thorsten Dittmar, Prof. Dr. Oliver Zielinski, Prof. Dr. Jörg-Olaf Wolff und Dr. Karsten Lettmann will ermitteln, welche Prozesse dabei wichtig sind. Dafür nutzen sie zum Beispiel die Langzeit-Messstation des ICBM bei Spiekeroog, die kontinuierlich CO2-Messungen im Wattenmeer vornimmt – auch unter extremen Bedingungen, etwa bei einer Sturmflut. Mit mathematischen Modellen wollen die Forschenden außerdem abschätzen, wie sich die Kohlenstoff-Speicher künftig entwickeln. So wollen sie herausfinden, wie Nord- und Ostsee künftig mehr CO2 aufnehmen könnten. „Die Erkenntnisse sollen helfen, Managementstrategien zu entwickeln und politische Entscheidungsfindungen zu unterstützen“, sagt Badewien.

Im Gesamtprojet Carbostore untersuchen Forschende des ICBM darüber hinaus, ob die Verknüpfung schwefelhaltiger Substanzen mit organischen Verbindungen im Meer zur Speicherung von Kohlenstoff beitragen könnte und welche Rolle physikalische Prozesse beim CO2-Austausch zwischen Atmosphäre und Ozean spielen. Eine dritte Oldenburger Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Kohlenstoffspeicher im Wattenmeer.

An Carbostore sind insgesamt acht deutsche Institute, Behörden und Ämter beteiligt. Das Oldenburger Vorhaben PROCARBON (Prozessstudien zur Stabilität und Anfälligkeit der Kohlenstoffspeicher in Ost- und Nordsee) ist eins von fünf Teilprojekten. Das Vorhaben wird in der Programmlinie MARE:N des BMBF zur Meeres- und Polarforschung im Förderbereich „Ozeane unter Stress“ gefördert.
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Wie würde die Bevölkerung selbst knappen Impfstoff verteilen?

27.04.2021 17:40 Uhr

Oldenburger Politikwissenschaftler und Partner starten internationale Studie

Wenn die Bevölkerung darüber entscheiden könnte, wie die verfügbaren Impfstoffe in einer Pandemie – etwa der aktuellen Corona-Pandemie – verteilt werden: Wie sähen die Impfstrategien innerhalb einzelner Länder aus, und wie die Verteilung der Vakzine über nationale Grenzen hinweg? Diese Frage untersuchen die Oldenburger Politikwissenschaftler Prof. Dr. Markus Tepe und Dr. Michael Jankowski gemeinsam mit Kollegen aus Israel, Dänemark und den USA. Das Forscherteam bereitet ein repräsentatives Online-Experiment mit insgesamt 16.000 Teilnehmenden aus acht Ländern vor (Deutschland, Italien, USA, Brasilien, Südafrika, Australien, China und Japan). Das Projekt „Who should get the vaccine first?“ („Wer sollte den Impfstoff zuerst erhalten?“) wird seit Anfang April von der VolkswagenStiftung mit gut 112.000 Euro für anderthalb Jahre gefördert.

„Das Verteilen von Impfstoff zu regulieren, ist eine globale Herausforderung für die Politik“, sagt Projektleiter Tepe. Bei einem solch knappen Gut und zugleich hoher Nachfrage seien Konflikte um die Verteilung innerhalb und zwischen Ländern unabwendbar. Doch welche Lösungen befürworten die Bürgerinnen und Bürger? Bevorzugen sie eher ein System der weltweiten Verteilung – wie von der Weltgesundheitsorganisation WHO angestrebt? Oder sollten nach ihrer Ansicht nationale Interessen generell den Vorrang erhalten, wenngleich dies andere Länder benachteiligen oder auch das eigene Land im Wettlauf um Impfstoffentwicklung und -produktion hinten liegen könnte? Die Forscher möchten wissen, unter welchen Bedingungen eine solidarische Verteilung von Impfstoffen zwischen den Ländern des globalen Nordens und Südens überhaupt möglich ist. Denn diese, so Tepe, gelte als „ein Erfolgsfaktor für die Bekämpfung zukünftiger globaler Epidemien“. 
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Neuer Masterstudiengang „Versorgungsforschung“ startet im Wintersemester

20.04.2021 19:52 Uhr

Bewerbung bis zum 15. Juli möglich

Zentrale Fragen der gesundheitlichen Versorgung stehen im Mittelpunkt des neuen Masterstudiengangs „Versorgungsforschung“, den die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg ab dem kommenden Wintersemester anbietet. Der interdisziplinäre und forschungsorientierte Masterstudiengang dauert vier Semester und richtet sich insbesondere an Studieninteressierte mit einem Bachelorabschluss beispielsweise im Bereich der Gesundheits- oder Sozialwissenschaften. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli.

