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SoVD und GSG schließen Bündnis für bezahlbares Wohnen

11.04.2018, 21:10 Uhr
Anlässlich der Gründung des Bündnisses für bezahlbares Wohnen in Niedersachen fordern der SoVD-Oldenburg und die GSG Oldenburg Bau- und Wohnungsgesellschaft mbH, bezahlbaren Wohnraum als erste Aufgabe der städtischen Daseinsvorsorge zu betrachten. Hannelore Veit, Vorsitzende des SoVD-Kreisverbands und Stefan Könner, Geschäftsführer GSG: „Wir brauchen mehr sozialen Wohnungsbau, der als Korrektiv im überhitzten Markt funktioniert. Hohe Mieten treffen nicht nur Menschen mit geringem Einkommen. Auch Oldenburger der Mittelschicht finden kaum noch bezahlbare Wohnungen. Wie sollen etwa Pflegekräfte, die wir in Folge der demografischen Alterung immer mehr brauchen, Mieten zahlen?“

Könner und Veit weisen darauf hin, dass die Faustregel zur Miethöhe nicht mehr gilt. Danach floss etwa ein Drittel des Einkommens in die Miete. Das sei heute für viele nicht mehr möglich, sagt Könner: „Menschen, die gering bezahlte Jobs haben oder auf staatliche Leistungen angewiesen sind, sind nahezu ohne Chance auf dem freien Wohnungsmarkt. Die öffentliche Hand subventioniert die Mieten.“ Könner weist auf eine Tendenz hin: „Während vor 10 Jahren noch GSG-Wohnungen leer standen, haben wir heute über 5.000 Bewerber. Etwa ein Drittel kommt zu uns, weil sie Grundsicherung beziehen. Die Mehrzahl aber hat Jobs und sucht bezahlbare Wohnungen. Selbst Durchschnittsverdienern fällt es schwer, die Mieten zu zahlen. Die Wohnungsnot erreicht die Mitte der Gesellschaft. Wir brauchen mehr sozialen Wohnungs-bau, der als Korrektiv wirken kann. Es ist Quatsch zu sagen, der Markt wird es schon richten.“

Veit: „Wir wollen das Recht auf bezahlbare Wohnungen in der Landesverfassung verankern. Die Entwicklung der Mieten hat dazu geführt, dass selbst ein normales Einkommen oft nicht mehr ausreicht, um passenden Wohnraum zu finden. Besonders betroffen sind Alleinerziehende mit Kindern oder größere Familien. Die Parteien vor Ort wären gut beraten, das Thema Wohnungsraum zum vordringlichsten Thema zu machen. Menschen haben Angst– und die Angst um das Zuhause sitzt tief. Wer vermeiden will, dass Menschen extremen Meinungen anhängen, muss derartige Ängste wie um die Wohnung ernst nehmen. Das ist ganz konkret Politik der sozialen Gerechtigkeit.“
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