ganz-oldenburg.de –
DAS Stadtmagazin im Internet
 
ganz-oldenburg.de – DAS Stadtmagazin im Internet

Kultur

Eintritt frei am Tag der Museen

05.07.2017 19:58 Uhr
Am Sonntag, 9. Juli, ist Tag der Museen im Oldenburger Kultursommer und das bedeutet: Alle Besucher erhalten freien Eintritt in die städtischen Museen und Kunsthäuser und können an kostenlosen Führungen teilnehmen. Im Horst-Janssen-Museum können die Besucher die Ausstellung „Helene von Oldenburg: Janssen Revisited“ und damit Horst Janssen auf ganz neue Art erleben: Janssen-Werke gestapelt, vor aufregenden Tapeten, übermalt, bis nur noch Bilddetails hervorschauen, und zu einer Zeichenschrift kondensiert, die man selbst ausprobieren kann. Führungen durch „Janssen Revisited“ finden um 11 und um 15 Uhr statt.

Im Stadtmuseum Oldenburg ist die Ausstellung „Höchste Eisenbahn“ zu sehen, die anhand von fünf Stationen 150 Jahre Oldenburger Eisenbahngeschichte präsentiert. Um 12 und 16 Uhr lädt das Museum zu Führungen ein. Im mittelalterlichen Pulverturm am Schloßwall kann man am Tag der Museen die Keramik-Ausstellung „Quetschpaste“ von David Rauer besuchen, dessen knallbunte Werke an Pop Art, Comicfiguren und Emojis erinnern.

Auch das Edith-Russ-Haus für Medienkunst beteiligt sich am Tag der Museen und zeigt die neue Ausstellung „Ozeane – Dialoge zwischen Meeresgrund und Wassersäule“ von Armin Linke. Der Künstler taucht in die faszinierenden Welten des offenen Meeres und der Tiefsee zu einem historischen Zeitpunkt ein, an dem die Erforschung dieser Gebiete wichtiger ist, als je zuvor. Führungen durch „Ozeane“ gibt es um 11 und 15 Uhr.
nach oben

Wissenschaftsministerin weiht neues Lern- und Informationszentrum ein

22.06.2017 19:57 Uhr

Landesbibliothek Oldenburg präsentiert sich zum 225. Geburtstag traditionsbewusst und innovativ

Zum 225. Gründungsjubiläum der Landesbibliothek Oldenburg hat die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljaji?, am Mittwoch, dem 21. Juni 2017, das neue Lern- und Informationszentrum (LIZ) der Landesbibliothek Oldenburg eingeweiht. Die Ministerin und Bürgermeisterin Petra Averbeck der Stadt Oldenburg gratulierten der Landesbibliothek zur gelungenen Balance zwischen Tradition und Moderne. In ihrer Festrede machte Dr. Dorothea Sommer, stellvertretende Generaldirektorin der Bayerischen Staatsbibliothek München, deutlich, welch großen Herausforderungen sich Landesbibliotheken in heutiger Zeit zu stellen haben. Neben Vertretern aus Politik, Kultur und Gesellschaft waren besonders Ehrenamtliche und Bürgerinnen und Bürger zum Fest eingeladen, die die Landesbibliothek aktiv unterstützen.

Modern, hell, großzügig und einladend – so präsentierten sich die neuen Räume des Lern- und Informationszentrums an diesem sommerlichen Mittwoch der Festgesellschaft. Doch unter die Gäste mischten sich plötzlich ganz unerwartete Besucher: Im Gewand des 18. Jahrhunderts und scheinbar völlig vertieft in einen alten Folianten saß da an einem Tisch ein Hund. Eine verspätete Putzkolonne wuselte noch eilig durch die Gänge der Regale. Auch sie trug Masken. Auf Ihrem Rundgang hielten die Ministerin und die Bürgermeisterin immer wieder überrascht vor solchen Szenen inne, während sie sich von Bibliotheksleiterin Corinna Roeder, Architekt Claudius Grothoff und Klaus Wieting, dem Leiter des Staatlichen Baumanagements Ems-Weser, Konzept und Umsetzung des Umbaus erläutern ließen.

„Die Landesbibliothek Oldenburg hat eine besondere Stellung für Land und Region. Mit dem neuen Lern- und Informationszentrum präsentiert sie sich als innovative und zukunftsorientierte Einrichtung, die kulturelles Erbe bewahrt und vermittelt. Sie ist ein Ort mit Strahlkraft, der weit über Oldenburg hinaus wirkt und sichtbar ist“, sagte Wissenschaftsministerin Heinen-Kljaji? in ihrer Rede. Bürgermeisterin Averbeck überbrachte das Grußwort der Stadt Oldenburg, in dem sie die tiefe Verankerung der Landesbibliothek in Stadt und Region hervorhob: „Die enge Zusammenarbeit der Kultur- und Bildungseinrichtungen bereichert das Leben hier in Oldenburg und ist ein wichtiger Standortfaktor für die ganze Region“, so Averbeck. „Dafür stehen beispielsweise die kooperative Digitalisierung der Oldenburger Theaterzettel unter Federführung der Landesbibliothek oder das Oldenburger Netzwerk Schu:Bi – Schule und Bibliothek, um das uns andere Städte beneiden.“

Festrednerin Dorothea Sommer spannte anschließend den Horizont weit über Oldenburg hinaus auf: „In allen Ländern Europas stehen Staats- und Landesbibliotheken vor großen Herausforderungen, aber ihre Bedeutung gerade in der digitalen Welt wächst: Durch Digitalisierung stellen Landesbibliotheken ihre Kulturschätze heute weltweit für Forschung und Öffentlichkeit zur Verfügung. Als Archivbibliotheken sind sie verantwortlich für die Erhaltung der kostbaren Originale und die Überlieferung unseres Wissens. Gleichzeitig entwickeln sich Landesbibliotheken zu modernen Lernorten, sinnlich erfahrbaren Kulturräumen und kommunikativen Zentren in ihrer Region so wie auch hier in Oldenburg“, sagte Sommer.

Wie viel die Landesbibliothek bei ihrer erfolgreichen Entwicklung privatem bürgerschaftlichen Engagement verdankt, das erfuhren die Festgäste beim Podiumsgespräch mit dem Vorsitzenden der Oldenburgischen Bibliotheksgesellschaft Prof. Detlef Haberland, der Leiterin der internationalen Jugendbibliothek in München, Dr. Christiane Raabe, und Dr. Matthias Hengelbrock, Fachberater für Geschichte und Lehrer am Alten Gymnasium Oldenburg, der sich seit Jahren ganz besonders für die Restaurierung historischer Bücher einsetzt.

„Um die wachsenden Herausforderungen zu meistern, brauchen Landesbibliotheken wie die unsere die Unterstützung ihrer Träger, aber sie brauchen auch das Feedback, die Anregungen und die ideelle Unterstützung ihrer Leserinnen und Leser, ihrer Partner und Freunde in und außerhalb der Region“, wandte sich Bibliotheksleiterin Corinna Roeder am Ende der Veranstaltung an die Gäste: „Wir sind glücklich und dankbar für die vielfältige Unterstützung, die wir von Ihnen bekommen. Bleiben Sie an unserer Seite und im lebendigen Austausch mit der Landesbibliothek Oldenburg. Dann können wir den Bildungsauftrag, den Herzog Peter Friedrich Ludwig bei der Gründung seiner Bibliothek mitgegeben hat, auch in Zukunft verwirklichen.“
nach oben

Jugendtheatertage 2017 eröffnet

10.06.2017 21:59 Uhr
von Carsten Lienemann

Zur Eröffnung der Jugendtheatertage 2017 standen drei Stellvertreter_innen auf der Bühne: Matthias Grön, Leitender Dramaturg Junges Staatstheater, vertrat den Generalintendanten Christian Firmbach und gab eine Vorschau auf die bevorstehenden Theateraufführungen. Annikka Repenning vertrat den Vorsitzenden des Fördervereins Präventionsrat Torsten Maus. Sie erklärte,dass der Präventionsrat bereits seit 2009 die Jugendtheatertage finanziell unterstützt, weil Theater eine gute, vielleicht sogar die beste Möglichkeit sei, zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung beizutragen. Ähnlich begründete auch Ulf Prange das Engagement der Oldenburgischen Landschaft, stellvertretend für deren Vorsitzenden Thomas Kossendey.
Die verantwortlichen Jugendtheaterpädagog_innen mussten nicht vertreten werden, sie waren persönlich anwesend und konnten dem Publikum vollzählig vorgestellt werden.

Ebenfalls vollzählig waren selbstverständlich die Spieler_innen des ersten Stückes, und das, obwohl sie nicht nur aus zwei verschiedenen Theatergruppen, sondern sogar aus zwei Ländern kamen, denn das Platt'n'Studio 14+ hat in dieser Spielzeit mit einer Jugendgruppe desTheaters Garage TDI in Assen/Niederlande kooperiert. Und das Stück war sogar dreisprachig, niederländisch, niederdeutsch und hochdeutsch.

