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Musik

Bühne frei auf dem Lamberti-Markt

10.11.2017 22:23 Uhr

Stadt sucht Chöre und Interpreten

Bühne frei: Die Stadt Oldenburg sucht Chöre und andere interessierte Gruppen oder Interpretinnen und Interpreten, die beim Lamberti-Markt auftreten möchten. Zur weihnachtlichen Budenstadt gehören in der Zeit vom 28. November bis zum 22. Dezember auch zwei Bühnen. Die Kulisse des Rathausplatzes und des Schlossplatzes sowie die Hütten des Marktes sorgen für eine ansprechende Atmosphäre.

Die Terminkoordination übernimmt die Marktverwaltung. Interessierte können ihre Bewerbung bis zum 15. November an die Stadt Oldenburg, Marktverwaltung (Pferdemarkt 14, 26121 Oldenburg), oder per E-Mail an ordnung@stadt-oldenburg.de senden. Für Rückfragen steht Axel Sieling unter der Telefonnummer 0441 235-2266 zur Verfügung.

Interessierte werden gebeten, die Größe ihrer Gruppe, den Strombedarf, Terminwünsche und das geplante Programm sowie dessen Länge anzugeben. Die Stadt wird die Beiträge sammeln und ein Programm für die Marktzeit erstellen. Eine Gage oder Aufwandsentschädigung kann leider nicht gewährt werden – dafür ist den Auftretenden der Beifall des Publikums gewiss.
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100 Oldenbürger sorgen für musikalisches Chaos

28.10.2017 21:01 Uhr
100 DJs Party
18. November im Cadillac - Oldenburg


Gemäß dem Titel werden einhundert bekannte Gesichter aus dem Oldenburger Leben für eine Songlänge das Schicksal der Tanzwütigen in ihren Händen halten.

Eingeladen wird alles, was die Oldenburger Kulturlandschaft zu bieten hat: legendäre Kneipiers, Musikerinnen, Sportler sowie diverse Gesichter des Nachtlebens und ganz viele Charakterköpfe.

Die Akteur*innen sind also keineswegs DJ Profis – viele werden zum ersten mal die gespannte Menge beschallen.

Die Spielregeln sind einfach und zugleich eine Herausforderung, denn alle DJs dürfen jeweils nur einen einzigen Song spielen. Musikalische Willkür, ein stilistisches Chaos und jede Menge Überraschungen sind also vorprogrammiert.

Schließlich haben die letzten beiden Partys in oldenburg 2009 und 2011 gezeigt, dass selbst die „Münchener Freiheit“ im Strom der Dancefloor-Euphorie beim Publikum ein absoluter Knaller sein kann. Aber auch die Jets mit „Are you gonna be my girl“, die HipHop-Ikonen Kriss Kross mit „Jump“ oder „Funky Cold Medina“ von Tone L?c schlugen ein wie eine Bombe.

Von Pop über Metal, von Rockabilly bis Chanson, von James Brown bis zu DJ Koze - hier soll alles möglich sein und regelrecht aufeinanderprallen. Vereint sind alle wieder nur in einer Sache: Die Tanzfläche zum Kochen zu bringen!
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Grenzenlose Musik im Big Band-Sound erklingt in Oldenburg

20.09.2017 20:18 Uhr

Deutsch-Polnisches Jugendjazzorchester gibt Gastspiel im Kulturzentrum PFL

Grenzenlos gut: Die Konzerte des Deutsch-Polnischen Jugendjazzorchesters (DPJJO) gehören zu den Höhepunkten im niedersächsischen Jazzkalender. Immer im jährlichen Wechsel finden die Auftritte in Polen und Niedersachsen statt. In diesem Jahr wird das DPJJO seinen hochklassigen internationalen Big Band-Sound unter der Leitung der Jazz-Koryphäe Wolf Kerschek – er ist unter anderem Echo- und Hamburger Jazz-Preisträger – in Oldenburg erklingen lassen: Das Konzert im Rahmen der „Polen Begegnungen“ beginnt am Sonntag, 24. September, um 17 Uhr im Kulturzentrum PFL (Peterstraße 3).

Das DPJJO bietet ein anspruchsvolles und mitreißendes Programm mit Kompositionen von Dizzy Gillespie, Sammy Nestico, Pat Metheny und anderen. Dazu kommen polnische Big Band-Kompositionen sowie ein Werk des Lead-Altsaxofonisten Niklas Stolz. Bereichert wird der Orchesterklang durch die starken Stimmen der Sängerinnen Helena Jacke (Jazz & Pop-Studium an der University of the arts in Arnheim, Niederlande) und Kinga ?elichowska.

