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Prävention

Kicken für die Prävention

07.08.2017 09:18 Uhr

5. Soccer-Court-Benefizturnier des PRO

Der Förderverein Präventionsrat Oldenburg und die Comes Unternehmensberatung laden in Zusammenarbeit mit dem VfB Oldenburg zum 5. Soccer-Court-Benefizturnier ein. Am Sonnabend, dem 12. August 2017 von 14:00–17:00 Uhr spielen auf dem Gelände des VfB Oldenburg, Maastrichter Str. 35, sechs Mannschaften aus dem Bankenwesen (LzO, Bremer Landesbank, Oldenburgische Landesbank), aus Unternehmen (Fa. Springer Stuhr, Comes) und eine Mannschaft des VfB Oldenburg zugunsten des Projektes »Open Sunday«.

Das Besondere des Benefizturniers ist, dass jedes Tor, jede rote oder gelbe Karte und jedes Foul mit »Strafgeldern« geahndet werden, die dann summiert als Spende der Prävention in Oldenburg zu Gute kommen. Über 21.000,– € konnten bereits dank der Benefizturniere im Soccer Court für die Prävention erspielt werden.

Für Fair Play und gute Unterhaltung sorgen als Schiedsrichter Klaus Berster (Ehrenpräsident des VfB Oldenburg) sowie Harald Rieß als Moderator.


Der Open Sunday

Angeleitet von jugendlichen Coaches werden in den Wintermonaten Schulsporthallen in Nadorst und Bümmerstede sonntags für Kinder, mit und ohne Beeinträchtigung, geöffnet. Im Sinne der Prävention stehen das soziale Miteinander und der Spaß an Bewegung im Vordergrund dieses Projektes.
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Integration als Schwerpunktthema der Prävention

22.06.2017 20:16 Uhr

Bilanz des 22. Deutschen Präventionstags aus Oldenburger Perspektive

von Carsten Lienemann

Der Deutsche Präventionstag hat sich zu einem echten Großereignis entwickelt. Zur 22. Auflage am 19. und 20. Juni in Hannover hatten sich rund 3000 Besucher_innen aus dem In- und Ausland angemeldet, die 600 Expert_innen treffen, 192 Vorträge, Themenboxen und Projektspots hören konnten und 155 Infostände besucht haben. Der Präventionsrat Oldenburg (PRO) war mit insgesamt drei haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen vertreten. Unter dem Schwerpunktthema »Prävention und Integration« wurde ein dicht gepacktes Programm angeboten.

Am eigenen Messestand machte der PRO vor allem auf zwei seiner Erfolgsprojekte aufmerksam, die gemeinsam mit der VHS und der Ev.-Luth. Akademie inzwischen seit vier Jahren veranstalteten »Lebendigen Bibliothek« sowie den Arbeitskreis Religionen und dessen Erklärung zu Grundwerten und Religionsfreiheit. »Diese Wahl hat sich als goldrichtig erwiesen«, freut sich PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler, »es haben sich zu beiden Themen viele interessante Gespräche und Austausche ergeben.«

Darüber hinaus war der PRO auch am benachbarten Stand des Verbunds kommunaler Präventionsräte im Nordwesten Niedersachsens (»PrimA«) beteiligt, der seine gemeinsame Kampagne zur Zivilcourage im Internet mit dem Schwerpunkt »PrimA-Challenge« vorstellte. Hier nutzten einige Besucher_innen auch die Möglichkeit, sich direkt am Stand an der Abstimmung über Verhaltensregeln im Internet zu beteiligen.

Über Vorteile und Synergien, die sich in einem Verbund kommunaler Präventionsräte für eine gemeinsame Kampagne ergeben, referierte Melanie Blinzler in einem Projektspot. Das Netzwerk »PrimA – Prävention im Nordwesten« hat bisher zwei Projekte nach diesem Prinzip durchgeführt. Dabei wird Informations- und Arbeitsmaterial von wenigen erarbeitet und an alle verteilt, während jeder einzelne Kooperationspartner nach eigenem Ermessen Veranstaltungen durchführen und Schwerpunkte legen kann. Damit werden die Aufgaben im Netzwerk arbeitsteilig übernommen, und die Ergebnisse stehen allen zur Verfügung.

Weiter nutzten die Vertreter_innen des PRO den Präventionstag zur Pflege bestehender und Aufnahme neuer Kontakte zu Praxis und Wissenschaft, zur Sammlung von Informationen, Projektideen und Material für die Arbeit in Oldenburg und selbstverständlich auch zur Fortbildung, soweit möglich, denn bei 192 Vorträgen an zwei Veranstaltungstagen musste man schon sehr gezielt auswählen.

Besonders beeindruckend war der Vortrag von Prof. Andreas Beelmann, Leiter des Instituts für Psychologie an der Universität Jena. Er stellte die Ergebnisse einer nicht-repräsentativen Befragung von syrischen Geflüchteten vor. Demnach wünscht sich ein großer Teil der Geflüchteten, in einer Demokratie zu leben, wobei die Vorstellung der Befragten von einer demokratischen Gesellschaft in einigen Punkten von den in unserer Verfassung festgelegten Bestimmungen abweicht. Das betrifft unter anderem das Rollenverständnis der Geschlechter, das Verhältnis von Staat und Religion und auch die Pressefreiheit. Die Frauen antworteten tendenziell konservativer als die Männer. Allerdings, so Beelmann, waren sie während der Befragung in männlicher Begleitung. Ob sie alleine anders geantwortet hätten, bleibt Spekulation.

Ebenfalls sehr interessant war ein Vortrag zum Thema Minderjährigen-Ehen. Die Sozialpsychologin Dr. Bettina Doering und die Juristin Isabell Plich sehen ein Problem darin, dass die Einzelfallprüfung mit der neuen Gesetzgebung abgeschafft wurde. Viele Ehen unter Minderjährigen seien geschlossen worden, um eine Flucht aus bedrohter Lage überhaupt möglich zu machen.

Der 23. Deutsche Präventionstag findet am 11. und 12. Juni 2018 in Dresden statt.

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Vorstand-Entlastung Formsache

25.03.2017 21:37 Uhr
von Carsten Lienemann

Die Mitgliederversammlung des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg ist immer eine sehr harmonische Veranstaltung. So auch an diesem 22. März 2017. Warum auch nicht? Die Projekte und auch die Finanzen sind für alle transparent, im Förderverein sind wichtige Institutionen und Einzelpersonen vertreten, und Mitglieder wie Kooperationspartner sind sich einig, dass der Präventionsrat mit seinem Netzwerk seit über 16 Jahren wertvolle Arbeit in der Stadt und für die Stadt leistet. Vor allem aber: Weder die Vorstands- noch die einfachen Mitglieder des Fördervereins beschränken ihr Wirken auf Geldsammlungen und Spenden, sondern engagieren sich darüber hinaus für verschiedene Präventionsprojekte.

Als Beispiel für ein besonders erfolgreiches Projekt gab Fortbildungstrainer Hartmut Denker einen Einblick in das Programm »Lions Quest – Erwachsen werden«. Er bildet Lehrkräfte in praxisorientierten Seminaren aus, die ihre Kenntnisse dann vorwiegend im Unterricht an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I weitergeben, damit diese Lebenskompetenzen erarbeiten und Persönlichkeiten entwickeln können. Das bundesweite Programm wird vom Hilfswerk der Deutschen Lions e. V. betreut. In Oldenburg und Umgebung übernimmt der Präventionsrat einen wesentlichen Teil der Organisation der Seminare, was alle Beteiligten als Vorteil und Bereicherung bezeichnen.

21 Projekte wurden 2016 mit größeren und kleineren Geldbeträgen gefördert, die in der Summe 50.000 Euro übersteigen. Das Konto ist dennoch gut gefüllt, wie der Fördervereinsvorsitzende Torsten Maus versicherte, wobei das Geld natürlich nicht gehortet werde, zum Teil aber auf Wunsch der Spender_innen zweckgebunden verwendet werden muss. Die Kassenprüfer hatten nichts zu beanstanden und empfahlen der Versammlung die Entlastung des Vorstandes, was diese einstimmig annahm. Formsache.

Der einzige Schönheitsfehler, der auch in jedem Jahr wieder angesprochen wird, ist die gleichbleibende Größe des Fördervereins. So endete auch diese Zusammenkunft wieder mit einem Appell an alle Anwesenden, doch bis zum nächsten Mal je ein neues Mitglied zu werben.
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Mit vereinten Kräften für das Präventionsprogramm Lions Quest »Erwachsen handeln«

13.02.2017 10:01 Uhr
von Melanie Blinzler

Sechs Lions-Clubs aus Oldenburg und Umgebung finanzieren gemeinsam das Seminar »Lions Quest – Erwachsen handeln« für Lehrkräfte mit 6000 Euro. Bereits zum zweiten Mal beteiligt sich außerdem die Oldenburger Niederlassung des Personaldienstleisters expertum GmbH mit 1000 Euro.

»Das Seminar qualifiziert Lehrkräfte für den Einsatz des Präventionsprogramms Lions Quest - Erwachsen handeln«, erklärt Seminarleiter Heinz-Dieter Ulrich. »Mit dem Programm werden Inhalte und Methoden der«Lebenskompetenz-Erziehung« vermittelt. Ihr werden von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Prävention zerstörerischer Verhaltensweisen (Sucht- und Drogenabhängigkeit, Gewaltbereitschaft, Suizidgefährdung) zugesprochen.«

»Es ist bereits das fünfte Seminar, das die Lions Clubs seit 2014 finanziell unterstützen«, sagt Bernd Weber. »Wir werden das Angebot mit vereinten Kräften weiterhin fördern, damit diese Prävention an vielen Schulen eingesetzt werden kann.«

Karlheinz Blankemeyer vom Lions Club Ammerland ergänzt: »Wir freuen uns, dass wir dieser Pool-Lösung, die über den Präventionsrat Oldenburg gesteuert wird, nun ebenfalls beitreten konnten.«
Die Lions Clubs LC Ammerland, LC Ammerland Inamorata, LC Oldenburg, LC Oldenburger Geest, LC Oldenburg Lappan und LC Willa Thorade beteiligen sich an der Förderung.

»Unsere Firmengruppe unterstützt die Lions-Quest-Seminare bundesweit, und das ebenfalls seit mehreren Jahren«, so Stefan Willers von expertum GmbH. »Wir sind davon überzeugt, dass das dazu beiträgt, junge Menschen in der Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und damit möglichen negativen Entwicklungen vorzubeugen.«


Was ist Lions-Quest »Erwachsen handeln«?
Lebenskompetenzen für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 21 Jahren in Schule, Aus- und Weiterbildung und Freizeit.

Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und Förderung der allgemeinen Sozial- und Lebenskompetenzen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Verbindung mit der Förderung von Demokratiefähigkeit und gesellschaftlichem Engagement.

Innovativer Ansatz
Aktuell gibt es kein Angebot für die Altersgruppe 15 bis 21, das allgemeine Lebenskompetenzen systematisch fördert. Damit betritt Lions-Quest »Erwachsen handeln« Neuland. Die inhaltliche Innovation besteht darin, dass in Lions-Quest »Erwachsen handeln« allgemeine selbstbezogene Kompetenzförderungen mit Aspekten der Stärkung sozialer, aber auch politischer Partizipation und demokratischen Kompetenzen verknüpft werden. Sonst befinden sich die Felder der Demokratiepädagogik, der life skills und der politischen Bildung sozusagen eher im Widerstreit. In Lions-Quest »Erwachsen handeln« werden diese wichtigen Kompetenzen im Kontext behandelt und vermittelt.

Entwicklung und Hintergrund
Von Ende 2010 bis Mitte 2014 wurde Lions-Quest »Erwachsen handeln« unter der Leitung der Pädagogischen Hochschule Freiburg (PHF) von einem 14-köpfigen Expertenteam entwickelt (davon 10 Autoren, die das Curriculum verfassen). In dieser Entwicklungsgruppe arbeiteten Lehrkräfte verschiedener Schulformen, Senior-Trainer des Förderprogramms Lions Quest »Erwachsen werden« und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Das Entwicklungsprojekt wurde geleitet von Herrn Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer von der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Lions-Quest ist ein Fortbildungsangebot von Lions Clubs International und gehört zu den von Lions geförderten Kinder- und Jugendprogrammen unter dem Schirm von »Stark für's Leben«. In Deutschland ist das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. (HDL) als Lizenzträger für die Entwicklung, Umsetzung und Qualitätssicherung im deutschsprachigen Raum verantwortlich.
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»Es soll einfach nur aufhören« – oder gar nicht erst anfangen

09.02.2017 11:59 Uhr

Vortrag zu Cybermobbing in der Helene-Lange-Schule

von Carsten Lienemann

Cybermobbing, das gezielte Beleidigen, Bloßstellen und Bedrängen von Menschen über die sozialen Medien, ist nach wie vor ein Thema auch und gerade an Schulen. Grund genug für den Präventionsrat Oldenburg, zum Safer Internet Day 2017 eine Veranstaltung zu diesem Thema anzubieten.

Am Dienstag, 7. Februar, waren Kerstin Koletschka von Wildwasser Oldenburg e. V. und Maike Bartlmae, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, in der IGS Helene-Lange-Schule am Marschweg zu Gast. Mit einem Video-Spot starteten sie ihren Vortrag. Koletschka beschrieb die Formen des Cybermobbings und auch die Gefühlswelt, die die Mobbingopfer durchleben müssen.

»Beleidigung und Ausgrenzung hat es zu allen Zeiten gegeben, aber früher blieb das meist auf einen Ort beschränkt, zum Beispiel die Schule«, sagt Koletschka. Cybermobbing aber höre nicht auf, wenn die betroffene Person den Ort verlasse, es verfolge sie Tag und Nacht. Außerdem verbreite es sich viel schneller und in größerem Umkreis. »Die Betroffenen wollen vor allen Dingen, dass es beendet wird, eine Bestrafung der Urheber ist ihnen gar nicht wichtig«.

Die Mobbingopfer verlieren die Kontrolle über ihr Leben, fühlen sich ohnmächtig, oft aber auch schuldig und versuchen aus Scham, alleine mit dem Problem fertig zu werden. Leider endet es oft im sozialen Rückzug oder gar mit einem Suizid. »Loben Sie deshalb Ihr Kind für den Mut, mit Ihnen darüber zu sprechen, wenn es betroffen ist, auch wenn Sie innerlich kochen vor Wut«, appellierte Koletschka an das Publikum. Der nächste Schritt sei dann, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. In Oldenburg seien die zuständigen Stellen glücklicherweise sehr gut vernetzt und vermittelten untereinander weiter, wenn es erforderlich sei. Bei Bedarf gebe es auch Möglichkeiten für eine finanzielle Unterstützung.

Maike Bartlmae ergänzte die Ausführungen um die juristischen Aspekte. »Beleidigungen, Üble Nachrede, Bedrohungen und Verletzungen des höchstpersönlichen Lebensbereichs werden schnell strafrechtlich relevant, mit Folgen, die je nach Alter der Täterin bzw. des Täters schwer wiegen können«, so Bartlmae. Das Urheberrecht werde oft falsch eingeschätzt oder mit dem Recht am eigenen Bild verwechselt. »Eine fotografierte Person kann verlangen, dass das Bild gelöscht wird.«

Beide Referentinnen waren sich einig über den »rauen Umgangston«, der in manchen Whatsapp-Gruppen herrsche und so manches Mal den Tatbestand der Beleidigung erreiche. Andererseits sprachen sie sich dafür aus, nicht jede Beleidigung gleich anzuzeigen, sondern zunächst eine Regelung im direkten Gespräch zu lösen, zum Beispiel über die Streitschlichter an den Schulen.

Maike Bartlmae und Kerstin Koletschka gaben auch Hinweise zur Vorbeugung gegen Mobbing. Eltern sollten mit Ihren Kindern gemeinsam die Medien erkunden, sie sensibilisieren und ihnen die Folgen ihres Handelns verdeutlichen. »klicksafe.de« sei eine gute Adresse zur Information. »Medienkompetenz bedeutet mehr, als Apps bedienen zu können«, so Bartlmae, und Koletschka empfiehlt zu fragen, warum denn die Nutzung vieler Apps wohl kostenlos sei und womit die Hersteller ihr Geld verdienten. Außerdem sollten Kinder und Jugendliche zu zivilcouragiertem Handeln ermutigt werden, nicht nur als Zeugen von Cybermobbing. Auch dabei sollten Eltern ihre Kinder begleiten.


Links und Hinweise zu Hilfe und Beratungsstellen unter www.praeventionsrat-oldenburg.de/wegweiser: Medien.
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Fahnenaktion: Nein zu Gewalt an Frauen

24.11.2016 21:54 Uhr

Erstmals sind zwei Oldenburger Firmen beteiligt

von Carsten Lienemann

Die erste Fahne hängt bereits. Am Donnerstagvormittag, 24. November wurde die »frei leben ohne Gewalt«-Flagge am Gebäude Theaterwall 24 angebracht – ein in mehrfacher Hinsicht besonderer Platz.

»Es ist ganz großartig, dass sich erstmals zwei Firmen in Oldenburg an der Aktion beteiligen«, freuen sich Melanie Blinzler und Nicole Wilke vom Präventionsrat Oldenburg. Die comes Unternehmensberatung hatte schon im Vorfeld erklärt, dabei zu sein. »Gewalt zwischen den Geschlechtern sollte es nicht geben. Daher war es für uns selbstverständlich, auf die Terre-des-Femmes-Aktion aufmerksam zu machen«, sagt Peter Böttger, Senior Berater bei comes.

Damit die Fahne sicher zwischen vier Fenstern befestigt werden konnte, war die Unterstützung des Landschaftsarchitektenbüros Kilian Frenz wünschenswert, und sie wurde spontan gewährt. »Das ist eine gute und wichtige Aktion, darum gab es da für uns nichts zu überlegen«, erklärte der Leiter des Oldenburger Büros, Dipl.-Ing. Oliver Kilian. Darüber hinaus ist der Ort selbst herausragend. Direkt gegenüber dem Staatstheater hängend ist die blaue Fahne weithin zu sehen und sollte in den nächsten Tagen viele Blicke auf sich ziehen.
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Erfolgreich auch im 16. Jahr

23.11.2016 22:41 Uhr

Beitritt zum Bündnis »Niedersachsen packt an« vorgesehen

von Carsten Lienemann

Auch für das Nach-Jubiläumsjahr kann der Präventionsrat Oldenburg (PRO) erfolgreiche Arbeit vorweisen. Daher fiel die Bilanz des PRO-Vorsitzenden Eckhard Wache auf der Mitgliederversammlung in der Evangelischen Familienbildungsstätte am Dienstag, 22. November, sehr positiv aus.

Der Präventionsrat »ist eine gewachsene Struktur aus 77 Organisationen, Behörden und Firmen, unterstützt durch die Stadt Oldenburg. Eine dreistellige Zahl von Bürger_innen engagiert sich in einem der elf Arbeitskreise oder unabhängig davon für die Prävention«, so Wache. Als besonderes Ereignis des zu Ende gehenden Jahres nannte er das »Gipfeltreffen der Arbeitskreisleitungen« im Juni, das der Standortbestimmung und der langfristigen Ausrichtung diente und bei dem erstmals mit »Eltern« auch ein Jahresthema bestimmt wurde, das 2017 ganz oben stehen wird.

Als Beispiele für langfristige Aktionen hob Wache »Klasse2000« und »LionsQest« hervor und schilderte die Wandlung des Umgangs mit Graffiti vom kompromisslosen Übermalen hin zur anerkannten Kunstform, mit der sich unter anderem »die Brücken an den Einfallstoren der Stadt gestalten lassen: ›Brückenkunst‹ eben«.

»Wenn eine Gesellschaft sozial auseinanderfällt, setzt sie Gewalt frei.« Diese These stand am Anfang eines Referates von PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler. Gestützt auf die Studie »Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt« von der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2014 begründete Blinzler den Weg des Präventionsrates von »reiner Abwehr hin zu positiver Gestaltung«. »Dadurch, dass wir direkt auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt einwirken, können wir ihn bis zu einem gewissen Grad mit stärken«, so Blinzler.

Vor diesem Hintergrund steht das Vorhaben, dem Bündnis »Niedersachsen packt an« beizutreten, das auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der beiden christlichen Kirchen, der Unternehmerverbände Niedersachsen und der Niedersächsischen Landesregierung vor rund einem Jahr gegründet wurde. Ziel ist es, die gesellschaftliche Integration von Geflüchteten und Migranten durch Beteiligung aller staatlichen und zivilgesellschaftlichen Ebenen zu bewältigen. »Der PRO bezieht damit Stellung zum Thema Integration und erweitert darüber hinaus sein Netzwerk durch neue wichtige Kontakte«, erklärte Melanie Blinzler dazu. Die Frage nach dem Warum stellt sich eigentlich nicht, bestenfalls: »Warum erst jetzt?«
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Schweigen hilft nicht weiter

13.11.2016 17:19 Uhr

Fachtagung zu Zivilcourage im Internet

von Carsten Lienemann

Jugendliche müssen ihre eigene Identität finden. Sie probieren verschiedene Persönlichkeiten aus und ziehen Rückschlüsse aus den Reaktionen von Klassenkameraden, Freunden, Eltern. Das ist nicht erst mit dem Internet gekommen, das war schon immer so. Neu ist allerdings, dass die Identitätsfindung heute auch über Whatsapp, Instagram und Facebook ausgetragen wird und einmal gemachte Fehler für alle sichtbar festgehalten werden.

Für den Nachmittag des 11. November hatte der Zusammenschluss der kommunalen Präventionsräte im Nordwesten (»PrimA«) zu der Fachtagung #einmischen – Zivilcourage im Internet« geladen. Die Veranstaltung in der Graf-Anton-Günther-Schule in Oldenburg ist Teil der aktuellen PrimA-Kampagne »PrimA Challenge – Misch Dich ein«, die noch bis zum Jahresende läuft.

»Als wir unsere Kampagne starteten, war Zivilcourage im Netz noch kaum ein Thema, heute ist es in aller Munde«, sagte die Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg, Melanie Blinzler, zur Begrüßung der Teilnehmer_innen. Die Zunahme an menschenverachtendem Hass sei nicht zu übersehen, Mitläufer und Gaffer gebe es auch im Netz. »Wir wollen für Diskussion sorgen und die Zuschauenden zum deeskalierenden Eingreifen ermutigen, wenn die Grenze zum Menschenverachtenden erreicht oder gar überschritten ist.«

Zu Beginn standen drei Workshops auf dem Programm: Unterstützt von Hermann Lampen, Präventionsbeauftragter der Bundespolizeiinspektion Bad Bentheim, diskutierte Benjamin Fokken über seine Erfahrungen als Mobbing-Opfer und seinem Weg heraus. Bedrohungen und Straftaten. Edwin Krüger, Präventionsbeauftragter der Polizeiinspektion Nordenham, sprach über den Umgang mit Bedrohungen und Straftaten in Fällen von digitaler Gewalt, und Moritz Becker von smiley e.V. beschäftigte sich und seine Teilnehmer_innen mit Online-Konflikten als Herausforderung für Bildung und Erziehung.

Den Abschluss bildete wiederum Moritz Becker mit einem Vortrag mit dem Titel »Whatsapp, Instagram und Facebook: Was geht uns das an?«

Ohne Beamer und Mikrofon hält Becker seinen Vortrag, der eigentlich schon mit der Einleitung endet. Danach reiht er einfach zahlreiche Anekdoten aneinander. Und doch benennt er Probleme, bringt Konflikte und ihre Ursachen auf den Punkt, und vor allem zeigt er seinem Publikum, wie die ausgewählten (oder ausgedachten?) Beispiele aus der Sicht der betroffenen Jugendlichen aussehen. Auch die Lösungen und Empfehlungen kommen scheinbar nicht von ihm, sondern von den Protagonisten seiner Geschichten.

»Jugendliche sind unbekümmert und neugierig, sie probieren aus, was geht.« Und das mit einem Medium, das sie zwar bedienen können, über dessen vielschichtige Funktionen sie aber kaum etwas wissen. »Das ist so, als würden wir ein elfjähriges Kind ohne weitere Vorkenntnisse auf den Pilotensitz eines Jumbojets setzen«, so Becker. Er legt nahe, in kleinen Schritten vorzugehen. An erster Stelle könnte z. B. ein Familien-Smartphone stehen, mit dem man auch Dreijährigen schon zeigen könne, wie man Grüße und Fotos mit der Oma austausche. Ältere Kinder und Jugendliche sollten von ihren Eltern nicht kontrollierend, sondern interessiert und mit viel Vertrauen beim Erkunden der sozialen Medien begleitet werden.

»Im Scheitern liegt die Möglichkeit zu lernen«. Viele Jugendliche merken von ganz allein, dass sie ihr Verhalten ändern müssen, wenn zum Beispiel die Schulnoten schlechter werden. Und sie finden wunderbare Strategien, von denen Becker einige nennt. Darum: »Das Handy wegzunehmen muss ein Notprogramm sein, das man immer wieder überprüft.«

Becker erläutert auch das soziale Gefüge einer Schulklasse. »Ungefähr drei sind die Coolen, drei weitere sind mal cool, mal nicht, der oder die Unbeliebte, die Normalen, die bestimmen, wer cool ist, und die ›Egalen‹, um die sich niemand kümmert.« Gerade die letztgenannten wären auch gerne cool, aber wenn sie den Coolen nacheiferten, würden sie nicht anerkannt, sondern vorgeführt. »Wenn wir ihnen dann noch sagen: ›Es ist doch egal, was die anderen von dir denken‹, ist das die nächste Niederlage, denn es ist gerade für Heranwachsende natürlich nicht egal, was andere über sie denken«, sagt Becker.

Und was hat das Ganze mit Zivilcourage im Internet zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel. Wer genauer hinschaut, kann aber erkennen, dass es letztlich immer um Anerkennung geht. Nicht nur Jugendliche, auch Erwachsene brauchen gelegentlich Bestätigung. Wenn sie keine bekommen, können sie zu Mitläufer_innen oder gar zu Täter_innen werden. Das Selbstbewusstsein im jugendlichen Alter zu festigen, ist vergleichsweise einfach. Die Reparatur im Erwachsenenalter ist wesentlich schwerer. Aber Schweigen hilft nicht weiter, und Aufgeben ist keine Lösung.
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»Verstehen, ohne einverstanden zu sein«

01.11.2016 12:02 Uhr

11. Oldenburger Präventionstag beschäftigt sich mit elterlicher Gewalt gegen Kinder

von Carsten Lienemann

Die Spielszene sollte ein Denkanstoß sein, nicht weniger, aber auch nicht mehr: Eine Kita-Mitarbeiterin hat bei einem Kind auffällige Verletzungen entdeckt und wird von ihrer Leiterin aufgefordert, die Eltern zu einem klärenden Gespräch einzuladen. Verunsichert und von Kolleg_innen allein gelassen spricht sie den Vater beim Abholen des Kindes an. Der reagiert abweisend und aggressiv und will schließlich seine Tochter abmelden.

Damit hatten die Spielerinnen und Spieler des Theaterkollektivs »eigen.art« die Gefühlswelt der Tagungsteilnehmer_innen sehr genau getroffen. Viele Erzieherinnen und Erzieher wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn es um elterliche Gewalt gegen Kinder geht.

Das ist auch im Präventionsrat Oldenburg und besonders in dessen Arbeitskreis »Kinder und Familie« bekannt. »Tu was – Kitas gefordert« war folgerichtig die Überschrift zum 11. Oldenburger Präventionstag am 28. Oktober in der Evangelischen Familienbildungsstätte.