»Dat Laboratorium« erzählt von einem Experiment. Die Niederländer und die Deutschen sind sich sehr ähnlich. So ähnlich, dass sie ihre beiden Staaten zu den Niederdeutschlanden vereinigen. Zwar gibt es Unterschiede in Kultur und Sprache und Vorurteile auf beiden Seiten, aber im Grunde mögen sie sich. Jedenfalls, solange niemand über Fußball spricht. Das neue Volk gründet Ministerien und stellt Gesetze auf. Und es beschließt, dass die neue Gemeinschaft geschützt und verteidigt werden muss.

Wie es ausgeht, wird hier nicht verraten, schließlich gibt es am 11. Juni um 12:00 Uhr in der Exerzierhalle noch eine Aufführung. Gesagt werden darf aber und sollte auch, dass die Jugendlichen aus Assen und Oldenburg mit großer Spielfreude, viel Fantasie, Witz und tollen Ideen ein wirklich sehenswertes Stück auf die Bühne gebracht haben.

Insgesamt 21 Produktionen sind während der Jugendtheatertage 2017 zu sehen, neben der Exerzierhalle sind die Kulturetage und das Internationale Jugendprojektehaus weitere Spielorte. Einen Besuch ist jedes einzelne davon wert. Darüber hinaus gibt es ein Rahmenprogramm und Fortbildungen für Theaterpädagog_innen.
nach oben

23. Auflage des CSD in Oldenburg: Feiern und fordern

05.06.2017 17:07 Uhr

Oberbürgermeister Krogmann wirbt für Respekt und Toleranz

Lautstark, bunt und eine klare Botschaft: Ja zur Liebe und zur Gleichberechtigung, Nein zu Vorurteilen und zur Diskriminierung von homo- und transsexuellen Menschen. Der Christopher Street Day (CSD) ist in Oldenburg seit jeher eine Mischung aus Vielfalt feiern und fordern. „Wahrgenommen wird der CSD meist als schrille Party, doch hinter dieser Veranstaltung steht ein ernstes Anliegen. Es geht um ein deutliches Bekenntnis zu einer weltoffenen, respektvollen und toleranten Stadt“, betont Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Auch wenn für die Gleichberechtigung von Homo- und Transsexuellen in den vergangenen Jahren viel erreicht werden konnte, gebe es aber in Zukunft noch viel zu tun, so Krogmann. „Denn von einer Einstellung, in der Diskriminierung und Intoleranz keinen Platz finden, profitiert unsere gesamte Gesellschaft.“ Der Oberbürgermeister dankt den CSD-Initiatoren für ihren Einsatz: „Wir brauchen dieses Engagement gegen die manifeste oder latente Diskriminierung von Menschen, deren sexuelle Orientierung nicht dem Schema heterosexueller Beziehungen entspricht.“

Sichtbares Zeichen der städtischen Solidarität ist die Regenbogenflagge, die Krogmann am Donnerstag, 1. Juni, bei der Pressekonferenz zum CSD gemeinsam mit Kai Bölle präsentierte. Bölle ist Vorstandsmitglied des Vereins Lesben- und Schwulentag Nordwest (LuST), der den CSD Nordwest veranstaltet. Die Flagge weht ab Freitag, 2. Juni, wieder vor dem Alten Rathaus.

Im Mittelpunkt steht die Demonstration am Samstag, 17. Juni, zu der erneut rund 10.000 Teilnehmende in Oldenburg erwartet werden. Als Leitthema für die Demo hat der CSD Nordwest die Forderung erkoren, den Artikel 3 des Grundgesetzes um das Merkmal der sexuellen Orientierung und Identität zu ergänzen. „Derzeit ist der rechtliche Fortschritt von einer wohlgesonnenen Mehrheit im Bundestag abhängig“, konstatiert Bölle. Noch immer dürften gleichgeschlechtliche Paare weder heiraten noch Kinder adoptieren.

Der CSD wirbt zudem für Akzeptanzförderung durch Bildung: „Wir wollen, dass in Lehrplänen an Schulen sexuelle Vielfalt bewertungsfrei berücksichtigt und in die Ausbildung von Lehrkräften einbezogen wird“, so Bölle. Diese Aufklärungsarbeit sei gerade deshalb so wichtig, um der auf den Schulhöfen immer noch weit verbreiteten Homophobie Einhalt zu gebieten.

Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussion und Ausstellung
Auch im beruflichen Umfeld gelte es anzusetzen, um die Situation von Homo- und Transsexuellen zu verbessern. Mit dem Diversity-Tag, der zum CSD-Rahmenprogramm gehört, ist Oldenburg auf einem guten Weg. Die 4. Auflage der Veranstaltung fand in Kooperation von Stadt Oldenburg, Völklinger Kreis und CSD Nordwest bereits am 30. Mai im Alten Landtag statt. Gastgeber war diesmal die Polizeidirektion Oldenburg. Erneut haben namhafte Unternehmen Flagge gezeigt und die Charta der Vielfalt unterzeichnet.
Das Edith-Russ-Haus präsentiert noch bis zum 18. Juni eine der ersten Gruppenausstellungen in Deutschland, die sich mit transgeschlechtlichen Lebensformen beschäftigt. Sie umfasst Videoinstallationen, Fotografien, Performance und eine interaktive Installation. Am Mittwoch, 7. Juni, ist dort ab 19 Uhr ein Informationsabend mit anschließender Diskussion zum Thema „Transidentität am Arbeitsplatz“ geplant. Sabrina und Jen berichten von persönlichen Erfahrungen, Dr. Lüder Tietz, Ethnologe an der Uni Oldenburg, moderiert. Der Eintritt ist frei. Ebenso gilt freier Eintritt in die Ausstellung zur CSD-Demo am 17. Juni.

Zum CSD-Programm gehört auch die „Filmrolle“: Bis zum 12. Juni ist das „Cine k“ der Kulturetage Anlaufpunkt für alle Freundinnen und Freunde des queeren Films. Am Sonntag, 11. Juni, findet in der St. Lambertikirche ab 10 Uhr ein Gottesdienst zum CSD statt. Unter dem Motto „So weit der Himmel ist“ beteiligen sich viele Gruppen sowie Künstlerinnen und Künstler an der Gestaltung. In Kooperation mit dem AStA der Carl von Ossietzky-Universität gibt es im Bundestagswahljahr am Dienstag, 13. Juni, ab 18 Uhr eine Podiumsdiskussion im Schlauen Haus. Eingeladen sind die Kandidatinnen und Kandidatinnen, die sich in Oldenburg um ein Bundestagsmandat bewerben.

Schon Kultstatus genießt die Nacht der kleinen Künste. Zum nunmehr 20. Mal eröffnet sie das CSD-Wochenende am Freitag, 16. Juni. Ab 19.30 Uhr wird in der Kulturetage mit vielen Jubiläumsgästen ein Rückblick auf Höhepunkte der vergangenen beiden Jahrzehnte gehalten. Mit dabei sind die Kabarettisten Kay Ray und Holger Edmaier, VITA B., das Frauenduo „Suchtpotenzial“ sowie Poetry-Slam-Künstler Sven Hensel.

Demonstration und Kundgebung
Herzstück des CSD ist der Demonstrationszug, der am Samstag, 17. Juni, mit geschmückten Wagen, Schildern, Bannern, Fahnen, Luftballons und Trillerpfeifen quer durch die Innenstadt führt. Der Tross startet um 12 Uhr in der Rosenstraße. Zum Abschluss wird es ab 14 Uhr einen Mix aus Kundgebung und Kulturfest auf dem Schlossplatz geben. Auf der Bühne stehen das Deutsch-Pop-Duo „Ohrenpost“ und Sängerin Kery Fay. Zur Abschlussparty geht es danach in den Klub Molkerei am Westkreuz: Einlass zur „Night oft the Pride“ ist ab 22 Uhr.

CSD-Gala im Oktober
Zum Vormerken: Ab diesem Jahr findet die CSD-Gala im Staatstheater erst im Oktober statt. Die 4. Auflage ist für den 28. Oktober terminiert. Sie steht damit am Anfang der neuen „CSD-Saison“. Der neue Termin soll dafür sorgen, dass die Anliegen der Lesben- und Schwulenbewegung nicht nur im Mai und Juni wahrgenommen werden.


