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Vorträge am 12. und 14. Juni abgesetzt

08.06.2017, 12:52 Uhr

Stadtverwaltung tritt von den Überlassungsverträgen für das PFL zurück

Das war ja zu erwarten. Unter dem Titel »Stadt gibt anti-israelischen Vorträgen keine Bühne« teilte die Pressestelle der Stadt Oldenburg am 7. Juni mit, dass selbige von den Überlassungsverträgen für den Veranstaltungssaal zurücktritt und damit die beiden Veranstaltungen des Fördervereins »Internationales Fluchtmuseum« für den 12. und 14. Juni im Kulturzentrum PFL verhindert.

Zur Begründung führt die Stadt sicherheitsrelevante und inhaltliche Bedenken an. Nach der Verwaltung vorliegenden Informationen sei eine Konfrontation zwischen Befürwortern und Gegnern der BDS-Bewegung zu erwarten. Es sei nicht anzuschließen, dass es zu Schäden an den Räumlichkeiten kommen könnte und zeitgleich im Kulturzentrum stattfindende Veranstaltungen gestört würden. Auch sei bei der Anmeldung der beiden aktuellen Vorträge nicht kommuniziert worden, dass der Förderverein »Internationales Fluchtmuseum« faktisch eine Ersatzveranstaltung für die seinerzeit abgesagte BDS-Veranstaltung durchführen wolle. Der direkte BDS-Bezug sei erst nachträglich durch einen Veranstaltungs-Flyer bekannt geworden. »Ich fühle mich getäuscht«, zeigt sich Oberbürgermeister Jürgen Krogmann verärgert.

Dazu ist zu sagen, dass in der Anmeldung selbstverständlich die Namen der Referenten genannt wurden, wie von Seiten des Fluchtmuseums zu erfahren war. Deren Reputation dürfte auch den Verantwortlichen der Stadtverwaltung geläufig sein.

Damit ist leider zum wiederholten Mal vielen interessierten Bürger_innen die Möglichkeit zur Information und Diskussion zum israelisch-palästinensische Verhältnis genommen worden. Eine offene Debatte darüber ist offenbar nach wie vor in dieser Stadt nicht möglich. Dabei hat Oberbürgermeister Krogmann noch am 15. Mai zu Beginn einer Preisverleihung im PFL verkündet, Oldenburg sei »eine Stadt für alle«, den derzeitigen antidemokratischen Tendenzen zum Trotz. Drei Wochen später scheint das nicht mehr zu gelten. Schade, wieder eine Chance vertan.
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