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Aktionen zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

25.11.2017, 16:57 Uhr

Fahne des PRO hängt diesmal vor dem Staatstheater – Statements aus dem Arbeitskreis Religionen

Am 25. November wird auf der ganzen Welt der Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Die Organisation »Terre des Femmes« ruft jedes Jahr aus diesem Anlass dazu auf, die Fahne »frei leben – ohne Gewalt« für eine Woche aufzuhängen und damit ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen.

In Oldenburg beteiligen sich viele Firmen und Behörden an der Fahnenaktion, selbstverständlich auch die Gleichstellungsstelle der Stadt Oldenburg. Da der Präventionsrat Oldenburg (PRO) seine Geschäftsstelle im gleichen Gebäude hat, wird die Fahne des PRO jedes Jahr an eine andere Stelle verliehen, dieses Mal an das Oldenburgische Staatstheater.

Der PRO holt außerdem jedes Jahr Aussagen von Oldenburger Prominenten und Vertreter_innen Oldenburger Organisationen zu Gewalt an Frauen ein. 2017 wurden Vertreter_innen des Arbeitskreises Religionen im Präventionsrat gefragt:

Werner Bieberstein, Pastoralreferent und Seelsorger, Katholische Kirchengemeinde
In der »Sozialen Tür St.Willehad« unserer Gemeinde berichten mir immer wieder Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, von ihrem Leid! Oftmals spielen dabei auch Drogen und finanzielle Probleme eine Rolle. Das dies heutzutage immer noch so aktuell ist, ist für mich gesellschaftlich beschämend und nicht akzeptabel.





Sabine van Geuns, Bischöfin Christlich Essenische Kirche
Die Freiheit des Einzelnen ist das höchste Gut und sie endet dort, wo sie die Freiheit eines Anderen beschneidet. Ich finde Gewalt gegen Frauen ist nicht zu tolerieren, da sie die Freiheit extrem beschneidet!







Ahmed Hazzaa, Islamischer Kulturverein (Maryam Moschee)
Häusliche Gewalt und Zwangsverheiratungen finden ihren Ursprung nicht in religiösen Texten, sondern in patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen. Wir als Islamischer Kulturverein Oldenburg e.V./Maryam Moschee distanzieren uns ganz deutlich vor einem Missbrauch jeglicher religiöser Texte zum Zwecke der Gewaltausübung gegenüber Frauen.





Prof. em. Dr. Jürgen Heumann, Uni Oldenburg, Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik
Psychische oder physische Gewalt, Gewalt aufgrund von Rollenfestschreibungen gegen Mädchen und Frauen gehen gar nicht: weder im häuslichen Umfeld, noch als sexuelle Übergriffe privat noch beruflich.
Fragt man nach den Ursachen von Gewalt gegen Mädchen und Frauen, kommen, neben kulturellen Traditionen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, immer wieder auch die Religionen in den Blick; egal ob es solche aus dem westlichen oder solche aus dem östlichen Religionskreis sind. Besonders die oft hervorgehobene Rolle des Mannes in den Religionen war und ist immer noch Mitverursacher auch von häuslicher Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Das muss aufhören. Religionen können in der Demokratie erst dann ernsthafte Partner sein, wenn sie ihre Schuldgeschichte gegenüber Mädchen und Frauen aufarbeiten und die Beseitigung von Gewalt in den eigenen Reihen durchsetzen.

Dr. Birgit Panahi, Bahá’í-Gemeinde Oldenburg
Aus Bahá’í-Sicht wird häusliche Gewalt in jeglicher Form strikt abgelehnt. Wenn Kinder und Heranwachsende sowohl Zusammenarbeit als auch eine Kultur des gegenseitigen Respekts, der Liebe und Gleichwertigkeit in der Familie und in ihrem Umfeld erleben, ist das die beste Prävention.








Tobias Jona Simon, Jüdische Gemeinde zu Oldenburg
"Behandle jeden Menschen so, wie du selbst behandelt werden willst"

(Foto: Tobias Barniske – Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported)








Ilyas Yanc, Bildungsreferent, Yezidisches Forum e.V., Oldenburg-Yezidische Gemeinde Oldenburg
»Als Yezidische Gemeinde lehnen wird jede Form der Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen ab. Da darf es null Toleranz gegenüber den Tätern geben. Frauen und Mädchen die Gewalt erfahren, müssen geschützt werden und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Das Yezidische Forum e.V. ist bei Konflikten als Mediator tätig und berät Frauen und Mädchen die Gewalt erfahren haben. Als Gesamtgesellschaft ist es unsere Aufgabe hinzusehen und solche Taten zu verurteilen.«

(Bildrechte: Johannes Bichmann)
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