Rubrik Prävention
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26.04.2022, 17:55 Uhr
Von Abwehrkräften und Gemeinsamkeiten
1. Demokratiekonferenz Oldenburg
„Wir können als Gesellschaft und als Einzelne Abwehrkräfte gegen Falschmeldungen entwickeln“, sagte Ingrid Brodnig, Journalistin und Autorin aus Wien in ihrem Vortrag anlässlich der 1. Demokratiekonferenz in Oldenburg. Der Vortrag steht frei zugänglich auf dem Youtube-Kanal von Oeins zur Verfügung. Die Expertin zeigt an aktuellen Beispielen auf, wie Verschwörungsmythen funktionieren und sie gibt praktische Tipps, mit welchen Strategien ihnen begegnet werden kann.

Wie stärken wir die Demokratie in Oldenburg? Über 70 Oldenburger sind der Einladung von Partnerschaften für Demokratie Oldenburg gefolgt und haben diese Frage diskutiert. Ihre Themen reichten vom Umgang mit Desinformation über die Rolle von Lokaljournalismus und digitaler Beteiligung bis zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen, die von Wahlen ausgeschlossen sind. Wichtige Impulse kamen von dem Freiburger Wahlkreis 100%, den Fridays For Future und Expertinnen wie Sarah Thust von CORRECTIV und Peter Gneuß von der Stadt Oldenburg.

„Die Teilnehmenden der 1. Demokratiekonferenz haben gemeinsam nach Antworten gesucht: Was können wir vor Ort tun, um die Demokratie zu stärken“, berichtet Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrat Oldenburg. Der Präventionsrat verantwortet gemeinsam mit dem Amt für Zuwanderung und Integration der Stadt Oldenburg das Projekt Partnerschaften für Demokratie Oldenburg. „Um den lokalen Bezug sicher zu stellen, haben wir gezielt entweder Referenten oder Teilnehmer aus Oldenburger Institutionen für unsere Workshops eingeladen“, ergänzt Aliz Müller, Integrationsbeauftragte der Stadt Oldenburg.

„Wer sich für Demokratie in Oldenburg engagieren möchte, findet hierfür Unterstützung von den Partnerschaften für Demokratie“, macht Lena Wiggers deutlich, die für das Programm die Koordinierung innehat. „Das Programm fördert mit einem Aktions- und einem Jugendfond Projekte in den Handlungsfeldern Demokratie-stärken, Vielfalt-gestalten und Extremismus-vorbeugen.“

Die 2. Demokratiekonferenz Oldenburg wird am 10.12.2022 im Alten Landtag stattfinden. Aktuelle Informationen dazu werden auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen der Partnerschaften für Demokratie Oldenburg veröffentlicht. 
14.04.2022, 10:29 Uhr
1. Oldenburger Demokratiekonferenz
22. April ab 14 Uhr im Alten Landtag – Anmeldung noch möglich
Hoffentlich kommt nicht wieder etwas dazwischen: Am 22. April 2022 um 14 Uhr beginnt im Alten Landtag die erste Oldenburger Demokratiekonferenz. Sie ist Teil des Projektes „Partnerschaften für Demokratie Oldenburg“, das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Eigentlich sollte sie bereits am 10 Dezember stattfinden, dem Tag der Menschenrechte, aber dann machte Corona einen Strich durch die Rechnung.

Der Integrationsbeauftragten der Stadt, Aliz Müller, Integration und und Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates, konnten „Partnerschaften für Demokratie“ im vergangenen Jahr nach Oldenburg holen. Das Projekt soll Bürgerschaften stärken und Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung bekannter machen.

Drei Bausteine dienen diesem Ziel, erläutert Aliz Müller: „Zum ersten ein Aktionsfond mit einer Höhe von 40.000 Euro pro Jahr, mit dem Projekte in der Stadt gefördert werden. Anträge können bei der Koordinierungsstelle eingereicht werden, die auch berät. Ein Begleitausschuss entscheidet schließlich über die Vergabe von Mitteln.“ Zum zweiten, so Müller weiter, gebe es einen Jugendfond, der pro Jahr 10.000 Euro bereit stelle. „Hier können und sollen die Jugendlichen selbst entscheiden, was ihnen wichtig ist, und entsprechend Anträge formulieren.“ Der dritte Baustein ist eine jährliche Demokratiekonferenz, die eigentlich jeweils für den 10. Dezember vorgesehen ist. Neben Workshops und einem Vortrag bietet sich die Veranstaltung auch als eine Art Kontaktbörse an.

„Das Projekt ist für die Kommune sehr wichtig, weil einerseits das Interesse an Beteiligung gewachsen ist und die Gesellschaft andererseits in mehreren Hinsichten diverser geworden ist. Wir müssen versuchen, alle zu erreichen. Das kann uns zum Beispiel über eine Reihe von Formaten und Plattformen gelingen“, sagt Aliz Müller.

