29.04.2022, 13:16 Uhr
Gutes Sortierverhalten soll weiter optimiert werden
Restmüll-Analyse zeigt Potenzial zur Verbesserung auf – AWB plant Öffentlichkeitskampagne
Viele Oldenburgerinnen und Oldenburger sind überaus engagiert, wenn es um Müllvermeidung und das richtige Sortieren des Abfalls geht. Aber es gibt noch Luft nach oben: Das geht aus einer repräsentativen Analyse des Restmülls hervor, die der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Oldenburg (AWB) in Auftrag gegeben hat. Im Fokus der von der Firma Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management GmbH aus Ahlen vorgenommenen Untersuchung stand, die noch im Restabfall enthaltenen Wertstoffpotenziale festzustellen sowie die Anteile an Problem- und Schadstoffen zu ermitteln.

Weniger Restmüll als anderswo
Die gute Nachricht: Mit der in privaten Haushalten anfallenden Restmüllmenge von 94,8 Kilogramm pro Kopf und Jahr schneidet Oldenburg im bundesweiten Vergleich sehr gut ab. Im Bundesdurchschnitt produziert jeder Deutsche 128 Kilogramm Restmüll pro Jahr. In den Städten liegt der Pro-Kopf-Jahreswert sogar bei 151 Kilogramm. „Wir registrieren in Oldenburg einen sehr bewussten Umgang mit Restabfall“, freut sich AWB-Leiter Volker Schneider-Kühn.

Allerdings gilt auch beim AWB die Maxime: Nichts ist so gut, als dass es nicht weiter verbessert werden könnte. So hat die Analyse unter anderem ergeben, dass die Restmüllmenge zu 21 Prozent aus organischen Abfällen besteht, die eigentlich in die Biotonne gehören. Allerdings steht Oldenburg auch in dieser Kategorie deutschlandweit relativ gut da: Die in Oldenburg über den Restabfall entsorgte Jahresmenge an verwertbarer Organik liegt mit circa 20 Kilogramm pro Einwohner um etwa 50 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Gefahrenpotenzial
Vergleichsweise niedrig ist auch die Menge an „trockenen“ Wertstoffen (wie Papier, Glas, Kunststoffe, Metalle und Verbunde), die 23,4 Prozent des Inhalts der Oldenburger Restmülltonnen ausmacht: Die jährliche Pro-Kopf-Menge liegt bei rund 22 Kilogramm (Bundesdurchschnitt: circa 29 Kilogramm). Aber sogar Gegenstände wie Elektrogeräte (1,6 Prozent der Gesamtmenge) sowie Problem- und Schadstoffe (0,7 Prozent) finden fälschlicherweise den Weg in die schwarzen Tonnen. Zwar erscheint der prozentuale Anteil der Elektrogeräte und Schadstoffe gering – dennoch stellen diese hochgerechneten 370 Tonnen pro Jahr ein riesiges Gefahrenpotenzial für Mensch und Umwelt dar, wenn sie über den Restmüll entsorgt werden. Tatsächlich für den Restmüll gedacht sind unter anderem Windeln und weitere Hygieneprodukte, Staubsaugerbeutel, Tapetenreste, Rasierklingen, Katzenstreu oder sogenannter Feinmüll (wie Kehricht oder Asche).

Noch besser werden
„Auch, wenn in Oldenburg schon relativ gut getrennt und mit Abfällen generell sensibel umgegangen wird, haben wir Potenzial, bei der Mülltrennung noch besser zu werden“, resümiert Volker Schneider-Kühn. Dazu beitragen soll eine Öffentlichkeitskampagne, deren Start für den Sommer vorgesehen ist. Dadurch soll beispielsweise erreicht werden, dass der Anteil an Problem- und Schadstoffen sowie von Elektrogeräten im Restmüll deutlich reduziert wird. Vielmehr soll die Aufmerksamkeit auf Rücknahmesysteme im Handel und Entsorgungsmöglichkeiten auf den Wertstoffannahmestellen gelenkt werden. Darüber hinaus steht die mobile Schadstofferfassung zur Verfügung – geprüft wird, ob ab 2023 zusätzliche Sammelstellen und Sammeltage angeboten werden können. Auch mit Blick auf Altpapier, Altglas, Leichtverpackungen und organische Abfälle soll erneut über die richtigen Entsorgungswege aufgeklärt werden.

Informationen zu Abfallarten und Hinweise zum richtigen Sortieren enthält auch die Abfall-App OL, die im App-Store und im Google Play Store sowie über einen QR-Code auf der Internetseite www.oldenburg.de/abfall-app-ol abrufbar ist.

Im September 2023 ist eine analytische Erfolgskontrolle geplant. „Unser Ziel ist eine echte Kreislaufwirtschaft, in der Rohstoffe bestmöglich recycelt oder aber für die Abfalltonne vorgesehene Dinge weitergenutzt werden. Denn der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht“, betont AWB-Chef Volker Schneider-Kühn.