Rubrik Inklusion
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12.05.2022, 21:01 Uhr
Zahn Jahre „Oldenburg will Inklusion!“
Jubiläum des Ratsbeschlusses zum Oldenburger Inklusionsprozess
Am 12. Mai 2012 hat der Oldenburger Rat mit dem Beschluss „Oldenburg will Inklusion!“ die Weichen für den Oldenburger Inklusionsprozess gestellt. Hierin wurden neben der schulischen Inklusion auch Grundlagen für die Inklusion in der Zivilgesellschaft sowie für die inklusive Ausrichtung der Verwaltung geschaffen. Kern des Beschlusses ist die Vision, eine Stadtgesellschaft ohne Ausgrenzung und ein Lebensort für alle zu sein, unabhängig vom Alter, vom Geschlecht, der Herkunft, der Familienform, der Religion, einer Behinderung, der sozialen Herkunft, der sexuellen Orientierung oder Identität.

„Das zehnjährige Jubiläum nimmt die Stadt zum Anlass, zurück und vor allem auch nach vorn zu schauen. Denn Inklusion und eine ganzheitliche Teilhabe müssen immer wieder neu kritisch betrachtet und verbessert werden“, ist sich Sozialdezernentin Dagmar Sachse sicher. „Auch, wenn Oldenburg in diesem Bereich bereits Vieles umgesetzt hat: Es ist noch Luft nach oben.“

Rund um das Jubiläum des Ratsbeschlusses finden im Verlauf des Jahres verschiedene Veranstaltungen statt: Am Dienstag, 31. Mai, ist der 8. Oldenburger Diversity-Tag, der in diesem Jahr unter dem Motto „gemeinsam unterschiedlich“ an der Jade Hochschule zelebriert wird. Die inklusive Rad- und Rolltour durch Oldenburg am Sonntag, 3. Juli, und das Sommerfest zu zehn Jahren Oldenburger Inklusion mit einem Empfang des Oberbürgermeisters am Freitag, 2. September, bieten weitere Veranstaltungshöhepunkte. Weitere themenbezogene Fachvorträge und Informationsveranstaltungen sind für den Herbst und Winter 2022 geplant. Fragen zum Veranstaltungsprogramm beantwortet die Fachstelle Inklusion telefonisch unter 0441 235-3055 und per E-Mail an inklusion@stadt-oldenburg.de.

Zwischen 2012 und 2015 hatten zehn Arbeitsgruppen mit über 300 Mitgliedern einen Maßnahmenkatalog zu verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern erstellt. Seitdem werden jedes Jahr neue Maßnahmen aus dem Kommunalen Aktionsplan Inklusion in Angriff genommen: „Insgesamt konnten bislang über 70 Maßnahmen, beispielsweise aus den Bereichen bauliche Barrierefreiheit, Diversity Management, einfache Sprache oder Inklusion im Bildungsbereich umgesetzt werden“, berichtet Sachse.

Durch die beständige Umsetzung der Maßnahmen hat sich zunehmend eine Haltung der umfassenden Inklusion entwickelt. Das bedeutet bei Planungen und Vorhaben den inklusiven Gedanken der Beteiligung aller zu berücksichtigen: So muss man sich fragen, ob ein Angebot zur beruflichen Qualifizierung Sinn macht, wenn die Kinderbetreuung nicht geregelt ist. Oder ein Angebot der Altenhilfe, das nicht auf die steigende Zahl älterer Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte achtet.

