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Inklusion

Gemeinsamer Einsatz für mehr Teilhabe am Arbeitsleben

23.10.2017 09:31 Uhr

Schwerbehindertenvertretungen aus Oldenburger Unternehmen tagen im PFL

Oldenburg. Gut beraten und gut vernetzt: Auf Einladung der Fachstelle Inklusion der Stadt Oldenburg kamen jetzt im PFL mehrere Schwerbehindertenvertretungen von Oldenburger Unternehmen zusammen. Ziel ist es, die Situation von Beschäftigten mit Behinderungen in Oldenburg zu analysieren und in nächsten Schritten eine weitere Verbesserung anzustreben. In einem ersten Erfahrungsaustausch ging es zunächst vor allem um die Möglichkeiten einer besseren Vernetzung. Auch Fragen der Informationsgewinnung und -vermittlung wurden thematisiert. Seitens der Teilnehmenden wurde hier deutlich, dass der Wunsch nach einer koordinierenden Anlaufstelle besteht, die alle anfallenden Fragen bündelt.

Angereichert wurde die rege Diskussion durch zwei Kurzreferate von der Inklusionsbeauftragten der IHK Oldenburg, Elke Schulte, sowie von Theresia Much vom Integrationsamt Oldenburg. Elke Schulte hat bei der IHK eine Art Lotsenfunktion, in der sie Arbeitgeber über die Chancen und Vorteile einer Einstellung von (schwer-)behinderten Menschen aufklärt und berät. Theresia Much klärte die Anwesenden über Fördermöglichkeiten für (schwer-)behinderte Arbeitnehmer auf. So gibt es neben der finanziellen Förderung (zum Beispiel Lohnkostenzuschüsse) auch die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz bedarfsgerecht zu gestalten.

„Das war ein gelungener Auftakt“, freute sich Peter Dresen von der Fachstelle Inklusion. „Es war uns wichtig, die Sichtweise derjenigen zu hören, die sich tagtäglich für die (schwer-)behinderten Arbeitnehmer einsetzen.“ Die Teilnehmenden verständigten sich darauf, weitere Treffen zu organisieren und den Kreis eventuell zu erweitern. „Die Themen werden uns nicht ausgehen“, so Thorsten Unger von der Schwerbehindertenvertretung der Stadt Oldenburg.
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Gute Beispiele und Methoden transferieren

08.10.2017 18:57 Uhr
von Daniel Lüllmann

Eine Delegation aus Archangelsk in Russland besuchte die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO). Die Gäste informierten sich über die Arbeit der Behindertenhilfe in Deutschland. Dabei galt das Interesse der praktischen und pädagogischen Arbeit, um Ideen für die eigene Arbeit mit behinderten Menschen nach Russland transferieren zu können.

Die Gesellschaft Deutschland-Russland/Dagestan ist seit Jahren für die Verbesserung und Ausdehnung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation aktiv. Hierzu organisiert die Gesellschaft regelmäßige Treffen zwischen unterschiedlichen Akteuren aus beiden Ländern. „Oberstes Ziel ist es, dadurch dem Frieden und der Völkerverständigung zwischen den Bürgern beider Seiten zu dienen. Dem kommt gerade in diesen Zeiten besondere Bedeutung zu.“ sagt Helmut Hinrichs, Vorsitzender der Gesellschaft Deutschland – Russland/Dagestan.

Im Zuge des Austausches besuchte nun eine Delegation aus Archangelsk, einer Hafenstadt in Nordrussland, die GWO, um sich über die Arbeit in der Behindertenhilfe in Deutschland zu informieren. Die Gäste engagieren sich beruflich und ehrenamtlich in ihrer Heimat für Menschen für Behinderungen. Besonders interessiert waren die Teilnehmer an der pädagogischen Arbeit der Werkstätten und der Organisation von Qualifizierung, Arbeit und Wohnen. Ein Punkt, der dabei für besondere Aufmerksamkeit sorgte, war der Einsatz von Piktogrammen. Die GWO nutzen die Ergänzung von Schrift mit Symbolen für Menschen, die nicht sicher lesen oder schreiben können, um Informationen verständlicher zu machen. So wird dieses System, genau wie im Café Kurswechsel, auch im Museumscafé im Horst-Janssen- und Stadtmuseum Anwendung finden. Das Café wird ab Dezember durch die Tochtergesellschaft Teilhabe gGmbH der GWO betrieben.

„Wir wissen durch unsere eigenen Besuche in Russland, dass es dort noch viel Entwicklungsbedarf in der Eingliederungshilfe gibt. Deshalb freuen wir uns, wenn wir Ideen und Impulse weitergeben können, um zu einer positiven Entwicklung beizutragen.“ betonte Gerhard Wessels, Vorstand der GWO. Beide Seiten wollen hierzu im Austausch bleiben, so Wessels.
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Gemeinnützige Werkstätten begrüßen neue Azubis

26.09.2017 20:54 Uhr
Zum Start ins Berufsleben begrüßten die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) 8 neue Auszubildende zum Werker im Gartenbau und 6 zum Metallfeinbearbeiter in ihrem Bereich ›aqua‹.

„Dies ist bereits der achte Jahrgang junger Menschen, den wir im Auftrag der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven zum Metallfeinbearbeiter oder Werker im Gartenbau ausbilden“, erklärt Wolfgang Hündling (Bereichsleiter Bildung) zum Hintergrund der Ausbildungen. „Der Unterschied zu einer regulären Ausbildung liegt darin, dass beide Ausbildungsgänge stärker praxisorientiert und die theoretischen Anforderungen etwas geringer sind. Nach drei Jahren enden die Ausbildungen mit einem anerkannten Berufsabschluss. Finanziert wird das Ganze von der Agentur für Arbeit.“ so Hündling. Zudem seien alle stolz auf die bisherigen Erfolge. So konnten viele der bisherigen Auszubildenden im Anschluss an die Ausbildung eine Stelle in hiesigen Betrieben finden. Daher bieten die Ausbildungen eine hervorragende Perspektive, so Hündling weiter. Er wünscht allen neuen Auszubildenden einen guten Start, viel Motivation und natürlich auch Spaß in den kommenden drei Jahren.
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Bildungszentrum baut für Regenbogenkinder

14.08.2017 09:09 Uhr

Feuerwehrstation unterstützt Kommunikation

von Frerk Hinrichs

Kinder erwarten, dass sie durch ihr Tun etwas bewirken. Kinder mit Einschränkungen haben weniger Möglichkeiten, sich als wirksam zu erfahren. Mit einer selbst entwickelten Feuerwehrstation ändert sich das jetzt. Auf Knopfdruck startet ein Helikopter oder eine Sirene heult auf. Ein Spiezeugfeuerwehrmann klettert eine Stange rauf und runter. Ein Schriftzug wechselt die Farbe oder die Innenbeleutung ändert sich. Kaum ist der Fernbedienungskasten mit den großen Knöpfen in Reichweite, probieren Lilly und Luca aus. Entwickelt wurde die Station von Schüler Ricardo Scholze zusammen mit Lehrern des Bildungszentrum Technik und Gestaltung an der Ehnernstraße Oldenburg.

Jörg Wichmann aus der Holzabteilung, Gerhard Eekhoff von der Elektrotechnik und Informatiker Gert Mora Motta haben geplant, ausprobiert, gebaut und optimiert. Liliana Mora-Motta und Hartmut Ennen haben die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder aus Haus Regenbogen mitgeteilt. Mit den Mitteln der Lantz-Dyckmann-Stiftung konnten noch weitere Artikel zur Unterstützung der Kommunikation für die Kinder im Haus Regenbogen beschafft werden.

Sprechende Fotoalben, iPads für Bilderbuchkino und Sprechtaster helfen den Kindern nun, sich an Kommunikation zu beteiligen und mit ihrem Umfeld in Kontakt zu treten. Das macht macht den Kindern sichbar Spaß.
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Jakob-Muth-Preis an AG „Inklusion an Oldenburger Schulen“ verliehen

22.06.2017 20:05 Uhr

Porträtfilm im Internet verfügbar

Am Mittwoch, 21. Juni, wurde der AG „Inklusion an Oldenburger Schulen“ der Jakob-Muth-Preis in Rostock verliehen. Als stadtweite Arbeitsgruppe wurde sie in diesem Jahr mit dem bundesweiten Preis für inklusive Schulen ausgezeichnet, der von der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, der Deutschen UNESCO-Kommission und der Bertelsmann Stiftung ausgeschrieben wird. Sozialdezernentin Dagmar Sachse und Prof. Dr. Holger Lindemann haben zusammen mit weiteren Vertreterinnen und Vertreter der AG den Preis in Anwesenheit von Verena Bentele, Birgit Hesse, Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, Britta Ernst, Ministerin für Schule und Berufsbildung in Schleswig-Holstein, sowie der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt entgegengenommen. Die Auszeichnung beinhaltet 5.000 Euro Preisgeld und die Möglichkeit einer individuellen Fortbildung.

Bereits im April war in Oldenburg Engelkes TV zu Gast, ein Filmteam aus Köln, das im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ein Porträt der Arbeitsgemeinschaft und der inklusiven Arbeit an Schulen in Oldenburg gedreht hat. Der Film, der bei der Preisverleihung seine Premiere feierte, zeigt die Grundschule Krusenbusch und die Helene-Lange-Schule mit ihren Beiträgen zur Inklusion sowie ausführlich die Arbeit der AG „Inklusion an Oldenburger Schulen“. Er ist in voller Länge zu sehen unter www.jakob-muth-preis.de.
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Ein Örtchen für alle, aber nicht für jeden

15.06.2017 00:12 Uhr

Erste „Toilette für alle“ eröffnet – Angebot im Schlauen Haus einzigartig in Norddeutschland

Über dieses stille Örtchen darf gerne laut geredet werden: Oldenburgs Sozialdezernentin Dagmar Sachse und die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen, Petra Wontorra, haben am Mittwoch im Schlauen Haus (Schloßplatz 16) eine „Toilette für alle“ vorgestellt. Das neue Angebot richtet sich an Menschen mit schweren, mehrfachen und altersbedingten Beeinträchtigungen. In der „Toilette für alle“ – die erste ihrer Art in Norddeutschland – finden Betroffene und ihre Pflegepersonen alles, was sie für die persönliche Hygiene brauchen: Die Toilettenräume sind groß genug, um auch mit einem Elektrorollstuhl oder Liegendrollstuhl zu rangieren. Es gibt eine Liege sowie einen Personen-Lifter, der es Angehörigen oder Assistenzkräften ohne großen Kraftaufwand ermöglicht, einen Menschen mit Schwerbehinderung aus dem Rollstuhl auf die Liege heben und zu versorgen.

„Die ,Toilette für alle‘ ist ein Leuchtturmprojekt, nicht nur für die Stadt Oldenburg, sondern auch die gesamte Region“, betont Dagmar Sachse. Für Menschen mit zum Teil schweren Behinderungen sei es immer wieder schwierig, eine nach ihren Bedürfnissen eingerichtete Toilette im öffentlichen Raum zu finden. „Hier ist die ,Toilette für alle‘ ein Meilenstein, der es noch mehr Menschen ermöglichen wird, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Wir streben an, im ganzen Stadtgebiet verteilt weitere ‚Toiletten für alle‘ entstehen zu lassen“, kündigt die Sozialdezernentin an.

„Teilhabe für alle erfordert Toiletten, die auch von Menschen mit komplexen Behinderungen genutzt werden können: mit Liege und Transfermöglichkeiten“, erläutert Petra Wontorra, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen. „Es ist ein echtes Bedürfnis, im doppelten Sinne: Niemand will, aber auch niemand soll auf dem Fußboden liegen müssen, wenn eine Inkontinenzeinlage gewechselt wird. Das ist menschenunwürdig. Inklusion ohne Toiletten für alle? Nein, im Gegenteil, wir brauchen viel mehr davon!“

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort hatte sich die Fachstelle Inklusion der Stadt Oldenburg für das Schlaue Haus entschieden – ausschlaggebend waren die zentrale Lage, die gute Zugänglichkeit und die Mitnutzung durch die Oldenburger Tourismus und Marketing GmbH (OTM). An der Auswahl waren auch die Stiftung „Leben pur“ aus München sowie der Oldenburger Behindertenbeirat und die Seniorenvertretung beteiligt gewesen. Die Stiftung setzt sich bundesweit dafür ein, dass an allen öffentlichen Orten „Toiletten für alle“ entstehen. „Wir verstehen das Oldenburger Projekt als wegweisend für viele weitere Anlagen dieser Art, die im Norden hoffentlich bald entstehen werden“, erklärt David Offenwanger vom Wissenschafts- und Kompetenzzentrum der Stiftung „Leben pur“.

Die bestehende rollstuhlgerechte, barrierefrei zugängliche Toilette im Schlauen Haus musste nur umgebaut werden. Die Kosten für den Umbau in Höhe von 11.500 Euro sowie für Beschaffung und Einbau der Liege wurden von der Stadt Oldenburg aus Mitteln des Preisgeldes aus dem Niedersächsischen Modellvorhaben zur Stärkung der Inklusion auf der örtlichen Ebene (2014) finanziert. „Wir freuen uns über die schnelle und unkomplizierte Lösung“, sagt Richard-Balthasar von Busse, Geschäftsführer des Schlauen Hauses.

Die „Toilette für alle“ ist während der Öffnungszeiten des Schlauen Hauses/ OTM (Montag bis Freitag von 9.30 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 16 Uhr) sowie bei Abendveranstaltungen zugänglich. Für die Nutzung des Personen-Lifters ist es notwendig, das persönliche Lifter-Tuch mitzubringen.
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AG „Inklusion an Oldenburger Schulen“ gewinnt Jakob-Muth-Preis

08.06.2017 10:39 Uhr
Die Arbeitsgemeinschaft „Inklusion an Oldenburger Schulen“ wird mit dem Jakob-Muth-Preis für inklusive Schule ausgezeichnet. Die Preisübergabe findet am Mittwoch, 21. Juni, in Rostock statt. Die AG hat den ersten Platz als Schulverbund belegt.

Seit fünf Jahren treffen sich Akteure aus unterschiedlichen Bereichen der Stadt in einer Arbeitsgruppe, um die Umsetzung der Inklusion an Oldenburger Schulen voranzubringen. Die AG umfasst aktuell mehr als 60 Personen unter anderem aus Schulen, Stadtelternrat, Stadtschülerrat, Landesschulbehörde, Selbsthilfegruppen, freien Trägern, Universität, Politik und Stadtverwaltung. Zusammen entwickeln sie Maßnahmen und sprechen Empfehlungen aus, um den Weg zur Teilhabe und zum gemeinsamen Lernen in der Schule zu unterstützen.

Der Jakob-Muth-Preis wird seit 2009 von der Bertelsmann Stiftung, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, und der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. verliehen.
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»Teilhabe ist das Ziel, Inklusion ist der Weg«

05.05.2017 22:40 Uhr
von Carsten Lienemann

Zum 25-jährigen Jubiläum des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hätte das Wetter wirklich besser sein können. Immerhin, es hat nicht nennenswert geregnet an diesem 5. Mai 2017. Und gegen die niedrigen Temperaturen halfen Bewegung und die Rhythmen von Feuersalasamba.

