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Prävention

Fair speech – gemeinsam gegen Hass im Internet

01.10.2021 16:16 Uhr

Der Präventionsrat Oldenburg lädt zu Online-Veranstaltungen ein

Gewaltandrohungen und Beleidigungen über digitale soziale Medien sind zum Alltag geworden. Wenn Ratsmitglieder und für das Gemeinwohl Engagierte, z.B. in Rettungsdiensten, Anfeindungen und Hass im Internet ausgesetzt sind, kann das Folgen für uns alle haben. Wer möchte sich einem zeitraubenden Ehrenamt stellen, wenn man außerdem angefeindet und bedroht wird. Reaktionen auf Hass im Netz sind wichtig, denn auf das Ehrenamt sind wir sowohl für eine funktionierende Demokratie als auch für den Zusammenhalt in der Gesellschaft angewiesen.

Was man tun kann, wie man sich selbst schützen und andere stärken kann, wird in den Online-Angeboten gezeigt, die der Präventionsrat Oldenburg anbietet. Die Beratungsstelle Hate Aid zeigt Strategien gegen den Hass im Netz, der Referent von „Der goldene Aluhut e.V.“ klärt über Verschwörungserzählungen auf und zeigt, was man tun kann, wenn eigene Angehörige oder Freunde „seltsame Dinge“ glauben. 

Die Kampagne „Fair-Speech – gemeinsam gegen Hass“ bringt zu weiteren Themen Licht ins Dunkel. In den Online-Veranstaltungen werden Handlungsmöglichkeiten für alle Bürger*innen genannt. 

Ausführliche Programminformationen mit allen Angeboten sowie die Zugangslinks zu den Veranstaltungen oder zur Anmeldung sind unter www.praevention-im-nordwesten.de
zu finden. 

Die nächsten Termine:

Dienstag 05.10.21 von 18:00 bis 19:30 Uhr, Hate Aid, Beratungsstelle für Betroffene von digitaler Gewalt

Dienstag 12.10.21 von 19:30 bis 21:00 Uhr, Verschwörungserzählungen, „Der goldene Aluhut e.V.“ 

Freitag 15.10.21 von 17:00 bis 20:00 Uhr, Workshop „Rechte Parolen gekonnt kontern“
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Fair Speech – gemeinsam gegen Hass

14.09.2021 19:04 Uhr

Präventionsräte im Nordwesten laden zu Online-Veranstaltungen ein – Auftaktveranstaltung am 15. September

Ein Vortrag von Sebastian Bukow, Heinrich-Böll-Stiftung, eröffnet am Mittwoch, 15.09. um 17:00 Uhr die Veranstaltungsreihe. Bukow ist Mitverfasser der Studie „Beleidigt und bedroht – Arbeitsbedingungen und Gewalterfahrungen von Ratsmitgliedern in Deutschland“. Anschließend folgt ein Gespräch mit Oldenburgs Finanzdezernentin Dr. Julia Figura, Loxstedts Bürgermeister Detlef Wellbrock und Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann. Ministerpräsident Stephan Weil meldet sich im Rahmen der Veranstaltung mit einer Videobotschaft zu Wort.

Registrieren kann man sich für die Auftaktveranstaltung bis 5 min vorher unter: https://tinyurl.com/4ms69jdz und dann problemlos teilnehmen.

Die Veranstaltung wird auch aufgezeichnet. Alle Informationen und Links zu den Veranstaltungen, zur Aufzeichnung der Auftaktveranstaltung sowie zur Podcast-Reihe zum Thema werden nach und nach auf www.praevention-im-nordwesten.de eingestellt.

Weitere zehn Online-Angebote finden bis zum 14. Dezember 2021 statt. Am Donnerstag, 16. September, startet im Rahmen der Kampagne eine dreiteilige Podcast-Serie zum Thema „Drohungen und Gewalt gegen Kommunalpolitiker*innen“. In den  Sendungen kommen Betroffene sowie Fachleute aus Beratungsstellen, von Polizei und Staatsanwaltschaft zu Wort. Es folgen Workshops, Vorträge und informative Beiträge. Bei einigen Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt und somit eine Anmeldung erforderlich.
 
Ausführliche Programminformationen mit allen Angeboten sowie die Zugangslinks zu den Veranstaltungen sind unter www.praevention-im-nordwesten.de zu finden. Informationen gibt es auch bei Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Oldenburger Präventionsrats, unter Telefon 0441-235 3611 oder per E-Mail an praeventionsrat@stadt-oldenburg.de.

Zum Hintergrund
Hass kann viele Gesichter haben. Eine stark zunehmende Form von Hass sind Anfeindungen in sozialen Medien gegen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren. Mit der Kampagne „Fair speech – gemeinsam gegen Hass“ startet jetzt eine vom Landespräventionsrat Niedersachsen geförderte Kampagne, für die Ministerpräsident Weil die Schirmherrschaft übernommen hat.

Organisiert wird die Kampagne von den Präventionsräten Oldenburg, Loxstedt und Verden. Durchgeführt wird sie von insgesamt dreizehn Präventionsräten im Nordwesten Niedersachsens. „Mit der Kampagne werden wir die Aufmerksamkeit auf das Thema Hass und Falschinformationen in den sozialen Medien lenken, dass neben den ehrenamtlichen Politikern auch andere engagierte Bürger betrifft“, sagt Eckhard Wache, Vorsitzender des Präventionsrats Oldenburg, und ergänzt: „Wenn wir dem Hass und den Bedrohungen nicht etwas entgegensetzen, kann das ernsthafte Folgen für unsere Demokratie haben. Wer möchte sich für ein kommunales Mandat engagieren, wenn er solchen Verhaltensweisen ausgesetzt ist?“

„Dass wir die Kampagne im Verbund durchführen, verleiht uns für das Thema eine größere Wirksamkeit und ist damit stark im Interesse der Betroffenen“, begründet Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates die Bedeutung des Netzwerks. „Es wird bis Ende des Jahres elf Online-Veranstaltungen geben.“
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Ein intensives Jahr der Prävention

10.09.2021 14:49 Uhr

Rückblick und Ausblick in der Mitgliederversammlung des Präventionsrat Oldenburg

Am 08.09.21 haben die Vorstände des Präventionsrates und des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg in der Alten Fleiwa gemeinsam mit den Mitgliedern auf 2020 zurückgeschaut. Während ganz Oldenburg mit Präventionsmaßnahmen wegen des Virus beschäftigt war, haben zahlreiche Ehrenamtliche und Fachkräfte in 19 Projekten und acht Arbeitskreisen die Gewalt- und Kriminalitätsprävention engagiert umgesetzt. „Dabei mussten auch wir unsere Arbeit zum größeren Teil in digitale Räume verlegen“, so Eckhard Wache, Vorsitzender des Präventionsrat Oldenburg. „Das ist dank ehrenamtlicher Unterstützung sehr gut gelungen. So konnte beispielsweise der 15. Oldenburger Präventionstag trotz Kontaktsperren angeboten werden und war mit 150 Teilnehmern sehr gut besucht.“ Der Vorstand des Fördervereins war in seinem Engagement für das Fundraising zwar ausgebremst, weil mehrere Veranstaltungen für den guten Zweck abgesagt werden mussten. „Dank unserer Mitglieder und einiger Spender, die unserem Einsatz für Prävention sehr verbunden sind, konnten wir aber auch 2020 den Anträgen für Präventionsmaßnahmen gerecht werden“, so Bernd Weber, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Die Vorstandsmitglieder Harald Lesch und Thomas Rieckhoff haben den Finanzbericht gegeben und die Satzungsänderung erläutert. Die Mitglieder sind dem Vorschlag des Vorstands für die Satzungsänderung gefolgt, da diese auch virtuelle Versammlungen möglich macht. „Unsere Absicht ist dies auch künftig nicht, aber wir müssen auf Ausnahmesituationen eingestellt sein“, so Thomas Rieckhoff im Gespräch mit den Mitgliedern.

Geschmerzt hat der Ausfall der Jubiläumsfeier zu 20 Jahren PRO. „Da war es gut, dass man in Hannover an uns gedacht hat. Die Statements zu 20 Jahren PRO seitens unseres Ministerpräsidenten, des Innenministers und der Justizministerin sowie weiterer Persönlichkeiten haben uns stark im Engagement bestärkt“, waren sich Eckhard Wache und Bernd Weber einig. Mit dem Jubiläumsjahr hat sich der PRO das Thema „Demokratie“ zum Schwerpunkt gesetzt und wird dies auch weiterführen. „Da passt es hervorragend, dass die Stadt Oldenburg für „Partnerschaften für Demokratie“ den Zuschlag bekommen hat und dies Projekt gemeinsam mit dem PRO umsetzen wird“, ergänzte Eckhard Wache in seinem Ausblick auf das nächste Jahr. 
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»Lügengeschichten aus dem Internet«

20.07.2021 20:51 Uhr

6. Vortrag der Online-Reihe des PRO

Der 6. Online Vortrag beschäftigte sich mit dem Thema „Lügengeschichten aus dem Internet“.

Der Diplom Pädagoge Jens Wiemken setzt sich mit diesem Thema auseinander. Kinder und Jugendliche haben heute via Internet Zugriff auf unzählige Informationsquellen. Darunter auch solche mit schwer zu überprüfenden Inhalten. Das hat negative Auswirkungen immer dann, wenn falsche Nachrichten, manipulierte Bilder, sogenannte „Hoaxes“ und Kettenbriefe gelikt, weitergeleitet und für wahr gehalten werden. Dann gerät die Meinungsbildung auf die schiefe Bahn. Kinder und Jugendliche, die in ihren ersten Phasen von Welt- und Wahrheitsfindung stecken, brauchen eine gesunde Skepsis gegenüber der„Quelle Internet“. Einen Einblick in die Arten und Formen der Lügengeschichten und wie sie gemeinsam mit Eltern und Schule überprüft werden können, wird dieser Vortrag aufzeigen.

Detail-Informationen sind im zugehörigen Flyer zu finden. 

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Link zum Vortrag ist am Veranstaltungstag auf der Webseite des PRO zu finden.
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Präventionskampagne zum Schutz vor Betrügern

09.07.2021 14:12 Uhr
Mit einer ungewöhnlichen Kampagne will die Oldenburger Polizei besonders ältere Menschen vor Betrügern schützen.

Mit Enkeltrick, dem Einsatz falscher Polizeibeamte, Schockanrufen und vielen weiteren Variationen von dreisten Betrugsmaschen versuchen es Täter immer häufiger, ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger hereinzulegen und teilweise sehr hohe Bargeldbeträge zu erbeuten.

Auf diese Weise ist im Zuständigkeitsbereich der Inspektion (Stadt Oldenburg und Landkreis Ammerland) im Jahr 2020 ein Schaden von über 120.000 Euro entstanden.

Die Taten laufen dabei stets nach demselben Schema ab: Die Betrüger nehmen telefonisch Kontakt mit ihren potentiellen Opfern auf und konfrontieren sie mit einer frei erfundenen Bedrohungssituation. Den gutgläubigen Opfern wird dabei suggeriert, dass sie das Problem nur durch die Zahlung einer meist hohen Geldsumme lösen könnten. Im weiteren Verlauf der Gespräche werden die Angerufenen dann aufgefordert, das Geld vom Bankkonto oder aus einem Depot abzuheben und persönlich an einen Boten zu übergeben.

Die Möglichkeiten von Bankmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, im Rahmen der Kundengespräche derartige Betrügereien zu verhindern, sind durchaus begrenzt. Selbst wenn ihr Misstrauen geweckt ist, handelt es sich um Kunden, die selbstbestimmt ein Konto führen. Dennoch leisten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreditinstitute oft gute Präventionsarbeit. Etliche Taten konnten schon durch geschickt geführte Kommunikation im Rahmen der Geldabhebung bekannt und verhindert werden. Leider gelingt es den Tätern aber immer wieder, die Opfer durch konkrete Handlungsanweisungen so zu instruieren, dass den Bankmitarbeitern keine Anhaltspunkte für eine bevorstehende Straftat mitgeteilt werden. Die rhetorisch oft sehr geschickten Betrüger setzen ihre Opfer in sehr kurzer Zeit massiv unter Druck. Der Einfluss der Täter reicht so weit, dass die Betrogenen sogar bei ihrem Kreditinstitut Lügen über den Grund für die Abhebung erzählen sollen und dies auch tun. In diesen Fällen kommt es immer noch zu vollendeten Betrugsstraftaten. Geschädigte sprechen im Nachhinein oft von einer Art Gehirnwäsche, die bei ihnen innerhalb kürzester Zeit am Telefon erzeugt wurde

Genau an dieser Stelle setzt die Kampagne der Polizei Oldenburg an: Mit bedruckten Briefumschlägen, in denen die Geldscheine ausgehändigt werden, sollen die Kunden auf eine mögliche Betrugstat aufmerksam gemacht werden. Die Umschläge wurden vom Präventionsteam der Polizei bereits an die hiesigen Bank- und Sparkassenfilialen verteilt.

Die fettgedruckte Botschaft auf der Vorderseite der Umschläge ist unmissverständlich: "Vorsicht Betrugsgefahr", heißt es auf der Vorderseite des Umschlags. Auf der Rückseite findet sich eine Checkliste mit sechs Fragen. Dem Leser wird damit deutlich gemacht, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer eines Betrugsdeliktes geworden ist, wenn er mindestens zwei dieser sechs Fragen mit "Ja" beantworten kann. In einem solchen Fall wird der Kunde mit deutlichen Worten aufgefordert, umgehend den Notruf der Polizei - 110 - zu wählen. Die Polizei hofft, mit dieser Botschaft eine Tat noch im letzten Moment verhindern und die Betroffenen vor einem hohen finanziellen Schaden bewahren zu können.


Die Fragen auf dem Umschlag lauten im Einzelnen:

1. Haben Sie den Geldbetrag abgehoben, weil Sie angerufen worden sind?

2. Sollen Sie das Geld noch heute übergeben?

3. Hat der Anrufer Ihnen verboten, über den wahren Zweck der Abhebung zu sprechen?

4. Hat sich der Anrufer als Familienangehöriger, Polizist, Arzt, Notar, Richter, etc. ausgegeben?

5. Sollen Sie das Geld an eine unbekannte Person übergeben?

6. Sollen Sie etwas überweisen oder eine Geldwertkarte kaufen?


Die Idee des Briefumschlages konnte angelehnt an ein Projekt der Polizei Nordrhein-Westfalen u.a. für den Bereich der Polizeiinspektion Stadt Oldenburg/Ammerland übernommen werden. Sie ist ein weiteres Puzzleteil im Kampf gegen Anrufer aus Callcentern, die sich als Ärzte, Bankmitarbeiter, Polizisten, Rechtsanwälte, Richter oder Staatsanwälte ausgeben und erfundene Geschichten über Angehörige erzählen, die u.a. schwer erkrankt oder in einen Unfall verwickelt sind und angeblich nur mit viel Geld vor dem Tod oder dem Gefängnis bewahrt werden können.

Übernommen und aufbereitet wurde die Kampagne für den Bereich der Stadt Oldenburg von Kriminaloberkommissar Carsten Vogt sowie für den Landkreis Ammerland von Kriminalhauptkommissar Michael Schröder.


Beide stehen Ratsuchenden bei Präventionsfragen zur Verfügung:

KOK Carsten Vogt: Telefon 0441/790-4112 (Stadt Oldenburg)

KHK Michael Schröder: Telefon 04488/833-124 (LK Ammerland) 
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Häusliche Gewalt: „Warum geht sie nicht?“

30.04.2021 11:41 Uhr

Mehr als 200 Fachkräfte informieren sich bei digitaler Tagung

„Warum geht sie nicht?“ ist eine Frage, die sich Laien immer wieder stellen, wenn sie von häuslicher Gewalt im Freundes- oder Bekanntenkreis erfahren. Auch Fachkräfte im Hilfesystem sehen sich mit dieser Frage konfrontiert, wenn die Beratung nicht zum „richtigen“ Ergebnis – der Trennung – führt. Vor diesem Hintergrund lud der Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ im Präventionsrat drei Expertinnen aus Forschung, Justiz und Beratung zum digitalen Fachtag „Ambivalenzen von Frauen in Misshandlungsbeziehungen“ ein. Daran nahmen am Mittwoch, 28. April, mehr als 200 Fachkräfte aus unterschiedlichen Berufsgruppen teil.

Um Trennungsambivalenzen insbesondere vor dem Hintergrund traumatischer Erfahrungen ging es im einführenden Vortrag. Dabei wurde besonders unterstrichen, dass der Weg aus einer Gewaltbeziehung oft viele Jahre braucht und auf Seiten der Betroffenen sehr gute Ressourcen erfordert. Außerdem sei es ein Trugschluss, dass die Gewalt mit der Trennung automatisch endet. Tatsächlich findet gerade dann eine Eskalation der Gewalt statt, die durchaus auch tödlich enden kann.

Des Weiteren wurden die Entscheidungen und Möglichkeiten von Familiengerichten in den Blick genommen. Dabei wurde betont, dass in Fällen häuslicher Gewalt das Kindeswohl immer gefährdet ist und Umgangsregeln daraufhin sehr kritisch geprüft werden müssen.

Die Themen Opferrechte und Opferschutz im Strafverfahren wurden im abschließenden Vortrag erörtert, dem internationale Studien zu Grunde lagen. Außerdem wurde über Erfahrungen, die betroffene Frauen mit Polizei, Justiz und dem Hilfesystem machen, berichtet.

Alle Vorträge machten deutlich, dass von Gewalt betroffene Frauen nicht nur ambivalentes Verhalten zeigen, sie sind auch Ambivalenzen durch das Hilfesystem ausgesetzt, die eine Distanzierung zum Gewalttäter erschweren. „All diese Erfahrungen müssen wir als Beratende verstehen, damit wir richtig unterstützen und auch nach fünf oder mehr gescheiterten Trennungsversuchen immer noch der Frau tatkräftig und geduldig zur Seite stehen können“, sagt Anja Kröber vom Frauenhaus Oldenburg.

Ein weiterer Aspekt ist den Organisatorinnen wichtig: „Es kann nicht sein, dass die Verantwortung für die Beendigung der Gewalthandlungen dem Opfer zugeschrieben wird und dadurch der Täter mit seiner Verantwortung aus dem Blick gerät“, sagt Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Den Täter mit seiner Tat in die Verantwortung zu nehmen, würde den Schutz der Frauen stärken“, ergänzt die Geschäftsführerin des Präventionsrat Oldenburg, Melanie Blinzler.

Im Arbeitskreis „Häusliche Gewalt“ im Präventionsrat arbeiten Vertreterinnen des Autonomen Frauenhauses e.V., des Vereins Konfliktschlichtung e.V., der GSG Oldenburg, der BISS-Beratungsstelle, der Beratungsstelle Olena, des Präventionsrates und des Gleichstellungsbüros zusammen. Der Arbeitskreis engagiert sich in der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema und sensibilisiert für die Tatsache, dass Partnerschaftsgewalt keine Privatsache ist.

Weitere Informationen unter www.oldenburg.de/gleichstellung und unter www.praeventionsrat-oldenburg.de.
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Letzter Arbeitstag für Veronika Hillenstedt

24.02.2021 11:11 Uhr

Die „Grande Dame“ der Mediation geht in den Ruhestand

Am Freitag, 26. Februar, hat Veronika Hillenstedt ihren letzten Arbeitstag als Geschäftsführerin des Vereins Konfliktschlichtung e.V. Fast 34 Jahre lang hat sie sich zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen der Mediation gewidmet, und das mit großem Erfolg. Der Oldenburger Verein gehörte bundesweit zu den ersten Institutionen, die den Täter-Opfer-Ausgleich professionell nach gültigen Qualitätsstandards durchführte. Als Anerkennung für seine großen Verdienste auf diesem Gebiet bekam der Verein das „Zertifikat TOA Gütesiegel“ und den „Theo A.“ verliehen.

„1987 habe ich den Verein Konfliktschlichtung mitgegründet“, sagt Veronika Hillenstedt. „Ich hatte das große Glück, dass ich hier etwas aufbauen und selbst gestalten konnte. Dafür bin ich von Herzen dankbar. In den ver­gangen 34 Jahren sind viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter mit mir auf die Reise gegangen und es haben sich auch Freundschaften entwickelt.“

Veronika Hillenstedt hat den Wert einer Person nie an ihrem Rang gemessen, sie geht mit einfachen Bürger*innen genau so respektvoll um wie mit Minister*innen oder Richter*innen. Und sie nimmt sich selbst viel weniger wichtig, als sie ist. Darum war es für sie auch gar keine Frage, rechtzeitig eine Nachfolgerin aufzubauen, die nun ihren Platz einnehmen wird.

„Mit Freude erfüllt mich, dass wir mit Hilke Kenkel-Schwartz eine großartige, motivierte und kompe­tente Nachfolgerin gefunden haben und sie meine Arbeit fortführen und weiterentwickeln wird. Hilke Kenkel-Schwartz ist seit 5 Jahren im Verein für die Mediation in Strafsachen tätig. Sie ist Pädagogin, Mediatorin in Strafsachen und systemische Familien- und Traumaberaterin. Der Abschied wird dadurch viel leichter, denn der Verein Konfliktschlichtung war für mich auch immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Von ganzem Herzen wünsche ich mit ihr viel Freude, Erfolg und dieselbe gute Zusammenarbeit, wie ich sie erleben durfte“, so Hillenstedt.

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer ein paar Daten zum Verein Konfliktschlichtung e.V. und zur Person Veronika Hillenstedt:


Meilensteine
Veronika Hillenstedt hat in der Stadt Oldenburg seit dem Bestehen des Vereins Konfliktschlichtung regelmäßig Fachtage und Vortragsveranstaltungen organisiert und durchgeführt, welche auch über die Grenzen Niedersachsens hinaus ihre Anerkennung finden.

Seit Beginn besteht eine enge Kooperation mit der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. In dieser Kooperation werden Projekte des Vereins Konfliktschlichtung evaluiert, um die Nachhaltigkeit der Arbeit zu überprüfen.