Weitere Meilensteine im Oldenburger Inklusionsprozess waren der „Leitfaden barrierefreies Oldenburg“ (2018) zur Verbesserung der baulichen Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden oder die „Leitfragen zur inklusiven Quartiersentwicklung“ (2021) zur Gestaltung von Stadtteilen und Quartieren für vielfältige Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Die seinerzeit neu eingerichtete Fachstelle Inklusion organisierte von 2013 bis 2017 den Prozess. Sie ging 2017 im Arbeitsbereich der Strategischen Sozialplanung auf. Dort werden seither soziale Planungen und Umsetzungen zur Verbesserung der sozialen Teilhabe koordiniert. Für die Zukunft stehen folgende Themen auf der Agenda: Inklusion und Teilhabe im Bereich Ausbildung und Beruf, soziale Quartiersentwicklung und wohnortnahe Versorgung sowie Etablierung fester Beteiligungsstrukturen, die allen offenstehen.
06.05.2022, 09:17 Uhr
Diversity in Oldenburg verbessern: Ideen gesucht
Vision: Stadtgesellschaft ohne Ausgrenzung – Veranstaltung für alle Interessierten am 20. Mai
Oldenburg als Lebensort für alle – unabhängig von Alter, ethnischer Herkunft und Nationalität, Geschlecht und geschlechtlicher Identität, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religion und Weltanschauung, sexueller Orientierung und sozialer Herkunft. Was für das Zusammenleben in Oldenburg gilt, gilt auch für die Stadtverwaltung – sowohl als eine der größten Arbeitgeberinnen als auch zentrale Dienstleisterin in der Stadt. Bei einer Veranstaltung am Freitag, 20. Mai, sind deshalb Ideen gefragt, welche Wünsche und Bedürfnisse Bürgerinnen und Bürger an eine diversitätsgerechte Verwaltung haben.

Um mit dieser Vielfalt sowohl innerhalb der Stadtverwaltung als auch im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern für alle Seiten gewinnbringend umgehen zu können, wurde im Jahr 2021 bei der Stadtverwaltung ein Projekt zur Entwicklung eines Konzeptes zum aktiven Diversity Management gestartet. Es soll der Stadtverwaltung helfen, vorhandene Strukturen zu bündeln und fehlende zu ergänzen, um sowohl nach innen als auch nach außen diversitätssensibel zu arbeiten.

„Anerkennung und Wertschätzung von Diversität zeichnet eine fortschrittliche Stadtverwaltung aus. Mit dem Konzept wollen wir einer vielfältigen Stadt gerecht werden. Die konkreten Handlungsempfehlungen und Verantwortlichkeiten aus dem Projekt sollen die möglichen und nötigen Schritte für ein aktives Diversity Management aufzeigen“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Damit die Bedürfnisse entsprechend ermittelt werden können, lädt die Stadtverwaltung alle Interessierten zu einem Austausch über das Thema „Diversitätsgerechte Verwaltung“ ein. Am 20. Mai von 14 bis 18 Uhr sind im Seminarraum 2 des Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3) Ideen und Anregungen gefragt, die in das Konzept mit einfließen sollen. Aufgrund begrenzter Kapazitäten bitten wir um eine Anmeldung bis zum 16. Mai online unter www.oldenburg.de/diversitymanagement, per E-Mail an diversity.management@stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter 0441 235-4444 beim ServiceCenter der Stadt Oldenburg.

Bitte beachten Sie: Besucherinnen und Besucher haben für die gesamte Dauer des Aufenthaltes in städtischen geschlossenen Gebäuden sowie in den vor diesen Gebäuden gegebenenfalls gelegenen Eingangsbereichen verpflichtend eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung (FFP2- oder OP-Maske) zu tragen.

Mehr über Inklusion und Diversity lesen Sie auf der städtischen Website unter https://www.oldenburg.de/startseite/leben-umwelt/soziales/inklusion-und-diversity.html.
26.04.2022, 17:52 Uhr
Raus! Welle machen für Inklusion
Vom 2. bis 8. Mai 2022 findet die 11. Oldenburger Inklusionswoche statt.
Anlässlich des 5. Mai, dem Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, haben sich in Oldenburg auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Selbsthilfe- und Interessensvertretungen, Institutionen, Vereine, Arbeitskreise und Akteur:innen der Verwaltungen und einzelne Aktivist:innen vernetzt. Mit vielen informativen, provokativen und kreativen Aktionen machen sie auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam, informieren und sensibilisieren für Barrierefreiheit und fördern das soziale Miteinander in der Stadt. Das Programm reicht von Film- und Theateraufführungen über Informationsveranstaltungen und Lesungen bis hin zu Slam, Improtheater und Freak-out Disco. Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildet die gemeinsame Demo der Vielfalt, die am 7. Mai, um 11 Uhr am Bahnhofsplatz startet

Das Anliegen des „Aktionsbündnisses 5. Mai“ ist es, dass alle Menschen an der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben - egal ob jung oder alt, beeinträchtigt oder nicht, mit oder ohne Geld, hier aufgewachsen oder noch fremd. Inklusion soll gelebt werden. 13 % unserer Mitmenschen leben mit einer Behinderung. Sie sind besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Im Rahmen der Inklusionswoche soll ihnen Gehör verschafft werden. Raus gehen und Welle machen für Inklusion, so lautet daher in diesem Jahr das Motto der 11. Oldenburger Inklusionswoche. Und alle Oldenburger:innen sind herzlich eingeladen, mitzumachen.