Die Studierenden eignen sich ein breites Wissen über das Gesundheitssystem und dessen Organisation an, um die Versorgung von Patientinnen und Patienten künftig weiterentwickeln zu können. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Technik und Digitalisierung der Versorgung, Ethik, Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Patientensicherheit. Methoden der qualitativen und quantitativen Forschung werden ebenfalls vermittelt, um Potenziale und Probleme in der gesundheitlichen Versorgung wissenschaftlich untersuchen zu können. Die Lehre greift zudem aktuelle Forschungsprojekte der Oldenburger Versorgungsforschung auf. Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs können sowohl in der Wissenschaft als auch in Institutionen des Gesundheitswesens tätig werden. 

Die Universität Oldenburg ist deutschlandweit – neben Köln, Heidelberg, München, Osnabrück und Lübeck – die sechste Hochschule mit einem solchen Studienangebot. Die noch junge Wissenschaftsdisziplin Versorgungsforschung ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet innerhalb der Gesundheitsforschung. Sie nimmt den Alltag gesundheitlicher Versorgung, die Bedarfe von Patientinnen und Patienten und die Rahmenbedingungen für gute Versorgung in den Blick. Dabei befasst sie sich mit allen Bereichen der gesundheitlichen Versorgung, angefangen bei der Prävention bis hin zur Palliativversorgung. Ziel ist es, die Gesundheit von Personen oder spezifischen Bevölkerungsgruppen zu verbessern.
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Frühstudium für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler

16.04.2021 15:16 Uhr

Bewerbungen für das Wintersemester ab sofort möglich

Linguistik, die Grundlagen der Physik oder mathematische Beweise – diese und andere Themen stehen im Frühstudium für hochbegabte und besonders motivierte Schülerinnen und Schüler auf dem Programm. Die Universität Oldenburg ermöglicht es Jugendlichen, ein Studienfach auf akademischem Niveau frühzeitig kennenzulernen und erste Leistungsnachweise zu erbringen. Interessierte können sich bis zum 15. Juli für das Wintersemester 2021/2022 bewerben.

Die Jugendlichen können nur auf Vorschlag ihrer jeweiligen Schulleitung an einem Frühstudium teilnehmen. Zur Auswahl stehen die Fächer Biologie, Chemie, Mathematik, Physik, Anglistik, Betriebswirtschaftslehre mit juristischem Schwerpunkt, Evangelische Theologie und Religionspädagogik, Geschichte, Sozialwissenschaften, Pädagogik, Sport oder Informatik. Nach erfolgreicher Bewerbung besuchen die Jugendlichen reguläre Veranstaltungen wie Vorlesungen oder Seminare – die voraussichtlich zum Teil in Präsenz und zum Teil in digitaler Form durchgeführt werden. Die Frühstudierenden können bereits Studienleistungen erbringen, die im späteren Studium an der Universität Oldenburg anerkannt werden. Die Freiräume, die dadurch im späteren regulären Studium entstehen, können sie beispielsweise für Auslandsaufenthalte oder den Besuch interdisziplinärer Veranstaltungen nutzen.

Voraussetzung für ein Frühstudium sind gute Schulnoten, eine hohe Lernmotivation oder auch die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben. Die Zentrale Studien- und Karriereberatung unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der fachlichen Orientierung. Lehrende der Universität führen die Auswahlgespräche. Dabei ist nicht nur entscheidend, ob die Bewerberinnen komplexe fachliche Fragestellungen erfassen, sondern auch die Lernmotivation und die Ernsthaftigkeit der Entscheidung für ein Frühstudium spielen eine Rolle. Darüber hinaus stimmen die Lehrenden das Studienprogramm mit den Jugendlichen individuell ab.