Termin-Übersicht

– bis Samstag,12. Juni: CSD Filmrolle, Cine k der Kulturetage

– Mittwoch, 7. Juni: Informationsabend und Diskussion zum Thema „Transidentität am Arbeitsplatz“ mit Sabrina und Jen, Moderation Dr. Lüder Tietz, zur Ausstellung „WILD – Transgender and the Communities of Desire“, Edith-Russ-Haus, 19 Uhr

– Sonntag, 11. Juni: Gottesdienst, St. Lamberti-Kirche, 10 Uhr


– Dienstag, 13. Juni: Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten, Schlaues Haus, 18 Uhr

– Freitag, 16. Juni: Nacht der kleinen Künste, Kulturetage, 19.30 Uhr

– Samstag, 17. Juni: Demonstration (12 Uhr, Start Rosenstraße), Abschlusskundgebung (14 Uhr, Schlossplatz), Night of The Pride (22 Uhr, Klub Molkerei)

– Samstag, 28. Oktober: 4. CSD-Gala, Oldenburgisches Staatstheater, 20 Uhr


Hintergrund

Der CSD Nordwest in Oldenburg wird seit 1995 vom Lesben- und Schwulentag Nordwest e.V. (LuST e.V.) organisiert und verantwortlich ausgerichtet. Termin ist jeweils der 3. Samstag im Juni. Mit rund 10.000 Teilnehmenden am Demonstrationszug und der anschließenden Kundgebung gehört der Oldenburger CSD zu den größten Deutschlands.

Der Christopher Street Day erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von Homosexuellen gegen Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.csd-nordwest.de
nach oben

Oldenburgs Brücken werden bunter

30.05.2017 12:32 Uhr

Auftaktveranstaltung »Brückenkunst« am 27. Mai 2017

von Carsten Lienemann

Wird Oldenburg die Stadt der bunten Brücken? Für diese Frage ist es wohl noch ein bisschen früh. Immerhin, der Anfang ist gemacht: Am 27. Mai fand die Auftaktveranstaltung zum Projekt Brückenkunst statt. An der Autobahnbrücke Marschweg/Westfalendamm waren mehr als 50 Graffiti-Künstler_innen damit beschäftigt, insgesamt über 1000 Quadratmeter Wandfläche zu gestalten.

Die Wände der Brückenträger sind dabei verschiedenen Kategorien zugeteilt worden. Es gibt »Event-Flächen« für hochwertige und anspruchsvolle Werke mehrerer Künster_innen, die nur in Absprache und bei besonderen Anlässen besprüht werden, »Hall of Fame«-Flächen, die nach den Regeln der Graffiti-Szene stetig neu gestaltet werden dürfen sowie Flächen für Workshops und Anfänger, die zum Ausprobieren und Üben freigegeben sind. Eine Besonderheit sollen die »Tore zu den Stadtteilen« werden, die jeweils an prominenter Stelle entstehen und Besonderheiten des jeweiligen Stadtteils aufnehmen sollen.

Das Projekt Brückenkunst beschränkt sich nicht auf die Flächen zwischen Marschweg und Westfalendamm, sondern soll »die tristen ungenutzten Wand-Flächen der Brückenträger der Oldenburger Stadtautobahn für Graffiti-Kunst und Kunst im öffentlichen Raum akquirieren«, heißt es im umfangreichen Konzept, das von Probierwerk e.V. und dem Präventionsrat Oldenburg erarbeitet wurde. Vor der Formulierung über die Vorstellung bei Verantwortlichen und Gremien bis hin zu diesem Auftakt am vergangenen Wochenende war es ein langer Weg, auf den viele Beteiligte mitgenommen werden mussten. Die Entscheidung aber, es im Konsens zu versuchen, war die richtige, denn es gibt zumindest für das Gesamtkonzept keine Gegenstimmen. Joachim Delfs, der als Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auch für die Autobahnen in Oldenburg zuständig ist, hat keine Einwände: »Wir müssen immer wieder neue Wege suchen, und solange keine Werbung und keine strafbaren Botschaften an den Wänden stehen, sehe ich kein Problem.«

Stadtbaudezernentin Gabriele Nießen sieht die Möglichkeit, »Graffiti auf legale Art und Weise in den öffentlichen Raum zu holen, vor allem bei den ›Toren zu den Stadtteilen‹ wird es Synergieeffekte geben«.

»Aus ›Frischer Anstrich für Oldenburg‹ wird ›Bunt statt Grau‹«, freut sich Ordnungsamtsleiter Ralph Wilken, der auch den Arbeitskreis Graffiti des Präventionsrates leitet. »Wir holen die Sprayer aus der Illegialität, indem wir ihnen Flächen zum Ausprobieren zur Verfügung stellen. Außerdem hat sich der Verein »Probierwerk e.V.« zu einem verlässlichen Ansprechpartner entwickelt, der sehr gut zwischen der Graffiti-Szene und Verwaltung vermittelt.«

Ratsmitglied Heinz Backhaus betonte die Einigkeit aller Fraktionen in diesem Punkt und dankte im Namen seiner Kolleg_innen allen Beteiligten. »Als ehemaliger Stadtjugendpfleger weiß ich, dass so ein Projekt vor zwanzig Jahren auf breite Ablehnung gestoßen wäre. Heute muss ich angesichts von 1000 m² Fläche allein an diesem Ort sagen: Wir kleckern nicht, wir klotzen!«.

Das Projekt Brückenkunst ist zunächst auf zwei Jahre befristet, erläuterte Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates. »Danach ziehen wir Bilanz und verlängern und erweitern gegebenenfalls. Hoffentlich.« Als nächste Schritte sei jetzt die Gestaltung mehrerer Tore zum Stadtteil vorgesehen, noch in diesem Sommer werde die Brücke am Schützenweg hinter dem Botanischen Garten angegangen, so Blinzler.

Alle Flächen unterliegen Regeln, die auf Schildern an den Seitenflächen angebracht sind. Die Nutzer_innen sind angehalten, die Freigabe der Flächen nicht zu gefährden. Zu den Regeln gehört auch, dass keine Motive angebracht werden dürfen, die menschenverachtenden oder -entwürdigenden Inhalts sind. »In den letzten fünf Jahren ist es an keiner der vorhandenen legalen Flächen zu entsprechenden Motiven gekommen. Die Erfahrungen mit legalen Flächen in Oldenburg sind demnach sehr gute«, sagt Blinzler.

Probierwerk e.V. und namentlich sein Leiter Renke Harms hat die Kategorien der einzelnen Flächen für das Konzept Brückenkunst erarbeitet. Sie sind auf der Facebook-Seite Brückenkunst abrufbar. »Die Sprüher_innen empfinden die legalen Flächen als Wertschätzung ihrer Kunst, die Szene fühlt sich mitgenommen, aber auch verantwortlich für die Einhaltung der Regeln«, sagt Harms. Es gebe unter den Sprüher_innen einen Ehrenkodex, der dafür sorge, dass interne wie externe Regeln eingehalten würden.
Auch in Sachen Gleichberechtigung scheint sich etwas zu tun: »80 % der Workshop-Teilnehmenden an diesem Wochenende waren weiblich«, so Harms.

Bleibt nur noch die schwierige Aufgabe, auch den Bürger_innen die Graffiti-Kunst näherzubringen, die ihr nach wie vor nur kritisch bis ablehnend begegnen. Ein Schritt auf dem Weg könnten Führungen sein, bei denen einzelne Elemente erklärt und interpretiert werden. Das dürfte auch viele Wohlwollende interessieren.

Zur Bildergalerie

nach oben

»Lebendige Bibliothek« ist ausgezeichnet

19.05.2017 17:12 Uhr

Kooperationsprojekt erhält Preis vom Bündnis für Demokratie und Toleranz

von Carsten Lienemann

Am Montag, 15. Mai 2017, wurden im Kulturzentrum PFL elf Projekte aus Niedersachsen und Bremen, die sich »Aktiv für Demokratie und Toleranz« einsetzen, mit Preisen ausgezeichnet. Darunter auch die »Lebendige Bibliothek Oldenburg, die gemeinsam von der Volkshochschule Oldenburg, und dem Präventionsrat Oldenburg unter Beteiligung der Stadt organisiert wird und die Ende April zum fünften Mal stattfand.

»Im Moment sind viele antidemokratische Tendenzen zu beobachten«, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann in seinem Grußwort, aber es gebe auch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich aktiv für mehr gegenseitige Akzeptanz verschiedener Kulturen einsetzten, so Krogmann. Diese Preisverleihung sei eine wichtige Anerkennung ihrer Arbeit, und Oldenburg ein passender Ort dafür, denn »Oldenburg ist eine Stadt für alle«.

Es gehe nicht darum, »das« Projekt zu finden, »vielmehr sollen vorbildliche und übertragbare Projekte ausgezeichnet werden«, begründete der Geschäftsstellenleiter des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT), Gregor Rosenthal, die Auswahl der Preisträger_innen. In Niedersachsen und Bremen bekamen die Repräsentant_innen von elf sehr interessanten und vielfälitgen Projekten aus den Händen der BfDT-Beiratsmitglieder Barbara Woltmann (MdB) und Patrick Siegele (Leiter des Anne Frank Zentrums in Berlin) Urkunden und Preise überreicht.

Darunter auch die »Lebendige Bibliothek Oldenburg«, die Barbara Woltmann als ein »tolles Projekt« lobte, bei dem »sich Menschen begegnen, die sonst gar nicht in Kontakt kommen würden. Das trägt viel zu gegenseitigem Verständnis bei«.

