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Geld für kleine Flüchtlingsprojekte

28.01.2016, 10:36 Uhr

Präventionsrat startet Fonds für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit

von Carsten Lienemann

Die Hilfsbereitschaft und das Engagement für Flüchtlinge ist in Oldenburg unverändert hoch. Viele Bürgerinnen und Bürger möchten in ihrer Freizeit etwas zum besseren gegenseitigen Verständnis beitragen und haben viele Ideen, die manchmal nur deswegen nicht ausgeführt werden, weil ein vergleichsweise kleiner Geldbetrag fehlt.

Unter dem Titel »Flüchtlinge und Ehrenamt« legt der Präventionsrat Oldenburg (PRO) darum jetzt einen Fonds zur finanziellen Unterstützung kleiner privater Initiativen in der Flüchtlingsarbeit auf. »Im Gegensatz zu öffentlichen und privaten Institutionen bekommen Privatpersonen, die sich für Flüchtlinge engagieren möchten, nur schwer finanzielle Unterstützung. Diese Lücke schließen wir mit diesem Fonds«, sagt PRO-Geschäftsführerin und Mitinitiatorin Melanie Blinzler.

»Persönliche Begegnungen im kleinen Rahmen sind besonders positiv für die Integration, deshalb möchten wir gerade hier fördern. Einzelne Bürgerinnen und Bürger können über einen ganz besonders kurz gehaltenenes Formular Fördermittel beantragen«, so Blinzler weiter.

Über die Vergabe der Mittel entscheidet ein Beirat. Dem anzugehören, war für die Inklusionsbeauftragte Susanne Jungkunz keine Frage. »Begegnungen auf Augenhöhe bereichern beide Seiten. Das ist auch in der Inklusion ebenso wichtig wie pragmatischen Hilfe.«

»Ein Bespiel für ein förderwürdiges Anliegen wäre ein privates ›Welcome-Dinner‹, für das eingekauft werden muss«, so Sabine Lönne vom »Frau Lönne Werbekontor«. Weitere Beispiele sind gemeinsame Theater-, Kino- und Schwimmbadbesuche. »Nicht nur die Kinder, sondern möglichst ganze Familien sollten die Kultur- und Freizeitangebote kennen lernen. Das ist nicht ganz billig«, ergänzt Mia Cordes vom Internationalen Frauentreff. Damit gemeinsame Unternehmungen gelingen, sei es außerdem wichtig, das Vertrauen der neu angekommenen Menschen zu gewinnen, etwa durch mehrfache Treffen.

Isam El-Korhaly vom Bewohnerverein »Wir für uns« Bloherfelde und Richard von Busse, Vorsitzender des Fördervereins Präventionsrat, vervollständigen den Fonds-Beirat, der nach einer persönlichen Vorstellung der Antragsteller möglichst innerhalb von drei Wochen über die Vergabe entscheidet und eine Dokumentation der Aktivität in Form von Fotos erwartet.

Der Fonds startet mit der recht bescheiden anmutenden Summe von 3020 Euro. Allerdings geht es ja nicht um die Förderung von Großprojekten. »Wir werden uns auch in unserem breiten Netzwerk umschauen, ob eine Idee bei einer anderen Initiative in das bereits vorhandene Programm passt. In so einem Fall würden wir weitervermitteln«, erklärt Melanie Blinzler. Über die Kontakte der Beiratsmitglieder und des PRO sollen außerdem weitere Geldgeber gefunden werden.

Auch private Spenden werden natürlich gerne genommen. »Ein Anlass, diesen Fonds überhaupt aufzulegen, waren Fragen von Bürgerinnen und Bürgern, die gerne Geld spenden wollten, aber nicht wussten, wohin«, so Richard von Busse.

Fonds Flüchtlinge & Ehrenamt
Fonds "Flüchtlinge & Ehrenamt"
Landessparkasse zu Oldenburg
IBAN: DE49280501000091582205
BIC: SLZODE22

Fragen zum Fonds beantwortet gerne die Geschäftsstelle des PRO (Tel.: 0441/235 36 11, E-Mail: praeventionsrat@stadt-oldenburg.de).
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