Weitere Informationen zum Programm gibt es unter www.ol-inklusiv.de.

Die Inklusionswoche wird gefördert von der Aktion Mensch.
29.03.2022, 11:19 Uhr
Neuer Behindertenbeirat gewählt
Einsatz für Rechte behinderter Menschen in Oldenburg – konstituierende Sitzung am 19. April
Der neue Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg steht fest: Meike Dittmar, Monika Klumpe, Christoph Dietrich, Sabine Görg, Marcel Hamann, Silke Elling, Matthias Einemann, Jörg Dirksen und Claudia Olthaus vertreten ab sofort als neu gewählte Mitglieder die Rechte behinderter Menschen in Oldenburg. Das jüngste Mitglied ist 28 Jahre, das älteste 66 Jahre alt. Trotz der aktuell hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen waren viele schwerbehinderte Menschen aus Oldenburg dem Aufruf gefolgt, am Sonntag, 27. März, in der Volkshochschule maximal neun Kreuze auf dem umfangreichen Wahlzettel mit insgesamt 24 Kandidatinnen und Kandidaten zu verteilen. Diese hatten sich zuvor jeweils mit ihrer persönlichen Motivation auf den städtischen Internetseiten präsentiert. Auch auf Facebook und Instagram wurde die Wahl gut beworben.

Am späten Nachmittag verkündete Sozialdezernentin Dagmar Sachse schließlich das Wahlergebnis und überreichte den gewählten Mitgliedern Glückwunschschreiben des Oberbürgermeisters sowie Rosen. Sie wünschte dem Beirat gutes Gelingen für seine Arbeit und bedankte sich für das ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten. Insgesamt wurden in diesem Jahr von 97 Wählerinnen und Wählern 552 Stimmen abgegeben (Wahl 2016: 591 Stimmen bei 116 Wählerinnen und Wählern).

Am Dienstag, 19. April, findet um 16 Uhr die konstituierende Sitzung des Behindertenbeirats in den Sitzungssälen der Alten Fleiwa statt (Industriestraße 1 d).

Weitere Informationen zur Arbeit und den Aufgaben des Behindertenbeirats gibt es auf der städtischen Website www.oldenburg.de/behindertenbeirat oder telefonisch unter 0441 235-4444. Wer lieber schreiben möchte, kann eine E-Mail an behindertenbeiratswahl@stadt-oldenburg.de schicken.
25.03.2022, 13:03 Uhr
Behindertenbeiratswahl 2022: Am Sonntag wird gewählt!
Brücken bauen zwischen allen Menschen – 24 Kandidatinnen und Kandidaten
Sonntag ist Wahltag: Am 27. März werden die Mitglieder des Behindertenbeirats der Stadt Oldenburg neu gewählt. Wer setzt sich künftig für die Rechte behinderter Menschen in Oldenburg ein? Wer macht auf Barrieren im Oldenburger Alltag aufmerksam? Und wer engagiert sich als Bindeglied zwischen Beirat und Einrichtungen, Institutionen sowie Vereinen? Die Wahl findet von 14 bis 16 Uhr in der Volkshochschule Oldenburg (Karlstraße 25) statt. Bei dieser Versammlungswahl sind alle schwerbehinderten Menschen aus Oldenburg dazu aufgerufen, maximal neun Kreuze auf dem umfangreichen Wahlzettel zu verteilen. Sozialdezernentin Dagmar Sachse wird das Wahlergebnis noch am selben Tag gegen 16.30 Uhr bekanntgegeben. Während der Wahl hat das Café Kurswechsel geöffnet. Es gelten die aktuellen Corona-Regelungen.