Schade nur, dass die elf wirklich tollen Projekte so gar nicht den Raum bekamen, den sie gebraucht hätten, um vom Publikum richtig wahrgenommen und gewürdigt zu werden. Statt ein paar Antworten ins Mikrofon hätte das BfDT den Repräsentant_innen besser je fünf Minuten zur frei gestaltbaren Vorstellung ihrer Projekte geben sollen, um die Veranstaltung lebendiger zu machen. Auch ein als Moderator eingesprungener Geschäftsstellenleiter, der Orte und Namen verwechselt, sowie eine lieblos zusammengestellte Projektion von Präsentationsfolien, die sich fortwährend verselbstständigte, ist wenig professionell.

Immerhin, bei der Auswahl des musikalischen Beiprogramms war das BfDT tatsächlich auf den Vorschlag aus Oldenburg eingegangen, wobei auch das mehr hätte sein dürfen. Die Musik kam von fünf Vertreter_innen der Global Music Player AllStars, die ihre Sache nach Ansicht aller Anwesenden sehr gut machten.

Zur Bildergalerie

nach oben

Für kreative Vielfalt und Freiräume

15.05.2017 07:54 Uhr

Über 300 Kulturschaffende bei spontaner Kundgebung

Innerhalb von drei Tagen hat das offene Bündnis “Creative Mass | freiRAUM für Kultur und Kreativität” über 300 Kulturschaffende erreicht, die am Samstag in einer bunten und positiven Kundgebung für Freiräume und kulturelle Vielfalt auf die Straße gingen. Vorausgegangen war die Gründung des Bündnisses als Gruppe im Internet, in der sich innerhalb kürzester Zeit fast 1500 Oldenburger, zumeist Kulturschaffende, engagieren und seitdem im konstruktiven Austausch dazu stehen, wie man die Oldenburger Kulturpolitik positiv unterstützen und zum Besten der Kulturschaffenden verändern könnte.

“Wir freuen uns riesig über den tollen Erfolg, so viele Kulturschaffende für ihre eigenen Belange auf die Straße gebracht zu haben”, erklären die Organisatoren, besonders positiv stimme auch die Rückendeckung sowohl etablierte Institutionen wie dem Staatstheater, der Kulturetage, des Theater Laboratorium oder dem Kreativnetzwerk cre8, wie aber auch der freien Szene und weiteren Kulturschaffenden und Initiativen. Das Bündnis betonte dabei noch einmal, gleichermaßen offen für alle Kulturschaffenden zu sein und den konstruktiven Dialog miteinander suchen zu wollen, um der Politik Werkzeuge an die Hand zu geben, langfristig die Situation aller Kulturschaffenden zu verbessern - nicht nur die einzelner Kulturbetriebe oder Initiativen.

Die Kulturschaffenden forderten auf der Kundgebung die Erhaltung und Schaffung von kulturellen Freiräumen, eine Kulturpolitik auf Augenhöhe, die sich an ihren Bedürfnissen orientiere, langfristige Nutzungs- und Planungssicherheit für Kulturschaffende und Nachwuchsförderung. Redner Amon Thein, seit dieser Wahlperiode als eines von acht ehrenamtlich beratenden Mitgliedern im Kulturausschuss, hielt es in seinem Beitrag zwar grundsätzlich für eine gute Idee, Berater aus der Kulturszene mit an den Tisch zu holen, wenn man politische Entscheidungen treffe - “allerdings sind diese Berater im Moment von der Politik gewählt. Müssten Vertreter der Kultur nicht von den Kulturschaffenden selbst gewählt werden?”

In einem weiteren Redebeitrag appellierte Pavel Möller-Lück vom Theater Laboratorium an Verwaltung und die Politik, Räume für Kultur zu erschaffen und nicht zu schließen. “Die Diskussionen über die bau_werk Halle müssen im Kulturausschuss und mit den Betroffenen geführt werden.” Die Halle sei ein wertvolles Forum für die Kulturschaffenden und nun gleichzeitig auch ein weiteres Beispiel für den möglichen Verlust von Freiräumen, unter denen auch andere Initiativen wie das Freifeld oder Probierwerk gelitten hätten. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der für die Halle “keine strategische Verwendung” gesehen hatte, warf er vor, keine kulturelle DNA zu haben - “und das als Kulturdezernent.” Er plädierte dennoch im Sinne des Bündnisses dafür, den konstruktiven Dialog untereinander und gleichzeitig Verbündete in der Politik zu suchen. Mit Blick auf die Demonstranten sagte er: „Ich freue mich, hier in so viele tolle Gesichter schauen zu können. Diese ganzen Menschen müssen in Oldenburg bleiben und eine Chance kriegen.”

Thein plädierte außerdem dafür, dass sich Politik und Verwaltung zu den Kulturschaffenden hin öffnen. Man solle diese selbst fragen, was sie benötigen, um gute Ergebnisse erzielen zu können. “Auf der Basis könnte es eine neue Kulturpolitik geben, in der die Bedürfnisse der Kulturschaffenden im Mittelpunkt stehen - denn die wissen am besten, was sie brauchen.”

Das Bündnis rief dazu auf, sich als Kulturschaffende von nun an konstruktiv zusammen zu finden und gemeinsame Interessen zu formulieren, erst in der Gruppe “Creative Mass | freiRAUM für Kultur und Kreativität” auf facebook und später in offenen Treffen. Denkbar sei langfristig ein moderierter Prozess, möglicherweise unterstützt von der Stadt. “Wir sind davon überzeugt, dass Kultur nicht verwaltet werden kann. Sie muss wohlwollend und prozess-offen begleitet werden. Auf Augenhöhe. Und alle Kulturschaffenden zusammen könnten diesen Prozess fordern.”
nach oben

Über 200 Menschen haben für ein vereintes Europa demonstriert

11.05.2017 10:33 Uhr
Am vergangenen Sonntag, den 07. Mai 2017, haben auf dem Julius-Mosen-Platz in Oldenburg mehr als 200 Menschen für ein vereintes Europa demonstriert. Damit endet vorerst die Kundgebungsreihe von „Pulse of Europe“ in Oldenburg. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz.

Am vergangenen Sonntag haben über 200 Menschen auf dem Oldenburger Julius-Mosen-Platz für ein vereintes Europa demons- triert. Nach dieser Kundgebung hat die Veranstaltungsreihe „Pulse of Europe“ in Oldenburg nun bis zu einer geplanten Fortset- zung vor der Bundestagswahl zunächst ihr Ende gefunden.

Nach sechs Veranstaltungen von „Pulse of Europe“ mit insgesamt etwa 1700 Teilnehmern zieht Michael Wenzel aus dem Organisa- tionsteam eine positive Bilanz: "Es ist beeindruckend und beruhigend, zu erfahren, dass für die Mehrheit der Europäer die Gemeinschaft auch weiterhin für Frieden, Demokratie und Freiheit steht und wir diese nicht einfach aufgeben.“ Karl Feldmann, ebenfalls aus dem Organisationsteam, fügt hinzu: „Es sind keine Gegner einer politischen Richtung auf die Straße gegangen, sondern Fürsprecher. Und wir haben so vielleicht manchen Zögerer überzeugt, dass wir die EU bejahen und gemeinsam verbessern müssen.“

Im Vorfeld der Bundestagswahl planen die Organisatoren weitere Aktionen und Kundgebungen, um den europäischen Gedanken in der Stadt erneut aufleben zu lassen. Wer näher darüber informiert werden möchte, kann sich beim Organisationsteam unter der E-Mailadresse oldenburg@pulseofeurope.eu melden.
nach oben

Gedenken an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter

02.05.2017 09:03 Uhr
Zum Gedenken an die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wird Bürgermeisterin Petra Averbeck am Mittwoch, 3. Mai, einen Kranz niederlegen. Die Gedenkzeremonie findet um 16 Uhr am Mahnmal der Gedenkstätte Zwangsarbeitergräber auf dem Friedhof Ohmstede zusammen mit Pastor Christoph Fasse von der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ohmstede, Ulf Prange, Mitglied des Niedersächsischen Landtages, sowie Vertreterinnen und Vertretern des Rates statt. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen teilzunehmen.

Über 12 Millionen Menschen leisteten im Verlauf des Zweiten Weltkrieges für Deutschland Zwangsarbeit. Durch die kampflose Übergabe der Stadt Oldenburg an die Alliierten am 3. Mai 1945 konnten die kanadischen Truppen noch am selben Tag die in den Lagern eingesperrten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter befreien. Das Mahnmal auf dem Friedhof Ohmstede ist das größte Sammelgrab für Opfer der Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Die neue Gedenkstätte Zwangsarbeitergräber wurde 2015 eingeweiht.
nach oben

Büchertausch-Café öffnet länger

24.04.2017 10:36 Uhr
Das Büchertausch-Café der Gemeinwesenarbeit Bloherfelde/Eversten erweitert seine Öffnungszeiten. Ab Montag, 24. April, können täglich gut erhaltene Bücher eins zu eins getauscht werden, und zwar zu folgenden geänderten Zeiten: montags, mittwochs und freitags von 10 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr.
nach oben

Stadt Oldenburg schreibt Kinder- und Jugendbuchpreis aus

19.04.2017 08:53 Uhr

Bewerbungsfrist läuft bis 15. Juni

Die Stadt Oldenburg schreibt in diesem Jahr erneut den Preis für literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur aus. Der Kinder- und Jugendbuchpreis ist mit 8.000 Euro (ehemals 7.600 Euro) dotiert. Er wird an Autorinnen und Autoren beziehungsweise Illustratorinnen und Illustratoren verliehen, die erstmals mit einem eigenständigen Werk auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur an die Öffentlichkeit treten.