Seit dem Jahr 2004 treffen sich junge Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker im Alter zwischen 18 und 26 Jahren aus Polen und Niedersachsen, um für hochklassige gemeinsame Konzerte zu proben. Das Orchester wurde anlässlich des 65. Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen gegründet. Die unterschiedlichen stilistischen Einflüsse und die grenzüberschreitende musikalische Freundschaft sorgen jedes Mal für ganz besondere Jazz-Erlebnisse.

Karten für das Konzert im PFL kosten 7,50 Euro. Tickets gibt es an der Abendkasse, Reservierungen sind per E-Mail an tickets@lma-nds.de oder unter der Telefonnummer 05331 908780 möglich.

Mehr zu den „Polen Begegnungen“ unter www.polen-begegnungen.de.
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Brünnhilde in der Fleischerschürze

18.09.2017 09:21 Uhr

Wagners „Die Walküre“ feiert glanzvolle Premiere im Oldenburger Staatstheater

von Marlies Folkens

Die „Walküre“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsopern, ich gebe es unumwunden zu. Für mich gab es nie eine bessere Inszenierung als die, die Patrice Chereau im „Jahrhundertring“ bei den Bayreuther Festspielen auf die Bühne brachte und die ich Anfang der 80er-Jahre als Fernsehübertragung gesehen habe. Die Latte lag also wirklich sehr hoch und sie ist zu meiner grenzenlosen Überraschung am Samstag im Oldenburgischen Staatstheater gerissen worden. Denn das, was Sänger, Orchester und Regie dem Publikum präsentierten, war schlicht phantastisch!

Während ich im „Rheingold“ noch mit der Idee haderte, die Handlung in der Enge eines Alpendorfs spielen zu lassen, so ging dies Konzept in der „Walküre“ meines Erachtens völlig auf.

Während des Vorspiels ist die „Welt auf der Drehbühne“ noch geschlossen. Blitze zucken und die Silhouetten von Hunden huschen über die hölzernen Wände. Siegmund kriecht auf allen Vieren herein, über dem Kopf ein Wolfsfell, und rettet sich in die einzige offene Tür, um sich vor seien Feinden zu verstecken. Auch Sieglinde tritt auf allen Vieren auf, schnuppert wie ein Tier an der Schwelle, über die Siegmund gerade hereingekommen ist. Beide stehen erst dann zum ersten Mal auf, wenn im Orchester das Motiv ihrer Liebe zu hören ist. Erst dann werden sie zu Menschen …

Es sind diese kleinen Details, die das Regiekonzept tragen und so unglaublich spannend machen. Dabei überträgt der Regisseur Paul Esterhazy Bildmotive, die er schon im „Rheingold“ verwendet hat, als Klammer in die „Walküre“. Die bärtige Frau aus dem „Rheingold“, die sich am Schluss als Mutter des Zwillingspaars Siegmund und Sieglinde herausstellt, schnuppert immer wieder an einem Käfig mit Kanarienvögeln, der an der Wand der Stube hängt. Dieser Käfig ist auch in der „Walküre“ präsent und wird von Sieglinde, die einen deutlichen Flaum auf den Wangen trägt, überall hin mitgeschleppt. Ich gehe jede Wette ein, dass diese Vögel im zweiten Akt Siegfried noch eine gewichtige Rolle spielen werden. (Wobei sie sich auch hier schon gelegentlich in piano-Momenten trillernd bemerkbar machten – zum leisen Amüsement der Zuschauer)