So zogen die Demonstrant_innen zwar in geringerer Zahl als in den Vorjahren, aber gewohnt phantasievoll vom Bahnhofsvorplatz durch die Innenstadt auf den Schlossplatz, um für eine echte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am öffentlichen Leben zu demonstrieren.

»Wir gestalten unsere Stadt« ist das diesjährige Motto des bundesweiten »Aktionstages 5. Mai«. Bezogen auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung fällt Oldenburger_innen dabei unter anderem die Pflastererneuerung auf dem Rathausmarkt ein. »Manche Menschen bedauern dass die schönen alten Pflastersteine verschwinden, aber in einigen Jahren, wenn sie auf einen Rollator angewiesen sind, werden sie das möglicherweise anders sehen«, sagte Bürgermeisterin Christine Wolff in ihrem Grußwort. »Teilhabe ist das Ziel, Inklusion ist der Weg«, so Wolff. »Das Ziel ist erreicht, wenn wir das Wort ›Inklusion‹ nicht mehr brauchen«.

»Der 5. Mai ist seit über 20 Jahren der europäische Protesttag für Menschen mit Behinderung, und noch immer sind unsere Forderungen berechtigt«, betonte Eka Oehne von Selbstbestimmt Leben – Gemeinschaft Oldenburg (SeGOLd e. V.). Mit dem Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes am ersten Januar 2017 habe sich die Situation eher verschlechtert. Dieses Gesetz habe seinen Namen nicht verdient, es verstoße gegen Artikel 3 des Grundgesetzes und Artikel 4 der UN-Behindertenrechtskonvention.

Den Kostenträgern wollte sie keinen Vorwurf machen, diese seien in dieser Situation genau so hilflos wie die Betroffenen. Sie wünsche sich vielmehr eine Lösung gemeinsam mit Kostenträgern, Bürger_innen und Betroffenen. »Wenn man über Menschenrechte redet, darf man nicht die Kostenfrage stellen«, so Oehne.

Zum Abschluss der Kundgebung gab es bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit für Gespräche und Begegnungen sowie Musik von »Kasjka and TheBestJans«.

Die Inklusionswoche dauert in diesem Jahr sogar 10 Tage und läuft bis zum 14. Mai. Hier ist das komplette Programm zum Download (pdf-Datei, 8 MB)

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Inklusionswoche 4. bis 14. Mai

02.05.2017 09:20 Uhr
Das Programm der 6. Oldenburger Inklusionswoche ist so umfangreich, dass es in einer Woche gar nicht unterzubringen ist. Es geht los mit der Eröffnung durch Bürgermeisterin Christine Wolff am Donnerstag, 04.05.2017 um 17:00 Uhr im Gymnasium Eversten, Theodor-Heuss-Str. 7, 26129 Oldenburg. Höhepunkt ist wie in jedem Jahr die Demonstration anlässlich des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, die am Freitag, 05.05.2017 um 15:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz beginnt und nach einem Gang durch die Oldenburger Innenstadt auf dem Schlossplatz endet.

Die Kundgebung findet ab ca. 16.30 Uhr auf dem Schlossplatz statt, bei der die Bürgermeisterin der Stadt Oldenburg Christine Wolff und Eka Oehne von SeGOld e.V. – Selbstbestimmt Leben Gemeinschaft Oldenburg sprechen werden. Die Redebeiträge werden in Gebärdensprache übersetzt. Nach der Kundgebung gibt es bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit für Gespräche und Begegnungen sowie Musik, auch zum Mittanzen und Mitsingen von der Band Kasjka and TheBestJans.

Ein breites Bündnis von verschiedenen Akteuren aus Oldenburg organisiert alljährlich anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen eine Demonstration in der Stadt. Unter dem Motto »Wir gestalten unsere Stadt« soll in diesem Jahr Inklusion vor Ort erlebbar gemacht werden. Das Aktionsbündnis »5. Mai« fragt deshalb, was Oldenburg braucht, um schöner und lebenswerter zu werden. »Mit der diesjährigen Inklusionswoche wollen wir Menschen ermutigen, einander kennenzulernen. Jeder ist anders, mit eigenen Stärken und Talenten. Wir möchten, dass Menschen einander begegnen und ihre Verschiedenheit als Bereicherung erkennen. Gemeinsam können wir viel in unserer Stadt bewegen«, sagt Meike Dittmar, Engagierte im Aktionsbündnis: »Wir möchten somit alle einladen, sich für ein besseres, inklusives Miteinander in Oldenburg einzusetzen.«

Das Aktionsbündnis freut sich über eine zahlreiche Teilnahme bei der Demonstration und dem anschließenden Beisammensein.

Das vollstänige Programm der Inklusionswoche ist auf oldenburg.de/inklusion zu finden (pdf, 8 MB).
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25 Jahre für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen

10.03.2017 16:03 Uhr
von Frerk Hinrichs

Von den Kindern und Jugendlichen, die vor 25 Jahren im Haus Regenbogen gewohnt haben, ist nun keiner mehr da, berichtet Erzieherin Patricia Lippmann beim Jubiläumskaffee in der Wohngruppe. Einen habe sie neulich aber noch im Supermarkt an der Kasse gesehen. Für Lippmann ist das ein gutes Zeichen. Der Weg in die Selbständigkeit ist für diesen jungen Menschen gelungen. Das ist Lippmann und ihren jüngeren Kollegen wichtig. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen brauchen wegen ihrer Behinderungen zwar Unterstützung. Unser Ziel ist es aber, ihnen möglichst viel Selbständigkeit zu ermöglichen. So war es ein fröhliches 25jähriges Dienstjubiläum, das Patricia Lippmann am Dohlenweg feiern konnte. Es gratulierten Diakonie-Vorstand Uwe Kollmann, Einrichtungsleiterin Ute Dorczok und der 2. Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Klaus Schöning. Denn neben ihrer Erziehungstätigkeit im Haus Regenbogen engagiert sich Lippmann seit vielen Jahren für die Kolleginnen und Kollegen bei der Diakonie. Mittlerweile als Vorsitzende der Gemeinsame Mitarbeitervertretung im Diakonischen Werk der Ev. Luth. Kirche in Oldenburg.
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Spende fördert Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

27.01.2017 16:32 Uhr
Die Stiftung Teilhabe unterstützt die Einrichtung eines Außenarbeitsplatzes beim Oldenburger Staatstheater mit 2.400 €.

von Daniel Lüllmann

„Außenarbeitsplätze fördern die Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“, sagt Gerhard Wessels (Geschäftsführer der Stiftung Teilhabe). Bei der Beschäftigungsform handelt es sich um begleitete Arbeit von Beschäftigten einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes, erläutert Wessels. Diese Plätze ermöglichen es, dass Beschäftigte ihre Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten bei einem Arbeitgeber erweitern und so der Übergang in eine dauerhafte Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefördert wird.

Die Stiftung Teilhabe unterstützt nun die Einrichtung eines solchen Arbeitsplatzes für einen Beschäftigten der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) in der Gastronomie des Oldenburger Staatstheaters mit 2.400 €. Davon stammen 1.000 € aus der Spende der Tischlerei und Aluausbauten Wessels GmbH. Geschäftsführer Johannes Wessels übergab die Spende gemeinsam mit Ehefrau Rita Wessels bei einem Besuch der GWO in dieser Woche.
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Kino für die Ohren – Hörspiele selber machen!

17.01.2017 09:56 Uhr

Hörspielwochenende im Blauschimmel Atelier

Lust auf Kreativität, Musik und abenteuerliche Geschichten? Global Music Player und das Blauschimmel Atelier bieten vier Hörspielwochenenden kostenfrei an.

Lustige, abenteuerliche oder gruselige Geschichten, ein bisschen Musik, viel Fantasie und die Möglichkeit, unterschiedliche Rollen auszuprobieren und zu spielen in einer entspannten und lockeren Atmosphäre. Diese sind die Hauptzutaten für die vier Hörspielwochenenden, die im Blauschimmel Atelier an folgenden Terminen stattfinden: 21. und 22. Januar 2017, 04. und 05. Februar 2017, 18. und 19. Februar 2017 und 04. und 05. März 2017, jeweils von 10:00 bis 16:00 Uhr.

An jedem Wochenende können bis maximal 12 Teilnehmer_innen, unter der Leitung von Christian Jakober, ein Hörspiel gemeinsam entwickeln und aufnehmen. Die Teilnehmer erhalten dann die Hörspiele kostenlos auf CD zum immer wieder Hören oder zum Verschenken. Die Teilnahme ist für alle kostenfrei und sowohl an nur einem als auch an allen Wochenenden möglich. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!

Lust auf Kreativität und Abenteuer? Der besondere, außergewöhnliche Start ins neue Jahr noch nicht gefunden? Keine Pläne für die kalten Winterwochenenden? Dann raus aus dem Alltag und rein in die Hörspielwochenenden! Es gibt noch freie Plätze.

Anmeldungen unter: blauschimmel.atelier@ewetel.net oder 0441-2480999 oder direkt bei Christian Jakober unter 04486-921599.

Die Hörspielwochenenden sind eine Kooperation von Global Music Player und dem Blauschimmel Atelier. Sie werden gefördert durch Aktion Mensch.


Termine:
21. und 22. Januar 2017
04. und 05. Februar 2017
18. und 19. Februar 2017
04. und 05. März 2017

Uhrzeit:
jeweils von 10:00 bis 16:00 Uhr

Wo:
Im Blauschimmel Atelier, Klävemannstr. 16 (I. Stock), 26122 Oldenburg (barrierefreie Räume)

Was:
An jedem Wochenende ein Hörspiel entwickeln, gestalten, spielen und aufnehmen.

Ein Hörspiel pro Wochenende. Jedes Hörspiel ist dann auf CD kostenlos erhältlich.

Wer:
Leitung: Christian Jakober
Max. 12 Teilnehmer_innen pro Wochenende

Für alle offen!

Anmeldung:
blauschimmel.atelier@ewetel.net
0441-2480999
04486-921599

Kosten:
KOSTENFREI!!!
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Neue Informationsbroschüre für Menschen mit Hörbeeinträchtigung

30.12.2016 12:09 Uhr

Broschüre ist ab sofort erhältlich und im Internet abrufbar

In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk GeHör – Gebärdensprache und Hören und dem Behindertenbeirat hat das Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg eine Informationsbroschüre für Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung veröffentlicht. Die ausführliche Übersicht entstand im Rahmen einer Abschlussarbeit der Studentin Lisa Feierabend von der Jade Hochschule Oldenburg. Die Broschüre ist im Gesundheitsamt, im Bürgerbüro Mitte und Nord oder als PDF-Dokument auf den Internetseiten der Stadt Oldenburg erhältlich.

In dieser neuen Broschüre werden zahlreiche Adressen von Angeboten und Einrichtungen sowie Tipps für hörbeeinträchtigte Menschen gegeben und mit Symbolen gekennzeichnet. Anhand dieser Symbole ist zu erkennen, welche technischen Hilfsmittel und andere Hilfsangebote vorhanden sind. Hierzu gehören beispielsweise induktive Höranlagen, FM-Anlagen, Infrarot-Kopfhörer oder Untertitel sowie die Möglichkeit der Bereitstellung von Gebärdensprachdolmetscher oder Mitarbeitern, die in den Einrichtungen über Gebärdensprachkompetenz verfügen.

Hören gilt als eine grundlegende Fähigkeit, um am täglichen Leben teilzunehmen. Durch ein vermindertes Hörvermögen werden Menschen in ihrem Alltag beeinträchtigt, zum Beispiel können die Kommunikationsfähigkeit oder die Orientierungsfähigkeit eingeschränkt sein. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind in Deutschland circa 17 Prozent aller Menschen von einer Einschränkung der Hörfähigkeit betroffen. Schwerhörigkeit und auch Tinnitus sind in Deutschland also weit verbreitet. Circa 60 Prozent der Bevölkerung ist zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens davon betroffen. Den größten Anteil davon machen Lärmschwerhörigkeit und Schwerhörigkeit im Alter aus.

Weitere Informationen gibt es beim ServiceCenter der Stadt Oldenburg unter der Telefonnummer 0441 235-4444 oder im Internet unter www.oldenburg.de.
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Abschluss des Berufsbildungsbereichs

21.12.2016 10:21 Uhr

24-monatige berufliche Qualifizierung beendet

In diesem Jahr beendeten gleich 26 Teilnehmer des Berufsbildungsbereichs der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) ihre 24-monatige berufliche Qualifizierung. Zwei Jahre lang konnten die Teilnehmer die von ihnen gewählten Berufsfelder im Berufsbildungsbereich erkunden und so ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erweitern.

Im festlichen Rahmen wurden den Absolventen von den Mitarbeitern des Berufsbildungsbereichs die Abschluss-Zertifikate übergeben und persönliche Erfolge hervorgehoben. An die Absolventen gerichtet sagte Silke Schiffler (Betriebsleiterin Berufsbildungsbereich), dass alle Teilnehmer stolz auf ihre Leistungen der vergangen zwei Jahre sein könnten. Mit ihrem Abschluss legen sie den Grundstein für ihr späteres Arbeitsleben, so Schiffler.

Der Berufsbildungsbereich ist eine von der Agentur für Arbeit geförderte berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, die zur Verbesserung der Eingliederungsmöglichkeiten in den allgemeinen Arbeitsmarkt oder dem Arbeitsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen dient.
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Neuer Vorstand für das Blauschimmel Atelier

21.12.2016 09:47 Uhr

Wechsel an der Spitze der inklusiven Kultureinrichtung

In der letzten Mitgliederversammlung des Blauschimmel Ateliers im November 2016, fand an der Spitze der inklusiven Kunst- und Kultureinrichtung ein Wechsel statt. Für die nächsten zwei Jahren wurden von den Mitgliedern des Vereins Herrn Sebastian Bartel (1. Vorsitz) und Frau Brigitte Gläser (2. Vorsitz) neu gewählt. Im ihrem Amt bestätigt wurde Frau Corinna Brenke (Schatzmeisterin). Frau Jasmin Wettich und Frau Ingrid Haake verabschiedeten sich aus dem Vorstand mit dem herzlichen Dank aller Mitglieder für ihre engagierte Arbeit der letzten Jahre.

Dem neuen Vorstand stehen einige Herausforderungen vor: Die erste Priorität ist, die Stelle einer Geschäftsführung für den Verein nachhaltig finanziell abzusichern und den bereits angefangenen Prozess des Generationenwechsels auch in den nächsten Jahren voranzutreiben. Auch die Erhaltung der professionellen künstlerischen Arbeit steht thematisch für den Vorstand im Vordergrund.