Mit dem Preis möchte die Stadt Oldenburg einen Beitrag zur Förderung von innovativen und kreativen Ideen (noch) Unbekannter leisten. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer unabhängigen und überregionalen Jury ausgewählt. Die Qualität ihrer Entscheidungen hat zum hohen Renommee des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises geführt. So hat Sina Flammang, Nominierte in 2014, ihr Jugendbuch-Manuskript im cbt Verlag unter dem Titel „Mädchen aus Papier“ am 20. März 2017 veröffentlicht. Der Preisträger von 2015, Florian Wacker, ist zum aktuellen Stadtschreiber für Kinder- und Jugendliteratur in Mannheim („Feuergriffel“) ernannt worden.

Bis zum 15. Juni 2017 können Bücher, die nach dem 15. Juni 2016 erschienen sind, sowie unveröffentlichte Manuskripte an die Stadtbibliothek, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg, geschickt werden. Es müssen fünf Exemplare eingereicht werden. Detaillierte Informationen zu den Vergaberichtlinien gibt es im Internet unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de.
nach oben

Kein Platz für kulturelle Freiräume

19.04.2017 08:44 Uhr

Oldenburg verliert beliebtes Freifeld Festival

2017 wird es kein Freifeld Festival in Oldenburg geben. Nach intensiver Vorbereitungszeit, langwieriger Geländesuche und Verhandlungen entscheidet das Freifeld-Team, dass es dieses Jahr und auch in Zukunft kein Freifeld Festival in Oldenburg mehr geben wird.

Das spartenübergreifende Kulturfestival mit Musik, Kunst, Theater, Club, Literatur, Film und Workshops wurde 2013 und 2014 von über 250 Künstler_innen, 300 Helfer_innen und einem 25-köpfigen ehrenamtlichen Festival-Team ermöglicht und von ca. 5.000 Besucher_innen begeistert angenommen. Leider konnte auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Donnerschwee danach wegen Wohnungsbau und Sanierung nicht weiter veranstaltet werden. Das Freifeld Festival 2015 sollte auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Blankenburg stattfinden, musste aber abgesagt werden, da der Geländebesitzer sich gegen eine kritische Auseinandersetzung mit der Blankenburger Geschichte wehrte. Nachdem sich Freifeld e. V. von dieser Absage erholt und 2016 das alternative Format Freifeld»Jurten veranstaltet hatte, sollte es 2017 wieder ein Freifeld Festival geben.

Dank der frühzeitigen Planung war das Festival 2017 bereits Ende 2016 durch Kulturförderung diverser Stiftungen im Nordwesten finanziell abgesichert, doch die Suche nach einem geeigneten Ort scheiterte: Nach längeren Verhandlungen mit der Stadt Oldenburg über die Nutzung von Teilen des Fliegerhorsts, in denen die Stadt entgegen vorheriger Äußerungen kein geeignetes Festivalgelände zur Verfügung stellte, fand sich im Januar 2017 ein alternatives Gelände wenige Kilometer vor Oldenburg. Leider gab es dort keine ausreichende Unterstützung durch die Genehmigungsbehörden: „Wir haben alles dafür gegeben, dass es wieder ein Freifeld Festival geben kann. Gemeinsam haben wir aber nun entschieden, dass wir ohne ein sicheres Festivalgelände und die dafür notwendige politische Unterstützung das Freifeld Festival nicht durchführen können und wollen”, sagt Sebastian Humpert, Vorstand von Freifeld e. V.

„Es ist besonders bitter für uns, nicht veranstalten zu können, obwohl das Freifeld Festival 2017 finanziell deutlich besser aufgestellt war als seine Vorgänger”, sagt Leonie Etzold, Kassenwartin des Freifeld e. V. „Wir sind unseren Förderern sehr dankbar für das Vertrauen, die Unterstützung und Wertschätzung.” Ohne Gelände und ohne Veranstaltung stehen die Gelder dem Verein nun nicht zur Verfügung.

Aufgrund der fehlenden Perspektive auf ein Festivalgelände in Oldenburg und der finanziellen Folgen der Absage, hat das Freifeld-Team, das seit 2012 Herzblut, Zeit und ehrenamtliches Engagement in die Planung, Organisation und Gestaltung der Freifeld Festivals investiert, sich entschieden den Trägerverein Freifeld e. V. aufzulösen. „Kulturveranstaltungen brauchen Raum und besonders für eine ehrenamtliche Struktur wie Freifeld e. V. macht es der Mangel an kulturellen Freiräumen in Oldenburg unmöglich, anspruchsvolle Kulturprojekte jenseits des Mainstreams umzusetzen. Daher werden wir schweren Herzens unsere Arbeit einstellen”, erklärt Katharina Wisotzki, Vorstand von Freifeld e. V.

„Wir bedanken uns bei allen, die mit uns in den letzten vier Jahren geplant, getanzt, gelacht, geweint und gefeiert haben”, sagt Katrin Windheuser, Festivalleitung 2017, stellvertretend für viele Engagierte des Freifeld e. V. „Wir sind enttäuscht und traurig, dass unsere Vision von Freifeld in Oldenburg nun ein Ende findet. Wir sind der Überzeugung, dass es im Interesse und der Verantwortung der Stadt Oldenburg liegt, dem Nachwuchs Zugang zu Räumen und Förderung zu gewähren und Experimentierfelder wie das Freifeld Festival zu ermöglichen.“ Für viele Engagierte könnte die Auflösung von Freifeld e. V. mangels Perspektive den kurz- oder langfristigen Abschied aus Oldenburg bedeuten. Das Scheitern des Freifeld Festivals an Bürokratismus und fehlenden Freiräumen für Kreativität und Experimente scheint exemplarisch für die Situation junger Menschen und Initiativen zu sein, die in Oldenburg Kultur jenseits von etablierten Institutionen schaffen und gestalten wollen.

nach oben

Vielfältiges Frühlingsprogramm unter einem Dach

30.03.2017 11:42 Uhr

Landesmuseum Natur und Mensch informiert

Eventtage mit freiem Eintritt, vielfältige Abendveranstaltungen, Kinderworkshops, Führungen und zwei neue Ausstellungen füllen die Monate April bis Juni im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg.

Am 23. April verabschieden sich die Sonderausstellungen „Alle Wetter!“ und „Mensch und Küste: Was tun, wenn die Nordsee steigt?“ mit einer Finissage und ganztägig freiem Eintritt. Highlight ist um 14.30 Uhr ein Vortrag von Professor Dr. Schneidewind vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH über den Klimawandel als Zivilisationsherausforderung. Am 21. Mai, findet der Internationale Museumstag unter dem weltweiten Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ statt. Das Museum lenkt bei freiem Eintritt in Kurzführungen und Mitmachaktionen den Blick auf die Sammlungen und Kerngaben des Museums.

Lust auf Entdeckungen machen auch die Abendveranstaltungen: Am 6. April um 19.30 Uhr berichtet Thomas Schmidt, AG Solare Energiemeteorologie, Institut für Physik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg über ein Jahr Leben und Arbeiten im Eis im Vortrag „Als Meteorologe in der Antarktis“. Die ethnologische Reihe „Voneinander wissen“ richtet mit der Filmvorführung von „Birdwatchers “ (2009) am 4. Mai um 19.30 Uhr den Blick nach Brasilien und auf „Das Land der roten Menschen“. Zum Reptil des Jahres 2017, der Blindschleiche, referiert am 8. Juni um 19.30 Uhr Dr. Axel Kwet, freiberuflicher Biologe und Vizepräsident der DGHT.

Für Steinzeitfans geht es in einer Führung und anschließender Mitmachaktion mit Archäologin Tosca Friedrich um 11.15 Uhr am „Tag der Megalithkultur“, am 30. April, um die Frage „Wer erbaute die Großsteingräber?“. Ums Mitmachen geht es auch in vielfältigen Workshops für Kinder unterschiedlichen Alters zu Eiszeit-, Steinzeit- oder Frühlingsthemen.

Neben Klassikern, wie dem beliebten Service der geologische Fundberatung am 19.4. und 14.6. jeweils von 15-16.30 Uhr bietet das Programm auch Außergewöhnliches wie eine Bierführung „Na, dann Prost!“ am 20. Mai um 13.30 Uhr zur Oldenburger Brauereigeschichte, zu regionalen Sagen und Legenden rund um das Gebräu.

