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Oldenburg feiert Auswärtssieg in Göppingen

03.01.2021, 13:09 Uhr
von Sönke Spille

Das war ein wahrer Kraftakt: Mit einem 24:23 (13:14)-Sieg bei Frisch Auf Göppingen haben die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg den zweiten Saisonsieg in Folge gefeiert. Im dritten Spiel in nur sechs erlebten die Oldenburgerinnen den erwartet schweren Kampf. Doch angeführt von Torhüterin Julia Renner und Kathrin Pichlmeier, mit 13 Toren beste VfL-Werferin, feierte das Team von Trainer Niels Bötel am Ende einer spannenden Schlussphase den sechste Saisonsieg.

„Wir wollen am Ende das eine Tor mehr werfen.“ Mit diesem Satz hatte Coach Niels Bötel im Vorfeld auf das Spiel in Göppingen geblickt – und am Ende echte Expertenqualitäten bewiesen. Als seine Spielerinnen nach der Schlusssirene in einem Kreis mitten auf dem Spielfeld den Erfolg bejubelten, lag sich Bötel mit seinem Co-Trainer Jonas Schlender an der Seitenlinie in den Armen. Nach der zweiten langen Auswärtsfahrt gen Süden in nur einer Woche hatte Oldenburg in Göppingen den so wichtigen Sieg perfekt gemacht – den ersten nach sieben Niederlagen gegen Frisch Auf in Folge und den ersten in Bötels Trainerkarriere überhaupt.

Dabei taten sich die VfL-Frauen am Samstagabend zu Beginn deutlich schwerer als noch beim Auswärtsspiel in Bietigheim eine Woche zuvor. Jenny Behrend erzielte zwar den ersten Oldenburger Treffer im neuen Jahr und brachte ihr Team mit 1:0 in Führung, danach aber bestimmten die Gastgeberinnen das Geschehen. Immer wieder kam Frisch Auf dabei über die rechte VfL-Abwehrseite zum Erfolg und erspielte sich einen Drei-Tore-Vorsprung. Den hatten die Huntestädterinnen beim 8:8 (20. Minute) aber, auch dank einiger Paraden von Torhüterin Julia Renner und erfolgreicher Einzelaktionen von Kathrin Pichlmeier, ausgeglichen. „Erst einmal lag das Hauptaugenmerk darauf, in der Abwehr und besonders im Angriff geduldig zu bleiben“, verriet Bötel im Nachgang die Marschroute. 

Kurz nach dem Ausgleich hatte das Team eine brenzlige Situation zu überstehen. Das Schiedsrichtergespann Jan und Manuel Lier hatte nach einem Wechselfehler auf Zeitstrafe entschieden – und damit für eine kurzzeitig doppelte Oldenburger Unterzahl gesorgt. Doch diese Situation meisterte das Bötel-Team souverän und schaffte es mit dem Wiederanpfiff nicht nur den 14:14-Ausgleich zu erzielen, sondern durch Merle Carstensen zum zweiten Mal in Führung zu gehen (15:14/35. Minute). 

Das gab Auftrieb: In Unterzahl erhöhten die Oldenburgerinnen sogar auf drei Treffer (15:18/40.). Doch lang währte dieser nicht. Je näher der Schlusspfiff kam, desto aggressiver deckte Göppingen, die VfL-Spielerinnen fanden kaum noch Lücken. „Wir sind mit der offensiven Abwehr nicht so zurechtgekommen“, blickte Bötel auf den zweiten Abschnitt. „Ausschlaggebend war am Ende, dass wir den Kampf in Abwehr angenommen haben und mit Julia Renner hinten jemanden drinstehen hatten, der die Tore super vereitelt hat.“

Mit Renners Paraden und den Toren von Kathrin Pichlmeier erkämpfte sich Oldenburg die Führung zurück. 43 Sekunden vor dem Ende führten die Gäste dann mit 24:23, blieben konzentriert und brachten den so wichtigen Sieg ins Ziel. „Nach den zwei extrem langen Fahrten nach Bietigheim und Göppingen ist es schwierig, sich auf den Punkt zu motivieren und den Körper hochzufahren. Am Ende kommt es nun einmal darauf an, dass man das eine Tor mehr wirft. Das ist uns heute gelungen“, jubelte Niels Bötel. 

Nach den kräftezehrenden drei Partien zum Jahreswechsel geht es für den VfL nun mit einer Woche Pause im Ligabetrieb weiter. Am Samstag, 9. Januar, sind die Grün-Weißen beim SV Buxtehude zu Gast. „Am Montag arbeiten wir noch einmal im regenerativen Bereich und dann liegt der Fokus auf dem Derby“, ist die Vorfreude bei Niels Bötel bereits groß.

Frisch Auf Göppingen – VfL Oldenburg 23:24 (14:13)
VfL: Julia Renner, Nele Reese – Lisa Marie Fragge, Lana Teiken (1), Toni-Luisa Reinemann, Natacha Buhl, Marloes Hoitzing (2), Kathrin Pichlmeier (13/2), Jane Martens, Marie Steffen (1), Merle Carstensen (5/3), Jenny Behrend (1), Luisa Knippert (1)
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