„Demokratie kommt nicht von selbst, das haben vor allem die letzten Jahre gezeigt“, ergänzt Eckhard Wache, Vorsitzender des Präventionsrats Oldenburg. „Aus seinem Selbstverständnis heraus will der PRO eine Streitkultur vermitteln, in der Meinungsverschiedenheiten ausgetragen werden können und andere Meinungen ausgehalten werden, damit ein friedvollen Miteinander möglich ist. ‚Partnerschaften für Demokratie‘ und auch die Demokratiekonferenz passen da gut in unser Portfolio.“

Die 1. Oldenburger Demokratiekonferenz am 22. April bietet zunächst zwei Durchgänge mit jeweils vier Workshops an. Den Abschluss bildet um 19:00 Uhr ein Vortrag der Journalistin Ingrid Brodnig, die per Videokonferenz aus Wien zugeschaltet wird. Sie spricht über die Verbreitung von Falschmeldungen und Verschwörungstheorien. Dieser Vortrag wird live von Oeins übertragen.

Weitere Informationen zu den Workshops, der Veranstaltungsflyer und Anmeldungsmöglichkeit sind unter https://partnerschaft-fuer-demokratie-oldenburg.de/demokratiekonferenz zu finden.
08.04.2022, 16:02 Uhr
Die Notfalldose in der Kühlschranktür
Wichtige Informationen für die Lebensrettung
Ein typisches Szenario: Die Rettungssanitäter haben einen Notruf bekommen. In der Wohnung angekommen, finden sie eine ältere Frau vor, die mittlerweile kaum noch ansprechbar ist. Nun gilt es, blitzschnell herauszufinden, was der Patientin fehlt. Die Frau lebt allein, so dass niemand zu ihrem Gesundheitszustand befragt werden kann.

 „In solchen Fällen kann die Notfalldose äußerst hilfreich sein", sagt Eckhard Wache, Vorsitzender des Präventionsrat Oldenburg (PRO), „sie ermöglicht es Rettungsdiensten, sehr schnell sehr wichtige Informationen des Notfallpatienten zu finden. Das Projekt passt hervorragend zu unserem Engagement für Prävention.“ 
Die Dose steht in der Kühlschranktür, denn der Kühlschrank ist ein zentraler Ort, den es in so gut wie jedem Haushalt gibt. „Den Hinweis auf die Dose erhalten die Rettungsdienste schon an der Wohnungstür“, erläutert Peter List, Leiter des AK Senioren im PRO. „Dort ist auf der Innenseite ebenso wie an der Kühlschranktür ein Aufkleber zur Notfalldose angebracht.“ In der grün-weißen Notfalldose befindet sich ein Zettel mit den wichtigsten Informationen für den Fall, dass der Patient oder dessen Angehörige selbst nicht in der Lage sind, Auskunft zu geben. Auf diesem Zettel sind die für den Notfall relevanten Informationen eingetragen: Blutgruppe, Allergien, chronische Krankheiten, gravierende Vorkommnisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall und weiteres. 

Der Arbeitskreis Senioren des Präventionsrates kümmert sich seit 2018 um die Notfalldose in Oldenburg. Er möchte auch weiterhin diese schnelle Hilfe ermöglichen. Peter List informierte die Feuerwehr, die ihrerseits die Rettungsdienste im Raum Oldenburg verständigt hat. Diese wissen, dass sie nach dem Aufkleber Ausschau halten müssen, um im nächsten Schritt wichtige Informationen für eine Notfallbehandlung zu erlangen. „Die Nachfrage nach der Notfalldose ist Anfang des Jahres wieder stark gestiegen“, so Peter List.“ Wir sind froh, dass wir hier über den Präventionsrat tätig werden können und mit dem Bürger- und Ordnungsamt einen sehr guten Partner haben.“

„Wir geben die Notfalldose gerne weiter, sie stellt einen wichtigen und manchmal lebensrettenden Schutz dar“ sagt Michael Lorenz, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes und ergänzt, „wir wünschen uns, dass sich dauerhaft weitere Unterstützer finden, die die Notfalldose vertreiben. Vielleicht kann die Notfallmappe hier als gutes und bewährtes Beispiel dienen.“ 

Die in Oldenburg vom Versorgungsnetz Gesundheit herausgegebene Notfallmappe ist über Buchhandlungen, Apotheken und weitere Einrichtungen erhältlich. Notfallmappe und Notfalldose ergänzen einander gut, denn die Notfallmappe enthält weitergehende wichtige Informationen.

Die Notfalldosen sind für 2,-€ pro Stück erhältlich
- im Bürgerbüro Mitte, Pferdemarkt 14, an der Information. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Mittwoch von 8:00 Uhr bis 15:30 Uhr, Donnerstag von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr und Freitag von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr.
- im Präventionsrat, Rosenstraße 41, erhältlich. Abgabe nur nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter 235 2843.
		
Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.notfalldose.de/
https://www.notfallmappe-ol.de/
26.11.2021, 09:40 Uhr
Die „Rote Bank“ im Stadtteil Dietrichsfeld
Diese Bank soll keine gewöhnliche Bank sein. Diese Bank steht für Solidarität und Respekt für die Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Um auf das Thema aufmerksam zu machen und Menschen hierfür zu sensibilisieren, wurde das Projekt „La Panchina rossa“ (= „Die Rote Bank“) 2016 in Perugia, Italien gestartet. Hiermit sollte ein Denkmal gesetzt werden für alle Frauen, die Gewalt durch ihre Partner oder Ex-Partner erleben oder erlebt haben. Die Rote Bank ist bereits in vielen verschiedenen Ländern aufgestellt worden und längst ein Symbol gegen Gewalt an Frauen. 

Am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, hat auch Oldenburg eine Rote Bank bekommen, genauer gesagt der Stadtteiltreff Dietrichsfeld, in dem auch das Projekt „Stadtteile ohne Partnergewalt“ (StoP Oldenburg) angesiedelt ist. 

„Bedingt auch durch die Einschränkungen sozialer Kontakte durch die Corona-Pandemie ist die Beratungsnachfrage in Fällen von häuslicher Gewalt um 20 Prozent angewachsen“, sagt Christian Fritsch, Leiter des Fachdienstes Jugend- und Gemeinwesenarbeit der Stadt Oldenburg. „Das ist ein Grund mehr, auf dieses Problem hinzuweisen.“

„Allein in diesem Jahr sind in Deutschland 114 Frauen in Folge von Partnergewalt zu Tode gekommen, und wir wollen mit dieser Roten Bank ein Zeichen setzen“, so Meike Plewa, eine von zwei Ansprechpartnerinnen für das StoP-Projekt. „Dafür haben wir uns Unterstützung von den Jugendlichen der Oldenburger Jugendwerkstatt der Volkshochschule geholt, die für uns diese wunderbare rote Bank handgefertigt haben. An dieser Stelle möchten wir noch einmal ein großes Dankeschön an die Jugendlichen aussprechen.“

„Die aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2020, die das Bundeskriminalamt nun veröffentlicht hat, zeigen deutlich, wie notwendig es ist, auf das Thema aufmerksam zu machen“, ergänzt ihre Kollegin Isabel Rein. „Die Zahl der angezeigten Fälle von Partnerschaftsgewalt ist im Vergleich zu 2019 um 4,9 Prozent gestiegen.“

Nach wie vor sind mit 80,5 Prozent Opfer von Partnerschaftsgewalt überwiegend weiblich, während etwa 79 Prozent der Tatverdächtigen männlich sind. Allerdings handelt es sich bei diesen Zahlen ausschließlich um angezeigte Fälle. Die Dunkelziffer liegt im Bereich Partnerschaftsgewalt vermutlich deutlich höher. Denn viele Straftaten ereignen sich im Privaten. Gewalt allerdings ist keine Privatsache. 

Darum ist es so wichtig, dass wir aufeinander achten und besonders in der Nachbarschaft aufmerksam sind und so gegebenenfalls schneller einschreiten können. Das ist die Idee von StoP. Da eine gut aufgeklärte Nachbarschaft besonders wirksam sein kann, um Gewalt zu reduzieren oder lebensgefährliche Gewalt zu verhindern. 
25.11.2021, 18:10 Uhr
Aktion Brötchentüte: Gewalt kommt nicht in die Tüte!
Zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November starten der Präventionsrat Oldenburg (PRO) und das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg gemeinsam mit Oldenburger Bäckereien in 98 Filialen die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“.

Die leuchtend orangenen Brötchen-Tüten enthalten das deutliche Statement gegen Gewalt. Auf der Rückseite führt ein QR-Code zu Hilfe- und Unterstützungskontakten in Oldenburg und der Region. Zudem liegen Flyer mit zusätzlichen Informationen in den Bäckereien aus.

Die Aktion soll sensibilisieren und informieren. „Wer weiß, wo es Unterstützung gibt, holt sie sich auch eher – sei es für sich oder für andere“ begründet Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrat Oldenburg, die Aktion.

„In Deutschland erlebt eine von vier Frauen in ihrem Leben Gewalt. Trotz der viel zu vielen Fälle ist es nach wie vor ein Tabuthema, das müssen wir ändern“ unterstreicht Renate Vossler aus dem Gleichstellungsbüro die Bedeutung der Aktion.

„Oftmals sind auch Kinder von der Gewalt mitbetroffen, sie darf nicht als Privatsache missverstanden werden“, ergänzt Blinzler.