Schließlich eröffnen noch im Juni zwei Ausstellungen: Ab dem 10. Juni widmet sich „Laubenvögel. Ein Leben auf der Bühne“ einer skurril erscheinenden, im Tierreich einmaligen evolutionären Entwicklung: dem verausgabenden Laubenbau der Vogelmännchen, der allein dem Anwerben eines paarungswilligen Weibchens dient. Ab 17. Juni präsentiert „Australiens vergessene Felsbilder“ großformatige Fotografien von 20.000 Jahre alten Felszeichnungen aus der Kimberly-Region, die Wissenschaftlern bis heute über ihren Ursprung rätseln lassen.

Ausführliche Informationen sowie viele weitere Veranstaltungen finden sich im aktuellen Programmheft April bis Juni des Museums. Es liegt in den Oldenburger Kulturinstitutionen und der Tourist-Information Oldenburg aus. Alle Termine und das das Heft zum Download sind auch auf der Museumswebseite www.naturundmensch.de zu finden.
nach oben

Denkmalbestand in Oldenburg überprüft

25.03.2017 21:23 Uhr

Gebäudeeigentümer werden über Denkmalstatus informiert

Die Stadt Oldenburg als Untere Denkmalschutzbehörde und das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege haben die Liste der Baudenkmale im Oldenburger Stadtgebiet aktualisiert: Einige der rund 2.000 Objekte wurden neu als Baudenkmale eingestuft, andere haben ihren ursprünglichen Denkmalstatus verloren, bei wieder anderen wurde der Status als Baudenkmal konkretisiert. Um auch bei den etwa 3.500 Eigentümerinnen und Eigentümern für Klarheit zu sorgen, werden sie demnächst mit einem Schreiben über den aktuellen Status ihres Baudenkmals informiert.

Die Aufnahme eines Objektes in das Verzeichnis der Kulturdenkmale bedeutet, dass es geschichtliche, künstlerische, wissenschaftliche oder städtebauliche Bedeutung hat und damit ein öffentliches Interesse daran besteht, das Bauwerk zu schützen und zu pflegen. Für die Eigentümerinnen und Eigentümer ändert sich dadurch erst einmal nichts, denn in Niedersachsen gilt die deklaratorische Denkmaleigenschaft, das heißt: Denkmal ist Denkmal, unabhängig davon, ob der Eigentümer darüber informiert ist.

„Der Begriff Denkmal ist angstbehaftet, aber diese Sorge ist unbegründet“, so Professor Dr. Stefan Winghart, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. „Die Denkmalpflege ist sehr daran interessiert, Denkmaleigentümer zu beraten und zu unterstützen. Mit der Benachrichtigung soll Transparenz und Verbindlichkeit für die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Behörde und Eigentümern geschaffen werden.“

„Mit dem Schreiben bekommen die Gebäudeeigentümer auch einen Nachweis über die Denkmaleigenschaft ihrer Objekte. Damit können sie für genehmigte Maßnahmen zur Erhaltung der geschützten Bauwerke Steuervergünstigungen beantragen. Die Untere Denkmalschutzbehörde steht für Fragen dazu jederzeit zur Verfügung“, empfiehlt Gabriele Nießen, Baudezernentin der Stadt Oldenburg.

Weitere Informationen gibt es bei der Unteren Denkmalschutzbehörde per E-Mail an denkmalschutz@stadt-oldenburg.de.
nach oben

Rundfunkjournalist von Radio Bremen zu Gast in Oldenburg

17.03.2017 09:11 Uhr

2. Vortrag der Reihe: Mehr kulturelle Teilhabe durch Digitalisierung?

Im Rahmen der dreiteiligen Vortragsreihe zur kulturellen Teilhabe durch digital-analoge Kulturpolitik des Kulturbüros der Stadt Oldenburg wird Marcello Bonventre, Rundfunkjournalist und Redaktionsleiter der „Digitalen Garage“ bei Radio Bremen, am Dienstag, 21. März, um 18.30 Uhr im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13, zu Gast sein. Am Beispiel der Produktionen der „Digitalen Garage“, die mittlerweile ausschließlich online verbreitet werden, wird er darüber sprechen, wie sich öffentlich-rechtliche Sender umstellen müssen, um auch in Zeiten des digitalen Medienwandels ihren Bildungsauftrag zu erfüllen. Eine Herausforderung, der sich auch steuerfinanzierte Kultureinrichtungen stellen müssen. „Wer relevant bleiben will“, so Bonventre, „braucht Strategien für den Einsatz kultureller Produktionen in den sozialen Netzen. Das gilt für transmediale Ergänzungen zum klassischen Angebot, aber eben auch verstärkt für Inhalte, die für sich selber stehen und explizit für die sozialen Plattformen produziert wurden.“

Im Anschluss an den Vortrag gibt es ein Gespräch mit dem Moderator des Abends, Thierry Chervel. Dabei wird es darum gehen, ob und inwieweit es gelingen kann, den Anspruch eines öffentlich-rechtlichen Senders umzusetzen, Internetangebote beispielsweise frei von ökonomischen Interessen zu gestalten.

„Ich freue mich, dass wir mit Marcello Bonventre einen Referenten gewinnen konnten, der erfolgreiche Strategien zur Einbindung öffentlich-rechtlicher Angebote in soziale Plattformen darlegen wird. Zudem kann er aus Erfahrung berichten, wie es gelingt, mittels kreativer Unruhe Modernisierungsprozesse innerhalb traditioneller Strukturen anzustoßen“, so Bernd Hubl vom Kulturbüro der Stadt Oldenburg.

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen nimmt das Kulturbüro per E-Mail an kulturbuero@stadt-oldenburg.de entgegen.
nach oben

Theaterpädagogische Fortbildung in Bürgerfelde

10.03.2017 16:51 Uhr
Der Theaterclub+ startet wieder sein auftrittsorientiertes Fortbildungsangebot: „Spielen – Reflektieren – Stückentwicklung“. Die Fortbildung wird von der Freizeitstätte Bürgerfelde in Kooperation mit dem Verein Jugendkulturarbeit Oldenburg e.V. organisiert und richtet sich an Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen sowie Lehrkräfte aus dem Arbeitsbereich Darstellendes Spiel und andere Interessierte.

Jeweils dienstags von 20 bis 21.30 Uhr werden in wöchentlichen Proben in der Freizeitstätte Bürgerfelde, Alexanderstraße 209, verschiedene Theaterformen und Regieansätze aktiv erforscht und reflektiert, unterstützt durch den Theaterpädagogen Bodo Neemann.

Am Ende des Fortbildungsjahres werden die Ergebnisse vor Publikum präsentiert. Anmeldungen für die bereits laufenden Proben sind noch bis Freitag, 31. März, bei der Freizeitstätte Bürgerfelde, Telefon 0441 8850501, möglich, oder per Email an thomas.vossenberg@stadt-oldenburg.de sowie beim Verein Jugendkulturarbeit e.V. Oldenburg unter j.kowollik@jugendkulturarbeit.eu.
nach oben

Freunde für das Stadtmuseum Oldenburg

07.03.2017 10:47 Uhr

Förderverein gegründet

Das Stadtmuseum Oldenburg geht neue Wege. Nach über 100 Jahren ist es an der Zeit, das einstmals als „Heimatmuseum“ begonnene Projekt neu zu denken. Ziel ist eine inhaltliche Neuausrichtung sowie eine bauliche Erweiterung, die dem kulturellen Leben in der Stadt neue Impulse verleihen soll.

Bei diesem ehrgeizigen Vorhaben erhält das Stadtmuseum nun Unterstützung durch den Verein „Freunde und Förderer des Stadtmuseums Oldenburg“. Der Verein steht allen offen, die das Stadtmuseum voranbringen wollen.

Er

- unterstützt aktiv den Prozess der Neuausrichtung des Stadtmuseums, fördert das Haus, insbesondere durch eine engagierte Öffentlichkeitsarbeit,

- versteht sich als Plattform für das bürgerschaftliche Engagement zugunsten des Museums,

- betreibt engagierte Lobby-Arbeit für das Museum und sammelt Spenden für die Arbeit und Neuausrichtung des Hauses.


Zur Gründungsversammlung hat sich ein erweiterter Kreis von Initiatoren am 28. Februar 2017 im Stadtmuseum getroffen. Unter Ihnen war auch Dr. Dr. Ummo Francksen, dessen Familie 1914 ihre Sammlungen und ihre beiden Villen an der damaligen Rosenstraße der Stadt Oldenburg vererbte und damit den Grundstein für das heutige Museum legte. Er erhält als erstes Vereinsmitglied die Mitgliedsnummer 001.

Ebenfalls anwesend war Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jürgen Krogmann, der die Gründung eines solchen Vereins als eine Form des bürgerschaftlichen Engagements sehr begrüßt. Auch Dr. Nicole Deufel (Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser) und Dr. Andreas von Seggern (Leiter des Stadtmuseums) freuen sich über die Unterstützung für ihr Museum.

In den Vorstand des Vereins wurden gewählt:
Inge von Danckelman (erste Vorsitzende), Hans-Richard Schwartz (erster stellvertretender Vorsitzender), Michael Kroos (zweiter stellvertretender Vorsitzender), Jürgen Müllender, Öffentliche Versicherungen Oldenburg und Gabriele Mesch, Landessparkasse zu Oldenburg.

