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SoVD Oldenburg unterstützt Johanniter-Kältebus mit 1.000 Euro

13.11.2020, 19:45 Uhr

SoVD vor Ort: Beim Team des Kältebusses der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) in Oldenburg

Pünktlich zum Neustart in den Winter 2020/2021 informierte sich der SoVD-Kreisverband Oldenburg-Delmenhorst vor Ort bei den „Lenkern“ des Johanniter-Kältebusses. Matthias Polnau, Mitglied des Oldenburger SoVD-Vorstandes, brachte die 1.000 € Spende mit und erfuhr von Jörg Bohlken und Ernst Kroeck, dass es seit 1. November wieder losgeht – dass sie aber auch wegen der Corona-Pandemie erstmals im Sommer unterwegs waren.

Wer „Kältebus“ hört, denkt an Winter. Aus dieser Zeit stammt der Name: Vor etwa fünf Jahren brach ein Team des Johanniter-Ortsverbandes Oldenburg zum ersten Mal auf, um Obdachlosen zu helfen. Der Kältebus startete damals mit seiner mobilen Hilfe für die, die in Oldenburg „Platte“ machen. „In Oldenburg sind wohl etwa 300 bis 400 Menschen ohne eigene Wohnung“, schätzen Jörg Bohlken, ehrenamtlicher Johanniter, sonst Techniker im Pius-Hospital, sowie Ernst Kroeck, der neben seinem ehrenamtlichen Engagement im Kältebus-Team auch hauptberuflich bei den Johannitern arbeitet. Sie steuern seitdem jeden Freitag und Sonntag mit warmen Suppen und heißen Getränken den Hauptbahnhof an. Besonders beliebt am Bahnhof: Die Fünf-Minuten-Terrine und Bockwurst.

Doch zu Corona-Zeiten entdeckten die Kältebus-Fahrer schnell neue Ziele, wo Hilfe erforderlich ist. Von April bis August kamen sie auch bei Bedürftigen ins und frei Haus: Dabei hatten sie nicht nur ein offenes Ohr für Sorgen, sondern auch Handfestes dabei: Pakete mit Lebensmitteln. Mal besonders gepackt für Haushalte mit Kindern, mal mit dem, was bei Älteren auf den Tisch kommt. „Wir lieben Lebensmittel, wenn sie gespendet werden“, sagt Bohlken. Kein Grund zur Freude ist die Lage am Bahnhof, wenn es kalt wird. „Die Stadt Oldenburg bietet zu wenig Örtlichkeiten, wo Obdachlose unterschlüpfen können.“ Denn: Die Bahnhofsmission hat corona-gezwungen die Zahl der Personen im Gastraum auf höchstens vier beschränkt, die Notunterkunft bietet nur noch wenige Schlafplätze an. Matthias Polnau, Mitglied im Vorstand des SoVD Kreisverbandes: „Auf Bundesebene besteht eine Kooperation zwischen JUH und SoVD. Mit unserer Spende aktivieren wir sie vor Ort. Der Kältebus ist aufsuchende Sozialarbeit im besten Sinne des Wortes, weil sie Bedürftige direkt erreicht, ohne Umwege. Es gibt nur niedrige Hemmschwellen, sie anzunehmen. Und er ist Ehrenamt in bester Manier. Kein Wunder, dass der Kältebus für den Förderpreis des Bundesinnenministeriums nominiert wurde.“  Abstimmen kann jeder bis 23. November, unter juh.link/helfendehand.
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