Veronika Hillenstedt ist für den Verein seit 1990 in der Ausbildung zur/m Mediator*in in Strafsachen des Servicebüros für Konfliktschlichtung in Köln tätig. Bis heute ist der Verein maßgeblich an der Weiterentwicklung des Curriculums der Ausbildung zum Mediator in Strafsachen beteiligt.

Auch in der Weiterentwicklung der zugrunde liegenden Qualitätsstandards für die Arbeit im Täter-Opfer-Ausgleich ist der Verein Konfliktschlichtu8ng mit Veronika Hillenstedt von Anfang an maßgeblich beteiligt. Die Qualitätsstandards werden von vielen Verbänden unterstützt.

Seit 30 Jahren engagiert sich Veronika Hillenstedt als Vorstandsmitglied der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) für sozialpädagogische Angebote nach dem Jugendrecht in Niedersachsen für den Bereich Täter-Opfer-Ausgleich.

Für das große Engagement des Vereins wurde im Jahre 2004 Veronika Hillenstedt, Geschäftsführerin des Vereins Konfliktschlichtung auf dem bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Forum in Wittenberg für ihre Verdienste um den Täter-Opfer-Ausgleich mit der Verleihung des „Theo A.“ ausgezeichnet. Veronika Hillenstedt war die erste Frau und Praktikerin, die diese Trophäe erhalten hat. Zuvor und danach ist dieser Preis an renommierte Wissenschaftler*innen vergeben worden.
Der Verein Konfliktschlichtung ist einer der ersten Einrichtungen in Deutschland, die im Jahre 2005 das „Zertifikat TOA Gütesiegel“ erhalten hat. Mit dem „Zertifikat TOA Gütesiegel“ wird die erfolgreiche Arbeit und die Qualität der Vermittlungsarbeit anhand eines Kriterienkataloges von einer unabhängigen Kommission bewertet. Dieses Gütesiegel wird alle 5 Jahre verlängert.
Darüber hinaus war Veronika Hillenstedt ein paar Jahre beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss Oldenburg. Diese Tätigkeit führte sie aus bis Sie 2010 erstmalig für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in den Gemeinderat Wardenburg gewählt wurde. Außerdem war sie lange Jahre Sprecherin des Arbeitskreises Kriminalprävention des Präventionsrats Oldenburg und in dieser Funktion Mitglied der Lenkungsgruppe. In Wardenburg ist sie Stellvertreterin des Präventionsrats, stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und stellvertretende Bürgermeisterin.  

Weitere Informationen unter konfliktschlichtung.de.
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Oldenburg verwirklicht Istanbul-Konvention

29.01.2021 18:51 Uhr

„Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt“ geht in die Umsetzung

Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt erfahren zunehmend eine gesellschaftliche Ächtung, dennoch bleiben die Fallzahlen besorgniserregend hoch. Bereits 2011 wurde das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ beschlossen, das in Deutschland 2018 in Kraft getreten ist – die sogenannte Istanbul-Konvention. Von den Unterzeichnern werden Maßnahmen zur Umsetzung in den Bereichen Prävention und Intervention erwartet.

Um in Oldenburg konkrete Verbesserungen zu erzielen, hat der Rat der Stadt Oldenburg im September 2020 einen „Kommunalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt“ verabschiedet. Dieser Aktionsplan, der zuvor vom Gleichstellungsbüro in Zusammenarbeit mit den Ämtern der Stadtverwaltung, dem Präventionsrat und Schutz- und Fachberatungsstellen erarbeitet worden war, liegt nun in gedruckter Fassung und als barrierefreies Dokument im Internet vor.

Bestehende Angebote wurden analysiert, Bedarfe aufgedeckt und konkrete Handlungsempfehlungen formuliert. „Die intensive Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex zeigt, dass Oldenburg zwar auf einem guten Weg gegen geschlechtsspezifische Gewalt ist, aber auch noch viel getan werden muss“, betont Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. „Genau da setzt der Aktionsplan an. Ich freue mich, dass es nun in die Umsetzungsphase geht.“ Mit dem Ziel und Konzept, die Istanbul-Konvention auch kommunal anzugehen, nimmt Oldenburg deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein.

Das Gleichstellungsbüro arbeitet bereits an der Umsetzung der ersten Maßnahmen. Zudem werden nach dem Haushaltsbeschluss des Stadtrates am 25. Januar Mittel für die Einrichtung einer Koordinierungsstelle bereitgestellt, die die Umsetzung des Aktionsplans steuert und überwacht. Weiterhin weit oben auf der Prioritätenliste stehen die bessere Förderung von Schutz- und Gewaltberatungsstellen, eine Beratungsstelle eigens für von Häuslicher Gewalt (mit-)betroffenen Kindern und die Weiterentwicklung der Täter- und Täterinnenarbeit vor Ort.

Die gedruckte Version des „Kommunalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen* und Häusliche Gewalt“ wird derzeit an die Mitglieder des Stadtrates und an Fachberatungsstellen versandt. Für alle weiteren Interessierten sind die wesentlichen Inhalte auf den Internetseiten des Gleichstellungsbüros unter www.oldenburg.de/gleichstellung abgebildet. Ebenfalls kann dort das Gesamtexemplar als barrierefreies PDF herunter geladen werden.
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Fahnen, Plakate, oranges Licht und Schuhe auf dem Schloßplatz

20.11.2020 20:22 Uhr

Viele Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Das „Nein“ zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen wird in Oldenburg in diesem Jahr auf vielfältige Weise deutlich sichtbar werden. Rund um den „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ sind mehrere Aktionen im öffentlichen Raum geplant. Darauf machen das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg und das Feministische Forum aufmerksam.


Fahnen vor Gebäuden:
Ab Mittwoch, 25. November, wehen wieder vor zahlreichen Oldenburger Gebäuden Fahnen mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“. Die weltweite Fahnen-Aktion wurde von der Organisation „Terre des Femmes“ ausgerufen. Oldenburg zählt zu den mehr als 800 Städten in Deutschland, die sich insgesamt mit etwa 3.000 Fahnen beteiligen, die bis zum „Internationalen Tag der Menschenrechte“ am Donnerstag, 10. Dezember, gehisst werden.


Bauwerke in Orange:
Ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzt auch die von der Organisation Zonta International initiierte Kampagne „Orange the World“. Weltweit werden dabei die Fassaden von Gebäuden und Sehenswürdigkeiten orange angestrahlt. Die Stadt Oldenburg beteiligt sich 2020 mit dem Kulturzentrum PFL, dem Stadtmuseum und dem Lappan, die am Mittwoch, 25. November, mit Einbruch der Dunkelheit in orangefarbenes Licht getaucht werden. Viele weitere Bauwerke wie beispielsweise das Schloss, das Staatstheater, die Universität und das Landesmuseum für Natur und Mensch werden ebenfalls orange leuchten. So soll der Forderung, geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen zu beenden, Nachdruck verliehen werden. Auch alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, am Abend ein orangenes Licht, etwa eine orangefarbene Kerze, ins Fenster zu stellen.


Plakate in Bussen:
Das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg und das Feministische Forum Oldenburg machen parallel dazu mit einer Plakataktion in den Bussen auf das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ aufmerksam. Das Hilfetelefon des Bundesministeriums für Familie bietet unter der kostenfreien Rufnummer 08000 116 016 rund um die Uhr und in 17 verschiedenen Sprachen gewaltbetroffenen Frauen und Mädchen anonym Unterstützung an.


Protest mit Schuhen:
Das Feministische Forum rückt am Samstag, 28. November, von 14 bis 18 Uhr das Ausmaß von tödlichen Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen in den Fokus. Eine Installation auf dem Schloßplatz führt mit über 120 Schuhpaaren vor Augen, wie viele Frauen und Mädchen alleine in diesem Jahr in Deutschland Opfer von Femiziden (Tötung von Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechts) wurden. Damit wird an eine weltweite Tradition des feministischen Gedenkens angeknüpft und die Forderung von lateinamerikanischen Feministinnen und Feministen – „ni una menos“ (Keine mehr!) – aufgegriffen. Diese Forderung ist in den vergangenen Jahren millionenfach auf die Straße getragen worden.


Warum sind die Aktionen in Corona-Zeiten besonders wichtig?
Statistisch sei nachgewiesen, dass Frauen und Mädchen Gewalt zum größten Teil von Tätern aus dem nahen Umfeld angetan wird, betont Franziska Strosche, Mitarbeiterin des Oldenburger Frauenhauses. Die emotionalen Abhängigkeiten im nahen Umfeld machten es besonders schwierig, sich gewaltvollen Beziehungen zu entziehen. Die Betroffenen belasten häufig Gefühle von (Mit-)Schuld, Scham und Ängsten. „Doch zu Unrecht. Egal, wie krisenhaft die Zeiten sind – diese Gewalt ist nie zu entschuldigen. Nicht die Betroffenen tragen die Verantwortung für die Gewalt, die sie erleben“, verdeutlicht Nadine Finke, Mitarbeiterin von Wildwasser Oldenburg, Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen. „In Krisen werden viele Missstände, die in unserer Gesellschaft existieren, wie unter einem Brennglas, sichtbarer und deutlicher“, ergänzt Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. So sei es auch mit der Gewalt gegen Frauen und Mädchen: Die aus Sicht der Corona-Pandemie-Bekämpfung sinnvolle Aufforderung: „Bleiben Sie zu Hause!“ könne bedeuten, eingesperrt zu sein, in einer nahen Beziehung psychischer, sexueller und körperlicher Gewalt ausgesetzt zu sein, isoliert und ohne Kontakte. So bekomme das Umfeld noch weniger mit, Betroffene können sich schwerer entziehen oder Hilfe holen.


Welche Hilfsangebote und Beratungsstellen gibt es in Oldenburg?
 BISS - Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt, Telefon 0441235-3798;
 Olena - Beratungsstelle für gewaltbetroffene Migrantinnen und weibliche Flüchtlinge: olena.beratung@web.de, Telefon 0441 235-2490;
 Wildwasser - Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen, www.wildwasser-oldenburg.de, Telefon 0441 16656;
 Autonomes Frauenhaus, www.frauenhaus-oldenburg.de, Telefon 0441 47981;
 Trans-Beratung OL, weser-ems@trans-recht.de, Telefon 0160-5889070.


Was ist das Feministische Forum?
Das Feministische Forum ist ein Zusammenschluss feministisch engagierter Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen in Oldenburg. Zum Feministischen Forum gehören unter anderem: Autonomes Frauenhaus Oldenburg, Internationale Frauengruppe im Stadtteiltreff Dietrichsfeld, IBIS e.V., Koma Sara – Kurdische Frauengruppe, Medienbüro Oldenburg, Mädchenhaus Oldenburg, Wildwasser Oldenburg und das ZFG Zentrum für Frauengeschichte. Kontakt: femforum_ol@riseup.net
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Hinsehen hilft – Schluss mit Schweigen

20.11.2020 19:44 Uhr

Gewalt an Frauen: Plakataktion in VWG-Bussen macht Hilfetelefon bekannt

Wer in den nächsten Wochen die Busse der VWG nutzt, kommt daran nicht vorbei: Mit fünf verschiedenen Plakatmotiven rücken das Feministische Forum und das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg das Thema Gewalt an Frauen in den Fokus. Gleichzeitig wird damit auf das bundesweite Hilfetelefon für Betroffene (Telefonnummer 08000 116 016) aufmerksam gemacht. Vom 23. November bis zum 12. Dezember hängen die prägnanten Plakate mit dem Motto „Aber jetzt rede ich“ in den Bussen. „Von Gewalt kann jede Frau betroffen sein, unabhängig vom Bildungsstand, Alter oder kulturellen Hintergrund“, sagt Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Uns war es wichtig, verschiedene Motive auszuwählen, um Frauen verschiedener Hintergründe anzusprechen und zu motivieren, sich Unterstützung zu holen.“

Der Anlass:
Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Weltweit wird rund um diesen Tag auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam gemacht und für eine Verbesserung der Situation gewaltbetroffener Mädchen und Frauen gekämpft – auch in Oldenburg.

Die Kampagne:
Die Plakat-Kampagne verzichtet bewusst darauf, Gewalt bildlich darzustellen. Dennoch ist diese präsent: in prägnanten, vorwurfsvollen, verharmlosenden Aussagen, mit denen sich viele gewaltbetroffene Frauen konfrontiert sehen. „Du hast es nicht anders verdient“, „Du gehörst mir“ oder „Dir glaubt doch eh keiner“: Sätze wie diese zielen darauf ab, betroffenen Frauen die Schuld zu geben für das, was ihnen widerfährt, sie zu entmutigen, einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Doch die abgebildeten Frauen haben eine starke, entschlossene Antwort: „Aber jetzt rede ich“. Und zwar beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Hier hören die speziell geschulten Fachkräfte zu und suchen gemeinsam mit der Hilfesuchenden nach Lösungen.

„Schon unter Nicht-Corona-Bedingungen ist das eigene Zuhause oft der gefährlichste Ort für Frauen und Mädchen“, verdeutlicht Franziska Strosche, Mitarbeiterin des Oldenburger Frauenhauses. Die aus Sicht der Pandemiebekämpfung zwar sinnvolle Aufforderung „Bleiben Sie zu Hause!“ könne für manche bedeuten, an einem Ort isoliert und ohne Kontakte zu sein, an dem psychische, sexuelle und körperliche Gewalt herrscht. „Durch die Plakataktion in den Bussen sollen Frauen darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie nicht alleine sind und dass es Menschen gibt, die ihnen helfen können“, betont Nadine Finke, Mitarbeiterin von Wildwasser Oldenburg, Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen.

Das Hilfetelefon:
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ richtet sich an gewaltbetroffene Frauen, Personen aus ihrem sozialen Umfeld sowie an Fachkräfte und berät zu allen Formen von Gewalt – ob Gewalt in der Partnerschaft, sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel. Über 80 qualifizierte Beraterinnen helfen unter der Telefonnummer 08000 116 016, per E-Mail sowie im Sofort- oder Termin-Chat auf www.hilfetelefon.de – kostenlos, anonym und vertraulich. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen Betroffene an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Das bundesweite Angebot ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Bei Bedarf kann die Beratung in 17 Fremdsprachen sowie in Gebärdensprache und in Leichter Sprache erfolgen. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt. 

Das Feministische Forum:
Das Feministische Forum ist ein Zusammenschluss feministisch engagierter Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen in Oldenburg. Zum Feministischen Forum gehören unter anderem: Autonomes Frauenhaus Oldenburg, Internationale Frauengruppe im Stadtteiltreff Dietrichsfeld, IBIS e.V., Koma Sara – Kurdische Frauengruppe, Medienbüro Oldenburg, Mädchenhaus Oldenburg, Wildwasser Oldenburg und das ZFG Zentrum für Frauengeschichte.

Weitere Informationen gibt es online unter www.oldenburg.de/gleichstellung.
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GSG unterstützt Engagement des Präventionsrats

14.05.2020 21:05 Uhr
„Hast du das auch gehört?“ – mit dieser Frage machen der Niedersächsische Landespräventionsrat und der Präventionsrat Oldenburg (PRO) auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam. Auf Flyern in Postkartenformat werden Nachbarschaften  ermutigt, das Thema direkt oder indirekt anzusprechen. Der Flyer enthält Infos, wie man sich verhalten kann und wo Betroffene oder Ratsuchende Unterstützung finden.

Bereits mehrfach wurde in den Medien darauf hingewiesen, dass in der Zeit der Corona-bedingten Einschränkungen von einem erhöhten Aufkommen von Gewalt und Auseinandersetzungen im häuslichen Umfeld ausgegangen werden muss. Die Möglichkeiten für Hilfe und Unterstützung wiederum sind aufgrund der Abstandsregelungen z.T. schlechter erreichbar, so dass viele Taten ungemeldet ertragen werden und womöglich nicht gestoppt werden können.

Der Präventionsrat Oldenburg hat die Postkarten-Flyer nun für die Stadt Oldenburg organisiert und will sie austeilen. Dafür braucht er Unterstützung. Die erste große Unterstützung erfährt er von der GSG Oldenburg.

Stefan Könner, Geschäftsführer der GSG, ließ sich – mit der gebotenen Distanz – von Eckhard Wache, Vorsitzender des PRO und Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des PRO, einen großen Satz Flyer überreichen. Sie werden ab sofort über die Stadtteilbüros der GSG und auch über weitere Einrichtungen verteilt, mit denen die GSG kooperiert. Damit kann innerhalb der GSG-Mieterschaft und der Oldenburger Bevölkerung für dieses drängende Thema sensibilisiert werden.  Zugleich wird denjenigen geholfen, die unsicher sind, ob sie reagieren müssen oder nicht. Zu beachten ist hier immer auch die Situation der Kinder, die sich selbst am wenigsten helfen können.

„In Zeiten der Corona-Krise kommt für Betroffene die häusliche Isolierung erschwerend hinzu. Hier braucht es aufmerksame Nachbarn und Bekannte, die mit kleinen Schritten großes erreichen können“, sagt Eckhard Wache. Da, wo existenzielle Nöte und weitere Sorgen zur Corona-Krise noch hinzu kommen, entsteht oft Druck, der Streit und Gewalt nach sich ziehen kann und womöglich eskaliert. „Wir sind froh, dass wir an dieser wichtigen und empfindlichen Stelle die wertvolle Arbeit des Oldenburger Präventionsrates unterstützen und nachbarschaftliche Solidarität stärken können,“ bedankte sich Stefan Könner. 
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Der PRO feiert runden Geburtstag

07.03.2020 23:32 Uhr

20 Jahre erfolgreiche Präventionsarbeit – nicht immer wahrgenommen

von Carsten Lienemann

Erfolg ist in der Prävention kaum messbar. Es ist schwer zu sagen, wie groß der vermiedene Schaden gewesen sein könnte. Aber es gibt ein paar Projekte des Präventionsrates Oldenburg (PRO), deren Erfolg in Studien belegt werden konnten. So führen die Schulprojekte „Klasse2000“ und „Lions Quest“, bei denen der PRO im Raum Oldenburg die Finanzierung vermittelt, nachweislich zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen.

Es gibt noch weitere Skalen, zum Beispiel

– die Zahl der engagierten Ehrenamtlichen: „Am Beginn stand eine kleine Gruppe, die professionelles Handeln und bürgerliches Engagement zu einem funktionierenden Ganzen zusammenführten. Daraus sind inzwischen zahlreiche ehrenamtlich Engagierte geworden, die alle mehr als 100 Stunden jährlich in die Präventionsarbeit investieren“, bilanziert Eckhard Wache, der Vorsitzende des PRO,

– die bewegten Projektgelder: „In 20 Jahren wurden rund 1,7 Mio. Euro eingesetzt, davon kamen 800.000 Euro aus Spenden, der Rest hat die Stadt Oldenburg beigetragen, die Hauptunterstützerin ist und mit dem Oberbürgermeister auch den Schirmherrn stellt“, erklärt Torsten Maus, Vorsitzender des Fördervereins Präventionsrat,

– das breit aufgestellte Netzwerk: „Der PRO hat Verbindungen zu Engagementwilligen aus allen Bereichen, viele Haupt- und Ehrenamtliche beteiligen sich an der Präventionsarbeit und wenden sich mit Fragen und Ideen an die Geschäftsstelle“, sagt PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler,

– die inzwischen jährlich stattfindenden Oldenburger Präventionstage, die jeweils aktuelle Themen in Vorträgen und Workshops bearbeiten,

– die derzeit neun Arbeitskreise, die eigenständig an aktuellen Themen arbeiten: Häusliche Gewalt, Medien, Schule, Senioren, Zivilcourage, um nur einige zu nennen.

Aber wie steht es mit der öffentlichen Wahrnehmung dieser Erfolgsbilanz? Fragt man Menschen auf den Oldenburger Straßen, ob sie den Präventionsrat kennen, ist die Antwort meist negativ, obwohl viele von entsprechenden Projekten oder Aktionen gehört haben, allerdings ohne von der Beteiligung des PRO zu wissen. „Wir arbeiten an der Wahrnehmung“, sagt Torsten Maus dazu.

In seinem Jubiläumsjahr reagiert der PRO mit dem Jahresthema „Demokratie und Prävention“ auf aktuelle Entwicklungen. Eine davon ist die Zunahme von Diskriminierung, Hass-Reden und Hass-Taten, der zum Beispiel mit der Beteiligung am Projekt „Love Storm – Prävention demokratiefeindlicher Entwicklungen“ begegnet wird. Ein erstes Angebot dazu fand am diesjährigen Safer Internet Day statt, dem 11. Februar.

Ein weiteres Angebot ist die Lesung des Arbeitskreises Zivilcourage am 25. März im Elisabeth-Anna-Palais. Ab 19:30 Uhr lesen Sabine von Rothkirch und Eckhard Wache Auszüge aus dem Buch „Haltung zeigen!“ der Fernsehjournalistin Anja Reschke. Anschließend folgt ein Publikumsgespräch zu „Welche Haltung braucht Zivilcourage?“

Wer mehr über den Präventionsrat wissen möchte, kann sich auf der neu gestalteten Webseite informieren oder auch die Geschäftsstelle besuchen, die sich seit kurzem im dritten Stock des Gebäudes in der Rosenstraße 41 befindet.
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Online-Training gegen Hass im Netz

13.02.2020 18:02 Uhr

Aktion des PRO zum Safer Internet Day 2020

von Carsten Lienemann

11. Februar 2020, Safer Internet Day. Sieben Personen, die sich alle mit Präventionsprojekten beschäftigen, haben sich zu einem Online-Training in der Geschäftsstelle des Präventionsrates Oldenburg (PRO) versammelt. Sie möchten mehr über das Projekt „LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz“ erfahren.

Hasskommentare in sozialen Internetforen sind ein wachsendes Problem. Das Projekt „LOVE-Storm“ will diesem Hass mit angemessener Gegenrede begegnen und so die Angriffe eindämmen. Damit das gelingt, bietet LOVE-Storm über seinen Internetauftritt neben Infomaterial auch verschiedene Lernformate an, vom Online-Training über Gruppen-Webinare bis hin zu Workshops vor Ort. Projektträger ist der Bund für Soziale Verteidigung e.V.

