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Musik

PolyGlobal mit »Lack of Limits«

15.04.2015 09:52 Uhr

am 21.04. live im Polyester

Nach einer zweijährigen Pause meldet sich die Oldenburger Folkrock-Institution LACK OF LIMITS mit einem Konzert zurück auf der Weltmusikbühne (PolyGlobal) -veranstaltet von Global Music Player e.V.

eine kurze Historie:
Über 800 Konzerte haben Lack of Limits in ihrer 18 jährigen Bandgeschichte bereits gespielt. Sie tourten in wechselnder Besetzung unermüdlich durch die Klubs, Kneipen und Festivals in Deutschland und England und wurden dabei eine feste Größe in der Folkrockszene.

Sechs Alben und eine DVD sind in dieser Zeit entstanden. Bei ihrem ungewöhnlichen Stilmix aus keltischem Folk, Rock, Reggae, Ska und mythischen Hymnen war es vollkommen egal, ob ihr Publikum aus 50 Kneipengästen oder 10.000 Festivalbesuchern bestand, stets wurde generationsübergreifend gefeiert und getanzt.

Nun wollen Eve Hase (Geige, Akkordeon, Saxofon, Gesang) - Christian Jakober (Gitarre, Gesang) und Marc Prietzel (Schlagzeug) herausfinden ob die Musik noch frisch, tanzbar und lebendig ist - ob der Funke noch überspringt.Seinen Einstand gibt Jörg Isermeyer, der mit seinem Kontrabass dem eh schon ungewöhnlichen Sound von Lack of Limits ein paar weitere besondere Noten hinzufügen wird.


Einlass zu PolyGlobal ist ab 19:30 Uhr, Beginn des etwa einstündigen Konzertes um ca.20:30 Uhr.
Ab ca. 21:30 Uhr findet die offene Bühne statt!
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Wilde Party beim Dschungelkönig

02.12.2013 09:35 Uhr

Johann Strauß »Die Fledermaus« feierte Premiere im Oldenburger Staatstheater

von Marlies Folkens

Johann Strauß »Die Fledermaus« feierte Premiere im Oldenburger Staatstheater Witzig, spritzig und voller Champagner-Laune, so sollte Operette sein. Schon gar, wenn es sich um die leichtfüßige Königin der Operetten, die »Fledermaus« handelt. Muss man in diese walzerselige Perle des Musiktheaters noch eine tiefere Bedeutung hineininterpretieren? Eigentlich nicht, aber es schadet auch nicht unbedingt. Denn bekanntlich prägt sich die Botschaft um so tiefer ein, wenn man sie mit Spaß aufnehmen kann.

So geschehen bei der Neuinszenierung der »Fledermaus«, die am Samstag, 30. November, im Oldenburger Staatstheater glanzvoll Premiere feierte. Die Botschaft lautete, dass, egal wie sehr man auch versucht, den wilden ungezügelten Dschungel der Instinkte auszusperren und sich dagegen abzuschotten, das »sündig Triebhafte« doch immer im Hintergrund präsent bleibt und nur darauf lauert, wieder hervorzubrechen. Es war ein Spiel mit Masken und Verkleidungen, bei dem jeder auf der Bühne ein paar Sünden zu verbergen hatte und am Ende im wahrsten Sinne »entlarvt« wurde.

Im Vordergrund stand das spartanisch eingerichtete kühlblaue Wohnzimmer der Eisensteins und dahinter lauerte der Dschungel, in dem Prinz Orlowski, der verdächtig an den verrückten Lemurenkönig aus dem Film »Madagaskar« erinnerte, seine wilden Partys feierte, zu denen die Gäste in Tierkostümen erschienen. Hier durfte sich die Kostümbildnerei mal ordentlich austoben und man sieht am Ergebnis, wie viel Spaß das gemacht haben muss (besonders seien Schlange, Flamingo und Giraffe erwähnt)!

Apropos Spaß gemacht: Auch dem spielfreudigen Ensemble war anzumerken, mit wie viel Spaß es bei der Sache war. Nach den ersten paar Minuten, in denen noch die Premierennervosität für etwas Hektik auf der Bühne sorgte, sprang der Funke auf das Publikum über. Das alles anzusehen, machte einfach großen Spaß. Aber Unterhaltung ist schließlich nichts Verwerfliches, sie erfordert nur große Mühe, um, so wie hier, gut zu funktionieren.

Auch musikalisch versprühte der Abend eine Menge Funken. Mit spielerischer Leichtigkeit und flott im Tempo führte Paul-Johannes Kirschner das gut aufgelegte Oldenburgische Staatsorchester durch die Walzerseligkeit. An ein paar wenigen Stellen hätte es vielleicht etwas weniger Dynamik aus dem Graben den Sängern einfacher gemacht durchzudringen, doch tut das dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch.

Auf der Bühne überzeugte das gesamte Ensemble sowohl darstellerisch wie auch sängerisch. Paul Brady, einer der erklärten Lieblinge des Oldenburger Opernpublikums, verkörperte den Eisenstein mit augenzwinkernder Leichtigkeit und einem warmen Bariton. Inga-Britt Andersson mit ihrem runden und durchaus dramatischen Sopran überzeugte als Rosalinde - vor allem ihr Csárdás war mitreißend. Monika Reinhard war eine hinreißende Adele, sicher in jeder Koloratur ihrer diffizilen Partie. Johannes Held verkörperte Doktor Falke edel und mit warmem Timbre. Daniel Ohlmann nahm sich als verhinderter Lover im Damenmorgenrock mit Handschellen wedelnd wunderbar selbst auf die Schippe. Peter Felix Bauer spielte den Gefängnisdirkektor Frank mit viel Gespür für komödiantisches Timing insbesondere im Zusammenspiel mit Henner Momann als Frosch. Letzterer erhielt für seinen sehr norddeutschen Gefängniswärter mit argen Gleichgewichtsproblemen den wohl größten Applaus des Abends. Stürmisch umjubelt wurde auch der neu zum Oldenburger Ensemble zählende Countertenor Benjamin Boresch, der die Partie des Prinzen Orlowsky mit aller Dekandenz souverän ausfüllte. Lobend erwähnt seien auch noch Michael Pegher (Dr. Blind) und Anne Fuchs (Ida). Ein ganz großes Lob geht wiederum auch in dieser Produktion an den Opernchor unter der Leitung von Thomas Bönisch.

Einzig die für diese Neuinszenierung neu komponierte Einlage von Gordon Kampe vermochte mich nicht recht zu überzeugen. Auch wenn sie Motive aus der Ouvertüre aufgreift, zitiert und parodierend weiterverarbeitet, so war der Bruch zu Strauß‘ Partitur doch m. E. zu stark und -s tatt die Handlung pointiert voranzutreiben - stellte die Einlage eher eine Zäsur dar und wirkte wie ein Fremdkörper.

Alles in allem ist mit dieser Produktion des Teams um Paul-Johannes Kirschner (musikalische Leitung) und K. D.Schmidt (Inszenierung) ein beglückender Operettenabend entstanden, der vom Premierenpublikum mit begeistertem Applaus und vielen Bravorufen dankbar aufgenommen wurde.


Foto: Andreas J.Etter
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