„Wir hoffen, dass in Zukunft noch mehr Menschen Spaß und Interesse daran haben, sich auch im kulturellen Bereich für ein gelungenes, inklusives und kreatives Miteinander zu engagieren“, so der neue Vorstand des Ateliers. Die Kontinuität in der Zielsetzung sowie die Arbeit an die zukunftsfähige Entwicklung des Vereins sind bei dieser Wahl in guten und engagierten Händen.
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Lehrplan „Inklusion als Menschenrecht“ veröffentlicht

09.12.2016 08:27 Uhr

Volkshochschule und Stadt Oldenburg erarbeiten „Curriculum für Diversität“

Im Rahmen des Kommunalen Aktionsplans Inklusion gibt die Stadt Oldenburg einen Lehrplan zur Vermittlung von Inklusion und Diversität heraus. Der Band „Inklusion als Menschenrecht – Curriculum für Diversität“ richtet sich an Lehrkräfte und Multiplikatoren, die Fort- und Weiterbildungen in Unternehmen, Verwaltungen, Vereinen und anderen Einrichtungen durchführen und ist kostenfrei erhältlich. Den Auftrag, die Inhalte der insgesamt neun Module des Lehrplans zu entwickeln, hatte die Volkshochschule Oldenburg erhalten.

„Das Curriculum vermittelt anschaulich, wie facettenreich Inklusion ist und wie wir für die Verbesserung der Teilhabe für alle in allen Lebensbereichen sensibilisieren können. Es soll all jenen als Ideengeber dienen, die in der Bildungslandschaft tätig sind, und in Unternehmen, Vereinen und Behörden Fort- und Weiterbildungen durchführen“, so Dagmar Sachse, Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg.

„Die Erarbeitung des Curriculums hat sich sehr gelohnt und wir würden uns freuen, wenn sich dies auch in dem zukünftigen Interesse an diesen nicht nur individuellen, sondern auch gesellschaftspolitischen Themen ausdrücken wird“, sagt Andreas Gögel, Geschäftsführender Vorstand der VHS Oldenburg.

Inklusion wird als fortwährender, vor allem auch kommunikativer Prozess verstanden, der auf eine Haltung von gegenseitigem Respekt und Vielfalt aufbaut. Diversität bezeichnet die Unterschiedlichkeit und Vielfalt von Menschen und Lebensentwürfen und erkennt die Individualität aller Menschen an.

Dementsprechend sind wesentliche Bestandteile des Curriculums Module zur Inklusion als Menschenrecht, Partizipation und Teilhabe, Vorurteilen und Diskriminierung begegnen ebenso wie Grundlagen der Kommunikation und des Konfliktmanagements. Auch Leichte und Einfache Sprache werden behandelt. Jedes Modul ist auf acht Unterrichtsstunden ausgelegt und bietet eine Einführung in das Thema, verschiedene Übungen für Einzel- oder Gruppenarbeit und Hinweise auf weiterführende Literatur.

„Nicht ohne mich über mich – dieser Satz, der wie kein anderer für Augenhöhe und gegenseitigen Respekt steht, war ein wichtiger Grundgedanke bei der Erstellung, aber auch für die bevorstehende Durchführung des Lehrplans“, sagt Susanne Jungkunz, Strategische Sozialplanung der Stadt Oldenburg. Das bestätigt auch Claudia Grove von der Volkshochschule: „Wir waren begeistert, dass bereits der Prozess der Erstellung so inklusiv gestaltet werden konnte. Viele Akteure aus Zivilgesellschaft und verschiedensten Einrichtungen haben in einem sehr kommunikativen Prozess ihre Sicht auf die Inhalte beigetragen und damit auch zu der Qualität des Lehrplans. Diese Teilhabe wurde durch den starken Wunsch getragen, ein tolles Produkt zu erstellen.“

Ziel des Curriculums ist es, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass es vielfältige Zugänge zum Leben gibt. Mithilfe des Schneeballprinzips sollen nicht nur die Teilnehmenden der Fortbildungen, sondern auch Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen oder Bekannte erreicht werden. Um den Zugang so offen wie möglich zu halten, steht das Curriculum im Internet unter www.oldenburg.de/curriculum-inklusion zum Download bereit.
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5+1 – Ein besonderes Jubiläum für das Café Kurswechsel

11.11.2016 09:28 Uhr
von Daniel Lüllmann

Das Café Kurswechsel in der VHS feierte am 04.11. Jubiläum. Das Projekt, welches durch den durchgängigen Einsatz von Symbolen Menschen mit Behinderung die Arbeit in allen Gastronomiebereichen ermöglicht, ist in Oldenburg in dieser Form einmalig.

Im Jubiläumsjahr der Volkshochschule (VHS) feierte auch das Café Kurswechsel am 4. November Geburtstag. Seit mittlerweile sechs Jahren ist es ein beliebter Ort für „Kaffee, Kultur und Genuss“. Im Café Kurswechsel arbeiten 15 Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des gastronomischen Betriebs. Das Café ist ein Betrieb der Teilhabe gGmbH, einer Tochtergesellschaft der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO).

Außergewöhnlich war vor sechs Jahren die Idee, mit der die Bedingungen geschaffen werden sollten, um insbesondere die Barrieren für die Arbeit im Service abzubauen. Alle Informationen, auf den Angebotskarten, den Bestellblöcken und dem Kassensystem wurden „übersetzt“. Sie stehen im Café als Text und in einer Symboldarstellung zur Verfügung. Menschen, auch wenn sie nicht so gut oder nicht lesen können, können über diese Symbole den Inhalt der Informationen verstehen.

„Wir haben die ersten Jahre genutzt, um etwas auszuprobieren und um uns weiterzuentwickeln“, sagte Gerhard Wessels (Vorstand der GWO) bei seinen Grußworten an die geladenen Gäste. Mit einem positiven Ergebnis, wie Wessels feststellte: „Die Entscheidung in der VHS ein Café zu eröffnen, hat sich sehr gelohnt. Immer wieder besuchen uns andere Träger, um sich unser Modell anzuschauen. Der Betrieb läuft erfolgreich und mit der VHS haben wir einen guten Partner.“ Andreas Gögel (Geschäftsführer der VHS) bestätigte dies: „Das Café ist für uns ein integraler Bestandteil der VHS. Es hat zum Erfolg unseres Hauses beigetragen.“ Germaid Eilers-Dörfler (Bürgermeisterin Stadt Oldenburg) stellte in ihrer Rede den Stellenwert des Beitrags des Cafés zur Inklusion in Oldenburg heraus, indem sie darauf verwies, dass das Café Kurswechsel schon knapp anderthalb Jahre vor dem Rastbeschluss „Oldenburg will Inklusion“, gezeigt hat wie Teilhabe für Menschen mit Behinderung in der Praxis funktionieren kann.

Die Mitarbeiter stellten nach den Grußworten ihre Arbeit im Café den geladen Gästen vor. Für viele war es vor sechs Jahren ein großer Schritt, meist von einem Arbeitsplatz in der Werkstatt, ins Gastronomieprojekt zu wechseln. Ertan Aslan erzählt, dass er die Entscheidung an einer Pro und Contra Liste festmachte: „Das Café hatte letztlich mehr Punkte bekommen“, erinnert er sich. Eine Entscheidung die rückblickend richtig war, den er arbeitet seit Beginn gern im Café. Dem kann auch Dennis Meyer beipflichten, der seit über einem Jahr das Café leitet: „Alle Mitarbeiter sind stets hoch motiviert. Für mich ist dies ein großer Unterschied zu manch anderem klassischen gastronomischen Betrieb.“ Meyer sagt, dass die gute Stimmung im Team auch bei den Gästen ankommt.

So wünschen sich alle, dass das Café Kurswechsel noch für viele Jahre und Jubiläen der Ort für „Kaffee, Kultur und Genuss“ in der VHS bleibt.
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Eine gute Gemeinschaft feiert Jubiläum

14.10.2016 18:31 Uhr

Die Hausgemeinschaft an der Münnichstraße feierte ihr 10-jähriges Bestehen

von Daniel Lüllmann

Selbstbestimmt Leben und Wohnen ist das Ziel der Hausgemeinschaft an der Münnichstraße für Menschen mit Behinderung. Vor 10 Jahren wurde die Hausgemeinschaft durch die Zusammenarbeit zwischen der GSG Oldenburg und den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) gegründet. Ein freistehendes Wohnhaus der Wohnungsbaugesellschaft im Stadtteil Kreyenbrück wurde nach einer umfassenden Sanierung zum neuen Zuhause für sieben Menschen mit Behinderung. Dieses Jubiläum feierten nun die Bewohner gemeinsam mit Angehörigen und Wohnassistenten.

„Das Konzept war für die GWO eine Art Experiment, da erstmals ein ambulantes Angebot dieser Art in Oldenburg erprobt wurde.“ sagt Wolfgang Abend (Bereichsleiter Wohnen GWO). Die Idee hinter dem Projekt erläutert er so: „Die Bewohner mieten ihre eigene Wohnung im Haus und erhalten ambulant und nur punktuell Assistenz bei der Bewältigung ihres Alltags.“ Als Anlaufstelle wurde ein Büro im Haus eingerichtet. „Schnell war klar, dass dies ein gutes Modell ist und für alle Seiten funktioniert“, betont Abend. Die Bewohnerin Patrizia Brünjes bestätigt dies: „Wir haben hier eine gute Gemeinschaft und verstehen uns gut. Bei Kleinigkeiten helfen wir uns auch schon einmal gegenseitig“, sagt sie.

Heute dient die Hausgemeinschaft an der Münnichstraße den GWO als Blaupause für bestehende und künftige ambulante Wohnformen, wie das Projekt am Kielweg das Ende Dezember diesen Jahres eröffnet wird.
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Barrierefrei sind wir noch lange nicht

16.05.2016 07:10 Uhr
von Carsten Lienemann

Mit einem fröhlichen und bunten Zug demonstrierten am Freitag, 13. Mai, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung für Barrierefreiheit. Bei bestem Wetter starteten rund 500 Teilnehmer_innen um 16:30 Uhr am Bahnhofsvorplatz und kamen eineinhalb Stunden später über Pferdemarkt und Fußgängerzone am Schlossplatz zur abschließenden Kundgebung zusammen. Die Gruppe »FeuersalaSAMBA« sorgte dafür, dass der Demonstrationszug schon von weitem zu hören war und die Zuschauerinnen und Zuschauer in gute Stimmung versetzt waren.

Denn bei aller Fröhlichkeit, das Thema der Demonstration ist sehr ernst. »Einfach für alle – gemeinsam für ein barrierefreies Oldenburg«, das ist keine Zustandsbeschreibung, sondern das Ziel, und das ist noch ein ganzen Stück weit entfernt. Petra Wontorra, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, nannte in Ihrer Rede auf der Kundgebung viele noch offene Probleme, die Menschen mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen. Oft seien es kleine bauliche Barrieren, von deren Beseitigung aber alle profitieren würden: »Eine barrierefrei zugängliche Umwelt ist für 10% der Bevölkerung zwingend erforderlich, für 30–40% notwendig und für 100% komfortabel«, so Wontorra.

Aber auch Sprache in Wort und Schrift ist eine mögliche Barriere. »Manchmal kann man mit der Leichten Sprache besser kommunizieren, das nützt nicht nur Menschen, die eine Lernbeeinträchtigung haben, sondern ist auch für Sprachneulinge gut oder für Menschen, die noch nicht so gut lesen können.«

In mehrfacher Hinsicht barrierefrei zugänglich müsse auch in die Bildung sein, außerdem müsse der Erste Arbeitsmarkt den Menschen mit Behinderung zugänglich gemacht werden, inklusive Rückkehrmöglichkeit in die Werkstätten. Teilhabe und Teilnahme an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ist und bleibe das erklärte Ziel der Inklusion.

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»OWI spannend«

10.05.2016 22:08 Uhr

Start der Inklusionswoche 2016

von Carsten Lienemann

»Einfach für alle – Gemeinsam für ein barrierefreies Oldenburg« – unter diesem Motto steht die Inklusionswoche Oldenburg 2016, die vom 9. bis zum 14. Mai dauert. Das Programm ist traditionell riesengroß. Wie schon in den Vorjahren werden auch dieses Mal zahlreiche Unterhaltungs-, Informations- und Mitmachveranstaltungen angeboten, die sich über die ganze Woche verteilen.

Eröffnet wurde die Inklusionswoche am Montag, 9. Mai, im Kulturzentrum PFL mit einer offenen Diskussionsrunde zum Stand der Inklusion in der Stadt. Das Rahmenprogramm steuerte die Zirkusgruppe der Helene-Lange-Schule und die Maskentheater-Gruppe des Blauschimmel-Ateliers bei. Das Grußwort der Stadt überbrachte die Erste Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler.

Oldenburg ist in Sachen Inklusion auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel. So oder ähnlich sahen es alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der rund einstündigen Diskussion, die Manfred Scholz von oeins moderierte. Wie weit die Stadt bereits gekommen ist, darüber gab es naheliegenderweise unterschiedliche Auffassungen. Aber auch Barrieren unterschiedlicher Art werden verschieden schnell abgebaut. So sind bauliche Barrieren verhältnismäßg schnell erkannt und oft auch schnell beseitigt. »In öffentlichen Gebäuden sind wir da sehr weit, und wir versuchen auch, auf private Bauherren einzuwirken. Letzlich entscheidet oft das Geld«, erklärt Arend Bewernitz, Fachdienstleiter Bauordnung und Denkmalschutz der Stadt Oldenburg. »Weiche« Barrieren sind schwerer zu erkennen und zu beseitigen. Wiebke Hendeß, Behindertenberaterin des Studentenwerkes Oldenburg, regt an, Bedürfnisse auf allen Seiten zu äußern, um das gegenseitige Verständnis zu erleichtern und Berührungsängste zu nehmen. Felix Kohn vom Behindertenbeirat Oldenburg empfiehlt eine bessere Vernetzung, um die Verhältnisse auch einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Mindestens zwei Perspektiven spielen an den Hochschulen Oldenburgs eine Rolle. Prof. Dr. Frauke Koppelin untersucht an der Jade-Hochschule im Studiengang »Public Health« (Gesundheitswesen) Möglichkeiten und Wege zur besseren Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung. Gleiches gilt für Prof. Dr. Andrea Erdélyi, die sich an der Universität Oldenburg mit der Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen der geistigen Entwicklung auseinandersetzt. Beide haben aber auch mit den Barrieren in der Hochschule selbst zu tun, seien es unüberwindbare Treppen oder Hilfen für seh- und hörbehinderte Studierende. »Unterstützung für Hörbehinderte ist teuer«, sagt Koppelin, aber abgesehen von einem Anrecht darauf, »gibt es auch Kurse in Gebärdensprache für hörende Studenten, die dann ihren nichthörenden Kommilitonen helfen können. Diese sind sehr gut besucht.«

Zum Thema »Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs« (ÖPNV) wies der Abteilungsleiter Marketing und Vertrieb der VWG, Morell Predoehl, darauf hin, dass »die Rampe für Rollatoren und Rollstühle von jeder Person aus- und wieder eingeklappt werden darf. Es muss nicht auf die Busfahrerin oder den Busfahrer gewartet werden.« Ansonsten zeige sich gerade bei dieser Thematik, dass hier oft Missverständnisse zwischen Fahrern und Fahrgästen mit einer Beeinträchtigung sowie beobachtenden anderen Fahrgästen aufträten, so Predoehl.

Der Landesbehindertenbeauftragte der Freien Hansestadt Bremen bat alle Beteiligten, keine »Rangliste der Benachteiligung verschiedener Betroffener« aufzustellen, sondern die gleichberechtigte Teilhabe, »von der wir noch weit entfernt sind«, für alle voranzubringen.