Sobald alle für eine Vereinsgründung notwendigen Formalien erledigt sind, findet voraussichtlich im April eine Informationsveranstaltung für alle an einer Mitgliedschaft Interessierten statt. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Wer sich schon jetzt für den Förderverein interessiert, kann eine Mail an freunde-stadtmuseum-ol@online.de senden. Er erhält dann weitere Informationen und Termine.

„Ich hoffe auf viele Vereinsmitglieder, die mit ihrem Interesse und ihrem Engagement das Stadtmuseum unterstützen und fördern.

Der bisherige Beteiligungsprozess hat gezeigt, dass viele Bürger sich eine Modernisierung und eine Erweiterung dieses zentralen Oldenburger Kulturortes wünschen“ – so die Vorsitzende des Fördervereins Inge von Danckelman.
nach oben

Freie Plätze beim Theater-Geschichten-Projekt in Kreyenbrück

27.02.2017 08:43 Uhr
Das Theaterprojekt „Ein Koffer voller Geschichten – Vom Ankommen und Zurücklassen“ im Stadtteiltreff Kreyenbrück, An den Voßbergen 58, sucht weitere Interessierte. Geprobt wird jeweils montags von 16 bis 17.30 Uhr. Unter Leitung der Theaterpädagogin Ute Bommersheim entwickeln die Teilnehmenden ein Theaterstück mit erzählerischen Komponenten ihrer Lebensgeschichten. Jeder hat eine Geschichte zu erzählen, hat schon mal einen Koffer gepackt, musste umziehen, war irgendwo fremd und hat sich eingelebt.

Für den Theaterkurs sind keine Vorerfahrungen nötig, nur Lust am Spielen und Erzählen. Der Kurs richtet sich an alle Altersgruppen und alle Nationalitäten. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit „KusAK“ (Kultursensible Altenarbeit Kreyenbrück) der Arbeiterwohlfahrt entstanden und läuft bis Ende Mai. Es soll mindestens einmal zur Aufführung gebracht werden. Das Angebot ist kostenfrei und wird von der Glücksspirale gefördert. Anmeldung nimmt der Stadtteiltreff Kreyenbrück entgegen unter Telefon 0441 235-3292.
nach oben

Jugendliche Migranten nehmen Audioguide für Stadtmuseum Oldenburg auf

22.02.2017 20:41 Uhr
Oldenburger Jugendliche mit Migrationshintergrund haben einen Audioguide für das Stadtmuseum Oldenburg aufgenommen. Am Samstag, 25. Februar, um 11 Uhr stellen sie ihn der Öffentlichkeit vor und laden Interessierte herzlich ein, den audioguideOL_me in den historischen Villen des Museums auszuprobieren.

Die neun Jugendlichen im Alten von 12 bis 17 Jahre aus dem Irak, Syrien, Iran und aus Guinea haben sich in den letzten Monaten mehrmals in den Villen des Stadtmuseums getroffen, um mehr über die Kultur ihrer neuen Heimat zu lernen. In verschiedenen Workshops konnten sie dabei das Museum selbständig erkunden und mehr über die Hintergründe der historisch gestalteten Räume erfahren. Während der Workshops entstanden Beschreibungen zu sieben Räumen, in denen die Jugendliche erzählen, von welchen Objekten sie sich besonders angesprochen fühlen. Dabei schildern sie Erinnerungen an ihre alte Heimat, an ihre Eltern und Großeltern, aber auch Gedanken zu ihrer Zukunft kommen zum Ausdruck. Diese sehr persönlichen Eindrücke haben sie für den audioguideOL_me des Stadtmuseums Oldenburgs im Radiostudio des Lokalsenders „Oldenburg eins“ selbst eingesprochen.


Über das Projekt audioguideOL_me

audioguideOL_me ist im Rahmen des Förderprogramms „von uns für uns. Museum macht stark“ der Bildungsoffensive „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung realisiert worden. Für das Projekt kooperiert das Stadtmuseum Oldenburg mit dem „Förderverein internationales Fluchtmuseum“ und dem Lokalsender „Oldenburg eins“. Der „Förderverein internationales Fluchtmuseum“ setzt sich als Verein für die Begegnung und den Austausch und somit für eine erfolgreiche Integration von Migranten ein. Der Lokalsender „Oldenburg eins“ bietet als Radio- und TV-Sender die Möglichkeit der aktiven Beteiligung an der sozialen, politischen und kulturellen Kommunikation in der Stadt und Region Oldenburgs. Betreut wurde das Projekt audioguideOL_me von den freien Kulturvermittlern Christian Kohfeldt und Kristina Sinn.
nach oben

Vortragsreihe: Mehr kulturelle Teilhabe durch Digitalisierung?

16.02.2017 11:02 Uhr

Chancen und Herausforderungen öffentlicher digitaler Kulturangebote

In einer dreiteiligen Vortragsreihe beleuchtet das Kulturbüro der Stadt Oldenburg die Chancen, die digital-analoge Ansätze für die verstärkte Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an öffentlich geförderter Kultur bieten können. Anhand von bundesweiten Fallbeispielen werden auch die besonderen Herausforderungen thematisiert, denen die öffentliche Kultur in den bislang überwiegend privatwirtschaftlich geprägten sozialen Netzwerken und Plattformen – den modernen Marktplätzen – ausgesetzt ist. Vor dem Hintergrund kommerzieller digitaler Kulturangebote wird zudem das Thema Datensouveränität besprochen: Wenn der Rohstoff des 21. Jahrhunderts die Daten sind, muss diskutiert werden, welche Rolle eine Stadt mit ihrem eigenen digitalen Angebot spielen kann, um die Freiheit der Daten ihrer Bürgerinnen und Bürger bewahren zu können.

Der erste Vortrag findet am 21. Februar im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, statt: Staatsrat a.D. Dr. Nikolas Hill spricht über „Digitalisierung – eine große Chance für die Kultur“. Am 21. März befasst sich Marcello Bonventre, Leiter der „Digitalen Garage“ bei Radio Bremen, mit „Digital-analoger Kulturpolitik im Spannungsfeld von Kulturauftrag und privatwirtschaftlichem Monopolbestreben“. Veranstaltungsort ist das Musik- und Literaturhaus Wilhelm13, Leo-Trepp-Straße 13. Zum Abschluss am 15. August hält Referentin Yvonne Hofstetter, Autorin und Geschäftsführerin der Teramark Technologies GmbH, den Vortrag „Das Ende der Demokratie – wie die künstliche Intelligenz die (Kultur-)Politik übernimmt und uns entmündigt“ im Kulturzentrum PFL.

Die Vorträge finden jeweils dienstags, 18.30 Uhr, statt, der Eintritt ist frei. Es moderiert jeweils Thierry Chervel, Journalist und Mitbegründer des Online-Feuilletons „Perlentaucher“. Anmeldungen nimmt das Kulturbüro per E-Mail an kulturbuero@stadt-oldenburg.de entgegen.
nach oben

Aus Niedersachsen nach Auschwitz

16.02.2017 10:28 Uhr

Ausstellung über die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit

Im März 2017 jährt sich die große Deportation der Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich in das „Zigeunerfamilienlager“ in Auschwitz-Birkenau. Die letzte Stufe ihrer Verfolgung durch das NS-Regime, der planmäßige Genozid, begann. Unter den über 13.000 deportierten Männern, Frauen und Kindern waren auch mindestens 700 Sinti aus Niedersachsen.

Die Ausstellung nimmt den Jahrestag zum Anlass, um an das Schicksal der niedersächsischen Sinti unter dem NS-Regime zu erinnern. Die Ausstellung zeigt die verschiedenen Stufen und die Besonderheiten der Verfolgung der Sinti und Roma. Bereits 1938 und 1940 erfolgten planmäßig Verhaftungswellen, die für viele den Tod in Konzentrationslagern zur Folge hatten. Eingegangen wird auch auf die Problematik der Bestrafung der Täter und der Wiedergutmachung für die Opfer. Auch die Geschichte der „Zigeuner“ vor dem Nationalsozialismus wird anhand niedersächsischer Quellen dargestellt.

Gezeigt werden Dokumente, Schriftstücke und alte Fotografien, die von der Ausstellung erstmalig 2003 veröffentlicht wurden. Eine große Anzahl Zeitzeugen aus niedersächsischen Städten kommt auf den ausgestellten Tafeln zu Wort. DVD-Installationen zeigen Interviews mit Überlebenden und Arbeiten von Schülern.