In der Geschäftsstelle geht es jetzt los. LOVE-Storm-Moderator Marvin stellt das Programm für die nächsten anderthalb Stunden vor, dann folgen zwei Rollenspiel-Durchläufe, für die die Teilnehmenden je eine von vier Rollen wählen – Angreifer*in, Angegriffene*r, Eingreifende*r, Zuschauer*in –, mit jeweils anschließender Reflexion.

In beiden Fällen zeigt sich, dass die Angreifenden mit ihrer Aufgabe am besten zurechtkommen. Sie fühlen sich dominant, und sie überlegen nicht lange, was sie schreiben, sondern zielen einfach auf eine offene Flanke. In der ersten Runde kommen die Eingreifenden nur schwer in Gang, sie versuchen zu argumentieren. In der zweiten Runde schlagen auch die Eingreifenden zunächst mit Plattitüden zurück, ohne damit wirklich etwas zu erreichen. Erst, als sie Fragen an die angegriffene Person und an die Zuschauenden richten, kommt der Gesprächsverlauf auf die sachliche Ebene zurück und die Angreifenden verlieren etwas an Boden.

„Es gibt keine einfache Strategie gegen Hasskommentare. Jede Situation ist anders und muss anders bewertet werden“, sagt Marvin. Aber es gibt ein paar einfache Regeln, die man anwenden kann. Zum Beispiel sollte man auf jeden Fall Position beziehen und menschenverachtende Äußerungen als solche benennen. Dabei aber sachlich bleiben und, wenn möglich, Gegendarstellungen präsentieren, die absurde Behauptungen widerlegen. 

Wahrscheinlich wird man die meisten Angreifer*innen nicht oder nur wenig in ihrem Denken unmittelbar beeinflussen können. Aber man kann ihnen, den Angegriffenen und den Zuschauenden zeigen, dass man die Hasskommentare aktiv bekämpft. Auf diese Weise können die Angreifenden isoliert und in die Defensive gedrängt werden.

„Je nach Betreuungsgrad können wir Online-Training oder Workshops ab etwa 14 Jahren anbieten“, erläutert Marvin. Zusammen mit Plakaten, Faltblättern und Online-Informationen sollten alle Altersstufen ausreichend Material für den Einstieg zum „LOVE-Storm“ finden können.

Wer ein Online-Training absolviert oder an einem Workshop teilgenommen hat, kann der Community (Gemeinschaft) beitreten und sich aktiv an Aktionen gegen Hass im Netz beteiligen. Wie das geht, wird auf der LOVE-Storm-Webseite ausführlich erklärt.
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1000 Euro für LionsQuest

08.12.2019 20:58 Uhr

Oldenburger expertum-Niederlassung übergibt Spende an den PRO

Alle Jahre wieder, immer zur Adventszeit, übergibt die Oldenburger Niederlassung von expertum – Die Personalexperten eine Spende an den Präventionsrat Oldenburg (PRO), immer zweckgebunden zur Finanzierung von LionsQuest-Seminaren. Am Mittwoch, 4. Dezember, bekamen PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler und Florian Liesenfeld vom Förderverein Präventionsrat den diesjährigen Spendenscheck aus den Händen von Sabine Higgen, Niederlassungsleiterin expertum Oldenburg GmbH.

Und das ist gut so. „Es ist toll, dass dieses Unternehmen so konsequent dabei bleibt und damit zur kontinuierlichen Durchführung der Fortbildungsseminare beiträgt“, freut sich Melanie Blinzler. 

Die jährliche Spende wird zur Finanzierung von LionsQuest-Seminaren für Lehrkräfte verwendet. „Lehrer*innen von weiterführenden Schulen bekommen Themen wie beispielsweise Gewalt- und Suchtprävention oder auch Persönlichkeitsbildung vermittelt, die im Lehramtsstudium gewöhnlich keine Rolle spielen“, so Blinzler. 

Alle Seminarteilnehmer*innen erhalten außerdem einen Ordner mit fertigen Unterrichtskonzepten, die unmittelbar an den Schulen eingesetzt werden können. An der Erstellung des Konzeptes waren auch Lehrkräfte beteiligt, die dafür gesorgt haben, dass LionsQuest an die Curricula angedockt werden kann. Darüber hinaus wird das Material laufend aktualisiert.

Ein Großteil des Geldes wird von den Lions Clubs gesammelt und durch Spenden wie diese ergänzt. In Oldenburg übernimmt der Präventionsrat die Vermittlung des Geldes und ist Ansprechpartner sowohl für die Spenderseite als auch für Schulen bzw. Seminarteilnehmer*innen. 

„In Oldenburg ist das Herbartgymnasium Vorbild in Sachen LionsQuest, denn hier hat das komplette Kollegium diese Fortbildung absolviert“, erklärt Melanie Blinzler. Darum kann LionsQuest hier fächerübergreifend in den Schulalltag eingebaut werden.
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Häusliche Gewalt ist eine Kindeswohlgefährdung

19.11.2019 12:33 Uhr

Ausstellung und Vortrag an der BBS3

von Melanie Blinzler

Die Schülerinnen und Schüler der BBS3 an der Maastrichtrer Straße können sich derzeit anhand der Ausstellung „Gegen Gewalt in Paarbeziehungen“ darüber informieren, wie stark die Auswirkung von häuslicher Gewalt auf Kinder ist. Bevorzugte Adressat*innen sind dabei die knapp 200 angehenden sozialpädagogische Assistent*innen und Erzieher*innen sowie Schülerinnen der Fachoberschule und des beruflichen Gymnasiums Sozialpädagogik. Die Ausstellung ist noch bis zum 12. Dezember 2019 in der BBS3 zu sehen.

Im Rahmen der Ausstellung stellte die Expertin Andrea Buskotte von der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen in einem Vortrag sehr anschaulich dar, woran Fachkräfte erkennen können, dass Kinder Gewalt ausgesetzt sind. Dabei gehört auch die „nur“ miterlebte Gewalt zu den Gefährdungen für Kinder. Das Gefühlschaos, das entsteht, wenn Eltern untereinander Gewalt anwenden, kann Ursache sein für starke Einschränkungen bei schulischen Leistungen und im emotionalen Bereich. Dann brauchen Kinder Erwachsene, die aufmerksam sind und Hilfe anbieten können. „Es ist sauschwer für Kinder, ihre Scham zu überwinden und mit der Situation nach außen zu gehen“, stellte Buskotte unmissverständlich klar.

Diese Scham rührt auch daher, dass häusliche Gewalt noch immer ein Tabu-Thema ist. Dass dieses Tabu Kinder in große Not bringt, lässt sich ändern, wenn man die Zeichen erkennt. „Die Schüler*innen werden künftig in Verantwortung für Kinder und Jugendliche stehen,“ begrüßte Silke Heyne, Lehrerin der BBS3, das Angebot für ihre Schüler. Diese nutzten die Chance, die Expertin vor Ort zu haben und direkt befragen zu können. 

„Gewalt in der Familie ist die am meisten verbreitete und am stärksten unterschätzte Form von Gewalt,“ zitiert Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrat Oldenburg, aus dem Bericht der Gewaltkommission der Bundesregierung. Die Vorträge und Ausstellung sind vom Arbeitskreis Häusliche Gewalt organisiert. Die darin mitwirkenden Fachfrauen vom Autonomen Frauenhaus, der Konfliktschlichtung und der Gleichstellung kennen die Zahlen und wissen um die Bedeutung von Prävention, auch im Sinne des Kinderschutzes. „Wir freuen uns über die Kooperation mit der BBS3 zu diesem Thema, denn hier sind wir genau richtig mit den Informationen“, wies Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt auf die Motive für das Engagement hin.
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Der Ball rollt für den PRO

07.11.2019 17:27 Uhr

7. Soccercourt Benefizturnier: 6.500 € für die Prävention erspielt

Traditionell treten einmal im Jahr Teams aus dem Bankenwesen und aus Unternehmen zum Soccercourt Benefizturnier zugunsten des Präventionsrates Oldenburg gegeneinander an. Dabei wird jeder Regelverstoß und jedes Tor der Spieler*innen mit Strafgeldern geahndet. Auf diese Weise konnten 6.500 € für den Förderverein Präventionsrat Oldenburg eingespielt werden.

Am Ende des Turniers konnte sich die Spielergemeinschaft der Kanzleien Schultze & Braun, Görg und der Alldatax Steuerberatungsgesellschaft mbH & Co. KG aus Bremen gegen das Oldenburger Team der Comes Unternehmensberatung, der Sparkasse Emsland, der Raiffeisenbank Oldenburg, dem Team von Heinrich Voss Gebäudetechnik GmbH – Haselünne und dem Team der Firma Springer – Stuhr deutlich durchsetzen. Als „zwölfter Mann“ beteiligte sich DOMO collection GmbH aus Hude an der Spendensumme für den PRO.

Bereits zum siebten Mal initiierte und organisierte die Comes Unternehmensberatung das Soccercourt Benefizturnier zugunsten des PRO. Auf diese Weise konnten seit 2012 bereits mehr als 44.000€ für Präventionsprojekte in Oldenburg eingespielt werden.

Kommentiert wurde das Turnier von Harald Ries, der Spieler*innen und Publikum durch den Nachmittag führte. Das Fair Play auf dem Spielfeld garantierten die Schiedsrichter*innen Aliz Müller (Integrationsbeauftragte Stadt Oldenburg) und Till Heinrichs (Geschäftsstelle Präventionsrat Oldenburg).

Zur Scheckübergabe am 7. November kamen Heinz Baumann (für die Kanzleien Schultze & Braun, Kanzlei Görg und die Alldatax Steuerberatungsgesellschaft mbH & Co. KG), Peter Böttger (Comes Unternehmensberatung), Werner Kröger (Domo Collection GmbH), Fabian Becker (Raiffeisenbank Oldenburg), Andreas Lake (Heinrich Voss Gebäudetechnik Gmbh), Hamed Omumi (Comes Unternehmensberatung), Nicole Wilke (Präventionsrat Oldenburg), Pia Frohberg (Comes Unternehmensberatung). 
Verhindert waren Uwe Springer (Firma Springer, Stuhr), Thomas Golkowski (Sparkasse Emsland), Werner Leigers (Sparkasse Emsland).
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14. Oldenburger Präventionstag sehr gut besucht

24.10.2019 20:25 Uhr

Veranstaltungsthema trifft auf großes Interesse

von Carsten Lienemann

Der Themenbereich Internet und Darknet war offenbar gut gewählt – rund 150 Teilnehmer*innen besuchten am Dienstag, 22. Oktober, den inzwischen 14. Oldenburger Präventionstag. In zwei Durchgängen wurden je sechs Workshops zur Nutzung digitaler Medien angeboten:

1. Medienalltag in der Familie – Umgang mit Smartphone, Internet und Co.
2. Fotorechte und Copyright
3. Hate Speech – Hass im Internet
4. Influencer Marketing auf YouTube und Instagram
5. Datenschutz, Eigene Cloud
6. Lernen im Internet

Zwischen den beiden Workshop-Runden brachte Ingo Peters von der Polizeidirektion Oldenburg in seinem Vortrag etwas mehr Licht in das Darknet.

„Es ist kein Geheimnis, wie man ins Darknet kommt, zahlreiche Anleitungen dafür findet man auf bekannten Internetplattformen“, so Peters. Man brauche lediglich den „TOR“-Browser, der auf Firefox-Basis arbeite und mit dem man eine Verbindung vom eigenen Rechner zum Internetserver über mehrere Zwischenstationen herstelle, die über mehrere Verschlüsselungsschichten die Anonymität des Nutzers gewährleisteten.

Kurz ging Peters auf die positiven Seiten des Darknet ein, indem er erwähnte, dass damit es ursprünglich dazu gedacht war, „in Staaten ,wo der freie Internetzugang überwacht wird, trotzdem einen Austausch zu ermöglichen“. Er zeigte auch, dass viele Universitäten oder ach die Süddeutsche Zeitung Seiten im Darknet unterhalten.

Peters‘ Schwerpunkt aber lag auf dem Grau- und dem illegalen Bereich des Darknet: auf den Foren, in denen sich potentielle Straftäter und bereits straffällig Gewordene austauschen und in denen man Kreditkartendaten und Führerscheine kaufen kann; auf den schnell wechselnden Marktplätzen, die illegale Waren anbieten und die im Prinzip genauso funktionieren wie Ebay im normalen Internet, von der Suche über die Bestellung bis zum Versand. Bezahlt werde meist mit Kryptowährungen.

„Worauf sollten Sie achten, wenn Sie präventiv tätig werden wollen?“, fragte Peters das Publikum am Schluss. „Das ist schwierig, weil die Benutzung des TOR-Browsers an sich nicht verwerflich ist“, antwortete er sich selbst. „Sobald aber eine Kryptowährung dazu kommt, dann sollte man das Gespräch suchen, denn der Kauf von Waren im Darknet ist in den allermeisten Fällen illegal“, glaubt Peters. Eine gewagte These, die einer genauen Überprüfung bedarf.

Zusammenfassend lässt sich aber sagen, dass Ingo Peters sehr anschaulich demonstrierte, wie der Weg ins Darknet verläuft, wie die Verschlüsselung funktioniert und dass das Darknet durchaus auch positive Seiten hat.
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Oldenburger DJanes unterstützen „Luisa ist hier“

10.06.2019 11:03 Uhr

Spendenübergabe von 420,- Euro am 03.06.2019 an Wildwasser Oldenburg

Fünf DJanes aus Oldenburg haben vor rund 200 Gästen im Polyester Klub Oldenburg auf einer Party anlässlich des Weltfrauentages unter dem Motto: „Last Night a DJane Saved My Life“ aufgelegt. 

Die Initiatorin der Party, DJane d-jinx, und vier weitere DJanes, anticlare, Frie, Pius & Rezi, konnten aus den Einnahmen der Eintrittsgelder eine Spende in Höhe von 420,- Euro an Wildwasser Oldenburg übergeben. Damit unterstützten sie in Zusammenarbeit mit dem Polyester Klub Oldenburg die wichtige Präventionsarbeit von Wildwasser Oldenburg. 

Bereits 2018 hat Wildwasser Oldenburg mit dem Projekt „Luisa ist hier“ gemeinsam mit dem Polyester Klub eine bundesweite Präventionskampagne nach Oldenburg gebracht, die ein Hilfsangebot für Frauen und Mädchen in der Partyszene, Clubs, Discos oder Kneipen darstellt. In Clubs und Kneipen kommt es immer wieder zu Situationen, in denen sich Mädchen und Frauen unsicher und unwohl fühlen. 

Mit der einfachen Frage „Ist Luisa hier?“ können sie sich an das Personal wenden und bekommen unmittelbar, unkompliziert und diskret Hilfe. Wildwasser Oldenburg hat das Personal des Polyester Klubs Oldenburg als Fachberatungsstelle geschult. Das gemeinsame Ziel: Mehr Sicherheit für die Gäste! Mit einer weiteren Schulung für neues Personal geht das gemeinsame Projekt „Luisa ist hier“ im Polyester Klub in die zweite Runde. 

Die Wildwasser-Mitarbeiterinnen bedanken sich bei den DJanes und dem Polyester Klub für diesen großartigen Einsatz und die Spende. „Das ist eine Wertschätzung unserer Präventionsarbeit als Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen.“ 
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One Billion Rising – zum vierten Mal auch in Oldenburg

15.02.2019 13:04 Uhr
von Carsten Lienemann

Etwa jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt. Weltweit sind das rund eine Milliarde Frauen, die sich an jedem 14. Februar symbolisch erheben, um gegen diese Gewalt mit einem Tanz zu demonstrieren. Rund 200 Frauen und Mädchen jeden Alters und erfreulicherweise auch zahlreiche Männer und Jungen waren in Oldenburg auf dem Schlossplatz dabei. Dass es nicht mehr waren, lag wohl auch an der Uhrzeit, donnerstagnachmittags um 16 Uhr sind einfach viele noch bei der Arbeit.

Dafür blieben einige, die eigentlich nur über den Schlossplatz laufen wollten und sich von den Frauen der Sambaschule Oldenburg-Eversten zum Bleiben überreden ließen. Die Passant*innen, denen der eigentliche Anlass der Veranstaltung nicht bekannt war, ließen ihn sich gerne erklären.

„Wir wollen heute ein deutliches Zeichen setzen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und für Wertschätzung, Selbstbestimmung, Respekt und Gerechtigkeit. Wir akzeptieren es nicht, dass nach wie vor überall auf der Welt und auch hier bei uns Mädchen und an geschlechtsspezifischer Gewalt leiden müssen“, sagte Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg, zur Begrüßung.

Das Oldenburger Schwerpunktthema in diesem Jahr ist die Gewalt an Mädchen, zu der Oldenburg setzt in jedem Jahr einen besonderen Schwerpunkt, zu dem Angela Könnecke vom Kinderschutzzentrum Oldenburg in ihrem Grußwort detaillierte Informationen gab, die von Meike Dittmer von der BeKoS in Gebärdensprache übersetzt wurden.

„Die Lage ist nach wie vor dramatisch. Es gibt rund 2,3 Milliarden Kinder unter 18 Jahren auf der Welt, etwa die Hälfte davon sind Mädchen. Weltweit sind Frauen von Misshandlungen, Missbrauch, Frauenhandel, Verschleppung, Vergewaltigung, Zwangsheirat und Zwangsprostitution betroffen. Gewalt ist die häufigste Todesursache bei jungen Mädchen“, sagte Angela Könnecke.
Mädchen werde Bildung, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit verweigert. 15 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren hätten bereits sexuelle Gewalt erfahren müssen, wobei die Täter oft aus dem familiären Umfeld kämen. Geschätzt werde, dass etwa eine Milliarde Kinder zwischen 2 und 17 Jahren körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt oder Vernachlässigung im letzten Jahr erlebt hätten, so Könnecke weiter. 
„2017 gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik in Deutschland rund 12000 Ermittlungsverfahren wegen sexueller Gewalt an Kindern, 8000 Verfahren wegen Kinder- und Jugendpornografie, 143 Mädchen und Jungen wurden durch Misshandlungen getötet. Forscher gehen davon aus, dass jedes vierte bis fünfte Mädchen und etwa jeder zwölfte Junge in Deutschland sexuelle Gewalt erlitten hat, das sind ein bis zwei Schüler*innen pro Klasse. In 25% der Fälle findet sexuelle Gewalt in der Familie statt, in 50% im sozialen Nahraum.“ 
Dazu käme die wachsende Zahl an Fremdtätern, die ihre Opfer über das Internet fänden. Die Betroffenen müssten Anlaufstellen und Hilfsangebote bekommen, sie müssten ernst genommen werden, und sie müssten wissen, dass niemand das Recht hat, ihnen körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt anzutun. „Wir dürfen nicht aufhören, Gewalttaten tranparent zu machen und von den Gewaltausübenden Verantwortung für ihr Handeln einzufordern“, schloss Könnecke.

Dann ging es zum praktischen Teil. Annika Dühnen und Lena Normann vom Mädchentreff Oldenburg zeigten einen Schnelldurchlauf durch die Choreografie, bevor der ganze Schlossplatz sich zur Musik von „Break the Chain“ in Bewegung setzte. Dass man auch mitmachen kann, ohne den eigentlichen Tanz zu kennen, zeigten unter anderem einige Jungen, die per Polonaise durch die Tanzenden zogen.

Dreimal legte die DJane das Lied auf, für den letzten Durchgang auf deutsch, denn inzwischen gibt es eine deutsche Übersetzung des Textes von Tena Clark.
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10.000 Euro für Lions-Quest

26.11.2018 20:49 Uhr
Insgesamt 10.000 Euro wechselten am Freitag, 23.11.2018, die Besitzer. In der Oldenburger Niederlassung von expertum übergaben Sabine Higgen und Stefan Willers von expertum GmbH 1000 Euro an den Förderverein Präventionsrat. Die Lions Clubs aus Oldenburg (Stadt und Landkreis), vertreten durch Susanne Spanhake (Lions Club Oldenburg Willa Thorade) und Andreas Kuhlmann (Lions Club Oldenburg Lappan) haben weitere 9.000 Euro gespendet. Gisela Haseleu und Peter Böttger nahmen die beiden Schecks entgegen.

Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg hat das Geld erhalten, um das von den Lions Clubs entwickelte und weltweit unterstützte Präventionsprogramm Lions-Quest in Oldenburg an die Schulen heranzutragen.

Lions-Quest ist ein wirksames Präventionsprogramm, dass an weiterführenden Schulen angeboten wird.
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Axel Hacke liest ... und der Präventionsrat fragt

22.11.2018 17:17 Uhr

Arbeitskreis Zivilcourage befragt das Publikum zu Anstand und Umgang miteinander

„Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“, so der sperrige Titel des aktuellen Buches von Axel Hacke. Am Mittwoch, 21.11.2018, las Hacke in der Kulturetage aus seinem Werk. Für den Arbeitskreis Zivilcourage des Präventionsrates war das ein willkommener Anlass, sich mit einer Publikumsbefragung ein Bild davon zu machen, was die Menschen aus Oldenburg und Umgebung über Anstand und den Umgang miteindander denken – und welche Beziehung sie zwischen Anstand und Zivilcourage sehen.

Der Arbeitskreis hatte Karten mit vier Ankreuz-Fragen vorbereitet. Vor Beginn der Lesung wurden die eintreffenden Zuhörerinnen und Zuhörer gebeten, diese Fragen zu beantworten und die ausgefüllten Karten spätestens in der Pause zurückzugeben. So konnten sie bis zum Ende der Lesung ausgewertet werden, und das Publikum konnte das Ergebnis am Ende des Abends betrachten.

„165 ausgefüllte Karten bekamen wir zurück, demnach haben sich mehr als 40 % des Publikums an der Befragung beteiligt. Damit haben wir eine repräsentative Stichprobe für diese Veranstaltung bekommen“, freut sich AK-Leiter Uwe Rempel.

