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VfL Oldenburg unterliegt bei Tabellenführer SG BBM Bietigheim

29.12.2020, 17:17 Uhr
von Sönke Spille

Gut gekämpft, aber auf der Rückreise ohne verspätetes Weihnachtsgeschenk im Gepäck: Der VfL Oldenburg hat in der Handball-Bundesliga der Frauen die sechste Saisonniederlage kassiert. Beim Tabellenführer SG BBM Bietigheim unterlag die Mannschaft von Trainer Niels Bötel trotz eines couragierten Auftritts mit 27:32 (14:16). Beste Werferin war Merle Carstensen mit elf Toren.

Von der langen Anreise, die am frühen Sonntagmorgen in den Süden der Republik gestartet war, ließen sich die Oldenburgerinnen zunächst nichts anmerken. Von Beginn agierte der VfL mutig und setzte den Spitzenreiter unter Druck. Einen Kempa-Trick im ersten Angriff verwandelte Merle Carstensen zur 1:0-Führung, die kurze Zeit später sogar auf einen Zwei-Tore-Vorsprung ausgebaut wurde. Carstensen präsentierten sich im Oldenburger Spiel dabei einmal mehr als Aktivposten. Nach ihrer vorzeitigen Vertragsverlängerung vor Weihnachten trieb die Spielmacherin das Oldenburger Offensivspiel an, blieb vom Siebenmeterpunkt nervenstark und sorgte zudem mit einigen abgefangenen Bällen und daraus resultierenden Tempogegenstößen dafür, dass der VfL in Schlagdistanz blieb – auch als Bietigheim die Partie zwischenzeitlich gedreht hatte (8:6, 14. Minute). 

Nach einer Auszeit von Coach Bötel gelang der Ausgleich, Lisa-Marie Fragge sorgte mit ihrem Wurf zum 10:9 sogar zur erneuten Oldenburger Führung (10:9, 19.). Dass der VfL dennoch mit einem Rückstand in die Halbzeitpause ging, lag auch daran, dass sich Bietigheim – nach nur einer Trainingseinheit vor der Begegnung – mit zunehmender Spieldauer besser auf den VfL eingestellt hatte und sich etwas konzentrierter und nervenstärker vor dem gegnerischen Tor präsentierte (16:14). 

Zudem kassierte Merle Carstensen mit dem Halbzeitpfiff die erste Zeitstrafe der Partie – die ersten 120 Sekunden nach dem Seitenwechsel mussten die Huntestädterinnen somit in Unterzahl bestreiten. Und: Anders als im ersten Abschnitt waren es nun die Bietigheimerinnen, die den besseren Start in Durchgang zwei erwischten. Bis zur Auszeit von Trainer Niels Bötel nach rund 35 Minuten standen sechs Gegentoren nur ein erzielter Treffer gegenüber – innerhalb kürzester Zeit hatten die Oldenburgerinnen den Anschluss verloren. 

Aufholen ließ sich der Rückstand trotz der verbleibenden 25 Minuten nicht mehr. Zwar gelang es, nach einem Treffer von Jane Martens, noch einmal auf vier Treffer zu verkürzen (21:25/46.). Doch dichter kam der VfL, der immer wieder gute Aktionen zeigte, sich aber auch zu einfache Fehler leistete, nicht mehr heran. Bietigheim verteidigte den Vorsprung bis zum Schlusspfiff. „Klar ärgere ich mich über die eine oder andere vergebene Chance oder einfachen Fehler, den wir uns geleistet haben“, sagte Trainer Niels Bötel nach der Partie – zeigte sich aber dennoch zufrieden. „Wir sind heute Morgen um sechs Uhr losgefahren, damit hatten wir eine lange Reise in den Beinen. Dass wir am Ende mit fünf Toren in Bietigheim verlieren – da bin ich vom Ergebnis schon zufrieden.“ 

Die wichtigen Spiele im Kampf um den Klassenerhalt sind ohnehin andere. Am Mittwoch zum Beispiel. Dann ist ab 19.30 Uhr mit dem 1. FSV Mainz 05 ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf in der kleinen EWE-Arena zu Gast. „Es wird eine lange und harte Saison. Deshalb ist gut, dass wir nach der Pause so gestartet sind“, sagt Bötel und fordert von seiner Mannschaft: „Gegen Mainz müssen wir punkten.“

SG BBM Bietigheim – VfL Oldenburg 32:27 (16:14)
VfL: Julia Renner, Nele Reese – Lisa Marie Fragge (2), Lana Teiken, Toni-Luisa Reinemann, Natacha Buhl, Marloes Hoitzing (1), Kathrin Pichlmeier (5/1), Jane Martens (1), Marie Steffen (2), Merle Carstensen (11/6), Jenny Behrend (3), Luisa Knippert (1)
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