Überwältigt von so viel Engagement
Tim Streit, der im Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg den Behindertenbeirat begleitet, freut sich über die große Anzahl an Bewerbungen, die für die diesjährige Wahl eingegangen ist: „Wir sind überwältigt! Insgesamt stehen dieses Mal 24 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl, die sich künftig in Oldenburg für die Gleichstellung, Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen einsetzen möchten. Das ist ein starkes Zeichen und zeigt, dass die Arbeit im Behindertenbeirat funktioniert und etwas bewirkt.“ Bei vielen Projekten konnte der Beirat schon Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen erreichen.

Doch welche Motivation haben die Kandidatinnen und Kandidaten, sich für den Behindertenbeirat aufstellen zu lassen? „Einiges läuft schon ganz gut, aber es gibt noch manches zu verbessern“, so ein Kandidat. Ein anderer schreibt: „Ich sehe mich als Betroffener in der Verantwortung, mich für die Gleichstellung und Gleichbehandlung von Behinderten mit Nichtbehinderten einzusetzen und so mitzuhelfen, Oldenburg zu einer besseren und behindertenfreundlicheren Stadt zu formen.“ Für eine andere Kandidatin ist es ein wichtiges Anliegen, die „Barrieren sowohl in den Köpfen der Menschen als auch in den Gebäuden“ zu beseitigen. Auch der Wunsch nach Vernetzung und dem Austausch mit anderen Menschen ist in einigen Bewerbungen zu lesen. Und der Ausblick: „Oldenburg soll auch in Zukunft eine Stadt mit Herz für Behinderte sein.“

Welche Kandidatinnen und Kandidaten kann ich wählen?
Der Behindertenbeirat hat bis zu neun Mitglieder. Jede Wählerin und Wähler hat deshalb bis zu neun Stimmen. Für die Wahl am 27. März haben sich insgesamt 24 Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen lassen. Eine Kurzvorstellung jeder Kandidatin und jedes Kandidaten mit ihrer oder seiner Motivation zur Aufstellung gibt es online unter www.oldenburg.de/behindertenbeirat

Was genau macht der Behindertenbeirat der Stadt Oldenburg?
Der Behindertenbeirat wird alle fünf Jahre neu gewählt. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder des Behindertenbeirats in einer öffentlichen Sitzung, um Anregungen, Probleme und Lösungen zu besprechen. Zudem beraten sie politische Gremien, Ausschüsse und die Verwaltung in allen Fragen, die behinderte Menschen betreffen. Der Behindertenbeirat fördert die Zusammenarbeit mit Behörden und Verbänden und unterstützt bei Projekten und konkreten Einzelfällen. Und nicht zuletzt hat er natürlich stets ein offenes Ohr für die Interessen aller Menschen mit Behinderung, die in Oldenburg leben.

Der erste Termin für den neuen Behindertenbeirat ist die konstituierende Sitzung am 19. April um 16 Uhr in den Sitzungssälen „Alte Fleiwa“ (Industriestraße 1 d).

Wo bekomme ich weitere Informationen?
Weitere Informationen zur Behindertenbeiratswahl und der Arbeit des Behindertenbeirats gibt es auf der Website www.oldenburg.de/behindertenbeirat oder telefonisch unter 0441 235-4444. Wer lieber schreiben möchte, kann eine E-Mail an behindertenbeiratswahl@stadt-oldenburg.de schicken.
25.03.2022, 12:59 Uhr
Neues Mobilitätsangebot für Menschen mit Handicap in Oldenburg
Der Frühling kommt langsam in Deutschland an. Und mit den immer höheren Temperaturen tauchen auch wieder mehr Fahrräder auf. Fahrrad fahren spielt mittlerweile auch eine entscheidende Rolle in der Freizeitgestaltung eines Menschen. Beeinträchtigungen jeglicher Art sind dabei oft ein Hindernis. Für Menschen mit Handicap und für die Menschen, die mit ihnen zusammenarbeiten oder für ihre Gesundheit und Mobilität Verantwortung tragen, gibt es jetzt ein gerontologisches Tandem-Rad in Oldenburg, das sowohl Menschen in als auch Gäste der Stadt ab sofort online buchen können. Es ist besonders geeignet für Menschen, die nicht mehr allein mit dem Rad fahren können. Auf dem durch einen elektrischen Motor unterstützten Dreirad lässt sich die Stadt zu zweit erkunden. Mitradelnde mit Handicap können mittreten, müssen es aber nicht.