Überhaupt: Es gibt reihenweise starke Bilder!
Bei den „Wälse“-Rufen würgt Siegmund das Wolfsfell, dass er als Mantel bzw. Tarnung getragen hat.
Das verzweifelt liebende Zwillingspaar fällt auf dem Ehebett übereinander her, in dem Hunding seinen Rausch ausschläft. Brünnhilde und ihre Schwestern tragen Schlachterschürzen und flicken die Leichen der Gefallenen wieder zu Helden zusammen. (Und sollte ein Held noch nicht so ganz tot sein, wird eben etwas nachgeholfen.)
Wotan übergibt das Erbe der Welt an Alberichs Sohn mit einem erhobenen Stinkefinger.
Das Erstaunlichste aber war für mich die Umsetzung der „Todesverkündung“ im zweiten Akt. Mit den langen Monologen, in denen die Vorgeschichte noch einmal durchgekaut wird, hat so mancher Regisseur seine Umsetzungsprobleme. Hier aber macht die Drehbühne möglich, zu sehen, was gesungen wird. Es ist eine Traumsequenz, in der Brünnhilde Siegmund zeigt, was nach seinem Tod auf ihn wartet: Die Bühne schwenkt von der noch schlafenden Sieglinde zu Wotan, der in der Stube neben dem Herd am Tisch sitzt, dann, als es um die Wunschmädchen in Walhall geht, dreht die Bühne weiter zum Schlafzimmer – alles in einem unirdischen Licht verfremdet. Doch Siegmund will keine himmlischen Wonnen, er will nur bei Sieglinde bleiben. Die Bühne schwenkt zurück zu ihr und alles wird dunkel.

Mir bleibt da nichts zu sagen als: genial gemacht!

Die vielen, vielen anderen Regiehighlights zu besprechen, würde den Rahmen dieser Kritik sprengen - ich könnte noch seitenweise weiterschreiben. Stattdessen möchte ich jedem Wagnerfreund ans Herz legen, selbst in eine der wenigen Vorstellungen zu gehen.

Auch musikalisch war der Abend ein Genuss der absoluten Spitzenklasse. Wagner muss gar nicht laut sein, um zu wirken. Im Gegenteil! Durch die reduzierte Orchesterfassung von Lessing ergibt sich eine Transparenz und Leichtigkeit, die jeden möglichen Bombast im Keim erstickt. Das Vorspiel zum ersten Akt ist wirklich eine gehetzte Flucht durch den Wald, und die Walküren reiten auf wendigen Arabern und nicht – wie oft gehört – auf stämmigen Brauereizossen. Keiner der Sänger wurde vom Orchester zugedeckt, keiner musste brüllen, um sich Gehör zu verschaffen. Jedes Piano, jeder lyrische Moment war deutlich zu vernehmen. Was für eine Freude!

Bei der Auswahl der Sängerdarsteller hatte das Oldenburgische Staatstheater ein goldenes Händchen. Allen voran ist Nancy Weißbach zu nennen, die hier ihr Debüt als Walküren-Brünnhilde gab. Ihr gelang einfach alles mit ihrem wunderbar runden, jugendlich-dramatischem Sopran – von den Spitzentönen des Hojotoho bis zur Mezzolage der Selbstanklage im dritten Akt.

Michael Kupfer-Radecky näherte sich dem Wotan von der Baritonseite, edel im Timbre, mitreißend im Ausdruck. Es war eine Freude, seinem langen Monolog im zweiten Akt zuzuhören. Das ist wahrlich nicht bei jedem Wotan der Fall.

Zoltán Nyári gewann dem Siegmund viele lyrische Seiten ab, wodurch die dramatischen Ausbrüche der Wälserufe umso wirkungsvoller wurden. Nadja Stefanos dramatischer Sopran gab Sieglinde Ausdruck und Leidenschaft. Pavel Shmulevichs schwarzer Bass unterstrich die unterschwellige Brutalität der Figur. Melanie Lang gewann der Fricka mehr tragische als rachsüchtige Seiten ab. Last but not least vermochten die acht Walküren sowohl solistisch wie auch im Ensemble voll zu überzeugen: Martyna Cymerman, Sooyeon Lee, Marija Jokovic, Annekatrin Kupke, Sarah Tuttle, Yulia Sokolik, Zdravka Ambric und Hagar Sharvit.

Das Publikum bedankte sich bei Sängern, Orchester und dem Regieteam mit langanhaltendem, begeistertem Applaus und Bravorufen und wurde nicht müde, die Darsteller und das Orchester wieder und wieder auf die Bühne zu rufen.
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Das einzige Rotary-Orchester weltweit kommt nach Oldenburg

17.06.2015 15:49 Uhr
Seit fast 20 Jahren betreten sie gemeinsam die Bühne. Die rund 80 Mitglieder des Rotary-Sinfonie-Orchesters Deutschland e. V., bestehend aus Rotariern und deren Angehörigen aus ganz Deutschland, kommen nach Oldenburg. Freuen Sie sich auf ein passioniert und versiert gespieltes Konzertprogramm und sichern Sie sich jetzt noch Karten für den 21.06.2015.