Bewerben können sich Interessierte bis zum 15. Juli per Post an Zentrale Studien- und Karriereberatung, Christa Funke, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 26111 Oldenburg oder per E-Mail mit eingescannten Unterlagen an zskb.dez3@uol.de, Betreff: Frühstudium.

Weblinks
uol.de/studium/fruehstudium

Kontakt
Christa Funke, E-Mail: zskb.dez3@uol.de
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Ossietzky-Fellowship für Martin Esmann

16.04.2021 14:39 Uhr

Physiker erforscht Phänomene auf der Nanoskala

Der Physiker Dr. Martin Esmann hat für seine Forschung ein „Carl von Ossietzky Young Researcher‘s Fellowship“ der Universität Oldenburg erhalten. Diese Förderung erlaubt es ihm, seine akademische Karriere voranzutreiben und eigene Forschungsmittel einzuwerben, beispielsweise eine Nachwuchs-Förderung des Europäischen Forschungsrats (ERC). „Unser universitätseigenes Förderprogramm hat sich sehr bewährt, hochqualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler nachhaltig in ihrer Forschung und wissenschaftlichen Karriere zu unterstützen und ihnen frühzeitig eine wissenschaftliche Eigenständigkeit zu ermöglichen“, sagt Prof. Dr. Martin Fränzle, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Digitalisierung. Esmann führt sein Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Quantenmaterialien von Prof. Dr. Christian Schneider am Institut für Physik durch. Daneben will er sich auch in der Lehre weiterqualifizieren.

In seiner Forschung befasst sich Esmann mit physikalischen Phänomenen auf der Nanoskala, also auf einer Größenordnung von wenigen Milliardstel Metern. Dabei betrachtet er Transportvorgänge, in denen Lichtteilchen mit Schallwellen in Festkörpern wechselwirken. „Langfristig möchte ich herausfinden, wie man akustische Schwingungen zur Steuerung bestimmter Vorgänge in Nano-Schaltkreisen nutzen kann“, erläutert er. Um das zu erreichen, will er sogenannte Exziton-Polaritonen untersuchen. Dabei handelt es sich um eine Kopplung aus angeregten Elektronen in Festkörpern und Lichtteilchen. „Exziton-Polaritonen sind vielversprechende experimentelle Werkzeuge für verschiedene Anwendungen, sie könnten in miniaturisierten Schaltkreisen und Bauteilen zum Einsatz kommen, die mit Licht statt mit elektronischem Strom funktionieren“, sagt der Physiker.

Esmann studierte Physik in Oldenburg, währenddessen absolvierte er einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt an der Harvard Universität (USA). 2012 zeichnete ihn die Fakultät V für seine herausragende Masterarbeit aus. Er promovierte 2016 in Oldenburg in der Arbeitsgruppe Ultraschnelle Nano-Optik von Prof. Dr. Christoph Lienau. Im Anschluss arbeitete er als Postdoktorand am Center for Nanoscience and Nanotechnology (C2N) in Palaiseau (Frankreich), einem Forschungsinstitut der französischen Forschungsorganisation CNRS und der Université Paris-Saclay. Zuletzt förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seinen Aufenthalt mit einem Forschungsstipendium. 

Die Universität hat das Carl von Ossietzky Young Researchers‘ Fellowship seit 2013 bislang an zehn herausragende Postdoktorandinnen und Postdoktoranden verliehen.

Weblinks
uol.de/en/quantum-materials
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Digitale Internationale Tage: Informationen zu Auslandsaufenthalten weltweit

16.04.2021 14:37 Uhr
Ein Semester an einer Universität im Ausland oder ein Praktikum in einem anderen Land – viele Studierende träumen von einem Auslandsaufenthalt. Dieser Wunsch ist trotz der Covid-19-Pandemie ungebrochen. Daher unterstützt das International Office (IO) der Universität Oldenburg Studierende auch in diesen besonderen Zeiten darin, einen Auslandsaufenthalt während ihres Studiums zu absolvieren: Vom 19. bis 21. April finden die diesjährigen „Internationalen Tage“ statt – in digitaler Form. Interessierte Studierende sind herzlich eingeladen, sich über Auslandsaufenthalte, mögliche Ziele und Wege der Finanzierung zu informieren. Veranstalter ist das International Office, das vom Studentenwerk Oldenburg unterstützt wird.