Für die Beschaffung hat sich die Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH eingesetzt. Geschäftsführerin Silke Fennemann erklärt: „Bewegung und frische Luft ist für Menschen jeden Alters wichtig. Es gibt ihnen die Möglichkeit, am Leben teilzunehmen. Es liegt an uns, eine Infrastruktur zu schaffen, die das Radfahren nicht verhindert, sondern es auch denjenigen ermöglicht, die bisher mit Barrieren konfrontiert werden. Ich bin überzeugt davon, dass unter dem Strich alle davon profitieren, wenn wir nicht nur die Norm zum Maßstab nehmen.“

Der Verein Rädchen für alle(s) e. V. kümmert sich um die Vermietung und Einweisung an interessierte Personen. Das Fahrrad trägt den Namen „Manta“ und ist online buchbar über die Internetseite www.lastenrad-oldenburg.de. Rädchen für alle(s) e.V. bittet die Buchenden um angemessene Spenden, um das Angebot dieses außergewöhnlichen Rades langfristig aufrecht erhalten zu können.

Es hat zwei Sitzplätze, ist 250 cm lang, 115 cm breit und hat eine Höhe von 111 cm. Die Nutzerinnen und Nutzer dürfen eine Körpergröße von 150 bis 190 cm haben. Das Fahrrad befindet sich aktuell im CORE in der Heiligengeiststraße. Weitere Informationen sowie eine Bedienungsanleitung finden sich auf der Internetseite von Rädchen für alles(s) e.V. unter www.lastenrad-oldenburg.de.

Für dieses Angebot musste eine Summe in Höhe von 8.000 Euro beschafft werden. Die Finanzierung erfolgte durch die Partner des Stadtmarketing Oldenburg, durch Spendeneinnahmen aus dem Verkauf von Sattelschonern in der Oldenburg-Info sowie einen Zuschuss durch das Inklusionsbüro der Stadt Oldenburg.

Der Verein Rädchen für alle(s) e. V. wird das gerontologische Dreirad-Tandem auch bei der Veranstaltung „Hallo Fahrrad“ am 3. April 2022 präsentieren. Interessierte Personen können dann direkt vor Ort Probe sitzen.
11.01.2022, 17:18 Uhr
Mitmachen bei der Inklusionswoche 2022
Das Aktionsbündis 5. Mai ruft zur Beteiligung auf!
Vom 2. bis zum 8. Mai findet die 11. Oldenburger Inklusionswoche statt. Auch in 2022 plant das Aktionsbündnis 5. Mai wieder ein buntes, informatives und vielseitige Programm rund um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Inklusion soll sichtbar gemacht und Begegnungen sowie Diskurs ermöglicht werden. Dabei gilt es auf Barrieren, auch im Kopf, aufmerksam zu machen und Anregungen für ein besseres Miteinander in unserer Stadt zu geben.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Beiträgen und Ideen an dem Programm zu beteiligen. Egal ob Institution oder Einzelperson: Jede*r, die/der ein Zeichen für Inklusion setzen möchte, ist willkommen. Beiträge für das Programm können bis 30. März per E-Mail unter info@ol-inklusiv.de angemeldet werden.

Das Aktionsbündnis 5. Mai ist ein breites Bündnis von Selbsthilfegruppen, Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen. Seit 11 Jahren richtet es zusammen mit vielen Kooperationspartner:innen die Oldenburger Inklusionswoche aus. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen, die sonst häufig eher an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind. 
10.12.2021, 12:06 Uhr
Alles glatt?
Das Blauschimmel Atelier sucht neue Teilnehmende für eine inklusive Performance-Gruppe
Wer steht auf der Bühne und wer nicht? Wie sieht der öffentlich präsentierte Mainstream aus? Wie hört er sich nicht an? Noch immer stehen Menschen mit Beeinträchtigungen oder Menschen, die nicht der Norm entsprechen im Schatten der Bühnen. Was passiert also, wenn wir schräge Dinge tun? Was kommt heraus, wenn nicht alles glatt ist? Welche neuen künstlerisch-ästhetischen Formate können ausprobiert, entwickelt und neue Sichtweisen angestoßen werden?