Dank der Unterstützung durch zahlreiche Oldenburger Bäckereien sowie Bäckereien im Umland und der Bäko heißt es an diesem 25. November: Gewalt kommt nicht in die Tüte – nicht an diesem und auch an keinem anderen Tag im Jahr.
23.11.2021, 19:57 Uhr
Hinsehen hilft – Schluss mit Schweigen
Gewalt an Frauen: Plakataktion in VWG-Bussen macht Hilfetelefon bekannt
Wer in den nächsten Wochen die Busse der VWG nutzt, kommt daran nicht vorbei: Mit acht verschiedenen Plakatmotiven rückt das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg das Thema Gewalt an Frauen in den Fokus. Gleichzeitig wird damit auf das bundesweite Hilfetelefon für Betroffene (Telefonnummer 08000 116 016) aufmerksam gemacht. Seit dem 22. November (bis zum 12. Dezember) hängen die prägnanten Plakate mit dem Motto „Aber jetzt rede ich“ in den Bussen. „Von Gewalt kann jede Frau betroffen sein, unabhängig vom Bildungsstand, Alter oder kulturellen Hintergrund“, sagt Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Uns war es wichtig, verschiedene Motive auszuwählen, um Frauen verschiedener Hintergründe anzusprechen und zu motivieren, sich Unterstützung zu holen.“

Der Anlass
Der Kampagnenzeitraum umschließt den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November und den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember, an dem auch der Friedensnobelpreis verliehen wird. Während dieser 16 Tage wird international für die Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen sensibilisiert und für eine Verbesserung der Situation gewaltbetroffener Mädchen und Frauen gekämpft – auch in Oldenburg.

Die Kampagne
Die Plakat-Kampagne verzichtet bewusst darauf, Gewalt bildlich darzustellen. Dennoch ist diese präsent: in prägnanten, vorwurfsvollen, verharmlosenden Aussagen, mit denen sich viele gewaltbetroffene Frauen konfrontiert sehen. „Du hast es nicht anders verdient“, „Du gehörst mir“ oder „Dir glaubt doch eh keiner“: Sätze wie diese zielen darauf ab, betroffenen Frauen die Schuld zu geben für das, was ihnen widerfährt, sie zu entmutigen, einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Doch die abgebildeten Frauen haben eine starke, entschlossene Antwort: „Aber jetzt rede ich“. Und zwar beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Hier hören die speziell geschulten Fachkräfte zu und suchen gemeinsam mit der Hilfesuchenden nach Lösungen.

Unterstützt wird die Aktion auch von Johanna Reimann: Die Koordinatorin gegen geschlechtsspezifische Gewalt hat Mitte September ihre Arbeit aufgenommen, um in Oldenburg Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen und Häusliche Gewalt zu initiieren. „Kampagnen wie diese sind ein wichtiger Bestandteil der Sensibilisierung, um auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam zu machen und betroffene Frauen dazu zu ermutigen, sich Hilfe zu holen“, betont Johanna Reimann. „Die Plakate zeigen: Sie sind nicht allein!“

„Das eigene Zuhause ist immer noch der gefährlichste Ort für Frauen und Mädchen. Umso wichtiger sind öffentlichkeitswirksame Aktionen wie die Plakataktion in den VWG-Bussen, die auf das Hilfesystem verweist und Frauen ermutigt, sich Hilfe zu holen“, unterstreicht Anja Kröber vom Autonomen Frauenhaus die Bedeutung solcher Aktionen.

Das Hilfetelefon
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ richtet sich an gewaltbetroffene Frauen, Personen aus ihrem sozialen Umfeld sowie an Fachkräfte und berät zu allen Formen von Gewalt – ob Gewalt in der Partnerschaft, sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel. Über 80 qualifizierte Beraterinnen helfen unter der Telefonnummer 08000 116 016, per E-Mail sowie im Sofort- oder Termin-Chat auf www.hilfetelefon.de – kostenlos, anonym und vertraulich. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen Betroffene an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Das bundesweite Angebot ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Bei Bedarf kann die Beratung in 17 Fremdsprachen sowie in Gebärdensprache und in Leichter Sprache erfolgen. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt.
28.10.2021, 11:34 Uhr
Oldenburg macht mit: „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“
Nachbarschaften positionieren sich gegen häusliche Gewalt
Gemeinsam gegen Partnergewalt: Das ist das erklärte Ziel der StoP-Projekte, die im deutschsprachigen Raum als Anlaufstelle dienen und auf dieses in allen sozialen Schichten auftretende Problem deutlich aufmerksam machen wollen. Seit dem 1. Juli ist auch Oldenburg dabei: Im Stadtteiltreff Dietrichsfeld beraten zwei Mitarbeiterinnen Hilfesuchende, Interessierte sowie Nachbarinnen und Nachbarn, was zu tun ist, wenn ein Verdacht besteht oder es bereits zur häuslichen Gewalt gekommen ist. Aber ihre Arbeit bewirkt noch mehr: Das Herzstück des Projekts sind Treffen mit Nachbarinnen und Nachbarn, mit denen gemeinsam Aktionen organisiert und durchgeführt werden.