Erste Empfehlungen für eine richtige Herangehensweise gab Dr. Elke Nowotny vom Kinderschutz-Zentrum Berlin e. V. in ihrem Vortrag. Der wohl wichtigste Rat bestand darin, nicht gegen die Eltern zu arbeiten, sondern sich in ihre Lebenssituation hinein zu denken und sie einzubeziehen, »zu verstehen, ohne einverstanden zu sein«, so Nowotny. »Ein knappes Fünftel der Eltern fürchtet, den Familienalltag nicht gut organisiert zu bekommen.« Hauptgrund seien wirtschaftliche Probleme und berufliche Anforderungen. Konfrontation führe hier nicht weiter, diese Eltern müssten unterstützt werden. Darüber hinaus sei es wichtig, nicht allein zu handeln und gegebenenfalls auch das Jugendamt einzubeziehen.

»Kita-Erzieher_innen müssen Elterngespräche zu diesem Thema üben können, sie brauchen Beratung und Supervision und vor allen Dingen Wertschätzung und Respekt, damit sie ihre Aufgabe selbstsicher erledigen können«, sagte Elke Nowotny am Schluss ihres Vortrags.

In den anschließenden Workshops konnten sich die Teilnehmer_innen, zum überwiegenden Teil entweder in der Kindererziehung tätig oder in einer Ausbildung auf dem Weg dorthin, über ihr persönliches Empfinden in besonderen Situationen rund um das Thema Gewalt gegen Kinder austauschen. Hier zeigte sich, wie nachhaltig die einführende Theaterszene beeindruckt hatte. Trotz der recht unterschiedlichen Ausgangsfragen waren die Wünsche, die als Resümee aus den Workshops in das Plenum getragen wurden, sehr ähnlich: mehr Unterstützung und Gelegenheit zum Üben von Gesprächen, Wertschätzung der Arbeit und vor allem: mehr Fachtagungen wie diese.

Die Ausrichterinnen um Arbeitskreis-Sprecherin Hiltrud Boomgaarden zeigten sich anschließend sehr zufrieden mit Verlauf und Ergebnis des 11. Präventionstages. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen offenbar ihre Aufgabe an, sie wollen dazulernen und besser werden. Die Atmosphäre war angenehm vertraulich, nicht zuletzt dank des von allen Seiten hoch gelobten Caterings, das die international besetzte Frauengruppe »Coffee to Stay« der Evangelischen Familienbildungsstätte beisteuerte.

Die Wünsche nehmen die AK-Mitarbeiterinnen als Aufträge mit in ihre nächsten Treffen, wohl wissend, dass die Umsetzung nicht einfach wird. »Wir haben entsprechende Angebote, kommen aber dem Bedarf nicht hinterher«, sagt Mareike van't Zet, Leiterin des Kinderschutzzentrums Oldenburg, stellvertretend für andere Einrichtungen. Auch Jugendgruppenleitern und Tageseltern werden Hilfen und Fortbildungen angeboten, wie Petra Bremke-Metscher von der Koordinierungsstelle Kinderschutz des Amtes für Jugend und Familie mitteilte.

Es gibt Angebote zur Unterstützung von Kita-Mitarbeiter_innen ebenso wie von Menschen, die sich ehrenamtlich für Kinder engagieren, aber sie reichen bei weitem nicht aus. Auch Supervisionen sind leider kein Teil der geregelten Arbeit. Hier mehr zu investieren, wäre nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung für die Kindererziehung, sondern brächte auch eine hohe Rendite, die unglücklicherweise kaum nachzuweisen wäre.
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Einen Dialog auf Augenhöhe schaffen

14.10.2016 17:50 Uhr

Vernetzungstreffen „Zivilgesellschaft, Geflüchtete, Polizei – Versuch eines Perspektivwechsels“

Geflüchtete nehmen spätestens seit vergangenem Jahr einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft ein. Im Alltag treffen sie auf Menschen, die ihnen Unterstützung anbieten, auf deutsche Sicherheitskräfte, denen sie teils mit Skepsis gegenüberstehen, sind aber auch konfrontiert mit Anfeindungen und Unverständnis. Einen Dialog auf Augenhöhe schaffen und einen Perspektivwechsel der verschiedenen Akteure wagen – das ist das Ziel der Veranstaltung „Zivilgesellschaft, Geflüchtete, Polizei – Versuch eines Perspektivwechsels“.

Gemeinsam mit Mitarbeitenden der Polizei und mit Menschen mit Fluchterfahrung werden zivilgesellschaftlich Engagierte auf der Veranstaltung vom 21.-22. Oktober 2016 in der Kaiserstr. 14 den Perspektivwechsel ausprobieren und praktische Handlungsansätze für das eigene Engagement erarbeiten. Ziel ist es, allen Beteiligten Einblick in die Situationen und Handlungsweisen der anderen Akteure zu ermöglichen und zumindest zeitweilig deren Position einzunehmen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Präventionsrates Oldenburg mit der Interkulturellen Arbeitsstelle IBIS e.V, dem Bündnis für Demokratie und Toleranz Berlin und dem Präventionsrat Netzwerk Rheiderland.

Sie richtet sich an Engagierte aus Initiativen, Projekten, Bündnissen und Vereinen, an Menschen mit eigener Fluchterfahrung, Mitarbeitende von Polizeibehörden und aus Verwaltung und Justiz. Das ausführliche Programm sowie weitere Informationen finden Sie auf www.praeventionsrat- oldenburg.de.

Eine Anmeldung ist noch bis Montag, den 17.10.2016 über die Geschäftsstelle des Präventionsrates (0441-235 3611) oder per E-Mail an praeventionsrat@stadt-oldenburg.de) möglich.
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PrimA-Challenge gemeistert

09.09.2016 14:11 Uhr

Tausende Nutzerinnen und Nutzer beteiligen sich an der Formulieung von Verhaltensregeln

Am Safer Internet Day 2016, dem 9. Februar, haben 21 kommunale Präventionsräte im Nordwesten und die Polizeidirektion Oldenburg die Kampagne „PrimA Challenge – Misch Dich ein!“ gestartet. Ziel der Kampagne war und ist es, angesichts der Zunahme von Hate Speech und menschen-verachtenden Äußerungen für mehr Zivilcourage auch und gerade im Internet einzutreten. Nutzer_innen können auf der Internetseite www.prima-challenge.de Regeln für ein besseres Miteinander im Internet, v. a. in sozialen Netzwerken, aufstellen und darüber abstimmen.

Das Thema „Hasskommentare im Internet“ ist nach wie vor hochaktuell. Wie sehr gerade Jugendliche unter den Folgen leiden, zeigt eine neue Videoclip-Reihe, die „klicksafe.de“, die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz, gerade online gestellt hat, Engagierte Bürger_innen und Journalist_innen beschäftigen sich ebenso mit Lösungsmöglichkeiten wie der Bundesjustizminister. Die Bremer Initiative „Tu was! Zeig´ Zivilcourage!“ e. V. schlägt z. B. sechs einfache Aufforderungen an die Internet-Nutzer_innen vor, und die Medienforscherin Nayla Fawzi von der Universität München möchte den Pressekodex in angepasster Form auf soziale Medien übertragen.

Die PrimA-Partner wollen mit ihrer Kampagne die Nutzer_innen direkt ansprechen und sie an der Aufstellung der Regeln beteiligen.

Am 9. September endete der erste Teil der Misch-Dich-ein-Kampagne mit großem Erfolg. Über 22.000 Besucher_innen haben die Seite besucht und dabei unter anderem mehr als 55.000 Abstimmungs-Klicks zu den Regeln abgegeben.

Darüber hinaus haben sich auch Schüler_innen mehrerer Schulen intensiv mit den Umgangsformen im Internet beschäftigt und die Regelsammlung um eigene Beiträge erweitert.

„Ausgehend von der Erfahrung, dass selbst mit abgestimmte Regeln eher befolgt werden als von außen vorgegebene, wollen wir die Nutzer_innen dazu bewegen, sich an der Formulierung von Regeln für das Miteinander im Internet zu beteiligen“, erklärt Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrat Oldenburg. „Die Beteiligung ist schnell und einfach möglich. Bewusst haben wir keine technischen Hürden für das Einstellen der Regeln und für die Abstimmung aufgestellt“, ergänzt Hermann Lampen vom Netzwerk Rheiderland, in dem sich drei Gemeinden für die kommunale Prävention zusammen geschlossen haben.

Die bis heute 30 von Nutzer_innen eingestellten Regeln zeigen deutliche Überschneidungen auf. So erinnern gleich mehrere daran, dass man es mit Menschen und nicht mit Computern zu tun habe. Ihr Tenor: „Behandele jeden so im Netz, wie Du selbst behandelt werden willst.“ In dieser recht vertraut erscheinenden Formulierung drückt sich u.a. das Unverständnis aus, dass eine große Zahl an Menschen in den sozialen Netzwerken des Internet Hemmungen ablegt, die außerhalb des Netzes – dank größerer sozialer Kontrolle – gegeben sind. Weitere Regeln stimmen in unterschiedlicher Formulierung darin überein, dass man mit Aussagen im Internet ebenso sorgfältig hantieren solle, wie wir es aus den Fairness-Regeln außerhalb des Internet kennen. Auffällig ist, dass die Regel „Verhalte Dich im Netz genauso wie im realen Leben und befolge die Gesetze“ auch Ablehnung erfährt. Möglicherweise werden nach wie vor Posts im Netz anders bewertet. Möglicherweise lässt sich hieran ablesen, dass nicht alle Nutzer_innen mit der schwächeren sozialen Kontrolle im Internet verantwortungsbewusst umgehen können oder wollen.

Eine höchst ambivalente Einstellung zum Umgang mit Daten und Fakten im Netz zeigt auch, dass die Regel „Darauf achten, was ich inhaltlich im Netz von mir preisgebe“ keineswegs eindeutige Zustimmung erfährt. Im Gegenteil: beinahe gleichauf stehen Zustimmung und Ablehnung zueinander.

Manche Regeln sind in ausführlichen Sätzen formuliert, die nach verbreiteter Ansicht Jugendliche nicht ansprechen. Wie wir feststellen konnten, stammen diese Formulierungen aber sehr oft von Schüler_innen.

„Wir wollen mit dieser Seite weitermachen. Die Tatsache, dass sich verschiedene Altersgruppen beteiligt haben, stützt unser Vorhaben, die Umgangsformen im Internet gemeinsam zu reflektieren. Außerdem benötigen wir diese Beschäftigung mit dem Thema, damit Menschen auch couragiert reagieren, wenn Andere im Netz diskriminiert oder menschenunwürdig behandelt werden“, sagt Melanie Blinzler.


Die Regeln der PrimA-Challenge finden Sie unter http://www.prima-challenge.de/rahmen.php?&id=2.

Weitere Infomationen unter http://www.praevention-im-nordwesten.de/nano.cms/prima-challange
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6000 Euro erspielt

13.08.2016 22:39 Uhr

4. Soccer-Court-Turnier des PRO auf der Dobbenwiese

von Carsten Lienemann

Wieder einmal nutzte der Präventionsrat Oldenburg (PRO) seinen Soccer Court zum Spendensammeln. Am Sonnabend, dem 13. August 2016, wechselten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von vier Banken und zwei Firmen die elegante Geschäftskleidung gegen den Sportdress und traten zum vierten Soccer-Court-Turnier an.

Spaß und guter Zweck standen natürlich im Vordergrund, dennoch gingen die sechs Teams nicht ohne Ehrgeiz in die Spiele fünf gegen fünf. »Nicht schön, sondern effektiv spielen« war meist die Devise. Komplizierte taktische Konzepte waren nicht unbedingt auszumachen, wohl aber Zielstrebigkeit und Siegeswille. Kommentator und Fußball-Fachmann Ronald Albrecht erkannte immerhin hier und da »brasilianische Züge«.

Gezählt wurden nicht nur die Tore, die zahlreich zu bejubeln waren, sondern auch Fouls, Rudelbildung und »Tunnel«, also Spielen des Balles durch die Beine, jeweils bestraft mit 50 Euro in den Spendentopf. Die beiden Unparteiischen Annikka Repenning und Harald Reyle hatten keine leichte Aufgabe, behielten aber alles im Griff.

Am Ende kamen 6000 Euro zusammen – erstaunlicherweise erreichte jede Mannschaft die maximale Summe. Den Spendenscheck überreichte die siegreiche Mannschaft von der Bremer Landesbank an Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates.

Das Geld ist für präventive Kinder- und Jugendprojekte bestimmt. Dazu gehört »Balu und Du«, ein Projekt, dass in Oldenburg vom Kinderschutz-Zentrum durchgeführt und vom PRO finanziell unterstützt wird.

Abschlusstabelle:
1. Bremer Landesbank
2. LzO
3. Comes Unternehmensberatung
4. Sparkasse Emsland
5. Raiffeisenbank Oldenburg
6. Springer Stuhr

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MdB Rohde ermuntert PRO-Vertreter zu aktuellen Stellungnahmen

28.07.2016 09:21 Uhr
Am 26.07.16 war MdB Dennis Rohde zu Gast im Präventionsrat Oldenburg (PRO). Während der Vorstellung der Arbeit des Präventionsrates gewann ein sehr aktuelles Thema die Oberhand: Wie gehen wir mit den Ängsten in der Bürgerschaft um, die aufgrund von Terroranschlägen in den vergangenen Wochen und dem Amoklauf in München zugenommen haben? Welche Rolle spielen Gewaltvorkommnisse in Oldenburg? Wie reagieren wir auf Hassreden im Internet und zunehmende Polarisierung?

Zunächst konnte Eckhard Wache, der Vorsitzende des Präventionsrates, bestätigen, dass man in Oldenburg sicher leben kann. „Im Vergleich zu anderen Großstädten steht Oldenburg sehr gut da“, so Eckhard Wache, der im Hauptamt die Polizeiinspektion Oldenburg Stadt/Ammerland leitet. Dennoch entstehen Ängste, die sich auf das Miteinander der Bürger_innen auswirken, dem stimmten alle Gesprächsteilnehmer_innen zu. Der Vorsitzende des Fördervereins PRO, Torsten Maus, sagte: „Unser Einsatz für die Prävention gewinnt dieser Tage zunehmend an Bedeutung. Wir engagieren uns dafür, dass die Situation in Oldenburg keine negative Entwicklung nimmt. Das ist echte Prävention.“

Dennis Rohde, der die Arbeit des PRO bereits seit langem verfolgt, stärkte die Vertreter_innen des PRO darin, in der aktuellen Lage auch mit Stellungnahmen nach außen zu gehen: „Von uns in der Politik werden vorrangig Sicherheitsmaßnahmen eingefordert. Sie können aus dem Präventionsrat heraus das ebenso bedeutende Feld des Miteinanders der unterschiedlichsten Stadtbewohner_innen bearbeiten. Die Arbeit beginnt ja nicht an den Extremen einer Gesellschaft, sondern mittendrin. Da stehen Sie mit Ihren engagierten Bürger_innen bereits.“
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Förderverein Präventionsrat hat neuen Vorstand

05.04.2016 22:45 Uhr
von Carsten Lienemann

»Mit weinenden Augen« gebe er den Vorsitz im Förderverein Präventionsrat auf, sagte Richard-B. von Busse am Dienstag, 5. April, auf der letzten Mitgliederversammlung unter seiner Leitung. Die Arbeit sei sehr erfolgreich gewesen, habe »viele gute Projekte auf die Straße gebracht« und ihm dank des guten Teams auch viel Spaß bereitet. Aber irgendwann sollte auch Schluss sein, zumal von Busse auch anderweitig engagiert ist. »Ich bleibe aber dem Förderverein erhalten und stehe, wenn das gewünscht wird, gerne mit Rat und Tat zur Verfügung«, so von Busse.

Außer ihm verlässt auch Kassenwart Dr. Bernhard Becker den Vorstand. Beide wurden mit Geschenken, viel Lob und großem Bedauern verabschiedet. Zum neuen Fördervereins-Vorsitzenden wurde der bisherige Schriftführer Torsten Maus gewählt. Annikka Repenning, Giesela Haseleu und Bernd Weber wurden als Stellvertreter_innen bestätigt, neu im Vorstand sind Peter Böttger und Karsten Specht.

Inhaltlich konnte der Vorstand von einem erfolgreichen Jahr 2015 berichten. Besonders positiv sei die kontinuierliche Unterstützung von nachgewiesenermaßen wirksamen Projekte wie »Balu und Du«, »Klasse2000« oder auch »Lions Quest«, so von Busse in seinem Tätigkeitsbericht. Besondere Höhepunkte seien u. a. der Gang der Religionen mit Empfang im Rathaus und der Besuch der niedersächsischen Justizministerin Niewisch-Lennartz gewesen. Details werden in Kürze im Jahresbericht nachzulesen sein.

Dem derzeit allgegenwärtigen Thema Flüchtlinge war ein Vortrag von Markus Wedemeyer, Regionalvorstand der Johanniter-Unfallhilfe Weser-Ems, gewidmet. Unter dem Titel »Es kommen härtere Tage: Wie wir in der Flüchtlingshilfe heute die Ghettos von morgen verhindern« versuchte Wedemeyer, u. a. Ursachen für die momentane Terrorgefahr sowie einzelne vorbeugende bzw. Gegenmaßnahmen aufzuzeigen.
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»PrimA Challenge«: Aufforderung zu Zivicourage im Internet

10.02.2016 11:25 Uhr

Prävention im Nordwesten (PrimA) fordert Internetnutzer_innen heraus

von Carsten Lienemann

»Wetten, dass wir es schaffen, bis zum 9. September 2016 mindestens 10.000 Internetnutzerinnen und -nutzer auf unsere Seite bekommen, die sich an der Diskussion beteiligen?« So etwa könnte man die Herausforderung formulieren, mit der das Netzwerk »Prävention im Nordwesten (PrimA)« am 9. Februar, dem weltweiten Safer Internet Day, seine neue Kampagne startete. »PrimA Challenge« heißt sie, Zivilcourage im Internet ist ihr Thema.

Hasskommentare, Verleumdungen, Gerüchte, die ungeprüft geteilt und weitergegeben werden – all das ist nicht neu, hat aber durch das Internet eine neue Dimension erreicht. Maßnahmen zur Eindämmung werden derzeit auf verschiedenen Ebenen entwickelt. Online-Zeitungen sperren bei einzelnen Themen inzwischen immer häufiger die Kommentarfunktion, Twitter und Facebook wollen stärker gegen die sogenannte „Hate Speech“ vorgehen.

Auch an den Präventionsräten im Nordwesten, zusammengefasst im Netzwerk »PrimA«, geht diese Entwicklung nicht vorbei, und das Motto des Safer Internet Day 2016, »Play your part for a better internet«, ist eine Steilvorlage für die jetzt gestartete Kampagne.

»Wir wollen die Nutzerinnen und Nutzer des Internet dazu auffordern, sich an der Gegenbewegung zu Hetze und Hasskommentaren zu beteiligen und dem Motto gemäß ihren Teil zu einem besseren Internet beizutragen – naheliegenderweise über eine Internetseite«, sagt Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg (PRO).

Auf »http://prima-challenge.de« können Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Regeln für das Miteinander in Foren und Chats formulieren und darüber abstimmen. So entwickeln sie gemeinsam einen Verhaltenskodex für Zivilcourage im Internet. Um die Sache spannender zu machen und einen Anreiz zu geben, die Seite wiederholt aufzusuchen, wird ein Ranking aufgestellt, in dem Zustimmung und Ablehung jederzeit ablesbar ist. Im angeschlossenen Forum über diese Regeln und über verwandte Themen ganz offen diskutiert, zum Beispiel über die Frage, ob Beleidigungen durch Meinungsfreiheit gedeckt sind. Darüber hinaus bietet die Seite Hinweise und Links zu Veröffentlichungen sowie aktuellen Meldungen zum Thema.

»Nicht zuletzt die Reaktion der Internetforen auf die Flüchtlinge oder die Vorgänge in der Silvesternacht zeigen, dass Zivilcourage im Internet in hohem Maß gefragt ist, denn hier sind Beleidigungen, aber auch das unbeteiligte Zusehen anonym«, so Eckhard Wache, Vorsitzender des PRO. Positive Kommentare seien daher selten. Über die kommunalen Präventionsräte sei es möglich, dieses Thema breit vernetzt anzugehen.

»Während die Skepsis gegenüber Nachrichten in traditionellen Medien zunimmt, ist es bei Nachrichten im Internet genau umgekehrt. Dabei wird die Anzahl an ›Likes‹ als Maß für die Seriosität genommen«, beobachtet Niels Traß von der Polizeidirektion Oldenburg. Während beispielsweise Rechtsradikale früher nur wenig wahrgenommen worden seien, hätten sie inzwischen über soziale Medien immer ein Grundpublikum. Falschmeldungen und Hasskommentare würden ignoriert oder als Unterhaltung betrachtet, die Gegenrede fehle. »Die Polizeidirektion hat großes Interesse daran, dass die Diskussionskultur nicht verroht. Dafür brauchen wir starke Partner«.

Widersprechen und Diskutieren in Internetforen ist zeitaufwändig und anstrengend. Das ist ein Grund für den sportlichen Aspekt, der mit dieser Kampagne verbunden ist. Außerdem sind 21 kommunale Präventionsräte und die Polizei als Partner eingebunden, die das Thema aktiv kommunizieren werden, Bürgerinnen und Bürger wirken als weitere Multiplikatoren.

Anja Peters vom Präventionsrat Hude verspricht: »Wir werden die Kampagne auf allen Ebenen bewerben, beispielsweise an die Jugendzentren weitergeben und bei allen Begegnungen ins Gespräch bringen«.

»Am 9. September werden wir dann eine Bilanz ziehen und prüfen, ob die Kampagne erfolgreich gelaufen ist«, kündigte Melanie Blinzler an. Dann werde über eine Fortsetzung entschieden.
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Demokratie muss gelernt werden

05.02.2016 23:03 Uhr

»Prävention braucht Konzepte« – Fach-Informationstag im PFL

von Carsten Lienemann

Gewaltprävention an Schulen ist besonders wirksam und nachhaltig, wenn die Schülerinnen und Schüler möglichst früh Demokratie praktisch erfahren. Diese These vertrat Helmholt Rademacher, Leiter des Projektes »GuD – Gewaltprävention und Demokratielernen« vom hessischen Kultusministerium, in seinem Vortrag am Mittwoch, 3. Februar, auf dem zweiten »Fach-Informationstag Prävention an Schulen« im PFL.

Es gehöre zur Aufgabe der Schule, Demokratie erfahrbar und erlebbar zu machen und Partizipationsprozesse zu ermöglichen, so Rademacher. »Wer eine Schulkultur erlebt, in der alle fair miteinander umgehen, Konflikte konstruktiv lösen, sich gegenseitig wertschätzen und anerkennen sowie Regelwerke gemeinsam erarbeiten, ist für Gewalt und Rechtsextremismus weniger anfällig«, zitiert Rademacher aus einer Expertise (Edelstein/Fauser 2001).

Damit dieses Erlernen von Demokratie gelinge, dürfe es vor allem keine Widerstände in den Kollegien geben. Die Lehrkräfte müssten geschlossen hinter dem Konzept stehen und es überzeugend vertreten, so Rademacher weiter.

Rund 100 Lehrerinnen und Lehrer aus Oldenburg und Umgebung, Sozialarbeiter_innen und Mitarbeiter_innen verschiedener Einrichtungen trafen sich im PFL zu Information und Austausch in Vorträgen und Workshops. Die Themen reichten von der Konzeptentwicklung, der Anwendung und wirksamen Auswertung von Präventionsprojekten und der Einbindung außerschulischer Anbieter über praktische Hinweise zum Vorgehen etwa bei Kindeswohlgefährdung oder Mobbing bis zur Vorstellung beispielhafter Arbeit in verschiedenen Schulformen in Oldenburg.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, die von Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg, und Stefan Hühne (Regionalbeauftragter für Prävention und Gesundheitsförderung von der Niedersächsischen Landesschulbehörde) moderiert wurde, ging es noch einmal um Erfahrungswerte und Bedingungen für gelingende Präventionsarbeit an Schulen.
Präventionsprojekte müssen nicht nur ein gutes Konzept haben, sondern auch gut dokumentiert und ausgewertet werden, darin waren sich alle Beteiligten einig, ebenso darin, dass mit knappen Ressourcen wie Geld und Arbeitszeit sorgsam umgegangen werden muss.

»Wir brauchen nicht für jede neue Herausforderung eine neue Idee, oft können wir auf vorhandene Ideen zurückgreifen«, schlug Frederick Groeger-Roth vom Landespräventionsrat (LPR) zur Ressourcenschonung vor. Eine gute Vernetzung mit Erfahrungsaustausch sei da auch hilfreich, da könne auch der LPR selbst noch besser werden.

Ulrike Heinrichs vom Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ), gleichzeitig Zweite Vorsitzende des PRO, sieht an Schulen vor allen Dingen das Problem fehlender Zeit. »Wie kann man an Schulen Zeit für solche Prozesse gewinnen?« Wenn Geld fehle, könne unter anderem der Präventionsrat die eine oder andere Lücke füllen. Wichtig sei aber ein gutes Netzwerk mit kompetenten Partnern von außen, denn »Lehrer können nicht alles können«. Sie müssten aber alle am Konzept mitarbeiten und es gemeinsam tragen.

Horst Roselieb vom Niedersächsischen Kultusministerium betrachtet das System als unterfinanziert, und infolge der verordneten Schuldenbremse werde in Zukunft noch weniger Geld zur Verfügung stehen. Bei allem notwendigen Erfahrungsaustausch: »Prävention lässt sich nicht von oben verordnen, es muss immer der Einzelfall betrachtet werden.« Das erfordere bei geringen finanziellen Möglichkeiten unter anderem ein gutes Zeitmanagement.

Dagmar Sachse, Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg, meinte dagegen, »es ist genug Geld im System, es muss nur besser eingesetzt und die Wirkung muss effektiver gemessen werden.« Es gebe eine hohe Bereitschaft zur Vernetzung, allerdings fehle es oft an der Zeit. Wobei an dieser Stelle die Frage erlaubt sei, ob denn Zeitmangel nicht zumindest teilweise mit Geld verringert werden könnte.
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Trikots der EWE-Baskets werden versteigert

30.01.2016 08:00 Uhr

Handsignierte Einzelstücke mit Präventionsrat-Logo ab 30. Januar unter dem Hammer

Im vergangenen November (am 21.11.2015) verhalf das Logo des Präventionsrates den EWE-Baskets zum Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer Alba Berlin. Noch nie waren die Oldenburger Korbjäger bis dahin ohne das Markenzeichen ihres Hauptsponsors aufgelaufen. Für dieses eine wichtige Spiel hat die EWE eine Ausnahme gemacht und damit den Oldenburger Präventionsrat (PRO) unterstützt.

Jetzt sollen die Trikots dem PRO ein zweites Mal nützlich sein und gleichzeitig den Basketball-Anhängern ermöglichen, in den Besitz eines ganz besonderen Fan-Artikels zu kommen. Insgesamt 28 Trikots der EWE-Baskets werden zugunsten des Fördervereins PRO versteigert. Zwei Trikots mit Autogrammen aller Spieler und 26 Trikots von Spielern des Bundesligakaders und Nachwuchsspielern, versehen mit Spielernummern und Namen und von ihren jeweiligen Trägern signiert, werden zur Ersteigerung angeboten. Elf Spieler haben jeweils zwei signierte Trikots zur Verfügung gestellt.

Die beiden namenlosen Trikots sollen anlässlich eines Heimspiels der EWE-Baskets unter den Hammer kommen, die übrigen 26 Trikots werden online auf der eigens eingerichteten Internetseite versteigert, die unter http://praeventionsrat-oldenburg.de/pta zu erreichen ist.

Die Trikots werden gestaffelt eingestellt, jede Einzelauktion läuft 14 Tage. Die Auktionen enden im Abstand von mindestens 30 Minuten, wer kurz vor Ende doch noch überboten wurde, hat also wenig später eine neue Chance.