Die Fragen und die Ergebnisse sehen wie folgt aus:

1. Finden Sie, dass wir in Oldenburg freundlich und anständig miteinander umgehen?
– ja immer: (5 Antworten/3 %)
– meistens (158/96 %)
– selten: (2/ 1 %)
– nein: (0/0 %)

2. Wo sehen Sie einen Grund für mangelnde Freundlichkeit (Mehrfachnennung möglich)
– Erziehung (139 Antworten) 
– Zeitmangel (72)
– Unsicherheit (80)
– Anonymität (79)

3. Welcher der folgenden Werte ist Voraussetzung für Zivilcourage?(Mehrfachnennung möglich)
– Geborgenheit (29 Antworten)
– Respekt (155)
– Freundlichkeit (59)
– Ehrlichkeit (71)

4. Wie wichtig ist Ihnen Zivilcourage?
– sehr wichtig (132 Antworten/79 %)
– wichtig (33/21 %)
– weniger wichtig (0/0 %)
– unwichtig (0/0 %)

„Diese Befragung war für uns ein großer Erfolg, und das Ergebnis wird uns für die Arbeit im AK Zivilcourage neue Impulse geben“, ist Uwe Rempel sich sicher. „Ein herzlicher Dank geht an das Team der Kulturetage und ganz besonders an Bettina Stiller. Ohne ihre hervorragende Unterstützung wäre diese Aktion des PRO nicht möglich gewesen.“
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Soccer-Court-Turnier bringt wieder 6000 Euro

16.11.2018 18:55 Uhr

Scheckübergabe am 15. November

Nachdem das jährliche Soccer-Court-Turnier des Präventionsrates 2017 wegen schlechten Wetters kurzfristig abgesagt werden musste, ging der PRO in diesem Jahr auf Nummer sicher und trug das Turnier erstmals unter dem Dach der Freilufthalle am Uhlhornsweg aus. Das war eine gute Entscheidung, denn obwohl das Wetter in diesem Jahr insgesamt traumhaft war, regnete es ausgerechnet an diesem 25. August.

Am Donnerstag, dem 15. November, konnte PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler den Spendenscheck über 6000 Euro von Vertretern der sechs teilnehmenden Mannschaften in Empfang nehmen. 
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Eltern, Jugendliche und die Gefahren durch digitale Medien

28.10.2018 00:12 Uhr

Ein Rückblick auf den 13. Oldenburger Präventionstag

von Carsten Lienemann

Kaum hatte Jugendamtsleiter Dr. Frank Lammerding in seinem Grußwort verkündet, dass die rund 50 Schulen im Stadtgebiet Oldenburgs bis 2023 mit schnellem Internet und WLAN ausgerüstet werden, da führte die Hauptrednerin des Tages, Franziska Vogel-Eckerlin, in ihrem Vortrag aus, dass Kinder bis über das Grundschulalter hinaus eigentlich gar nicht in der Lage sind, die komplexen Daten der digitalen Medien intellektuell zu verarbeiten. Das würde bedeuten, dass ein Internetanschluss für die dreißig Oldenburger Grundschulen überflüssig wäre.

Der Arbeitskreis Schule des Präventionsrates hattte den 13. Oldenburger Präventionstag organisiert, und der beschäftigte sich unter dem Titel „Medien kennen – Medien können“ fast ausschließlich mit den Gefahren auf sozialer Ebene, die besonders für Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen Medien auftreten können. Eingeleitet wurde der Fachtag mit einem Vortrag, dem sieben Workshops folgten, in denen die Kenntnisse über Gefahren und Probleme im Umgang mit digitalen Medien vertieft werden konnten.

„Medienmündigkeit“ war der Vortrag von Franziska Vogel-Eckerlin betitelt, und er handelte davon, dass Kinder erst allmählich die Fähigkeiten zum Umgang mit digitalen Medien erwürben und entwickelten. Darum sei es wenig sinnvoll, wenn Kinder schon im Vorschulalter viel Zeit vor und mit Bildschirmen verbringen.

Vogel-Eckerlin baute den „Turm der Medienmündigkeit“ nach Paula Bleckmann auf, der die Stufen der kindlichen Entwicklung wiedergeben soll. Danach sind zu Beginn Berührungen und körperliche Nähe wichtig, später die direkte Ansprache und Kommunikation. Anschließend daran lernen Kinder, produktiv zu werden, und damit auch, dass jeder Prozess Arbeit und Zeit braucht. „Erst ab dem 12. Lebensjahr können Kinder kritisch reflektieren. Vorher können sie die vielfältigen Informationen und Eindrücke, die sie von Bildschirmmedien vermittelt bekommen, nicht wirklich verarbeiten“, so Vogel-Eckerlin. Nicht alle der rund 160 Teilnehmer*innen teilten diese Auffassung bis ins Detail, wie einzelne Nachfragen ergaben. 

Eine keinesfalls neue Erkenntnis dieses Präventionstages ist, dass digitale Medien auf sozialer Ebene keine Probleme hinzugefügt, sondern nur bereits vorhandene auf eine höhere, buchstäblich globale Ebene gehoben haben. Gefahren auf technischer Ebene, zum Beispiel rund um Big Data, waren auf dem Fachtag leider kein Thema.

Die Lösung für ersteres kann eigentlich nur in umfassender Aufklärung bestehen. „Eigentlich müssten wir zuerst die Eltern erziehen“, lautete folgerichtig das Fazit einer Teilnehmerin. Leider sind Eltern oft schwer zu erreichen. Ein Angebot, das außerdem auch die technische Ebene einbezieht, stellte André Scharf aus dem Arbeitskreis Medien des Präventionsrates am Schluss des Fachtages vor: Paare aus einem Elternteil und einem mindestens 12-jährigen Kind können gemeinsam eine private Cloud auf einem Raspberry Pi einrichten und konfigurieren. Termin ist Sonnabend, der 24. November. Weitere Informationen und Anmeldung in der Geschäftsstelle des Präventionsrates unter 0441-235 3611 oder unter praeventionsrat@stadt-oldenburg.de.
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Medien kennen – Medien können

18.10.2018 22:16 Uhr

13. Oldenburger Präventionstag

Am 26. Oktober 2018 findet der 13. Oldenburger Präventionstag statt. Von 9:00 bis 15:00 Uhr geht es im PFL um „Medien kennen – Medien können“. Der Fachtag richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte und Pädagogische Mitarbeiter*innen an Schulen, Elternvertreter*innen sowie an Fachkräfte aus den Bereichen Erziehung und Bildung. Interessierte Eltern sind aber ebenfalls willkommen. 

So alltäglich, so herausfordernd: das Internet und digitale Medien. Während die Schule noch mit der Einführung der digitalen Medien im Unterricht beschäftigt ist, werden Smartphone, Tablet und Konsole in der Freizeit selbstverständlich und ausgiebig genutzt – mit Auswirkungen positiver wie negativer Art. Auf dem 13. Oldenburger Präventionstag werden Wege aufgezeigt, wie Kinder und Jugendliche medienmündig statt mediensüchtig werden, wie sie grundlegende Lebenskompetenzen erwerben, bevor sie diese auf den Umgang mit Medien anwenden. Dazu werden unterschiedliche fachliche Einblicke, Informationsmaterialien in einer Ausstellung und viel Raum für Diskussionen geboten. Den Auftakt bildet ein Vortrag der Medienpädagogin Franziska Vogel-Eckerlin zum Thema Medienmündigkeit. Dann folgen zwei Workshop-Phasen, getrennt durch eine Mittagspause, und abgerundet wird das Programm von einer Pointe, die André Scharf zum Besten gibt.

Details und Anmeldeformular auf der Webseite des Präventionsrates.
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Wut und Zivilcourage – wie passt das zusammen?

24.09.2018 17:37 Uhr

Eckhard Wache liest aus „Wut ist ein Geschenk“ von Arun Gandhi

Wut ist ein Geschenk – wenn es uns gelingt, sie zu beherrschen. Sie zwingt uns zu definieren, was gerecht und was ungerecht ist. Ohne sie hätten wir keine Motivation, uns einem Problem zu stellen.

Arun Gandhi ist zwölf Jahre alt, als er zu seinem berühmten Großvater Mahatma Gandhi zieht, um für zwei Jahre bei ihm zu leben. Seine Wut zu kontrollieren ist eine der Lektionen, die Arun dabei lernt. Die elf wichtigsten Lektionen hat er in einem Buch beschrieben. 

Zum dritten Mal lädt der Arbeitskreis Zivilcourage des Präventionsrates Oldenburg (PRO) zu einer Lesung ein. Am 27. September ab 19:30 Uhr liest Eckhard Wache im Elisabeth-Anna-Palais ausgewählte Kapitel aus „Wut ist ein Geschenk“.

Arun Gandhi lässt das Publikum miterleben, wie sein Großvater ihm Werte und Wertschätzung vermittelt. Arun lernt, dass gewaltlos etwas ganz anderes ist als passiv bleiben, dass jede Person das Recht hat, ihre Stimme zu erheben und gehört zu werden, dass Gewaltlosigkeit auf fünf Säulen fußt und dass auch der große Mahatma Gandhi ein Vorbild mit Fehlern ist, von diesen Fehlern aber wusste. 

Unabhängig von der Person Gandhis ist sein Wertekanon eine gute Grundlage für ein friedliches und gerechtes Zusammenleben aller Menschen. Aus der Sicht der Zivilcourage ist die Wertschätzung aller Menschen unabhängig von Herkunft, Rang, Religion etc. interessant. Es ist wichtig, seinen eigenen Wert und den anderer Menschen zu kennen, sich nicht zu über- aber auch nicht zu unterschätzen. Mit angemessenem Selbstwertgefühl können wir uns für gesellschaftliche Werte einsetzen und gegen Unrecht protestieren. Darüber möchte der Arbeitskreis Zivilcourage im Anschluss an die Lesung in einem offenen Gedankenaustausch mit dem Publikum diskutieren. 

Arun Gandhi: „Wut ist ein Geschenk“
Lesung mit Eckhard Wache
Donnerstag, 27.09.2018, 19:30 Uhr
Elisabeth-Anna-Palais (Sozialgericht)
Schlosswall 16, 26122 Oldenburg
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6. Soccer Court – Benefizturnier des PRO

22.08.2018 21:57 Uhr
Kicken für die Prävention:am Samstag, den 25. August 2018 von 14:00–17:00 Uhr auf dem Sportgelände der Uni Oldenburg, Uhlhornsweg, in 26129 Oldenburg.

Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg und die Comes Unternehmensberatung laden zum 6. Soccer Court - Benefizturnier ein.
Sechs Mannschaften aus dem Bankenwesen und aus Unternehmen spielen für Oldenburger Präventionsprojekte.

Das Besondere des Benefizturniers ist, das jedes Tor, jede rote oder gelbe Karte und jedes Foul mit „Strafgeldern“ geahndet werden, die dann summiert der Prävention in Oldenburg zu Gute kommen. Über 23.000,-€ konnten bereits dank der Benefizturniere im Soccer Court für die Prävention erspielt werden. Für Fair Play und gute Unterhaltung sorgen die Schiedsrichter*innen: der Vorstand des PRO, Eckhard Wache und Ulrike Heinrichs sowie die Integrationsbeauftragte Aliz Müller.

In bewährter Manier wird Harald Rieß die Spiele moderieren. Zuschauer*innen sind herzlich willkommen und können sich bei der Gelegenheit über die
Arbeit des PRO und die Prävention in Oldenburg informieren.
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Mobbing bleibt eine Herausforderung für Schulen

25.05.2018 20:44 Uhr
Gewalt an Schulen wird meist im Zusammenhang herausragender Vorfälle diskutiert. Für die
Prävention handelt es sich um ein Alltagsthema, dem sich der Präventionsrat Oldenburg seit
18 Jahren widmet. Am 25. Mai wurden im Rahmen einer Tagung im Alten Landtag zwei
Ansätze vorgestellt, mit denen Mobbing in der Schule wirksam begegnet werden kann.
50 Lehrkräfte aus allen Schulformen erfuhren, wie man Täter anspricht, wie man (mögliche)
Opfer besser schützt und wie man erreichen kann, dass die gesamte Schule ein deutliches
Signal gegen Mobbing setzt.
Mobbing vorzubeugen und so zu verhindern, dass es überhaupt zu Opfern und Tätern
kommt, verlangt Lehrkräften eine sensible Wahrnehmung von Konflikten im Klassenraum
oder auf dem Schulhof ab. „Leider haben wir es aufgrund der Verbreitung der Smartphones
unter den Schülern mit einer starken Dynamik zu tun und einem weiteren Feld für Übergriffe“
begründet Ulrike Heinrichs, stellvertretende Vorsitzende des Präventionsrat Oldenburg die
Notwendigkeit der Fortbildung. Die missbräuchliche Nutzung von Smartphones stellt für die
Lehrkräfte eine zusätzliche große Herausforderung dar. Mobbing wird so erst später sichtbar
und erhält eine Dynamik, die für die Opfer gravierend werden kann. „Inzwischen ist das
Thema in den Grundschulen bereits von Bedeutung“, ergänzt der Referent Frank Beckmann
von Brückenschlag. Die Prävention von Mobbing und das Eingreifen, wenn es zutage tritt,
spielen eine große Rolle, um Leistungseinbrüche von Schülern und Schulabgänge zu
verhindern.
Der Präventionsrat ist weiterhin Ansprechpartner für Lehrkräfte, die präventiv tätig werden
wollen. Die Geschäftsstelle ist erreichbar unter 235 3611.
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Mehr Sicherheit, weniger Kriminalität – der Präventionsrat informiert über seine Arbeit

26.04.2018 09:16 Uhr

Neues Mitglied im Vorstand

Der Vorstand des Fördervereins Präventionsrat wurde auf der diesjährigen Mitgliederversammlung, die am 18.04.2018 in der VHS stattfand, wiedergewählt. 

Mit großer Mehrheit wurden der erste Vorsitzende Torsten Maus sowie sein Stellvertreter Bernd Weber erneut in den Vorstand berufen. Auch Peter Böttger (Kassenwart), Karsten Specht (Schriftführer) und Gisela Haseleu wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Als neues Mitglied konnte der Vorstand Florian Liesenfeld begrüßen. Annikka Repenning wurde nach langjähriger Mitarbeit aus dem Vorstand verabschiedet. 
Eva Müller-Meinhard und Axel Speckels-Gurlit werden den Förderverein des Präventionsrates erneut als Kassenprüferin und Kassenprüfer unterstützen. 

Neben der (Wieder-)Wahl des Vorstandes wurden die Anwesenden über die Arbeit des Präventionsrates informiert. Projekte, Veranstaltungen und Fördersummen wurden ebenso vorgestellt wie das Engagement zahlreicher Bürger*innen, die in den 11 Arbeitskreisen des Präventionsrates tätig sind.



Torsten Maus, Vorsitzender des Fördervereins PRO stellte die aktuellen Zahlen vor: mit 69.000 € wurde Prävention in Oldenburg 2017 gefördert. Welche Projekte und Aktivitäten hinter dieser Summe stehen, stellte Eckhard Wache, Vorsitzender des PRO, dar.
Mit knapp 25.000 € wurde das Präventionsprogramm „Lions Quest“ an Oldenburger Schulen unterstützt. Dank der Unterstützung durch die Oldenburger Lions Clubs konnten knapp 200 Lehrkräfte qualifiziert werden, um mit direkt einsetzbaren Unterrichtseinheiten und Methoden zu arbeiten, die der Stärkung von sozialen und Lebenskompetenzen dient. Das Lions Quest Wirkung zeigt und sowohl Schüler als auch Lehrer davon profitieren, ist inzwischen nachweisbar. Insgesamt kam der größte Teil der erzielten Spenden in 2017 Projekten für Kinder und Jugendliche zugute, um diese stark zu machen gegenüber den „Verlockungen“ Internet, Drogen, Gewalt und Kriminalität. 
An ältere Menschen richteten sich Projekte, mit denen speziellen Kriminalitätsformen begegnet wird, unter denen Senioren leiden. Aufklärung und Stärkung des Selbstbewusstseins sind auch in dieser Altersgruppe immer wieder Thema.
Dank der zahlreichen ehrenamtlich Aktiven in den elf Arbeitskreisen des PRO können auch Angebote gemacht werden, die nur wenig Geld benötigen. Diese Verbindung von Bürgern, die sich zeitlich und mit ihrem Know-How engagieren und Bürgern, die finanzielle Mittel für die Prävention zur Verfügung stehen – sie ist es, die den PRO (und seinen Förderverein) nun schon im 18. Jahr in die Lage versetzen, Kriminalität und Gewalt gezielt vorzubeugen. 
Im Vorstand des Fördervereins gab es eine Veränderung. Torsten Maus, Geschäftsführer EWE Netz, wird weiterhin den Vorsitz führen und Bernd Weber, Geschäftsführer Audi Zentrum Oldenburg ist weiterhin als Stellvertreter des Vorsitzenden aktiv. Als Kassenwart wurde Peter Böttger, comes Unternehmensberatung, von der Versammlung bestätigt. Ebenfalls wiedergewählt wurde Karsten Specht, Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes, der sich im Förderverein als Schriftführer engagiert. Beisitzer sind Gisela Haseleu, Pädagogin, die im Amt bestätigt wurde und Florian Liesenfeld von Plambeck Liesenfeld GbR, der neu in den Vorstand gewählt wurde.  Aufgehört hat Annikka Repenning, Oldenburg Tourismus Marketing, der ein herzlicher Dank von der Versammlung für ihr mehrjähriges Engagement ausgesprochen wurde.

Pünktlich zur Mitgliederversammlung lag der Jahresbericht 2017 vor. Auch Nicht-Mitglieder können den Jahresbericht in der Geschäftsstelle des PRO anfordern unter Tel. 0441 235 3611 oder auf der webseite einsehen: www.praeventionsrat-oldenburg.de
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13.000 Euro zur Förderung junger Menschen

08.03.2018 20:35 Uhr

Lions übergeben hohe Spendensumme fur die Prävention

Am Donnerstag, 08. März 2018, übergab Burkhard Weiss vom Lions Club Oldenburg Lappan insgesamt 13.000 € für drei Projekte der Prävention an Torsten Maus vom Förderverein Präventionsrat und Mareike van't Zet vom Kinderschutzzentrum Oldenburg. 

2.000, € erhielt das Grundschulprojekt »Klasse2000«, 3.000 € gingen an das Kinderschutzentrum für »Balu und Du« und 8.000 € erhielt der Förderverein Präventionsrat, der das Geld für die Einführung von Lions Quest an weiterführenden Schulen einsetzt. 
Die hohe Summe konnte über den Oldenburger Adventskalender und das Stadttreffen der Oldenburger Service Clubs erzielt werden. Möglich wurde das nur dank der zahlreichen Unterstützer. So geht ein ausdrücklicher Dank der Lions an die LzO, die die Ausrichtung des Stadttreffens möglich gemacht hat. Außerdem haben das Audi Zentrum Oldenburg und das Medienhaus Rösemeier Kosten übernommen, so dass am Ende mehr Geld für die Prävention eingesetzt werden konnte.

»Alle drei Projekte zeigen die Wichtigkeit und die Effektivtät von Präventionsarbeit, und das bei vergleichsweise geringem Aufwand«, sagt Torsten Maus. Klasse2000, ein umfangreiches Programm für Grundschulen zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltprävention, hat inzwischen 150 Grundschulklassen in Oldenburg erreicht. 

»LionsQuest ist ein zweiteiliges Programm zur Stärkung der sozialen und Lebens-Kompetenzen für Schüler*innen an weiterführenden Schulen. Hier werden Lehrerinnen und Lehrer fortgebildet, die ihre Kenntnisse an ihre Schülerinnen und Schüler weitergeben. Auf diese Weise haben wir in Oldenburg inzwischen 10.000 Schüler*innen erreicht«, erklärt Burkhard Weiss.

Mareike van't Zet hat beobachtet, dass vom Mentorenprojekt »Balu und Du« nicht nur die betreuten Kinder profitieren. »Selbstverständlich werden die Kinder durch die Erfahrung, dass jemand ganz allein für sie da ist, gestärkt. Aber auch die Betreuer*innen, bei uns sind das Pädagogik-Studierende, verändern ihre Persönlichkeit zum Positiven.«
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Mit dem Frauenmobil sicher durch die Nacht

21.12.2017 22:32 Uhr

Gutscheinhefte für 2017 noch zu bekommen

Nicht nur in der bald anstehenden Silvesternacht bringt das Frauenmobil Frauen und Mädchen ohne Umwege sicher durch die Nacht. Die aktuellen Frauenmobilgutscheine, die noch an allen Vorverkaufsstellen erhältlich sind, können bis einschließlich dem 1. Januar eingelöst werden. 
Ab dem 2. Januar gehen die Gutscheine für das Jahr 2018 in den Verkauf. 

Frauen und Mädchen mit erstem Wohnsitz in Oldenburg, die das Frauenmobil nutzen möchten, erwerben im Vorfeld einen Gutschein im Wert von 3,50 Euro zu einem Preis von 1 Euro. Maximal 10 Gutscheine können zu den jeweiligen Öffnungszeiten in den Stadtteilbibliotheken Eversten, Flötenteich, Kreyenbrück und Ofenerdiek, sowie in den Bürgerbüros Nord und Mitte gekauft werden. Die Vorlage eines Personalausweises oder Schülerinnenausweises ist erforderlich, damit die Berechtigung zur Nutzung des Frauenmobils festgestellt werden kann. 

Die Gutscheine können bei elf beteiligten Taxi- und Mietwagenunternehmen für eine Fahrt innerhalb der Fahrzeiten des Frauenmobils eingelöst werden. Die Anzahl der einlösbaren Gutscheine und damit die Ermäßigung sind abhängig vom Fahrpreis. Bei Fahrkosten bis 7,49 Euro kann ein Gutschein eingelöst werden, bei Fahrkosten ab 7,50 Euro können zwei Gutscheine eingelöst werden. Pro Fahrt ergibt sich so eine Ersparnis von bis zu 5 Euro auf den regulären Fahrpreis.

Weitere Informationen unter www.oldenburg.de/gleichstellung 
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Aktionen zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

25.11.2017 16:57 Uhr

Fahne des PRO hängt diesmal vor dem Staatstheater – Statements aus dem Arbeitskreis Religionen

		  
		  
		  
Am 25. November wird auf der ganzen Welt der Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Die Organisation »Terre des Femmes« ruft jedes Jahr aus diesem Anlass dazu auf, die Fahne »frei leben – ohne Gewalt« für eine Woche aufzuhängen und damit ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen.

