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Hinsehen hilft – Schluss mit Schweigen

20.11.2020, 19:44 Uhr

Gewalt an Frauen: Plakataktion in VWG-Bussen macht Hilfetelefon bekannt

Wer in den nächsten Wochen die Busse der VWG nutzt, kommt daran nicht vorbei: Mit fünf verschiedenen Plakatmotiven rücken das Feministische Forum und das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg das Thema Gewalt an Frauen in den Fokus. Gleichzeitig wird damit auf das bundesweite Hilfetelefon für Betroffene (Telefonnummer 08000 116 016) aufmerksam gemacht. Vom 23. November bis zum 12. Dezember hängen die prägnanten Plakate mit dem Motto „Aber jetzt rede ich“ in den Bussen. „Von Gewalt kann jede Frau betroffen sein, unabhängig vom Bildungsstand, Alter oder kulturellen Hintergrund“, sagt Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Uns war es wichtig, verschiedene Motive auszuwählen, um Frauen verschiedener Hintergründe anzusprechen und zu motivieren, sich Unterstützung zu holen.“

Der Anlass:
Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Weltweit wird rund um diesen Tag auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam gemacht und für eine Verbesserung der Situation gewaltbetroffener Mädchen und Frauen gekämpft – auch in Oldenburg.

Die Kampagne:
Die Plakat-Kampagne verzichtet bewusst darauf, Gewalt bildlich darzustellen. Dennoch ist diese präsent: in prägnanten, vorwurfsvollen, verharmlosenden Aussagen, mit denen sich viele gewaltbetroffene Frauen konfrontiert sehen. „Du hast es nicht anders verdient“, „Du gehörst mir“ oder „Dir glaubt doch eh keiner“: Sätze wie diese zielen darauf ab, betroffenen Frauen die Schuld zu geben für das, was ihnen widerfährt, sie zu entmutigen, einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Doch die abgebildeten Frauen haben eine starke, entschlossene Antwort: „Aber jetzt rede ich“. Und zwar beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Hier hören die speziell geschulten Fachkräfte zu und suchen gemeinsam mit der Hilfesuchenden nach Lösungen.

„Schon unter Nicht-Corona-Bedingungen ist das eigene Zuhause oft der gefährlichste Ort für Frauen und Mädchen“, verdeutlicht Franziska Strosche, Mitarbeiterin des Oldenburger Frauenhauses. Die aus Sicht der Pandemiebekämpfung zwar sinnvolle Aufforderung „Bleiben Sie zu Hause!“ könne für manche bedeuten, an einem Ort isoliert und ohne Kontakte zu sein, an dem psychische, sexuelle und körperliche Gewalt herrscht. „Durch die Plakataktion in den Bussen sollen Frauen darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie nicht alleine sind und dass es Menschen gibt, die ihnen helfen können“, betont Nadine Finke, Mitarbeiterin von Wildwasser Oldenburg, Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen.

Das Hilfetelefon:
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ richtet sich an gewaltbetroffene Frauen, Personen aus ihrem sozialen Umfeld sowie an Fachkräfte und berät zu allen Formen von Gewalt – ob Gewalt in der Partnerschaft, sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel. Über 80 qualifizierte Beraterinnen helfen unter der Telefonnummer 08000 116 016, per E-Mail sowie im Sofort- oder Termin-Chat auf www.hilfetelefon.de – kostenlos, anonym und vertraulich. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen Betroffene an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Das bundesweite Angebot ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Bei Bedarf kann die Beratung in 17 Fremdsprachen sowie in Gebärdensprache und in Leichter Sprache erfolgen. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt. 

Das Feministische Forum:
Das Feministische Forum ist ein Zusammenschluss feministisch engagierter Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen in Oldenburg. Zum Feministischen Forum gehören unter anderem: Autonomes Frauenhaus Oldenburg, Internationale Frauengruppe im Stadtteiltreff Dietrichsfeld, IBIS e.V., Koma Sara – Kurdische Frauengruppe, Medienbüro Oldenburg, Mädchenhaus Oldenburg, Wildwasser Oldenburg und das ZFG Zentrum für Frauengeschichte.

Weitere Informationen gibt es online unter www.oldenburg.de/gleichstellung.
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