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Wechloy

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Energie aus der Kanalisation beheizt 90 Wohnungen

15.11.2017 21:33 Uhr

Neubauquartier Wechloyer Tor: Großprojekt zur Abwasserwärmenutzung wird realisiert

Wenn der Badewannen-Stöpsel gezogen wird, fließen schon mal 150 Liter warmes Wasser in die Kanalisation. Nudelwasser abgießen: drei Liter, fast noch kochend. Auch aus Geschirrspüler, Waschmaschine und Dusche flutet regelmäßig heißes Wasser in die Leitung. Das Energiepotential, das im Abwasser steckt, soll im Oldenburger Neubauquartier „Wechloyer Tor“ genutzt werden. An der Ammerländer Heerstraße sollen 8.000 Quadratmeter Wohnfläche künftig mit Abwasserwärme beheizt werden. Es handelt sich hierbei um das zweite Kooperationsprojekt zur Abwasserwärmenutzung, das von der Stadt Oldenburg initiiert wurde. Für das erste Projekt am Alten Stadthafen wurde die Stadt als „Niedersächsische Klimakommune 2016“ ausgezeichnet.

Bauherr ist diesmal die BPO Businesspark Oldenburg GmbH, die auf dem Gelände der Alten Netzfabrik den Wohnpark „Wechloyer Tor“ errichtet. Für die Planung der Energie¬zen¬trale zeichnet die Firma ECO.S Energieconsulting Stodtmeister verantwortlich.

Das energetische Konzept ist so aufgebaut, dass die Wärme des Abwassers über einen speziellen Wärmeübertrager entzogen und über eine Wärmepumpe auf das benötigte Temperaturniveau gebracht wird. Anders als am Stadthafen, wo den Investoren ein begehbarer Abwasserkanal zum Einbau der Wärmeübertragerelemente zur Verfügung steht, erfolgt der Einbau am Wechloyer Tor in einen Kanal, der nur einen halben Meter Durchmesser hat. Stück für Stück werden die einen Meter langen Elemente in den Kanal eingebracht, die sich dann zu einem insgesamt 52 Meter langen Wärmeübertrager zusammensetzen. „Wärmerückgewinnungsanlagen in einem so kleinen Kanal kann man weltweit noch an einer Hand abzählen“, erläutert Wolfram Stodtmeister von ECO.S.

„Durch den Kanal läuft das Abwasser von 20.?000 Haushalten aus Ofen und Ofenerdiek Richtung Kläranlage. Das Abwasser hat eine ganzjährige Temperatur von mindestens 9,5 Grad Celsius“, weiß Reinhard Hövel, Sachgebietsleiter Planung und Bau des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), der das Projekt von Anfang an begleitet hat. Früh eingebunden war auch das Institut für Rohrleitungsbau (iro) an der Jade Hochschule Oldenburg.

Mike Böge vom iro erinnert sich: „Auf den ersten Blick erschien uns der Kanal nicht optimal, da zum damaligen Zeitpunkt keine belastbaren Erfahrungen mit dem Einbau von Wärmeübertragern in nicht begehbare Kanäle vorlagen.“ Gerd Iwanuk, Fachdienstleiter im Umweltmanagement der Stadt Oldenburg, sagt: „Unsere Zielsetzung war es von Anfang an, zusammen mit den Investoren eine geeignete Standortlösung zu finden. Bei allen großen Bauvorhaben führen wir mit den Investoren Gespräche zum Energiekonzept.“ Neben Anforderungen an Klimaschutz und Nachhaltigkeit müsse das Konzept den Nutzern eine langfristige und preiswerte Energieversorgung bieten, so Iwanuk weiter. „Wir hatten in diesem Projekt das Glück, dass die Investoren sehr aufgeschlossen gegenüber Innovationen waren und das Energiekonzept in einer sehr frühen Projektphase angegangen wurde.“

Mit Hilfe des Abwasserwärmeübertragers erzeugt eine Wärmepumpe eine Wärmeleistung von 55 kW für Heizung und Warmwasserbereitung. Hinzu kommen 16 kW, die aus der Abluft der 90 Wohnungen zurückgewonnen werden. Rund 75 Prozent des Wärmebedarfs der Wohnungen werden damit umweltfreundlich aus Abwärme gewonnen. Der Wärmepumpenbetrieb kann dadurch besonders effizient und kostengünstigen erfolgen. Ein Erdgaskessel dient zur Abdeckung der Spitzenlasten von bis zu 200 kW, die nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen auftreten.
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Universität begrüßt Geflüchtete zum Orientierungsjahr

05.04.2016 07:00 Uhr

33 Männer und Frauen beginnen Vorbereitungskurs für ein Hochschulstudium


Mit einer Feierstunde hat die Universität Oldenburg heute die ersten 33 Geflüchteten begrüßt, die sich für das neue Orientierungsjahr eingeschrieben haben.
Die 28 Männer und fünf Frauen sind mehrheitlich aus Syrien nach Oldenburg gekommen. In bis zu drei Semestern bereitet die Universität sie darauf vor, ein Fachstudium an einer deutschen Hochschule aufnehmen zu können.