In Oldenburg beteiligen sich viele Firmen und Behörden an der Fahnenaktion, selbstverständlich auch die Gleichstellungsstelle der Stadt Oldenburg. Da der Präventionsrat Oldenburg (PRO) seine Geschäftsstelle im gleichen Gebäude hat, wird die Fahne des PRO jedes Jahr an eine andere Stelle verliehen, dieses Mal an das Oldenburgische Staatstheater.

Der PRO holt außerdem jedes Jahr Aussagen von Oldenburger Prominenten und Vertreter_innen Oldenburger Organisationen zu Gewalt an Frauen ein. 2017 wurden Vertreter_innen des Arbeitskreises Religionen im Präventionsrat gefragt:



 

Werner Bieberstein, Pastoralreferent und Seelsorger, Katholische Kirchengemeinde
In der »Sozialen Tür St.Willehad« unserer Gemeinde berichten mir immer wieder Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, von ihrem Leid! Oftmals spielen dabei auch Drogen und finanzielle Probleme eine Rolle. Das dies heutzutage immer noch so aktuell ist, ist für mich gesellschaftlich beschämend und nicht akzeptabel.



 

Sabine van Geuns, Bischöfin Christlich Essenische Kirche
Die Freiheit des Einzelnen ist das höchste Gut und sie endet dort, wo sie die Freiheit eines Anderen beschneidet. Ich finde Gewalt gegen Frauen ist nicht zu tolerieren, da sie die Freiheit extrem beschneidet!




 

Ahmed Hazzaa, Islamischer Kulturverein (Maryam Moschee)
Häusliche Gewalt und Zwangsverheiratungen finden ihren Ursprung nicht in religiösen Texten, sondern in patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen. Wir als Islamischer Kulturverein Oldenburg e.V./Maryam Moschee distanzieren uns ganz deutlich vor einem Missbrauch jeglicher religiöser Texte zum Zwecke der Gewaltausübung gegenüber Frauen.




 


Prof. em. Dr. Jürgen Heumann, Uni Oldenburg, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik
Psychische oder physische Gewalt, Gewalt aufgrund von Rollenfestschreibungen gegen Mädchen und Frauen gehen gar nicht: weder im häuslichen Umfeld, noch als sexuelle Übergriffe privat noch beruflich. 
Fragt man nach den Ursachen von Gewalt gegen Mädchen und Frauen, kommen, neben kulturellen Traditionen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, immer wieder auch die Religionen in den Blick; egal ob es solche aus dem westlichen oder solche aus dem östlichen Religionskreis sind. Besonders die oft hervorgehobene Rolle des Mannes in den Religionen war und ist immer noch Mitverursacher auch von häuslicher Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Das muss aufhören. Religionen können in der Demokratie erst dann ernsthafte Partner sein, wenn sie ihre Schuldgeschichte gegenüber Mädchen und Frauen aufarbeiten und die Beseitigung von Gewalt in den eigenen Reihen durchsetzen. 




 

Dr. Birgit Panahi, Bahá’í-Gemeinde Oldenburg
Aus Bahá’í-Sicht wird häusliche Gewalt in jeglicher Form strikt abgelehnt. Wenn Kinder und Heranwachsende sowohl Zusammenarbeit als auch eine Kultur des gegenseitigen Respekts, der Liebe und Gleichwertigkeit in der Familie und in ihrem Umfeld erleben, ist das die beste Prävention.




 

Tobias Jona Simon, Jüdische Gemeinde zu Oldenburg
"Behandle jeden Menschen so, wie du selbst behandelt werden willst"(Foto: Tobias Barniske – Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported)






 

Ilyas Yanc, Bildungsreferent, Yezidisches Forum e.V., Oldenburg-Yezidische Gemeinde Oldenburg
»Als Yezidische Gemeinde lehnen wird jede Form der Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen ab. Da darf es null Toleranz gegenüber den Tätern geben. Frauen und Mädchen die Gewalt erfahren, müssen geschützt werden und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Das Yezidische Forum e.V. ist bei Konflikten als Mediator tätig und berät Frauen und Mädchen die Gewalt erfahren haben.
Als Gesamtgesellschaft ist es unsere Aufgabe hinzusehen und solche 
Taten zu verurteilen.«

(Bildrechte: Johannes Bichmann)
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6500 Euro für den PRO

24.11.2017 18:36 Uhr
Der Präventionsrat Oldenburg (PRO) konnte sich in dieser Woche über zwei eingehende Spenden mit einer Gesamtsumme von 6.500 Euro freuen.

Spende auch ohne Soccer-Court-Turnier


Im August fiel zwar das Soccer-Court-Turnier 2017 wegen starken Regens aus, eine Spende wollten die verhinderten Teilnehmer_innen dem Präventionsrat trotzdem überreichen. Am Mittwoch, 22. November, übergaben Bernd Becker und Peter Böttger (comes), Michael Tietjen (Nord/LB) und Thomas Rottinghaus (OLB) übergaben einen Scheck über 4000 Euro an Nicole Wilke vom Präventionsrat. Uwe Springer von der Springer GmbH, die auch ihren Teil zur Summe beigetragen hat, konnte leider zum Fototermin nicht kommen.



Ingenieure sind überzeugt: 2.500 € für die Prävention
		   
Am Freitag, den 24. November 2017 überreichten zwei der Geschäftsführer von der Eriksen und Partner GmbH Oldenburg (EPO), Bernd Wienholz und Reiner Reichel (beide sitzend), 2.500,- € an den Präventionsrat Oldenburg, vertreten durch Bernd Weber vom Förderverein Präventionsrat und der Geschäftsführerin Melanie Blinzler.  
Den Problemen vorzubeugen, anstatt sie mit viel Aufwand zu behandeln – dieser Ansatz hat die Ingenieure überzeugt. Insbesondere für Kinder und Jugendliche wünscht sich das Team ausreichend Angebote und unterstützt darum die Arbeit des PRO.
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Benefizkonzert für Lions Quest

24.11.2017 18:11 Uhr

Stadttreffen der Service-Clubs 2017 ausgerichtet vom Lions Club Oldenburg-Lappan

„We serve“ – lautet das Motto, an dem die Lions-Clubs seit 100 Jahren ihr gemeinnütziges Handeln ausrichten. Grundlage der Lions ist die Überzeugung von Melvin Jones, Gründer des ersten Lions-Clubs, dass Service-Clubs die Pflicht besitzen, sich für ein besseres kommunales Zusammenleben und eine bessere Welt einzusetzen. In dieser Tradition und zum Begehen des 100-jährigen Jubiläums trafen sich am Donnerstag, dem 23. November 2017, über 300 Gäste auf Einladung des Lions-Club Oldenburg-Lappan zum alljährlichen Stadttreffen. Im Zentrum des Stadttreffens stand das Benefizkonzert des international bekannten Niedersachsen Sound Orchester im Forum der Landessparkasse zu Oldenburg. Begleitet durch beschwingte Klänge aus dem umfassenden Repertoire des gefragten Amateurorchesters spendeten die Gäste zugunsten von Lions Quest, einem Lebenskompetenz- und Präventionsprogramm für junge Menschen zwischen 10 und 21 Jahren. Es handelt sich um ein Lehrer-Fortbildungsprogramm, welches von allen Kultusministerien anerkannt ist. 

Der Schlüssel zum Erfolg von Lions Quest in Oldenburg liegt auch in der starken Zusammenarbeit vor Ort. „Der Präventionsrat Oldenburg ist unser Partner für die Umsetzung von Lions Quest in Oldenburg und Umgebung. Die Kooperation mit dem PRO erweist sich für uns als Glücksfall, denn sie trägt dazu bei, die komplexe Organisation zu ermöglichen. Dieses Miteinander ermöglicht eine konsequente und kontinuierliche Entwicklung“ so Burkhard Weiss, Präsident des Lions Club Oldenburg-Lappan. Dank der guten Zusammenarbeit konnten bereits 300 Lehrkräfte für Lions Quest in Oldenburg qualifiziert werden. Davon profitieren bereits jetzt mehr als 9.000 Schüler_innen.

„Von der Tradition der Lions und anderer Service-Clubs, z. B. den Rotariern, im Sinne des gesellschaftlichen Engagements profitiert in Oldenburg auch die Prävention“, sagt Torsten Maus, Förderverein Präventionsrat Oldenburg. „Wir blicken auf eine langjährige Unterstützung bei Präventionsmaßnahmen zurück und freuen uns sehr über das anhaltende Bekenntnis zur Prävention seitens der Service-Clubs.“
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Von Elternfallen, Expertentipps und Erziehung nach Bauchgefühl

23.11.2017 14:19 Uhr

Der 12. Oldenburger Präventionstag fand in der IGS Flötenteich statt

von Carsten Lienemann

Das hätte es früher nicht gegeben: Jugendliche, die aus voller Überzeugung ihre Eltern öffentlich loben und sagen – nein – verkünden, was sie ihnen verdanken. Damit zeigten die Schülerinnen und Schüler der OBS Osternburg gleich zu Beginn des 12. Oldenburger Präventionstages am 21. November 2017, dass sich die Auseinandersetzung lohnt, »Wenn Kinder uns Herausfordern« (Veranstaltungstitel), denn am Ende entwickeln sich diese Kinder zu selbstständigen und selbstbewussten Menschen. 

»Das Bemühen um das Kindeswohl ist heute mit Sicherheit größer als in früheren Zeiten. Von Seiten des Präventionsrates wollen wir dazu beitragen, dass Eltern mit Schulen, Vereinen und freier Jugendarbeit gemeinsam an diesem großen Ziel arbeiten«, stellte der Präventionsratsvorsitzende Eckhard Wache zur Begrüßung fest.  

»Eltern haben die besondere Aufgabe, ihren Kindern Vorbilder zu sein, sie zu schützen und zu bewahren, Regeln mit ihnen auszuhandeln und ihnen Regeln mitzugeben«, sagte Sozialdezernentin Dagmar Sachse in ihrem Grußwort. »Dieses Angebot des Präventionsrates ist folgerichtig und thematisch super-aktuell.« 

In vier Workshops beschäftigten sich die teilnehmenden Eltern, Fachleute und Interessierten dann mit Einzelthemen: 

  • Beim »Elterntalk – was ist uns am wichtigsten« konnten die Teilnehmenden exemplarisch erfahren, wie sich Eltern in privaten Treffen mit einer geschulten Moderatorin über Erziehungsfragen austauschen.
  • In »Medien – was (ver)bieten wir?« wurden Möglichkeiten und Gefahren, Regeln im Umgang mit und kritische Distanz zu Medien besprochen.
  • »Diskriminierungen – welche Argumente haben wir« behandelte Möglichkeiten des sachlichen Widerspruchs bei extremistischen oder menschenverachtenden Äußerungen im Familien- und Bekanntenkreis.
  • »Drogen – was setzen wir dagegen?« zeigte, wie man mit Jugendlichen ins Gespräch kommen kann, um sie vor Drogen zu schützen.
»Kinder und Jugendliche haben die Aufgabe, ihre Eltern wahnsinnig zu machen«, begann Diplom-Pädagoge Thomas Rupf seinen Vortrag zum Abschluss des Präventionstages. Die ständigen Kämpfe seien nicht nur normal, sondern sogar notwendig für die Entwicklung. Diese Kinder seien keineswegs verhaltensauffällig, sondern ganz im Gegenteil »gesund«. Dieses Wort zieht sich durch den ganzen Vortrag. Rupf benannte verschiedene Rollen, die Kinder in diesen Auseinandersetzungen einnehmen, und die dazu passenden Erziehungsfallen, in die Eltern regelmäßig tappen. Kinder hören (scheinbar) nicht zu, vergessen, diskutieren, trödeln. »Und wir reden zu viel, wir formulieren als Frage, was als Ansage gemeint ist, wir versprechen Belohnungen für Selbstverständlichkeiten, wir bleiben nicht eng dran, wenn wir etwas einfordern«, so Rupf. Kinder setzten ihr Interesse über das Elterninteresse und suchen nach Wegen, es durchzusetzen. Und sie lebten im Hier und Jetzt. Das sei ganz normal und gesund. Hinweise auf spätere Folgen oder wiederholte Erklärungen brächten gar nichts. »Wenn Ihr Kind eine Regel einhalten soll, hilft oft nur die klare Ansage und ein freundliches, aber bestimmtes nachhaltiges Einfordern.« Auf jeden Fall sollten Eltern auf ihr Bauchgefühl hören und nicht versuchen, irgendwelchen Erziehungsratgebern zu folgen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten Rückmeldungen zufolge »viel für den Alltag mitnehmen«. Die Workshops und auch der Vortrag kamen gut an. Dementsprechend zufrieden sind auch die Veranstalter_innen. »Die Workshop-Themen waren offenbar richtig gewählt, und auch der Vortrag war genau der richtige«, sagte PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler. »Viele Lacher und die rege Diskussion am Ende haben gezeigt, dass die Eltern mit dem Vortrag sehr viel anfangen konnten.«
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Oldenburg zeigt Flagge gegen weltweite Menschenrechtsverletzungen

21.11.2017 21:52 Uhr

Aktionen und Veranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen“ am Samstag, 25. November, werden an zahlreichen Gebäuden Oldenburgs bis zum Tag der Menschenrechte am Sonntag, 10. Dezember, Flaggen der Aktion „Frei leben ? ohne Gewalt“ hängen. Die internationale Flaggen-Aktion ist von der Organisation Terre des Femmes ausgerufen worden, um auf Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen. Weltweit beteiligen sich mehr als 800 Städte mit etwa 3.000 Flaggen. 

Veranstaltungen
Darüber hinaus plant das Oldenburger FrauenForum am 25. November von 12 bis 14 Uhr ausgehend vom Julius-Mosen-Platz eine Karton-Performance in der Innenstadt, um auf die eklatanten Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen und Mädchen aufmerksam zu machen. Ab 20 Uhr präsentiert das FrauenForum im cine k, Bahnhofstraße 11, den indischen Film „7 Göttinnen“.
Das Oldenburger FrauenForum ist ein Aktionsbündnis, in dem sich neben verschiedene Organisationen aus sozialen, politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen seit mehr als 30 Jahren für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzen. 

Am Mittwoch, 29. November, hält die Autorin, Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Dr. Mithu Sanyal im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, einen Vortrag mit anschließender Diskussion zu ihrem Buch „Vergewaltigung – Aspekte eines Verbrechens“. Sie zeigt darin auf, dass Vergewaltigung nicht nur eine individuelle Begegnung von Opfer und Täter ist. Durch die gesellschaftliche Betrachtung des Themas werden vielmehr selbst Rollenklischees bedient, denen entgegen getreten und damit aktiv zur Prävention beigetragen werden kann. Die Veranstaltung endet gegen 21 Uhr, der Eintritt ist frei.

Zum Abschluss der Aktionstage zeigt das cine k am Freitag, 8. Dezember, ab 18 Uhr den Film „Unter aller Augen“. Die Dokumentation lässt Gewalt überlebende Frauen aller Kontinente selbst zu Wort kommen. Im Anschluss an den Film findet ein Filmgespräch mit einer Mitarbeiterin von Wildwasser Oldenburg e.V. statt.

Hintergründe
Am 25. November 1960 werden die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet. Zuvor hatten sie gegen die tyrannische Diktatur, die Willkür und die brutale Gewalt in ihrem Land gekämpft. Der Mut der Schwestern wurde zum Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft für das Eintreten gegen jegliches Unrecht zu entwickeln. 1999 wurde ihr Todestag von der UN-Generalversammlung zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen“ ernannt. 

Die UNO geht davon aus, dass jede dritte Frau einmal in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder anderweitig missbraucht wird, in einigen Ländern bis zu 70 Prozent – in der Mehrzahl durch vertraute Partner und im häuslichen Bereich. In Deutschland haben nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums 40 Prozent aller Frauen zwischen 16 und 85 Jahren bereits körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Betroffene physischer oder psychischer Gewalt können sich jederzeit anonym und kostenfrei an das Hilfetelefon 08000 116016 wenden. In Oldenburg stehen das Frauenhaus, BISS, Olena, Wildwasser, die Opferhilfe, der Weiße Ring sowie weitere Ehe- und Familienberatungsstellen für Hilfe und Unterstützung zur Verfügung. Weitere Informationen unter www.oldenburg.de/gleichstellung.
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»Wenn Kinder uns herausfordern«

13.11.2017 09:41 Uhr

12. Oldenburger Präventionstag

Am Dienstag, den 21. November 2017, findet der 12. Oldenburger Präventionstag statt. Tagungsort ist von 15:30 Uhr bis 19:30 Uhr das Forum der IGS Flötenteich. Die Tagung widmet sich dem Thema »Wenn Kinder uns herausfordern« und richtet sich an alle Eltern und Interessierte.

In fünf Workshopangeboten wird zu verschiedenen Schwerpunktthemen ab 16:00 Uhr informiert:
  1. Elterntalk – was ist uns am Wichtigsten?
  2. Medien – was (ver)bieten wir?
  3. Diskriminierungen – welche Argumente haben wir?
  4. Drogen – was setzen wir dagegen?
  5. Mobbing – wie schützen wir?
Im Anschluss wird Dipl. Pädagoge Thomas Rupf auf humorvolle Art Möglichkeiten aufzeigen, den alltäglichen Herausforderungen gelassen zu begegnen. Er beschreibt in kleinen Anekdoten klassische Erziehungsfallen, die uns oft das Leben schwer machen. Dabei geht es nicht um die perfekte Erziehung, denn die gibt es gar nicht. Möglich ist aber, für sich selbst geeignete Wege zu finden, schwierige Situationen im Erziehungsalltag geschickt zu meistern und den Kindern eine Orientierung zu geben. Um eine Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie auf der Internetseite des Präventionsrates Oldenburg.
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Rekordspende für ein Rekordseminar

23.10.2017 16:14 Uhr

Der gesamte Lehrkörper des Herbartgymnasiums nimmt an Lions-Quest-Seminaren teil

Zum ersten Mal konnte der Präventionsrat Oldenburg (PRO) das gesamte Kollegium einer Schule für eine Lions-Quest-Fortbildung gewinnen. Alle Lehrer_innen des Herbartgymnasiums nahmen am 20. und 21. Oktober 2017 an einem Seminar zur Vermittlung von Lebenskompetenzen an ihre Schüler_innen teil. Die dafür erforderliche Summe von 15.100 Euro spendeten die Oldenburger Lions Clubs, die pronovaBKK und der Verein der Ehemaligen und Förderer des Herbartgymnasiums zur Verfügung.

»Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das wirksame Präventionsprogramm Lions Quest allen Schulen in Oldenburg und Umgebung zu ermöglichen. Durch den Zusammenschluss mehrerer Lions Clubs aus Oldenburg und Umgebung sind wir diesem Ziel bereits einen großen Schritt näher gekommen«, sagt Burkhard Weiss vom Lions Club Oldenburg-Lappan, und Dr. Ursula Biermann vom Lions Club Oldenburg Willa Thorade ergänzt: »Die Kooperation mit dem Präventionsrat Oldenburg erweist sich hierbei als Glücksfall. Sie trägt dazu bei, die komplexe Organisation zu ermöglichen.«
»Unser Interesse an Prävention ist naturgemäß groß. Infolge des Präventionsgesetzes können und wollen wir neue Wege in der Unterstützung beschreiten. Die Möglichkeit, diesen konzentrierten Weg der Einführung von Lions Quest an den Schulen zu unterstützen, entspricht da sehr gut unserer Vorstellung«, informiert Thomas Tegeler vom Service Center der pronovaBKK in Oldenburg.

»Ich freue mich, dass dieses große Vorhaben gelungen ist und wir alle Kolleginnen und Kollegen überzeugen konnten, teilzunehmen«, sagt Andrea Kazmirek, die die schulseitige Verantwortung übernommen hatte. »Ich danke den Förderern für die Spenden und Melanie Blinzler vom Präventionsrat für die Unterstützung. Nur so konnten wir zwei Kurse Erwachsen werden und einen Kurs Erwachsen handeln durchführen.«

Sehr zufrieden ist auch Schulleiter Günter Tillmann, der darüber hinaus einen Plan hat, wie die Ergebnisse der Lions-Quest-Kurse in den Schulalltag eingebaut werden können.

Für die Prävention von (selbst-)zerstörerischen Verhaltensweisen (Sucht- und Drogenabhängigkeit, Gewalt, Suizidgefährdung) werden dem Programm Lions Quest von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten zugeschrieben. Mit den Lions Quest-Inhalten werden die fachlichen Anforderungen der Schule ergänzt durch die Entwicklung von Lebens- und Sozialkompetenzen. 
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Gegen Hass hilft nur Sachlichkeit

13.09.2017 14:42 Uhr

Lesung »Gegen den Hass« mit Schauspielerin Franziska Werner

Hass kann man nicht mit Hass beseitigen, sondern nur mit offener Gegenrede und Argumenten.  
Jeder Mensch ist anders, aber alle Menschen sind unabhängig von ihren Eigenschaften gleichwertig und müssen auch so behandelt werden. Eine vielfältige Gesellschaft ist der beste Schutz für jeden Menschen, weil sie jeder Person erlaubt, ihre Eigenheiten und Abweichungen von der Norm auszuleben.

Das sind die wichtigsten Thesen der Textauswahl, die Franziska Werner am Dienstag, 12. September, bei der Lesung aus dem Buch »Gegen den Hass« von Carolin Emcke im Elisabeth-Anna-Palais vortrug. Der Arbeitskreis Zivilcourage des Präventionsrates hatte zu der Lesung geladen und durfte sich über einen komplett gefüllten Saal freuen. 

In der anschließenden Podiumsdiskussion ging es um Rezepte und Umsetzungen, die es in unserer Gesellschaft gibt, um dem Hass zu begegnen. Dafür standen der Hausherr des Abends, Sozialgerichtsdirektor Wulf Sonnemann, der Präventionsratsvorsitzende und Leiter der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt-Ammerland Eckhard Wache, Franziska Werner sowie das Publikum als Vertretung der Zivilgesellschaft Rede und Antwort.