Diesen Fragen möchte das Blauschimmel Atelier in seinem Projekt „Alles glatt? – Was ist, wenn’s anders ist?“ nachgehen. Dazu wird eine inklusive Performance-Gruppe gegründet, die gemeinsam mit dem BlueScreen Ensemble des Blauschimmel Ateliers und dem Oldenburger Jugendtheater Rollentausch eine Bühnenpräsentation erarbeitet. Diese soll im Sommer 2022 mehrmals öffentlich aufgeführt werden.

In der Gruppe sollen intuitive körperliche Reaktionen auf Musik und Materialien sichtbar gemacht, geteilt und durch Bewegung in künstlerische Kommunikation umgesetzt werden. Fragen wir „Was entsteht, wenn ich deine Bewegung lerne und du meine?“, „Wie können unsere Körper mit all ihren Ecken und Kanten klingen?“ stehe im Mittelpunkt. Für die Performance-Gruppe werden noch neue Teilnehmende gesucht. Am Sonntag, den 19. Dezember von 14 – 15.30 Uhr findet ein unverbindlicher Auftaktworkshop statt. Die regelmäßigen Probezeiten ab Januar werden voraussichtlich montags von 19 – 20.30 Uhr und an zusätzlichen Wochenendterminen stattfinden. Die Teilnahme ist kostenlos und findet unter Einhaltung der aktuell geltenden Hygieneregeln statt. Eine Anmeldung unter kontakt@blauschimmel-atelier.de ist erforderlich.

Das Projekt wird gefördert vom Landesverband Soziokultur mit Mitteln des Landes Niedersachsen, der EWE-Stiftung und dem Kulturbüro der Stadt Oldenburg.
03.12.2021, 15:28 Uhr
Theater/Inklusion/ Jetzt!
Ab sofort startet eine neue inklusive Theatergruppe für Erwachsene im Blauschimmel Atelier.

Unter dem Motto „Theater/Inklusion/ Jetzt und mit Dir“ startet ab sofort eine neue auftrittsorientierte Theatergruppe im Blauschimmel Atelier. Das Angebot richtet sich an alle Menschen ab 18 Jahre, die Lust haben Theater zu spielen und auf der Bühne zu stehen. Vorerfahrung ist nicht nötig, das wichtigste sind Experimentierfreude und Spaß daran, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen.

Die Theatergruppe trifft sich immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr unter der Leitung von Theresa Ehmen und Verena Schweicher im Blauschimmel Atelier, Klävemannstraße 16, 26122 Oldenburg. Es besteht die Möglichkeit erst einmal in das Angebot hinein zu schnuppern. Das Angebot findet unter Einhaltung der jeweils aktuellen Hygienebestimmungen statt. Anmeldung unter: kontakt@blauschimmel-atelier.de oder 0441-2480999.

Das Projekt wird gefördert von der Aktion Mensch und der GSG.
01.10.2021, 15:29 Uhr
Projekt „Profis für Vielfalt“ sucht Ehrenamtliche – Schulung am 13. November
Persönliche Besonderheiten offen kommunizieren und Barrieren abbauen
Im städtischen Projekt „Profis für Vielfalt“ engagieren sich Menschen, die selbst auf Hilfe angewiesen sind. Darunter sind Personen, die zum Beispiel nur mit Gebärdensprach-Dolmetscherinnen oder -Dolmetschern kommunizieren können, oder im Rollstuhl sitzen oder vor der Hürde stehen, dass ihr Deutsch noch nicht ausreicht, um offizielle Schreiben zu verstehen. Ebenfalls engagieren sich hier Menschen, die Hilfen finanzieller Art benötigen, da sie keinen Job ausüben können sowie in Armut leben.

Diese ehrenamtlichen Profis für Vielfalt berichten in öffentlichen Veranstaltungen oder in Schulworkshops von ihrer persönlichen Geschichte. Ihre Einschränkungen sind auch gleichzeitig eine Stärke, da sie gelernt haben, damit zu leben und offen damit umgehen. So bekommt ihr Gegenüber die Chance, ungeniert Fragen zu stellen und erfährt, wo Barrieren ganz einfach abgebaut werden könnten.

Die Profis für Vielfalt können über den Fachdienst Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Oldenburg von allen öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen und Schulen eingeladen werden.