"Das Orientierungsjahr stellt für uns ein Novum und eine Herausforderung dar", sagte Prof. Dr. Sabine Kyora, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung anlässlich der Begrüßung und wandte sich dann direkt an die Kursteilnehmer, für die ihr Grußwort simultan übersetzt wurde: "Wir möchten, dass Sie bei uns Ihren Platz finden, sich integrieren – und dabei möchten wir auch im besten Sinn von Ihnen profitieren. Sie bringen ein Potenzial mit, das sowohl unserer Gesellschaft als auch der internationalen Perspektive der Carl von Ossietzky Universität gut tut."Ziel des Orientierungsjahrs ist es, den Teilnehmern alle notwendigen Kompetenzen für ein Fachstudium zu vermitteln und so einen schnellen Zugang zum deutschen Hochschulsystem zu ermöglichen.
Das Angebot umfasst vier inhaltliche Säulen: "Deutsch als Wissenschaftssprache", "Fachliche Bezüge", "Wissenschaftliches Arbeiten" sowie "Begleitung, Beratung und Integration". Ein klarer Schwerpunkt des Orientierungsjahrs der Universität liegt auf dem Spracherwerb. So verbringen die Kursteilnehmer einen Großteil ihrer Zeit mit intensivem Sprachtraining, das mit der DSH-Prüfung abschließt, der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang. Bereits ab dem ersten Semester lernen sie zudem die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens kennen – in speziell konzipierten Veranstaltungen, die auf Deutsch, Englisch und Arabisch angeboten werden. Ergänzend dazu können sie an Angeboten des Gasthörerstudiums teilnehmen und sich so fachlich orientieren. Des Weiteren bieten die Beratungsstellen von Universität und Studentenwerk
sowie diverse ehrenamtliche Initiativen eine ganze Reihe von Angeboten und Freizeitaktivitäten, um die Studierenden zu begleiten und ins Campusgeschehen einzubinden.

Das Orientierungsjahr beginnt erstmals mit diesem Sommersemester, weitere Kohorten sind jeweils zum Winter- und Sommersemester geplant. Bewerben können sich Interessierte, die einen aktuellen Fluchthintergrund, eine Hochschulzugangsberechtigung und grundlegende deutsche Sprachkenntnisse nachweisen können. Die Kursteilnehmer werden als Gasthörende eingeschrieben, da dieser Status einen Hochschulzugang auch während eines laufenden Asylverfahrens erlaubt.
Die Teilnehmer des Orientierungsjahrs erhalten ein Zertifikat über die von ihnen erbrachten Leistungen
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Baubeginn in der Landesbibliothek Oldenburg.

11.03.2016 07:00 Uhr

Verbesserte Arbeitsbedingungen bei gestiegenen Nutzerzahlen


2015 nutzten mehr als 10.000 Menschen die Bibliothek am Pferdemarkt – so viele wie noch nie.
In der Landesbibliothek Oldenburg haben die Bauarbeiten für ein neues Lern- und Informationszentrum (LIZ) begonnen. Im 2. Obergeschoss, dort, wo sich der alte Lesesaal befand, haben die Bauarbeiter mehrere Wände eingerissen, sodass ein großflächiger Raum zum Pferdemarkt hin entstanden ist.
In dieser obersten Etage des zukünftigen LIZ sind überwiegend ruhige Einzelarbeitsplätze und ein Gruppenarbeitsraum geplant. Außerdem wird hier ein Teil des erweiterten Freihandbestandes stehen, der aktuelle wissenschaftliche Literatur zu allen Fachgebieten zur Sofortausleihe bietet.

„Das Lern- und Informationszentrum kommt für die Landesbibliothek Oldenburg zum richtigen Zeitpunkt“, stellt Bibliotheksdirektorin Corinna Roeder fest, „denn die Zahl der aktiven Nutzerinnen und Nutzer hat im vergangenen Jahr die magische 10.000er Marke überschritten.“ 10.197 Menschen liehen Medien aus dem Bestand der Landesbibliothek aus – so viele wie noch nie.

Dass Bibliotheks- und Lernräume ein wichtiges aktuelles Thema sind, zeigt auch das Programm des Bibliothekskongresses in Leipzig. Unter dem Motto „Bibliotheksräume – real und digital“ treffen sich vom 14. bis 17. März 2016 Informationsspezialistinnen und Informationsspezialisten aus aller Welt. Trotz der wachsenden digitalen Welt haben reale Lernräume in Bibliotheken stark an Bedeutung gewonnen, da sich die Anforderungen an Lern- und Lehrbetrieb in dieser Hinsicht verändert haben. Das Umbauprojekt in der Landesbibliothek Oldenburg wird vom Staatlichen Baumanagement Ems-Weser durchgeführt. Mit Planung und Bauleitung ist das Oldenburger Büro kbg architekten beauftragt. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur investiert für den Umbau und die Erweiterung des bisherigen Lesesaals zu einem modernen, barrierefreien Lern- und Informationszentrum 665.000 Euro aus Fördermitteln für den Bereich Bildungsplanung.

Öffnungszeiten während des Umbaus: Mo – Fr 10 – 19 Uhr, Sa 9 – 12 Uhr
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