Die Diskussionsrunde war mit sieben Teilnehmer_innen möglicherweise zu groß, um einzelne Aspekte zu vertiefen. So ging es zum Thema Inklusion von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung kaum über die Erwähnung der Schwierigkeiten hinaus. Andererseits sollten weder an diesem Tag noch sollen in der Inklusionswoche insgesamt Lösungen gefunden, sondern Probleme benannt werden. Die Lösungen werden länger brauchen, wenn sie gut sein sollen.
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Gartenplanung mit Kinder aus Haus Regenbogen

29.02.2016 09:18 Uhr

Workshop bringt viele gute Ideen

von Frerk Hinrichs

In einem dreitägigen Workshop unter der Anleitung der IGP-Landschaftsarchitektin Sonja Hörster haben Einrichtungsleitung, Mitarbeitende, Kinder und Jugendliche von Haus Regenbogen die Gestaltung der Außenanlagen neu geplant. Jetzt ist es die Aufgabe der Architektin, Baupläne aus den Ideen der Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen zu erstellen und die Ausschreibungsunterlagen zu erstellen, erläutert Einrichtungsleiterin Ute Dorczok. Neben behindertengerechten Spielflächen und Aufenthaltsbereichen, waren Fragen zu Parkplätzen, Zuwegungen und Bewirtschaftung zu berücksichtigen, berichtet Hausmeister Ralf Niemann. Im Ergebnis werden Garten und Spielbereich deutliche attraktiver werden freut sich Dorczok. An den Planungen haben sich auch Diakonie-Vorstand Thomas Feld und Diakonie-Architektin Claudia Haake beteiligt, freut sich Dorczok. Sie ist sich sicher, das Planungen umso besser werden, je mehr sich beteiligen und ihre Sichtweise einbringen. Natürlich sind jetzt alle gespannt, wie es sich anfühlt, wenn es fertig ist.
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Kunst über vier Etagen

23.02.2016 09:47 Uhr

Ausstellung zum Kunstprojekt »Kunst im Quartier« im ARTrium der GSG

von Daniel Lüllmann

Selten gibt es in Ausstelllungen Kunstwerke von vielen verschiedenen Künstlern mit ganz unterschiedlichen Arbeits- und Malstilen zu sehen. Dass diese Werke trotzdem zusammenpassen können, zeigt nun die Ausstellung zum Projekt »Kunst im Quartier« des Ateliers Farbsinn der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO). Bis zum 29. April sind im ARTrium der GSG Kunstwerke von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung aus allen Generationen zu sehen. Auf den vier Etagen des GSG Gebäudes an der Straßburger Straße 8 hängen die Bilder des inklusiven Projekts. Besucht werden kann die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der GSG: Mo – Mi.: 8:00 – 16:30 Uhr, Do.: 8:00 – 17:00 Uhr, Fr.: 8:00 – 13:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Besonders freute sich Klaus Kayser (stellv. Abteilungsleiter Instandhaltung und Vermietung GSG) bei seiner Eröffnungsrede, dass diese im wahrsten Sinne des Wortes vielfältige Ausstellung nun im GSG Gebäude zu sehen ist. Die GSG waren bei der Umsetzung des Projekts ein Partner. Weiterhin beteiligten sich die Kita Kurlandallee, die Ev. Kirchengemeinde, das Kulturzentrum Rennplatzstraße und das Blauschimmel Atelier. So hob Thea Wilczura (Leiterin des Ateliers) hervor, was das Projekt ausmachte: »Das Projekt hat es geschafft verschiedene Menschen aus dem Stadtteil zusammenzubringen die gemeinsam kreativ waren.« Und genau das machte für Henning Erbs, einem Bewohner aus dem Stadtteil welcher das Angebot nutze, das künstlerische Zusammenwirken aus: »Kunst ist Vielfalt und Vielfalt ist Leben.«

Für alle Interessierten wird es ab April in Ohmstede eine neue Auflage des Projekts Kunst im Quartier geben, in der kostenlose Kunstkurse und Workshops für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung angeboten werden. Möglich gemacht wird dies durch Spenden der Wirtschaftsvereinigung Kleiner Kreis, der Oldenburger Bürgerstiftung sowie der Unterstützung der Stadt Oldenburg. Informationen zum neuen Projekt gibt es beim Atelier Farbsinn: Email: atelier.farbsinn@googlemail.com oder telefonisch (04 41) 885 32 572

Projekt Kunst im Quartier 2015
Von April bis September 2015 wurden kostenlose Kunstkurse für alle interessierten Bürger im Atelier Farbsinn der GWO angeboten. Die Aktion Mensch und die Oldenburger Stiftung Teilhabe förderten das Vorhaben. Folgende Projektpartner beteiligen sich: GSG Oldenburg, Ev. Kirchengemeinde Ohmstede, Kindertagesstätte Kurlandallee, Kulturzentrum Rennplatz sowie das Blauschimmel Atelier. Das Projekt war mit komplett ausgebuchten Kursen, die Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen ermöglichten, ein voller Erfolg.
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3.714,46 Euro für Kiola

17.01.2016 10:32 Uhr

Rotarier sammeln in der Innenstadt für Kinder mit Beeinträchtigungen

von Frerk Hinrichs

Nach einer gemeinsamen Aktion der Oldenburger Rotarier-Clubs und der Hilfe unterstützender Unternehmen konnte Ulf Heggenberger jetzt 3.714,46 Euro an die Kiola-Vorsitzende Ute Dorczok übergeben. Mit dem eigens für Kiola hergestellten Maskottchen in der Hand dankte Dorczok für die tolle Unterstützung des Projektes. Für Kiola soll ein Haus errichtet werden, in dem Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen aufgenommen und gepflegt werden können. Während dieses Aufenthaltes haben Eltern und Geschwister die Chance, sich vom anstrengenden Pflegealltag zu erholen. Je schneller wir bauen können, umso besser, erläutert Dorczok. Denn es gibt viele Familien, die auf solch eine Entlastung warten.
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Sozialdezernentin dankt Akteuren des Inklusionsprozesses

14.01.2016 07:00 Uhr

Zahlreiche Aktionen in 2015 befördern Inklusion in Oldenburg


Mit einem Empfang im Hüppe-Saal des Stadtmuseums hat sich Sozialdezernentin Dagmar Sachse im Namen der Stadt und von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann bei den Aktiven im Oldenburger Inklusionsprozess bedankt. Mit zahlreichen Maßnahmen und Veranstaltungen haben sie die Inklusion in Oldenburg im vergangenen Jahr befördert und auf notwendige Verbesserungen der Teilhabe Aller am öffentlichen Leben hingewiesen.

Besonderer Dank gilt beispielsweise dem Netzwerk Inklusionkonkret!, dessen Mitglieder die Umsetzung des Kommunalen Aktionsplans Inklusion kritisch begleiten, sowie der Agentur OpusEinhundert, die für das inklusive Tanzprojekt „Aus der neuen Welt“ verantwortlich zeichnet, an dem mehr als 130 Oldenburgerinnen und Oldenburger jeden Alters mitgewirkt hatten. Bereits seit mehreren Jahren und mit verschiedensten Aktionen unterstützen zudem die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und das Aktionsbündnis 5. Mai den Inklusionsprozess. Die Montag Stiftung begleitete zwischen 2013 und 2015 die städtischen Verantwortlichen, den Rat sowie die zivilgesellschaftlichen Gruppen im Inklusionsprozess. Das Aktionsbündnis richtet 2016 wie auch in den Vorjahren die Oldenburger Inklusionswoche aus.

Eine wichtige Veranstaltung war im vergangenen Jahr beispielsweise der Oldenburger Kulturdialog Inklusion: ein Fachtreffen zum Austausch von Kulturschaffenden und Anbietern kultureller Bildungsprojekte, das eine Diskussionsplattform für die Notwendigkeiten und Chancen von Inklusion im Kulturbetrieb und in der kulturellen Bildung geboten hat. Auch im Tourismus wurde der Inklusionsgedanke aufgegriffen: So nahmen rund 20 Gästeführerinnen und Gästeführer der Oldenburg Tourist und Marketing GmbH an einer umfassenden Schulung teil, die sie für die Bedürfnisse und Wünsche von älteren Menschen oder Menschen mit Behinderungen sensibilisieren sollte. Die Potenziale des barrierefreien Tourismus in Oldenburg wurden dabei deutlich gemacht.

Neben diesen Akteuren arbeiten vor allem auch die AG Inklusive Verwaltung für Oldenburg (IVO) sowie die AG Inklusion an Oldenburger Schulen kontinuierlich daran, den Inklusionsgedanken in Oldenburg zu verankern und die Teilhabe zu verbessern. Zur Umsetzung der inklusiven Schule hat die letztere Arbeitsgemeinschaft 2015 die zweite, aktualisierte Auflage des „Praxishandbuch Schule“ sowie den Band „Teilhabe ist das Ziel – der Weg heißt: Inklusion. Beiträge zur Umsetzung der Inklusion in Oldenburg“ herausgegeben.
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Anschub für neue kreative Begegnungen im Stadtteil Ohmstede

12.01.2016 09:17 Uhr
von Daniel Lüllmann

Der kleine Kreis e.V. fördert das Atelier Farbsinn der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) mit 6.500 Euro. Die Spende stammt aus der Summe die beim traditionellen Schlossabend im Dezember 2015 für karitative Zwecke gesammelt wurde. Mit dem Geld werden die GWO das erfolgreiche Projekt „Kunst im Quartier“ fortführen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam künstlerisch tätig waren.

Ein sehr gelungenes Inklusionsprojekt fortzuführen, das ermöglicht die Spende an das Atelier Farbsinn der GWO. Der kleine Kreis e.V. unterstützt die Fortführung von „Kunst im Quartier“, welches im vergangenen Jahr von April bis September lief, mit 6500 Euro. Die Spende wurde am heutigen Tag übergeben.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass wir das Atelier erneut für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils Ohmstede öffnen können. Die Nachfrage nach einer Fortsetzung des Projekts ist sehr groß.“, berichtet Gerhard Wessels (Vorstand der GWO). Das Vorläuferprojekt war Ort der Begegnung und künstlerischen Bildung und wurde durch die Förderung der Aktion Mensch und der Oldenburger Stiftung Teilhabe ermöglicht. Die kostenlosen Kurse, unter anderem zur Acrylmalerei, dem Maskenbau oder dem Anfertigen von Fotogrammen, wurden gut angenommen. Alle Plätze waren kurz nach der Veröffentlichung des Programms ausgebucht. Die entstanden Werke werden ab dem 18. Februar in einer Ausstellung im ARTrium der GSG gezeigt.

Auf diesen Erfolg möchten die GWO nun aufsatteln und ein neues inklusives Angebot für den Stadtteil Ohmstede initiieren. „Wir beginnen jetzt mit den Planungen für das neue Projekt. Ziel ist es, dass wir in diesem Frühjahr mit den ersten Workshops starten können.“ sagt Gerhard Wessels. So hofft er, durch die Fortführung auf viele weitere kreative Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. „Der Schlüssel für ein selbstverständliches Miteinander und eine gelungene Inklusion sind die persönlichen Begegnungen, die wir in ganz besondere Weise mit dem Medium Kunst und dem Angebot unseres Ateliers Farbsinn erreichen können.“ so Wessels.

„Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, wie mittels Kunst Brücken geschlagen werden können zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen, weshalb wir es auch gerne unterstützen“, ergänzt Prof. Dr. Heinz W. Appelhoff, Vorsitzender des KLEINEN KREISES.

Es gehört zur guten Tradition der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg, beim Schlossabend für karitative Zwecke zu sammeln. Rund 28500 Euro kamen so Anfang Dezember vergangenen Jahres zusammen. Am Schlossabend treffen sich alljährlich Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kirche und Verwaltung, um den Vortrag eines prominenten Gastes zu hören. Im Dezember 2015 sprach der Journalist und ehemalige ARD-Korrespondent für den Nahen und Mittleren Osten, Jörg Armbruster.

Weitere Spenden erhalten das Hospiz St. Peter in Oldenburg, das St. Vincenzhaus Cloppenburg und die Oldenburger Initiative pro:connect.


Weitere Infos zum Kunstprojekt und dem Atelier Farbsinn auch unter: http://wfbm-oldenburg.de/DE/kunstgruppe.php
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Neues Ausbildernetzwerk in der Region Oldenburg

28.09.2015 07:00 Uhr

Viele junge Menschen mit Behinderung suchen oftmals vergeblich einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, obwohl sie häufig sehr motiviert und zuverlässig sind.
Ausbilderinnen und Ausbilder aller Wirtschaftsbereiche, die bereits in der Ausbildung von Menschen mit Handicap aktiv sind, haben sich daher am Donnerstag, 24. September, zu einem Erfahrungsaustausch getroffen. Sie informierten über Unterstützungsangebote für Auszubildende und Beschäftigte mit Behinderung und erörterten gemeinsam, wo in den Betrieben „der Schuh drückt“.

Ziel des neuen Ausbildernetzwerks ist es, mehr Unternehmen für die Idee der Inklusion zu gewinnen und sie bei Fragen praxisnah zu unterstützen. Dafür engagieren sich gemeinsam das Bildungszentrum für Technik und Gestaltung (BzTG), die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer Oldenburg (HWK), die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) sowie die Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.

Das gemeinsame Projekt „Chefsache Inklusion“ entstand im vergangenen Jahr während eines Innovationsvorhaben zur Einführung inklusiver Modelle, die Menschen mit Behinderungen den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern. Daraus entstand die Idee, niedersachsenweit regionale Informationsveranstaltungen für Ausbildungsbetriebe durchzuführen und Organisationsmodelle zu entwickeln.

Initiiert und organisiert werden diese Veranstaltungen vom Kultusministerium, von IHK, LWK und HWK, von Berufsbildenden Schulen und der Agentur für Arbeit. Interessenten können sich bei diesen Institutionen melden.
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Spende der Stiftung Teilhabe an Blauschimmel Atelier

21.07.2015 09:47 Uhr
von Daniel Lüllmann

Der Stiftungsvorstand der Stiftung Teilhabe übergibt 2.500 Euro an das Blauschimmel Atelier. Das Geld kommt den Projekten Werkstattkunst und Kohlusion zugute. Weitere Spendenprojekte der Stiftung sind in Planung.

Kunst bringt Potenziale zum Vorschein – davon konnte sich der Stiftungsvorstand der Stiftung Teilhabe an diesem Donnerstag beim Besuch des Blauschimmel Ateliers überzeugen. Der Vorstand konnte sich bei der Übergabe der 2.500 € Spende von der Arbeit im Projekt Werkstattkunst selbst ein Bild machen. Beim geförderten Projekt Werkstattkunst arbeiten insgesamt 60 Beschäftigte der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO), unter Anleitung von professionellen Künstlern des Blauschimmel Ateliers an verschiedenen künstlerischen Themen. Die Maskenkünstler gaben eine Kostprobe einer Szene aus einem Theaterkrimi zum Besten. Ziel wird es sein, das alle im Projekt entstandenen Werke in Oldenburg und umzu öffentlich präsentiert werden.