Den Auftakt der „Internationalen Tage“ bildet am Montag, 19. April, der „Digitale Infomarkt“, auf dem unter anderem Videos sowie weiterführende Informationen zum Auslandsaufenthalt angeboten werden. Am Dienstag, 20. April, können sich interessierte Studierende individuell beraten lassen. Lehrende beantworten fachspezifische Fragen unter der Überschrift „Frag dein Fach“. Studierende, die bereits einen Auslandsaufenthalt absolviert haben, berichten über ihre Erfahrungen im „Student Talk“. Den Abschluss der Veranstaltung bilden am 21. April „Live-Info-Sessions“ zu Themen wie „Über Erasmus+ ins europäische Ausland“, „Studium außerhalb Europas“, „Studium im Ausland mit gesundheitlicher Beeinträchtigung“ sowie zu Auslandspraktika oder Auslands-BAföG. Alle Programmpunkte und Beratungsangebote sind kostenlos. 
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Erasmus+ fördert studentische Forschung

09.04.2021 14:40 Uhr
Digitale studentische Forschung zu stärken ist das Ziel eines neuen internationalen Vorhabens unter der Leitung der Universität Oldenburg. Das im März gestartete Projekt, in dem sich fünf europäische Hochschulen zusammengeschlossen haben, wird innerhalb einer Sonderausschreibung des EU-Programms Erasmus+ für mehr digitale Bildung mit rund 286.000 Euro gefördert. Koordinatorin des Vorhabens „A European Network for Digital Undergraduate Research“ (EU-dUR) ist Dr. Susanne Haberstroh, stellvertretende Leiterin des Referats Studium und Lehre und Referentin für forschungsbasiertes Lernen an der Universität. Neben der Projektkoordination liegt auch die Leitung eines Teilprojekts an der Universität Oldenburg.

Studentische Forschung gewinne in der universitären Lehre kontinuierlich an Bedeutung, betont Haberstroh. Studien haben gezeigt, dass Studierende sich durch das sogenannte forschende Lernen schneller und intensiver mit ihrem Fach vertraut machen als mit herkömmlichen Lehrmethoden. Das neue Vorhaben möchte Studierende, Hochschullehrende und Universitäten dabei unterstützen, dieses innovative Lernkonzept weiter auszubauen. Das Projektteam entwickelt dafür in drei Teilprojekten verschiedene digitale Werkzeuge, etwa eine neue Plattform für studentische Forschung und Bürgerwissenschaften. Das C3L – Center für lebenslanges Lernen und das Center for Open Education Research (COER) der Universität Oldenburg erarbeiten innerhalb eines Teilprojekts ein Online-Trainingsprogramm, das Hochschullehrende darin schult, Forschungsarbeiten von Studierenden zu betreuen. Es soll nach Projektende allen europäischen Universitäten zur Verfügung stehen. Ziel ist es, die digitale Kompetenz von Dozentinnen und Dozenten weiter zu erhöhen. Längerfristig soll das Projekt dazu beitragen, ein europäisches Netzwerk zu studentischer Forschung zu etablieren.

Projektpartner sind neben der Universität Oldenburg die Universitäten Wien (Österreich), Warwick (Großbritannien) und die Université de Paris (Frankreich) sowie die litauische LCC International University. Die Pädagogische Hochschule Luzern (Schweiz) und der US-Council on Undergraduate Research fungieren als assoziierte Organisationen. Die Projekt-Ausschreibung „Förderung der Bereitschaft für digitale Bildung“ unterstützt Projekte, die e-Learning, Fernunterricht und gemischte Lernformate fördern, Lehrkräfte und Ausbilder unterstützen und den inklusiven Charakter der digitalen Lehrangebote bewahren.