Das Rotary-Sinfonie-Orchester wurde 1996 von dem Rotarier Lutz Kittelmann in Dresden gegründet. Einladungen in ganz Deutschland wie nur bspw. in die Berliner Gedächtniskirche, in die Dresdener Frauenkirche, im Mainzer Kurfürstlichen Schloss und auch international in die Basilica Sante Croce in Florenz sowie nach Polen, Österreich und Holland folgten schon bald nach der Gründung.

In dem gut anderthalbstündigen Konzert in einer Matinee am Sonntag, den 21.06.2015 um 11:15 Uhr präsentieren Orchester und Dirigent ein Konzert mit Klassikern von Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms.

Das Konzert wird als Benefiz-Konzert durchgeführt. Sämtliche Einnahmen aus dem Kartenverkauf werden der neu gegründeten KLANGWERKSTATT zu Gute kommen. Dabei handelt es sich um ein neues Projekt des Rotary Clubs Oldenburg-Schloss in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgischen Staatsorchester beim Staatstheater Oldenburg. Hiermit wird Grundschülerinnen und Grundschülern die Möglichkeit eröffnet, die klassischen Instrumente eines Orchesters einmal live kennenzulernen, die Instrumente selbst auszuprobieren und an den Proben des Oldenburgischen Staatsorchesters teilzunehmen.

Karten können bereits über den Kartenvorverkauf des Oldenburgischen Staatstheaters zu den allgemeinen Öffnungszeiten der Theaterkasse im Foyer des Theaters sowie auch telefonisch unter 0441-2225111 bzw. online unter www.staatstheater.de erworben werden.
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PolyGlobal mit »Lack of Limits«

15.04.2015 09:52 Uhr

am 21.04. live im Polyester

Nach einer zweijährigen Pause meldet sich die Oldenburger Folkrock-Institution LACK OF LIMITS mit einem Konzert zurück auf der Weltmusikbühne (PolyGlobal) -veranstaltet von Global Music Player e.V.

eine kurze Historie:
Über 800 Konzerte haben Lack of Limits in ihrer 18 jährigen Bandgeschichte bereits gespielt. Sie tourten in wechselnder Besetzung unermüdlich durch die Klubs, Kneipen und Festivals in Deutschland und England und wurden dabei eine feste Größe in der Folkrockszene.

Sechs Alben und eine DVD sind in dieser Zeit entstanden. Bei ihrem ungewöhnlichen Stilmix aus keltischem Folk, Rock, Reggae, Ska und mythischen Hymnen war es vollkommen egal, ob ihr Publikum aus 50 Kneipengästen oder 10.000 Festivalbesuchern bestand, stets wurde generationsübergreifend gefeiert und getanzt.

Nun wollen Eve Hase (Geige, Akkordeon, Saxofon, Gesang) - Christian Jakober (Gitarre, Gesang) und Marc Prietzel (Schlagzeug) herausfinden ob die Musik noch frisch, tanzbar und lebendig ist - ob der Funke noch überspringt.Seinen Einstand gibt Jörg Isermeyer, der mit seinem Kontrabass dem eh schon ungewöhnlichen Sound von Lack of Limits ein paar weitere besondere Noten hinzufügen wird.


Einlass zu PolyGlobal ist ab 19:30 Uhr, Beginn des etwa einstündigen Konzertes um ca.20:30 Uhr.
Ab ca. 21:30 Uhr findet die offene Bühne statt!
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Wilde Party beim Dschungelkönig

02.12.2013 09:35 Uhr

Johann Strauß »Die Fledermaus« feierte Premiere im Oldenburger Staatstheater

von Marlies Folkens

Johann Strauß »Die Fledermaus« feierte Premiere im Oldenburger Staatstheater Witzig, spritzig und voller Champagner-Laune, so sollte Operette sein. Schon gar, wenn es sich um die leichtfüßige Königin der Operetten, die »Fledermaus« handelt. Muss man in diese walzerselige Perle des Musiktheaters noch eine tiefere Bedeutung hineininterpretieren? Eigentlich nicht, aber es schadet auch nicht unbedingt. Denn bekanntlich prägt sich die Botschaft um so tiefer ein, wenn man sie mit Spaß aufnehmen kann.