„Wichtig ist es, für das Thema Partnergewalt zu sensibilisieren und darüber aufzuklären“, weiß Dr. Frank Lammerding, Leiter des Amtes für Jugend und Familie bei der Stadt Oldenburg. „Nachbarschaften sollen mit Hilfe des Projekts animiert werden, sich aktiv gegen Gewalt an Frauen zu positionieren und zu engagieren.“ Schließlich ist in Deutschland immer noch jede dritte Frau von Gewalt betroffen. Und er stellt klar: „Gewalt ist keine Privatsache.“


Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg begrüßt die nun erfolgte Umsetzung des niedrigschwelligen Präventionsprojektes „Stadtteile ohne Partnergewalt“: „Die Aktivierung und Sensibilisierung der Nachbarschaft sind wichtige Bausteine, um häuslicher Gewalt präventiv zu begegnen. Wir freuen uns sehr über das Engagement des Stadtteiltreffs Dietrichsfeld, als erster Stadtteil in Oldenburg das StoP-Projekt umzusetzen.“


Das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ wurde von Professorin Dr. Sabine Stövesand entwickelt. Aktuell gibt es zehn StoP-Projekte in Deutschland, sieben in Österreich und eines in der Schweiz. Neben Braunschweig ist Oldenburg die zweite Stadt in Niedersachsen, die mitmacht. Die Stadt Oldenburg finanziert das Projekt für drei Jahre mit Sachmitteln, Personalstunden und berufsbegleitenden Fortbildungen. Jährlich sind dafür rund 60.000 Euro eingeplant.


Interessierte sind alle 14 Tage mittwochs um 14.30 Uhr herzlich eingeladen, in den Stadtteiltreff zu kommen. Ab dem 28. Oktober findet wöchentlich um 9.30 Uhr ein Frühstück mit Kinderbetreuung in den Räumlichkeiten statt. Koordinatorinnen des StoP-Projekts im Stadtteiltreff Dietrichsfeld sind Meike Plewa und Isabel Rein, die regelmäßig im Stadtteil unterwegs sind, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Betroffene und Interessierte können sich bei ihnen telefonisch unter 0160 92859792 oder per E-Mail an stopoldenburg@stadt-oldenburg.de melden.

Das StoP-Projekt ist eine von vielen Maßnahmen aus dem „Kommunalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt“, die in den kommenden Monaten und Jahren sukzessive umgesetzt werden sollen. Nähere Informationen zum Aktionsplan unter www.oldenburg.de/gleichstellung.
26.10.2021, 16:50 Uhr
1000,– € für das Präventionsprogramm Lions Quest
Am Freitag, den 15.10.2021, übergab die expertum Niederlassung Oldenburg eine Spende über 1.000 Euro an den Förderverein Präventionsrat Oldenburg e.V., um das Präventions-Jugendprogramm „Lions-Quest“ zu unterstützen. Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg e.V. unterstützt und fördert im Zusammenspiel mit den Oldenburger Lions Clubs dieses Präventionsprogramm, das laut expertum genau die Kernkompetenzen fördert, die fit für den Übergang ins Berufsleben machen.
01.10.2021, 16:16 Uhr
Fair speech – gemeinsam gegen Hass im Internet
Der Präventionsrat Oldenburg lädt zu Online-Veranstaltungen ein
Gewaltandrohungen und Beleidigungen über digitale soziale Medien sind zum Alltag geworden. Wenn Ratsmitglieder und für das Gemeinwohl Engagierte, z.B. in Rettungsdiensten, Anfeindungen und Hass im Internet ausgesetzt sind, kann das Folgen für uns alle haben. Wer möchte sich einem zeitraubenden Ehrenamt stellen, wenn man außerdem angefeindet und bedroht wird. Reaktionen auf Hass im Netz sind wichtig, denn auf das Ehrenamt sind wir sowohl für eine funktionierende Demokratie als auch für den Zusammenhalt in der Gesellschaft angewiesen.

Was man tun kann, wie man sich selbst schützen und andere stärken kann, wird in den Online-Angeboten gezeigt, die der Präventionsrat Oldenburg anbietet. Die Beratungsstelle Hate Aid zeigt Strategien gegen den Hass im Netz, der Referent von „Der goldene Aluhut e.V.“ klärt über Verschwörungserzählungen auf und zeigt, was man tun kann, wenn eigene Angehörige oder Freunde „seltsame Dinge“ glauben. 