Beginn der Versteigerung mit zunächst 11 Trikots ist am 30. Januar 2016, die letzte Auktion endet am 28. Februar um 21:00 Uhr.
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»Aufhören, sich nicht einzumischen«

30.11.2015 06:45 Uhr
Mit einem Infostand in der Fußgängerzone machten Mitarbeiterinnen des Gleichstellungsbüros der Stadt Oldenburg und des Präventionsrat-Arbeitskreises Häusliche Gewalt am Sonnabend, 28. November, auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Drei Tage nach dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen waren die Passanten in der Innenstadt aufgefordert, Stellung zu beziehen und diese auf einem Bogen Papier festzuhalten. Die gesammelten Statements wurden am Stand ausgehängt und werden auch auf der Internetseite des Präventionsrates veröffentlicht.

Darüber hinaus waren Informationen über Anlauf- und Beratungsstellen rund um das Thema häusliche Gewalt sowie allgemein zur Arbeit der Gleichstellungstelle, des Prävetionsrates und seines Arbeitskreises Häusliche Gewalt zu bekommen.

Häusliche Gewalt sei nicht mehr ganz so tief in der Tabu-Ecke, gelte aber nach wie vor als Kavaliersdelikt, sagten die Mitarbeiterinnen am Infostand. »Für die Betroffenen ist die Situation besonders schwierig, weil sie die Täter ja kennen und oft mit ihnen im selben Haushalt leben«, so die Ärztin und AK-Angehörige Maike Nold. »Um so wichtiger ist es, dass Nachbarn, Freunde und Angehörige genau hinsehen, Verletzungen wahrnehmen und gegebenenfalls Hilfe anbieten«, ergänzt Renate Vossler von der Gleichstellungsbüro. »Wir müssen aufhören, uns nicht einzumischen.«
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6000 Euro für das Präventionsprogramm
Lions Quest »Erwachsen werden«

27.11.2015 14:54 Uhr
von Carsten Lienemann und Melanie Blinzler

Die Oldenburger Lions-Clubs steuern 5000 Euro zur Finanzierung eines Fortbildungsseminars für Lehrkräfte bei, die Oldenburger Niederlassung des Personaldienstleisters expertum GmbH gibt 1000 Euro dazu. Das vom 26. bis zum 28. November stattfindende Einführungsseminar unter der Leitung von Hartmut Denker bereitet die Lehrkräfte auf den Unterricht mit dem Präventionsprogramm Lions Quest »Erwachsen werden« vor.

»Das Seminar qualifiziert Lehrkräfte aus Oldenburg und der Wesermarsch für den Einsatz des Präventionsprogramms Lions Quest – Erwachsen werden«, so Seminarleiter Hartmut Denker. »Mit dem Programm werden Inhalte und Methoden der »Lebenskompetenz-Erziehung« vermittelt, einem Ansatz, dem von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Prävention (selbst-)zerstörerischer Verhaltensweisen (Sucht- und Drogenabhängigkeit, Gewaltbereitschaft, Suizidgefährdung) zugesprochen werden.«

»Es ist bereits das dritte Einführungsseminar, das die Oldenburger Lions-Clubs seit 2014 finanziell unterstützen«, sagt Dr. Elisabeth Lencer, die den Scheck der Lions-Clubs überreichte. »Wir möchten möglichst ein bis zwei Seminare im Jahr fördern, damit Lions Quest ›Erwachsen werden‹ an vielen Schulen eingesetzt werden kann.«

»Unsere Firmengruppe unterstützt die Lions-Quest-Seminare bundesweit, und das bereits seit mehreren Jahren«, so Christian Becker von expertum GmbH. »Wir sind davon überzeugt, dass das dazu beiträgt, junge Menschen in der Persönlichkeitsentwicklung zu stärken und damit möglichen negativen Entwicklungen vorzubeugen.«

Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer sind sehr zufrieden mit dieser Fortbildung, wie eine Feedbackrunde zeigte. »Das Konzept und die Vermittlung sind sehr stimmig, es ist alles gut durchgeplant, die Übungen machen das theoretische Gerüst für die Praxis erst richtig anwendbar«, war zu hören. Ein Lob, das Seminarleiter Hartmut Denker gern zurückgab: »Es ist eine sehr motivierte Teilnehmerrunde, kritisch-konstruktiv, wie man es sich wünscht.«

Lions Quest ist ein bundesweites Präventionsprogramm der deutschen Lions Clubs, das Jugendlichen im Rahmen des Schulunterrichts Sozialkompetenzen und kommunikative Fähigkeiten vermittelt. Das Teilprogramm »Erwachsen werden« richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I, also an die Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen.
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Gemeinsam für mehr Miteinander

25.11.2015 21:46 Uhr
von Carsten Lienemann

Etwa 500 Menschen waren am Montag, 23. November, dem Aufruf der Oldenburger Religionsgemeinschaften zu einer Demonstration unter dem Motto »Religionen gemeinsam gegen Gewalt« gefolgt. Als unmittelbaren Anlass nannte Ahmed Hazzaa vom Islamischen Kulturverein Maryam-Moschee: »Wir wollen uns damit vom Missbrauch von Religionen zur Rechtfertigung von Terror und Gewalt distanzieren, aber wir wollen auch dazu ermutigen, sich für die Freiheitsrechte einzusetzen, die die Grundlage für das friedliche Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft bilden: Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit.«

Der Demonstrationszug begann um 17:00 Uhr an der Maryam-Moschee (Alexanderstraße 74) und verlief über den Pferdemarkt, die Peterstraße, vorbei an der Garnisonkirche und Forumskirche St. Peter vorbei zur Synagoge und Friedenskirche, dann über den Theaterwall und den Casinoplatz zur Lambertikirche.

»Wir erleben, wie Menschen den Namen der Religion missbrauchen, Grausamkeiten begehen, andere Menschen – Muslime wie Nichtmuslime – quälen, sie aus ihren Häusern vertreiben und ermorden«, sagte Hazzaa in seiner Anprache vor Beginn der Demonstration. Die Aktionen des IS seien anti-islamisch, so Hazzaa. »Den Koran muss man mit dem Herzen lesen, nicht wie IS mit einer Pistole in der Hand«

Hazzaa bat aber auch darum, den Blick nicht nur auf Paris zu richten. »Wir erleben, wie Menschen hier in Deutschland einander beschimpfen und angreifen – obwohl wir gemeinsame Werte vertreten. Schauen Sie bitte die Situationen in Myanmar in Burma und in Zentralafrika an. Dort werden Muslime wegen ihrem Glauben verfolgt und ermordet.«

»Deshalb wünschen wir uns, dass alle Menschen in Deutschland an unserer Seite stehen und gemeinsam mit uns sich gegen Hass und Unrecht erheben, und damit ein Signal in Deutschland und in der ganzen Welt zu setzen, dass wir alle zueinander halten und uns füreinander einsetzen, gleich woran wir glauben, welche Weltanschauung wir haben, wie wir aussehen oder welche Sprache wir sprechen.«

Religionswissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Heumann sprach zum Abschluss dieses gemeinsamen Ganges der Oldenburger Religionsgemeinschaften, die sich »vor den Opfern brutalster und menschenverachtender Gewalt verneigen und sich solidarisch verbunden fühlen mit den vielen leidtragenden Angehörigen der Opfer«. Die im Arbeitskreis Religionen des Oldenburger Präventionsrates versammelten Gemeinden, »von den Bahai über die jüdische Gemeinde, die christlichen Kirchen, christliche Gemeinschaften bis hin zu muslimischen und yezidischen Gemeinden eint die strikte Ablehnung von Gewalt, nicht nur innerhalb der Religionen, sondern auch zwischen den Religionen«, sagte Heumann. Keine Religionsgemeinschaft habe das Recht, eine andere zu verfolgen oder deren Angehörige zu diskriminieren.

Heumann ging auch auf das zwiegespaltene Verhältnis der Religionen zu Gewalt ein. Zwar bekenne sich jede Religion grundsätzlich zu Gewaltlosigkeit, trügen aber alle »das Gute wie das Böse in sich«. Die Religionsgeschichte sei voll von Beispielen für beide Varianten, »und es sind beileibe nicht nur das Christentum und der Islam mit ihren langen Erfolgs- aber eben auch Sündenregistern, die hier zu nennen wären.« Im demokratischen Rechts- und Verfassungsstaat könnten Religionen aber ihr Verhältnis zur Gewalt klären, indem sie sich zu den Verfassungswerten bekennten, so Heumann.
Der Arbeitskreis Religionen hat sich auf die »Suche nach dem Gemeinsamen der Menschheitsfamilie« begeben. Gerade diese Suche sei vielleicht der beste Schutz vor Gewaltausbrüchen. »Auf der kleinen Oldenburger Lokalebene wollen wir weiter an diesem Gemeinsamen arbeiten«, schloss Heumann.


Wer die im Arbeitskreis Religionen vertretenen Gemeinden besser kennen lernen möchte, kann das über den »Interreligiösen Kalender 2016« tun. In dieser bereits zweiten Ausgabe stellt jede Gemeinde jeweils einen besonderen Feiertag ihrer Religion vor. Zu bekommen ist der Kalender gegen eine Schutzgebühr von 4, 00 Euro an folgenden Stellen:

Präventionsrat Oldenburg, Geschäftsstelle
Schlossplatz 26
26122 Oldenburg
Tel.: 0441–235 3611
Mo–Fr 9–14 Uhr


Jüdische Gemeinde zu Oldenburg
Leo-Trepp-Straße 15–17
26121 Oldenburg
Tel.: 0441–13127
Mo–Do 10–13 Uhr

Buchhandlung Bültmann & Gerriets, Lange Straße 57

Libretto Bücher und Noten, Theaterwall 34


Foto: Tobias Frick
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Oldenburg zeigt Flagge
gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

23.11.2015 07:00 Uhr

Zahlreiche Veranstaltungen rund um den 25. November


Vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wehen an zahlreichen Gebäuden im Oldenburger Stadtgebiet Fahnen, die signalisieren: NEIN zu Gewalt an Frauen!

Die Stadt beteiligt sich damit an der bundesweiten Fahnenaktion „Frei leben – ohne Gewalt“, zu der die Organisation TERRES DES FEMMES im Rahmen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen aufruft. In Oldenburg werden die Fahnen unter anderem am Rathaus, am Pferdemarkt, am Kulturzentrum PFL, an der Carl von Ossietzky Universität, bei ver.di, bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg, beim Zentrum für Frauen-Geschichte, der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, der Evangelischen Frauenarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg, dem Kinderschutzzentrum und beim Gleichstellungsbüro zu sehen sein.

Geplante Aktionen:
Bereits am Montag, 23 November, 18 Uhr, zeigt das Cine k, Bahnhofstrasse 11, die Tragikomödie „Kurtuluº Son Durak“ (Haltestelle der Erlösung), in der die Heldinnen das Motto „Wir sind gegen jede Art von Gewalt“ leben. Die Jade Hochschule lädt am Donnerstag, 26. November, 19 Uhr, zu der Lesung „Weil ein #aufschrei nicht reicht – Für einen Feminismus von heute“ mit Anne Wizorek ein. Die Autorin ist Initiatorin des Hashtags #aufschrei, unter dem vor allem in Deutschland eine Debatte zum Thema Alltagssexismus angestoßen wurde.

Am Samstag, 28. November, 10 Uhr, führt das Oldenburger FrauenForum gemeinsam mit dem Arbeitskreis Häusliche Gewalt im Präventionsrat die Aktion „Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt“ durch.
Bei der Hirschapotheke in der Achternstraße wird ein Informationszelt aufgebaut, in dem sich alle Interessierten mit ihrem Standpunkt gegen Gewalt fotografieren lassen können. Dazu wird das Statement auf einer Pappkarte notiert und in die Kamera gehalten. Die dabei entstandenen Fotos werden auf den Internetseiten des Gleichstellungsbüros und des Präventionsrates veröffentlicht.
„Diese Aktion ist bereits im Vorfeld auf große Unterstützung gestoßen und zahlreiche Oldenburger Persönlichkeiten haben ihr persönliches Statement schon abgegeben“, so Renate Vossler vom Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg. „Damit setzen sie ein deutliches Signal, dass Gewalt gegen Frauen von der Gesellschaft nicht akzeptiert und toleriert wird.“

Hintergrund:
Der Gedenk- und Aktionstag am 25. November soll die Öffentlichkeit daran erinnern, dass Frauen und Mädchen weltweit Opfer von spezifischer Gewalt und Diskriminierung sind. Die Gewalt kann vom familiären Umfeld ausgehen, von der Gesellschaft, vom Staat – und sie wird häufig genug von diesen toleriert. Laut der UNO wird jede dritte Frau einmal in ihrem Leben geschlagen, vergewaltigt oder anderweitig missbraucht.
Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass in einigen Ländern bis zu 70 Prozent aller Frauen mindestens einmal im Laufe ihres Lebens Opfer physischer oder sexueller Gewalt werden – in der Mehrzahl durch vertraute Partner und im häuslichen Bereich. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums haben in Deutschland 40 Prozent aller Frauen zwischen 16 und 85 Jahren bereits körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt.

Weitere Informationen gibt es unter www.frauen.oldenburg.de.

Auf der Homepage des Präventionsrates finden Sie eine Reihe von Statements zum Thema Gewalt gegen Frauen.
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Erfolgreiches Jubiläumsjahr
ist Ansporn für die Zukunft

19.11.2015 08:58 Uhr

Mitgliederversammlung des Präventionsrats zieht Bilanz

von Carsten Lienemann und Melanie Blinzler

Die Mitgliederversammlung des Präventionsrates Oldenburg (PRO) am Dienstag, 17. November 2015, blickte auf ein erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück.
Der PRO-Vorsitzende Eckhard Wache nannte die wichtigsten Veranstaltungen und Ereignisse des laufenden Jahres. Es begann im Januar mit der Vorstellung des neuen Logos, das von einer Schülerin der BZTG gestaltet wurde.

Herausragende Ereignisse waren der Präventionsrundgang mit Besuch der Religionsgemeinschaften Oldenburgs. Teil dieser ungewöhnlichen Wanderung am 30. Mai war auch ein Empfang im Rathaus. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der auch Schirmherrn des PRO ist, würdigte ebenso wie die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz bei ihrem Besuch zwei Tage zuvor das Engagement der vielen Ehrenamtlichen im PRO. Weitere Höhepunkte, bei denen die Arbeit des PRO vorgestellt wurde, waren der »Treffpunkt Klasse2000«, das Festival »5 Jahre legale Graffiti-Flächen in Bloherfelde« und die Lesung »Glückskind«.

Mit inzwischen elf Arbeitskreisen konnte außerdem das kontinuierliche Engagement für Prävention fortgeführt werden.

»Das Thema Flüchtlinge wird auch uns beschäftigen, ein mögliches Engagement sollte aber Hand und Fuß haben.« Wache erwähnte in diesem Zusammenhang auch den Flüchtlings-Fonds, den der PRO für ehrenamtliches Engagement auflegt.

Torsten Maus bilanzierte das Jahr aus der Sicht des Fördervereins. »Rekordverdächtige 50.000 Euro haben wir in diesem Jahr zusammenbekommen. Das dritte Soccer-Court Turnier brachte wieder zuverlässig Einnahmen, und auch der Lions-Club Oldenburg unterstützte den PRO wieder mit seinem Entenrennen. Durch die OLB-Zinswette konnte das Projekt ›Open Sunday‹ weiter finanziert werden«, so Maus. Es folge noch das Bundesligaspiel der EWE-Baskets gegen Alba Berlin am 21. November, bei dem die EWE und die EWE-Baskets vielfältig für den PRO werben werde.

Anknüpfend an das Thema des diesjährigen Deutschen Präventionstages, »Prävention rechnet sich«, referierte Geschäftsführerin Melanie Blinzler zur Rentabilität von Präventionsarbeit. Sie zeigte anhand der Beispiele »Klasse2000« und »Balu und Du«, dass der Nutzen tatsächlich nachweisbar ist und im Fall von »Balu und Du« sogar in Euro und Cent ausgedrückt werden kann.

»Das Gelingen von Prävention hängt jenseits ökonomischer Überlegungen ganz entscheindend vom bürgerschaftlichen Engagement ab, denn Gewaltprävention ist eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts«, sagt Blinzler. »In Oldenburg sind wir da schon sehr weit: So sind unsere Arbeitskreise aus Fachleuten und Laien zusammengesetzt, und wir haben eine gute gewachsene Kultur für die Haltung das ›Was kann ich tun?‹ im Oldenburger Präventionsrat«.
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EWE-Baskets werben für Präventionsrat

17.11.2015 20:54 Uhr

Maskottchen »Hubird« als Stofftier zu kaufen

von Carsten Lienemann

Wenn die EWE-Baskets am 21. November gegen Alba Berlin antreten, werden aufmerksame Fans eine optische Veränderung bemerken: Ihre Mannschaft wird an diesem Sonnabend nicht das EWE-Logo auf dem Trikot tragen. »Das hat es in den 15 Jahren der gemeinsamen Zeit zwischen den Baskets und ihrem Sponsor EWE noch nicht gegeben«, betont Nils Brönstrup vom EWE-Konzernmarketing. Stattdessen wird das Logo des Oldenburger Präventionsrates (PRO), der ebenfalls seit 15 Jahren besteht, die Trikots zieren.

Die Verantwortlichen des Präventionsrates wissen diese außergewöhnliche Unterstützung zu schätzen. »Einen besseren Werbeträger könnte der PRO kaum finden, um sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, zumal es sich ja auch um ein absolutes Schlagerspiel handelt«, sagt Eckhard Wache, Vorsitzender des Präventionsrates. Es sei wichtig, immer wieder an das Motto des PRO »Schau hin! Sag was! Tu was!« zu erinnern und die Menschen dazu zu bewegen, sich zu engagieren. »Darum haben wir bei den Baskets angefragt«, so Wache.

Philipp Schwethelm, der seit dieser Saison für die Baskets aufläuft, hat die präventive Wirkung von Sport in seiner Jugend selbst erlebt. »Es ist toll, dass wir Spieler damit auftreten und eine so wichtige Aktion unterstützen können. Sportprojekte geben Jugendlichen Ziele und lehren sie Werte, Disziplin, aber auch Selbstwertgefühl. Das sind Dinge, von denen sie auch im Alltag profitieren, daher passen Sport und Prävention gut zusammen.«

Die Aktion beschränkt sich nicht auf das Logo auf dem Trikot. »In der Halbzeitpause wird das Projekt ›Klasse2000‹ nicht nut vorgestellt sondern lebhaft vermittelt werden. Es läuft an vielen Oldenburger Grundschulen und dient der Gesundheits- und Bewusstseinsförderung der Schülerinnen und Schüler«, erläutert Richard von Busse, Vorsitzender des Fördervereins PRO.

Außerdem wird es im Forum der EWE-Arena einen Informationsstand des PRO geben, und als ganz besonderen Clou bietet der Fanshop der Baskets das Maskottchen »Hubird« in zwei Größen als Stofftier an, für 19,95 bzw. 14,95 €. »Ein ›Must-Have‹ für jeden Baskets-Fan, ein tolles Geschenk zu Weihnachten«, sagt Nils Brönstrup. »Bis zum Saisonende werden die Maskottchen im Fanshop und auch in den EWE-Kundenberatungsstellen verkauft. Pro Exemplar gehen fünf Euro an den PRO«, so Brönstrup.

Die Trikots mit dem PRO-Logo aber tragen die Baskets nur dieses eine Mal, am 21. November gegen Alba Berlin. Danach werden sie signiert und kommen unter den Hammer – selbstverständlich zugunsten des Präventionsrates.
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Zivilcourage umfasst mehr als Gewaltverhinderung

14.11.2015 23:04 Uhr
von Carsten Lienemann

Zivilcourage bzw. sozialer Mut war das Thema des gut besuchten 10. Oldenburger Präventionstages, der damit im Jubiläumsjahr des Präventionsrates einem Kernthema der Präventionsarbeit gewidmet war.

»Die Menschen mischen sich nicht gerne ein, kümmern sich lieber um sich selbst und überlassen es der Polizei, sich um Auseinandersetzungen zu kümmern. Andererseits kann sich jeder leicht eine Situation vorstellen, in der man selbst Hilfe gebrauchen könnte«, so umriss der Vorsitzende des Präventionsrates, Eckhard Wache, in seiner Begrüßung die Ausgangslage. Irrationale Ängste infolge von Vorurteilen seien weitere Beispiele für Fälle, in denen Zivilcourage gefragt sei, so Wache weiter.

Auch die Erste Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler, die das Grußwort der Stadt überbrachte, nannte unter anderem Diffamierung von Flüchtlingen sowie Mobbing in der Schule und am Arbeitsplatz als Aufgabenfeld für Zivilcourage. Sie forderte die Anwesenden auf, durch ihr Handeln zu einem besseren Miteinander im Alltag zu finden.

In drei Workshops .mit den Schwerpunkten Jugend, Senioren und sozialer Nahraum wurden Situationen behandelt, in denen sozialer Mut gefragt ist. Über Fallschilderungen und Rollenspiele entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Vorgehensweisen und Handlungsstrategien für konkrete Situationen, die ihnen begegnen können.

Im abschließenden Vortrag referierte der Politikwissenschaftler Prof. em. Dr. Gerd Meyer von der Universität Tübingen über sozialen Mut im Alltag. Politiker und Pädagogen, Polizei und Medien fordern mehr Zivilcourage, vor allem dort, wo Menschen angegriffen oder diskriminiert, wo Regeln und Werte verletzt werden. »Im gewaltfreien Alltag ist Zivilcourage oder sozialer Mut jedoch auch dann gefragt, wenn Menschen Unrecht geschieht oder die Meinung einer Minderheit nicht respektiert wird, wenn Chefs Kritik und Widerspruch nicht ertragen oder sogar bestrafen, wenn in Betrieben und Verwaltungen Konflikte und Missstände unterdrückt werden«, so Meyer, der im weiteren Verlauf des anschaulichen Vortrags Motivation und Hindernisse für zivilcouragiertes Handeln sowie Anwendungsbeispiele nannte.

Am Ende waren sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmern wie auch die Veranstalter zufrieden mit dem Verlauf. Thomas Weber, Leiter des Arbeitskreises Zivilcourage, bezeichnete insbesondere den Vortrag von Prof. Dr. Gerd Meyer als »Volltreffer«. Der gesamte Fachtag machte deutlich, dass der Themenbereich »Sozialer Mut« sich nicht auf das Einschreiten bei Gewalt in der Öffentlichkeit oder die Rettung von verunglückten Autofahrern aus eiskalten Flüssen beschränkt. Dieses weiter gefasste Verständnis in die Öffentlichkeit zu bringen, wird zu den zukünftigen Aufgaben des Arbeitskreises Zivilcourage gehören.
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Zivilcourage braucht keine Helden

04.11.2015 09:18 Uhr
Der Oldenburger Präventionsrat widmet im 15. Jahr seines Bestehens seinen Präventionstag einem Kernthema: der Zivilcourage. Am Donnerstag, dem 12. November, findet im Alten Landtag an der Tappenbeckstraße von 16:00 bis 20:30 Uhr ein für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger offener Fachtag statt.

»Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.« Dieses Zitat der italienischen Journalistin Franca Magnani steht als Motto über dem 10. Oldenburger Präventionstag. Zivilcourage bedeutet, sozial mutig zu handeln und bewusst für allgemeine demokratische und humane Werte einzutreten. Das gilt auch und vor allem dann, wenn man damit rechnen muss, sich gegen die Mehrheit zu stellen. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass man meist nicht ganz allein steht und andere sich anschließen, wenn nur jemand erst einmal den Anfang macht.

In vier Workshops, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten, werden Situationen behandelt, in denen sozialer Mut gefragt ist.
  • Zivilcourage und Jugend« richtet sich an junge Leute und Juleica-Inhaber_innen und wird deeskalierende Verhaltensweisen vermitteln.
  • »Zivilcourage und Senioren« fragt nach, ob es eine Altersgrenze für couragiertes Handeln gibt und in wie weit Zivilcourage und Angst im Zusammenhang stehen.
  • »Zivilcourage bei Diskriminierung« deckt das eigene Denken in Vorurteilen auf und zeigt Strategien, diese zu überwinden.
  • »Zivilcourage bei Gewalt im sozialen Nahraum« vermittelt Wissen, wie bei vermuteter Gewaltsituation in der eigenen Nähe (Arbeitsplatz, Wohnumfeld etc.), aber ohne eigene Betroffenheit, gehandelt werden kann.
Einzelne Restplätze in den Workshops sind noch vorhanden.

Die Anmeldungen für die Workshops erfolgt über den Präventionsrat Oldenburg unter 0441 - 235 3611 oder praeventionsrat@stadt-oldenburg.de bis zum 06.11.2015. Der Tagungsbeitrag (inkl. Workshops, Verpflegung und Teilnahme am Vortrag) beträgt 10,- €.

Prof. Dr. Gerd Meyer, der Zivilcourage als »unerlässlich für eine lebendige Bürgergesellschaft und eine demokratische politische Kultur« bezeichnet, wird um 19:00 Uhr zum Thema »Zivilcourage – Was heißt sozialer Mut im Alltag?« referieren, mit anschließender Möglichkeit zur Diskussion.

Die Teilnahme am Vortrag ist ohne Anmeldung möglich. Die Teilnahmegebühr am Vortrag in Höhe von 5,- € kann an der Abendkasse entrichtet werden.
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»In einer Gesellschaft hilft man sich«

15.10.2015 20:26 Uhr

Lesung und Diskussionsrunde zum Thema Zivilcourage

von Carsten Lienemann

Mit einer Lesung aus dem Roman »Glückskind« von Steven Uhly und einer anschließenden Diskussionsrunde hat der Arbeitskreis Zivilcourage des Präventionsrates Oldenburg am Dienstag, 13. Oktober, im Forum St. Peter verschiedene Aspekte von Zivilcourage und sozialem Mut zur Sprache gebracht. Gleichzeitig wurde auch für den 10. Oldenburger Präventionstag geworben, der am 12. November 2015 von 16:00 bis 20:30 Uhr im Alten Landtag stattfindet und ebenfalls Zivilcourage zum Thema hat.

Besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können. Die Frage der Moderatorin Kornelia Ehrhard, warum Menschen Mut und Zivilcourage zeigen sollen, beantwortete Hannah Holtz, Schülerin an der IGS Kreyenbrück, so: »Wir leben in einer Gesellschaft, und in einer Gesellschaft hilft man sich und unterstützt einander«. Ihre Schule hatte am selben Tag die Auszeichnung »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage« verliehen bekommen. (S. auch: IGS Kreyenbrück ist »Schule ohne Rassismus«) »Das ist für alle eine Verpflichtung«, findet Hannah. Und die beschränkt sich nicht auf die Schule. »Wir sollen auch in die Gesellschaft rausgehen und Rassismus und Diskiminierung auch dort kritisieren«, sagt Achin Khalaf-Hassan. Die beiden Schülerinnen waren Teil der Diskussionsrunde über Zivilcourage und sozialen Mut, zusammen mit Tanju Cohru, Elfi Hoppe und Eckhard Wache.

Kammerschauspielerin Elfi Hoppe und der Vorsitzende des Präventionsrates Eckhard Wache hatten zuvor mit einer rund 75-minütigen Lesung, die schon fast Hörspielcharakter hatte, das Publikum bestens unterhalten. In dem Roman »Glückskind« von Steven Uhly geht es um einen verwahrlosten Mann, der ein ausgesetztes Baby in einer Mülltonne findet und sich seiner annimmt. Er rettet nicht nur das Kind, sondern das Kind rettet auch ihn, außerdem findet er sehr schnell Hilfe und letztlich sogar Freundschaft bei Nachbarn, mit denen er bisher kaum Kontakt hatte.