Weblinks

    uol.de/c3l/forschung

    uol.de/coer


Kontakt

Dr. Susanne Haberstroh, Tel.: 0441/798-4073, E-Mail: susanne.haberstroh@uol.de

Prof. Dr. Olaf Zawacki-Richter, Tel.: 0441/798-2765, E-Mail: olaf.zawacki.richter@uol.de
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Korallen erfolgreich im Labor vermehrt

09.04.2021 14:11 Uhr

Bundesweit einmaliger Erfolg bei sexueller Fortpflanzung von Steinkorallen

Einen ganz besonderen Erfolg können Oldenburger Wissenschaftler des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg verbuchen: In ihren Aquarien am Standort Wilhelmshaven gelang bundesweit erstmals die Vermehrung von Steinkorallen. Das Team um Prof. Dr. Peter Schupp von der Arbeitsgruppe Umweltbiochemie stellte die Umweltbedingungen im Labor so nach, dass sie denen im Pazifischen Ozean – der Heimat der Korallen – entsprachen. Die Tiere vermehrten sich sexuell, was weltweit erst wenige Male gelang. „Das ist ein großer Schritt für die Korallenforschung in Deutschland“, sagt Dr. Samuel Nietzer, der die Wilhelmshavener Aquarienanlage leitet. Die sexuelle Vermehrung eröffne wichtige neue Forschungsmöglichkeiten – etwa, die Ansiedelung von Korallenlarven und das Wachstum von Jungkorallen gezielt zu untersuchen.

Die verwendeten Acropora-Korallen gehören zur wichtigsten Gattung der Steinkorallen und kommen in natürlichen Korallenriffen sehr häufig vor. Die Hohltiere laichen nur einmal im Jahr. Dabei geben tausende Korallen ihre Eizellen und Spermien gleichzeitig ins Wasser ab. Dieses exakt synchronisierte Massenereignis findet nur unter ganz besonderen Bedingungen statt, was die Vermehrung im Aquarium schwierig macht: Wenn Tageslänge, Mondzyklus und Klimafaktoren nicht genau mit den natürlichen Bedingungen übereinstimmen, produzieren die Korallen keine Nachkommen. Die gängige Methode zur gezielten Vermehrung ist daher bislang die Fragmentierung. Dabei wird eine große Koralle in kleinere Teile gebrochen, die schnell wachsen und in Aquarien oder bei der Riffaufforstung zum Einsatz kommen. Diese Teilkorallen sind genetisch identisch, was sie anfällig gegenüber Umweltveränderungen wie steigenden Wassertemperaturen macht. Sexuell vermehrte Jungtiere könnten widerstandsfähiger sein und sich besser an veränderte Bedingungen anpassen, so die Hoffnung der Experten.

Um die Acropora-Korallen zum Ablaichen zu bringen, betrieben Schupp, Nietzer und ihr Kollege Matthew Jackson einen großen technischen Aufwand. Im Herbst vergangenen Jahres erweiterten sie die Aquarien in Wilhelmshaven mit speziell für diesen Zweck designter Technik, um australische Bedingungen realistisch herzustellen. Dabei simulierten sie sowohl Wasserchemie und Mondzyklen als auch Parameter wie Tageslänge, Beleuchtung und Temperatur. Die Forscher verwendeten Korallen aus Australien, die sie über den Aquaristik-Handel bezogen hatten. Pünktlich zum erwarteten Termin – etwa eine Woche nach Vollmond im Dezember – war es so weit: Die Korallen gaben gleichzeitig ihre Eier und Spermien ins Wasser ab. Die Keimzellen stiegen zur Oberfläche, wo Nietzer und Jackson sie einsammelten. Die Forscher mischten jeweils Eier und Spermien aus unterschiedlichen Korallenkolonien, um eine möglichst große genetische Vielfalt bei den Jungtieren zu erreichen. „Wir haben eine annähernd hundertprozentige Befruchtungsrate erreicht und konnten nach wenigen Tagen rund 50.000 entwickelte Larven zur Ansiedlung bringen“, berichtet Nietzer. Inzwischen seien die größten der überlebenden Nachkommen bereits einen Zentimeter groß.

Mit den hier gewonnenen Larven und Jungkorallen wollen die Forscher nun Faktoren identifizieren, die Ansiedlung und Wachstum der Korallen fördern. Aber auch Umwelteinflüsse wie Meeresverschmutzung stehen im Fokus der Forschung. „Wir gehen davon aus, dass durch neue Erkenntnisse und Methoden bei der Aufzucht in Zukunft große Mengen an Jungkorallen gezüchtet und die dabei entwickelten Methoden beispielsweise bei der Riffaufforstung an geschädigten Riffen und der Korallenforschung eingesetzt werden können“, erklärt Schupp. Zudem falle der große logistische Aufwand weg, für die Gewinnung von Jungkorallen zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Heimat der Korallen reisen zu müssen.