Ein weiterer Teil der Spende kommt dem inklusiven Theaterprojekt »Kohlusion« zugute. »Kohlusion« erforscht den inklusiven Charakter von Grünkohl. Regional ist die Tradition der Kohltouren sehr verwurzelt und bringt so die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Dies spielerisch auf die Bühne zu bringen, ist Ziel des Theaterstücks.

Die Stiftung Teilhabe möchte weitere und ähnlich gelagerte Projekte für Menschen mit Behinderung unterstützen. Aktuell sammelt die Stiftung für das geplante Nachfolgeprojekt von Kunst im Quartier Spendengelder. Das noch bis Ende September im Atelier Farbsinn laufende Projekt ist mit seinem kostenlosen Kunstkursen für Menschen mit und ohne Behinderung zu einem Ort der Begegnung im Stadtteil Ohmstede geworden. Insgesamt sollen 12.000 € zusammenkommen um das Projekt ein Jahr weiter fortzuführen. Fragen hierzu und zur Stiftung beantworten Gerhard Wessels, Tel. 0441 3405 111, E-Mail gerhard.wessels@wfbm-oldenburg.de und Daniel Lüllmann, Tel. 0441 3405 165, E-Mail: daniel.luellmann@wfbm-oldenburg.de

Hintergrund Nachfolgeprojekt »Kunst im Quartier« Die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) betreiben in zentraler Lage Oldenburgs das Atelier Farbsinn. Gestartet 2007 entwickelt sich das Atelier immer mehr zu einer Anlaufstelle für Menschen mit und ohne Behinderung im Stadtteil Ohmstede. Insbesondere das von April bis September 2015 initiierte Projekt »Kunst im Quartier« stößt auf große Resonanz.

Das von der Aktion Mensch und der Stiftung Teilhabe finanzierte Kunstprojekt schafft mit seinem niedrigschwelligen Angebot auf erstaunliche und vielfältige Weise Begegnung zwischen unterschiedlichen Menschen im Stadtteil. Dabei ist das Atelier nicht nur inklusiver Treffpunkt, das kostenlose Angebot ist auch ein Ort der künstlerischen Bildung. So ermöglichen die Kurse den Besuchern unter fachlicher Anleitung Schritt für Schritt Techniken und Methoden der bildenden Kunst zu erlernen, umso die kreative Schaffenskraft zu entfalten.

Das aktuell laufende Programm ist weitestgehend ausgebucht. Aufgrund der großen Nachfrage existieren bereits Wartelisten für einzelne Angebote. Ziel der Stiftung Teilhabe ist es nun das erfolgreiche Projekt »Kunst im Quartier« fortzuführen, indem weiterhin offene Kurse und Workshops über das Ende des von der Aktion Mensch geförderten Zeitraums (Abschlussfest am 27.09.2015) angeboten werden können.
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„Kicken für und MIT Allen“
beim Gertrudenheimcup 2015

04.06.2015 07:50 Uhr
von Matthias Knust


Zahlreiche VfB'er haben am vergangenen Samstag die Fußballschuhe geschnürt und am diesjährigen Gertrudenheimcup 2015 teilgenommen.

Nachdem bereits im letzten Jahr einige Blau-Weiße ihre Ballkünste beim inklusiven Fußballturnier an der Friesenstraße unter Beweis gestellt hatten, folgten in diesem Jahr gut 30 VfB'er dem Aufruf der Fan- und Förderabteilung und kickten in bunt zusammengemischten Teams um den heiß begehrten Pokal.
Dabei standen jedoch für alle Teilnehmer nicht das Gewinnen sondern der Spaß und das gemeinsame Erleben im Vordergrund. Und so kam es letztlich auch, dass im Siegerteam zwar kein Blau-Weißer vertreten war, am Ende jedoch bereits die Vorfreude auf das nächste Jahr und die Erinnerung an ein tolles Turnier überwogen.

Als besondere Überraschung erhielten alle Teilnehmer am Ende des Turniers neben einer Medaille auch noch eine Freikarte für ein Spiel des VfB Oldenburg in der kommenden Saison. Wir freuen uns darauf Euch im nächsten Jahr bei uns im Stadion willkommen zu heißen und gemeinsam ein spannendes Spiel zu erleben an dessen Ende der Sieger hoffentlich VfB Oldenburg heißt.

Zuletzt möchten uns nochmals herzlich bei den Veranstaltern für dieses wie immer toll organisierte Turnier und den schönen Tag bedanken und freuen uns im nächsten Jahr wieder teilzunehmen.

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Viel mehr als flinke Finger

21.05.2015 22:15 Uhr

Ein Blick auf die Deutsche Gebärdensprache

von Carsten Lienemann

Eine Unterhaltung nur über Mimik und Gebärden wirkt auf viele Beobachter wie eine Geheimsprache: interessant und faszinierend, aber unverständlich. Dabei würden die Gehörlosen sich viel lieber allen Menschen verständlich machen. Die nicht ganz leicht zu lernende Gebärdensprache ist dabei durchaus nicht das einzige Hindernis.

Während Menschen mit Seh- oder auch Gehbehinderung – bei allen Unzulänglichkeiten – vielfältige Hilfen erhalten, die ihnen das Leben erleichtern sollen, wurde von Schwerhörigen und Gehörlosen lange Zeit erwartet, dass sie sich »in der Welt der Hörenden zurechtfinden« und sich ihrerseits anpassen. Folgerichtig durfte die Gebärdensprache nach Ansicht von so genannten »Taubstummen-Lehrern« im Unterricht nicht verwendet werden, was dazu führte, dass die Inhalte an den Gehörlosen weitgehend vorbei gingen und sie künstlich, wenn auch nicht mit böser Absicht, auf einem niedrigen Bildungsniveau gehalten wurden. Viele gehörlose Menschen bezeichnen sich selbst übrigens lieber als taub, weil gehörlos eine Negativ-Definition ist. Niemand würde einen Rollstuhlfahrer als »ganglos« bezeichnen.

Das und mehr berichtet Sandra Gogol in ihrem rund einstündigen Vortrag im Rahmen der Veranstaltung »Ein Blick auf die Deutsche Gebärdensprache«, die die VHS Oldenburg innerhalb der Oldenburger Inklusionswoche (4. bis 10 Mai) anbot. Mit Hilfe der Gebärdensprachdolmetscherin Meike Eilers wird dieser Vortrag auch für Hörende verständlich. Gogol schildert ihren Werdegang über Schule und Studium der Betriebswirtschaft, Fortbildungen und den Erwerb von Zusatzqualifikationen u. a. als Dolmetscherin zwischen verschiedenen Gebärdensprachen und Schriftdeutsch. Außerdem spricht sie beispielhaft über einige Missverständnisse und Irrtümer, über Probleme in Arbeitsverhältnissen und über mögliche und leider auch bisher ausgeschlossene Kostenübernahmen durch Krankenkassen oder andere Stellen, etwa wenn taube Menschen Hilfen in Anspruch nehmen müssen.

Gogol wünscht sich auch umfassende frühe Hilfemöglichkeiten inkl. offener Beratung. »Wenn Schwerhörigkeit oder Taubheit bei Kleinkindern festgestellt wird, denken alle Beteiligten zu oft nur an technische Lösungen wie Cochlea-Implantate. Aber es sollten alle Möglichkeiten angeboten werden, neben der technischen Hilfe auch das Erlernen der Gebärdensprache als gleichwertige Hilfe. Denn niemand kann voraus sehen, ob die Technik dem kleinen Kind hilft, denn der Erfolg hängt von sovielen Faktoren ab und es gibt hier auch Kinder, die mit dem CI nicht Sprache verstehen , aber Geräusche hören können. Diese Kinder bleiben dann sprachlos, wenn sie nicht in Gebärdensprache kommen. Man muss dazu Sprachentwicklungsfenster berücksichtigen. Sonst steht das Kind mit Sprachschäden da.«

Bei allem Ärger über Missstände und Benachteiligung, Sandra Gogol hadert nicht mit ihrem Schicksal, ganz im Gegenteil. Sie ist eine hochmotivierte und motivierende Dozentin, die nicht nur mit Mimik und Gestik, sondern mit dem ganzen Körper arbeitet. Das wird besonders deutlich im zweiten Teil des Abends, der der Praxis gewidmet ist. Dazu wird die Zuhörerschaft in zwei Gruppen aufgeteilt, eine davon übernimmt die Kollegin Kerstin Mertens.

Wir lernen als erstes das Fingeralphabet, das natürlich für eine Unterhaltung nur bedingt geeignet ist und von Gebärdenden nur ausnahmsweise angewandt wird, wenn es für einen Begriff keine Gebärde gibt oder sie nicht allen Gesprächspartnern bekannt ist. Zunächst in der großen Gruppe, später in Partnerübungen, durchlaufen wir das Alphabet und buchstabieren uns gegenseitig einzelne Wörter. Dabei kommt es nicht allein auf die Fingerstellung an, die Mimik ist auch beim Buchstabieren sehr wichtig.

Weiter geht es mit Spiegelübungen. »Gebärdensprache lernen ist neu für Hörende, die damit vorher noch keine Berührung hatten. Sie müssen auch erstmal lernen, sich visuell zu orientieren«,erklärt Gogol dazu. Die Bewegungen der Hände sind entscheidend, aber man darf sie nicht fixieren wie einem Tischtennisball. Jede Gebärde wird durch Mimik unterstützt, darum sollte man sein Gegenüber ansehen, ohne dabei die Hände aus den Augen zu verlieren. Zum Schluss lernen wir noch ein paar einfache, anschauliche Gebärden. Das alles geht ganz einfach ohne Dolmetscherin, wie in jedem anderen Fremdsprachenunterricht auch.

Die Volkshochschule bietet immer wieder Kurse in Deutscher Gebärdensprache für Anfänger und auch für Fortgeschrittene an, sowohl in Wochenendkursen als auch semesterbegleitetend.
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Inklusionswoche: Begegnung ist angesagt

24.04.2015 10:41 Uhr
von Carsten Lienemann

Die Inklusionswoche 2015 steht ganz im Zeichen von Begegnung. Dem von der Aktion Mensch ausgegebenen Motto entsprechend bieten in Oldenburg mehr als 30 Einrichtungen und Akteure vom 4. bis 10. Mai über 40 Veranstaltungen an, bei denen sich Menschen mit und ohne Behinderung nicht nur begegnen, sondern auch miteinander reden, spielen, arbeiten, feiern können.

Es ist die inzwischen vierte Inklusionswoche in Oldenburg, und so groß wie diesmal war sie noch nie. »Wir wollen über Begegnungen auf die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen, indem wir beispielsweise Einblicke in die Gebärdensprache geben oder ein ›Café im Dunkeln‹ anbieten«, erläutern Daniel Lüllmann (Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg), und Monika Klumpe (BeKos) ergänzt: »Es geht darum, miteinander statt übereinander zu reden und Fragen wie ›Was brauchst Du?‹ zu klären«.
Aber beim Reden allein soll es nicht bleiben. »Gemeinsam kreativ an einem Ziel zu arbeiten ist eine neue Form der gegenseitigen Wahrnehmung, und es macht Spaß«, so Ute Kohring (Gertrudenheim). Begegnung passe besonders gut bei psychischen Erkrankungen, fügt Ina Vogelpohl (Zentegra-Propeller ) hinzu. »Veranstaltungen in dieser Form machen es leichter, Fragen zu stellen.«

Dien Höhepunkte der Inklusionswoche bilden wie in jedem Jahr der Demonstrationsmarsch anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung (9. Mai,11:00 Uhr ab Bahnhofsplatz) sowie das anschließende öffentliche Fest im Cadillac.

»Die Inklusionswoche wirkt nach, es gibt zunehmend inklusive Begegnungen und Angebote«, ist Ute Kohring überzeugt. Aber auch wenn schon viel erreicht ist, »wir sind noch lange nicht am Ende«, so Monika Klumpe. »Damit die Menschen eine Wahl zur Teilnahme haben, müssen noch viele Barrieren abgebaut werden. Auch in den Köpfen der Menschen fängt das Umdenken erst an, darum ist jede Aktion sinnvoll.«

Besonders dann, wenn sie zu neuen Begegnungen führen. Vor allem beim Demonstrationszug werden gezielt Zuschauer angesprochen, aber nicht nur das. »Zu unseren Veranstaltungen kommen auch Leute, die wir vorher nie gesehen haben«, stellt Ilaria Massari (Blauschimmel-Atelier) fest.

Ein Umdenken findet aber auch auf Seiten der Betroffenen statt, die mehr Selbstständigkeit einfordern. »Ich kann das, und ich will das auch«, formulieren Menschen mit Beeinträchtigung immer häufiger. »Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Kurse fragen nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben und bitten um Leichte Sprache«, so Ilaria Massari, und Monika Klumpe bestätigt, dass Menschen mit Behinderung selbst über ihr Persönliches Budget verfügen und beispielsweise Helfer und Pfleger einstellen wollen. »Auch psychisch Kranke gehen mehr in die Öffentlichkeit«, so Ina Vogelpohl.

Insgesamt setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass alle Bereiche der Gesellschaft von der Inklusion profitieren und jede Person einen Beitrag dazu leisten kann. Wer da noch Zweifel hat, kann sich bei den zahlreichen Veranstaltungen der Inklusionswoche selbst davon überzeugen. Einzige Voraussetzung ist, offen auf die Menschen zuzugehen.


Das Programm als pdf-Datei
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Neues Projekt »WerkstattKunst«
entfaltet kreatives Potenzial

25.03.2015 20:10 Uhr
von Carsten Lienemann

Das Blauschimmel Atelier e. V. und die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) haben ein neues Kooperationsprojekt gestartet. Bis Ende des Jahres nehmen 60 Werkstattbeschäftigte der GWO an wechselnden Kunst-Arbeitsgruppen teil. Das Projekt hat für Oldenburg Modellcharakter, da ein neues Arbeitsfeld für Menschen mit Behinderung im Bereich verschiedener Künste entsteht.

Gerhard Wessels ist nicht der Mann, der sich auf Erreichtem ausruht. Wenn es um Inklusion geht, ist der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg unermüdlich auf der Suche nach neuen Möglichkeiten und Kooperationspartnern.

»Unsere Beschäftigten arbeiten vorwiegend im Bereich Werkstatt und Montage. Mit diesem Projekt möchten wir Arbeitsplätze im Bereich Kunst und Kultur für Menschen mit Behinderung schaffen und damit zeigen: Wir können auch Kunst«, erklärt Wessels die Beweggründe für das seit Mitte Februar laufende Projekt.

Die Verbindung zum Blauschimmel-Atelier gab es schon vorher, daher habe die Zusammenarbeit auch auf diesem Gebiet nahe gelegen, so Wessels. Gemeinsam mit Marianne Garbe vom Blauschimmel-Atelier hatte Wessels über weitere Kooperationsmöglichkeiten gesprochen und dann in hausinternen Beratungen den Beschluss gefasst, diesen großen Schritt zu wagen.

Insgesamt 60 Beschäftigte der GWO, an jedem Arbeitstag der Woche jeweils 12, kommen zunächst bis zum Dezember in die Klävemannstraße und nehmen an einem von fünf verschiedenen künstlerischen Angeboten teil: »Montags und dienstags geht es um Bildende Kunst, mittwochs um Experimentelle Musik, donnerstags wird Theater geprobt und gespielt, freitags steht Maskenbau und Maskenspiel auf dem Programm.

