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Gasse „Abraham“ erhält Informationstafel

22.12.2017, 21:37 Uhr

Stadtverwaltung folgt Schüler-Anregung – Erinnerung an NS-Vergangenheit

Aus der Geschichte lernen: Marcel Marx, Schüler im 9. Jahrgang der IGS Kreyenbrück, hat das getan. Auf seine Anregung hin hat das Kulturbüro der Stadt Oldenburg im Auftrag des Kulturausschusses in dieser Woche in der Innenstadt an der Ecke Abraham/Gaststraße eine Informationstafel anbringen lassen, die ein Kapitel Oldenburger NS-Vergangenheit beleuchtet. Der Text klärt über die Geschichte der von den Nationalsozialisten im Jahr 1942 verfügten Umbenennung des jüdisch klingenden Straßennamens „Abraham“ in „Winkelgang“ auf. Seit dem 1. Januar 2001 heißt die Gasse wieder „Abraham“. Der Stadtrat hatte die Rückbenennung in seiner Sitzung am 19. September 2000 einstimmig beschlossen.

Die Informationstafel wurde aus transparentem Plexiglas in den Maßen 60 mal 80 Zentimeter gefertigt und unter dem Straßenschild „Abraham“ seitlich am Gebäude Gaststraße Nummer 28 angebracht.

In der schulischen Auseinandersetzung mit den Themen Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg hatte sich Marcel Marx mit den Hintergründen der Umbenennung der Gasse beschäftigt. Er wandte sich im August dieses Jahres an die politischen Gremien der Stadt und schlug eine Informationstafel an dem historischen Ort in der Innenstadt vor. Der Kulturausschuss zeigte sich sehr erfreut über das Engagement des Schülers und veranlasste das Installieren der Informationstafel. Auch der Eigentümer des Hauses an der Gaststraße stimmte dem Vorhaben zu.


Die Informationstafel trägt den folgenden Text:
„Der Straßenname Abraham wird auf einen 1626 erstmals erwähnten Oldenburger Bürger namens Abraham Arondeus zurückgeführt, der in der Nähe wohnte.

Obwohl sich nicht belegen ließ, dass Abraham Arondeus jüdischen Glaubens war, benannten die Nationalsozialisten zu Beginn des Jahres 1942 den Abraham um in Winkelgang. Grundlage für diese Entscheidung war ein Runderlass des Reichsministeriums des Innern von 1938, in dem die Umbenennung von Straßennamen angeordnet wurde, wenn diese auf jüdische Namen verweisen.

Aufgrund bürgerschaftlichen Engagements und daraufhin erfolgten Ratsbeschlusses trägt der Abraham seit Januar 2001 wieder seinen ursprünglichen Namen.“
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