»Ich war sofort bereit, den Präventionsrat an dieser Stelle zu unterstützen«, sagt Elfi Hoppe. »Ich habe persönlich im Beruf einen solchen Fall erlebt, in dem Zivilcourage gefragt war.« Das Buch habe Vorbildcharakter, weil »die Protagonisten Mitgefühl entwickeln und ihr Herz zeigen. Menschlichkeit gehört dazu, sie ist letztlich ein Zeichen der Demokratie.«

Der Fall des Taxifahrers Tanju Cohru, der bei einer handgreiflichen Auseinandersetzung vor der Flüchtlingsunterkunft am Schützenweg einschritt, ist noch in guter Erinnerung. »Wichtig ist, dass man überhaupt etwas macht. Jeder kann in eine Situation kommen, in der er auf die Hilfe anderer angewiesen ist, also sollte auch jeder bereit sein, anderen zu helfen«, ist Cohrus Selbstverständnis.

»Wir müssen einerseits die Konfliktfähigkeit der Menschen verbessern, die derzeit lieber die Polizei rufen, als mit ihren Nachbarn direkt zu sprechen. Darüber hinaus müssen wir für eine erhöhte Bereitschaft sorgen, etwas für andere zu tun«, sagt Eckhard Wache. »Menschen gucken zunehmend weg, auch, weil man ja heutzutage keine Fehler mehr machen darf. Man braucht Mut, aber keinen Heldenmut, sondern ein gutes Selbstwertgefühl, damit man im entscheidenden Moment aufstehen kann.«

Konfliktfähigkeit und Selbstbewusstsein werden unter anderem in der Schule vermittelt, über Mediatoren und Streitschlichter, aber nicht nur da. »Wir nehmen uns gegenseitig ernst, und wir werden von den Lehrerinnen und Lehrern ernst genommen«, sagt Hannah Holtz dazu. »Sie fordern uns auch zu Kritik auf und vermitteln uns damit, dass wir wichtig sind.« Klassenräte und Mitgestaltung der Verhaltensregeln haben von Anfang an die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler erweitert. »In Rollenspielen, aber auch in konkreten Unterrichtssituationen gibt es Momente, wo uns klar wird: Da müssen wir jetzt Courage zeigen«, fügt Achin Khalaf-Hassan hinzu.

»Es ist wichtig zu wissen, welche Werte uns wichtig sind«, schloss Moderatorin Kornelia Ehrhardt aus den Äußerungen. »Wenn man aber mal widerspricht oder einschreitet, hat man nicht 99 Menschen gegen sich, sondern doch meist mehrere Unterstützer. Und wenn ich nicht alleine bin, dann geht es leichter.«

Auf dem 10. Oldenburger Präventionstag, der am 12. November im Alten Landtag, Tappenbeckstr. 1, stattfindet und der für alle Interessierten offen ist, kann und wird diese Diskussion in den Veranstaltungspausen sicher weitergeführt werden. Auf dem Programm stehen an diesem Tag vier Workshops:
  • Zivilcourage und Jugend
  • Zivilcourage und Senioren
  • Zivilcourage bei Diskriminierung
  • Zivilcourage und Gewalt im sozialen Nahraum
Nach den Workshops folgt ein Vortrag von Prof. Dr. Gerd Meyer zu »Zivilcourage – was heißt sozialer Mut im Alltag?« Der Vortrag kann auch unabhängig von den vorhergehenden Programmpunkten besucht werden.

Der Flyer zur Veranstaltung liegt an vielen Stellen in der Stadt aus und ist auch als PDF-Datei zusammen mit weiteren Informationen auf der Webseite des Präventionsrates zu finden.
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4150 Euro für den PRO

21.07.2015 10:39 Uhr
Mit dem dritten Mal beginnt die Tradition. Insofern darf man vom traditionellen Benefiz-Soccer-Court-Turnier des Präventionsrates Oldenburg sprechen, das am Sonnabend, 18. Juli 2015, zum dritten Mal veranstaltet wurde, wie immer auf den Dobbenwiesen.

An dem auch diesmal von der comes-Unternehmensberatung organisierten Turnier beteiligten sich 10 Mannschaften, die in zwei Courts zunächst ihre Gruppenspiele austrugen. Dabei schenkten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nichts, die Spiele waren hart umkämpft. Verletzungen, die über leichte Blessuren hinausgingen, gab es zum Glück dennoch nicht, die Johanniter, die (auch schon traditionell) ehrenamtlich bereit standen, hatten einen ruhigen Nachmittag) Für Fair Play sorgten die Schiedsrichterinnen Dagmar Sachse (Sozialdezernentin), Bianca Kannegießer (VfL Oldenburg), Annikka Repenning (Vorstand Förderverein PRO) und Ulrike Heinrichs (PRO).

Das Spiel um Platz Drei entschied das Team des Autohauses Braasch gegen die Vertretung der PKF Arbicon Zink KG knapp für sich, das Finale gewannen die erstmals teilnehmenden »Zimmermänner« gegen die Mannschaft der EWE Netz.

Am Ende konnten 4150 Euro auf den Spendenscheck geschrieben werden, die im Jubliäumsjahr des PRO an den Förderverein gehen. Gewonnen haben damit alle, nicht nur die teilnehmenden Mannschaften.

Eckhard Wache (Vorstand PRO) machte in seiner Begrüßung deutlich, dass dieses Benefizturnier auch jenseits der erzielten Spendensumme für den PRO von großer Bedeutung sei, weil alle - im Court oder außerhalb - sich für die »gemeinsame Sache Prävention« engagieren. An einem solchen Tag wird das Leitbild des PRO - Eine ganze Stadt macht Prävention - einmal mehr mit Leben gefüllt.

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Ein Bild für Klaro

16.06.2015 23:51 Uhr

Jury prämiert Bilder des Malwettbewerbs für Klasse2000 – Vorstellung des Programms am 27. Juni im PFL

von Carsten Lienemann

Genau genommen ging es sogar um zwei Bilder. Die sechsköpfige Jury musste am Montag, 15. Juni, je ein »bestes« Bild für »Mein Geburtstags-Klaro« und für »Mein Weihnachts-Klaro« finden. Das aber war gar nicht einfach, denn mit insgesamt 207 originellen und phantasievollen Zeichnungen hatten sich Schülerinnen und Schüler Oldenburger Grundschulen um die beiden ersten Plätze beworben.

Klaro ist die Symbolfigur des bundesweiten Programms »Klasse2000«, das seit 1991 in Grundschulen zur Gesundheitsförderung eingesetzt wird. »In jedem der 4 Grundschuljahre stehen 15 Unterrichtseinheiten auf dem Stundenplan«, erklärt Dr. Gabriele Hoeltzenbein, Medizinerin und Gesundheitsförderin der ersten Stunde, »davon werden die ersten drei von einer Gesundheitsförderin geleitet, die übrigen werden von den schuleigenen Lehrkräften übernommen« - wenn genügend Spendengelder zur Verfügung stehen. 220 Euro pro Klasse müssen jedes Jahr finanziert werden, das sind etwa 5 Euro im Jahr für jedes Kind. Keine große Summe, mit der aber eine große Wirkung erzielt werden kann.

»Die nachhaltige und damit auch präventive Wirkung ist durch Studien belegt«, sagt Gabriele Hoeltzenbein. »Die Kinder lernen nicht nur etwas über gesunde Ernährung und Bewegung, sondern beispielsweise auch, selbstständig herauszufinden, was sie für sich tun können oder müssen«.

In Niedersachsen haben der Landespräventionsrat, der Lions Club und das Klasse2000-Team sich die flächendeckende Teilnahme der Grundschulen als wichtigstes Ziel gesetzt. Auch weil der Förderverein des Präventionsrates Oldenburg hier eine besondere Rolle spielt, ist Oldenburg ist mit 21 von 26 Grundschulen auf einem guten Weg. Acht Gesundheitsförderinnen sind in 141 Klassen aktiv.

Am Sonnabend, dem 27. Juni ab 15:00 Uhr im PFL wird das Gesundheitsförderprogramm unter dem Titel »Treffpunkt Klasse2000« vorgestellt, mit lebendigen Einblicken in die KLARO-Stunden, Vorführungen auf der großen Bühne und Aktionen zum Mitmachen. Dann sollen auch »Mein Geburtstags-Klaro« und »Mein Weihnachts-Klaro« als Postkarten zu erwerben sein. Denn nach rund eineinhalb Stunden hatten sich die Erste Stadträtin Silke Meyn, VfL-Bundesligatorhüterin Julia Renner, Annikka Repenning vom Vorstand des Fördervereins PRO, die Regionale Koordinatorin Klasse2000 Iris Kluge, Ernst Jünke vom Lions-Club Lappan und Dr. Gabriele Hoeltzenbein auf die beiden Siegerbilder verständigt. Beide prämierte Künstler besuchen die Klasse 3c der Grundschule Nadorst, die sich damit auf den Besuch der Johanniter-Hunde-Staffel freuen darf.
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Täter-Opfer-Ausgleich
ist für beide Seiten ein Gewinn

15.06.2015 09:00 Uhr

Jahresbericht des Vereins Konfliktschlichtung e. V. zeigt erfreuliche Bilanz

Konflikte, Streitigkeiten oder Straftaten haben oft unangenehme Folgen, die ein Gerichtsverfahren allein nicht regeln kann. Kreativere und tragfähigere Lösungen ermöglichen es, dass Straftaten als eine Verletzung von Menschen und Beziehungen verstanden werden. Von Seiten der Konfliktbeteiligten besteht oftmals der Wunsch, dass der seelische Frieden wieder hergestellt wird. Dies geschieht in Oldenburg im Täter-Opfer- Ausgleich. Oftmals kommt es zu Handgreiflichkeiten, Geschubse, Drohungen, Mobbingattacken oder Schlägen. »Ein Streit ist dann schnell eskaliert,« sagt Veronika Hillenstedt. Konfliktbeteiligte von Straftaten hätten dann die Möglichkeit, sich direkt an den Verein Konfliktschlichtung in Oldenburg zu wenden und Klärungshilfe für ihre Konfliktsituation zu bekommen. »Die Chance, schnell und unbürokratisch zu tragfähigen fairen Lösungen zu kommen ist dort sehr groß. Der Konflikt wird befriedet und die Sache ist vom Tisch«.

In Oldenburg gibt es eine gute Vernetzung zwischen dem Verein Konfliktschlichtung, staatlichen und nicht staatlichen Organisationen, insbesondere der Justiz, der Polizei, der Jugendhilfe im Strafverfahren, den Schulen, der Justizvollzugsanstalt und den Beratungsstellen. Diese Stellen nutzen das Angebot des Täter-Opfer-Ausgleichs für Ihre Klienten. Darüber hinaus haben inzwischen viele Menschen z.B. von anderen Menschen, Rechtsanwälten, Ärzten, Pastoren vom Täter-Opfer-Ausgleich gehört und melden sich dann direkt beim Verein um das niederschwellige Angebot der Konfliktaufarbeitung im geschützten Rahmen für sich in Anspruch zu nehmen.

Die Zahlen für den Täter-Opfer-Ausgleich 2014 zeigen eine erfreuliche Bilanz. Unser Ziel, aktiv zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens beizutragen, hat sich weiterhin bewährt. Im Jahre 2014 haben 489 Konfliktbeteiligte an einer Mediation in Strafsachen teilgenommen. Im Ergebnis wurden Schadensersatz- und Schmerzensgeldleistung von ca. 8.000 € vereinbart. Von den 440 Delikten wurden 52 % Körperverletzungsdelikte mit Erwachsenen und 67 % mit Jugendlichen (Schlägereien auf Festen, Diskotheken, Bushaltestellen, Schulen usw. bearbeitet. Die Häuslichen Gewaltdelikte lagen bei 15 %. Ca. 7 % der Fälle mit Erwachsenen sind Raub und Eigentumsdelikte. Bei Jugendlichen beträgt der Anteil von Raubdelikten 12,5 %. Der Rest verteilt sich auf Bedrohung, Beleidigung, Mobbing, Erpressung, Nötigung, üble Nachrede, Hausfriedensbruch, Verleumdung, Unterschlagung. Konfliktbeteiligte im Jugendbereich kamen zu 64 % und im Erwachsenenbereich zu 54 % zu einer positiven Lösung.

Wer die Chance einer Konfliktaufarbeitung nutzen möchte, kann sich direkt beim Verein unter 0441 - 27293 melden. Das Angebot der Konfliktbearbeitung bei strafbaren Handlungen ist kostenfrei für alle Beteiligten.
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»Der PRO hat immer ein bisschen die Nase vorn«

29.05.2015 12:12 Uhr

Niedersächsische Justizministerin besucht den Oldenburger Präventionsrat zum 15-jährigen Jubiläum

von Carsten Lienemann

Antje Niewisch-Lennartz war voll des Lobes für das Netzwerk PRO. In Oldenburg bestehe ein anderes Maß an Aktion als in anderen Städten, Oldenburg rage heraus, stellte die niedersächsische Justizministerin am 28. Mai bei Ihrem Besuch des Präventionsrates Oldenburg (PRO) zu dessen 15-jährigem Jubiläum fest. »Der PRO hat im Vergleich mit anderen Präventionsräten immer so ein bisschen die Nase vorn, die Beteiligten und allen voran die Geschäftsführung sind offen sowohl für neue Ansätze als auch für Austausch und Wissenstransfer. Auch Trends werden früh erkannt, der Oldenburger Präventionsrat erweist sich geradezu als Trüffelschwein für neue Ideen.« Das Netzwerk PRO sei wiederum eingebunden in den Landespräventionsrat und in das Projekt »PrimA – Prävention im Nordwesten« und tausche sich auf diesem Wege mit Vertretern anderer Präventionsräte aus.

Der Leitsatz »Eine ganze Stadt macht Prävention« werde hier tatsächlich gelebt, der Präventionsrat sei erkennbar in der Stadt verankert, so Niewisch-Lennartz. »In Oldenburg trifft ein hohes Maß an bürgerschaftlichem Engagement auf eine professionelle Koordination durch Melanie Blinzler und Nicole Jacob.« Dazu komme eine großartige Unterstützung über Finanzen hinaus durch die Kommune und nicht zuletzt auch durch den Förderverein Präventionsrat, der sich nicht auf das Geld sammeln allein beschränke, sondern auch selbst Initiativen und Projekte auf den Weg bringe.

Die hoch Gelobten wollten da nicht widersprechen, warum auch, es stimmt ja. Der Vorsitzende des Präventionsrats Eckhard Wache bestätigte, dass es viele der ehrenamtlich tätigen Ideen und Kontakte einbringen und dass man der guten Vernetzung und der Struktur der Stadt kurze Wege verdanke. Vieles habe sein Vorgänger Gerd Koop auf den Weg gebracht, der mit seiner Begeisterungsfähigkeit andere anstecken konnte. »Dass der PRO aber schon so lange so gut arbeiten kann, ist nur möglich durch eine im doppelten Sinn professionelle Geschäftsstelle, nämlich hauptamtlich und hoch kompetent. Die Stadt unterstützt uns auf vielerlei Weise, zum Beispiel durch Übernahme der Personal-, Büro- und Verwaltungskosten.

Die erste Stadträtin Silke Meyn sieht drei Aspekte, die den Erfolg des PRO ausmachen: »Da ist zum einen der gesamtgesellschaftlichen Ansatz: alle sollen mitmachen, zum zweiten der interdisziplinäre Ansatz: 76 verschiedene Institutionen sind im Präventionsrat vertreten, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedenste Fähigkeiten und Kompetenzen mitbringen, und zum dritten ein Förderverein, der den Anspruch hat, sich auch inhaltlich einzubringen. Etwa 300 Ehrenamtliche befassen sich derzeit mit vielen Projekten. So viel Engagement lassen wir uns gerne etwas kosten.«

Richard-B. von Busse, Vorsitzender des Fördervereins Präventionsrat, bedankte sich bei Antje Niewisch-Lennartz für ihre Unterstützung der Präventionsarbeit. »Ohne das Rückgrat des Justizministeriums wäre unsere Arbeit nicht möglich.« Ebenso wichtig sei die Partnerschaft mit der Stadt und ihre finanzielle Unterstützung.

»Sind alle dabei? Wer oder was fehlt?« Eingeleitet durch diese Fragen richtete Niewisch-Lennartz den Blick auf anstehende und künftige Aufgaben. Eine davon sei die religiöse Radikalisierung, wobei diese oft gesellschaftliche Ursachen habe. »Der PRO sucht über den Arbeitskreis Religionen auch hier den Weg des Dialogs und setzt damit ein klares Zeichen gegen Schwarzweiß-Denken und Ausgrenzung. Und das erklärtermaßen zum Wohle der Stadt«.

Am Sonnabend, 30. Mai, veranstaltet der PRO einen interreligiösen Rundgang durch Oldenburg. Dabei werden Gemeindezentren aufgesucht und von Mitgliedern des Arbeitskreises Religionen vorgestellt.
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»Das Ziel ist, Kinder stark zu machen!«

11.02.2015 19:25 Uhr

Informationsabend zum Safer Internet Day

von Carsten Lienemann

»Wenn Ihr Kind Sie um Hilfe bittet, weil es sich zu einer folgenschweren Handlung über Handy oder Internet hat hinreißen lassen - und sei der Verlauf noch so vorhersehbar - bitte loben Sie Ihr Kind dafür, dass es seine Scham überwunden und sich Ihnen anvertraut hat. Sonst zerstören Sie die Basis, auf der Sie weiter handeln können.« Dieser Satz von Kerstin Koletschka war der wohl wichtigste Hinweis, den die rund 150 Anwesenden an diesem Abend zu hören bekamen.

Anlässlich des Safer Internet Day hatten der Präventionsrat Oldenburg und die Beratungsstelle Wildwasser e. V. am Dienstag, 10. Februar, in das Herbartgymnasium zu einem Vortrag eingeladen. Zusammen mit Maike Bartlmae, Fachanwältin für Urheber- und Medienrecht, referierte Kerstin Koletschka von Wildwasser e. V. über die Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche vor Cybermobbing und sexualisierter Gewalt im Internet zu schützen.

Manche Erwachsene suchen Internet-Chatrooms auf, um über »Cyber-Grooming« gezielt Kontakte zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Koletschka zeigte am Protokoll eines Chats, bei dem sie sich als 13-jähriges Mädchen ausgegeben hatte, wie Täter dabei vorgehen. »Sie geben vor, selbst noch jugendlich, aber natürlich schon sexuell aktiv zu sein.« Einige kämen nach wenigen Sätzen auf den Punkt, andere seien über Wochen und Monate sehr nett und zurückhaltend, bevor sie die Kinder und Jugendlichen zu sexuellen Handlungen aufforderten, wobei sie oft mit Geheimnisverrat drohten.

Straf- und zivilrechtlich sei das ein schwieriges Feld, weil die Täter meist anonym agierten und schwer zu enttarnen seien, sagt Maike Bartlmae. Wenn Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder andere Vertrauenspersonen einen solchen Fall entdeckten, sei die Beweissicherung der erste Schritt: Chatprotokolle speichern oder ausdrucken, Screenshots erstellen und den Ermittlern übergeben, viel mehr bleibe nicht. »Um so wichtiger ist die Prävention.«

Eine besondere Form des »Sexting« birgt weitere Gefahren. Beispiel: Ein Mädchen verschickt ein Nacktfoto an seinen Freund, ganz im Vertrauen natürlich. Es gibt mehr als einen Weg, wie das Bild trotzdem in Umlauf kommen kann. Nicht nur, dass sich dann mindestens ein Beteiligter wahrscheinlich strafbar gemacht hat, das Mädchen auf dem Foto ist ebenso wahrscheinlich Opfer von Häme und Mobbing. Schon allein deswegen empfiehlt Koletschka, »sparsam mit eigenen Daten und Bildern« umzugehen. »Juristisch ist es hier etwas einfacher, weil die Täter meist bekannt sind«, so Bartlmae. Präventiv sollte natürlich vor Weitergabe von Fotos und Daten gewarnt werden, aber Kinder und Jugendliche sollten darüber hinaus aufgefordert werden, sich in die Rolle des Opfers hineinzuversetzen, um wenigstens das Mobbing zu reduzieren.

Bei der noch recht jungen Internet-Plattform »YouNow« gehen Videos live ins Netz, ungebremst und ungesteuert. Zeit zum Überlegen bleibt da nicht. »Zwar ist der Zugang offiziell erst ab 13 Jahren möglich, aber es ist kein Problem, sein Alter zu fälschen«, erklärt Koletschka. Außerdem lasse sich so nicht verhindern, dass Jugendliche unter 13 Jahren mit gefilmt würden, ebenso wie andere Personen, die möglicherweise nicht einmal etwas davon mitbekämen.

Aber: »Ausblenden ist keine Lösung, man muss sich damit beschäftigen, wenn man für Kinder und Jugendliche verantwortlich ist«, sagt Bartlmae. »Wir möchten nicht, dass Sie hier rausgehen und Ihren Kindern den Umgang mit Smartphone und Internet komplett verbieten«, ergänzt Koletschka. Es gehe vielmehr darum, den bewussten Umgang mit eigenen und fremden Daten zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, die offen stehen, wenn doch einmal etwas schief gegangen ist.

Informations- und Beratungsmöglichkeiten gibt es viele. Im Internet bieten z. B. »klicksafe.de« und »handysektor.de« umfangreiche Informationen an. Und wenn es um telefonische oder persönliche Hilfe geht: »Wenn wir nicht direkt weiterhelfen können - wir sind gut vernetzt und vermitteln gegebenenfalls gerne weiter«, so Koletschka.
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Neues Logo für den PRO

31.01.2015 21:33 Uhr
Zu Beginn des Jubiläumsjahres gibt sich der Präventionsrat Oldenburg (PRO) ein neues Logo. Am Freitag, dem 30. Januar, wurde es der Öffentlichkeit präsentiert.

Das 15-jährige Bestehen des PRO ist dabei willkommener Anlass für den Austausch des Logos, denn gute Gründe dafür gibt es schon länger. »Das bisherige Logo hat viele Menschen wegen der Negativ-Symbolik irritiert«, sagt PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler.

»Ich habe mir überlegt, was den Präventionrat auszeichnet und habe schließlich das Leitbild ›Schau hin! Sag was! Tu was!‹ grafisch umgesetzt und dabei Farben mit passender Symbolik gewählt«, erläutert Henrieke Bogena, Auszubildende zur Mediengestalterin im dritten Lehrjahr. Sie hat das Logo gestaltet und damit einen berufsschulinternen Wettbewerb knapp, aber verdient gewonnen.

Präventionsrat-Vorsitzender Eckhard Wache unterstrich die wichtige Rolle, in die der PRO inzwischen hineingewachsen ist. »Der Präventionsrat Oldenburg ist zu einer Institution in der Stadt geworden, die mit ihrem Netzwerk wichtige Verbindungen zwischen Kommune, Polizei und Bürgern herstellt«.

»Die Gründung eines Präventionsrates war in Oldenburg schwieriger als in anderen Städten«, ergänzt Melanie Blinzler, »dafür ist die Erweiterung der Arbeit hier sehr gut gelungen. Auch die Auffassung, was alles unter den Begriff Prävention fällt, ist erweitert worden.«

Das Jubiläums-Jahr 2015 möchten die Vorstände des Präventionsrates und seines Fördervereins nutzen, um mit vielen Veranstaltungen die Bekanntheit des PRO weiter zu erhöhen. Die meisten davon – wie der Schülerstreitschlichtertag oder der Oldenburger Präventionstag – finden eigentlich jedes Jahr statt, andere, wie eine Lesung im Oktober zum Thema Zivilcourage, sind neu. Das Benefiz-Soccercourt-Turnier wird 2015 zum dritten Mal, aber in neuem Modus ausgetragen.

Gleichzeitig mit dem neuen Logo bekommt der PRO auch einen neu gestalteten Internetauftritt. Einfacher in der Struktur, leicht bedienbar, barrierearm und für mobile Geräte geeignet.
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Präventionsbeauftragte in der Pflege

02.12.2014 19:13 Uhr

Workshop am 9. Oldenburger Präventionstag „Einmischen erwünscht!“ am 26.11.2014

von Edda Hayen

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Referenten: Thomas Gerbert-Jansen (Heimleitung Hansa Forum Ellener Hof Bremen), Elisabeth Lanwer-Eilers (Bereichsleiterin ibs Akademie) und Silvia Paul (QM Beauftragte Hansa Forum Ellener Hof)

Wikipedia schreibt über Pflegeskandale in der Pflege:
Pflegeskandal ist ein Schlagwort, das in den Medienberichten für die Vernachlässigung, Misshandlung oder die wiederholte Verletzung der Berufspflichten von Pflegepersonal und deren administrativer Leitung (PDL) gegenüber Patienten und pflegebedürftigen Personen ebenso wie systematisch herbeigeführte Schädigungen von Patienten in Kliniken, Altenheimen bzw. von Kunden in der ambulanten Pflege benutzt wird. In Schlagzeilen von Zeitungen und Medien wird das Wort nicht einheitlich verwendet. Es kann sich dabei um Einzeltaten oder um einen wiederholt auftretenden gravierenden Mangel in einer Institution handeln. Dabei wird in vielen Artikeln damit gleichzeitig die Vorstellung verbunden, dass die jeweilige Institution nicht alles ihr Mögliche getan hat, um diese massiven Pflegefehler bzw. die Straftaten zu verhindern. Es geht bei diesem Begriff also um das Zusammentreffen von individuellem und kollektivem Fehlverhalten, das in der Öffentlichkeit Zweifel auslöst, ob die pflegerische Einrichtung nicht gerade das Gegenteil der Fürsorglichkeit bewirkt, die von ihr erwartet und von ihr in der Regel auch geleistet wird.

2012, mit dem Vorwurf gegen eine Pflegkraft aus den eigenen Reihen, die eine Demenzkranke, 84jährige Frau gequält und geschlagen haben soll, in die Schlagzeilen geraten, von den Medien verrissen, auf das heftigste verfolgt und beschimpft, wollte die Heimleitung des Hansa Forums Ellener Hof in Bremen, Herr Thomas Gerbert-Jansen etwas unternehmen, um diesen Fälle von Gewaltskandalen in Pflegeeinrichtungen präventiv etwas entgegen zu stellen. In Zusammenarbeit mit Frau Paul, und Frau Lanwer-Eilers entstand eine Weiterbildungsmaßnahme für das Pflegepersonal: die/der Präventionsbeauftragte. Pflegekräfte sollen diese Instanz nutzen, um über Gewaltausübungen von Kollegen/Innen sprechen zu können, aber auch über Übergriffe von Pflegeheimbewohnern gegen Pflegekräfte. Denn auch in diese Richtung müssen wir über Gewalt in der Pflege denken. Auch Angehörige und Bewohner können sich an die/den Präventionsbeauftragten wenden.

Natürlich muss in diesem Zusammenhang darüber gesprochen werden, dass Pflegekräfte überfordert sind und unter mangelnder Unterstützung zu leiden haben. Der Beruf ist gesellschaftlich immer noch nicht anerkannt und bei den Berufswünschen immer noch ganz weit unten angesiedelt.

