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23. Auflage des CSD in Oldenburg: Feiern und fordern

05.06.2017, 17:07 Uhr

Oberbürgermeister Krogmann wirbt für Respekt und Toleranz

Lautstark, bunt und eine klare Botschaft: Ja zur Liebe und zur Gleichberechtigung, Nein zu Vorurteilen und zur Diskriminierung von homo- und transsexuellen Menschen. Der Christopher Street Day (CSD) ist in Oldenburg seit jeher eine Mischung aus Vielfalt feiern und fordern. „Wahrgenommen wird der CSD meist als schrille Party, doch hinter dieser Veranstaltung steht ein ernstes Anliegen. Es geht um ein deutliches Bekenntnis zu einer weltoffenen, respektvollen und toleranten Stadt“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Auch wenn für die Gleichberechtigung von Homo- und Transsexuellen in den vergangenen Jahren viel erreicht werden konnte, gebe es aber in Zukunft noch viel zu tun, so Krogmann. „Denn von einer Einstellung, in der Diskriminierung und Intoleranz keinen Platz finden, profitiert unsere gesamte Gesellschaft.“ Der Oberbürgermeister dankt den CSD-Initiatoren für ihren Einsatz: „Wir brauchen dieses Engagement gegen die manifeste oder latente Diskriminierung von Menschen, deren sexuelle Orientierung nicht dem Schema heterosexueller Beziehungen entspricht.“

Sichtbares Zeichen der städtischen Solidarität ist die Regenbogenflagge, die Krogmann am Donnerstag, 1. Juni, bei der Pressekonferenz zum CSD gemeinsam mit Kai Bölle präsentierte. Bölle ist Vorstandsmitglied des Vereins Lesben- und Schwulentag Nordwest (LuST), der den CSD Nordwest veranstaltet. Die Flagge weht ab Freitag, 2. Juni, wieder vor dem Alten Rathaus.

Im Mittelpunkt steht die Demonstration am Samstag, 17. Juni, zu der erneut rund 10.000 Teilnehmende in Oldenburg erwartet werden. Als Leitthema für die Demo hat der CSD Nordwest die Forderung erkoren, den Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Orientierung und Identität zu ergänzen. „Derzeit ist der rechtliche Fortschritt von einer wohlgesonnenen Mehrheit im Bundestag abhängig“, konstatiert Bölle. Noch immer dürften gleichgeschlechtliche Paare weder heiraten noch Kinder adoptieren.

Der CSD wirbt zudem für Akzeptanzförderung durch Bildung: „Wir wollen, dass in Lehrplänen an Schulen sexuelle Vielfalt bewertungsfrei berücksichtigt und in die Ausbildung von Lehrkräften einbezogen wird“, so Bölle. Diese Aufklärungsarbeit sei gerade deshalb so wichtig, um der auf den Schulhöfen immer noch weit verbreiteten Homophobie Einhalt zu gebieten.

Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussion und Ausstellung
Auch im beruflichen Umfeld gelte es anzusetzen, um die Situation von Homo- und Transsexuellen zu verbessern. Mit dem Diversity-Tag, der zum CSD-Rahmenprogramm gehört, ist Oldenburg auf einem guten Weg. Die 4. Auflage der Veranstaltung fand in Kooperation von Stadt Oldenburg, Völklinger Kreis und CSD Nordwest bereits am 30. Mai im Alten Landtag statt. Gastgeber war diesmal die Polizeidirektion Oldenburg. Erneut haben namhafte Unternehmen Flagge gezeigt und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.
Das Edith-Russ-Haus präsentiert noch bis zum 18. Juni eine der ersten Gruppenausstellungen in Deutschland, die sich mit transgeschlechtlichen Lebensformen beschäftigt. Sie umfasst Videoinstallationen, Fotografien, Performance und eine interaktive Installation. Am Mittwoch, 7. Juni, ist dort ab 19 Uhr ein Informationsabend mit anschließender Diskussion zum Thema „Transidentität am Arbeitsplatz“ geplant. Sabrina und Jen berichten von persönlichen Erfahrungen, Dr. Lüder Tietz, Ethnologe an der Uni Oldenburg, moderiert. Der Eintritt ist frei. Ebenso gilt freier Eintritt in die Ausstellung zur CSD-Demo am 17. Juni.

