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»Teilhabe ist das Ziel, Inklusion ist der Weg«

05.05.2017, 22:40 Uhr
von Carsten Lienemann

Zum 25-jährigen Jubiläum des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hätte das Wetter wirklich besser sein können. Immerhin, es hat nicht nennenswert geregnet an diesem 5. Mai 2017. Und gegen die niedrigen Temperaturen halfen Bewegung und die Rhythmen von Feuersalasamba.

So zogen die Demonstrant_innen zwar in geringerer Zahl als in den Vorjahren, aber gewohnt phantasievoll vom Bahnhofsvorplatz durch die Innenstadt auf den Schlossplatz, um für eine echte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben zu demonstrieren.

»Wir gestalten unsere Stadt« ist das diesjährige Motto des bundesweiten »Aktionstages 5. Mai«. Bezogen auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung fällt Oldenburger_innen dabei unter anderem die Pflastererneuerung auf dem Rathausmarkt ein. »Manche Menschen bedauern dass die schönen alten Pflastersteine verschwinden, aber in einigen Jahren, wenn sie auf einen Rollator angewiesen sind, werden sie das möglicherweise anders sehen«, sagte Bürgermeisterin Christine Wolff in ihrem Grußwort. »Teilhabe ist das Ziel, Inklusion ist der Weg«, so Wolff. »Das Ziel ist erreicht, wenn wir das Wort ›Inklusion‹ nicht mehr brauchen«.

»Der 5. Mai ist seit über 20 Jahren der europäische Protesttag für Menschen mit Behinderung, und noch immer sind unsere Forderungen berechtigt«, betonte Eka Oehne von Selbstbestimmt Leben – Gemeinschaft Oldenburg (SeGOLd e. V.). Mit dem Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes am ersten Januar 2017 habe sich die Situation eher verschlechtert. Dieses Gesetz habe seinen Namen nicht verdient, es verstoße gegen Artikel 3 des Grundgesetzes und Artikel 4 der UN-Behindertenrechtskonvention.

Den Kostenträgern wollte sie keinen Vorwurf machen, diese seien in dieser Situation genau so hilflos wie die Betroffenen. Sie wünsche sich vielmehr eine Lösung gemeinsam mit Kostenträgern, Bürger_innen und Betroffenen. »Wenn man über Menschenrechte redet, darf man nicht die Kostenfrage stellen«, so Oehne.

Zum Abschluss der Kundgebung gab es bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit für Gespräche und Begegnungen sowie Musik von »Kasjka and TheBestJans«.

Die Inklusionswoche dauert in diesem Jahr sogar 10 Tage und läuft bis zum 14. Mai. Hier ist das komplette Programm zum Download (pdf-Datei, 8 MB)

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