In der Weiterbildung geht es um folgende Themenschwerpunkte:
  • Pflegewissenschaftlicher Hintergrund: Hintergrund und Ausdrucksformen zur Entstehung von Aggression und Gewalt in Pflegebeziehungen, Präventionsmöglichkeiten, Deeskalationstechniken, Umsetzung Leitlinien freiheitseinschränkenden Maßnahmen (FEM)
  • Kommunikation und Beratung: Einführung in die personenzentrierte Beratung, Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg, Gesprächsführung in kritischen Situationen, Moderation von Fallbesprechungen
  • Ethik/Reflexion: Auseinandersetzung mit eigenen Gewalterfahrungen, Einführung in die ethische Fallbeschreibung, Anleitung zur Durchführung von kollegialen Beratungen, Supervision
  • Rechtlicher Hintergrund: Betreuungsrecht, Umgang mit freiheitseinschränkenden Maßnahmen (FEM), haftungsrechtlichen Fragen, Datenschutz und Verschwiegenheit
  • Organisationswissen/Präventionswissen/Kooperation: Stellung des Präventionsbeauftragten im Betrieb, Kenntnis von Anlaufstellen und Ansprechpartnern, Initiativen, Zusammenarbeit mit Heimbeirat/Angehörigengruppe, Zusammenarbeit mit Leitung und Mitarbeiter-Vertretung
Diese Weiterbildung geht über 80 Stunden Theorie und es sind ebenfalls 80 Stunden Praxisaufgaben eingeplant.

Neben dieser neuen Instanz wurde ein Netzwerk gegründet in denen immer Themen rund um das Thema Gewalt bearbeitet werden. Die Netzwerkmitglieder haben sich einverstanden erklärt mit vorgegebenen Maßnahmen/Vorgaben konform zu gehen. Auch die Transportation nach Außen soll gefördert werden.

Fazit: der Workshop war informativ und wurde von den Referenten offen geführt. Alle Fragen wurden beantwortet. Nichts wurde verschönt. Auch über den Fall der Pflegekraft wurde offen gesprochen und die Betroffenheit der Referenten war deutlich spürbar. Thomas Gerbert-Jansen: “Diese Pflegekraft wurde immer als burschikos beschrieben, aber das sie so weit gegangen war, war für uns unvorstellbar.“ Nach diesem Gewalt-Vorfall wurden intensiv Gespräche mit allen Pflegkräften, den Bewohnern, Heimbeirat und den Angehörigen geführt. Es wurden keine weiteren Gewaltfälle bekannt, aber der allgemeine Umgangston wurde diskutiert. So wird in kleinen Schritten und mit dem achtsamen Umgang miteinander angefangen Schlimmeres in Zukunft zu vermeiden.
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Olip gewöhnt männlichen Tätern die Gewalt ab

02.12.2014 18:49 Uhr

Workshop beim 9. Oldenburger Präventionstag »Einmischen erwünscht!« am 26.11.2014

von Carsten Lienemann

In einem von drei Workshops stellten Elke Kleinhans und Michael Ihnen von »Konfliktschlichtung e. V.« das »Oldenburger Interventionsprojekt« (Olip) vor, ein Unterstützungs- und Beratungsangebot zur Verhaltensänderung für in Partnerschaften gewalttätige Männer. Es läuft seit rund einem Jahr und zeigt nachhaltigen Erfolg.

»Für männliche Täter ist ein anderes Konzept nötig als der Täter-Opfer-Ausgleich«, sagt Elke Kleinhans. Diesen Männern wird in 26 Doppelstunden vermittelt, wie sie ihr Verhalten ändern und Gewalthandlungen vermeiden können. Die Männer kommen entweder aus freien Stücken oder erhalten die Auflage von der Staatsanwaltschaft, am Olip teilzunehmen.

»In jedem Fall aber müssen sie selbst ihr Verhalten ändern wollen«, sagt Michael Ihnen. Ob ein betreffender Kandidat dazu bereit ist, wird in zwei 90-minütigen Eingangsgesprächen intensiv geprüft. »Die Täter müssen dabei unter anderem ihre Gewalthandlungen genau schildern, ein Einsehen muss erkennbar sein«, ergänzt Elke Kleinhans. Anschließend wird ein Vertrag geschlossen, der penibel eingehalten werden muss. Das Sozialtraining ist in Module aufgeteilt, die nicht in einer bestimmten Folge durchlaufen werden müssen. Ein Einstieg oder Wiedereinstieg ist also jederzeit möglich.

Elke Kleinhans und Michael Ihnen versuchen auch, mit den Geschädigten zu sprechen, wenn diese dazu bereit sind, um auch die Opferperspektive mit einbeziehen zu können. Die Hauptarbeit findet aber in der Gruppe statt, immer dienstags zwischen 17 und 19 Uhr. Nach den 26 Doppelstunden haben die Männer in der Regel gelernt, was in ihnen vorgeht, wenn bzw. bevor sie gewalttätig werden, und sie haben auch Alternativhandlungen entwickelt. Dieses positive Ergebnis ist laut einer Studie dauerhaft. Die Männer können nach einer Weile das Gelernte zu Hause anwenden; körperliche Gewalt endet relativ schnell, bei psychischer Gewalt kann es rund ein Jahr dauern.

»Manche Männer bleiben aber auch länger als gefordert, weil sie bestimmte Module wiederholen möchten«, sagt Michael Ihnen. Dass er die Gruppe zusammen mit einer Frau leitet und sie alle Gespräche zusammen führen, hat für den therapeutischen Verlauf einen großen Vorteil. »In reiner Männerrunde kommt es gelegentlich zu ›Verbrüderungsversuchen‹, da muss ich sehr viel mehr argumentieren, um klar zu machen, dass ich auf der anderen Seite stehe.«
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»Mich wundert, dass niemand aufschreit!«

29.11.2014 11:00 Uhr

9. Oldenburger Präventionstag behandelt Gewalt gegen Frauen mit Beeinträchtigung und gegen ältere Menschen

von Carsten Lienemann

Viele Fälle von sexualisierter Gewalt an hoch angesehenen Internaten und in kirchlichen Einrichtungen haben in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit zu Empörung und heftigen Diskussionen geführt. Frauen mit Behinderung erleben deutlich häufiger psychische, körperliche und sexuelle Gewalt in Kindheit und Erwachsenenalter, aber hier empört sich kaum jemand, selbst der Gesetzgeber zögert, entsprechende Handlungen angemessen zu bestrafen.

»Mich wundert, dass da niemand aufschreit«, sagt Martina Puschke von »Weibernetz e. V.«, der politischen Interesssenvertretung behinderter Frauen, in ihrem Vortrag auf dem 9. Oldenburger Präventionstag am 26. November 2014. »Mehr als jede zweite Frau mit Beeinträchtigung ist von sexualisierter Gewalt betroffen, das ist zwei- bis dreimal häufiger als im Bevölkerungsdurchschnitt«, das zeigt eine Studie, die an der Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesministeriums für für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ausgeführt wurde. Auch in sozialen Einrichtungen werden Frauen mit Beeinträchtigung überdurchschnittlich oft Opfer von physischer und extrem häufig von psychischer Gewalt.

Trotz vieler Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten, in diesem Zusammenhang fehle noch vieles: Informationsmaterial in Leichter Sprache etwa, niedrigschwellige, barrierefreie Schutz- und Unterstützungsangebote, Änderungen im Gewaltschutzgesetz, mehr Mitbestimmung und nicht zuletzt staatliche Investitionskostenzuschüsse für bauliche Maßnahmen. Erste Schritte in die richtige Richtung gebe es aber auch: Die UN-Behindertenrechtskonvention, Frauen mit Lernschwierigkeiten als Frauenbeauftragte in Werkstätten, Netzwerke und Runde Tische seien immerhin ein Anfang, aber noch lange nicht genug. »Schutz vor Gewalt ist ein Menschenrecht, keine freiwillige Leistung« so Puschke.

Zuvor hatte Barbara Nägele von »Zoom - Gesellschaft für prospektive Entwicklungen e. V.«, Göttingen über Gewalt gegen ältere Menschen referiert. Sie unterschied dabei zwischen Gewalt in Partnerschaften und solche, die im Rahmen der Pflege auftritt.

Bei Partnerschaften gilt wiederum zu unterscheiden, ob die Gewalthandlungen gegen ältere Frauen erst seit kurzem geschehen oder ob sie schon seit Jahren fortbestehen. Vor allem aber muss die Frage gestellt werden, warum die Frauen trotzdem in der Partnerschaft bleiben. »Gewalterfahrungen im Elternhaus, Kriegs- und Nachkriegserfahrungen spielen eine Rolle«, sagt Nägele. »Das Konzept der Ehe wird als lebenslange Verpflichtung verstanden, zudem wird Gewalt in der Familie als private Angelegenheit angesehenen.« Oft bestehe auch finanzielle Abhängigkeit, oder es fehle die Motivation für einen späten Neustart. »Aber: auch ältere Frauen trennen sich, wenn sie beispielsweise ihr Leben bedroht sehen oder sich über ihre Bedürfnisse klar werden.« Die Instrumente des Gewaltschutzes seien jedenfalls unzureichend, so Nägele.

In der Pflege gibt es Gewalthandlungen sowohl von unzufriedenen oder aggressiven Pflegebedürftigen als auch von Pflegenden. »Überforderung und Unwissenheit oder sind oft die Ursachen, aber natürlich kommen absichtliche Schädigungen vor.

Als präventive Maßnahmen empfiehlt Nägele, auf ein besseres Zusammenwirken verschiedener Akteure und intensivere Kommunikation hinzuwirken. Vorhandene Kompetenzen im Bereich Gewaltschutz müssten besser genutzt werden.

Der 9. Oldenburger Präventionstag hat zwei Gewaltformen betrachtet, die in der Öffentlichkeit fast nicht wahrgenommen werden. Mehr zu den Vorträgen auf der Startseite des Präventionsrates

»Die Schwierigkeiten für ältere Frauen, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen, sind besonders groß. Sichtbare Verletzungen werden häufig auf Alter und Krankheit zurückgeführt und nicht mit Gewalthandlungen in Verbindung gebracht. Frauen mit Behinderungen wird nach wie vor nur selten Glauben geschenkt, wenn sie von Gewalthandlungen berichten. Das Thema ist derart tabu, dass auch Ärzte, Sozialarbeiter undPolizei eher an Unfälle glauben. Ein erster Schritt zur Vernetzung im Sinne der (potentiell) Betroffenen ist gemacht«, lautet das Fazit von Melanie Blinzler, PRO-Geschäftsführerin und Mitarbeiterin im Arbeitskreis »Häusliche Gewalt«. Anja Kröber vom Autonomen Frauenhaus und ebenfalls Mitarbeiterin des AK, ergänzt: »Ich nehme vom heutigen Tag mit, dass wir uns noch mehr vernetzen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen weiter sensibilisieren müssen.«

ganz-oldenburg.de hat an zwei der drei nachmittäglichen Workshops teilgenommen. Berichte dazu folgen in Kürze.
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Schirmherrschaft über den PRO bleibt beim OB

20.11.2014 16:38 Uhr

Mitgliederversammlung des Präventionsrates zieht Jahresbilanz

von Melanie Blinzler und Carsten Lienemann

Auch der neue Oberbürgermeister Jürgen Krogmann wird Schirmherr des Oldenburger Präventionrates (PRO) sein. Das konnte der PRO-Vorsitzende Eckhard Wache der Mitgliederversammlung am Dienstag, 18.11.2014, verkünden.

Der Vorsitzende des PRO hatte weiter Positives zu berichten. So war das laufende Jahr 2014 mit 16 Veranstaltungen, zusätzlich zu den Präventionsprojekten, ein sehr erfolgreiches Jahr. In Kooperation oder in Alleinregie: Die deutlich gestiegene Zahl der Angebote des Präventionsrates entspricht dem wachsenden Engagement für Prävention in Oldenburg. Ob das Soccer-Court-Turnier als Benefizveranstaltung für Präventionsprojekte oder die Lebendige Bibliothek als herausragende Gelegenheit für den Abbau von Vorurteilen: Der Präventionsrat ist mit seinen vielen Angeboten dem im Leitbild selbst gesetzten Auftrag deutlich näher gekommen: Eine ganze Stadt macht Prävention.
Dafür stehen auch die inzwischen zehn Arbeitskreise, kurz vor dem 15jährigen Jubiläum ein historischer Höchststand. Neben den alten Bekannten, die für Sucht- und Gewaltprävention in Oldenburg arbeiten oder die Zivilcourage fördern, stellten sich auch recht junge Arbeitskreise vor, die sich mit den digitalen Medien oder der Häuslichen Gewalt beschäftigen. Der AK Religionen hatte außerdem seinen interreligiösen Kalender im Gepäck, der auf rege Nachfrage stieß. Nach wie vor sind Sportprojekte (z.B. Open Sunday) und kulturelle Bildung (z.B. die Jugendtheatertage) Bestandteil der Präventionsangebote.

Das Jahr ist noch nicht zu Ende und so hatte Eckhard Wache am Ende noch zwei Veranstaltungshinweise: Am kommenden Mittwoch, 26. 11.14, findet im Alten Landtag der 9. Oldenburger Präventionstag unter dem Titel »Einmischen erwünscht« statt. Thema ist die Häusliche Gewalt an älteren Menschen und an Menschen mit Beeinträchtigungen.

Am Mittwoch, den 10.12. 14 gibt das Polizeiorchester ab 19:00 Uhr den guten Ton an. Das Konzert in der Versöhnungskirche, Kranbergstraße 7, ist kostenfrei. Spenden für den Präventionsrat werden erbeten.

Neue Mitglieder und Ehrenamtliche sind jederzeit herzlich willkommen. Bei Interesse an der Unterstützung der Prävention in Oldenburg kann man sich unter 235 3611 an die Geschäftsstelle wenden.
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Häusliche Gewalt macht vor Älteren nicht Halt

13.11.2014 08:17 Uhr

Einmischen erwünscht! - 9. Oldenburger Präventionstag

Der 9. Oldenburger Präventionstag »Einmischen erwünscht!« widmet sich Häuslicher Gewalt. Der Fachtag wendet sich an Professionelle ebenso wie an ehrenamtliche Multiplikatoren und Interessierte. Er findet statt am Mittwoch, den 26.11.2014 von 10:00 bis 17:00 Uhr im Alten Landtag.

Am Vormittag werden zwei Vorträge angeboten. Barbara Nägele vom Zoom-Forschungsinstitut in Göttingen referiert zu »Gewalt gegen ältere Menschen« und Martina Puschke von Weibernetz e.V. in Kassel referiert zu »Gewalt gegen Frauen mit Beeinträchtigungen«.

Am Nachmittag werden drei Präventionsprojekte vorgestellt:
  • das Oldenburger Interventionsprojekt OLIP
  • das Projekt »Frauen-Beauftragte in Einrichtungen«
  • die »Präventionsbeauftragten gegen Gewalt in der Pflege«
Anmeldungen für die Veranstaltung sind möglich im Präventionsrat unter 235 3611 oder praeventionsrat@stadt-oldenburg.de bis zum 06.10.2014. Die Teilnahmegebühr beträgt 20,- €.

Gewalt in der Familie ist »die am weitesten verbreitete Form von Gewalt, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erfährt.« Dieser Befund der Gewaltkommission der Bundesregierung (1990) hat bis heute leider nicht an Gültigkeit verloren. Der 9. Oldenburger Präventionstag bietet Informationen zu zwei Aspekten Häuslicher Gewalt, die deutlich mehr Aufmerksamkeit benötigen, als dies bisher der Fall ist. Häusliche Gewalt gegen ältere Menschen und gegen Frauen mit Beeinträchtigung taucht allenfalls in Extremfällen in den Medien auf, bleibt aber in ihrer Alltäglichkeit ausgeblendet. Da Aufmerksamkeit ein bedeutender präventiver Faktor ist, soll der Fachtag darin unterstützen, diese Gewaltformen sehen und couragiert darauf reagieren zu können: Schau hin! Sag was! Tu was!
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Auch Fouls und Handspiele ließen die Kasse klingeln

02.10.2014 20:43 Uhr

Spendenübergabe an Wildwasser Oldenburg e . V.

von Carsten Lienemann

Sechs Mannschaften hatten sich am 12 Juli 2014 auf den Dobbenwiesen zum zweiten Benefiz-Soccercourt-Turnier des Präventionsrates Oldenburg getroffen. Anlässlich des 25. Geburtstages von Wildwasser Oldenburg sollte der Haupterlös dem Projekt »Chatten - aber sicher?!« zukommen. Jedes Tor, aber auch Fouls, Handspiele, Spielverzögerungen etc. wurden in Geldbeträge umgerechnet. Am Ende stand die stattliche Summe von 6000 Euro, 5000 davon für Wildwasser. »Mir war schon einen Tag vor dem WM-Finale in Rio de Janeiro weltmeisterlich zumute« sagte Kerstin Koletschka von Wildwasser bei der Spendenübergabe am Donnerstag, 2. Oktober. » ›Chatten – aber sicher?!‹ bieten wir ab der 5. Klasse an. Das Projekt hat soziale Netzwerke im Hinblick auf Pädosexuelle und Cybermobbing im Blick und wird ausschließlich aus Spenden finanziert«. Initiator, Mitorganisator und aktiver Mitspieler Bernhard Becker von der comes Unternehmensberatung freute sich, »dass ein Gutteil der Teams aus dem ersten Jahr auch bei der Neuauflage dabei waren.« Das Projekt »Chatten - aber sicher?! sei wichtig und die Unterstützung daher richtig ,so Becker weiter. »Wir müssen dabei über Facebook und Co. Hinaus blicken, die Eingriffe in die Privatsphäre gehen immer weiter.« Auch für das kommende Jahr ist ein Soccer-Court-Turnier geplant, Interesse besteht auch von Seiten der Teilnehmer.
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Wählen und Spenden

20.03.2014 01:00 Uhr

Mitgliederversammlung des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg e.V. tagt im Offis

von Melanie Blinzler

Am Dienstag, 19. März, tagte die Mitgliederversammlung des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg e.V. im Offis. Der dabei neu gewählte Vorstand besteht aus Richard-B. von Busse (1. Vorsitzender, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bremer Landesbank), Bernd Weber (2. Vorsitzender, Geschäftsführer des VW Zentrums), Dr. Bernhard Becker (Kassenwart, comes Unternehmensberatung), Torsten Maus (Schriftführer, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWE NETZ GmbH), Gisela Haseleu (Beisitzerin, Pädagogin an der Helene-Lange-Schule), Annikka Repenning (Beisitzerin, Stabsbereich Vorstand der LzO). Der neu gewählte Vorstand wird sich vor allem für die Gewinnung von Spenden und Mitgliedern einsetzen, um die erfolgreiche Förderung der Oldenburger Präventionsarbeit fortzusetzen. Der erste Erfolg stellte sich dabei schon am selben Abend ein: spontan wurde um Unterstützung für das Projekt Klasse2000 gebeten. In Oldenburg gibt es Klasse2000 an 21 Grundschulen, 149 Klassen nehmen teil. Für sieben Klassen fehlten nun noch jeweils 100,-€ für die Weiterführung von Klasse2000. 350,- Euro kamen am gleichen Abend während der Mitgliederversammlung zusammen.

Auch im zurück liegenden Jahr haben die Mitglieder des Fördervereins einen großen Beitrag zur Prävention in Oldenburg geleistet. 18 Projekte konnten gefördert werden, davon sind 10 langfristige Projekte. Langjährige Projekte sind z.B. die Schulmediation und die Ausbildung von Schülern zu Streitschlichtern. Auch Balu und Du, die Preisverleihung Zivilcourage und weitere Projekte sind so überzeugend, dass sie von PRO und Förderverein weiter unterstützt werden.

Mitglied im Förderverein können Privatpersonen, aber auch Institutionen und Unternehmen werden. Schon ab 25,00 Euro pro Jahr kann eine Privatperson dem Förderverein beitreten. Spenden sind jederzeit herzlich willkommen. Interessierte können sich unter www.praeventionsrat-oldenburg.de über die Möglichkeiten der Mitgliedschaft und des Spendens informieren oder sich unter 0441/2353611 und praeventionsrat@stadt-oldenburg.de an die Geschäftsstelle des PRO wenden.

Nach dem Tätigkeitsbericht des Vorstandes und Einblicken in Projekte des PRO hat Dipl.-Inform. Jochen Meyer das Offis vorgestellt. Besonders spannend wurde es für die Anwesenden bei der Besichtigung der Wohnung, anhand derer das Offis an der Entwicklung der technischen Unterstützung für ältere und kranke Menschen arbeitet. Die Idee der Prävention wird im Offis mit anderen und ebenso bedeutenden Mitteln bearbeitet wie im Förderverein Präventionsrat.
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Hilfe und Schutz bei häuslicher Gewalt

08.03.2014 07:37 Uhr

Informationen anlässlich des Weltfrauentages

von Lara Speckmann und Korbinian Klein

Am 5.2.2014 hatte die Redaktion der Osternburger Nachrichten Besuch von Frau Anja Kröber, sie arbeitet seit 10 Jahren im Frauenhaus. Sie hat uns Fragen zum Thema Häusliche Gewalt beantwortet.

Das Frauenhaus ist ein Verein. Die häufigsten und schlimmsten Probleme im Frauenhaus sind Zwangsverheiratungen und Schläge vom eigenen Partner. Das Haus, in dem die Frauen leben, ist 450 Quadratmeter groß und sie müssen 9 € Miete zahlen. Das Haus steht in einem normalen Stadtteil, die genaue Adresse ist geheim. Die Mitarbeiterinnen haben eine Schweigepflicht und arbeiten im Schichtdienst und nachts im Bereitschaftsdienst. Die größte Arbeit im Frauenhaus ist begleiten , beraten und schützen. Die Arbeiter im Frauenhaus bekommen ihr Gehalt von der Stadt Oldenburg und vom Land Niedersachsen.

Nur in der Stadt Oldenburg gibt es ein Frauenhaus und das nächste Frauenhaus ist in Bremen. 83 Menschen lebten insgesamt im Jahr 2013 im Frauenhaus. Die Frauen die im Frauenhaus leben dürfen gehen wann sie wollen. Selbstverständlich können die Frauen weiter zur Arbeit gehen, aber nur wenn deren Arbeit sicher ist. Die Arbeit ist nur sicher, wenn die Männer nicht wissen, wo die Frauen arbeiten. Die Kinder, die mit im Frauenhaus leben, sind meistens noch klein, darum gehen sie in den Kindergarten oder in die Grundschule. Die Kinder und die Frauen dürfen kein Besuch im Frauenhaus empfangen, da das Frauenhaus geheim bleiben soll.

Es gibt unterschiedliche Arten von Gewalt:
Physische Gewalt ist, wenn man von seinem Partner oder seiner Partnerin lächerlich gemacht wird, schlecht behandelt wird, Tiere und Kindern misshandeln um den Partner oder die Partnerin einzuschüchtern. Wenn der Partner oder die Partnerin einen Kontaktverbot aussagt, so dass das Opfer seine Verwandten oder Freunden nicht mehr besuchen darf.

Finanzielle Gewalt ist, wenn der Partner oder die Partnerin keinen Beruf erlernen darf oder wenn das Opfer sein Wunschberuf nicht zu Ende erlernen darf.

Körperliche Gewalt ist, wenn man geschlagen wird, wenn man mit Gegenständen wirft wenn man tötet, wenn man jemanden mit Waffen bedroht, wenn man gefesselt wird, wenn man gebissen wird , wenn man gewürgt wird oder wenn man Brandwunden zugefügt bekommt.

Sexuelle Gewalt ist, wenn man gezwungen wird Pornos anzuschauen, wenn man vergewaltigt wird oder wenn man zur Prostitution gezwungen wird.


Wie wird geholfen?
Was kann man tun, wenn man selbst häusliche Gewalt erlebt? Mit wem kann man sprechen? Seit dem 01. Januar 2002 gibt es das Gewaltschutzgesetz, was den Schutz vor Gewalttaten, Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennungen regelt. Dieses Gesetzt ermöglicht der Polizei, den Täter für 14 Tage per Platzverweis von der Wohnung fern zu halten. Nach diesem Gesetz kann das Gericht Schutzmaßnahmen für die Opfer erlassen.

Außerdem hat eine Frau die Möglichkeit, mit ihrem Kind für einige Tage oder Wochen in ein örtliches Frauenhaus zu ziehen. Das Frauenhaus stellt sicher, dass die Frau und das Kind an einem geheimen Ort vor den Taten der gewalttätigen Männer geschützt sind. Bevor man sich bei solch einem Frauenhaus meldet, kann man auch erst einmal telefonisch oder in einer online Community Hilfe suchen. Auf diesen Seiten kann man anonym nach Rat in Form einer Frage suchen. Sollte sich dadurch dennoch keine Lösung für das Problem entwickeln, so gibt es auch noch spezielle Nummern, unter denen man bei kritischen Situationen Hilfe bekommen kann.

Wichtige Kontaktadressen:

Polizei 110
Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland 7900
Beratungs. und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BISS) 2353798
Telefonseelsorge 0800-1110111
Nummer gegen Kummer 0800-1110333
www.nummergegenkummer.de
Kinderschutzzentrum Oldenburg
Zentrale/Vertrauensstelle Benjamin
Prävention

17788
4852689
Opferhilfebüro Oldenburg 2204511
2204007
Weißer Ring 01803-343434
www.weisser-ring.de
Außenstelle Oldenburg 36164272
Wildwasser Oldenburg e. V. 16656
www.wildwasser-oldenburg.de
www.gewaltschutz.info
www.kids-hotline.de
www.niceguysengine.de
www.megafrage.net



Lara Speckmann und Korbinian Klein besuchen die Oberschule Osternburg und sind Mitarbeiter der Osternburger Nachrichten.
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»Kann es das denn gewesen sein?«

12.02.2014 22:32 Uhr

INTERNET erfahren statt Gefahren - (Zwischen-)Bilanz nach einem Jahr

von Carsten Lienemann

Ziemlich genau ein Jahr ist die Kampagne »INTERNET erfahren statt Gefahren« gelaufen, passend zum Thema fand am 11. Februar, dem weltweiten Safer Internet Day 2014, die Abschlussveranstaltung statt. Merkwürdigerweise herrschte unter den Anwesenden im Alten Landtag aber eher Aufbruchstimmung. Zwar wurde Bilanz gezogen und einzelne Phasen noch einmal gesondert betrachtet, aber von Beenden war nicht die Rede, im Gegenteil.

Die Präventionsräte im Nordwesten hatten sich auf einzigartige Weise und ohne große Formalitäten zusammengeschlossen, um die erfolgreiche Kampagne zu starten. »Wir konnten Medienkompetenz vermitteln sowie Prävention und Kriminalitätsbekämpfung verbessern«, sagte Polizeipräsident Johann Kühme und dankte allen Beteiligten für ihre effektive Arbeit.

Eckhard Wache, Leiter der Polizeiinspektion Oldenburg/Ammerland und Vorsitzender des Präventionsrates Oldenburg (PRO), zeigte Verständnis für die Sorgen der Eltern. »90 bis 100 Prozent der Jugendlichen im Schulbus sind mit ihren Smartphones beschäftigt.« Angesichts der zahlreichen Warnungen in der Presse frage man sich: »Achten die auch auf alles?« Die Kampagne habe über Gefahren informiert und die Notwendigkeit von Kooperationen über Netzwerke hinaus gezeigt.

»Über die Präventionsräte im Nordwesten hinaus wurden mehr als 80 Kooperationspartner eingebunden und insgesamt deutlich über 100 Einzelveranstaltungen durchgeführt«, berichtete PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler in Vertretung des LPR-Geschäftsführers Erich Marks, der zu seinem großen Bedauern ganz kurzfristig absagen musste. »Kann es das denn gewesen seien?«, fragte Blinzler eher rhetorisch und plädierte damit offen für eine Weiterführung der Kampagne. Sollte die Kampagne nach vier Quartalen unter jeweils eigener Überschrift - Soziale Netzwerke, Handy- und Smartphonenutzung, Computerspiele und Cybermobbing - einfach beendet werden?