Zum CSD-Programm gehört auch die „Filmrolle“: Bis zum 12. Juni ist das „Cine k“ der Kulturetage Anlaufpunkt für alle Freundinnen und Freunde des queeren Films. Am Sonntag, 11. Juni, findet in der St. Lambertikirche ab 10 Uhr ein Gottesdienst zum CSD statt. Unter dem Motto „So weit der Himmel ist“ beteiligen sich viele Gruppen sowie Künstlerinnen und Künstler an der Gestaltung. In Kooperation mit dem AStA der Carl von Ossietzky-Universität gibt es im Bundestagswahljahr am Dienstag, 13. Juni, ab 18 Uhr eine Podiumsdiskussion im Schlauen Haus. Eingeladen sind die Kandidatinnen und Kandidatinnen, die sich in Oldenburg um ein Bundestagsmandat bewerben.

Schon Kultstatus genießt die Nacht der kleinen Künste. Zum nunmehr 20. Mal eröffnet sie das CSD-Wochenende am Freitag, 16. Juni. Ab 19.30 Uhr wird in der Kulturetage mit vielen Jubiläumsgästen ein Rückblick auf Höhepunkte der vergangenen beiden Jahrzehnte gehalten. Mit dabei sind die Kabarettisten Kay Ray und Holger Edmaier, VITA B., das Frauenduo „Suchtpotenzial“ sowie Poetry-Slam-Künstler Sven Hensel.

Demonstration und Kundgebung
Herzstück des CSD ist der Demonstrationszug, der am Samstag, 17. Juni, mit geschmückten Wagen, Schildern, Bannern, Fahnen, Luftballons und Trillerpfeifen quer durch die Innenstadt führt. Der Tross startet um 12 Uhr in der Rosenstraße. Zum Abschluss wird es ab 14 Uhr einen Mix aus Kundgebung und Kulturfest auf dem Schlossplatz geben. Auf der Bühne stehen das Deutsch-Pop-Duo „Ohrenpost“ und Sängerin Kery Fay. Zur Abschlussparty geht es danach in den Klub Molkerei am Westkreuz: Einlass zur „Night oft the Pride“ ist ab 22 Uhr.

CSD-Gala im Oktober
Zum Vormerken: Ab diesem Jahr findet die CSD-Gala im Staatstheater erst im Oktober statt. Die 4. Auflage ist für den 28. Oktober terminiert. Sie steht damit am Anfang der neuen „CSD-Saison“. Der neue Termin soll dafür sorgen, dass die Anliegen der Lesben- und Schwulenbewegung nicht nur im Mai und Juni wahrgenommen werden.


Termin-Übersicht

– bis Samstag,12. Juni: CSD Filmrolle, Cine k der Kulturetage

– Mittwoch, 7. Juni: Informationsabend und Diskussion zum Thema „Transidentität am Arbeitsplatz“ mit Sabrina und Jen, Moderation Dr. Lüder Tietz, zur Ausstellung „WILD – Transgender and the Communities of Desire“, Edith-Russ-Haus, 19 Uhr

– Sonntag, 11. Juni: Gottesdienst, St. Lamberti-Kirche, 10 Uhr


– Dienstag, 13. Juni: Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten, Schlaues Haus, 18 Uhr

– Freitag, 16. Juni: Nacht der kleinen Künste, Kulturetage, 19.30 Uhr

– Samstag, 17. Juni: Demonstration (12 Uhr, Start Rosenstraße), Abschlusskundgebung (14 Uhr, Schlossplatz), Night of The Pride (22 Uhr, Klub Molkerei)

– Samstag, 28. Oktober: 4. CSD-Gala, Oldenburgisches Staatstheater, 20 Uhr


Hintergrund

Der CSD Nordwest in Oldenburg wird seit 1995 vom Lesben- und Schwulentag Nordwest e.V. (LuST e.V.) organisiert und verantwortlich ausgerichtet. Termin ist jeweils der 3. Samstag im Juni. Mit rund 10.000 Teilnehmenden am Demonstrationszug und der anschließenden Kundgebung gehört der Oldenburger CSD zu den größten Deutschlands.

Der Christopher Street Day erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.csd-nordwest.de
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