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Neues »Ghostbike« an der Straße Am Bahndamm

19.05.2017, 12:12 Uhr

Symbol für am 28. April getötete Radfahrerin

Am Mittwoch, den 17. Mai, fand der diesjährige Ride of Silence statt. In Oldenburg trafen sich neben dem Ghostbike am ZOB rund 50 Radfahrer_innen, um ebenso wie in über 400 weiteren Städten weltweit an die zu erinnern, die als Radfahrende im Straßenverkehr getötet oder verletzt wurden.

Trauriger aktueller Anlass war der Todesfall einer Radfahrerin am 28. April. Sie wurde von einem Transporter angefahren, der aus dem Rotkehlchenweg auf die Straße Am Bahndamm abbiegen wollte, und erlag noch am selben Tag ihren schweren Verletzungen. Zur Erinnerung daran wurde von Fahrrad-Aktivist_innen aus dem Umfeld der Critical Mass Oldenburg im Rahmen dieses Ride of Silence ein »Ghostbike« aufgestellt. Bei Ghostbikes handelt es sich um komplett weiße Fahrräder, die Stellen markieren, an denen Radfahrende durch Verkehrsunfälle getötet wurden. Sie dienen als Mahnmale und als Orte der Erinnerung.

Deutschlandweit wurden in den letzten Jahren jeweils rund 400 Radfahrende bei Verkehrsunfällen getötet und weit über 70.000 verletzt. In Oldenburg gab es bis zum tragischen Unfall am 28. April zwar seit 2013 keine getöteten Radfahrenden zu verzeichnen. Die Zahl der Verletzten ist aber dessen ungeachtet besorgniserregend hoch: So wurden im vergangenen Jahr 49 Radfahrende bei Unfällen schwer und 353 Radfahrende leicht verletzt. Überhaupt bewegen sich die Unfallzahlen für den Radverkehr in Oldenburg auf einem hohen Niveau. Diese Zahlen stellen dabei das Ergebnis einer Entwicklung dar, die seit 2010 im Gange ist. Seitdem weisen nahezu alle relevanten Zahlen einen deutlichen Trend nach oben auf – die Zahl der Unfälle mit der Beteiligung von Radfahrenden, die Zahl der dabei Leichtverletzten sowie die Zahl der dabei Schwerverletzten. Je nach Kennzahl sind das heute 26 bis 58 Prozent mehr als noch 2010.

Ohne Knautschzone unterwegs, ist das Risiko von schweren und tödlichen Verletzungen bei Unfällen für Radfahrende besonders groß. Vor allem, da sie verkehrsplanerisch häufig mit Lösungen (über)leben müssen, die sie an den Rand drängen, unsichtbar machen und benachteiligen.

»Radfahren ist eine Fortbewegungsart, die vom Kindesalter bis ans Lebensende den Allermeisten offensteht. Es handelt sich um eine der ersten Formen der eigenen Mobilität, es ist gut fürs Wohlbefinden, für die Gesundheit und für die Umwelt. Es ist platzsparend, lässt einen die Welt sehen und mit anderen Menschen in Interaktion treten. Gleichzeitig sind Radfahrende relativ schutzlos unterwegs. Menschen, die sich so bewegen, müssen geschützt werden! Wenn sie übersehen werden und dieses Übersehen-werden sich nicht nur häuft, sondern in der Folge auch Menschen tötet oder schädigt, dann läuft etwas ziemlich falsch«, so die Organisatoren von der Critical Mass Oldenburg.

Genau aus diesem Grund findet der Ride of Silence statt.

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