Statt trockener Berichte mit vielen Zahlen gab es punktuelle Einblicke in das Kampagnenjahr. Der Sozialpädagoge Moritz Becker von Smiley e. V., der bei einigen Veranstaltungen dieser Kampagne selbst Referent gewesen war, führte Expertengespräche zu jedem Quartalsthema, griff Beispiele und Teilgebiete heraus und zeigte sich auch dieser Aufgabe bestens gewachsen.

Zwischen den Gesprächen zeigte das Junge Staatstheater Oldenburg unter der Leitung von Hanna Puka verschiedene Theater-Improvisationen, die sich lose am Thema Internet orientierten. Wesentlich mehr als einfach nur ein Pausenfüller, sondern sehr originelle und höchst unterhaltsame Improvisationen, die hier leider nicht einmal ansatzweise angemessen beschrieben werden könnten.

Quartal I: Soziale Netzwerke
»Hat sich die Bedeutung des Wortes ›Freundschaft‹ geändert?«, wollte Becker mit Blick auf die zum Teil sehr großen Freundeskreise vieler Facebook-Nutzer von Gundel Döhner wissen. Die Mitarbeiterin des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte Oldenburg verneinte. Die Jugendlichen könnten durchaus zwischen Bekannten, Facebook-Freunden und »echten« Freunden unterscheiden.
»Wir betrachten den Einsatz von Medien als Chance, wir nutzen sie in allen Fächern und beobachten eine erhöhte Motivation bei den Jugendlichen«, so Döhner weiter, die sich eine Fortbildung in Sachen Medienkompetenz für Eltern wünscht. »Bessere Medienkompetenz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, aber leider erreichen wir oft gerade die Eltern nicht, denen es an Erziehungskompetenz fehlt.«

Quartal II: Handy- und Smartphone-Nutzung
Dass viele Jugendliche ohne ihr Smartphone kaum noch auskommen, sieht Sebastian Nitsch von der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch nicht als problematisch an, solange sie noch Tätikeiten außerhalb der so genannten Neuen Medien wahrnehmen. »Pauschale Verbote sind keine Lösung. Besser sind sinnvolle Begrenzungen, und wir müssen ran an den Sachverhalt«, sagte Nitsch. Die Jugendlichen müssten über die Strafbarkeit von Beleidigungen und die Weitergabe von Fotos ohne Einwilligung der abgebildeten Personen unterrichtet werden, aber »nicht jeder Fall von Beleidigung muss über die Polizei laufen, solange die Beteiligten oder auch die Schule das Problem selbst klären können«, so Nitsch. Wenn es doch nötig sei, hätten alle Schulen Ansprechpartner bei der Polizei.

Quartal III: Computerspiele
Jan Krienke, Jugendschutzsachverständiger und Prüfer der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) empfahl den Erziehungsberechtigten, Eltern-LAN-Veranstaltungen zu besuchen. »Auf LAN-Partys lernen Sie nicht nur, was Jugendliche beschäftigt, sondern auch etwas über sich selbst. Wenn Sie mit ihren Kindern über Computerspiele sprechen wollen, sollten Sie Ahnung davon haben.«
Von der USK werden meist nur Spiele beurteilt, die auf einem Datenträger verbreitet werden, reine Download-Spiele unterliegen nicht dieser Kontrolle. Ohnehin liegt der Reiz ja im Verbotenem, darum: »Tabus bringen meist nichts. Am besten betrachtet man die Spiele gemeinsam und redet darüber, auch über die Faszination«, so Krienke.

Quartal IV: Cybermobbing
Ebenso wie die Nutzung von Internet und Smartphones scheint auch das Mobbing ständig zuzunehmen. »Wir sagen in unserem Präventionspaket ›Chatten - aber sicher?!‹ immer wieder: Sicher ist im Internet gar nichts. Hier gilt wie sonst auch: Erst denken, dann schreiben«, sagte Kerstin Koletschka von Wildwasser Oldenburg. Aber auch Datensparsamkeit sei gefragt, je weniger Angriffsfläche, desto besser.
»Wir müssen aber auch die Empathiefähigkeit schulen. Anders als bei einer direkten Konfrontation gibt es bei Cybermobbing keine Rückmeldung, ich kann nicht erkennen, wie etwas bei der anderen Person ankommt«, so Koletschka. Ein dritter Punkt: Die Eltern sollten angemessen reagieren, sowohl bei allzu lockerem Umgang mit eigenen Fotos und Daten als auch bei Mobbing gegen das eigene Kind: »Überreaktionen lassen eine Situation oft eskalieren, zu heftige Vorwürfe verschließen Türen, statt eine Aufarbeitung zu ermöglichen.«


Als Fazit für diesen Abend hatte Moderator Moritz Becker vier Überschriften auf seinem Zettel:

Weniger vorschreiben, mehr reden
Ob es 500 Facebook-Freunde und 10 Kontakte sind oder umgekehrt, ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass Eltern, Schulen und sonstige Erzieher im Gespräch mit Jugendlichen bleiben. Verbote helfen nichts, damit verschließt man nur die Türen.

Nicht alles neu erfinden
Fast alles, was es in der realen Welt gibt, finden wir auch im Internet. Umgangsformen und Verhaltensregeln gelten hier wie dort.

Couragiert sein
Diese Kampagne ist bundesweit einzigartig, die Form der Zusammenschlusses und die Vielfalt der Angebote zeichnet sie aus.

Chancen sehen
Niemand will das Internet abschaffen, mit Verboten lässt es sich nicht eindämmen. Die Kampagne ist auf einem guten Weg.

Und damit ist eigentlich auch klar, dass es weiter geht. Oder?

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Eltern wollen sich ein besseres Bild machen

26.01.2014 18:59 Uhr

Eltern-LAN-Veranstaltung im Rahmen der Kampagne »Internet erfahren statt Gefahren«

von Carsten Lienemann

Auch wenn die Veranstaltung den Titel »Eltern-LAN« trug, das eigentliche Spielen stand diesmal nicht im Vordergrund. Weniger als ein Drittel der insgesamt dreieinhalb Stunden waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst aktiv. Die übrige Zeit beanspruchten medienpädagogische Einführung, Erfahrungsaustausch und Nachbesprechung. Trotzdem waren alle sehr zufrieden und dankten den drei Referenten Benjamin Götz, Tim Clemens und Philipp Dubberke von der Bundeszentrale für politische Bildung sowie der Spielerin (!) Sarah Ockwell für die wertvollen Einblicke und Hinweise, die sie an diesem 24. Januar erhalten hatten.

Im Rahmen der Kampagne »Internet erfahren statt Gefahren« der regionalen Präventionsräte hatte der Präventionsrat Oldenburg in die Polizeidirektion, Theodor-Tantzen-Platz 8, geladen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten beurteilen können, »was da passiert«, wollten mit ihren Kindern über Mediennutzung und Spielverhalten besser sprechen können und natürlich wissen, ab wann die Gefahr exzessiven Spielens besteht.

Nach einem Überblick über Spielegenres, ihre Verbreitung, Altersbeschränkungen und Umsätze folgte der praktische Teil mit zwei Spielen, zunächst Trackmania Nations begann, für diesen Zweck auf ein recht einfaches Autorennspiel beschränkt, das über die Computertastatur zu steuern ist. Anschließend gaben die Referenten eine mehrstufige Einweisung in Counter Strike, einem inzwischen rund 15 Jahre alten Ego-Shooter, der zeitweise als Synonym für jugendgefährdende Computerspiele durch die Medien ging. Die Teilnehmer lernten nacheinander, sich zu bewegen, zu orientieren und miteinander zu agieren, bevor sie in zwei Teams ein paar Runden gegeneinander spielten.

Das war es dann auch schon. Dennoch hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begonnen, die Faszination zu erkennen - und waren damit schon mitten in der Reflexion. Computerspieler erleben unmittelbar schnelle Erfolge ebenso wie Misserfolge, können in Rollen schlüpfen, immer wieder neu anfangen, in fremde Welten eintauchen, bei Online-Spielen Kontakte und Freundschaften über große Entfernungen pflegen und Spaß haben.

Exzessives Spielen - das Krankheitsbild »Spielsucht« gibt es offiziell nicht - liegt erst dann vor, wenn über mehrere Monate eine Reihe von Kriterien gleichzeitig erfüllt sind, darunter Kontrollverlust, Entzugserscheinungen, Vernachlässigung von Verpflichtungen. »Der Auslöser kommt dabei in aller Regel aus der so genannten realen Welt«, so Benjamin Götz. Allerdings spielten nur rund 1% der Spielenden exzessiv.

Um dem vorzubeugen, sollten Eltern ihren Kindern vertrauen und sie unterstützten, wenn sie Hilfe brauchen. »Sie haben keine Chance, technisch mit ihren Kindern mitzuhalten. Gerade darum sollten Sie mit ihnen in Kontakt bleiben und ihnen versichern, dass sie zu Ihnen kommen können, wenn ihnen etwas unsympathisch ist.« Die Eltern sollten aber auch, am besten mit den Kindern zusammen, klare Regeln für die Nutzung von Medien aufstellen, die auch Sanktionen bei Nichteinhaltung umfassen. »Lassen Sie sich dabei ruhig Vorschläge machen, Kinder denken sich für sich selbst oft viel konsequentere Strafen aus, als Eltern sie ihnen zumuten würden.«

Eine solche Veranstaltung kann entweder mehrere ausgewählte Spiele vorstellen, dann aber nur kurz anreißen, oder aber ganz wenige Spiele ein klein wenig ausführlicher zeigen. Die Bundeszentrale für politische Bildung bevorzugt offenbar den zweiten Weg und lag damit zumindest beim Teilnehmerkreis dieses Tages richtig. Entscheidend war hier die Beschäftigung mit Computerspielen im »geschützten Raum«, sprich: ohne Kinder in der Nähe.

Spürbare Erleichterung brachte auch die Information, dass Götz, Clemens und Dubberke selbst Spieler waren bzw. sind und trotzdem erfolgreich im Berufsleben stehen, ebenso wie Sarah Ockwell, deren Eltern ihrer Aussage nach zeitweise auch durchaus besorgt waren.

Sicher kann es aber nicht schaden, weitere LAN-Partys und Vorträge zu besuchen oder sich anderweitig Informationen zu besorgen. Vor allem aber müssen Eltern sich mit ihren Kindern beschäftigen, ihnen Alternativen zeigen und Vorbilder sein - nicht erst, seit es Computer gibt.


Die Eltern-LAN ist ein gemeinsames Projekt von Turtle Entertainment (dem Veranstalter der Electronic Sports League), spielbar.de (dem interaktiven Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Computerspiele), dem Spieleratgeber-NRW des Vereins ComputerProjekt Köln e.V. und von Spielraum (dem Institut zur Förderung von Medienkompetenz an der Fachhochschule Köln), mit freundlicher Unterstützung von BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

Weitere Infomationen:
JIM-Studie zur Mediennutzung Jugendlicher
klicksafe.de:
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»Die Kinder kriegen es immer mit«

21.11.2013 14:10 Uhr

Wenn Mädchen und Jungen Zeugen häuslicher Gewalt werden

von Carsten Lienemann

Groß war das Interesse und der Saal fast zu klein: Für den 20. November 2013 hatte der Arbeitskreis »Häusliche Gewalt« im Präventionsrat Oldenburg, der in diesem Jahr gegründet wurde, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter und Jugendhilfe, von Beratungsstellen, Familiengerichten, Frauenhäusern etc. zu einem Fachgespräch geladen. Unter dem Titel »Mädchen und Jungen als Zeugen häuslicher Gewalt« fand nach dem einführenden Referat von Andrea Buskotte (Landespräventionsrat Niedersachsen) eine lebhafte Diskussion statt.

»Der Arbeitskreis möchte kein Netzwerk der Hilfsinstitutionen aufbauen, denn das gibt es in Oldenburg schon. Vielmehr soll durch Information und Kampagnen immer mehr Menschen sensibilisiert und aufgefordert werden, etwas gegen Gewalt im häuslichen Bereich zu unternehmen«, sagte Kornelia Ehrhard vom Frauenbüro Oldenburg, eine der vier Arbeitskreis-Mitarbeiterinnen, zur Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

»Häusliche Gewalt ist weiter verbreitet, als uns die Daten aus dem Hellfeld sagen können, und sie wird nach wie vor selten wahrgenommen«, sagte Andrea Buskotte in ihrem Eingangsvortrag. Kinder als Zeugen seien nicht weniger belastet als die Opfer der Gewalt, wie diese fühlten sie sich allein, seien sie oft isoliert und fänden nur schwer einen Zugang zum Hilfesystem. Die Vorstellungen der Mütter und der Kinder, wie denn eine Lösung aussehen könnte, seien durchaus unterschiedlich und außerdem ambivalent, und die Herausforderung für die mit solchen Fällen beschäftigten Einrichtungen bestehe in der angemessenen Berücksichtigung aller Bedürfnisse.

»Kinder, die lediglich Zeugen häuslicher Gewalt sind, zeigen internationalen Studien zufolge ähnlich schwere Belastungen wie Kinder von Suchtkranken oder direkt misshandelte Kinder.« Befragungen von Kindern zeigten, »dass alle es mitkriegen«, wenn es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen ihren wichtigsten Bezugspersonen gebe. Den Kindern und Jugendlichen falle es aber oft schwer, sich jemandem anzuvertrauen. Befragungen von Schulklassen ergaben, dass nur vier von zehn Kindern der Ansicht seien, man müsse mit jemandem darüber sprechen, am wenigsten mit Lehrerinnen und Lehrern, »weil sie Noten geben und besser nicht wissen sollten, dass es zuhause drunter und drüber geht«. Am ehesten würden sie sich Gleichaltrigen gegenüber öffnen, aber eigentlich »redet man nicht darüber«. Dieses Tabu »aufzuweichen und bei jeder Gelegenheit zu unterlaufen, gehört ganz wesentlich zur Präventionsarbeit«, so Buskotte.

Gewalterfahrungen in der Jugend sind überdies ein Risikofaktor für mehr Gewalterfahrungen im späteren Leben, und sie erhöhen die Akzeptanz von Gewalt als scheinbare Lösung für Probleme.

Die anschließende Diskussion zeigte, dass die anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwar durchaus die Angebote anderer Hilfseinrichtungen, aber nicht das komplette Netzwerk kannten. Unsicherheiten bestehen noch, wenn es darum geht, welche Schritte in einem konkreten Fall gegangen werden können. Auch dass es bei fast allen Einrichtungen die Möglichkeit anonymer Beratung gibt, war nicht allen Anwesenden bekannt. Ein Beratungsmarkt, wie ihn beispielsweise die BBS Wechloy einmal jährlich veranstaltet, könnte hier Vorbild sein, vielleicht auch an zentralem Ort und offen für alle.

Denn auch der Schlussappell aus der Versammlung an alle Menschen, mehr Zivilcourage zu zeigen und häusliche Gewalt in der Nachbarschaft nicht einfach hinzunehmen, ist sicher richtig. Aufmerksamkeit und die Bereitschaft dazu ist eine notwendige Voraussetzung, aber sie ist nicht hinreichend, wenn Kenntnisse über Anzeichen bei Opfern und Zeugen über Hämatome und lautstarke Auseinandersetzungen nicht hinausgehen. Eine der nächsten Veranstaltungen des Arbeitskreises »Häusliche Gewalt« könnte versuchen, der Allgemeinheit entsprechendes Hintergrundwissen zu vermitteln.
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PRO stellt Arbeitskreis »Häusliche Gewalt« vor

15.11.2013 07:02 Uhr
PRO stellt Arbeitskreis »Häusliche Gewalt« vor Häusliche Gewalt gehörte schon immer zu den Kernthemen des Präventionsrates Oldenburg, wie man an Leitbild (Eine ganze Stadt macht Prävention) und Leitidee (Schau hin! Sag was! Tu was!) des PRO erkennen kann. Einen eigenen Arbeitskreis gibt es aber erst seit diesem Jahr. Im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (jährlich am 25. November) wurde er jetzt vorgestellt.

»Der Arbeitskreis soll vor allem Öffentlichkeitsarbeit leisten« gab PRO-Geschäftsführerin Melanie Blinzler zur Begründung an. »Häusliche Gewalt wurde bisher meist punktuell behandelt, wir möchten unterschiedliche Angebote für verschiedene Zielgruppen erstellen.« Die Ächtung der Gewalt sei da, aber die Reaktionen seien anders als bei Gewalt im öffentlichen Bereich. Hier gelte es, weiter zu enttabuisieren. Menschen müssten aufmerksam für Gewalt in ihrer Umgebung sein, ohne dabei die Nachbarn zu überwachen. »Das ist ein sensibles Thema. Ansprechpartner und Kontaktadressen müssen bekannt gemacht werden, an die man sich wenden kann, wenn man häusliche Gewalt beobachtet hat. Auch Ärzte brauchen Adressen, an die sie sich wenden können, ohne in jedem Einzelfall eine Kette von Folgeaktionen auszulösen.«

»27 % aller Frauen sind Opfer häuslicher Gewalt, unabhängig von Einkommen oder Gesellschaftsschicht«, sagt Anja Kröber vom Autonomen Frauenhaus. »Der Arbeitskreis hat zwei Schwerpunkte, die Vernetzung mit dem Gesundheitswesen und die Verhinderung der so genannten transgenerative Vermittlung von Gewalt: Wer als Kind Opfer oder Zeuge häuslicher Gewalt wurde, ist als Erwachsener nicht selten Täter.«

Warnzeichen, die man kennen sollte, nannte Allgemeinmedizinerin Dr. Meike Nold stellvertretend für ihre Zunft. »Folgen häuslicher Gewalt kommen Folgen von Folter gleich: Traumata, Süchte, aber auch körperliche wie psychische Störungen und Symptome treten auf«. Die Ärztin oder der Arzt müsse intensiv untersuchen, den Sachverhalt behutsam ansprechen und gegebenenfalls an Beratungsstellen, Kliniken, Frauenhäuser etc. verweisen. »Außerdem gibt es in Oldenburg - und bundesweit nur in Oldenburg - eine Ambulanz in der Kinderklinik.«


Wichtige Kontaktadressen:

Polizei 110
Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland 7900
Beratungs. und Interventionsstelle gegen häsliche Gewalt (BISS) 2353798
Telefonseelsorge 0800-1110111
Nummer gegen Kummer 0800-1110333
www.nummergegenkummer.de  
Kinderschutzzentrum Oldenburg
Zentrale/Vertrauensstelle Benjamin
Prävention

17788
4852689
Opferhilfebüro Oldenburg 2204511
2204007
Weißer Ring 01803-343434
www.weisser-ring.de  
Außenstelle Oldenburg 36164272
Wildwasser Oldenburg e. V. 16656
www.wildwasser-oldenburg.de  
www.gewaltschutz.de  
www.kids-hotline.de  
www.niceguysengine.de  
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Wach-Ablösung im Präventionsrat

14.11.2013 07:07 Uhr

Gerd Koop gibt den Vorsitz an Eckhard Wache weiter

von Carsten Lienemann

Die Mitgliederversammlung des Oldenburger Präventionsrates am Dienstag, 12.11.2013, stand ganz im Zeichen der wohl bemerkenswertesten personellen Veränderung in der 15-jährigen Geschichte des PRO. Nach 13 Jahren tritt der Vorsitzende Gerd Koop aus wohlüberlegten Gründen zurück.

Oberbürgermeister Gerd Schwandner und der (kommissarische) Vorsitzende des PRO-Fördervereins, Richard-B. von Busse, dankten Koop für sein Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz.

»Der Präventionsrat, das ist Gerd Koop«, so schilderte Nachfolger Eckhard Wache seinen ersten Eindruck vom PRO, den er allerdings revidierte, als er tiefer in die Materie einstieg. In der Tat ist diese Gleichzusetzung nicht zutreffend, aber ist der Präventionsrat ohne Koop denkbar? Immerhin hat er dem Rat lange Jahre vorgestanden und viele Menschen auf seine unnachahmlich-begeisterte Art für die Mitarbeit gewonnen. Er hat viele Dinge angeschoben und viele große und kleinere Beiträge geleistet, so dass der Präventionsrat Oldenburg wachsen und anderen Präventionsräten zum Vorbild werden konnte. Das Leitbild »Eine ganze Stadt macht Prävention« und die Leitidee »Schau hin! Sag was! Tu was!« hat er nicht nur mit formuliert, sondern auch maßgeblich mit umgesetzt.

Zurecht blickt er mit Stolz auf seine Bilanz. Andererseits sind ihm Ziele zu wichtig, um eine One-Man-Show abzuziehen. »Wichtig ist ein breit aufgestelltes Netzwerk«, ist Koop überzeugt. Von Anfang an hat er daran gearbeitet, dass der PRO nicht von bestimmten Einzelpersonen abhängig ist. Auch für die Unterstützung der Stadt hat er erfolgreich geworben, dafür gesorgt, dass der Oberbürgermeister qua Amt Schirmherr des PRO ist und den amtierenden OB Schwandner überzeugt, dass Präventionsarbeit der Stadt viel Geld spart und deswegen finanziell unterstützt werden sollte. »Seitdem haben wir eine Geschäftsstelle und eine hauptamtliche Leiterin. Rein ehrenamtlich war die Arbeit nicht mehr zu leisten«, sagt Koop, der keine Gelegenheit auslässt, auf die Verdienste seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verweisen.

Als Gründe für den Rücktritt gibt Koop sein nicht mehr ganz jugendliches Alter (»ich bin fast 62, noch bin ich gesund und kann eine vernüftige Übergabe gewährleisten«) und zusätzliche berufliche Anforderungen an. Seinen Nachfolger hat Koop natürlich selbst ausgesucht. »Als Präventionsratsvorsitzender braucht man Netzwerke, man muss immer wieder seine hauptberuflichen Verbindungen auch im Ehrenamt nutzen. Eckhard Wache muss als neuer Leiter der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland in seinem Bereich sowieso gerade Aufbauarbeit leisten. Überdies ist er für Kriminalprävention verantwortlich und kann das mit der Arbeit für den PRO verbinden. Persönlich schätze ich an ihm seine Kommunikationsfähigkeit, er ist zielorientiert, sehr klug, hat ein ganz großes Herz und ist ein Netzwerkspieler.«

Natürlich wird Koop weiterhin dem PRO angehören, und es ist schwer vorstellbar, dass er dabei in der Anonymität verschwindet. Denn bei aller zweifellos verhandener Teamfähigkeit, Koop ist sicher nicht der Mann, der sich in den hinteren Reihen versteckt.

Der von der Versammlung bei eigener Enthaltung einstimmig als neuer Vorsitzender bestätigte Eckhard Wache findet, wie er selbst sagt, dank der Begeisterungsfähigkeit Gerd Koops »ein gemachtes Nest vor«, in dem er sich aber keinesfalls ausruhen wolle. »Ich möchte zunächst die Arbeiskreise und Projekte kennen lernen, den vorhandenen Schwung nutzen und Fahrt aufnehmen.« Baustellen sehe er im Moment nicht, der PRO sei sehr gut aufgestellt, so Wache weiter. »Versprechen kann ich aber, dass die Polizei sich noch mehr einbringen wird.«

Die Erwartungshaltung ist hoch, Eckhard Wache hat viel Vorschusslorbeeren bekommen. Seine ersten Schritte lassen vermuten, dass er sie sich verdienen wird.
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Preise für Zivilcourage 2013 vergeben

01.11.2013 06:28 Uhr
von Carsten Lienemann

Am Mittwoch, 30. Oktober, wurden in der Exerzierhalle die vom Präventionsrat Oldenburg (PRO) und der Nordwest-Zeitung ausgelobten Preise für Zivilcourage vergeben. Unter der Leitidee des PRO »Schau hin! Sag was! Tu was!« wurden insgesamt 23 Personen für ihre Aufmerksamkeit und ihr beherztes spontanes Handeln ausgezeichnet - zum Vorbild für die Gesellschaft und stellvertretend für viele, die anderen Menschen in ihrer Umgebung Hilfe und Unterstützung zukommen lassen.

Den ersten Preis teilten sich Olaf Hansen und Niels Beutelstahl, die unabhängig voneinander zwei Autofahrern, die mit ihren Fahrzeugen in die winterlich-kalte Haaren gestürzt waren, das Leben gerettet hatten. Beutelstahl gab noch während der Zeremonie an, das Preisgeld von 750 Euro dem Projekt »Flugkraft - Fotoprojekt gegen Kinderkrebs« zur Verfügung stellen zu wollen.

Der dritte Preis ging an Petra Collin und Ingrid Emken, die einen Rentner aus ihrer Nachbarschaft aus einem brennenden Haus gerettet hatten.

Die Jurymitglieder Silke Meyn, Erste Stadträtin, Polizeipräsident Johann Kühme, NWZ-Chefredakteur Rolf Seelheim und EWE-Netz-Geschäftsführer Torsten Maus stellten alle ausgezeichneten Fälle vor, darunter neben spektakulären Rettungsaktionen auch verhinderte Einbrüche und Diebstähle, Hilfe für Betrugsopfer, Nachbarschaftshilfe.

»Der Staat lebt von aufmerksamen Menschen, von ihrem Beitrag für die Gemeinschaft, von sichtbaren Beispielen« sagte Torsten Maus in seiner Laudatio. Diese Menschen setzten oft ihr Leben ein, was nicht immer bedeute, dass sie ihr Leben riskierten, es könne auch heißen, dass sie ihr Leben einer besonderen Sache widmen.

»Alle heute vorgestellten Fälle sind beispielhaft, eine Reihen- oder Rangfolge ist eigentlich irrelevant, es denkt ja auch niemand im entscheidenden Moment an einen möglichen Preis«, so Maus weiter.

Auch die anderen Redner, vom scheidenden Präventionsratsvorsitzenden und Leiter der Justizvollzugsanstalt Gerd Koop über Silke Meyn und Rolf Seelheim bis zu Johann Kühme, hoben die besondere Bedeutung der Zivilcourage hervor und dankten allen Preisträgern für ihr Handeln.

Musikalisch eingerahmt wurde die Veranstaltung von Nikolas Nägele (Klavier) und Anne Fuchs (Sopran). Die Preisverleihung wurde finanziell unterstützt aus dem Hilfsfonds der Restcent-Spendenaktion von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der EWE.

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Einklang ist noch weit entfernt

04.09.2013 14:08 Uhr

Der 8. Oldenburger Präventionstag beschäftigte sich mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

von Carsten Lienemann

»Was hat denn das mit Prävention zu tun?« Diese Frage wurde Ulrike Heinrich, stellvertretende Vorsitzende des Präventionsrates, mehrfach gestellt. Die Antwort, die sie zur Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gab, war zweiteilig: Erstens gehe es um das Wohlergehen und die Zukunft von Menschen, von Familien, von Kindern, und das sei ein Kernthema des Präventionsrates; zweitens stehe der PRO für Netzwerkarbeit, in diesem Fall die Zusammenführung derjenigen, die mit Familienbelangen zu tun haben. Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, dass es im PRO eine Arbeitsgruppe »Kinder und Familie« gibt, die diesen achten Oldenburger Präventionstag organisiert hat.

Gerd Schwandner, Oberbürgermeister und damit automatisch Schirmherr des Präventionsrates, bezeichnete es in seinem Grußwort als »gesellschaftliche Aufgabe und gleichzeitig ein Stück Kriminalprävention, dafür zu sorgen, dass Kinder behütet aufwachsen«. Oldenburg sei da schon ein Stück weiter als viele andere deutsche Städte, so Schwandner.

Aber auch in Oldenburg ist nicht alles positiv, das wurde gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich. »Was brauchen Sie, damit es in Beruf und Familie gut läuft?« hatte die Arbeitsgruppe »Kinder und Familie« im zugehörigen Faltblatt gefragt. Eine Zusammenfassung der rund 100 erhaltenen Antworten auf Schautafeln auf dem Weg in den Hüppe-Saal des Stadtmuseums zu lesen.

