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Landesmuseum Natur und Mensch übergibt Archivalien zu kolonialzeitlichen Museumsbeständen

24.07.2020, 18:24 Uhr
Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg übergab am Mittwoch Archivalien an die Abteilung Oldenburg des Niedersächsischen Landesarchivs. Die Kladden, Verzeichnisse und Listen, die sich vor allem mit den kolonialzeitlichen Beständen des Museums befassen, sollen damit der Öffentlichkeit besser zur Verfügung stehen und für zukünftige Forschungen materialgerecht aufbewahrt werden.

In zwei Provenienzforschungsprojekten setzt sich das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg derzeit verstärkt mit der kolonialen Geschichte seiner Bestände und ihrer Herkunft auseinander. Dabei wurden wichtige Archivalien entdeckt und ausgewertet, die nun von Direktorin Dr. Ursula Warnke, Dr. Ivonne Kaiser und Jennifer Tadge an den stellvertretenden Leiter der Abteilung Oldenburg des Niedersächsischen Landesarchivs, Dr. Wolfgang Henninger, übergeben wurden. Damit ergänzen sie die dort bereits vorhandenen historischen Unterlagen im Bestand „Landesmuseum Natur und Mensch“, die sich über das Archivinformationssystem Arcinsys recherchieren lassen.

Unter den Archivalien befindet sich auch die Kladde „Scelette und Menschenschädel“ von 1894, welche auch Gebeine von Individuen außereuropäischer Herkunft aufführt. Das Museum strebt derzeit die Repatriierung von diesen Individuen an. „Das zeitgenössische Schicksal dieser Menschen in einem Mehrspartenmuseum zeigt sich in der Kladde“, berichtet Projektmitarbeiterin Dr. Ivonne Kaiser, „dort werden Gebeine von Aborigines aus Australien zwischen Meerkatze und Biber aufgelistet“. Problematische Aspekte der kolonialzeitlichen Geschichte, der sich das Museum stellt. „Die Archivalien können auch für andere Wissenschaftler*innen relevant sein und sollen daher über das Niedersächsische Landesarchiv zugänglich gemacht werden. Gerade im Umgang mit unseren kolonialzeitlichen Beständen setzten wir auf größtmögliche Transparenz“, betont Museumsdirektorin Dr. Ursula Warnke.

Die Archivalien werden für die Forschungsprojekte „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE), gefördert von der VolkswagenStiftung und „Provenienzforschung zur anthropologischen Schädelsammlung im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg“, gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste genutzt.

Weitere Informationen zu den Forschungsprojekten finden Sie auf www.naturundmensch.de/museum/forschung.
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