Ilaria Massari, Geschäftsführerin des Blauschimmel Ateliers, erläutert die Bedeutung des Projektes für das Blauschimmel Atelier: »Diese Kooperation gibt uns die Möglichkeit, mit einem langjährigen Partner wie den GWO ein zukunftsorientiertes Modellprojekt zu entwickeln und durchzuführen. Dadurch erweitert das Blauschimmel Atelier zum ersten Mal sein bereits seit 16 Jahren bestehendes Angebot auf den Ganztagsbereich. Unser Ziel ist, hochwertige und vielfältige Kunst zu erarbeiten und diese in die Öffentlichkeit zu bringen.« Ebenso wie die GWO möchte auch das Blauschimmel-Atelier das Projekt über die Probephase bis zum Jahresende hinaus weiterführen.

Insgesamt seien 7-9 Künstlerinnen und Künstler eingebunden, die sich in der Kursleitung abwechseln könnten, so Massari weiter. »Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind sehr gefordert, sie müssen sehr konzentriert sein. Dennoch haben wir erst eine Teilnehmerin, der die Arbeit zu anstrengend war, andererseits aber eine lange Warteliste.«

Die Nachfrage in der GWO sei sehr groß gewesen, bestätigt Gerhard Wessels. 120 Beschäftigte hätten sich um die 60 Plätze beworben. »Dieses hohe Interesse hat uns sehr beeindruckt, aber auch das Durchhaltevermögen, das wir schon aus dem Café Kurswechsel und der MachBar kennen.« Das Besondere sei hier, dass keine lange Planungsphase vorausgegangen sei, sondern man direkt gestartet sei. »Das ist in diesem Umfang wohl einzigartig.«

Finanzielle Unterstützung durch Förderer wie Aktion Mensch oder Unternehmen gibt es bisher nicht, aber Wessels ist auch hier bereits auf der Suche nach Ansprechpartnern, »die sich von der Professionalität auf beiden Seiten der Kooperationspartner sowie dem bisher Erreichten beeindrucken lassen.« Dass momentan 12 Beschäftigte pro Tag in der Werkstatt fehlen, habe natürlich einen Produktsionsausfall zur Folge, »aber den nehmen wir gerne in Kauf.«
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Kunst im Quartier

24.03.2015 07:30 Uhr

- Neues Kunstprojekt will für Begegnung im Stadtteil Ohmstede sorgen



Von April bis September 2015 werden kostenlose Kunstkurse für alle interessierten Bürger im Atelier Farbsinn der Gemeinnützigen Werkstätten angeboten.

Ein großes Kunstprojekt für den Stadtteil Ohmstede will ab April für Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung sorgen.
Hierzu öffnet das Atelier Farbsinn der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) für ein halbes Jahr seine Pforten. Insgesamt werden bis September 11 komplett kostenlose Kurse und Workshops zu verschiedene künstlerischen Themen angeboten. Unter anderem werden Angebote zur Acrylmalerei, Fotogrammen und Maskenbau gemacht – die Teilnehmer lernen in den Kursen wie Kunstwerke entstehen und fertigen ihr eigenes Kunstwerk an. Dabei sind die Angebote offen für Jung und Alt.
Es wird beispielsweise den Kurs „Das kleine Atelier", in dem Kinder im Alter von 4-6 Jahren spielerisch den Umgang mit Farben erlernen können, geben. Angeleitet werden die Kurse von Fachkräften der GWO und des Blauschimmel Ateliers. Neben den Kursen wird es auch die Möglichkeit geben, zweimal wöchentlich den offenen Kunsttreff zu besuchen. Jeden Dienstag von 14:30 bis 17:30 Uhr und jeden Donnerstag von 14:30 bis 16:30 Uhr können Besucher sich ein Bild von der Arbeit des Kunstreffs machen, sich informieren und wenn gewünscht auch zum Pinsel greifen.

„Wir freuen uns über das tolle Angebot, welches wir den Bürgern des Stadtteils Ohmstede machen können." sagt Wolfgang Abend (stellv. Vorstand der GWO). „Durch die Beteiligung der GSG Oldenburg, der Ev. Kirchengemeinde Ohmstede, der Kindertagesstätte Kurlandallee, dem Kulturzentrum Rennplatz und dem Blauschimmel Atelier konnten wir viele verschiedene künstlerische Angebote einplanen." berichtet Abend. Dass das Projekt realisiert wird, ist der Unterstützung der Aktion Mensch und der Oldenburger Stiftung Teilhabe zu verdanken. Die Aktion Mensch hat eine Kostenzusage von über 12.000 € gemacht, so Abend. Dadurch ist die Teilnahme an jedem Kurs komplett kostenlos.

Da die Teilnehmerzahlen für Kurse und Workshops begrenzt sind, wird um Anmeldung unter Tel. 0441 885 32 572 oder Email: atelier.farbsinn@goolemail.com gebeten.
Das Programmheft wird ab dem 20.03. 2015 an vielen Auslagestellen in Ohmstede verfügbar sein und ist dann auch unter www.wfbm-oldenburg. de (http://wfbm-oldenburg.de/DE/pdf/Kunstgruppe/Broschre_Kunst-im-Quartier_bunt_DIN-A-5.pdf) einsehbar.
Die Ergebnisse des Projektes sollen bei einer Ausstellung im Stadtteil am 27. September 2015 vorgestellt werden.

Eckdaten Projekt „Kunst Im Quartier – Ohmstede zeigt sich vielfältig und bunt"

  • Kunstprojekt welches Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung fördern will
  • Die Teilnahme an Workshops ist für jeden Bürger möglich. Die Kurse sind dabei komplett kostenlos
  • Projektzeitraum April bis September 2015. Das Abschlussfest ist am 27.09.2015
  • Insgesamt finden 11 Kurse statt. Daneben gibt es zweimal wöchentlich einen offenen Kunstreff
  • Projektpartner und deren Beteiligung:
    • GSG Wohnungsbaugesellschaft: Aktion Kunst im Treppenhaus
    • Kindertagesstätte Kurlandallee: „Das kleine Atelier"
    • Kulturzentrum Rennplatz: Fotoprojekt im Stadtteil Ohmstede
    • Kirchengemeinde Ohmstede: Acrylmalerei – Thema „Träume gestalten"
    • Blauschimmel Atelier: Verschiedene Workshops – Portraitmalerei, Fotogramme, Maskenbau
    • GWO: Verschiedene Workshops – Acrylmalerei, Drucktechniken
  • Gefördert wird das Projekt durch die Aktion Mensch und die Oldenburger Stiftung Teilhabe. Die Aktion Mensch fördert mit über 12.000 €


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MICK – Kicking Girls

16.02.2015 07:00 Uhr

Freie Plätze beim Mädchen-Fußballcamp vom 25. bis 27. März


Das Projekt „MICK – Kicking Girls“ veranstaltet in den Osterferien wieder ein Fußballcamp für Mädchen.

Vom 25. bis 27. März wird täglich von 10 bis 16 Uhr in der Sporthalle der IGS Flötenteich gekickt und gespielt.
Es sind noch Restplätze frei.

Interessierte Mädchen der Schulklassen 4 bis 7 können sich bis zum 20. Februar per E-Mail an kerstin.poessiger@kicking-girls.de anmelden. Bei Rückfragen steht die Organisatorin unter Telefon 0151 64704650 zur Verfügung.
Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, entscheidet der Eingang der Anmeldung über die Platzvergabe. Die Teilnahmegebühr beträgt 59 Euro (ermäßigt 29 Euro).

Durchgeführt wird das Camp vom An-Institut „Integration durch Sport und Bildung e.V.“ der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg und der IGS Flötenteich.
Mädchen der Schulklassen 4 bis 7 aus dem gesamten Stadtgebiet können an dem Camp teilnehmen und werden von erwachsenen Trainerinnen gemeinsam mit im MICK-Projekt ausgebildeten jugendlichen Coaches betreut. Jedes Kind bekommt im Rahmen des Camps ein persönliches Trikot sowie einen Fußball. Auf dem Programm stehen viele unterschiedliche Wettbewerbe, abwechslungsreiche Trainingseinheiten und kleinere Turniere.
Krönender Abschluss werden traditionsgemäß die Abschluss-Spiele gegen das Trainerinnen-Team sein, zu denen Eltern, Geschwister und Freunde herzlich eingeladen sind, um die Mädchen anzufeuern.

„Das Fußballcamp erfreut sich einer sehr hohen Beliebtheit bei den Mädchen. Die Entwicklung zeigt, dass Mädchen, die einmal dabei waren, immer wieder teilnehmen, bis sie die Altersgrenze erreicht haben.
Sehr erfreulich ist aber auch, dass immer wieder jüngere Mädchen aus den vierten Klassen nachrücken, so dass es möglich ist, an diesen drei Tagen eine alters- und schulübergreifende Gemeinschaft zu erleben“, so Kerstin Pößiger, Mitarbeiterin des An-Instituts und Organisatorin des Fußballcamps.

Weitere Informationen gibt es auch unter www.kicking-girls.info.
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Kommunaler Aktionsplan Inklusion:
Kurz vor der politischen Beratung

30.11.2014 09:00 Uhr

Steuerungsgruppe tagt erstmals mit neuem Oberbürgermeister


Am Donnerstag, 27. November, kam die Runde der Sprecherinnen und Sprecher zur Erstellung des Kommunalen Aktionsplans Inklusion zum achten Mal zusammen.
Als Abgesandte der zehn Arbeitsgruppen, die den Aktionsplan in den letzten Monaten erstellt haben, erörterten sie die letzten Schritte, bis im Januar 2015 die politische Beratung beginnt. Die Vorschläge der Zivilgesellschaft werden in den verschiedenen politischen Fachausschüssen vorgestellt, bevor sie vom Rat der Verwaltung zur Prüfung der Umsetzbarkeit übergeben werden.

Seit gut eineinhalb Jahren hatten zehn Gruppen zu unterschiedlichen kommunalen Handlungsfeldern Werte erarbeitet und Maßnahmen zusammen getragen. Für die intensive Arbeit sprach Susanne Jungkunz von der Fachstelle Inklusion allen großen Dank aus: „Die Sprecher-Runde hat den Weg entscheidend mitgestaltet, die Gruppen intensiv begleitet und an Texten und Maßnahmen gefeilt.“
Aber auch den Beratern der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Wilfried Steinert und Pia Plankermann, gilt es zu danken: „Sie haben mit großem Engagement unsere Oldenburger Bemühungen begleitet. Ohne diesen Einsatz wären wir nicht so weit gekommen.“

Am Vortag hatte, erstmals unter Leitung des neuen Oberbürgermeisters Jürgen Krogmann, die Steuerungsgruppe Inklusion die entscheidenden Weichen für die Beratung und Umsetzung des Kommunalen Aktionsplans Inklusion gestellt. Krogmann: „Die Steuerungsgruppe hat maßgeblich dazu beigetragen, den Gesamtprozesses zu begleiten und zu beraten. Hier war das gute Miteinander der unterschiedlichen Mitglieder aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung in meiner ersten Sitzung heute spürbar.“

In ihrer 5. Sitzung wurde neben der Verabschiedung der Präambel des Aktionsplans die Frage diskutiert, ob das Thema Inklusion ein regelmäßiger Tagesordnungspunkt in kommunalen Gremien, Beiräten, Verbänden und Vereinen ist.
Auch befürwortete die Steuerungsgruppe die Initiierung eines „Netzwerkes Inklusionkonkret!“, das nach der Verabschiedung der Vorschläge zum Kommunalen Aktionsplan Inklusion die Bewertung, Umsetzung und Weiterentwicklung der Maßnahmen begleiten soll. „Das Netzwerk soll für alle Oldenburgerinnen und Oldenburger offen sein, damit auch weiterhin Menschen aktiv am Kommunalen Aktionsplan Inklusion mitwirken können“, so Thorsten Haupt, einer der Vertreter der zivilgesellschaftlichen Gruppe.

Die Steuerungsgruppe Inklusion besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Wohlfahrt, Politik und Verwaltung.

Mehr Informationen gibt es unter www.oldenburg.de/inklusion.
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Feierliche Freisprechung der Absolventen des Berufsbildungsbereichs

12.11.2014 09:27 Uhr
von Daniel Lüllmann

19 Teilnehmer des Berufsbildungsbereichs der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. beenden ihre 24-monatige berufliche Qualifizierung

Am 04.11.2014, fand die offizielle Verabschiedung der Absolventen des Berufsbildungsbereichs der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) statt. Die Freisprechung markiert traditionell den Übergang in den Arbeitsbereich. In ihrer 24-monatigen beruflichen Qualifizierung konnten die Teilnehmer die von ihnen gewählten Berufsfelder erkunden und so ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erweitern. Der Berufsbildungsbereich ist eine von der Agentur für Arbeit geförderte berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, die zur Verbesserung der Eingliederungsmöglichkeiten in den allgemeinen Arbeitsmarkt oder dem Arbeitsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen dient.

In der Feierstunde wurden den Absolventen von Silke Schiffler, Betriebsleiterin Berufsbildungsbereich, sowie den Mitarbeitern des Berufsbildungsbereichs ihre Abschluss-Zertifikate übergeben und persönliche Erfolge hervorgehoben. „Dieser Tag ist für alle Teilnehmer ein besonderes Ereignis, denn der Abschluss der beruflichen Qualifikation bildet den Grundstein für das spätere Arbeitsleben“, betonte Silke Schiffler in ihrer Festrede.
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Kommunaler Aktionsplan Inklusion fast fertig gestellt

06.11.2014 08:45 Uhr

Arbeitsgruppen tagen im November letztmalig

Seit eineinhalb Jahren arbeiten zehn Arbeitsgruppen mit insgesamt über 250 Mitgliedern zu unterschiedlichen kommunalen Handlungsfeldern, um den Oldenburger Ratsbeschluss von 2012 „Oldenburg will Inklusion“ umzusetzen. Ziel ist ein „Kommunaler Aktionsplan Inklusion“. Dieser ist nun fast fertiggestellt. Er wird ab Januar in den Fachausschüssen des Rates beraten und soll dann vom Rat beschlossen werden.

Der Aktionsplan umfasst zwei Teile: Im ersten wurden die inklusiven Werte und Visionen erarbeitet. Der zweite Teil enthält einen Katalog von fast 70 kommunalen Maßnahmen, die für ein inklusives Oldenburg umzusetzen sind.

Zu den Handlungsfeldern gehören Arbeit und Beschäftigung, Beteiligung und Mitsprache, Bildung und lebenslanges Lernen, Kultur und Freizeit, Mobilität und Beförderung und Wohnen und Versorgung. Die Fachstelle Inklusion, die die Gruppen verantwortlich begleitet, stellte ebenfalls eine Verbindung zu den bestehenden Arbeitskreisen Inklusion an Oldenburger Schulen und Inklusion in Oldenburger Kindertagesstätten her. Als Querschnittthema wurde Barrierefreiheit bearbeitet. Alle Maßnahmen beruhen auf den inklusiven Werten.