Kontakt
Dr. Samuel Nietzer, E-Mail: samuel.nietzer@uol.de
Prof. Dr. Peter Schupp, E-Mail: peter.schupp@uol.de
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Spracherkennung als Forschungsobjekt

09.04.2021 14:08 Uhr

Prof. Dr. Bernd T. Meyer zu Gast beim Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“

Prof. Dr. Bernd T. Meyer ist am Donnerstag, 15. April, in der vierten Folge des Wissenschaftspodcasts „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ zu Gast. Meyer ist Professor für Kommunikationsakustik an der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg sowie Mitglied im Forschungszentrum Neurosensorik und im Exzellenzcluster „Hearing4all“.

In der aktuellen Podcast-Folge erzählt der Forscher, wie er als Physiker und Informatiker zur Kommunikationsakustik und automatischen Spracherkennung kam. Außerdem thematisiert er, wie komplex und vielfältig Sprache als Forschungsobjekt ist und was für ein persönliches Gut Sprache und Sprachsignale in der Ära von Sprachcomputern sind. Dabei erfährt das Publikum, welchen Einfluss Technologien wie maschinelles Lernen und neuronale Netze bereits auf die technologische Entwicklung haben. Meyer spricht jedoch nicht nur über seine Forschung, sondern auch über amüsante oder ungewöhnliche Erfahrungen aus seinem Leben als Wissenschaftler.

In dem Wissenschafts-Podcast „Hirn gehört: Oldenburger Wissensschnack“ sprechen einmal im Monat Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Region über ihre Projekte, ihre Motivation, ihre beste Story, den größten Misserfolg oder ihr verrücktestes Lieblings-Fachwort. Die Moderation des Podcasts übernehmen Dr. Bianca Brüggen und Jens-Steffen Scherer, die auch den Oldenburger Science Slam moderieren. Koordiniert wird das Ganze aus dem Projekt „Partizipative Wissenschaft für Region, Kultur und Technik“ der Jade Hochschule, welches von der Europäischen Union über EFRE-Mittel und „Europa für Niedersachsen“ gefördert wird.

Weblinks
hirnvomhahn.de/podcast/
uol.de/neurosensorik/aktuelles

Kontakt
Dr. Nina Gaßmann, Tel.: 0441/798-5475, E-Mail: nina.gassmann@uol.de
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Batterien der Zukunft

23.03.2021 18:04 Uhr

Europäische Spitzenförderung: 2,25 Millionen Euro für neue Nachwuchsgruppe am Institut für Chemie

Eine völlig neue Art Batterien herzustellen steht im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Oldenburg. In den kommenden fünf Jahren wird der Chemiker Dr. Dmitry Momotenko ein innovatives dreidimensionales, elektrochemisches Druckverfahren weiterentwickeln und erforschen, mit dem sich Lithium-Ionen-Batterien herstellen lassen. Ziel ist, die Stromspeicher sehr viel leistungsfähiger zu machen und Ladezeiten auf wenige Sekunden zu verkürzen. Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert das Vorhaben NANO-3D-LION mit rund 2,25 Millionen Euro im Rahmen eines sogenannten „Starting Grant“. Mit dieser Förderung unterstützt der ERC exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen möchten.

Mobile elektronische Geräte, elektrische Fahrzeuge oder Robotersysteme benötigen effiziente Stromspeicher. Allerdings ist die Leistung gängiger, wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Batterien aufgrund ihrer Bauweise begrenzt. In dem neuen Projekt forscht Momotenko daher daran, Batterien künftig mit einer 3D-Drucktechnik auf der Nanoskala herzustellen. „Wir freuen uns sehr, dass Dmitry Momotenko sich entschieden hat, seine vom ERC geförderte Forschung an der Universität Oldenburg durchzuführen. Wir erweitern damit unsere Expertise auf dem Gebiet der Elektrochemie um Know-How für die gezielte Manipulationen auf der Nanometerskala“, sagt Prof. Dr. Gunter Wittstock, mit dessen Arbeitsgruppe „Physikalische Chemie - Elektrochemie“ der Nachwuchswissenschaftler künftig eng zusammenarbeiten wird. „Das Vorhaben könnte die bisherige Batterie-Technologie revolutionieren und einen großen Einfluss auf das Design von Hochleistungsbatterien haben“, betont Wittstock.