Bei der Polizei und in der Rechtsprechung gibt es inzwischen viele Mitarbeiter_innen, deren Wurzeln in anderen Kulturen liegen. »Das ermöglicht uns neue Einblicke und entsprechendes Einordnen kultureller und religiöser Unterschiede«, sagte Wulf Sonnemann. Eckhard Wache erläuterte die Diskussion um das Thema »Hasskriminalität«, wobei er sich skeptisch zeigte, was die Einführung eines neuen Straftatbestandes betrifft.

Die Kunst im Allgemeinen und das Theater im Besonderen müsse immer wieder auch kritisch auf aktuelle Vorgänge reagieren, findet Franziska Werner. »Wir müssen die Geschichten derer sichtbar machen, die sonst nicht zu sehen sind, damit das Publikum seine Vorurteile hinterfragt. Kultur muss sich immer auch politisch engagieren«, so Werner.

In einer längeren Diskussion mit intensiver Beteiligung des Publikums wurde der von Carolin Emcke verwendete Begriff der »Lernenden Gesellschaft« eingegrenzt. Ein Problem hat damit vorwiegend die heutige Erwachsenengeneration, wie sich zeigte. Eine Schüler_innengruppe der IGS Kreyenbrück von der AG Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage), die mit ihrer Lehrkraft gekommen war, berichtete, dass die Schüler_innen zwar aus ganz unterschiedlichen Kulturen kämen, dass sie diese Unterschiede aber gar nicht wahr nähmen. »Die kulturelle oder auch soziale Herkunft spielt keine Rolle, zudem ist die Gemeinschaft über mehrere Schuljahre gewachsen. Gruppen bestehen natürlich, aber die Verbindungen sind ganz andere.«

Lesungstext und Diskussion waren durchaus auf anspruchsvollem Niveau und verlangten hohe Aufmerksamkeit von allen Beteiligten. Die Sorge aber, dass die Zuhörer_innen und insbesondere die Schüler_innen nicht folgen könnten, erwies sich als unbegründet. In ersten Reaktionen zeigten sich die Befragten sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abends.
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»Die Welt ein Stück besser gemacht«

10.09.2017 22:12 Uhr

Konfliktschlichtung e. V. feiert 30 Jahre erfolgreiche Arbeit

von Carsten Lienemann

Sie waren echte Pioniere. Eine handvoll Pädagog_innen startete im Jahr 1987 die erste Einrichtung für einen Täter-Opfer-Ausgleich in Niedersachsen, bundesweit war es nach dem »Projekt Handschlag« in Reutlingen die zweite. Es dauerte eine Weile, bis der Verein die ersten Fälle bearbeiten durfte. Dann aber folgte eine einzigartige Erfolgsgeschichte.

Am Freitag, 8. September, beging die Konfliktschlichtung e. V. ihren 30. Geburtstag, zunächst förmlich mit einer Fachtagung in der alten Fleiwa, zu der Kooperationspartner_innen, Jurist_innen, Pädagog_innen und Freund_innen geladen waren. Dass dieselben Personen auch ganz informell und ausgelassen feiern können, zeigten sie auf der abendlichen Party im Polyester.

»Mehr als 12.500 Beteiligte hat es in 30 Jahren Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) gegeben, dank der guten Zusammenarbeit mit allen Kooperationspartner_innen«, berichtete Jochen Hillenstedt vom Vorstand des Vereins in seiner Begrüßung. »Die Konfliktschlichtung e. V. hat sich großes Vertrauen erarbeitet und erhält alle fünf Jahre das TOA-Gütesiegel«, ergänzte Vorstandskollegin Karin Schulze.

Mit einer eindrucksvollen Darbietung stimmte der Pantomine Manfred Pomorin die Gäste auf das Thema des Tages ein, bevor Vertreterinnen der Landesregierung und der Stadt ihre Grußworte überbrachten.

»Mit Ihrer Arbeit haben Sie die Welt ein Stück besser gemacht«, sagte die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz an die Adresse der Konfliktschlichtungs-Mitarbeiter_innen. »Ein Ausgleich zwischen Täter und Opfer bietet die einzigartige Möglichkeit, den Tathergang mit den Augen des anderen sehen«, so Niewisch-Lennartz. Das Opfer könne die Kontrolle wiedergewinnen, die Täterin oder der Täter müsse auch sich selbst gegenüber die Tat neu bewerten. 
»Sie können stolz auf das Erreichte sein, aber gehen Sie konsequent weiter. Mit ›Opfer und Täter im Gespräch (OTG)‹ sind Sie auf dem richtigen Weg.«

»Mediation hilft nicht nur den Beteiligten einer Staftat, sondern auch der Gesellschaft, die Rückfallquote ist nachweislich geringer«, sagte Bürgermeisterin Petra Averbeck. »Täter-Opfer-Ausgleich, Projekt ›Konfliktschlichtung in der Schule‹ (ProKidS), das Oldenburger Interventionsprojekt Olip zu Gewalt in Familien und jetzt auch Opfer und Täter im Gespräch – Konfliktschlichtung e. V. trägt ganz entscheidend zu einer positiven Streitkultur in Oldenburg bei.«

Anhand von zwei Beispielen zeigte der Opferanwalt und ehemalige Bundesanwalt Dr. Wolfgang Schädler, wie eine Mediation aus der Sicht des Opfers verlaufen kann und wie dieses davon profitiert, auch bei schweren Straftaten, bei denen man früher in Juristenkreisen den TOA für nicht geeignet hielt. 

Die Mediation bei schweren Straftaten war auch Thema der Podiumsdiskussion, die den Fachtag abgeschloss. Nach aktueller Gesetzeslage muss die Staatsanwaltschaft inzwischen in allen Fällen, also auch bei schweren Straftaten, auf die Möglichkeit eines Täter-Opfer-Ausgleichs hinweisen. Jurist_innen und Pädagog_innen waren sich einig, dass das eine positive Entwicklung für alle Beteiligten ist – vielleicht gelegentlich mit Ausnahme von Staatsanwält_innen, die das Ziel einer maximalen Bestrafung verfolgen.

Zur abendlichen Party im Polyester kamen die Gäste nochmal in ganz anderer Grundstimmung zusammen, hier war ausgelassenes Feiern angesagt. Der Schauspieler Markus Weiß gab als »Victor Printemps« einen launigen Rückblick auf 30 Jahre Konfliktschlichtung, und die »Midnight Ramblers« mit dem Referenten des Vormittags, Dr. Wolfgang Schädler, als Frontmann, spielten Rockmusik der 60er- und 70er-Jahre.

Mediation ist ihr zweiter Vorname Sie ist das Gesicht der Mediaton in Oldenburg,die Gründerin und nach wie vor treibende Kraft hinter Konfliktschlichtung e. V.: Veronika Hillenstedt. Schon als Studentin beschäftigte sie sich mit Alternativen zum Strafvollzug, denn bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Bewährungshilfe und im Gefängnis hatte sie beobachtet, dass diese Art Sozialarbeit bei allem Engagement keinen Einfluss auf die Rückfallquote hatte. Sie beschloss herauszufinden, wie in anderen Ländern mit Straffälligen umgegangen wird. Sie stieß auf die Mediation und machte sie zum Thema ihrer Diplomarbeit. Auf einer Fachtagung wurde dann der erste Täter-Opfer-Ausgleich vorgestellt. »Da habe ich beschlossen: Das mache ich in Oldenburg auch!«, erinnert sich Hillenstedt. Mit einer Gruppe Studierender gründete sie zunächst einen Arbeitskreis Kriminalprävention, aus dem dann der Verein Konfliktschlichtung e. V. hervorging, der inzwischen viel beschäftigte 10 Mitarbeiter_innen hat. Der Anfang war schwierig. „Zwei Jahre haben wir argumentiert und gerungen, bis wir endlich den ersten Fall bekamen«, sagt Hillenstedt. Gesetzliche Regelungen dazu gab es noch nicht, erst 1991 wurde der TOA in das Jugendgesetz aufgenommen, 1994 in den Erwachsenenbereich. Die Jurist_innen waren zu beginn eher skeptisch, »sie haben nicht verstanden, warum diese Arbeit nicht von ihnen, sondern von Pädagogen geleistet werden sollte. Wir haben aber nicht locker gelassen und immer wieder um Fälle gebeten, bis wir schließlich den ersten bekamen. Von da an lief es.« Inzwischen wird der TOA im Allgemeinen und Konfliktschichtung e. V. im Besonderen von allen Seiten gelobt. Die Justiz ist von der Sinnhaftigkeit überzeugt, alle Seiten profitieren davon. »Es könnten aber mehr Fälle bearbeitet werden, es gibt mehr geeignete Fälle. Natürlich bräuchten wir dann wir mehr Personal und mehr Ressourcen«, so Hillenstedt. Gleich ihr erster Fall zeigte Veronika Hillenstedt, wie mächtig das Wort, ihr Wort, in einem Streitfall sein kann: »Es war ein mutwillig herbeigeführter Verkehrsunfall, die Beteiligten zwei Riesenkerle, die in meinem winzigen Büro saßen und sich zuerst total angeschrien haben. Ich hätte weder dazwischen gehen noch fliehen können, wenn sie sich geschlagen hätten. Aber als ich etwas sagte, beruhigten sich beide, sie sprachen über den Fall und die dramatische Vorgeschichte, und der Fall kam zu einem guten Ende«, erzählt sie. Ein anderer Fall hat ihr gezeigt, wie wichtig die Supervision ist. Eine junge Frau war auf der Treppe einer Unterführung von ihrem Freund geschlagen worden. Etwas ähnliches hatte sie selbst erlebt, und sie fing an, auf das Mädchen einzureden. »Sie machte immer mehr dicht, und ich stand neben mir und merkte, ich mache alles falsch hier. Ich musste eine Supervision machen und das aufarbeiten, damit ich weiter solche Fälle bearbeiten konnte. Das war für mich ein ganz einschneidendes Erlebnis.« »Schade, dass ich es nur einmal spielen kann« »Veronika Hillenstedt hatte mich bei einem Auftritt vor einem Dreiviertel Jahr gesehen und daraufhin angefragt.« Das Thema ist schwierig, aber unmögliche Themen kennt Manfred Pomorin nicht. »Natürlich kann man nicht alles überall spielen. Aber das größere Problem ist, eine verfolgbare Geschichte zu entwickeln. Dabei ist die Musik ganz entscheidend.« Pomorin hat sich akribisch auf diesen Auftritt vorbereitet, Gespäche geführt, eine Geschichte entwickelt, Musik ausgesucht und ausgiebig geprobt. »Es ist jedesmal ein ganz besonderes Projekt, fast wie eine Geburt. Darum ist es schade, dass ich es nur dieses eine Mal spielen kann.«

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Kicken für die Prävention

07.08.2017 09:18 Uhr

5. Soccer-Court-Benefizturnier des PRO

Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg und die Comes Unternehmensberatung laden in
Zusammenarbeit mit dem VfB Oldenburg zum 5. Soccer-Court-Benefizturnier ein.
Am Sonnabend, dem 12.  August 2017 von 14:00–17:00 Uhr spielen auf dem Gelände des VfB Oldenburg, Maastrichter Str. 35,
sechs Mannschaften aus dem Bankenwesen (LzO, Bremer Landesbank, Oldenburgische
Landesbank), aus Unternehmen (Fa. Springer Stuhr, Comes) und eine Mannschaft des VfB
Oldenburg zugunsten des Projektes »Open Sunday«.
Das Besondere des Benefizturniers ist, dass jedes Tor, jede rote oder gelbe Karte und jedes Foul mit
»Strafgeldern« geahndet werden, die dann summiert als Spende der Prävention in Oldenburg zu Gute
kommen. Über 21.000,– € konnten bereits dank der Benefizturniere im Soccer Court für die Prävention
erspielt werden.
Für Fair Play und gute Unterhaltung sorgen als Schiedsrichter Klaus Berster (Ehrenpräsident des
VfB Oldenburg) sowie Harald Rieß als Moderator.
Der Open Sunday
Angeleitet von jugendlichen Coaches werden in den Wintermonaten Schulsporthallen in Nadorst und
Bümmerstede sonntags für Kinder, mit und ohne Beeinträchtigung, geöffnet. Im Sinne der Prävention
stehen das soziale Miteinander und der Spaß an Bewegung im Vordergrund dieses Projektes.
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Integration als Schwerpunktthema der Prävention

22.06.2017 20:16 Uhr

Bilanz des 22. Deutschen Präventionstags aus Oldenburger Perspektive

von Carsten Lienemann

Der Deutsche Präventionstag hat sich zu einem echten Großereignis entwickelt. Zur 22. Auflage am 19. und 20. Juni in Hannover hatten sich rund 3000 Besucher_innen aus dem In- und Ausland angemeldet, die 600 Expert_innen treffen, 192 Vorträge, Themenboxen und Projektspots hören konnten und 155 Infostände besucht haben. Der Präventionsrat Oldenburg (PRO) war mit insgesamt drei haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen vertreten. Unter dem Schwerpunktthema »Prävention und Integration« wurde ein dicht gepacktes Programm angeboten.

Am eigenen Messestand machte der PRO vor allem auf zwei seiner Erfolgsprojekte aufmerksam, die gemeinsam mit der VHS und der Ev.-Luth. Akademie inzwischen seit vier Jahren veranstalteten »Lebendigen Bibliothek« sowie den Arbeitskreis Religionen und dessen Erklärung zu Grundwerten und Religionsfreiheit. »Diese Wahl hat sich als goldrichtig erwiesen«, freut sich PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler, »es haben sich zu beiden Themen viele interessante Gespräche und Austausche ergeben.«

Darüber hinaus war der PRO auch am benachbarten Stand des Verbunds kommunaler Präventionsräte im Nordwesten Niedersachsens (»PrimA«) beteiligt, der seine gemeinsame Kampagne zur Zivilcourage im Internet mit dem Schwerpunkt »PrimA-Challenge« vorstellte. Hier nutzten einige Besucher_innen auch die Möglichkeit, sich direkt am Stand an der Abstimmung über Verhaltensregeln im Internet zu beteiligen.

Über Vorteile und Synergien, die sich in einem Verbund kommunaler Präventionsräte für eine gemeinsame Kampagne ergeben, referierte Melanie Blinzler in einem Projektspot. Das Netzwerk »PrimA – Prävention im Nordwesten« hat bisher zwei Projekte nach diesem Prinzip durchgeführt. Dabei wird Informations- und Arbeitsmaterial von wenigen erarbeitet und an alle verteilt, während jeder einzelne Kooperationspartner nach eigenem Ermessen Veranstaltungen durchführen und Schwerpunkte legen kann. Damit werden die Aufgaben im Netzwerk arbeitsteilig übernommen, und die Ergebnisse stehen allen zur Verfügung.

Weiter nutzten die Vertreter_innen des PRO den Präventionstag zur Pflege bestehender und Aufnahme neuer Kontakte zu Praxis und Wissenschaft, zur Sammlung von Informationen, Projektideen und Material für die Arbeit in Oldenburg und selbstverständlich auch zur Fortbildung, soweit möglich, denn bei 192 Vorträgen an zwei Veranstaltungstagen musste man schon sehr gezielt auswählen.

Besonders beeindruckend war der Vortrag von Prof. Andreas Beelmann, Leiter des Instituts für Psychologie an der Universität Jena. Er stellte die Ergebnisse einer nicht-repräsentativen Befragung von syrischen Geflüchteten vor. Demnach wünscht sich ein großer Teil der Geflüchteten, in einer Demokratie zu leben, wobei die Vorstellung der Befragten von einer demokratischen Gesellschaft in einigen Punkten von den in unserer Verfassung festgelegten Bestimmungen abweicht. Das betrifft unter anderem das Rollenverständnis der Geschlechter, das Verhältnis von Staat und Religion und auch die Pressefreiheit. Die Frauen antworteten tendenziell konservativer als die Männer. Allerdings, so Beelmann, waren sie während der Befragung in männlicher Begleitung. Ob sie alleine anders geantwortet hätten, bleibt Spekulation.

Ebenfalls sehr interessant war ein Vortrag zum Thema Minderjährigen-Ehen. Die Sozialpsychologin Dr. Bettina Doering und die Juristin Isabell Plich sehen ein Problem darin, dass die Einzelfallprüfung mit der neuen Gesetzgebung abgeschafft wurde. Viele Ehen unter Minderjährigen seien geschlossen worden, um eine Flucht aus bedrohter Lage überhaupt möglich zu machen. 

Der 23. Deutsche Präventionstag findet am 11. und 12. Juni 2018 in Dresden statt.
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Vorstand-Entlastung Formsache

25.03.2017 21:37 Uhr
von Carsten Lienemann

Die Mitgliederversammlung des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg ist immer eine sehr harmonische Veranstaltung. So auch an diesem 22. März 2017. Warum auch nicht? Die Projekte und auch die Finanzen sind für alle transparent, im Förderverein sind wichtige Institutionen und Einzelpersonen vertreten, und Mitglieder wie Kooperationspartner sind sich einig, dass der Präventionsrat mit seinem Netzwerk seit über 16 Jahren wertvolle Arbeit in der Stadt und für die Stadt leistet. Vor allem aber: Weder die Vorstands- noch die einfachen Mitglieder des Fördervereins beschränken ihr Wirken auf Geldsammlungen und Spenden, sondern engagieren sich darüber hinaus für verschiedene Präventionsprojekte.

Als Beispiel für ein besonders erfolgreiches Projekt gab Fortbildungstrainer Hartmut Denker einen Einblick in das Programm »Lions Quest – Erwachsen werden«. Er bildet Lehrkräfte in praxisorientierten Seminaren aus, die ihre Kenntnisse dann vorwiegend im Unterricht an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I weitergeben, damit diese Lebenskompetenzen erarbeiten und Persönlichkeiten entwickeln können. Das bundesweite Programm wird vom Hilfswerk der Deutschen Lions e. V. betreut. In Oldenburg und Umgebung übernimmt der Präventionsrat einen wesentlichen Teil der Organisation der Seminare, was alle Beteiligten als Vorteil und Bereicherung bezeichnen.

21 Projekte wurden 2016 mit größeren und kleineren Geldbeträgen gefördert, die in der Summe 50.000 Euro übersteigen. Das Konto ist dennoch gut gefüllt, wie der Fördervereinsvorsitzende Torsten Maus versicherte, wobei das Geld natürlich nicht gehortet werde, zum Teil aber auf Wunsch der Spender_innen zweckgebunden verwendet werden muss. Die Kassenprüfer hatten nichts zu beanstanden und empfahlen der Versammlung die Entlastung des Vorstandes, was diese einstimmig annahm. Formsache.

Der einzige Schönheitsfehler, der auch in jedem Jahr wieder angesprochen wird, ist die gleichbleibende Größe des Fördervereins. So endete auch diese Zusammenkunft wieder mit einem Appell an alle Anwesenden, doch bis zum nächsten Mal je ein neues Mitglied zu werben.
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Mit vereinten Kräften für das Präventionsprogramm Lions Quest »Erwachsen handeln«

13.02.2017 10:01 Uhr
von Melanie Blinzler

Sechs Lions-Clubs aus Oldenburg und Umgebung finanzieren gemeinsam das Seminar »Lions Quest – Erwachsen handeln« für Lehrkräfte mit 6000 Euro. Bereits zum zweiten Mal beteiligt sich außerdem die Oldenburger Niederlassung des Personaldienstleisters expertum GmbH mit 1000 Euro.

»Das Seminar qualifiziert Lehrkräfte für den Einsatz des Präventionsprogramms Lions Quest - Erwachsen handeln«, erklärt Seminarleiter Heinz-Dieter Ulrich. »Mit dem Programm werden Inhalte und Methoden der«Lebenskompetenz-Erziehung« vermittelt. Ihr werden von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Prävention zerstörerischer Verhaltensweisen (Sucht- und Drogenabhängigkeit, Gewaltbereitschaft, Suizidgefährdung) zugesprochen.«

»Es ist bereits das fünfte Seminar, das die Lions Clubs seit 2014 finanziell unterstützen«, sagt Bernd Weber. »Wir werden das Angebot mit vereinten Kräften weiterhin fördern, damit diese Prävention an vielen Schulen eingesetzt werden kann.«

Karlheinz Blankemeyer vom Lions Club Ammerland ergänzt: »Wir freuen uns, dass wir dieser Pool-Lösung, die über den Präventionsrat Oldenburg gesteuert wird, nun ebenfalls beitreten konnten.«

Die Lions Clubs LC Ammerland, LC Ammerland Inamorata, LC Oldenburg, LC Oldenburger Geest, LC Oldenburg Lappan und LC Willa Thorade beteiligen sich an der Förderung.

»Unsere Firmengruppe unterstützt die Lions-Quest-Seminare bundesweit, und das ebenfalls seit mehreren Jahren«, so Stefan Willers von expertum GmbH. »Wir sind davon überzeugt, dass das dazu beiträgt, junge Menschen in der Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und damit möglichen negativen Entwicklungen vorzubeugen.«

Was ist Lions-Quest »Erwachsen handeln«?
Lebenskompetenzen für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 21 Jahren in Schule, Aus- und Weiterbildung und Freizeit.

Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und Förderung der allgemeinen Sozial- und Lebenskompetenzen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Verbindung mit der Förderung von Demokratiefähigkeit und gesellschaftlichem Engagement. 

Innovativer Ansatz 
Aktuell gibt es kein Angebot für die Altersgruppe 15 bis 21, das allgemeine Lebenskompetenzen systematisch fördert. Damit betritt Lions-Quest »Erwachsen handeln« Neuland. Die inhaltliche Innovation besteht darin, dass in Lions-Quest »Erwachsen handeln« allgemeine selbstbezogene Kompetenzförderungen mit Aspekten der Stärkung sozialer, aber auch politischer Partizipation und demokratischen Kompetenzen verknüpft werden. Sonst befinden sich die Felder der Demokratiepädagogik, der life skills und der politischen Bildung sozusagen eher im Widerstreit. In Lions-Quest »Erwachsen handeln« werden diese wichtigen Kompetenzen im Kontext behandelt und vermittelt. 

