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Hinsehen hilft – Schluss mit Schweigen

23.11.2021, 19:57 Uhr

Gewalt an Frauen: Plakataktion in VWG-Bussen macht Hilfetelefon bekannt

Wer in den nächsten Wochen die Busse der VWG nutzt, kommt daran nicht vorbei: Mit acht verschiedenen Plakatmotiven rückt das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg das Thema Gewalt an Frauen in den Fokus. Gleichzeitig wird damit auf das bundesweite Hilfetelefon für Betroffene (Telefonnummer 08000 116 016) aufmerksam gemacht. Seit dem 22. November (bis zum 12. Dezember) hängen die prägnanten Plakate mit dem Motto „Aber jetzt rede ich“ in den Bussen. „Von Gewalt kann jede Frau betroffen sein, unabhängig vom Bildungsstand, Alter oder kulturellen Hintergrund“, sagt Renate Vossler, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Uns war es wichtig, verschiedene Motive auszuwählen, um Frauen verschiedener Hintergründe anzusprechen und zu motivieren, sich Unterstützung zu holen.“

Der Anlass
Der Kampagnenzeitraum umschließt den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November und den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember, an dem auch der Friedensnobelpreis verliehen wird. Während dieser 16 Tage wird international für die Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen sensibilisiert und für eine Verbesserung der Situation gewaltbetroffener Mädchen und Frauen gekämpft – auch in Oldenburg.

Die Kampagne
Die Plakat-Kampagne verzichtet bewusst darauf, Gewalt bildlich darzustellen. Dennoch ist diese präsent: in prägnanten, vorwurfsvollen, verharmlosenden Aussagen, mit denen sich viele gewaltbetroffene Frauen konfrontiert sehen. „Du hast es nicht anders verdient“, „Du gehörst mir“ oder „Dir glaubt doch eh keiner“: Sätze wie diese zielen darauf ab, betroffenen Frauen die Schuld zu geben für das, was ihnen widerfährt, sie zu entmutigen, einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Doch die abgebildeten Frauen haben eine starke, entschlossene Antwort: „Aber jetzt rede ich“. Und zwar beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Hier hören die speziell geschulten Fachkräfte zu und suchen gemeinsam mit der Hilfesuchenden nach Lösungen.

Unterstützt wird die Aktion auch von Johanna Reimann: Die Koordinatorin gegen geschlechtsspezifische Gewalt hat Mitte September ihre Arbeit aufgenommen, um in Oldenburg Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen und Häusliche Gewalt zu initiieren. „Kampagnen wie diese sind ein wichtiger Bestandteil der Sensibilisierung, um auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam zu machen und betroffene Frauen dazu zu ermutigen, sich Hilfe zu holen“, betont Johanna Reimann. „Die Plakate zeigen: Sie sind nicht allein!“

„Das eigene Zuhause ist immer noch der gefährlichste Ort für Frauen und Mädchen. Umso wichtiger sind öffentlichkeitswirksame Aktionen wie die Plakataktion in den VWG-Bussen, die auf das Hilfesystem verweist und Frauen ermutigt, sich Hilfe zu holen“, unterstreicht Anja Kröber vom Autonomen Frauenhaus die Bedeutung solcher Aktionen.

Das Hilfetelefon
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ richtet sich an gewaltbetroffene Frauen, Personen aus ihrem sozialen Umfeld sowie an Fachkräfte und berät zu allen Formen von Gewalt – ob Gewalt in der Partnerschaft, sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel. Über 80 qualifizierte Beraterinnen helfen unter der Telefonnummer 08000 116 016, per E-Mail sowie im Sofort- oder Termin-Chat auf www.hilfetelefon.de – kostenlos, anonym und vertraulich. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen Betroffene an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Das bundesweite Angebot ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Bei Bedarf kann die Beratung in 17 Fremdsprachen sowie in Gebärdensprache und in Leichter Sprache erfolgen. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt.
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