Die Kampagne „Fair-Speech – gemeinsam gegen Hass“ bringt zu weiteren Themen Licht ins Dunkel. In den Online-Veranstaltungen werden Handlungsmöglichkeiten für alle Bürger*innen genannt. 

Ausführliche Programminformationen mit allen Angeboten sowie die Zugangslinks zu den Veranstaltungen oder zur Anmeldung sind unter www.praevention-im-nordwesten.de
zu finden. 

Die nächsten Termine:

Dienstag 05.10.21 von 18:00 bis 19:30 Uhr, Hate Aid, Beratungsstelle für Betroffene von digitaler Gewalt

Dienstag 12.10.21 von 19:30 bis 21:00 Uhr, Verschwörungserzählungen, „Der goldene Aluhut e.V.“ 

Freitag 15.10.21 von 17:00 bis 20:00 Uhr, Workshop „Rechte Parolen gekonnt kontern“
14.09.2021, 19:04 Uhr
Fair Speech – gemeinsam gegen Hass
Präventionsräte im Nordwesten laden zu Online-Veranstaltungen ein – Auftaktveranstaltung am 15. September
Ein Vortrag von Sebastian Bukow, Heinrich-Böll-Stiftung, eröffnet am Mittwoch, 15.09. um 17:00 Uhr die Veranstaltungsreihe. Bukow ist Mitverfasser der Studie „Beleidigt und bedroht – Arbeitsbedingungen und Gewalterfahrungen von Ratsmitgliedern in Deutschland“. Anschließend folgt ein Gespräch mit Oldenburgs Finanzdezernentin Dr. Julia Figura, Loxstedts Bürgermeister Detlef Wellbrock und Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann. Ministerpräsident Stephan Weil meldet sich im Rahmen der Veranstaltung mit einer Videobotschaft zu Wort.

Registrieren kann man sich für die Auftaktveranstaltung bis 5 min vorher unter: https://tinyurl.com/4ms69jdz und dann problemlos teilnehmen.

Die Veranstaltung wird auch aufgezeichnet. Alle Informationen und Links zu den Veranstaltungen, zur Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung sowie zur Podcast-Reihe zum Thema werden nach und nach auf www.praevention-im-nordwesten.de eingestellt.

Weitere zehn Online-Angebote finden bis zum 14. Dezember 2021 statt. Am Donnerstag, 16. September, startet im Rahmen der Kampagne eine dreiteilige Podcast-Serie zum Thema „Drohungen und Gewalt gegen Kommunalpolitiker*innen“. In den  Sendungen kommen Betroffene sowie Fachleute aus Beratungsstellen, von Polizei und Staatsanwaltschaft zu Wort. Es folgen Workshops, Vorträge und informative Beiträge. Bei einigen Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und somit eine Anmeldung erforderlich.
 
Ausführliche Programminformationen mit allen Angeboten sowie die Zugangslinks zu den Veranstaltungen sind unter www.praevention-im-nordwesten.de zu finden. Informationen gibt es auch bei Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Oldenburger Präventionsrats, unter Telefon 0441-235 3611 oder per E-Mail an praeventionsrat@stadt-oldenburg.de.

Zum Hintergrund
Hass kann viele Gesichter haben. Eine stark zunehmende Form von Hass sind Anfeindungen in sozialen Medien gegen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren. Mit der Kampagne „Fair speech – gemeinsam gegen Hass“ startet jetzt eine vom Landespräventionsrat Niedersachsen geförderte Kampagne, für die Ministerpräsident Weil die Schirmherrschaft übernommen hat.

Organisiert wird die Kampagne von den Präventionsräten Oldenburg, Loxstedt und Verden. Durchgeführt wird sie von insgesamt dreizehn Präventionsräten im Nordwesten Niedersachsens. „Mit der Kampagne werden wir die Aufmerksamkeit auf das Thema Hass und Falschinformationen in den sozialen Medien lenken, dass neben den ehrenamtlichen Politikern auch andere engagierte Bürger betrifft“, sagt Eckhard Wache, Vorsitzender des Präventionsrats Oldenburg, und ergänzt: „Wenn wir dem Hass und den Bedrohungen nicht etwas entgegensetzen, kann das ernsthafte Folgen für unsere Demokratie haben. Wer möchte sich für ein kommunales Mandat engagieren, wenn er solchen Verhaltensweisen ausgesetzt ist?“