Auf den letzten Sitzungen der Arbeitsgruppen im November wird der gesamte Prozess nun rückblickend beleuchtet und ausgewertet. Aber auch für den Ausblick soll genug Zeit sein. Denn: Mit dem Abschluss der Arbeitsgruppen beginnt die langjährige Umsetzung der Maßnahmen. Und diese soll ebenfalls wieder bürgerbeteiligt erfolgen. Wie bisher weiterarbeiten wird die AG Inklusion an Oldenburger Schulen und den umfangreichen Inklusionsprozess im Schulbereich voranbringen.

Den aktuellen Stand der Texte und Maßnahmen sowie weitere Informationen finden Sie im Internet.


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Schon viel erreicht – noch viel mehr vor!

28.03.2014 07:00 Uhr

5 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention/Zahlreiche Projekte in Oldenburg


„Alle Menschen haben Rechte. Menschen mit Behinderungen haben die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen. Überall auf dieser Welt.“
Mit diesen drei Sätzen in einfacher Sprache ist die Kernbotschaft der 2006 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Behindertenrechtskonvention umrissen.

Deutschland hat sich ihr am 26. März 2009 völkerrechtlich verpflichtet – im September 2014 wird der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen erstmals prüfen, wie Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzt.
Sozialdezernentin Dagmar Sachse dazu: „Auch für uns in Oldenburg ist dieses Datum Anlass nachzusehen, wie weit wir mit unseren Zielen auf dem Weg zur inklusiven Übermorgenstadt gekommen sind.“

Ein wichtiger Baustein ist derzeit die Erstellung des kommunalen Aktionsplans Inklusion, den der Rat der Stadt Oldenburg 2012 beauftragt hat. „In zahlreichen Arbeitsgruppen wird an inklusiven Visionen und Maßnahmen gearbeitet. Sie werden dem Rat Anfang 2015 zur Beschlussfassung vorgelegt und sollen dann kommunal umgesetzt werden“, erläutert Susanne Jungkunz von der Fachstelle Inklusion.
Sozialdezernentin Dagmar Sachse ergänzt: „In Oldenburg leben fast 14.000 Menschen mit Behinderungen, die einen Anspruch auf Selbstbestimmung, Diskriminierungsfreiheit und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe haben. Die Bewegung und Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion – also Teilhabe und Gerechtigkeit für alle – ist nicht mehr aus Diskussionen, Entscheidungen und Planungen wegzudenken.“

Das gilt auch für die erfolgreiche Arbeit des seit 2009 bestehenden Behindertenbeirats. Meike Dittmar, Mitglied des Leitungsteams des Beirats, unterstreicht: „,Nicht ohne uns' bringt diese Haltung auf den Punkt, also die Beteiligung von Betroffenen auf Augenhöhe.“ Der Behindertenbeirat ist in mehreren Ausschüssen des Rates vertreten und wird von der Verwaltung bei Vorhaben einbezogen.
Eine nicht minder wichtige Aufgabe kommt auch der seit zwei Jahren aktiven und vielfältig zusammengesetzten Facharbeitsgruppe zu, die Oldenburger Schulen auf ihrem Weg in ein inklusives Bildungssystem begleitet. Die Mitglieder erarbeiten Handreichungen und Empfehlungen für Schulen, Eltern sowie für Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung.
„Die Arbeit der Gruppe wird niedersachsenweit wahrgenommen“, freut sich Sachse.

Aktuell wird die Inklusionswoche 2014 vorbereitet, die vom 5. bis 12. Mai in Oldenburg stattfindet. Zahlreiche Initiativen, Einrichtungen und Akteure haben ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Die Stadt wird sich mit mehreren Aktionen einbringen.
„Gelingende Inklusion lebt ganz besonders von der Beteiligung vielfältiger Gruppierungen. Das meint in Oldenburg: unabhängig von persönlichen Voraussetzungen und Fähigkeiten, unabhängig vom Alter, von Behinderung, unabhängig von Herkunft und sozialem Status, vom Geschlecht oder der sexuellen Orientierung und Identität. Wir haben schon viel erreicht und noch viel mehr vor“, ergänzt Susanne Jungkunz.
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Was heißt hier eigentlich Inklusion?

21.02.2014 10:24 Uhr

Die Angebote der Gemeinnützigen Werkstätten im Wandel

Wie können Menschen in ihrem Recht auf Selbstbestimmung in den Bereichen Arbeit, Bildung und Wohnen konkret unterstütz werden? Dazu referieren Ulrike Sanden, Holger Schwecke und Wolfgang Abend am Mittwoch, 5. März, ab 17.30 Uhr, im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. stellen dabei vor, welche neuen Ansätze in den Werkstätten entwickelt wurden, werden und wie der Inklusionsgedanke ganz praktisch nach und nach mit Leben gefüllt wird.

Der Vortrag ist Teil des Fortbildungsangebotes der Betreuungsstelle der Stadt Oldenburg und des Betreuungsvereins des SkF - Sozialdienst katholischer Frauen e.V. und richtet sich an ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind ebenfalls herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen dazu gibt es bei Eric Thormählen von der Betreuungsstelle der Stadt Oldenburg unter Telefon 0441 235-2503 und bei Ute Maulick vom Betreuungsverein des SkF - Sozialdienst katholischer Frauen e.V. unter Telefon 0441 25024.
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Inklusion als Aufgabe für alle Akteure

05.02.2014 16:22 Uhr

Dennis Rohde (MdB) besuchte die Gemeinnützigen Werkstäten Oldenburg e:V. – Gespräch zur künftigen Entwicklung der Teilhabe am Arbeitsleben

von Daniel Lüllmann

Am 04.02.2014 besuchte Herr Dennis Rohde (MdB) die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO), um sich über die aktuellen Entwicklungen in der Eingliederungshilfe zu informieren und auszutauschen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass Inklusion nur gelingt, wenn sich alle Akteure dieses gesellschaftlichen Ziels annehmen und es in reales Handeln umsetzten. „In der öffentlichen Diskussion und in vielen Gesprächen, die ich geführt habe, wird Inklusion zurzeit oft mit dem Wandel in den Schulen in Verbindung gesetzt. Häufig wird dadurch ausgeblendet, dass dieses Thema eigentlich alle Lebensbereiche betrifft“, sagt Dennis Rohde. Der Sozialdemokrat machte sich bei einem Rundgang durch die Werkstätten, der Besichtigung eines Wohnhauses und der Vorstellung der aktuellen Arbeits- und Wohnprojekte selbst ein Bild.

GWO-Vorstand Gerhard Wessels beschreibt die Projekte, mit denen die GWO im Sinne der Inklusion einen weiteren Schritt in die Mitte der Gesellschaft machen wollen. „Mit der MachBar, der Kantine in der Agentur für Arbeit Oldenburg und dem Café Kurswechsel an der VHS bieten wir arbeitsmarktnahe Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Mit Projekten wie der Hausgemeinschaft am Kielweg wird die Teilhabe beim Wohnen möglich“, so Wessels.

Beim Projekt Kielweg entstehen in Zusammenarbeit mit der GSG ambulante Wohneinheiten, in denen Menschen mit einem hohen Hilfebedarf eine eigene Wohnung mieten. Die Betreuung wird durch die GWO übernommen. Das neue Wohnangebot besteht aus eigenen Wohnungen mit bis zu zwei Zimmern und eigenem Bad sowie einem Gemeinschaftsraum. Von drei Etagen sind zwei für diese Nutzung vorgesehen, eine Etage wird frei vermietet. 2015 werden die ersten Wohnungen bezugsfertig sein.

Ein weiteres Thema war die geplante Reform der Eingliederungshilfe. In dieser Legislaturperiode soll das Bundesteilhabegeld kommen, um das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderung zu stärken. Kernpunkt des Vorhabens ist es, Leistungen für Menschen mit Behinderung nicht länger institutionenzentriert, sondern personenzentriert bereitzustellen. Weiterhin sollen auch die Kommunen durch die Leistung des Bundes finanziell entlastet werden. Details, wie die Einführung und der Umfang, sind noch nicht abschließend geklärt, jedoch wird es jetzt schon Aufgabe von Einrichtungen der Behindertenhilfe sein, sich frühzeitig mit den Reformplänen auseinanderzusetzen und diese bei der Entwicklung neuer Inklusionsprojekte zu berücksichtigen. „Wir denken, dass das Bundesteilhabegeld ein wichtiger und richtiger Schritt sein kann um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft zu stärken. Kommt es, werden wir unseren Beitrag bei der konkreten Umsetzung leisten“, betonte Gerhard Wessels.
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Inklusion: Konstituierende Sitzung der Steuerungsgruppe

10.12.2013 09:28 Uhr

Begleitung aller Arbeitsgruppen bei Erstellung eines Kommunalen Aktionsplans

Die Stadt Oldenburg erstellt derzeit unter breiter Beteiligung der Zivilgesellschaft den „Kommunalen Aktionsplan Inklusion“. In einem groß angelegten Prozess arbeiten stadtweit bereits Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Handlungsfeldern. Eine Steuerungsgruppe wird diesen Prozess lenken. In dieser arbeiten 18 Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, der Wohlfahrtsverbände, der Oldenburger Ratsfraktionen sowie der Stadtverwaltung zusammen. Die konstituierende Sitzung der Steuerungsgruppe fand am Montag, 9. Dezember, im Alten Rathaus statt.

Grundlage für die Umsetzung der Inklusion ist der Ratsbeschluss „Oldenburg will Inklusion“. Der Beschluss beauftragt die Stadtverwaltung die inklusive Bildung im Bereich Schule zu forcieren, mit den Bürgerinnen und Bürgern einen Aktionsplan zu erstellen und auch die Stadtverwaltung inklusiv auszurichten. Das Besondere: Inklusion wird umfassend verstanden, als allgemeines Menschenrecht, also für alle Menschen unabhängig von zum Beispiel Alter, Behinderung, Herkunft, sozialem Status, sexueller Orientierung. Ein Kommunaler Aktionsplan Inklusion soll 2015 vom Rat der Stadt Oldenburg verabschiedet werden. „Inklusion hat das Potenzial die Gesellschaft in ihren Grundstrukturen zu verändern“, so Oberbürgermeister Gerd Schwandner.

Die Projektstruktur des „Kommunalen Aktionsplans Inklusion“ ist getragen von Arbeitsgruppen, einer SprecherInnen-Runde und der Steuerungsgruppe:

In den Arbeitsgruppen engagieren sich mit dem Anspruch der vielfältigen Zusammensetzung zahlreiche Menschen. Aktiv sind derzeit sieben Handlungsfelder: Arbeit und Beschäftigung, Kultur und Freizeit, Inklusive Werte, Mobilität und Beförderung, Bildung, Beteiligung und Mitsprache sowie Wohnen und Versorgung. Die Handlungsfelder Energie und Umwelt sowie Wohlbefinden und Gemeinschaft werden noch begründet.

Das zweite wichtige Gremium ist die so genannte SprecherInnen-Runde. In diese wurden aus jeder Arbeitsgruppe zwei Personen entsandt. Die Runde sichert den Austausch zwischen den verschiedenen Arbeitsgruppen und sorgt für Transparenz des Prozesses in die Zivilgesellschaft, die Politik und Verwaltung. Sie wird auch für den einheitlichen Guss des Aktionsplans sorgen.

Die am 9. Dezember gegründete Steuerungsgruppe soll die Erstellung der Aktionspläne in Zivilgesellschaft und Verwaltung unterstützend begleiten und Stolpersteine aus dem Weg räumen helfen. Die Steuerungsgruppe wird wie die SprecherInnen-Runde bei ihrer Arbeit von der Montag Stiftung unterstützt.

Mitglieder der Steuerungsgruppe sind von Seiten der Verwaltung: Oberbürgermeister Gerd Schwandner (Vorsitzender), Sozialdezernentin Dagmar Sachse (stellvertretende Vorsitzende), Joachim Guttek (Leiter des Amtes für Controlling und Finanzen), Inka Thole (Agenda-Beauftragte). Teilnehmer von Seiten der Zivilgesellschaft sind: Meike Dittmar, Peter von der Dovenmühle, Taibe Mehrabani, Thorsten Haupt, Nina Rühaak, Janne Koch sowie Irina Börchers. Aus der Politik nehmen teil: SPD (Name stand zum Zeitpunkt des Versands der Pressemitteilung noch nicht fest), Klaus Raschke (CDU), Andrea Hufeland (Bündnis 90/Die Grünen), Die Linke./Piratenpartei (Name stand zum Zeitpunkt des Versands der Pressemitteilung noch nicht fest), Franz Norrenbrock (FDP/WFO).

„In allen Prozessen wird zunehmend deutlich, dass Inklusion eine Qualität des Weges und nicht nur des Zieles hat“, so Susanne Jungkunz, Leiterin der städtischen Fachstelle Inklusion. „Auch stellt Inklusion Selbstverständliches in Frage, der Dialog wird wichtiger als die Diskussion. Echtes Zuhören, der Blick auf die jeweiligen Ressourcen, Empathie und der Respekt im Miteinander sind Stichworte, die die gemachten Erfahrungen illustrieren. Wir hoffen in allen beteiligten Gruppen diese inklusive Kultur der Zusammenarbeit entwickeln zu können“.

In der Steuerungsgruppe ist man überzeugt: Inklusion gelingt nur partizipativ. Partizipation bedeutet dabei: Betroffene und Interessierte zur Mitarbeit zu gewinnen, die Bedürfnisse der vielfältigen Gruppen zu kennen und die Umsetzung der Maßnahmen auf möglichst alle Schultern zu verteilen. „Unsere Stärke in Oldenburg, auf die wir aufbauen können, ist das hohe zivilgesellschaftliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger“, so Jungkunz.
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»MachBar« ist Teilhabe ist machbar

28.11.2013 09:10 Uhr

Seit 100 Tagen neue Kantine in der Agentur für Arbeit - Name jetzt offiziell

von Carsten Lienemann

Zwischen den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) und der Agentur für Arbeit gibt es viele Berührungspunkte. Aus- und Fortbildung, Förderung, aber auch interne und externe Arbeitsplätze gehören dazu. Als in diesem Sommer die Verpachtung der Kantine in der Agentur für Arbeit neu ausgeschrieben wurde, erstellten die GWO so schnell wie möglich ein Konzept, mit dem nach dem Kaufhaus der Werkstätten und dem Café Kurswechsel ein weiterer Schritt für Menschen mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt getan werden sollte. Trotz aller Eile - der Plan übezeugte, die GWO erhielten den Zuschlag.

Am Mittwoch, dem 27. November, wurde die Bilanz der ersten hundert Tage gezogen, die überaus positiv ausfiel. Alle Beteiligten sind hochzufrieden mit der Entwicklung.

Für Küchenleiter Uwe Kettwich, erfahrener Koch und vorheriger Pächter, ist es die »bisher beste Arbeit überhaupt: Es ist eine hochmotivierte Truppe, richtig gute Kolleginnen und Kollegen, die engagiert, aufmerksam und schnell arbeiten und mit einem zufriedenen Lächeln in den Feierabend gehen.«

Auch die derzeit acht Beschäftigen bereuen nicht, sich für die Kantine beworben zu haben. Einige von Ihnen waren zuvor im Café Kurswechsel tätig und konnten dort bereits entsprechende Erfahrungen sammeln.