Die wissenschaftlichen Grundlagen für das neue Forschungsprojekt hat Momotenko während seiner bisherigen Tätigkeit an der ETH Zürich (Schweiz) gelegt. Das Verfahren, mit dem der Chemiker künftig ultrakleine Strukturen für Batterien herstellen möchte, fußt auf drei Schritten: Zunächst entwickelt die Arbeitsgruppe eine entsprechende 3D-Druckplattform. „Herzstück sind hier die von mir entwickelten Druckdüsen mit Öffnungen von nur wenigen Nanometern“, erläutert Momotenko. In einem nächsten Schritt passen die Forscher die Druckplattform für Anwendungen im Nanobereich an. Schließlich wandeln sie mit entsprechenden elektrochemischen Verfahren die gedruckten Metallteile in aktives Elektrodenmaterial um.

„Mit dieser Technik können wir Batterien herstellen, deren Oberfläche tausendfach größer als bei herkömmlichen Modellen ist“, erläutert Momotenko. Die neue Architektur soll es ermöglichen, dass die Batterien eine deutliche höhere Leistung als bisher aufweisen und sich 1000-fach schneller, innerhalb weniger Sekunden, aufladen lassen. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte die 3D-Drucktechnik zudem breite Anwendungen auch in anderen Bereichen finden, beispielsweise für die Entwicklung von implantierbaren Elektroden oder die Herstellung von Biosensoren.

Dr. Dmitry Momotenko, Jahrgang 1987, studierte an der Lomonosov Universität in Moskau (Russland) Chemie und erwarb an der École Polytechniques Fédérale de Lausanne (Schweiz) den Doktortitel. Bereits während seiner Tätigkeit in Lausanne knüpfte der Chemiker im Rahmen einer Projektkooperation erste Kontakte zu der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Gunther Wittstock am Institut für Chemie der Universität Oldenburg. Nach der Promotion war Momotenko mit einem Marie-Curie-Stipendium der Europäischen Union in einer renommierten Arbeitsgruppe an der Universität Warwick (UK) tätig, bevor er an die ETH Zürich wechselte, wo er in einem vom Schweizer Nationalfonds geförderten Projekt wissenschaftliche Vorarbeiten zu dem jetzt bewilligten Vorhaben durchführte.
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Spitzenplatzierung beim „Gründungsradar“

13.03.2021 13:23 Uhr

Universität Oldenburg bundesweit hervorragend bei Existenzgründung und Gründungsförderung

Die Universität Oldenburg hat erneut hervorragend beim „Gründungsradar“ des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft abgeschnitten. In der Kategorie „Große Hochschulen“ erreichte sie den 4. Platz. In der letzten Erhebung 2018 war sie noch den mittelgroßen Hochschulen zugeordnet und hatte dort den Spitzenplatz erreicht. „Nun zeigt sie, dass sie auch bei den großen Hochschulen ganz vorne mit dabei ist“, heißt es in der soeben erschienenen Studie. Unter den 42 großen Hochschulen mit mehr als 15.000 Studierenden liegt die Universität Oldenburg im Gesamtranking nur einige Zehntel Prozentpunkte hinter dem Spitzentrio aus TU München, Hochschule München und Universität Potsdam.

„Die Universität Oldenburg gehört zu den besten Gründerhochschulen Deutschlands – und kann sich im bundesweiten Vergleich selbst mit deutlich größeren Standorten messen. Das bestätigt der aktuelle Gründungsradar, der uns in allen untersuchten Bereichen vorbildliche Leistungen bescheinigt. Ein hervorragendes Ergebnis nicht nur für die Universität, sondern für die gesamte Region“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper.

Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), gratuliert: „Unsere Wirtschaft braucht den Wissenstransfer durch die Universität Oldenburg – auch durch Gründungsunterstützung und die Einbindung in unser regionales Netzwerk aller Förderer von Gründungen. Die Aktivitäten der Universität sind hier goldrichtig, das zeigt die tolle Platzierung beim Gründungsradar. Glückwunsch an die Uni!“

Die Universität und ihr Gründungs- und Innovationszentrum leisten wichtige Starthilfe und legen so den Nährboden für besondere Unternehmungen und Persönlichkeiten – so kommentiert Jörg Waskönig, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Oldenburg (AGV), den Erfolg. Waskönig weiter. „Es wird aber noch viel zu wenig gegründet, hier müssen wir unbedingt am Ball bleiben und junge Menschen unterstützen und motivieren. Es ist auch ein Auftrag an die Politik, jungen Gründern den Markteintritt möglichst unbürokratisch zu erleichtern.“

Der Stifterverband hat die Indikatoren des Gründungsradars im Vergleich zum letzten Ranking überarbeitet, um neueren Entwicklungen in der Gründungsförderung an Hochschulen gerecht zu werden. Insgesamt gibt es nun sechs verschiedene Bausteine. In allen ist die Universität Oldenburg unter den Top 10 zu finden. Besonders gut schnitt sie ab bei der „Gründungsunterstützung“ und bei „Monitoring und Evaluation in der Gründungsförderung“: Hier erreichte sie jeweils Platz eins. Auf Basis dieser Indikatoren erhält die Universität Oldenburg in der soeben erschienenen Studie das Güte-Siegel „Gründungsradar – vorbildliche Leistungen 2020“.

Das Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) des universitären Referats Forschung und Transfer koordiniert und gestaltet die Gründungsförderung an der Universität gemeinsam mit der Professur für Entrepreneurship. Ein wichtiger Baustein ist das im letzten Jahr gestartete Projekt „EXIST-Potentiale“. Die Universität erhält rund zwei Millionen Euro über vier Jahre, um regionale Impulse in der Gründungsunterstützung zu geben. Ziel des Projekts ist es, das bestehende Netzwerk aus Startups zu erweitern und eine „Startup Region Nordwest“ zu etablieren. Das Vorhaben stärkt das regionale Startup-Ökosystem und begleitet akademische Gründerinnen und Gründer noch besser auf ihrem Weg in die Selbständigkeit.

Der Gründungsradar ist ein deutschlandweites Ranking, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und vom Stifterverband in Kooperation mit der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung durchgeführt wird. Bereits zum fünften Mal wurde untersucht, welche Anstrengungen Hochschulen für eine Stärkung der Gründungskultur unternehmen.

Weblinks
uol.de/giz

www.stifterverband.org/medien/gruendungsradar-2020


Kontakt
Janneke Mertens-Fabian, Tel.: 0441/798-5483, E-Mail: janneke.mertens-fabian@uol.de
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Was der Inklusionsprozess für Museen bedeutet

17.01.2016 10:25 Uhr

Öffentlicher Vortrag der städtischen Museumspädagogin Sandrine Teuber an der Universität

Um Inklusion an den städtischen Museen Oldenburgs geht es bei einem öffentlichen Vortrag der Museumspädagogin Sandrine Teuber an der Universität am Dienstag, 19. Januar.  Teuber gehört dem Museumspädagogischen Dienst der Stadt an und beleuchtet – am Beispiel des Horst-Janssen-Museums – die Auswirkungen des kommunalen Inklusionsprozesses auf die Institution Museum. Beginn ist um 18.00 Uhr im Gebäude A08 auf dem Campus Haarentor (Ammerländer Heerstraße 69 / Ecke Haarenfeld, Raum 0-001). 
Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung "Kunst – Pädagogik – Inklusion", die das Institut für Kunst und visuelle Kultur in Kooperation mit dem Institut für Materielle Kultur im laufenden Wintersemester veranstaltet hat. Dahinter steckt die Idee, das Thema Inklusion nicht nur im Hinblick auf die Lehrerbildung zu diskutieren, sondern aus Perspektive der Kunst und Ästhetischen Bildung den grundlegenden gesellschaftlichen Wandel in den Blick zu nehmen, den Inklusion bedeuten könnte.
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