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Bittere Niederlage nach packendem Duell gegen THC

16.10.2020, 17:36 Uhr
von Sönke Spille

Am Ende holten sich die Oldenburger Bundesliga-Handballerinnen ihren verdienten Applaus von den Zuschauern ab. 60 Minuten hatten die Spielerinnen von Trainer Niels Bötel nicht nur tollen Handball gezeigt, sondern gekämpft, Moral bewiesen und den als Tabellenführer angereisten Thüringer HC an den Rand einer Niederlage gebracht. Doch nach einer nervenaufreibenden Schlussphase standen sie bei der 29:30 (14:13)-Niederlage am Ende doch mit leeren Händen da.

„Wenn mir das Ergebnis vor dem Spiel jemand gesagt hätte, hätte ich es wahrscheinlich dankend angenommen. Aber nach dem Spielverlauf bin ich natürlich enttäuscht“, gestand VfL-Coach Niels Bötel. Sein Team war dem Sieg so nah gewesen, hatte fast die komplette zweite Halbzeit in Front gelegen. Doch kurz vor dem Ende erzielte der Thüringer HC mit dem 27:26 die erste Führung seit Mitte der ersten Halbzeit (11:10) und machte mit einem Tor Sekunden vor der Schlusssirene den Erfolg perfekt. „Das war ein glücklicher Sieg für uns“, gestand Helfried Müller, der seinen Bruder Herbert Müller in Oldenburg als THC-Coach am Spielfeldrand vertrat. „Es war schon abenteuerlich, wie der Ball dort in die Mitte gekommen ist. Das hatte mit strukturiertem Spielaufbau nichts zu tun.“

Die Oldenburgerinnen bewiesen, dass sie auch mit einem Top-Team der Liga mithalten können. Von Beginn an präsentierten sich die Oldenburgerinnen als unangenehmer Gegner für den Tabellenführer. Coach Niels Bötel versuchte dabei gleich in den ersten Angriffen mit einer siebten Feldspielerin ein Überzahlspiel zu generieren. Rückraumspielerin Toni Reinemann, die von Bötel in der Startformation aufgeboten wurde, sorgte nach drei Minuten für die 1:0-Führung. Und auch in der Folge spielte der VfL stark auf – die Gäste bissen sich mehr und mehr die Zähne aus. Julia Renner, mit mehreren Paraden wieder einmal sicherer Rückhalt der Huntestädterinnen, und dazu gute Aktionen in der Offensive ermöglichten ein Duell auf Augenhöhe. Oldenburg hielt den Anschluss und ließ sich auch von zwei zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückständen nicht aus der Ruhe bringen. Besonders Marie Steffen, die nicht nur für einen extrem aggressiven Mittelblock in der Abwehr sorgte, sondern im Angriffsspiel vier Siebenmeter herausholte, ging dabei voran. 

Auf den guten Auftritt der Oldenburgerinnen reagierte der THC zunehmend genervt – entweder mit vorschnellen Abschlüssen, ungenauen Zuspielen oder technischen Fehlern. „Wir waren pomadig, schläfrig. Mit jeder Minute, die das Spiel länger dauerte, hat Oldenburg die Oberhand übernommen“, sagte Helfried Müller. Lana Teiken, die einen guten Auftritt auf Linksaußen hinlegte, sorgte kurz vor dem Halbzeitpfiff mit viel Übersicht für die VfL-Führung (12:11). Und die blieb bis zum 14:13-Seitenwechsel bestehen. 

Den Thüringer HC hatten die Huntestädterinnen mit ihrem starken Auftritt in Abschnitt eins gehörig unter Druck gesetzt, der Tabellenführer war somit in Durchgang zwei gefordert. Doch das Spiel machte weiterhin der VfL. Wie im ersten Durchgang eröffnete Toni Reinemann – mit zwei Paraden von Julia Renner und einem weiteren Treffer von Lana Teiken erhöhte der VfL sogar auf 17:14. Dann aber unterliefen den Gastgeberinnen einige Ungenauigkeiten – und sie vergaben in dieser Phase gleich drei Großchancen. Den Thüringer HC brachte das noch einmal zurück ins Spiel. Beim 27:26 lagen sie in Front und konterten im Anschluss die Treffer des VfL. „Die Erfahrung hat am Ende den Ausschlag gegeben“, fand Niels Bötel, der seinen Spielerinnen aber trotz der Niederlage ein großes Kompliment aussprach. „Ich bin super stolz auf das, was meine Mannschaft geleistet hat. Sie haben in der Abwehr richtig geackert. Mit ein wenig mehr Wurfglück holen wir am Ende vielleicht sogar noch einen Punkt.“
Mit 6:6 Punkten bleiben die Oldenburgerinnen vorerst Tabellensechster. Das nächste Spiel steht dann am Samstag, 24. Oktober, bei der HSG Blomberg-Lippe auf dem Programm.
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