„Dass wir die Kampagne im Verbund durchführen, verleiht uns für das Thema eine größere Wirksamkeit und ist damit stark im Interesse der Betroffenen“, begründet Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates die Bedeutung des Netzwerks. „Es wird bis Ende des Jahres elf Online-Veranstaltungen geben.“
10.09.2021, 14:49 Uhr
Ein intensives Jahr der Prävention
Rückblick und Ausblick in der Mitgliederversammlung des Präventionsrat Oldenburg
Am 08.09.21 haben die Vorstände des Präventionsrates und des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg in der Alten Fleiwa gemeinsam mit den Mitgliedern auf 2020 zurückgeschaut. Während ganz Oldenburg mit Präventionsmaßnahmen wegen des Virus beschäftigt war, haben zahlreiche Ehrenamtliche und Fachkräfte in 19 Projekten und acht Arbeitskreisen die Gewalt- und Kriminalitätsprävention engagiert umgesetzt. „Dabei mussten auch wir unsere Arbeit zum größeren Teil in digitale Räume verlegen“, so Eckhard Wache, Vorsitzender des Präventionsrat Oldenburg. „Das ist dank ehrenamtlicher Unterstützung sehr gut gelungen. So konnte beispielsweise der 15. Oldenburger Präventionstag trotz Kontaktsperren angeboten werden und war mit 150 Teilnehmern sehr gut besucht.“ Der Vorstand des Fördervereins war in seinem Engagement für das Fundraising zwar ausgebremst, weil mehrere Veranstaltungen für den guten Zweck abgesagt werden mussten. „Dank unserer Mitglieder und einiger Spender, die unserem Einsatz für Prävention sehr verbunden sind, konnten wir aber auch 2020 den Anträgen für Präventionsmaßnahmen gerecht werden“, so Bernd Weber, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Die Vorstandsmitglieder Harald Lesch und Thomas Rieckhoff haben den Finanzbericht gegeben und die Satzungsänderung erläutert. Die Mitglieder sind dem Vorschlag des Vorstands für die Satzungsänderung gefolgt, da diese auch virtuelle Versammlungen möglich macht. „Unsere Absicht ist dies auch künftig nicht, aber wir müssen auf Ausnahmesituationen eingestellt sein“, so Thomas Rieckhoff im Gespräch mit den Mitgliedern.

Geschmerzt hat der Ausfall der Jubiläumsfeier zu 20 Jahren PRO. „Da war es gut, dass man in Hannover an uns gedacht hat. Die Statements zu 20 Jahren PRO seitens unseres Ministerpräsidenten, des Innenministers und der Justizministerin sowie weiterer Persönlichkeiten haben uns stark im Engagement bestärkt“, waren sich Eckhard Wache und Bernd Weber einig. Mit dem Jubiläumsjahr hat sich der PRO das Thema „Demokratie“ zum Schwerpunkt gesetzt und wird dies auch weiterführen. „Da passt es hervorragend, dass die Stadt Oldenburg für „Partnerschaften für Demokratie“ den Zuschlag bekommen hat und dies Projekt gemeinsam mit dem PRO umsetzen wird“, ergänzte Eckhard Wache in seinem Ausblick auf das nächste Jahr. 
20.07.2021, 20:51 Uhr
»Lügengeschichten aus dem Internet«
6. Vortrag der Online-Reihe des PRO
Der 6. Online Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema „Lügengeschichten aus dem Internet“.

Der Diplom Pädagoge Jens Wiemken setzt sich mit diesem Thema auseinander. Kinder und Jugendliche haben heute via Internet Zugriff auf unzählige Informationsquellen. Darunter auch solche mit schwer zu überprüfenden Inhalten. Das hat negative Auswirkungen immer dann, wenn falsche Nachrichten, manipulierte Bilder, sogenannte „Hoaxes“ und Kettenbriefe gelikt, weitergeleitet und für wahr gehalten werden. Dann gerät die Meinungsbildung auf die schiefe Bahn. Kinder und Jugendliche, die in ihren ersten Phasen von Welt- und Wahrheitsfindung stecken, brauchen eine gesunde Skepsis gegenüber der„Quelle Internet“. Einen Einblick in die Arten und Formen der Lügengeschichten und wie sie gemeinsam mit Eltern und Schule überprüft werden können, wird dieser Vortrag aufzeigen.

Detail-Informationen sind im zugehörigen Flyer zu finden. 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Link zum Vortrag ist am Veranstaltungstag auf der Webseite des PRO zu finden.
09.07.2021, 14:12 Uhr
Präventionskampagne zum Schutz vor Betrügern
Mit einer ungewöhnlichen Kampagne will die Oldenburger Polizei besonders ältere Menschen vor Betrügern schützen.

Mit Enkeltrick, dem Einsatz falscher Polizeibeamte, Schockanrufen und vielen weiteren Variationen von dreisten Betrugsmaschen versuchen es Täter immer häufiger, ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger hereinzulegen und teilweise sehr hohe Bargeldbeträge zu erbeuten.

Auf diese Weise ist im Zuständigkeitsbereich der Inspektion (Stadt Oldenburg und Landkreis Ammerland) im Jahr 2020 ein Schaden von über 120.000 Euro entstanden.