So geschehen bei der Neuinszenierung der »Fledermaus«, die am Samstag, 30. November, im Oldenburger Staatstheater glanzvoll Premiere feierte. Die Botschaft lautete, dass, egal wie sehr man auch versucht, den wilden ungezügelten Dschungel der Instinkte auszusperren und sich dagegen abzuschotten, das »sündig Triebhafte« doch immer im Hintergrund präsent bleibt und nur darauf lauert, wieder hervorzubrechen. Es war ein Spiel mit Masken und Verkleidungen, bei dem jeder auf der Bühne ein paar Sünden zu verbergen hatte und am Ende im wahrsten Sinne »entlarvt« wurde.

Im Vordergrund stand das spartanisch eingerichtete kühlblaue Wohnzimmer der Eisensteins und dahinter lauerte der Dschungel, in dem Prinz Orlowski, der verdächtig an den verrückten Lemurenkönig aus dem Film »Madagaskar« erinnerte, seine wilden Partys feierte, zu denen die Gäste in Tierkostümen erschienen. Hier durfte sich die Kostümbildnerei mal ordentlich austoben und man sieht am Ergebnis, wie viel Spaß das gemacht haben muss (besonders seien Schlange, Flamingo und Giraffe erwähnt)!

Apropos Spaß gemacht: Auch dem spielfreudigen Ensemble war anzumerken, mit wie viel Spaß es bei der Sache war. Nach den ersten paar Minuten, in denen noch die Premierennervosität für etwas Hektik auf der Bühne sorgte, sprang der Funke auf das Publikum über. Das alles anzusehen, machte einfach großen Spaß. Aber Unterhaltung ist schließlich nichts Verwerfliches, sie erfordert nur große Mühe, um, so wie hier, gut zu funktionieren.

Auch musikalisch versprühte der Abend eine Menge Funken. Mit spielerischer Leichtigkeit und flott im Tempo führte Paul-Johannes Kirschner das gut aufgelegte Oldenburgische Staatsorchester durch die Walzerseligkeit. An ein paar wenigen Stellen hätte es vielleicht etwas weniger Dynamik aus dem Graben den Sängern einfacher gemacht durchzudringen, doch tut das dem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch.

Auf der Bühne überzeugte das gesamte Ensemble sowohl darstellerisch wie auch sängerisch. Paul Brady, einer der erklärten Lieblinge des Oldenburger Opernpublikums, verkörperte den Eisenstein mit augenzwinkernder Leichtigkeit und einem warmen Bariton. Inga-Britt Andersson mit ihrem runden und durchaus dramatischen Sopran überzeugte als Rosalinde - vor allem ihr Csárdás war mitreißend. Monika Reinhard war eine hinreißende Adele, sicher in jeder Koloratur ihrer diffizilen Partie. Johannes Held verkörperte Doktor Falke edel und mit warmem Timbre. Daniel Ohlmann nahm sich als verhinderter Lover im Damenmorgenrock mit Handschellen wedelnd wunderbar selbst auf die Schippe. Peter Felix Bauer spielte den Gefängnisdirkektor Frank mit viel Gespür für komödiantisches Timing insbesondere im Zusammenspiel mit Henner Momann als Frosch. Letzterer erhielt für seinen sehr norddeutschen Gefängniswärter mit argen Gleichgewichtsproblemen den wohl größten Applaus des Abends. Stürmisch umjubelt wurde auch der neu zum Oldenburger Ensemble zählende Countertenor Benjamin Boresch, der die Partie des Prinzen Orlowsky mit aller Dekandenz souverän ausfüllte. Lobend erwähnt seien auch noch Michael Pegher (Dr. Blind) und Anne Fuchs (Ida). Ein ganz großes Lob geht wiederum auch in dieser Produktion an den Opernchor unter der Leitung von Thomas Bönisch.

Einzig die für diese Neuinszenierung neu komponierte Einlage von Gordon Kampe vermochte mich nicht recht zu überzeugen. Auch wenn sie Motive aus der Ouvertüre aufgreift, zitiert und parodierend weiterverarbeitet, so war der Bruch zu Strauß‘ Partitur doch m. E. zu stark und -s tatt die Handlung pointiert voranzutreiben - stellte die Einlage eher eine Zäsur dar und wirkte wie ein Fremdkörper.

Alles in allem ist mit dieser Produktion des Teams um Paul-Johannes Kirschner (musikalische Leitung) und K. D.Schmidt (Inszenierung) ein beglückender Operettenabend entstanden, der vom Premierenpublikum mit begeistertem Applaus und vielen Bravorufen dankbar aufgenommen wurde.


Foto: Andreas J.Etter
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