Über das offene Gespräch oder einen Workshop werden Tabus gebrochen und es werden Türen zu einem neuen Miteinander geöffnet.

Für das Projekt „Profis für Vielfalt“ werden aktuell neue ehrenamtliche Mitstreiterinnen und Mitstreiter gesucht. Voraussetzung ist die Bereitschaft, offen über die eigene persönliche Besonderheit zu sprechen, damit andere besser verstehen, wo und warum Menschen auf Barrieren stoßen oder diskriminiert werden. Für diese Ehrenamtlichen bietet der Fachdienst Bürgerschaftliches Engagement entsprechende Schulungen an. Die nächste Schulung findet am Samstag, 13. November, statt.

Konkret werden Menschen mit Migrationserfahrung, Menschen mit Armutserfahrung und Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder Sucht gesucht. Als Kontakt steht Julia Rehbein per E-Mail an julia.rehbein@stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter 0441 235-3765 zur Verfügung.
28.09.2021, 17:07 Uhr
Stars und Sternchen in der Villa Stern
Mit vielen künstlerischen Kleininszenierungen verwandelt das Blauschimmel Atelier das Hotel Villa Stern in eine große Bühne.

Unter dem Motto „Inklusive Kunst trifft inklusive Arbeit“ verwandelt das Blauschimmel Atelier am 8. Oktober das Hotel Villa Stern in einen kreativen Freiraum. Maskenperformances, Theaterinszenierungen, Musik- und Kunstinstallationen setzen die verschiedenen Zimmer des Hotels sowie das Café in ein ganz neues Licht. Die Basis für die Inszenierungen sind die besonderen Persönlichkeiten, an denen die Gestaltung der Hotelzimmer orientiert ist. Frida Kahlo, Charlie Chaplin, Coco Chanel und viele mehr haben die Teilnehmenden inspiriert ganz individuelle kreative Beiträge vorzubereiten. In persönlichen Führungen durch Mitarbeitende des Hotels haben die Besucher:innen nun die Möglichkeit dem leibhaftigen Graf Anton Günther zu begegnen, dem Aufstand der Weber beizuwohnen oder intime Einblicke in die Hochzeits-Suite zu bekommen. Außerdem geben Mitarbeiter:innen der Villa Stern in einer Audioinstallation Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Draußen vor dem Gebäude wird der ChorGonzola um 16 Uhr einen runden Abschluss bieten.

Das Projekt findet in Kooperation mit der Villa Stern statt und wird gefördert von der Aktion Mensch. Der Eintritt ist frei. Die Führungen finden am Freitag, den 8. Oktober von 13 bis 14 Uhr und von 15 bis 16 Uhr im 15-Minuten-Takt statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist nur möglich für nachweisliche geimpfte oder genesene Personen (2G-Regel).
 

Zusammenfassung:
Stars und Sternchen in der Villa Stern
8. Oktober, im Zeitfenster von 13.00–16.30 Uhr
Hotel Villa Stern, Bremer Str. 41, 26135 Oldenburg
Eintritt frei, es gilt die 2G-Regel
17.05.2021, 20:41 Uhr
Vielseitiger Künstler
Portrait zum Diversity-Tag 2021
von Carsten Lienemann
Ingo Sebastiany arbeitet in der Montage-Gruppe der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. Dort baut er unter anderem große Raumtrennelemente zusammen. Während er sich dort an genaue Vorgaben halten muss, kann er beim Malen im Atelier Farbsinn seinen Ideen freien Lauf lassen. 

„So ein bisschen gekrickelt habe ich schon als kleiner Junge. Mein Opa hat mir dann gezeigt, wie man richtig malt, und so wurden die Bilder mit der Zeit immer besser“, erzählt Sebastiany. In seiner Schulzeit hat er dann auch an Wettbewerben teilgenommen und sogar mehrere Preise gewonnen, Schreib- und Malsets. „Den Fernseher habe ich leider nicht gekriegt“, bedauert er noch heute.

Durch Zufall kam Sebastiany zum Atelier Farbsinn. Als er eines Tages vor dem Schaufenster stand, wurde er gefragt, ob er nicht hereinkommen und auch malen wolle. Er wollte und ist dabei geblieben. 
Zu seinen ersten Bildern gehört ein Gemälde des Oldenburger Schlosses, das man inzwischen als Postkarte oder auf Taschen gedruckt kaufen kann.

