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Die Liebe in Zeiten der Fluchtbewegung

21.02.2018, 12:02 Uhr

Global Music Player e. V. präsentiert Musical „Sami, der Weißfahrer“

Sophia hat sich gerade mit ihrem Freund gestritten. Darum geht sie allein zum Konzert, bei dem sie Sami trifft. Die beiden kommen sich schnell näher, sehr zum Unmut von Sophias Freund, der nachgekommen ist und die beiden beobachtet. Das ist vordergründig der Entwurf zu dem Musical, das Global Music Player e. V. am 22. und 23. Februar 2018 in der Kulturetage auf die Bühne bringt.

Bei genauerer Betrachtung ist die Geschichte aber sehr komplex. Sami ist nämlich aus seiner afrikanischen Heimat geflüchtet. Er bringt traumatisierende Erlebnisse mit und muss sich hier mit Diskriminierungen von allen Seiten auseinandersetzen, von Seiten der deutschen Behörden, von hier Geborenen, aber auch von anderen Geflüchteten. Für Sophia sind das ganz neue Erfahrungen. Auch wenn sie nicht direkt betroffen ist, als Freundin bekommt sie alles hautnah mit.

17 Künstlerinnen und Künstler aus 7 verschiedenen Ländern an 10 intensiven Probenwochenenden ein Musik- und Tanztheaterstück entwickelt, das auf eigenen Erfahrungen basiert. Die Darsteller*innen spielen, tanzen und singen davon, wie das Leben der Geflüchteten aussieht und verbinden dabei leichte Inhalte mit schwer verdaulichem Stoff.

Richard Kouadio Kouamé ist ein ausgezeichneter Tänzer und Choreograph und außerdem einer von zwei Sängern und Komponisten der Oldenburger Band „Revolution R“. Er hatte die Idee zu diesem Musical, seit es die Band gibt, also seit Beginn 2012. Vier Jahre zuvor war er nach Deutschland gekommen. „Ich wollte den Menschen die Geschichte aus meiner Perspektive zeigen, und mit Musik und Tanz kann ich mich am besten ausdrücken“, sagt Kouamé. „Vieles aus dem Stück habe ich selbst erlebt, anderes ist Freunden von mir passiert. Ich selbst habe viel Glück gehabt, auch, weil ich sehr nette Menschen getroffen habe. Aber ich bin auch Rassisten begegnet.“

Die Regie des Stückes hat Christian Jakober übernommen, der seit vielen Jahren Erfahrung bei diversen Theaterstücken des Vereins Jugendkulturarbeit gesammelt hat. Als Gitarrist unter anderem bei „Revolution R“ kennt er auch die Mentalität der Afrikaner*innen. „Für uns Europäer ist es ungewöhnlich, ernste Themen über tanzbare Musik zu transportieren, in Afrika ist das ganz normal. Aber wir schlagen auch leise Töne an. Die Herausforderung für alle Beteiligten bestand darin, aus den einzelnen Teilen gemeinsam ein Stück zu entwickeln, und ich denke, uns ist eine gute Mischung gelungen.“

Sami, der Weißfahrer

Do, 22.02.2018, 20 Uhr und
Fr., 23.02.2018, 20 Uhr
Kulturetage, Bahnhofstr. 11

Sondervorstellung für Schulklassen am Fr, 23.02. um 10 Uhr
(Anmeldung für die Sondervorstellung an cjakober@web.de)

es spielen:
Andreas Max, Babak Moradi, Bernard Ngassa, Bi-Z Zamblé, Christian Jakober, Eve Hase, Gerold Bartels, Guevara Hasan, Helgard Füchsel, Jacques Zamblé Bi Vie, Lou Micaelle Koffi, Nino Zautashvili, Richard Kouadio Kouamé, Sebastian Teubert, Shima Rashkin, Sophie Arenhövel, Theresa Ehmen

Ein Projekt von Global Music Player, Inter-kulturelle Aktion e.V.
Nach einer Idee von Richard Kouadio Kouamé
Projektleitung: Christian Jakober
künstlerische Leitung/Regie: Christian Jakober und Richard Kouadio Kouamé
weitere Informationen: globalmusicplayer.com/musical.


gefördert vom
Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und vom
Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
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