Die Bandbreite des Themas wurde im Vortrag der »wellcome«-Gründerin Rose Volz-Schmidt deutlich. Unterschiedliche Vorstellungen und unzureichenden Absprachen der Lebenspartner, mangelnde Akzeptanz bei Arbeitgebern, aber auch im Bekanntenkreis und nicht zuletzt die schlichte Notwendigkeit, die Kinder in die Krippe oder zur Tagesmutter geben und arbeiten zu müssen, weil sonst das Geld nicht reicht, das waren in etwa die Eckpunkte des Vortrags:

»Wenn Frauen bald nach der Geburt eines Kindes wieder arbeiten gingen, wurden sie vor nicht allzu langer Zeit noch als Rabenmütter bezeichnet. Heute werden die schief angesehen, die sich gegen den Beruf und für häusliche Kinderbetreuung entscheiden. Aber beides sind persönliche Entscheidungen, die man respektieren muss.«

»Weniger Kinder bedeutet weniger Eltern und auch weniger natürliche Netzwerke.« Nur noch 1% der Menschen in Deutschland leben in 3-Generationen-Haushalten, so Volz-Schmidt. Neue, oft teure Netzwerke müssten Ersatz leisten.

»Berufstätige Eltern sind oft nicht in der Lage, miteinander und mit dem Arbeitgeber angemessen zu kommunizieren. Darüber hinaus trauen sie ihren Kindern oft zu wenig Selbständigkeit zu.«

Volz-Schmidt appellierte
  • an die Eltern, die Wahlmöglichkeiten (sofern vorhanden) anzunehmen, den Wiedereinstieg in den Beruf detailliert zu planen und Hilfen anzunehmen

  • an Arbeitgeber, Vorurteile abzubauen und Eltern flexibel einzusetzen: »Familienfreundlichkeit ist ein entscheidender Faktor, wenn in Zeiten des Fachkräftemangels das Personal gehalten werden soll.«,

  • an die Gesellschaft, sich besser auf Eltern und Familien einzustellen, z. B. mit Feierabend- und Wochenendangeboten,

  • an die Politik, die Förderung konsequent umzustellen von teuren Notfallmaßnahmen auf ganz normale Alltagsangebote.

Die folgende Diskussionsrunde blieb lange Zeit im buchstäblichen Sinne akademisch, zumal Privatdozent Dr. Joseph Rieforth gelegentlich darüber hinweg sah, dass er als Moderator und nicht als Vortragender auf dem (leider ebenerdigen) Podium saß. Er philosophierte über Mittel und Wege, um für mehr Akzeptanz für das sich ändernde Familienbild zu sorgen. Wenn er dann doch mal eine Frage stellte, dann waren sich seine Gesprächspartner weitgehend einig. Werner zu Jeddeloh (BÜFA GmbH & Co. KG), Dirk Heitkötter (Arbeitgeberverband Oldenburg e. V.) und Antje Wagner (IG Metall) äußerten übereinstimmend, dass Arbeitgeber heute auf Ansprüche der Eltern eingehen müssen, wenn sie ihre qualifizierten Mitarbeiter halten wollen. Wagner ergänzte lediglich, dass die Rückkehrregelungen noch nicht ausreichend seien und dass es mehr feste, stabile Arbeitsverhältnisse brauche. Michael Ackermann (Stadtelternrat der Kindertagesstätten), Elfie Finke-Bracker (Amt für Jugend, Familie und Schulen) und Hannelore Kleemiß (Verein für Kinder e. V.) wiesen darauf hin, dass das natürliche Wissen um Kindererziehung nicht mehr da sei und dass ihre Organisationen die Eltern unterstützen und stärken wollen, was nicht ohne finanzielle Unterstützung seitens der Politik möglich sei.

Wortmeldungen im Publikum blieben unberücksichtigt, bis Kornelia Ehrhardt, Gleichstellungsbeauftragte im Frauenbüro der Stadt Oldenburg, aufstand und die abgehobene Diskussion auf den Boden zurückholte. »Wenn immer weniger Kinder geboren werden, dann stellen sich diese Fragen doch gar nicht mehr«, so Ehrhardt. Die Frage sei doch vielmehr, wie man diesem Trend entgegen wirken könne.

Weitere Anmerkungen und Fragen aus dem Publikum folgten, und schnell wurde klar, dass viele Teilnehmerinnen Antworten und Lösungsvorschläge für ganz akute Probleme wie Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeiten, Zeit- und Geldmangel erwartet hatten. Werner zu Jeddeloh ermunterte die Eltern, selbstbewusst und offen mit den Arbeitgebern zu sprechen, Antje Wagner forderte, dass die Kernbelegschaften in den Betrieben wieder größer werden müssten.

Es gab aber auch Lob und Anerkennung, weil sowohl Vortrag wie auch Diskussion die Vereinbarkeit und nicht die Anpassung von Familie an den Beruf thematisierten.

Sicher ist das Themenfeld Famile und Beruf zu komplex, um es in nur drei Stunden zu bewältigen. Vielleicht hätten verschiedene Workshops, wie es sie auf früheren Präventionstagen schon gegeben hat, einzelne Bereiche besser beleuchten können. Andererseits besteht die Aufgabe des Präventionsrates nicht darin, Arbeitsmarktprobleme zu lösen, sondern darin, die Gesellschaft auf Missstände aufmerksam zu machen, Netzwerkpartner zusammenzubringen und vielleicht auch Lösungen vorzuschlagen. Die Diskussionen dazu sind jedenfalls gestartet worden.
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Familienleben und Beruf in Einklang bringen

22.08.2013 12:40 Uhr

8. Oldenburger Präventionstag am 03.09.2013

Es gibt noch freie Plätze - Anmeldeschluss verlängert bis zum 30.08.2013

Rose Volz-Schmidt, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes aufgrund ihres Engagements für „Wellcome - für das Abenteuer Familie“, wird auf dem 8. Oldenburger Präventionstag am 03.09.2013 referieren. Die Veranstaltung findet von 15:00 bis 18:00 Uhr im Stadtmuseum, Hüppe-Saal, statt.

Dass es gelungen ist, mit Frau Volz-Schmidt eine hochkarätige Referentin zum Thema „Familie und Beruf in Einklang bringen“ nach Oldenburg zu holen, freut den PRO ganz besonders. Damit wird eine Grundlage geliefert für das anschließende Gespräch, an dem beteiligt sind:
Werner zu Jeddeloh von der BÜFA GmbH & Co KG, Dirk Heitkötter vom Arbeitgeberverband, Antje Wagner von der IG Metall, Hannelore Kleemiß vom Verein für Kinder e. V., Dr. Frank Lammerding, Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Schule und Michael Ackermann aus dem Stadtelternrat der Kindertagesstätten.

Mit dem Präventionstag soll die Sensibilität für die Belange von Familien gestärkt werden. Im Gespräch werden Ideen und Herausforderungen diskutiert.

Der Präventionstag wendet sich an berufstätige Eltern, Alleinerziehende, Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, Unternehmen und Arbeitgeber. Der AK Familie und Kinder des PRO hat den Präventionstag vorbereitet vor dem Hintergrund eines zunehmenden Drucks, der auf Familien lastet, weil Betreuungsmöglichkeiten und Arbeitszeiten oftmals nicht aufeinander abgestimmt sind. Besonders die Ferienzeiten machen vielen Arbeitnehmer/inne/n zu schaffen. Das Wohlergehen von Familien ist für die gesamte Gesellschaft relevant. Das gesunde Aufwachsen von Kindern beinhaltet Eltern, die sich um sie kümmern können und eine pädagogische Betreuung, die zuverlässig und von hoher Qualität ist. Um dies zu erreichen, müssen die Verantwortlichen aus den unterschiedlichen Zusammenhängen miteinander ins Gespräch kommen. Hierzu will der Präventionstag einen Teil beitragen.

Bereits seit vier Wochen gehen zahlreiche Stellungnahmen in der Geschäftsstelle des Präventionsrates zum Thema ein. Viele Eltern und Großeltern sowie Fachleute aus pädagogischen Einrichtungen geben Hinweise und nennen Erfahrungen zum Thema. Weitere Stellungnahmen sind möglich auf der Homepage des PRO unter www.pro-ol.de. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen unter 235-3611 oder praeventionsrat@stadt-oldenburg.de.


Eine ganze Stadt macht Prävention
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Melanie Blinzler, Geschäftsstellenleiterin des PRO, unter Telefon 0441/2353611 oder per E-Mail an praeventionsrat@stadt-oldenburg.de.

Informationen zur Arbeit des PRO finden Sie auch auf www.praeventionsrat-oldenburg.de.
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Wildwasser stellt Jahresbericht 2012 vor

12.06.2013 08:22 Uhr

Information über Beratungs- und Präventionsarbeit

von Wildwasser

In einem Pressegespräch am 23. Mai wurde über die Schwerpunkte der Arbeit der Wildwasser-Fachberatungsstelle informiert. Die beiden Mitarbeiterinnen Ingeborg Wibbe und Rita Schilling stellten auszugsweise den 23-seitigen Bericht vor. Insbesondere machten sie darauf aufmerksam, dass die Arbeit mit traumatisierten Betroffenen und auch deren Bezugspersonen besondere Anforderungen für die Beratungskolleginnen bedeute. Zudem sei eine gute Vernetzung und fallbezogene Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen, Therapeutinnen, Jugendamt und Opferhilfeeinrichtungen notwendig und unverzichtbar. Themenspezifische Fortbildungen von unterstützenden Bezugspersonen bzw. Einrichtungen, in denen die Klientinnen betreut werden, gehörten ebenfalls zur Arbeit des Teams.

Selbstverständlich gehörten eigene Präventionsveranstaltungen und Teilnahme an Fachfortbildungen zur eigenen Weiterqualifizierung zu den Aufgaben, die sich Wildwasser im Jahr 2012 stellte. Nach wie vor müssen umfängliche Finanzmittel von Wildwasser akquiriert werden. In 2012 wurden 35 Prozent durch Drittmittel wie Spenden, Stiftungszuschüsse oder Bußgelder eingenommen. Sowohl die Onlineberatung von Wildwasser als auch das seit Jahren erfolgreich durchgeführte Präventionspaket CHATTEN - ABER SICHER?! an weiterführenden Schulen werden ausschließlich durch Drittmittel finanziert.

Es wurde von Wildwasser die bundesweite Versorgungssituation für von sexualisierter Gewalt Betroffene aufgegriffen. Der Forderungskatalog des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des Kindesmissbrauchs - UBSKM - wird sehr begrüßt von Wildwasser Oldenburg. "Hotlines, Homepages und Flyer ersetzen jedoch nicht die persönliche Beratung von Betroffenen und deren Bezugspersonen! Deshalb braucht z. B. die Nordwest-Region in Niedersachsen dringend mehr Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt!", so Ingeborg Wibbe.


Quelle: wildwasser-oldenburg.de

Tätigkeitsbericht 2012 (pdf, 3,7 MB)
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Oldenburger Präventionsrat international gefragt

23.04.2013 13:15 Uhr

PRO auf dem 18. Deutschen Präventionstag (DPT) in Bielefeld gut vertreten

von Melanie Blinzler und Carsten Lienemann

Mit einer fünfköpfigen Delegation war der Oldenburger Präventionsrat auf dem größten europäischen Kongress zu Themen der Prävention in Bielefeld vertreten. Die beiden Messetage am 22. und 23. April nutzten die Oldenburger Teilnehmer intensiv zur Fortbildung. Außerdem wurden bestehende Kontakte vertieft und neue geknüpft. Dass der Bekanntheitsgrad des PRO über die Stadtgrenzen hinaus gestiegen ist, ließ sich an den zahlreichen Gesprächen am Infostand ablesen. Fragen zur Arbeit des PRO kamen aus Baden-Württemberg, Hessen, Österreich und den Niederlanden. Insbesondere für die Themen "Wie funktioniert kommunale Prävention?" und Medienkompetenz wurden Fragende seitens des Landespräventionsrates an den Oldenburger Infostand verwiesen.

Erstmals trat der PRO mit einem von dem Messebauer Engelmann, Mitglied des Fördervereins PRO, professionell errichteten Stand auf. Mit ihren Informationen zur Kampagne »Internet erfahren statt Gefahren« und weiteren Oldenburger Präventionsprojekten hatten die Vertreter des PRO viele Anfragen und Gespräche.

Das Projekt »RespAct« des Vereins »Global Music Player - inter-kulturelle Aktion e. V.« , ein Musik-Video-Projekt von und mit Jugendlichen hat es als »Präsentation on Demand« bis in den Ausstellungskatalog des DPT geschafft.
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Zweiter »Facebook-Abend« war eine runde Sache

20.04.2013 05:28 Uhr
von Carsten Lienemann

»Ein Tag ohne Facebook ist wie ein Tag in der Schule fehlen«. Mit diesem provokanten Zitat eröffnete Melanie Blinzler. Geschäftsstellenleiterin des Oldenburger Präventionsrates, am Mittwoch, 17. April, den zweiten Facebook-Abend im Rahmen der Kampagne »Internet erfahren statt Gefahren« und deutete damit gleichzeitig an, wie weit soziale Netzwerke im Internet in die physische Welt vorgedrungen sind.

Wie funktioniert Facebook?, was machen meine Kinder dort? und Kann ich das auch? - diese Fragen beantworteten Martin Hilscher vom Verein »Kreativität trifft Technik« und Mario Mohrmann vom Amt für Jugend, Familie und Schule im ersten Teil des Abends, bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ausgebuchten Veranstaltung in Kleingruppen Details klären oder auch ein eigenes Profil anlegen konnten.

Die Positionen der beiden Referenten konnten gegensätzlicher kaum sein, das zumindest war der erste Anschein. Beide nutzen Facebook, aber während Martin Hilscher sein Profil so offen hält wie möglich, hat Mario Mohrmann die Zahl seiner Mitleser weitestgehend eingeschränkt. »Warum dann überhaupt Facebook?« wird er aus dem Publikum gefragt, denn in der Tat gibt es andere Möglichkeiten, über das Internet Nachrichten, Bilder oder Videos austauschen. »Aber Facebook bietet alles unter einem Dach, wofür ich sonst verschiedene Dienste und Anbieter bräuchte«, ist Mohrmanns Antwort.

Ansonsten »grätscht« Mohrmann zwar gelegentlich dazwischen, um auf Gefahren hinzuweisen, überlässt aber meist Martin Hilscher das Feld, der über das Geschäftsmodell, die Bedeutung als soziale Plattform und die grundsätzlichen Funktionen und Möglichkeiten von Facebook spricht. Die Rollen scheinen also klar verteilt, Hilscher der Fürsprecher, Mohrmann der Warner, aber im Grunde sind sie sich weitgehend einig: Man sollte Facebook verteufeln noch vergöttern, sondern nur bewusst mit seinen Daten und dem Medium Internet insgesamt umgehen. Das gleiche sollte man auch seinen Kindern vermitteln, »und dabei möglichst auf ein gutes Verhältnis und Nähe bedacht sein, denn nur dann kommen die Kinder auch zu Ihnen, wenn tatsächlich Probleme auftreten«, so Mohrmann. Das gilt im übrigen nicht nur für das Internet.

Martin Hilscher wies darauf hin, dass »Kinder ihren Eltern technisch meist voraus sind, das war früher auch schon so. Aber Sie haben die höhere Sozialkompetenz«.

Die überwiegende Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging zufrieden und vielleicht auch erleichtert nach Hause. Manche kündigten an, Freunden und Bekannten den Facebook-Abend weiter zu empfehlen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle des Oldenburger Präventionsrates aber schon entgegen, entweder per E-Mail (praeventionsrat@stadt-oldenburg.de) oder telefonisch unter 235-3611.

»Internet erfahren statt Gefahren« ist eine gemeinsame Kampagne der Präventionsräte im Nordwesten, die sich vor allem an Eltern richtet, die die Aktionen ihrer Kinder im Internet besser einschätzen können wollen.
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Claudia Hein verlässt die PRO-Geschäftsstelle

02.04.2013 07:15 Uhr
Leider kein Aprilscherz: Die Geschäftsstelle des Oldenburger Präventionsrates verliert eine wichtige Mitarbeiterin: Claudia Hein tritt zum ersten April die Stelle einer Asisstentin der Geschäftsstelle beim Deutschen Kaffeeverband in Hamburg an.

Claudia Hein ist immer eine der ersten, die kommen, und eine der letzten, die gehen. Das jedenfalls ist der Eindruck, der den Menschen im Gedächtnis bleiben dürfte, die regelmäßig oder unregelmäßig mit dem Oldenburger Präventionsrat zu tun haben. Ob Weltkindertag oder Afrika-Cup, Rettungsring-Aktion oder Präventionstag, wo der PRO in der Öffentlichkeit auftritt, findet man auch Claudia. Und das ist auch gut so, denn Claudia weiß, wo alles stehen soll, koordiniert Auf- und Abbau des Info-Standes, platziert optisch wirksam und gegebenfalls sturmsicher Prospekte und Faltblätter und ist jederzeit eine aufmerksame und kompetente Ansprechpartnerin. Eigentlich undenkbar, dass das nun ein Ende haben soll, auch und gerade für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PRO, denn Claudia erledigt ihre internen Aufgaben mindestens ebenso gut und gewissenhaft wie die nach außen sichtbaren.

Die Stelle beim Oldenburger Präventionsrat war Claudias erste nach dem Studienabschluss als Diplom-Sozialwissenschaftlerin im Herbst 2009 an der Carl-von-Ossietzky-Universität. Wie bei vielen Absolventen ging ihr ein dreimonatiges Praktikum voraus. Der überaus positive Eindruck, den sie dabei hinterließ, führte dazu, dass sie im April 2010 für das gerade angelaufene Projekt »Windrad« eingestellt wurde, das die Kooperation verschiedener Präventionsansätze von der kommunaler Ebene bis zum europäischen Verbund verbessern sollte.

Als dieses Projekt im Dezember 2011 auslief, war Claudia aus der PRO-Geschäftsstelle schon lange nicht mehr wegzudenken. Die Vorstände des Präventionsrates und des Fördervereins setzten alle Hebel in Bewegung und hatten am Ende Erfolg: Claudia konnte in der Geschäftstelle weiter arbeiten, in Teilzeit und befristet, aber immerhin.

Natürlich war allen Beteiligten klar, dass das keine Dauerlösung sein konnte. Unmittelbar vor der erneuten Verlängerung kam die Ausschreibung der Vollzeitstelle vom Deutschen Kaffeeverband, Claudia bewarb sich und wurde selbstverständlich genommen.

»In Hamburg werde ich vorwiegend mit Administration und Mitgliederverwaltung zu tun haben, für beides kann ich meine Erfahrungen von hier mitnehmen. Meine neue Tätigkeit wird also quasi ein Ausschnitt der Arbeit in Oldenburg sein«, erläutert Claudia.

Ihre Aufgaben für den Präventionsrat reichten von ganz alltäglichen Büroarbeiten über Mitgliederverwaltung und Begleitung von Gremienarbeit bis hin zur schon angesprochenen Organisation und Ausführung von Veranstaltungen. Eigentlich war sie also auch hier so etwas wie eine Assistentin der Geschäftsleiterin Melanie Blinzler.

Fragt man sie nach Lieblingsthemen oder -projekten, fällt Claudia als erstes der »Rettungsring« ein. »Das ist ein tolles Projekt, weil es nach außen trägt, was eigentlich für fast jeden selbstverständlich ist, nämlich die Hilfe in kleineren und größeren Notfällen.« Wie Sport als Vehikel für Prävention funktioniere, gut zu sehen am Beispiel Soccer-Court, gefalle ihr auch sehr, sagt Claudia. Und überhaupt, die Organisation von Veranstaltungen mache ihr besonderen Spaß, aber auch Büroarbeit erledige sie gerne.

Und was wird sie vermissen? Claudia zögert keine Sekunde: »Das Arbeitsumfeld, mit Melanie an erster Stelle, die mich sehr gefördert und zu meiner Entwicklung beigetragen hat. Das gemeinsame Arbeiten mit ihr wird mir besonders fehlen. Ich hatte hier mit einer großen Vielfalt an Themen und Menschen zu tun, habe hier sehr gute Bedingungen vorgefunden. Der Verein hat einen tollen Vorstand, die Zusammenarbeit war sehr angenehm, ich habe mich mit allen gut verstanden. Das war eine optimale Vorbereitung auf das weitere Berufsleben.« Auch Oldenburg habe seinen Teil zum durchweg positiven Eindruck beigetragen. In dieser Stadt der kurzen Wege könne man schnell wichtige Kontakte knüpfen.

Umgekehrt werden auch viele Oldenburger Claudia vermissen, vor allem, wenn sie häufiger mit ihr zu tun hatten. Wir von der ganz-oldenburg.de-Redaktion jedenfalls möchten uns ganz herzlich für die gute und immer sehr angenehme Zusammenarbeit bedanken. Und für die Beiträge, die Claudia hin und wieder nebenamtlich für uns erstellt hat.
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Neuer Vorstand des Fördervereins gewählt

06.03.2013 06:30 Uhr

Mitgliederversammlung des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg e.V. tagte im Schlauen Haus


Erstmals im Schlauen Haus tagte am Dienstag die Mitgliederversammlung des Fördervereins Präventionsrat Oldenburg e.V., um unter anderem den neuen Vorstand für die nächsten zwei Jahre zu wählen.

Der einstimmig gewählte Vorstand besteht aus Richard-B. von Busse (1. Vorsitzender, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bremer Landesbank), Bernd Weber (2. Vorsitzender, Geschäftsführer des VW Zentrums), Dr. Bernhard Becker (Kassenwart, comes Unternehmensberatung), Torsten Maus (Schriftführer, Vorsitzender der Geschäftsführung der EWE NETZ GmbH), Gisela Haseleu (Beisitzerin, Pädagogin der Helene-Lange-Schule), Annikka Repenning (Beisitzerin, Abteilung Kongresse und Tagungen der Weser-Ems Halle), Ulrike Heinrichs (Beisitzerin, Leiterin des Oldenburger Fortbildungszentrums der Carl von Ossietzky Universität) und Gerd Koop (Beisitzer, Leiter der Justizvollzugsanstalt Oldenburg). Dr. Frank Quante (ehemals 1. Vorsitzender) und Gerhard Fiand (ehemals Kassenwart) haben sich aus beruflichen Gründen aus dem Vorstand zurückgezogen.

Wie der bisherige wird sich auch der neu gewählte Vorstand vor allem für die Akquise von Spendengeldern einsetzen, damit die erfolgreiche Förderung der Oldenburger Präventionsarbeit fortgesetzt werden kann. Einen großen Beitrag dazu leisten außerdem die Mitglieder des Fördervereins, die durch ihren Mitgliedsbeitrag die vielfältigen Präventionsprojekte in der Huntestadt ebenso unterstützen.

Mitglied im Förderverein können Privatpersonen, aber auch Institutionen und Unternehmen werden. Schon ab 25,00 Euro pro Jahr kann eine Privatperson dem Förderverein beitreten. Aber auch Spenden sind jederzeit herzlich willkommen.

Interessierte können sich unter www.praeventionsrat-oldenburg.de über die Möglichkeiten der Mitgliedschaft und des Spendens informieren oder sich gerne auch unter 0441/2353611 und praeventionsrat@stadt-oldenburg.de an die Geschäftsstelle des PRO wenden.

Neben dem Tätigkeitsbericht des bisherigen Vorstandes und Einblicken in die Arbeit des PRO stand außerdem ein Impulsreferat des Demografiebeauftragten der Stadt Oldenburg, Dr. Marco Schmidt, auf der Tagesordnung.
Er zeigte die demografische Entwicklung in Oldenburg auf und gab Anregungen für die weitere Präventionsarbeit in der Stadt.

Foto: Claudia Hein
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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit - Erklärung und Konsequenzen

24.11.2012 11:46 Uhr
Donnerstag, 29. November 2012, 18:30 bis 20:00 Uhr

Wie leben Menschen unterschiedlicher sozialer, religiöser und ethnischer Herkunft mit ihren verschiedenen Lebensstilen in dieser Gesellschaft? Zwischen Anerkennung und feindseligen Mentalitäten sind wir mit einer bemerkenswerten Ungleichzeitigkeit konfrontiert. Auf der einen Seite werden von der Politik durchaus Anstrengungen etwa zur rechtlichen Gleichstellung bzw. Anti-Diskriminierung unternommen. Auf der anderen Seite sind deren Effekte offenkundig nicht hinreichend für eine deutliche Veränderung von Einstellungen in der Bevölkerung und für ein besseres Zusammenleben von Gruppen.

Die Referentin, Dipl. Soz. Daniela Krause, ist Mitarbeiterin im Projekt »Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit« im Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld.
Moderation: Barthel Pester, Freier Journalist, Medienarbeiter und Filmautor

Eine Veranstaltung im Netzwerk »Demokratiezentren der niedersächsischen Erwachsenenbildung«. Dieses wird gefördert und koordiniert von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung.

Die Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, der Präventionsrat der Stadt Oldenburg und die VHS Oldenburg sind Mitglieder im neu geschaffenen Netzwerk Demokratiezentren in Niedersachsen. Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) fördert die Zentren mit dem Sonderprogramm »Demokratie stärken – gegen Extremismus«.
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Gewalt in der Familie ist keine Privatsache

22.11.2012 13:51 Uhr
Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2012 in Oldenburg

In diesem Jahr gibt es das Gewaltschutzgesetz als einen Meilenstein im Schutz für Opfer häuslicher Gewalt seit zehn Jahren. Der Grundgedanke »Wer schlägt, muss gehen« wird seitdem konsequenter verfolgt und die Opfer – in den meisten Fällen Frauen und Kinder – besser geschützt. Neben den Schutz- und Unterstützungsangeboten für die Opfer ist Prävention entscheidend, um Mütter und Kinder vor den verheerenden Folgen häuslicher Gewalt zu bewahren.

»Häusliche Gewalt ist nach wie vor eine viel zu häufig vorkommende Form der Gewalt, der wir stärker vorbeugen müssen. Auch nach zehn Jahren Gewaltschutzgesetz gilt, dass wir hinschauen müssen, etwas sagen und etwas tun müssen«, sagte Gerd Koop anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen. Anja Kröber, Mitarbeiterin des Autonomen Frauenhauses kann dies nur unterstützen. Das Frauenhaus ist nach wie vor ausgelastet. In den meisten Fällen, in denen Frauen dort Schutz suchen, schützen sie durch den Aufenthalt im Frauenhaus auch ihre Kinder. Die Zahl der polizeilichen Meldungen über gewalttätige Auseinandersetzungen bei Paaren und die Zahl der Frauen, die von sich aus den Weg zur »Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt« finden, ist mit insgesamt 354 Fällen beeindruckend.

»Wir müssen den potentiellen und den reellen Opfern Wege aus ihrer Situation aufzeigen und wir müssen uns immer wieder erinnern, dass wir auch selbst verantwortlich sind und die Augen offenhalten müssen«, sagt Dr. Meike Nold, die in ihrer Hausarztpraxis die »Treppenstürze« nicht ignoriert. Stattdessen reagiert sie aufmerksam und weist auf Hilfeangebote hin. Ein neues Angebot gibt es seit kurzem mit »ProBeweis« in Oldenburg. Opfer häuslicher Gewalt und sexueller Gewalt können durch dieses Angebot Beweise sichern lassen, ohne dass sie sich sofort für eine Anzeige entscheiden müssen. Diese Möglichkeit schafft den Betroffenen einen wichtigen Entscheidungsspielraum.