„Ein Bild zu malen, dauert so vier bis fünf Wochen. Es sind viele Ideen im Kopf, wenn man die alle auf ein Blatt Papier bringen will … und dann sieht man immer ein paar Dinge, die noch nicht fertig sind, es kommt immer wieder etwas dazu, es wird immer wieder etwas verändert“, beschreibt Sebastiany den schöpferischen Prozess. „Man sieht erst das große weiße Blatt, das gefüllt werden will. Man möchte genau so gut sein wie Rembrandt oder Leonardo da Vinci, aber die waren natürlich viel besser.“ Aber wenn es einfach wäre, könnte es ja jeder. Seine fertigen Bilder braucht Sebastiany jedenfalls nicht zu verstecken.

Allerdings beschränkt Ingo Sebastiany seine künstlerischen Aktivitäten nicht auf das Malen, in ihm steckt auch ein Schauspieler. Er hat schon mit der Theatergruppe des Blauschimmel Ateliers auf der Bühne gestanden und dabei nicht nur Text gelernt und aufgesagt, sondern das Stück gemeinsam mit allen Beteiligten entwickelt. Außerdem hat er sogar in einem Kinofilm mitgewirkt. 2016 wurde „Von komischen Vögeln“ unter anderem bei den Gemeinnützigen Werkstätten gedreht. Der Regisseur und Drehbuchautor Eike Weinreich kannte die GWO aus seiner Zivildienst-Zeit, und als er ankündigte, er wolle einen Film drehen, hat Sebastiany sich sofort beworben. Er bekam die Rolle von Egon, der nur mit seiner Strumpfpuppe „Fipsi“ spricht, die wiederum den Anderen Egons Gedanken mitteilt. Sebastiany spielt Egon mit staubtrockenem Humor. Der Rollenname war sein Wunsch. „Ich wollte in dem Film nicht Ingo heißen“, sagt er.

Auch beim Film haben die Schauspielerinnen und Schauspieler am Text mitgeschrieben. „Das ging ja auch gar nicht anders“, erklärt Sebastiany, „es können ja manche nicht richtig lesen, und das ist doch schade, wie soll man denn denen einen fremden Text beibringen?“

„Beim Schauspiel kommt man viel mit Menschen zusammen, man sieht und hört mal was anderes“, findet Sebastiany. „Beim Film muss man allerdings oft immer wieder dasselbe machen, zehnmal den gleichen Weg gehen, zehnmal den gleichen Satz sagen, bis es endlich geklappt hat. Das ist ziemlich anstrengend. Im fertigen Film sieht das alles so kurz aus, aber wenn man hinter der Kamera steht und mitdreht, ist das schon ziemlich schwer.“

Ingo Sebastiany singt auch gerne. Klar, muss er auch, schließlich geht es in dem Film um einen Chor.  Aber er kann auch Geschichten schreiben. „Aber dazu brauche ich Ruhe“. Eine fantastische Idee zu einem Kinderbuch hat er schon, und die Bilder dazu sind auch fertig. „Das soll ein Comic werden“, sagt er.

Worum es geht, wird hier natürlich noch nicht verraten. 


Hintergrund
Der 18. Mai ist der neunte Deutsche Diversity-Tag. Der Tag, der uns daran erinnern soll, dass wir alle einzigartig sind, dass wir alle mindestens einer Minderheit angehören und dass jeder Mensch, jede Person, einen wichtigen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft leisten kann. Menschen unabhängig von ihren individuellen Eigenschaften anzuerkennen und gleichwohl dazuzurechnen, ist eine wesentliche Voraussetzung für ein friedliches, gewaltfreies Miteinander. 

Bewusst oder unbewusst ordnen wir Menschen verschiedenen Gruppen zu, und dabei spielen Vorurteile eine entscheidende Rolle. Wir alle gehören mehreren Gruppen an, mal freiwillig, mal ohne unser Zutun. Vorurteile sind wichtig und notwendig, um überhaupt mit fremden Personen agieren zu können. Oft, sehr oft, sind sie aber auch völlig falsch, und wir müssen nachjustieren.