Die Prokuristin der Teilhabe gGmbH, freut sich, dass die »angepeilten 240 Essen pro Tag beinahe erreicht sind; meist sind es 230, in der Spitze 280 Essen«, sagt Claudia Scholz.

Aber nicht nur die Zahl ist bemerkenswert, sondern auch die Qualität. »Die Leute kommen nicht her, weil hier Menschen mit Behinderung arbeiten, sondern weil sie ein gutes Essen haben möchten, und das ist auch in Ordnung so, die Qualität muss stimmen«, sagt GWO-Vorstand Gerhard Wessels. »Die Kantine ist ein Wirtschaftsbetrieb, der sich rechnen muss«, ergänzt Bernd Wozniak, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Oldenburg/Wilhelmshaven. »Die Menschen, die hier essen, sind begeistert und kommen gerne.«

Im Februar werden wahrscheinlich vier weitere Beschäftigte aus dem Berufsbildungsbereich der GWO dazukommen. In Zukunft soll hier auch ausgebildet werden.

Zum Start im August hatten die GWO einen öffentlichen Ideenwettbewerb zur Namensfindung für die Kantine ausgeschrieben, den Anke Heinemann mit ihrem Vorschlag »MachBar« gewonnen hat. Frau Heinemann arbeitet in der Kantine des Staatstheaters und hatte dort schon Beschäftigte der Gemeinnützigen Werkstätten für ein Praktikum zu Gast. Auch sie ist sehr beeindruckt von der Motivation, mit der Menschen mit Behinderung arbeiten und damit vieles erst möglich machen, »eben machbar«.

Dem kann Gerhard Wessels nur zustimmen. »Der Name signalisiert: Wir spielen hier nicht Kantine, wir machen!«
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GWO-Laufgruppe ab jetzt in Blau

09.08.2013 07:33 Uhr

Die LzO unterstützt die Laufgruppe der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. mit 1600 Euro

von Carsten Lienemann

Seit 2010 nimmt die Laufgruppe der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) regelmäßig an Laufveranstaltungen in und um Oldenburg teil, ab jetzt ist sie auch rein äußerlich als Mannschaft zu erkennen. Mithilfe der 1600 Euro, die die LzO aus Mitteln der Lotterie »Sparen + Gewinnen« spendete, konnten Trainingsanzüge, Laufshirts und Sporttaschen zur Ausstattung der Läuferinnen und Läufer erworben werden.

Christian Köhler, Leiter des Privatkundengeschäfts der LzO Regionaldirektion Oldenburg, und Gabriele Mesch, LzO-Stabsbereich Vorstand, überreichten am Donnerstag, 8. August, am GWO-Standort Rennplatzstraße den symbolischen Spendenscheck. Axel Schneider vom Begleitenden Dienst dankte der LzO für die Anerkennung der sportlichen Leistung. »Wir freuen uns sehr über diese großzügige Zuwendung. Das neue Sportoutfit wird sicher einen großen Teil zum Erfolg und zur Motivation der Läufer beitragen« betont Schneider

»Mein Kollege Tim ist mit dem Vorschlag, eine Laufgruppe zu gründen und ernsthaft zu trainieren, an Axel Schneider herangetreten«, berichtet Läufer Markus Brosam. Schneider, selbst erfolgreicher Läufer, trainiert die Laufgruppe von Beginn an, inzwischen zusammen mit Kerstin von Hebel.

Jeden Donnerstagnachmittag ab 14:00 Uhr wird im Bürgerbusch trainiert, abgestimmt auf den jeweiligen Leistungsstand der Läuferinnen und Läufer. Die Fortschritte sind unübersehbar. »Beim ersten Laufwettbewerb waren wir noch direkt vor dem Besenwagen, mittlerweile lassen wir immer häufiger andere Läufer hinter uns. Beim letzten Staffelwettbewerb kamen erreichten wir unter 6 Teams immerhin den dritten Platz«, sagt Schneider nicht ohne Stolz.

Neben dem Spaß an der sportlichen Betätigung, spielt auch die gesellschaftliche Integration auf dem Weg zur Inklusion eine wichtige Rolle. Die Teilnahme an Training und Wettkampf trage aber auch zu höherem Selbstbewusstsein, Anerkennung und Teamfähigkeit bei, so Schneider, denn es gebe immer wieder Situationen, bei denen die Läufer sich gegenseitig helfen müssen.
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Nächster Schritt in die Mitte der Gesellschaft

06.08.2013 06:24 Uhr

GWO-Tochter Teilhabe gGmbH übernimmt die Kantine in der Agentur für Arbeit Oldenburg

von Carsten Lienemann

»Im Prinzip können Menschen mit geistiger Behinderung jeden Job machen«, das ist eine der Erkenntnisse, die Gerd Wessels, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO), aus den Erfahrungen im Café Kurswechsel gewonnen hat.

»Wir haben dort Arbeitsplätze nah am ersten Arbeitsmarkt, es handelt sich um echte Teilhabe, und wir haben gesehen, dass wir die geforderte Qualität liefern können«, so Wessels. Als nun die Neuverpachtung der Kantine anstand, bewarben sich auch die GWO mit ihrer Tochtergesellschaft Teilhabe gGmbH. Mit Erfolg. Seit dem 5. August kochen die Beschäftigten der Teilhabe gGmbH in der Agentur für Arbeit jeden Tag 240 Essen. Und es sollen noch mehr werden. »Wir möchten zusätzlich einen Standort der GWO beliefern, das wären nochmal 60 bis 80 Essen mehr«, ergänzt Wessels.

»Das aktuelle Angebot richtet sich an die 500 Mitarbeiter der Agentur und des Jobcenters hier im Haus sowie Mitarbeiter der umliegenden Firmen«, erklärt Berndt Wozniak, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Oldenburg Wilhelmshaven. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit und den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) gebe es schon länger. Schließlich lägen Schaffung und Vermittlung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung in beiderseitigem Interesse, so Wozniak weiter. »Daher waren wir von der Idee, die Kantine an die Gemeinnützigen Werkstätten zu vergeben, sehr angetan.«

Mit der Neuverpachtung entstehen 12 neue Arbeits- und Berufsbildungsbereichsplätze für Menschen mit Behinderung. Auch an Ausbildung für den ersten Arbeitsmarkt ist gedacht. Der bisherige Pächter, Diätkoch Uwe Kettwich, der weiterhin als Leiter der Kantine arbeiten wird, verfügt über eine Ausbildereignung und absolviert berufsbegleitend eine sonderpädagogische Zusatzausbildung. Er ist völlig begeistert von seiner neuen Aufgabe: »Es sind hochmotivierte Mitarbeiter, die etwas wollen, etwas können und sich freuen, dass sie es zeigen dürfen. Im Moment ist es noch ein wenig anstrengend, aber ich bin sehr optimistisch für die Zukunft«

Dieser Optimismus erstreckt sich auf alle Beteiligten. Sowohl in der Agentur für Arbeit als auch bei den Gemeinnützigen Werkstätten sind alle ziemlich begeistert., allen voran die Beschäftigen selbst. Denn die haben ihren Dienst nicht etwa zur Eröffnung am 5. August angetreten, sondern »waren auch bei den Vorbereitungen dabei, einige haben dafür sogar ihren Urlaub verkürzt«, ließ die Bereichsleiterin Finanzen bei den GWO, Claudia Scholz, wissen.

Noch nicht geklärt ist, wie die Kantine zukünftig heißen soll. Man habe an einen Namenswettbewerb gedacht, sagt Gerd Wessels. Falls die eine Leserin oder der andere Leser eine Idee dazu hat, unsere Redaktion leitet sie gerne weiter.
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Gelungener Auftakt

03.06.2013 07:00 Uhr

Gemeinsames Inklusionsprojekt von VfL und GWO

von Carsten Lienemann

Die Organisatoren vom VfL Oldenburg und von den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) hatten sich für diesen 1. Juni viel vorgenommen. Zur Vorstellung des Projektes »Initiative Oldenburg - Inklusion durch Sport« und der Kooperationspartner war von 11:00 bis 16:00 Uhr ein gar nicht so kleines Sportfest in der Sporthalle Wechloy und auf den angrenzenden Rasenplätzen des PSV Oldenburg vorgesehen, mit vielen Beteiligten. Neben der guten Planung lag es an eben diesen Beteiligten, dass es ein voller Erfolg wurde.

Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GWO und des VfL ihren Teil dazu beitrugen, mag noch zu erwarten gewesen sein, schließlich ist das Teil ihrer normalen Arbeit, wenn auch nicht notwendigerweise am Wochenende. Keineswegs selbstverständlich ist aber, dass auch die Spielerinnen des VfL-Bundesligateams von Anfang bis Ende mit großem Einsatz und offensichtlich großem Spaß bei der Sache waren.

Als erstes absolvierten sie eine gemeinsame Trainingseinheit eher für als mit Nachwuchsspielerinnen von Concordia Ihrhove. Trainer Leszek Krowicki gab ebenso wie seine Spielerinnen immer wieder Tipps, um die Technik der Mädchen zu verbessern.

Anschließend starteten sie als eines von neun Teams im Staffellauf über 4x400 m. Nach dem Startläuten durch die ehemalige Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer(»Wir mögen ja keine Waffen, deswegen nehme ich diese Glocke!«) beendete das VfL-Quartett die erste Runde auf dem zweiten Platz, übernahm dann aber die Führung und verteidigte sie knapp bis ins Ziel.

Auch bei der folgenden Vorstellung der Gehörlosen-Handball-Nationalmannschaft, ihrem Gegner während des sportlichen Höhepunktes der Veranstaltung, waren die VfL-Frauen vollzählig anwesend, verfolgten aufmerksam die Aussagen der Nationalspieler und erkundigten sich beispielsweise nach den Aussichten bei den bevorstehenden Deaflympics, der Freistellung von Arbeitgeber und Studium oder auch, wie sie das Problem der unerlässlichen Kommunikation auf dem Spielfeld lösen. »Es muss über Blickkontakt und Zeichensprache gehen« - wie bei Hörenden in lauten Arenen auch.

Während die beiden Mannschaften sich auf das Spiel vorbereiteten, gaben GWO-Vorstand Gerhard Wessels, VfL-Marketingleiter Stefan Eickelmann sowie Saadet Taskin, Geschäftsführerin des Projektförderers Schulbusse Sonnenschein, dem inzwischen recht ansehnlichen Publikum weitere Informationen zur »Initiative Oldenburg«.

Wessels und Eickelmann kündigten an, dass es in den kommenden Monaten immer wieder kleinere gemeinsame Veranstaltungen und dann im nächsten Jahr wieder ein ähnliches Sportfest geben wird. Beide hoffen, weitere Kooperationspartner finden zu können, und auch Saadet Taskin möchte andere begeistern, das Projekt mitzutragen.

Dann kam der Anpfiff zum großen Spiel, beide Teams zeigten viel Einsatz und tolle Szenen, und die Gehörlosen-Nationalmannschaft gewann weitere Sympathiepunkte hinzu, war spielerisch aber den Bundesliga-Frauen nicht ganz gewachsen. So wurden die letzten 20 Minuten mit neu gemischtem Personal ausgetragen, und auch diese gewiss nicht eingespielten Mannschaften zeigten weiterhin sehenswerte Spielzüge.

Die Organisatoren vom VfL Oldenburg und von den Gemeinnützigen Werkstätten haben sich auch für die Zeit nach dem 1. Juni viel vorgenommen. Inklusive Veranstaltungen, nicht nur sportlicher Art, werden häufiger stattfinden und letztlich selbstverständlich sein. Die Erkenntnis, dass »alle etwas beitragen können« (Eickelmann) setzt sich langsam, aber stetig durch.

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»Ich entscheide selbst«

05.05.2013 11:53 Uhr

Demonstration zum Aktionstag
der Inklusionswoche 2013

von Carsten Lienemann

»Wir ändern die Welt nicht an einem Tag, aber vielleicht jeden Tag ein bisschen!« Mit diesem Satz beendete Karin Evers-Meyer (MdB), ehemalige Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, ihre Rede und gleichzeitig auch den offiziellen Teil des Aktionstages zur Inklusionswoche 2013 am Sonnabend, den 4. Mai, der unter dem Motto »Ich entscheide selbst« stand.

Begonnen hatte der Tag mit einer Demonstration für mehr Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Rund 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich gegen 11:15 Uhr vom Bahnhofsplatz auf den Weg, angeführt von »Feuersalasamba«, die mit brasilianischen Rhythmen für beste Stimmung unter den Teilnehmern und hohe Aufmerksamkeit bei den Zuschauern sorgten.

Auf dem Weg durch die Innenstadt ließ Zugbegleiterin Marianne Garbe vom Blauschimmel-Atelier gelegentlich anhalten, um den Passanten den Grund für die Demo zu erklären und sie zur Teilnahme aufzufordern. Etliche folgten der Bitte.

Viel früher als geplant traf der Zug vor dem Schloss ein, da half auch eine Runde um den Platz nicht mehr. Die Kundgebung war für 13:00 Uhr angekündigt, es musste also eine ganze Stunde überbrückt werden. Die Informationsstände der beteiligten Organisationen (s. Faltblatt), Tanz-, Maskentheater- und Zirkusvorführungen sorgten dafür, dass niemandem langweilig wurde. Alle blieben bis zum Schluss.

Übersetzt von der Gebärdensprachdolmetscherin Anita Brüggemann spachen die Sozialdezernentin der Stadt Oldenburg, Dagmar Sachse, und zum Abschluss der Kundgebung die schon genannte Karin Evers-Meyer.

»Ich bin stolz, dass so viele Menschen an dieser Veranstaltung teilnehmen. Menschen mit Behinderung wollen über sich selbst bestimmen und mitbestimmen, und es ist wichtig, dass sie dieses Interesse bekunden«, sagte Dagmar Sachse. Alle sollten selbst entscheiden können, wo und wie sie wohnen, arbeiten und wen sie wählen möchten, so Sachse weiter. Dieses Ziel sei noch lange nicht erreicht, aber mit dem Beschluss des Stadtrates, eine inklusive Stadt werden zu wollen, sei man auf einem guten Weg dorthin.

Noch deutlicher formulierte Karin Evers-Meyer, wie viel noch zu tun ist, bevor das Ziel Inklusion erreicht ist: »Wir fordern keine Almosen, sondern das uneingeschränkte Recht auf selbstbestimmtes Leben. Jede dafür notwendige Unterstützung muss die Gesellschaft bereitstellen.« Ziel müsse ein selbstverständliches Miteinander von Anfang an sein, und zwar überall. »Das Schild ›Inklusionsschule‹ an der Tür reicht nicht, wir müssen die Lehrerkollegien und das pädagogische Personal aufstocken. Von der Inklusion profitieren alle Kinder«.

Vor diesem Hintergrund muss die Frage gestellt werden, wo denn an diesem Tag all die Schulleiterinnen und -leiter waren, die sich an ihren Einrichtungen um Inklusion bemühen.


Seit 1992 wird jedes Jahr am 5. Mai der Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Die Inklusionswoche in Oldenburg bindet diesen Tag ein.

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