Entwicklung und Hintergrund 
Von Ende 2010 bis Mitte 2014 wurde Lions-Quest »Erwachsen handeln« unter der Leitung der Pädagogischen Hochschule Freiburg (PHF) von einem 14-köpfigen Expertenteam entwickelt (davon 10 Autoren, die das Curriculum verfassen). In dieser Entwicklungsgruppe arbeiteten Lehrkräfte verschiedener Schulformen, Senior-Trainer des Förderprogramms Lions Quest »Erwachsen werden« und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Das Entwicklungsprojekt wurde geleitet von Herrn Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Lions-Quest ist ein Fortbildungsangebot von Lions Clubs International und gehört zu den von Lions geförderten Kinder- und Jugendprogrammen unter dem Schirm von »Stark für's Leben«. In Deutschland ist das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. (HDL) als Lizenzträger für die Entwicklung, Umsetzung und Qualitätssicherung im deutschsprachigen Raum verantwortlich.
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»Es soll einfach nur aufhören« – oder gar nicht erst anfangen

09.02.2017 11:59 Uhr

Vortrag zu Cybermobbing in der Helene-Lange-Schule

von Carsten Lienemann

Cybermobbing, das gezielte Beleidigen, Bloßstellen und Bedrängen von Menschen über die sozialen Medien, ist nach wie vor ein Thema auch und gerade an Schulen. Grund genug für den Präventionsrat Oldenburg, zum Safer Internet Day 2017 eine Veranstaltung zu diesem Thema anzubieten.

Am Dienstag, 7. Februar, waren Kerstin Koletschka von Wildwasser Oldenburg e. V. und Maike Bartlmae, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, in der IGS Helene-Lange-Schule am Marschweg zu Gast. Mit einem Video-Spot starteten sie ihren Vortrag. Koletschka beschrieb die Formen des Cybermobbings und auch die Gefühlswelt, die die Mobbingopfer durchleben müssen.

»Beleidigung und Ausgrenzung hat es zu allen Zeiten gegeben, aber früher blieb das meist auf einen Ort beschränkt, zum Beispiel die Schule«, sagt Koletschka. Cybermobbing aber höre nicht auf, wenn die betroffene Person den Ort verlasse, es verfolge sie Tag und Nacht. Außerdem verbreite es sich viel schneller und in größerem Umkreis. »Die Betroffenen wollen vor allen Dingen, dass es beendet wird, eine Bestrafung der Urheber ist ihnen gar nicht wichtig«.

Die Mobbingopfer verlieren die Kontrolle über ihr Leben, fühlen sich ohnmächtig, oft aber auch schuldig und versuchen aus Scham, alleine mit dem Problem fertig zu werden. Leider endet es oft im sozialen Rückzug oder gar mit einem Suizid. »Loben Sie deshalb Ihr Kind für den Mut, mit Ihnen darüber zu sprechen, wenn es betroffen ist, auch wenn Sie innerlich kochen vor Wut«, appellierte Koletschka an das Publikum. Der nächste Schritt sei dann, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. In Oldenburg seien die zuständigen Stellen glücklicherweise sehr gut vernetzt und vermittelten untereinander weiter, wenn es erforderlich sei. Bei Bedarf gebe es auch Möglichkeiten für eine finanzielle Unterstützung.

Maike Bartlmae ergänzte die Ausführungen um die juristischen Aspekte. »Beleidigungen, Üble Nachrede, Bedrohungen und Verletzungen des höchstpersönlichen Lebensbereichs werden schnell strafrechtlich relevant, mit Folgen, die je nach Alter der Täterin bzw. des Täters schwer wiegen können«, so Bartlmae. Das Urheberrecht werde oft falsch eingeschätzt oder mit dem Recht am eigenen Bild verwechselt. »Eine fotografierte Person kann verlangen, dass das Bild gelöscht wird.«

Beide Referentinnen waren sich einig über den »rauen Umgangston«, der in manchen Whatsapp-Gruppen herrsche und so manches Mal den Tatbestand der Beleidigung erreiche. Andererseits sprachen sie sich dafür aus, nicht jede Beleidigung gleich anzuzeigen, sondern zunächst eine Regelung im direkten Gespräch zu lösen, zum Beispiel über die Streitschlichter an den Schulen.

Maike Bartlmae und Kerstin Koletschka gaben auch Hinweise zur Vorbeugung gegen Mobbing. Eltern sollten mit Ihren Kindern gemeinsam die Medien erkunden, sie sensibilisieren und ihnen die Folgen ihres Handelns verdeutlichen. »klicksafe.de« sei eine gute Adresse zur Information. »Medienkompetenz bedeutet mehr, als Apps bedienen zu können«, so Bartlmae, und Koletschka empfiehlt zu fragen, warum denn die Nutzung vieler Apps wohl kostenlos sei und womit die Hersteller ihr Geld verdienten. Außerdem sollten Kinder und Jugendliche zu zivilcouragiertem Handeln ermutigt werden, nicht nur als Zeugen von Cybermobbing. Auch dabei sollten Eltern ihre Kinder begleiten.

Links und Hinweise zu Hilfe und Beratungsstellen unter www.praeventionsrat-oldenburg.de/wegweiser: Medien.

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Fahnenaktion: Nein zu Gewalt an Frauen

24.11.2016 21:54 Uhr

Erstmals sind zwei Oldenburger Firmen beteiligt

von Carsten Lienemann

Die erste Fahne hängt bereits. Am Donnerstagvormittag, 24. November wurde die »frei leben ohne Gewalt«-Flagge am Gebäude Theaterwall 24 angebracht – ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Platz. 

»Es ist ganz großartig, dass sich erstmals zwei Firmen in Oldenburg an der Aktion beteiligen«, freuen sich Melanie Blinzler und Nicole Wilke vom Präventionsrat Oldenburg. Die comes Unternehmensberatung hatte schon im Vorfeld erklärt, dabei zu sein. »Gewalt zwischen den Geschlechtern sollte es nicht geben. Daher war es für uns selbstverständlich, auf die Terre-des-Femmes-Aktion aufmerksam zu machen«, sagt Peter Böttger, Senior Berater bei comes.

Damit die Fahne sicher zwischen vier Fenstern befestigt werden konnte, war die Unterstützung des Landschaftsarchitektenbüros Kilian Frenz wünschenswert, und sie wurde spontan gewährt. »Das ist eine gute und wichtige Aktion, darum gab es da für uns nichts zu überlegen«, erklärte der Leiter des Oldenburger Büros, Dipl.-Ing. Oliver Kilian.

Darüber hinaus ist der Ort selbst herausragend. Direkt gegenüber dem Staatstheater hängend ist die blaue Fahne weithin zu sehen und sollte in den nächsten Tagen viele Blicke auf sich ziehen.
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Erfolgreich auch im 16. Jahr

23.11.2016 22:41 Uhr

Beitritt zum Bündnis »Niedersachsen packt an« vorgesehen

von Carsten Lienemann

Auch für das Nach-Jubiläumsjahr kann der Präventionsrat Oldenburg (PRO) erfolgreiche Arbeit vorweisen. Daher fiel die Bilanz des PRO-Vorsitzenden Eckhard Wache auf der Mitgliederversammlung in der Evangelischen Familienbildungsstätte am Dienstag, 22. November, sehr positiv aus.

Der Präventionsrat »ist eine gewachsene Struktur aus 77 Organisationen, Behörden und Firmen, unterstützt durch die Stadt Oldenburg. Eine dreistellige Zahl von Bürger_innen engagiert sich in einem der elf Arbeitskreise oder unabhängig davon für die Prävention«, so Wache. Als besonderes Ereignis des zu Ende gehenden Jahres nannte er das »Gipfeltreffen der Arbeitskreisleitungen« im Juni, das der Standortbestimmung und der langfristigen Ausrichtung diente und bei dem erstmals mit »Eltern« auch ein Jahresthema bestimmt wurde, das 2017 ganz oben stehen wird. 

Als Beispiele für langfristige Aktionen hob Wache »Klasse2000« und »LionsQest« hervor und schilderte die Wandlung des Umgangs mit Graffiti vom kompromisslosen Übermalen hin zur anerkannten Kunstform, mit der sich unter anderem »die Brücken an den Einfallstoren der Stadt gestalten lassen: ›Brückenkunst‹ eben«.

»Wenn eine Gesellschaft sozial auseinanderfällt, setzt sie Gewalt frei.« Diese These stand am Anfang eines Referates von PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler. Gestützt auf die Studie »Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt« von der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2014 begründete Blinzler den Weg des Präventionsrates von »reiner Abwehr hin zu positiver Gestaltung«. »Dadurch, dass wir direkt auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt einwirken, können wir ihn bis zu einem gewissen Grad mit stärken«, so Blinzler.

Vor diesem Hintergrund steht das Vorhaben, dem Bündnis »Niedersachsen packt an« beizutreten, das auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der beiden christlichen Kirchen, der Unternehmerverbände Niedersachsen und der Niedersächsischen Landesregierung vor rund einem Jahr gegründet wurde. Ziel ist es, die gesellschaftliche Integration von Geflüchteten und Migranten durch Beteiligung aller staatlichen und zivilgesellschaftlichen Ebenen zu bewältigen. »Der PRO bezieht damit Stellung zum Thema Integration und erweitert darüber hinaus sein Netzwerk durch neue wichtige Kontakte«, erklärte Melanie Blinzler dazu. Die Frage nach dem Warum stellt sich eigentlich nicht, bestenfalls: »Warum erst jetzt?«
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Schweigen hilft nicht weiter

13.11.2016 17:19 Uhr

Fachtagung zu Zivilcourage im Internet

von Carsten Lienemann

Jugendliche müssen ihre eigene Identität finden. Sie probieren verschiedene Persönlichkeiten aus und ziehen Rückschlüsse aus den Reaktionen von Klassenkameraden, Freunden, Eltern. Das ist nicht erst mit dem Internet gekommen, das war schon immer so. Neu ist allerdings, dass die Identitätsfindung heute auch über Whatsapp, Instagram und Facebook ausgetragen wird und einmal gemachte Fehler für alle sichtbar festgehalten werden.

Für den Nachmittag des 11. November hatte der Zusammenschluss der kommunalen Präventionsräte im Nordwesten (»PrimA«) zu der Fachtagung #einmischen – Zivilcourage im Internet« geladen. Die Veranstaltung in der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg ist Teil der aktuellen PrimA-Kampagne »PrimA Challenge – Misch Dich ein«, die noch bis zum Jahresende läuft.

»Als wir unsere Kampagne starteten, war Zivilcourage im Netz noch kaum ein Thema, heute ist es in aller Munde«, sagte die Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg, Melanie Blinzler, zur Begrüßung der Teilnehmer_innen. Die Zunahme an menschenverachtendem Hass sei nicht zu übersehen, Mitläufer und Gaffer gebe es auch im Netz. »Wir wollen für Diskussion sorgen und die Zuschauenden zum deeskalierenden Eingreifen ermutigen, wenn die Grenze zum Menschenverachtenden erreicht oder gar überschritten ist.«

Zu Beginn standen drei Workshops auf dem Programm: Unterstützt von Hermann Lampen, Präventionsbeauftragter der Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim, diskutierte Benjamin Fokken über seine Erfahrungen als Mobbing-Opfer und seinem Weg heraus. Bedrohungen und Straftaten. Edwin Krüger, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Nordenham, sprach über den Umgang mit Bedrohungen und Straftaten in Fällen von digitaler Gewalt, und Moritz Becker von smiley e.V. beschäftigte sich und seine Teilnehmer_innen mit Online-Konflikten als Herausforderung für Bildung und Erziehung.

Den Abschluss bildete wiederum Moritz Becker mit einem Vortrag mit dem Titel »Whatsapp, Instagram und Facebook: Was geht uns das an?«

Ohne Beamer und Mikrofon hält Becker seinen Vortrag, der eigentlich schon mit der Einleitung endet. Danach reiht er einfach zahlreiche Anekdoten aneinander. Und doch benennt er Probleme, bringt Konflikte und ihre Ursachen auf den Punkt, und vor allem zeigt er seinem Publikum, wie die ausgewählten (oder ausgedachten?) Beispiele aus der Sicht der betroffenen Jugendlichen aussehen. Auch die Lösungen und Empfehlungen kommen scheinbar nicht von ihm, sondern von den Protagonisten seiner Geschichten. 

»Jugendliche sind unbekümmert und neugierig, sie probieren aus, was geht.« Und das mit einem Medium, das sie zwar bedienen können, über dessen vielschichtige Funktionen sie aber kaum etwas wissen. »Das ist so, als würden wir ein elfjähriges Kind ohne weitere Vorkenntnisse auf den Pilotensitz eines Jumbojets setzen«, so Becker. Er legt nahe, in kleinen Schritten vorzugehen. An erster Stelle könnte z. B. ein Familien-Smartphone stehen, mit dem man auch Dreijährigen schon zeigen könne, wie man Grüße und Fotos mit der Oma austausche. Ältere Kinder und Jugendliche sollten von ihren Eltern nicht kontrollierend, sondern interessiert und mit viel Vertrauen beim Erkunden der sozialen Medien begleitet werden. 

»Im Scheitern liegt die Möglichkeit zu lernen«. Viele Jugendliche merken von ganz allein, dass sie ihr Verhalten ändern müssen, wenn zum Beispiel die Schulnoten schlechter werden. Und sie finden wunderbare Strategien, von denen Becker einige nennt. Darum: »Das Handy wegzunehmen muss ein Notprogramm sein, das man immer wieder überprüft.«

Becker erläutert auch das soziale Gefüge einer Schulklasse. »Ungefähr drei sind die Coolen, drei weitere sind mal cool, mal nicht, der oder die Unbeliebte, die Normalen, die bestimmen, wer cool ist, und die ›Egalen‹, um die sich niemand kümmert.« Gerade die letztgenannten wären auch gerne cool, aber wenn sie den Coolen nacheiferten, würden sie nicht anerkannt, sondern vorgeführt. »Wenn wir ihnen dann noch sagen: ›Es ist doch egal, was die anderen von dir denken‹, ist das die nächste Niederlage, denn es ist gerade für Heranwachsende natürlich nicht egal, was andere über sie denken«, sagt Becker.

Und was hat das Ganze mit Zivilcourage im Internet zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Wer genauer hinschaut, kann aber erkennen, dass es letztlich immer um Anerkennung geht. Nicht nur Jugendliche, auch Erwachsene brauchen gelegentlich Bestätigung. Wenn sie keine bekommen, können sie zu Mitläufer_innen oder gar zu Täter_innen werden. Das Selbstbewusstsein im jugendlichen Alter zu festigen, ist vergleichsweise einfach. Die Reparatur im Erwachsenenalter ist wesentlich schwerer. Aber Schweigen hilft nicht weiter, und Aufgeben ist keine Lösung.
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»Verstehen, ohne einverstanden zu sein«

01.11.2016 12:02 Uhr

11. Oldenburger Präventionstag beschäftigt sich mit elterlicher Gewalt gegen Kinder

von Carsten Lienemann

Die Spielszene sollte ein Denkanstoß sein, nicht weniger, aber auch nicht mehr: Eine Kita-Mitarbeiterin hat bei einem Kind auffällige Verletzungen entdeckt und wird von ihrer Leiterin aufgefordert, die Eltern zu einem klärenden Gespräch einzuladen. Verunsichert und von Kolleg_innen allein gelassen spricht sie den Vater beim Abholen des Kindes an. Der reagiert abweisend und aggressiv und will schließlich seine Tochter abmelden.

Damit hatten die Spielerinnen und Spieler des Theaterkollektivs »eigen.art« die Gefühlswelt der Tagungsteilnehmer_innen sehr genau getroffen. Viele Erzieherinnen und Erzieher wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn es um elterliche Gewalt gegen Kinder geht.

Das ist auch im Präventionsrat Oldenburg und besonders in dessen Arbeitskreis »Kinder und Familie« bekannt. »Tu was – Kitas gefordert« war folgerichtig die Überschrift zum 11. Oldenburger Präventionstag am 28. Oktober in der Evangelischen Familienbildungsstätte. 

Erste Empfehlungen für eine richtige Herangehensweise gab Dr. Elke Nowotny vom Kinderschutz-Zentrum Berlin e. V. in ihrem Vortrag. Der wohl wichtigste Rat bestand darin, nicht gegen die Eltern zu arbeiten, sondern sich in ihre Lebenssituation hinein zu denken und sie einzubeziehen, »zu verstehen, ohne einverstanden zu sein«, so Nowotny. »Ein knappes Fünftel der Eltern fürchtet, den Familienalltag nicht gut organisiert zu bekommen.« Hauptgrund seien wirtschaftliche Probleme und berufliche Anforderungen. Konfrontation führe hier nicht weiter, diese Eltern müssten unterstützt werden. Darüber hinaus sei es wichtig, nicht allein zu handeln und gegebenenfalls auch das Jugendamt einzubeziehen.

»Kita-Erzieher_innen müssen Elterngespräche zu diesem Thema üben können, sie brauchen Beratung und Supervision und vor allen Dingen Wertschätzung und Respekt, damit sie ihre Aufgabe selbstsicher erledigen können«, sagte Elke Nowotny am Schluss ihres Vortrags.

In den anschließenden Workshops konnten sich die Teilnehmer_innen, zum überwiegenden Teil entweder in der Kindererziehung tätig oder in einer Ausbildung auf dem Weg dorthin, über ihr persönliches Empfinden in besonderen Situationen rund um das Thema Gewalt gegen Kinder austauschen. Hier zeigte sich, wie nachhaltig die einführende Theaterszene beeindruckt hatte. Trotz der recht unterschiedlichen Ausgangsfragen waren die Wünsche, die als Resümee aus den Workshops in das Plenum getragen wurden, sehr ähnlich: mehr Unterstützung und Gelegenheit zum Üben von Gesprächen, Wertschätzung der Arbeit und vor allem: mehr Fachtagungen wie diese.

Die Ausrichterinnen um Arbeitskreis-Sprecherin Hiltrud Boomgaarden zeigten sich anschließend sehr zufrieden mit Verlauf und Ergebnis des 11. Präventionstages. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen offenbar ihre Aufgabe an, sie wollen dazulernen und besser werden. Die Atmosphäre war angenehm vertraulich, nicht zuletzt dank des von allen Seiten hoch gelobten Caterings, das die international besetzte Frauengruppe »Coffee to Stay« der Evangelischen Familienbildungsstätte beisteuerte.

Die Wünsche nehmen die AK-Mitarbeiterinnen als Aufträge mit in ihre nächsten Treffen, wohl wissend, dass die Umsetzung nicht einfach wird. »Wir haben entsprechende Angebote, kommen aber dem Bedarf nicht hinterher«, sagt Mareike van't Zet, Leiterin des Kinderschutzzentrums Oldenburg, stellvertretend für andere Einrichtungen. Auch Jugendgruppenleitern und Tageseltern werden Hilfen und Fortbildungen angeboten, wie Petra Bremke-Metscher von der Koordinierungsstelle Kinderschutz des Amtes für Jugend und Familie mitteilte.