Die Taten laufen dabei stets nach demselben Schema ab: Die Betrüger nehmen telefonisch Kontakt mit ihren potentiellen Opfern auf und konfrontieren sie mit einer frei erfundenen Bedrohungssituation. Den gutgläubigen Opfern wird dabei suggeriert, dass sie das Problem nur durch die Zahlung einer meist hohen Geldsumme lösen könnten. Im weiteren Verlauf der Gespräche werden die Angerufenen dann aufgefordert, das Geld vom Bankkonto oder aus einem Depot abzuheben und persönlich an einen Boten zu übergeben.

Die Möglichkeiten von Bankmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, im Rahmen der Kundengespräche derartige Betrügereien zu verhindern, sind durchaus begrenzt. Selbst wenn ihr Misstrauen geweckt ist, handelt es sich um Kunden, die selbstbestimmt ein Konto führen. Dennoch leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreditinstitute oft gute Präventionsarbeit. Etliche Taten konnten schon durch geschickt geführte Kommunikation im Rahmen der Geldabhebung bekannt und verhindert werden. Leider gelingt es den Tätern aber immer wieder, die Opfer durch konkrete Handlungsanweisungen so zu instruieren, dass den Bankmitarbeitern keine Anhaltspunkte für eine bevorstehende Straftat mitgeteilt werden. Die rhetorisch oft sehr geschickten Betrüger setzen ihre Opfer in sehr kurzer Zeit massiv unter Druck. Der Einfluss der Täter reicht so weit, dass die Betrogenen sogar bei ihrem Kreditinstitut Lügen über den Grund für die Abhebung erzählen sollen und dies auch tun. In diesen Fällen kommt es immer noch zu vollendeten Betrugsstraftaten. Geschädigte sprechen im Nachhinein oft von einer Art Gehirnwäsche, die bei ihnen innerhalb kürzester Zeit am Telefon erzeugt wurde

Genau an dieser Stelle setzt die Kampagne der Polizei Oldenburg an: Mit bedruckten Briefumschlägen, in denen die Geldscheine ausgehändigt werden, sollen die Kunden auf eine mögliche Betrugstat aufmerksam gemacht werden. Die Umschläge wurden vom Präventionsteam der Polizei bereits an die hiesigen Bank- und Sparkassenfilialen verteilt.

Die fettgedruckte Botschaft auf der Vorderseite der Umschläge ist unmissverständlich: "Vorsicht Betrugsgefahr", heißt es auf der Vorderseite des Umschlags. Auf der Rückseite findet sich eine Checkliste mit sechs Fragen. Dem Leser wird damit deutlich gemacht, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer eines Betrugsdeliktes geworden ist, wenn er mindestens zwei dieser sechs Fragen mit "Ja" beantworten kann. In einem solchen Fall wird der Kunde mit deutlichen Worten aufgefordert, umgehend den Notruf der Polizei - 110 - zu wählen. Die Polizei hofft, mit dieser Botschaft eine Tat noch im letzten Moment verhindern und die Betroffenen vor einem hohen finanziellen Schaden bewahren zu können.


Die Fragen auf dem Umschlag lauten im Einzelnen:

1. Haben Sie den Geldbetrag abgehoben, weil Sie angerufen worden sind?

2. Sollen Sie das Geld noch heute übergeben?

3. Hat der Anrufer Ihnen verboten, über den wahren Zweck der Abhebung zu sprechen?

4. Hat sich der Anrufer als Familienangehöriger, Polizist, Arzt, Notar, Richter, etc. ausgegeben?

5. Sollen Sie das Geld an eine unbekannte Person übergeben?

6. Sollen Sie etwas überweisen oder eine Geldwertkarte kaufen?


Die Idee des Briefumschlages konnte angelehnt an ein Projekt der Polizei Nordrhein-Westfalen u.a. für den Bereich der Polizeiinspektion Stadt Oldenburg/Ammerland übernommen werden. Sie ist ein weiteres Puzzleteil im Kampf gegen Anrufer aus Callcentern, die sich als Ärzte, Bankmitarbeiter, Polizisten, Rechtsanwälte, Richter oder Staatsanwälte ausgeben und erfundene Geschichten über Angehörige erzählen, die u.a. schwer erkrankt oder in einen Unfall verwickelt sind und angeblich nur mit viel Geld vor dem Tod oder dem Gefängnis bewahrt werden können.

Übernommen und aufbereitet wurde die Kampagne für den Bereich der Stadt Oldenburg von Kriminaloberkommissar Carsten Vogt sowie für den Landkreis Ammerland von Kriminalhauptkommissar Michael Schröder.


Beide stehen Ratsuchenden bei Präventionsfragen zur Verfügung:

KOK Carsten Vogt: Telefon 0441/790-4112 (Stadt Oldenburg)

KHK Michael Schröder: Telefon 04488/833-124 (LK Ammerland)