ganz-oldenburg.de –
DAS Stadtmagazin im Internet
 
ganz-oldenburg.de – DAS Stadtmagazin im Internet
»Berichte
»Kurzmeldungen
»Weitere Meldungen für 'Hafen'

Hafen liegt auf Kurs: Umschlag auch 2020 auf hohem Niveau

12.02.2021, 16:51 Uhr
Der Oldenburger Hafen hat auch im vergangenen Jahr Kurs gehalten: An den Kajen wurden Güter in einem Volumen von insgesamt 1.062.584 Tonnen umgeschlagen. Das geht aus der Hafenbilanz für 2020 hervor. Damit gehört Oldenburg zu den umschlagsstärksten Binnenhäfen Niedersachsens. „Unser Hafen stellt einen wichtigen Standortfaktor für die Wirtschaft in der Stadt und in der Region dar. Das neue Wendebecken, das künftig auch größeren Seeschiffen erlaubt, den Oldenburger Hafen anzulaufen, wird dazu beitragen, diese Rolle zu festigen und auszubauen. Diese infrastrukturelle Verbesserung wird der Hafenwirtschaft einen nachhaltigen Impuls geben“, ist Oberbürgermeister Jürgen Krogmann überzeugt.

Nachdem die Fertigstellung des Wendebeckens nach der Wiederaufnahme der lange unterbrochenen Arbeiten zunächst für 2022 prognostiziert wurde, konnte im vergangenen Jahr ein erfreulicher Baufortschritt verzeichnet werden. Nun wird mit einer Freigabe noch im ersten Halbjahr 2021 gerechnet. Das hinter der Eisenbahnbrücke gelegene neue Becken ermöglicht Schiffen mit einer Länge von bis zu 110 Metern, in Oldenburg festzumachen. Nach der Freigabe des Wendebeckens erhoffen sich die im Hafen ansässigen Firmen einen reibungsloseren und zunehmenden Seeschiffsverkehr, der sich auch positiv auf die zukünftige Umschlagsentwicklung auswirken wird.

Im vergangenen Jahr konnte trotz eines geringen Rückgangs in der Gesamtbilanz (minus 4,5 Prozent im Vergleich zu 2019) im Schiffs- und Bahnverkehr das angestrebte Umschlagsziel von über einer Million Tonnen erreicht werden. Hauptsächlich werden Baustoffe, Getreide und Futtermittel, chemische Erzeugnisse sowie Sekundarrohstoffe umgeschlagen.

Die Bilanz von Rhein-Umschlag:
„Im vergangenen Jahr war die Entwicklung in den beiden Oldenburger Häfen der Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag leicht rückläufig, gleichzeitig gab es einen erfreulichen Anstieg bei den Seeschiff- und Bahnmengen“, resümiert Geschäftsführer Nico Steudel. Insgesamt wurden rund 76.000 Tonnen weniger umgeschlagen. Dieser Rückgang an Umschlaggütern ist im Wesentlichen technisch bedingt, da eine einmalige Großreparatur in einem Kieswerk zu einem Produktionsausfall und damit zu einem geringeren Gesamtabsatz führte. „Diese Mengen werden in 2021 wieder nach Oldenburg kommen. Darüber hinaus ist insbesondere die Gesamtnachfrage nach Baustoffen ungebrochen hoch“, erklärt Steudel zuversichtlich.

Die Bilanz von AGRAVIS:
Heinrich Bruns, Geschäftsführer der AGRAVIS Kraftfutterwerk Oldenburg GmbH, bilanziert: „Eine im Vorfeld erwartete leicht rückläufige Entwicklung der zu produzierenden Mengen hat sich bestätigt. Die weiterhin herausfordernde Situation in der Landwirtschaft und im Agrarhandel einschließlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie führte auch in unserem Kraftfutterwerk im Oldenburger Hafen zu geringeren Produktionsmengen in einer Größenordnung von circa 15.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr.“ Am Werk an der Nordkaje im Oldenburger Hafen wurden im Laufe des Jahres 2020 insgesamt 48 Seeschiffe mit circa 74.000 Tonnen (2019: 46 Seeschiffe, circa 66.000 Tonnen) und 203 Binnenschiffe mit circa 192.000 Tonnen (2019: 201 Binnenschiffe, circa 199.000 Tonnen) gelöscht. „Die Belieferung mit Einzelfuttermitteln und Getreide über den Wasserweg konnte in Summe einen geringfügigen Zuwachs verzeichnen“, erläutert Bruns weiter.


Die Umschlagszahlen 2020 im Detail
 
• Schiffsumschlag:
Der Gesamtschiffsumschlag des Oldenburger Hafens ist mit 1.062.584 Tonnen im Jahr 2020 gegenüber dem Jahresergebnis 2019 um 49.423 Tonnen leicht gesunken (minus 4,5 Prozent). Dennoch konnte das angestrebte Ergebnis von über einer Million Tonnen erreicht werden.

Der Minderumschlag ist vor allem im Segment der Binnenschiffe entstanden (minus 58.835 Tonnen). Wie in den vergangenen Jahren wurden größtenteils Baustoffe (548.533 Tonnen) sowie Getreide und Futtermittel (349.742 Tonnen) umgeschlagen. Positiv ist zu verzeichnen, dass der Umschlag von chemischen Erzeugnissen 2020 um 19.855 Tonnen erheblich gesteigert werden konnte (plus 67,2 Prozent). Auch der ausgehende Umschlag (Sekundärrohstoffe, Altmetalle) hat das Vorjahresniveau mit rund 33.239 Tonnen deutlich übertroffen (plus 137 Prozent).

Der Seeumschlag konnte nach einem Rückgang im vergangenen Jahr wieder zulegen und eine Steigerung (plus 14,6 Prozent) erzielen. Die Güterarten im Seeverkehr beschränkten sich auch im Jahr 2020 überwiegend auf Getreide und Futtermittel (79.406 Tonnen, 97,5 Prozent).

• Bahnumschlag:
Der Bahnumschlag verzeichnete im Jahr 2020 einen Zuwachs von 4.516 Tonnen. Dies entspricht einem Wachstum von 13,75 Prozent. Insgesamt wurden 37.358 Tonnen Güter in insgesamt 676 Güterwagen transportiert. Hierbei handelte es sich sowohl um Baustoffe (22.918 Tonnen) als auch um Düngemittel (14.440 Tonnen).
nach oben