Es gibt Angebote zur Unterstützung von Kita-Mitarbeiter_innen ebenso wie von Menschen, die sich ehrenamtlich für Kinder engagieren, aber sie reichen bei weitem nicht aus. Auch Supervisionen sind leider kein Teil der geregelten Arbeit. Hier mehr zu investieren, wäre nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung für die Kindererziehung, sondern brächte auch eine hohe Rendite, die unglücklicherweise kaum nachzuweisen wäre.
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Einen Dialog auf Augenhöhe schaffen

14.10.2016 17:50 Uhr

Vernetzungstreffen „Zivilgesellschaft, Geflüchtete, Polizei – Versuch eines Perspektivwechsels“

Geflüchtete nehmen spätestens seit vergangenem Jahr einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft
ein. Im Alltag treffen sie auf Menschen, die ihnen Unterstützung anbieten, auf deutsche
Sicherheitskräfte, denen sie teils mit Skepsis gegenüberstehen, sind aber auch konfrontiert mit
Anfeindungen und Unverständnis. Einen Dialog auf Augenhöhe schaffen und einen Perspektivwechsel
der verschiedenen Akteure wagen – das ist das Ziel der Veranstaltung „Zivilgesellschaft, Geflüchtete,
Polizei – Versuch eines Perspektivwechsels“.
Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Polizei und mit Menschen mit Fluchterfahrung werden
zivilgesellschaftlich Engagierte auf der Veranstaltung vom 21.-22. Oktober 2016 in der Kaiserstr. 14 den Perspektivwechsel ausprobieren und
praktische Handlungsansätze für das eigene Engagement erarbeiten. Ziel ist es, allen Beteiligten
Einblick in die Situationen und Handlungsweisen der anderen Akteure zu ermöglichen und zumindest
zeitweilig deren Position einzunehmen.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Präventionsrates Oldenburg mit der Interkulturellen
Arbeitsstelle IBIS e.V, dem Bündnis für Demokratie und Toleranz Berlin und dem Präventionsrat
Netzwerk Rheiderland.
Sie richtet sich an Engagierte aus Initiativen, Projekten, Bündnissen und Vereinen, an Menschen mit
eigener Fluchterfahrung, Mitarbeitende von Polizeibehörden und aus Verwaltung und Justiz.
Das ausführliche Programm sowie weitere Informationen finden Sie auf www.praeventionsrat-
oldenburg.de.
Eine Anmeldung ist noch bis Montag, den 17.10.2016 über die Geschäftsstelle des Präventionsrates
(0441-235 3611) oder per E-Mail an praeventionsrat@stadt-oldenburg.de) möglich.
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PrimA-Challenge gemeistert

09.09.2016 14:11 Uhr

Tausende Nutzerinnen und Nutzer beteiligen sich an der Formulieung von Verhaltensregeln

Am Safer Internet Day 2016, dem 9. Februar, haben 21 kommunale Präventionsräte im Nordwesten und die Polizeidirektion Oldenburg die Kampagne „PrimA Challenge – Misch Dich ein!“ gestartet. Ziel der Kampagne war und ist es, angesichts der Zunahme von Hate Speech und menschen-verachtenden Äußerungen für mehr Zivilcourage auch und gerade im Internet einzutreten. Nutzer_innen können auf der Internetseite www.prima-challenge.de Regeln für ein besseres Miteinander im Internet, v. a. in sozialen Netzwerken, aufstellen und darüber abstimmen. 
Das Thema „Hasskommentare im Internet“ ist nach wie vor hochaktuell. Wie sehr gerade Jugendliche unter den Folgen leiden, zeigt eine neue Videoclip-Reihe, die „klicksafe.de“, die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz, gerade online gestellt hat, Engagierte Bürger_innen und Journalist_innen beschäftigen sich ebenso mit Lösungsmöglichkeiten wie der Bundesjustizminister. Die Bremer Initiative „Tu was! Zeig´ Zivilcourage!“ e. V. schlägt z. B. sechs einfache Aufforderungen an die Internet-Nutzer_innen vor, und die Medienforscherin Nayla Fawzi von der Universität München möchte den Pressekodex in angepasster Form auf soziale Medien übertragen. 
Die PrimA-Partner wollen mit ihrer Kampagne die Nutzer_innen direkt ansprechen und sie an der Aufstellung der Regeln beteiligen.
Am 9. September endete der erste Teil der Misch-Dich-ein-Kampagne mit großem Erfolg. Über 22.000 Besucher_innen haben die Seite besucht und dabei unter anderem mehr als 55.000 Abstimmungs-Klicks zu den Regeln abgegeben.
Darüber hinaus haben sich auch Schüler_innen mehrerer Schulen intensiv mit den Umgangsformen im Internet beschäftigt und die Regelsammlung um eigene Beiträge erweitert.
„Ausgehend von der Erfahrung, dass selbst mit abgestimmte Regeln eher befolgt werden als von außen vorgegebene, wollen wir die Nutzer_innen dazu bewegen, sich an der Formulierung von Regeln für das Miteinander im Internet zu beteiligen“, erklärt Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrat Oldenburg. „Die Beteiligung ist schnell und einfach möglich. Bewusst haben wir keine technischen Hürden für das Einstellen der Regeln und für die Abstimmung aufgestellt“, ergänzt Hermann Lampen vom Netzwerk Rheiderland, in dem sich drei Gemeinden für die kommunale Prävention zusammen geschlossen haben.
Die bis heute 30 von Nutzer_innen eingestellten Regeln zeigen deutliche Überschneidungen auf. So erinnern gleich mehrere daran, dass man es mit Menschen und nicht mit Computern zu tun habe. Ihr Tenor: „Behandele jeden so im Netz, wie Du selbst behandelt werden willst.“ In dieser recht vertraut erscheinenden Formulierung drückt sich u.a. das Unverständnis aus, dass eine große Zahl an Menschen in den sozialen Netzwerken des Internet Hemmungen ablegt, die außerhalb des Netzes – dank größerer sozialer Kontrolle  – gegeben sind.
Weitere Regeln stimmen in unterschiedlicher Formulierung darin überein, dass man mit Aussagen im Internet ebenso sorgfältig hantieren solle, wie wir es aus den Fairness-Regeln außerhalb des Internet kennen. Auffällig ist, dass die Regel „Verhalte Dich im Netz genauso wie im realen Leben und befolge die Gesetze“ auch Ablehnung erfährt. Möglicherweise werden nach wie vor Posts im Netz anders bewertet. Möglicherweise lässt sich hieran ablesen, dass nicht alle Nutzer_innen mit der schwächeren sozialen Kontrolle im Internet verantwortungsbewusst umgehen können oder wollen. 
Eine höchst ambivalente Einstellung zum Umgang mit Daten und Fakten im Netz zeigt auch, dass die Regel „Darauf achten, was ich inhaltlich im Netz von mir preisgebe“ keineswegs eindeutige Zustimmung erfährt. Im Gegenteil: beinahe gleichauf stehen Zustimmung und Ablehnung zueinander.
Manche Regeln sind in ausführlichen Sätzen formuliert, die nach verbreiteter Ansicht Jugendliche nicht ansprechen. Wie wir feststellen konnten, stammen diese Formulierungen aber sehr oft von Schüler_innen.
„Wir wollen mit dieser Seite weitermachen. Die Tatsache, dass sich verschiedene Altersgruppen beteiligt haben, stützt unser Vorhaben, die Umgangsformen im Internet gemeinsam zu reflektieren. Außerdem benötigen wir diese Beschäftigung mit dem Thema, damit Menschen auch couragiert reagieren, wenn Andere im Netz diskriminiert oder menschenunwürdig behandelt werden“, sagt Melanie Blinzler.
Die Regeln der PrimA-Challenge finden Sie unter http://www.prima-challenge.de/rahmen.php?&id=2.
Weitere Infomationen unter http://www.praevention-im-nordwesten.de/nano.cms/prima-challange
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6000 Euro erspielt

13.08.2016 22:39 Uhr

4. Soccer-Court-Turnier des PRO auf der Dobbenwiese

von Carsten Lienemann

Wieder einmal nutzte der Präventionsrat Oldenburg (PRO) seinen Soccer Court zum Spendensammeln. Am Sonnabend, dem 13. August 2016, wechselten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von vier Banken und zwei Firmen die elegante Geschäftskleidung gegen den Sportdress und traten zum vierten Soccer-Court-Turnier an. 

Spaß und guter Zweck standen natürlich im Vordergrund, dennoch gingen die sechs Teams nicht ohne Ehrgeiz in die Spiele fünf gegen fünf. »Nicht schön, sondern effektiv spielen« war meist die Devise. Komplizierte taktische Konzepte waren nicht unbedingt auszumachen, wohl aber Zielstrebigkeit und Siegeswille. Kommentator und Fußball-Fachmann Ronald Albrecht erkannte immerhin hier und da »brasilianische Züge«.

Gezählt wurden nicht nur die Tore, die zahlreich zu bejubeln waren, sondern auch Fouls, Rudelbildung und »Tunnel«, also Spielen des Balles durch die Beine, jeweils bestraft mit 50 Euro in den Spendentopf. Die beiden Unparteiischen Annikka Repenning und Harald Reyle hatten keine leichte Aufgabe, behielten aber alles im Griff.

Am Ende kamen 6000 Euro zusammen – erstaunlicherweise erreichte jede Mannschaft die maximale Summe. Den Spendenscheck überreichte die siegreiche Mannschaft von der Bremer Landesbank an Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates.

Das Geld ist für präventive Kinder- und Jugendprojekte bestimmt. Dazu gehört »Balu und Du«, ein Projekt, dass in Oldenburg vom Kinderschutz-Zentrum durchgeführt und vom PRO finanziell unterstützt wird.

Abschlusstabelle:
1. Bremer Landesbank
2. LzO
3. Comes Unternehmensberatung
4. Sparkasse Emsland
5. Raiffeisenbank Oldenburg
6. Springer Stuhr

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MdB Rohde ermuntert PRO-Vertreter zu aktuellen Stellungnahmen

28.07.2016 09:21 Uhr
Am 26.07.16 war MdB Dennis Rohde zu Gast im Präventionsrat Oldenburg (PRO). Während der Vorstellung der Arbeit des Präventionsrates gewann ein sehr aktuelles Thema die Oberhand: Wie gehen wir mit den Ängsten in der Bürgerschaft um, die aufgrund von Terroranschlägen in den vergangenen Wochen und dem Amoklauf in München zugenommen haben? Welche Rolle spielen Gewaltvorkommnisse in Oldenburg? Wie reagieren wir auf Hassreden im Internet und zunehmende Polarisierung? 

Zunächst konnte Eckhard Wache, der Vorsitzende des Präventionsrates, bestätigen, dass man in Oldenburg sicher leben kann. „Im Vergleich zu anderen Großstädten steht Oldenburg sehr gut da“, so Eckhard Wache, der im Hauptamt die Polizeiinspektion Oldenburg Stadt/Ammerland leitet. Dennoch entstehen Ängste, die sich auf das Miteinander der Bürger_innen auswirken, dem stimmten alle Gesprächsteilnehmer_innen zu. Der Vorsitzende des Fördervereins PRO, Torsten Maus, sagte: „Unser Einsatz für die Prävention gewinnt dieser Tage zunehmend an Bedeutung. Wir engagieren uns dafür, dass die Situation in Oldenburg keine negative Entwicklung nimmt. Das ist echte Prävention.“ 

Dennis Rohde, der die Arbeit des PRO bereits seit langem verfolgt, stärkte die Vertreter_innen des PRO darin, in der aktuellen Lage auch mit Stellungnahmen nach außen zu gehen: „Von uns in der Politik werden vorrangig Sicherheitsmaßnahmen eingefordert. Sie können aus dem Präventionsrat heraus das ebenso bedeutende Feld des Miteinanders der unterschiedlichsten Stadtbewohner_innen bearbeiten. Die Arbeit beginnt ja nicht an den Extremen einer Gesellschaft, sondern mittendrin. Da stehen Sie mit Ihren engagierten Bürger_innen bereits.“
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Förderverein Präventionsrat hat neuen Vorstand

05.04.2016 22:45 Uhr
von Carsten Lienemann

»Mit weinenden Augen« gebe er den Vorsitz im Förderverein Präventionsrat auf, sagte Richard-B. von Busse am Dienstag, 5. April, auf der letzten Mitgliederversammlung unter seiner Leitung. Die Arbeit sei sehr erfolgreich gewesen, habe »viele gute Projekte auf die Straße gebracht« und ihm dank des guten Teams auch viel Spaß bereitet. Aber irgendwann sollte auch Schluss sein, zumal von Busse auch anderweitig engagiert ist. »Ich bleibe aber dem Förderverein erhalten und stehe, wenn das gewünscht wird, gerne mit Rat und Tat zur Verfügung«, so von Busse.

Außer ihm verlässt auch Kassenwart Dr. Bernhard Becker den Vorstand. Beide wurden mit Geschenken, viel Lob und großem Bedauern verabschiedet. Zum neuen Fördervereins-Vorsitzenden wurde der bisherige Schriftführer Torsten Maus gewählt. Annikka Repenning, Giesela Haseleu und Bernd Weber wurden als Stellvertreter_innen bestätigt, neu im Vorstand sind Peter Böttger und Karsten Specht.

Inhaltlich konnte der Vorstand von einem erfolgreichen Jahr 2015 berichten. Besonders positiv sei die kontinuierliche Unterstützung von nachgewiesenermaßen wirksamen Projekte wie »Balu und Du«, »Klasse2000« oder auch »Lions Quest«, so von Busse in seinem Tätigkeitsbericht. Besondere Höhepunkte seien u. a. der Gang der Religionen mit Empfang im Rathaus und der Besuch der niedersächsischen Justizministerin Niewisch-Lennartz gewesen. Details werden in Kürze im Jahresbericht nachzulesen sein.

Dem derzeit allgegenwärtigen Thema Flüchtlinge war ein Vortrag von Markus Wedemeyer, Regionalvorstand der Johanniter-Unfallhilfe Weser-Ems, gewidmet. Unter dem Titel »Es kommen härtere Tage: Wie wir in der Flüchtlingshilfe heute die Ghettos von morgen verhindern« versuchte Wedemeyer, u. a. Ursachen für die momentane Terrorgefahr sowie einzelne vorbeugende bzw. Gegenmaßnahmen aufzuzeigen.
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»PrimA Challenge«: Aufforderung zu Zivicourage im Internet

10.02.2016 11:25 Uhr

Prävention im Nordwesten (PrimA) fordert Internetnutzer_innen heraus

von Carsten Lienemann

»Wetten, dass wir es schaffen, bis zum 9. September 2016 mindestens 10.000 Internetnutzerinnen und -nutzer auf unsere Seite bekommen, die sich an der Diskussion beteiligen?« So etwa könnte man die Herausforderung formulieren, mit der das Netzwerk »Prävention im Nordwesten (PrimA)« am 9. Februar, dem weltweiten Safer Internet Day, seine neue Kampagne startete. »PrimA Challenge« heißt sie, Zivilcourage im Internet ist ihr Thema.

Hasskommentare, Verleumdungen, Gerüchte, die ungeprüft geteilt und weitergegeben werden – all das ist nicht neu, hat aber durch das Internet eine neue Dimension erreicht. Maßnahmen zur Eindämmung werden derzeit auf verschiedenen Ebenen entwickelt. Online-Zeitungen sperren bei einzelnen Themen inzwischen immer häufiger die Kommentarfunktion, Twitter und Facebook wollen stärker gegen die sogenannte „Hate Speech“ vorgehen. 

Auch an den Präventionsräten im Nordwesten, zusammengefasst im Netzwerk »PrimA«, geht diese Entwicklung nicht vorbei, und das Motto des Safer Internet Day 2016, »Play your part for a better internet«, ist eine Steilvorlage für die jetzt gestartete Kampagne.

»Wir wollen die Nutzerinnen und Nutzer des Internet dazu auffordern, sich an der Gegenbewegung zu Hetze und Hasskommentaren zu beteiligen und dem Motto gemäß ihren Teil zu einem besseren Internet beizutragen – naheliegenderweise über eine Internetseite«, sagt Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg (PRO). 

Auf »http://prima-challenge.de« können Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Regeln für das Miteinander in Foren und Chats formulieren und darüber abstimmen. So entwickeln sie gemeinsam einen Verhaltenskodex für Zivilcourage im Internet. Um die Sache spannender zu machen und einen Anreiz zu geben, die Seite wiederholt aufzusuchen, wird ein Ranking aufgestellt, in dem Zustimmung und Ablehung jederzeit ablesbar ist. Im angeschlossenen Forum über diese Regeln und über verwandte Themen ganz offen diskutiert, zum Beispiel über die Frage, ob Beleidigungen durch Meinungsfreiheit gedeckt sind. Darüber hinaus bietet die Seite Hinweise und Links zu Veröffentlichungen sowie aktuellen Meldungen zum Thema.

»Nicht zuletzt die Reaktion der Internetforen auf die Flüchtlinge oder die Vorgänge in der Silvesternacht zeigen, dass Zivilcourage im Internet in hohem Maß gefragt ist, denn hier sind Beleidigungen, aber auch das unbeteiligte Zusehen anonym«, so Eckhard Wache, Vorsitzender des PRO. Positive Kommentare seien daher selten. Über die kommunalen Präventionsräte sei es möglich, dieses Thema breit vernetzt anzugehen.

»Während die Skepsis gegenüber Nachrichten in traditionellen Medien zunimmt, ist es bei Nachrichten im Internet genau umgekehrt. Dabei wird die Anzahl an ›Likes‹ als Maß für die Seriosität genommen«, beobachtet Niels Traß von der Polizeidirektion Oldenburg. Während beispielsweise Rechtsradikale früher nur wenig wahrgenommen worden seien, hätten sie inzwischen über soziale Medien immer ein Grundpublikum. Falschmeldungen und Hasskommentare würden ignoriert oder als Unterhaltung betrachtet, die Gegenrede fehle. »Die Polizeidirektion hat großes Interesse daran, dass die Diskussionskultur nicht verroht. Dafür brauchen wir starke Partner«.

Widersprechen und Diskutieren in Internetforen ist zeitaufwändig und anstrengend. Das ist ein Grund für den sportlichen Aspekt, der mit dieser Kampagne verbunden ist. Außerdem sind 21 kommunale Präventionsräte und die Polizei als Partner eingebunden, die das Thema aktiv kommunizieren werden, Bürgerinnen und Bürger wirken als weitere Multiplikatoren. 

Anja Peters vom Präventionsrat Hude verspricht: »Wir werden die Kampagne auf allen Ebenen bewerben, beispielsweise an die Jugendzentren weitergeben und bei allen Begegnungen ins Gespräch bringen«.

»Am 9. September werden wir dann eine Bilanz ziehen und prüfen, ob die Kampagne erfolgreich gelaufen ist«, kündigte Melanie Blinzler an. Dann werde über eine Fortsetzung entschieden.
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Demokratie muss gelernt werden

05.02.2016 23:03 Uhr

»Prävention braucht Konzepte« – Fach-Informationstag im PFL

von Carsten Lienemann

Gewaltprävention an Schulen ist besonders wirksam und nachhaltig, wenn die Schülerinnen und Schüler möglichst früh Demokratie praktisch erfahren. Diese These vertrat Helmholt Rademacher, Leiter des Projektes »GuD – Gewaltprävention und Demokratielernen« vom hessischen Kultusministerium, in seinem Vortrag am Mittwoch, 3. Februar, auf dem zweiten »Fach-Informationstag Prävention an Schulen« im PFL. 
Es gehöre zur Aufgabe der Schule, Demokratie erfahrbar und erlebbar zu machen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen, so Rademacher. »Wer eine Schulkultur erlebt, in der alle fair miteinander umgehen, Konflikte konstruktiv lösen, sich gegenseitig wertschätzen und anerkennen sowie Regelwerke gemeinsam erarbeiten, ist für Gewalt und Rechtsextremismus weniger anfällig«, zitiert Rademacher aus einer Expertise (Edelstein/Fauser 2001).

Damit dieses Erlernen von Demokratie gelinge, dürfe es vor allem keine Widerstände in den Kollegien geben. Die Lehrkräfte müssten geschlossen hinter dem Konzept stehen und es überzeugend vertreten, so Rademacher weiter.

Rund 100 Lehrerinnen und Lehrer aus Oldenburg und Umgebung, Sozialarbeiter_innen und Mitarbeiter_innen verschiedener Einrichtungen trafen sich im PFL zu Information und Austausch in Vorträgen und Workshops. Die Themen reichten von der Konzeptentwicklung, der Anwendung und wirksamen Auswertung von Präventionsprojekten und der Einbindung außerschulischer Anbieter über praktische Hinweise zum Vorgehen etwa bei Kindeswohlgefährdung oder Mobbing bis zur Vorstellung  beispielhafter Arbeit in verschiedenen Schulformen in Oldenburg.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, die von Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg, und Stefan Hühne (Regionalbeauftragter für Prävention und Gesundheitsförderung von der Niedersächsischen Landesschulbehörde) moderiert wurde, ging es noch einmal um Erfahrungswerte und Bedingungen für gelingende Präventionsarbeit an Schulen.
Präventionsprojekte müssen nicht nur ein gutes Konzept haben, sondern auch gut dokumentiert und ausgewertet werden, darin waren sich alle Beteiligten einig, ebenso darin, dass mit knappen Ressourcen wie Geld und Arbeitszeit sorgsam umgegangen werden muss.

»Wir brauchen nicht für jede neue Herausforderung eine neue Idee, oft können wir auf vorhandene Ideen zurückgreifen«, schlug Frederick Groeger-Roth vom Landespräventionsrat (LPR) zur Ressourcenschonung vor. Eine gute Vernetzung mit Erfahrungsaustausch sei da auch hilfreich, da könne auch der LPR selbst noch besser werden.

Ulrike Heinrichs vom Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ), gleichzeitig Zweite Vorsitzende des PRO, sieht an Schulen vor allen Dingen das Problem fehlender Zeit. »Wie kann man an Schulen Zeit für solche Prozesse gewinnen?« Wenn Geld fehle, könne unter anderem der Präventionsrat die eine oder andere Lücke füllen. Wichtig sei aber ein gutes Netzwerk mit kompetenten Partnern von außen, denn »Lehrer können nicht alles können«. Sie müssten aber alle am Konzept mitarbeiten und es gemeinsam tragen.

Horst Roselieb vom Niedersächsischen Kultusministerium betrachtet das System als unterfinanziert, und infolge der verordneten Schuldenbremse werde in Zukunft noch weniger Geld zur Verfügung stehen. Bei allem notwendigen Erfahrungsaustausch: »Prävention lässt sich nicht von oben verordnen, es muss immer der Einzelfall betrachtet werden.« Das erfordere bei geringen finanziellen Möglichkeiten unter anderem ein gutes Zeitmanagement.

Dagmar Sachse, Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg, meinte dagegen, »es ist genug Geld im System, es muss nur besser eingesetzt und die Wirkung muss effektiver gemessen werden.« Es gebe eine hohe Bereitschaft zur Vernetzung, allerdings fehle es oft an der Zeit. Wobei an dieser Stelle die Frage erlaubt sei, ob denn Zeitmangel nicht zumindest teilweise mit Geld verringert werden könnte.
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Trikots der EWE-Baskets werden versteigert

30.01.2016 08:00 Uhr

Handsignierte Einzelstücke mit Präventionsrat-Logo ab 30. Januar unter dem Hammer

Im vergangenen November (am 21.11.2015) verhalf das Logo des Präventionsrates den EWE-Baskets zum Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Alba Berlin. Noch nie waren die Oldenburger Korbjäger bis dahin ohne das Markenzeichen ihres Hauptsponsors aufgelaufen. Für dieses eine wichtige Spiel hat die EWE eine Ausnahme gemacht und damit den Oldenburger Präventionsrat (PRO) unterstützt.

Jetzt sollen die Trikots dem PRO ein zweites Mal nützlich sein und gleichzeitig den Basketball-Anhängern ermöglichen, in den Besitz eines ganz besonderen Fan-Artikels zu kommen. Insgesamt 28 Trikots der EWE-Baskets werden zugunsten des Fördervereins PRO versteigert. Zwei Trikots mit Autogrammen aller Spieler und 26 Trikots von Spielern des Bundesligakaders und Nachwuchsspielern, versehen mit Spielernummern und Namen und von ihren jeweiligen Trägern signiert, werden zur Ersteigerung angeboten. Elf Spieler haben jeweils zwei signierte Trikots zur Verfügung gestellt.

Die beiden namenlosen Trikots sollen anlässlich eines Heimspiels der EWE-Baskets unter den Hammer kommen, die übrigen 26 Trikots werden online auf der eigens eingerichteten Internetseite versteigert, die unter http://praeventionsrat-oldenburg.de/pta zu erreichen ist. 

Die Trikots werden gestaffelt eingestellt, jede Einzelauktion läuft 14 Tage. Die Auktionen enden im Abstand von mindestens 30 Minuten, wer kurz vor Ende doch noch überboten wurde, hat also wenig später eine neue Chance. 

Beginn der Versteigerung mit zunächst 11 Trikots ist am 30. Januar 2016, die letzte Auktion endet am 28. Februar um 21:00 Uhr. 
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