Bettina Keller von TERRE DES FEMMES verweist darauf, dass Frauen am gefährlichsten im eigenen Heim leben. Dies ist weltweit und in Deutschland so. Jede vierte Frau in Deutschland ist oder war Opfer häuslicher Gewalt unabhängig von Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit. In 80 bis 90 Prozent der Fälle sind Frauen Opfer und Männer die Täter. Die bundesweite Fahnenaktion erinnert daran, dass das Thema »Häusliche Gewalt« ein nach wie vor drängendes gesellschaftliches Thema ist. »Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich zu entscheiden«, ergänzt Kornelia Ehrhardt, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oldenburg. Das gelte auch für diejenigen, die Gewalt ausüben. Das dabei auch den Tätern häuslicher Gewalt geholfen werden muss, sei selbstverständlich. Die professionelle Arbeit mit Tätern ist inzwischen ein unumstrittenes Instrument der Prävention im Rahmen nachhaltiger Bekämpfung häuslicher Gewalt und hoffentlich gibt es auch bald in Oldenburg ein Angebot.

Um den Präventionsgedanken weiter gemeinsam zu verfolgen, wird es im kommenden Jahr einen Arbeitskreis Häusliche Gewalt im PRO geben.


Überblick Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen in Oldenburg

Ab 22. November bis 30. November 2012 werden an folgenden Orten in der Stadt die Fahnen von TERRE DES FEMMES zu sehen sein: am Rathaus, am Kulturzentrum PFL, an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, beim Deutschen Gewerkschaftsbund, bei ver.di, dem Zentrum für Frauen-Geschichte, der Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, der Evangelischen Frauenarbeit in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg, beim Frauenbüro der Stadt Oldenburg und dem Büro der Bundestagsabgeordneten Dr. Christiane Ratjen-Damerau.

Am 24. November 2012 gibt es in der Innenstadt eine Aktion, um die Öffentlichkeit auf Gewalt gegen Frauen hinzuweisen.

Am 26. November 2012 um 19.00 Uhr zeigt das Cine k - Kulturetage - Bahnhofstraße 11 den Film »Festung«. »Festung« ist ein einfühlsames Familiendrama vor dem Hintergrund häuslicher Gewalt. Bei dieser Aufführung wird die Regisseurin Kirsi Marie Liimatainen im Anschluss an den Film für ein Publikumsgespräch zu Verfügung stehen. Veranstalterinnen sind TERRE DES FEMMES in Kooperation mit dem Oldenburger Frauenforum und dem Autonomen Frauenhaus.

Der Film wird im Cine k außerdem von Donnerstag 29.11.12 bis Samstag, 1.12.2012 und am 3. und 4.12.2012 jeweils um 18 Uhr gezeigt.
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Auf der Suche nach der Jugend

16.11.2012 09:24 Uhr
von Carsten Lienemann

Am Mittwoch, dem 14. November, fand im Alten Landtag der bereits 7. Oldenburger Präventionstag statt. Ausrichter im Auftrag des Präventionsrates war diesmal des Arbeitskreises »Sucht«.

Bewusst mehrdeutig war der Titel der Veranstaltung gewählt, und erwartungsgemäß gingen sowohl der Vorsitzende des Präventionsrates Gerd Koop wie auch Sozialdezernentin Dagmar Sachse, die OB Gerd Schwandner vertrat, in ihren Begrüßungsworten darauf ein, dass man sowohl die Jugendlichen als auch Süchte aus verschiedenen Perspektiven betrachten müsse. Dagmar Sachse sieht die Stadt mit in der Verantwortung, wenn es darum geht, Jugendlichen den Umgang mit potentiellen Suchtmitteln darzulegen.

Unbestrittener Höhepunkt des Tages war der fast zweistündige und dennoch absolut kurzweilige Vortrag »Wie Jugendliche ticken ...« von Dr. Marc Calmbach, SINUS Markt- und Sozialforschung GmbH. Calmbach stellte die Ergebnisse einer Befragung von rund 2000 Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren vor, auf deren Grundlage das »SINUS-Lebensweltenmodell u18« entwickelt wurde. Danach lassen sich Jugendliche je nach Bildungsstand (niedrig, mittel, hoch) und normativer Grundorientierung (traditionell, modern, postmodern), ihrer sozialen Lage, ihren Werten, Ansprüchen, Erwartungen und Zukunftsplänen, aber auch ihres Musikgeschmacks einer von sieben »Lebenswelten« zuordnen, die jeweils ganz unterschiedlich angesprochen werden können - und auch müssen, wenn man sie erreichen will.

Auch wenn es sich nur um ein Modell handelt, das auf einer Momentaufnahme beruht, wie Calmbach mehrfach betonte, liefert es doch Informationen, ohne die kommerzielle wie gemeinnützige Werbekampagnen an ihren Zielgruppen vorbei geplant werden. Werte und Ausrichtungen änderten sich allerdings mit zunehmender Geschwindigkeit, so Calmbach. Die Gültigkeitsdauer solcher Studien dürfte dementsprechend sinken.

»Wir haben von Dr. Calmbach erfahren, um welche Jugendlichen es eigentlich geht und was wir anders machen müssen, damit wir präventiv arbeiten können und nicht nur hinterherhinken«, sagte Heinz-Hermann Buse, Leiter des Arbeitskreises Sucht. Ein Grundangebot an Präventionsarbeit und eine bessere Vernetzung mit Schulen und Freizeitstätten sei notwendig, ebenso eine mischfinanzierte Planstelle für Suchtprävention.

»Um Zugang zu bekommen,dürfen wir nicht gleich moralisieren und das Verhalten bewerten, sondern müssen zunächst einmal zuhören und viel genauer hingucken. Erst dann können wir Konzepte entwickeln, die die Leute dort abholen, wo sie stehen.« Das ist die Konsequenz, die Gerd Koop aus diesen Informationen zog.

Der Leiter der Fachstelle Sucht bei der Diakonie, Kai Kupka, wünschte sich mehr Zeit für die Präventionsarbeit, die bei den Beratungsstellen oft zu kurz komme. »Trinken ist unglaublich normal geworden. Mehr als 75 Jugendliche, die pro Jahr mit einer Alkoholvergiftung ins Klinikum gebracht werden, sind ja nur die Spitze des Eisberges«, so Kupka.

Im zweiten Teil des Fachtages wurden in Workshops verschiedene Projekte zur Suchtprävention vorgestellt. Zwei der Angebote widmeten sich dem Umgang mit Alkohol: ein Planspiel für Jugendliche ab 14 Jahren mit dem Titel »Voll die Party« von Frederike Sohn (Praxis für qualifiziertes Gesundheitsmanagement und Suchtfragen) und Kai Kupka (Suchthilfe der Diakonie) sowie »Saufen bis der Arzt kommt«, ein europäisches Präventionsprojekt vorgestellt von Wolfgang Rometsch (Landschaftsverband Westfalen Lippe) und Melanie Hempen (Klinikum Oldenburg) zum Rauschtrinken von Jugendlichen. Unter dem Titel »10 Tage ohne TV und PC« stellte Hartwin Preussner (Amt für Jugend, Familie und Schule) das Medienschutzkonzept an Oldenburger Grundschulen vor, und Michael Leisinger (Fritz‑Schubert‑Institut aus Heidelberg) referierte über das an seiner Schule unterrichtete Fach »Glück«.
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7. Oldenburger Präventionstag: »Jugend sucht«

13.11.2012 08:20 Uhr
Das Motto ist so doppeldeutig gemeint, wie es klingt. Zahlreiche Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer werden sich am 14. November von 10:00 bis 18:00 Uhr im Alten Landtag mit Experten über Jugendliche, ihre Sorgen und ihre Probleme austauschen. Aber eigentlich sind die besten Experten die Jugendlichen selbst, deswegen hat sich ganz-oldenburg.de an Schülerinnen und Schüler gewandt, um direkt von ihnen zu erfahren, was sie bewegt. Dabei ist ganz sicher keine repräsentative Studie herausgekommen, sondern eher eine Momentaufnahme, die auf dem Präventionstag vorgestellt wird.

Eine Klasse der Grundschule Ohmstede hat bereits vor einiger Zeit ein Plakat zum Thema »Glück« gestaltet, auf das wir durch Zufall gestoßen sind. »Glück kann man lernen« ist eines von vier Workshop-Themen des Präventionstages.

Auch die Foto-AG der IGS Kreyenbrück (5. und 6. Jahrgang) hat sich mit einem Teilbereich von Glück beschäftigt, nämlich mit Hobbys und besonderen Interessen. Erstaunlich oft geht es dabei um ein Haustier, das neben Freude auch immer ein gewisses Maß an Verantwortung mit sich bringt.

Von der Oberschule Osternburg werden die »Osternburger Nachrichten« herausgegeben, eine Zeitung von Schülerinnen und Schülern für den gesamten Stadtteil. Hendrik Punke und Danny Gummbiasch aus dem neunten Jahrgang und Jennifer Kees aus dem zehnten Jahrgang befragten ihre Mitschüler per Fragebogen nach Suchtkenntnissen und -erfahrungen sowie Zukunftserwartungen und Plänen.

Hier sind ihre Ergebnisse:


Suchtkenntnisse und Suchterfahrungen

von Hendrik Punke und Danny Gummbiasch

Wir haben Fragen zum Thema an eine 9. Klasse gestellt und zwölf Bögen zur Auswertung erhalten.
Gibt es etwas wo nach du suchst?
Ja 5 Nein 7
Wenn ja was?
Beruf 5 Liebe 1
Bist du nach etwas süchtig?
Ja 3 Nein 9
Wenn Ja: wonach?
Zigaretten 1 Schokolade 1
Kaugummi 1 PC 1
Welche Sucht findest Du am schlimmsten?
Spielsucht 3 Drogensucht 12
Sammelsucht 1 Alkoholsucht 2
Magersucht 1    
Was verstehst Du unter Sucht?
  • Etwas was man schwer lassen kann wo man nicht mehr von weg kommt.
  • Dass man etwas braucht, um klar zukommen.
  • Das man etwas braucht
  • Wenn man etwas braucht und nicht mehr selbstständig davon wegkommt.
  • Etwas wo von man nicht so einfach wegkommt und das man immer wieder nehmen muss
  • Wenn man mit etwas lebt was man braucht und nicht davon loskommt.
  • Wenn man abhängig von einer Sache ist und man nicht einfach aufhören kann die Sache zu nehmen.
  • Wenn man abhängig von einer Sache ist und nicht ohne leben kann.
  • Das zwanghafte Verlangen, etwas zu tun.
  • Das man öfters entweder Drogen nimmt oder vor dem PC sitzt und spielt.
  • Das man süchtig ist ist und man von etwas nicht mehr los kommt.
  • Etwas was man erst probiert, es dann regelmäßig tut und es nicht mehr missen will.
Welche Süchte kennst du?
  • Spielsucht
  • Schminksucht
  • Drogensucht
  • Sammelsucht
  • Esssucht
  • Internetsucht
  • Alkoholsucht
  • Kaufsucht
  • Computersucht
  • Sexsucht
  • Magersucht
  • Elektrosucht

Fazit:
Uns ist aufgefallen, dass nur wenige Jugendliche Alkoholsucht als schlimm empfinden. Dies wirft neuen Redebedarf auf und so kann man sich vielleicht erklären, wie es immer wieder zum Komatrinken kommt.


Jugend sucht : Was ist den Jugendlichen heutzutage wichtig?

von Jennifer Kees

Im Werte-und-Normen-Kurs der zehnten Klassen wurde eine Umfrage zum Thema »Jugend sucht« durchgeführt. Gefragt wurde dabei zum Beispiel, wie die Jugendlichen ihre Freizeit gestalten, was ihnen wichtig im Leben ist, was sie sich für ihre Zukunft wünschen.

Aufgefallen ist dabei, dass vor allem Jungen viel Wert darauf legen, einen trainierten Körper zu besitzen. Sie haben verhältnismäßig oft angegeben, in ihrer Freizeit ins Fitnessstudio zu gehen. Auch haben Freunde einen hohen Stellenwert, sie beschäftigen sich viel mit ihnen in ihrer Freizeit – treffen sich, gehen gemeinsamen Hobbys nach usw. Freunde sind sehr wichtig, wobei dort oft angegeben wird, dass sie viel Wert auf gute und enge Freunde legen. Neben Freunden und einem gesunden, gut aussehenden Körper ist es vielen wichtig, Erfolge zu erlangen: Seien es gute Noten oder ein Gewinn mit der Fußballmannschaft. Dies alles ist bei den Mädchen und Jungen zu etwa gleichen Teilen zu beobachten. Man kann also sagen, dass die Jugend sehr erfolgsorientiert ist, diese Aussage spiegelt sich auch in den Zukunftsplänen wider, denn viele streben ein Abitur an, haben vor, in eine andere Stadt zu ziehen oder streben an, ihre Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Doch vor allem bei den Jungen fiel auf, dass sie schon jetzt den Wunsch äußern, später einmal zu heiraten, Kinder zu bekommen und eine Familie zu gründen. Dieser Wunsch tauchte im Gegensatz dazu bei den Mädchen nicht auf. Auch zu den Ängsten überschnitten sich die Aussagen teilweise. Vor allem Angst vor der Zukunft haben viele. Sie haben Angst, keinen Job zu finden. Auch werden sie unter anderem von Verlustängsten geplagt.

Im Bezug auf ihre Identität und ihre eigene Zufriedenheit mit sich selbst äußerten sich fast alle äußerst positiv. Dabei gehen die einzelnen Meinungen, in wieweit sie ihre Identität bisher gefunden und gefestigt haben, weit auseinander: Einige sind der Meinung, sie endgültig gefunden und gefestigt zu haben, andere meinen, sie seien noch auf der Suche. Aber alles in allem sind sie doch sehr zufrieden mit sich und ihrem Leben. Am unterschiedlichsten waren jedoch die Antworten auf die Frage: »Was, denkst Du, ist der Sinn des Lebens, welcher Lebensinhalt ist besonders wichtig und wonach lohnt es sich im Leben zu streben?« – Für viele war es wichtig, nach Freundschaften und Erfolg zu suchen, dabei ist es ihnen wichtig, den Spaß am Leben nicht zu verlieren. Auch nach Zufriedenheit im Allgemeinen wird gestrebt. »Dass Du selber glücklich mit dir bist und das tust, was dich glücklich macht«, »Nach der wahren Liebe lohnt es sich zu suchen, doch einen Sinn des Lebens gibt es nicht«, oder auch Antworten wie »Der Sinn ist, sich selbst zu verwirklichen und nicht zu sehr auf andere Meinungen zu hören«, enthalten die Kernaussagen der Dinge, nach denen die Jugendlichen streben und suchen.

Abschließend kann man das Fazit ziehen, dass die befragten Jugendlichen sehr zielstrebig sind und mit einem gewissen Ehrgeiz an Aufgaben und Herausforderungen arbeiten. Viele haben sich schon jetzt bestimmte Ziele gesetzt und streben danach, sie zu erreichen. Dabei haben Freunde und Familie einen hohen Stellenwert, ähnlich wie z. B. das Pflegen von Freundschaften, Ehrlichkeit und Vertrauen. Dennoch sind auch Ängste vorhanden, die aber gut durch Freundschaften überbrückt und vermindert werden.
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Rettungsring zum Anbeißen

20.09.2012 07:23 Uhr
Mit einer PR-Aktion machten die Stadtbäckerei Schröder und der Oldenburger Präventionsrat (PRO) auf das vor zweieinhalb Jahren gestartete Projekt »Rettungsring« aufmerksam. Aus Anlass der der niedersachsenweit ausgerufenen Woche der Zivilcourage (17.-21. September) boten Margitta Kehmeier (Polizeiinspektion Oldenburg Stadt/Ammerland), Claudia Hein (Geschäftsstelle Präventionsrat) und Gerfred Boldt (PRO-Arbeitsgruppe Zivilcourage) vor der Filiale in der Langen Straße 31 am Mittwoch, 19. September, von 10:00 bis 14:00 Uhr Informationen in gesprochenen und gedruckten Worten zum »Rettungsring« an. Die Stadtbäckerei steuerte essbare Rettungsringe aus Brezelteig bei, die kostenlos an die Passanten verteilt wurden.

Der Rettungsring-Aufkleber an der Tür eines Geschäftes signalisiert den Passanten, dass hier Hilfe zu bekommen ist, wenn beispielsweise jemand Kreislaufprobleme hat, ein Pflaster oder ein Glas Wasser benötigt oder wenn Polizei oder Krankenwagen gerufen werden müssen. Mehr als 60 Geschäfte haben sich der Aktion bisher angeschlossen.

Um 11:30 Uhr brachte Inhaber Jan Schröder höchstpersönlich den Rettungsring-Aufkleber an der Eingangstür an. Er hatte die Idee zu diesem Projekt in den Präventionsrat getragen und am landesweiten Präventionstag 2010 (15. März) den allerersten Aufkleber in der Stadtbäckerei-Filiale in der Langen Straße 87 an der Glastür befestigt.


Foto (v.l.): Margitta Kehmeier, Gerfred Boldt, Richard von Busse (Vorstand Förderverein des PRO), Jan Schröder, Claudia Hein
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F-I-T für Prävention

27.06.2012 07:58 Uhr
von Carsten Lienemann

162 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 62 verschiedenen Schulen aus Oldenburg und den umgebenden Landkreisen nutzten am Dienstag, 26. Juni, die Gelegenheit, sich im alten Landttag in Vorträgen und Projektvorstellungen sowie an Info-Tischen zahlreicher Anbieter über Prävention im Allgemeinen und an Schulen im Besonderen zu informieren. Zusammen mit dem Oldenburger Fortbildungszentrum (ofz), der Stadt Oldenburg, der Polizeiinspektion Oldenburg-Ammerland und der Niedersächsischen Landesschulbehörde veranstaltete der Präventionsrat Oldenburg (PRO) zum ersten Mal einen Fachtag mit Fortbildung und einem Überblick von Anbietern präventiver Maßnahmen an Schulen.

Mit der »Speakers’ Corner« bot der Fachtag dabei ein besonderes Format an: In Kurzvorträgen konnten die Teilnehmer einen Einblick in Präventionsangebote gewinnen und bei Bedarf anschließend mit dem Anbieter ins Gespräch gehen. Die Angebote decken die Bereiche Gewaltprävention, Suchtprävention, Mediation, kulturelle Bildung, Umgang mit Konflikten, Internet, Sozialtrainings, interkulturelle Bildung und vieles mehr ab. Eine Nennung aller Anbieter findet sich auf www.pro-ol.de.

»Wir sind froh und dankbar, diese Fortbildung hier mit vielen Kooperationspartnern durchführen zu können«, erklärte der PRO-Vorsitzende Gerd Koop. »Seit 12 Jahren ist die Prävention an Schulen eines der Hauptthemen des PRO. Zusammen mit vielen und immer neuen Netzwerkpartnern leisten wir dauerhafte, nachhaltige Arbeit und tauschen überdies Erfahrungen und Projekte aus, denn man muss das Rad nicht immer neu erfinden«, so Koop weiter.

Sozialderzernentin Dagmar Sachse versuchte in ihrem Grußwort eine Abgrenzung des »Modewortes Prävention« (Zitat Sachse) und seine Bedeutung für die Stadt Oldenburg. »Es muss klare Prioritäten geben, Kriminalprävention ist nicht das einzige Ziel, die Stärkung der Persönlichkeit gehört ebenso dazu«, so Sachse. Die Schule der Jugendlichen sei als Lebensmittelpunkt dafür ein besonders geeigneter Ort. Auch externe Partner seien wichtig.

Es folgte der erwartet spannende, informative und unterhaltsame Einführungsvortrag »Spuren im Netz«, in dem Sozialpädagoge Moritz Becker von smiley - Verein zur Förderung der Medienkompetenz e. V. über die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen sprach. Ganz ohne Manuskript und Präsentationsfolien zog Becker immer wieder Parallelen zwischen alltäglichen Erfahrungen und ihren Entsprechungen in der virtuellen Welt. Er stellte dabei Ergebnisse und Aussagen von »Experten« in Frage und setzte die Äußerungen und Deutungen von Jugendlichen dagegen, die er während seiner Arbeit mit Schulklassen gesammelt hat. Sein Ergebnis: Jugendliche von heute sind unbekümmert und neugierig, sie suchen nach Anerkennung und müssen den Umgang mit Freiheit und Verantwortung erlernen, um ihre Identität finden zu können - genau so wie seit Tausenden von Jahren.

Anders sei nur der Ort sowie die Tatsache, dass Eltern von heute ihren Kindern den Umgang mit diesem Ort, dem Medium Internet, nicht so wie vieles andere weitergeben könnten, weil sie ihn selbst nicht entsprechend gelernt hätten.

Becker ist weit davon entfernt, alles zu verharmlosen, er zeigt vielmehr Möglichkeiten und Strategien, Jugendlichen den Umgang mit dem Internet zu ermöglichen und sie gleichzeitig für einen sensiblen Umgang mit ihren Daten zu interessieren. »Einen 13-jährigen Jungen beeindrucken Sie nicht mit der Warnung, im Hinblick auf spätere Bewerbungen mit Fotos in sozialen Netzwerken vorsichtig zu sein. Wenn Sie ihm aber sagen, dass auch jeder Lehrer das sieht, dann will er plötzlich wissen, wie er seine Daten schützen kann.«

Sehr ernst wird Becker nur einmal. »Es gibt in Kindergärten und Grundschulen kaum noch Männer«, sagt er mit Sorge. »Damit fehlen Jungen in Bildungseinrichtungen die männlichen Vorbilder. Sie suchen und finden sie woanders und nehmen die Eindrücke ungefiltert auf.«

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Ausstellung »Gegen Gewalt in Paarbeziehungen«

30.05.2012 18:20 Uhr
Der Präventionsrat Oldenburg und die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland zeigen die Ausstellung an der OBS Eversten, Brandsweg 50 vom 30.05. bis zum 14.06.2012 an den Werktagen von 8:00 bis 18:00 Uhr (außer 31.05.2012 wegen Prüfungen an der Schule). Sie wendet sich an Schulen, junge Erwachsene sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt.

»Wir müssen uns mit der täglichen Gewalt beschäftigen und wir müssen hinschauen, etwas sagen und etwas tun,« sagte Gerd Koop bei der Eröffnung der Ausstellung »Gegen Gewalt in Paarbeziehungen«, die vom Präventionsrat Oldenburg und der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland in der OBS Eversten bis zum 14. Juni jeweils von 8:00 bis 18:00 Uhr gezeigt wird. Die Ausstellung informiert über häusliche Gewalt und gibt auch Hinweise auf Unterstützung. Besonders an junge Menschen wendet sich der Präventionsteil. Jugendliche können ihre eigenen Beziehungen darauf hin befragen, ob es Beziehungen sind, in denen sie sich sicher fühlen können.

»Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich zu entscheiden«, so Kornelia Ehrhardt in ihrem Beitrag zur Eröffnung. Das gilt auch für diejenigen, die Gewalt ausüben. Um junge Menschen hier zu sensibilisieren und ihnen zugleich handfestes Wissen mit zu geben, sei die Ausstellung am richtigen Ort. Das sieht auch Dr. Jürgen Boy so, der als Schulleiter der OBS Eversten um die Bedeutung des Themas weiß. Er wies darauf hin, dass junge Menschen manchmal nicht lernen, Emotionen zu verstehen, weil ihre Kommunikation zu stark über Telefon und Computer vermittelt läuft und dabei wichtige Teile menschlicher Kommunikation verloren gehen. Wenn aber dieses Wissen nicht mehr erlernt werde, könne es leichter zu Gewalt und Grenzverletzungen kommen. Prävention und Sensibilisierung sind aus seiner Sicht von großer Bedeutung, weswegen er sich gern bereit erklärt hat, die Ausstellung in seiner Schule zu zeigen.

Der PRO und die Polizeiinspektion zeigen die vom Landeskriminalamt Niedersachsen entwickelte Ausstellung, die allen weiterführenden Schulen Oldenburgs angeboten wird, vor allem aus folgenden Gründen:
Gewalterfahrungen - Es ist bekannt, dass ein Großteil der von (häuslicher) Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen sich zunächst an Gleichaltrige wendet. Diese Altersgruppen sollen darum für das Thema gestärkt werden. Sie werden informiert und im Sinne der Prävention sensibilisiert für sich selbst und für andere. Unabhängig davon, ob sie selbst von Gewalt betroffen sind oder ob sie von Gewalt betroffene Freunde haben, bietet die Ausstellung wertvolle Informationen.

Zivilcourage - Gewalt im sozialen Nahraum ist nie privat! Um das für die Opfer so problematische Wegsehen zu verringern, das Hinsehen und die Zivilcourage zu ermöglichen, braucht es Wissen um Unterstützungsmöglichkeiten – das bietet die Ausstellung.

Zeitweise werden Fachkräfte aus Oldenburger Beratungsstellen vor Ort sein, um für Fragen der Besucher da zu sein. Für Schulklassen, die sich anmelden, organisiert der Präventionsrat eine Begleitung: Das kann jemand von der Polizei sein, vom Kinderschutz-Zentrum, von der Konfliktschlichtung, aus dem Frauenhaus, von Wildwasser oder von anderen Beratungsstellen.

Informationen und das Begleitheft zur Ausstellung finden Sie auf der Website des Präventionsrates Oldenburg www.pro-ol.de. Für Rückfragen stehen Ihnen
Margitta Kehmeier, Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/ Ammerland, Tel.: 0441/ 7904007 und
Melanie Blinzler und Claudia Hein, Geschäftsstelle Präventionsrat, Tel.: 0441/ 235-3611 gerne zur Verfügung.

Foto: Präventionsrat Oldenburg
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»München, wir kommen!«

21.04.2012 13:42 Uhr
von Carsten Lienemann

Mehr über den 17. DPT auf unserer Sonderseite

Die Aufgabe: Schülerinnen und Schüler der berufsbildenden Schulen in Oldenburg sollten sich mit Prävention beschäftigen und Arbeiten zu selbst gewählten Themen vorstellen. Die Klasse BGG 1A (11.Jahrgang) des Beruflichen Gymnasiums Oldenburg an den BBS 3 hat mit ihrer Präsentation die Verantwortlichen des Oldenburger Präventionsrates (PRO) überzeugt. Zur Belohnung haben sich die 19 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 15 und 20 Jahren nun mit dem Busunternehmen »Primo Reisen Pfeiffer« auf die Reise zum 17. Deutschen Präventionstag nach München begeben, der unter dem Motto »Sicherheit in Stadt und Land« steht. Dort werden sie den Messebesuchern aus ganz Deutschland am 16. und 17. April die Arbeit des PRO vorstellen. Zwischendurch nutzen sie auch die Gelegenheit, sich die Stadt anzusehen. Untergebracht sind sie im A&O Hostel; die Kosten trägt das VW-Zentrum Oldenburg.

»Die Freude der Schülerinnen und Schüler war groß, als feststand, dass die Klasse den Wettbewerb gewonnen hat«, berichten die Lehrkräfte Kerrin Carstens und Guido Wurch, die die Fahrt als Betreuer begleiten.

Die Jugendlichen sehen dem Präventionstag gespannt entgegen. »Das wird bestimmt beeindruckend, mit vielen Leuten, die sich an unserem Stand über Prävention informieren wollen. Darunter wird sicher viel Fachpublikum sein, z. B. Mitarbeiter von Justiz und Polizei«, so die Erwartung.

In Workshops haben die Schüler Innerhalb von zwei Monaten Präsentationen zu vier Schwerpunkten erarbeitet:

  • Datenschutz und Datensicherheit in sozialen Netzwerken,
  • Mobbing (sowohl im Internet als auch im realen Leben),
  • »Loverboys« (junge Männer, die Frauen zur Prostitution zwingen und sich als Menschenhändler betätigen)
  • sowie der Frage
  • »geht es auch ohne Facebook?«

Als Quellen dienten neben dem selbstverständlichen Internet auch entsprechende Fachleute und eigene Erfahrungen.
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