Die Ausstellung wird am Montag, 20. Februar, um 18:00 Uhr eröffnet. Das Programm und weitere Informationen sind im Faltblatt zur Ausstellung zu finden.
nach oben

Mit Alberich auf dem stillen Örtchen

10.02.2017 15:00 Uhr

„Das Rheingold“ im Oldenburgischen Staatstheater

von Marlies Folkens

Götter, Zwerge, Riesen, Nixen – was klingt wie die Protagonisten eines High-Fantasy-Romans, sind die Hauptdarsteller des Vorabends von Richard Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“. Doch was Wagner eigentlich auf die Bühne bringt, ist eine Analogie für Menschliches und Allzumenschliches: Neid, Gier, Machtbesessenheit, Ausgrenzung, Liebessehnsucht, Enttäuschung, Verbitterung, Rache. All dies wird unterlegt mit Musik, die durch die Verwendung von Leitmotiven, das, was auf der Bühne geschieht, spiegelt und ergänzt. Der Zuschauer erlebt im „Rheingold“ das Entstehen einer Weltordnung, die im letzten Abend des „Rings“ mit der „Götterdämmerung“ scheitert und zugrunde geht.

Zum ersten Mal macht sich in den kommenden Spielzeiten nun das Oldenburger Staatstheater daran, einen kompletten „Ring des Nibelungen“ auf die Bühne zu bringen, startend in diesem Jahr mit dem „Rheingold“.

Muss man eine Analogie auf der Bühne durch eine zweite überlagern? Wird dadurch deutlicher, was Wagner mit dem „Ring“ ausdrücken oder, wie man heute sagt, „rüberbringen“ wollte? Das ist oft versucht worden, und in der Regel haken diese Versuche an irgendeiner Stelle. Leider trifft dies auch für das Oldenburger „Rheingold“ zu. Die Handlung in einem engen Bauerndorf anzusiedeln, ist nicht wirklich schlüssig. Alberich als Knecht, der während des Vorspiels auf dem Klo onaniert, während aus dem Orchestergraben das Entstehen einer Welt aus einem einzigen Ton zelebriert wird, und der später das Rheingold aus eben dieser Toilette fischt. Entschuldigung, aber das ist im besten Falle effekthascherisch. Erst recht, wenn ihm bei seinem Annäherungsversuch an die Rheintöchter noch das Klopapier aus der Hose hängt.

Die Reihe der Beispiele ließe sich fortsetzen, aber dies soll reichen, um das zentrale Problem zu verdeutlichen. Einer Analogie sollte man besser keine zweite überstülpen. Man kann höchstens versuchen, sie zu abstrahieren oder sie aufzulösen wie im legendären Chereau-Ring aus Bayreuth (1976).

Dabei ist das Bühnenbild des Oldenburger „Rheingolds“ wirklich genial gemacht. Auf der Drehbühne werden sechs oder sieben verschiedene Handlungsorte innerhalb dieses Götter-Bergdorfes dargestellt. Es dampft aus Waschzubern, die Sonne scheint hell in das Schlafgemach von Wotan und Fricka (die Burg Walhall hängt als Gemälde an der Wand), in der Küche sitzen die Götter beim Schnäpschen zusammen und in der guten Stube mit einem gewaltigen Ofen werden die Verhandlungen mit den Riesen geführt, die die Burg für Wotan gebaut haben.

Ein Kammerspiel mit erweitertem Personal: Immer mit dabei ist Urmutter Erda, zunächst als verschleierte, stumme Mahnerin, die schon das Schwert, das erst in der „Walküre“ eine zentrale Rolle spielt, in Händen hält. Da hopsen ein paar Jungs in den Betten herum und ein alter Herr mit zwei Gehstöcken läuft ein bisschen planlos über die Bühne, wo hinter halb geöffneten Türen auch schon mal ein junger Mann erstochen wird, ohne dass es dafür einen ersichtlichen Grund gibt.

Etwas verwirrt hat mich zunächst eine bärtige Dame, die um Wotan herumscharwenzelte. Erst im Verlauf der Handlung wird klar, dass es sich bei ihr offenbar um die Mutter des Wälsungenpaars Siegmund und Sieglinde handelt. Nun gut.

Musikalisch herausragend an diesem Premierenabend ist das Orchester. Die für eine Wagner-Aufführung mit 65 Musikern kleine Besetzung sorgte dafür, dass der Klang stets durchsichtig blieb und die Sänger nur selten zudeckte. Es war eine Freude, dem zuzuhören.

Unter den Sängern stach besonders Johannes Schwärsky als Alberich heraus, der die Rolle des hässlichen Außenseiters, der die Liebe verflucht und den alles beherrschenden Ring schmiedet, darstellerisch und gesanglich brillant meisterte. Seinem Gegenspieler Wotan, von Daniel Moon dargestellt, fehlte ein wenig die Stamina, um der Rolle gesanglich wirklich gewachsen zu sein. Mit großer Spielfreude und schlanker Stimme verkörperte Timothy Oliver den Feuergott Loge, als Drahtzieher des Dramas. Nicht vergessen seien auch Melanie Lang als Fricka und Sarah Tuttle als Freia. Randall Jabobsh und Ill-Hoon Choung gebührt besonderer Respekt, da sie ihre Rollen aus luftiger Höhe gestalteten – beide balancierten auf ca. 50 cm hohen Stelzen an den Füßen. Das Ensemble komplettierten Timo Schnabel als Mime, Aarne Pelkonen als Donner und die drei Rheintöchter Sooyeon Lee, Anna Avakian und Julia Faylenbogen.

Als sich am Schluss der Oper zu der Musik, zu der die Götter in ihre Burg einziehen, in einer Montage von Bildern auf der sich permanent drehenden Bühne schon andeutete, was bis zur nächsten Oper „Die Walküre“ alles geschehen wird, und Wotan mit dem Schwert in der Hand vor der Weltesche steht, die das Zentrum der Drehbühne bildet, war ich mit dem Regiekonzept wieder versöhnt und stimmte mit dem Premierenpublikum in langanhaltenden, herzlichen Applaus ein.

Fazit: Im September 2017 kommt die „Walküre“ auf die Bühne des Oldenburger Staatstheaters. Ich bin jetzt schon sehr gespannt.


Siehe auch: Das »Rheingold« im Alleingang
nach oben

Das »Rheingold« im Alleingang

25.01.2017 16:52 Uhr

Klaviervirtuose Stefan Mickisch stellte Wagners »Rheingold« vor

von Marlies Folkens

Wer Oper liebt, braucht gutes Sitzfleisch. Diese Tatsache trifft, wie der Opernfan aus eigener, oft leidvt oller Erfahrung weiß, insbesondere auf die Werke Richard Wagners zu. Unter dreieinhalb bis knapp sechs Stunden reiner Spielzeit kommt man nicht davon, mal abgesehen vom »Fliegenden Holländer«.

Den Vogel hat Wagner allerdings bei seinem Opernzyklus »Der Ring des Nibelungen« abgeschossen. Drei Opern und ein Vorabend umfasst dieses Werk, das nichts weniger als den Bogen von der Erschaffung der Welt bis zu ihrem Untergang zum Inhalt hat – alles in allem ca.14 Stunden reine Musik.

In diesem Jahr macht sich nun das Oldenburger Staatstheater daran, dieses Mammutwerk zu aufzuführen. Anders als die Bayreuther Festspiele oder die ganz großen Opernhäuser, die mit ihren Möglichkeiten einen kompletten Ring-Zyklus in einer Saison stemmen können, hat man sich in Oldenburg dazu entschlossen, in vier aufeinanderfolgenden Jahren jeweils eine Oper zu inszenieren: Zum allerersten Mal in der Geschichte des Staatstheaters wagt man sich an einen kompletten »Ring des Nibelungen«, bislang gab es nur einzelne Opern des Zyklus' im Spielplan (zuletzt »die Walküre« in einer bemerkenswerten Inszenierung aus dem Jahr 2011 – damals im Ausweichquartier auf dem Fliegerhorst). Den Anfang macht am 04. Februar 2017 die Premiere von »das Rheingold«.

Als besonderes Schmankerl für die zahlreichen Oldenburger Opernliebhaber hat man die Premiere des ersten Oldenburger »Rings« zum Anlass genommen, den Klaviervirtuosen und Musikwissenschaftler Stefan Mickisch einzuladen. Mickisch hielt von 1998 bis 2013 bei den Bayreuther Festspielen 450 Einführungsmatinéen zu allen Musikdramen Richard Wagners. Seit dem Wagnerjahr 2013 wurden seine fundierten und dabei höchst unterhaltsamen Erläuterungen auch in den diversen Kultursendern ausgestrahlt.

Am Sonntag spielte und erklärte er vor ausverkauftem Haus im Staatstheater, das er in den höchsten Tönen lobte. Beginnend mit dem Vorspiel in Es-Dur, dem Beginn von Zeit und Raum; über Ausschnitte aus der Nibelheimszene in der Mitte der Oper, bis hin zum Einzug der Götter nach Walhall an ihrem Schluss, interpretierte er Wagners Musik auf dem Flügel. Dabei gelang es ihm auf unnachahmliche Art und Weise, die Klangfarben eines ganzen Orchesters aus dem Klavier hervorzulocken. Dazwischen charakterisierte er die vierzehn Figuren des »Rheingold« anhand ihrer Motive und fand für (fast) jede ein griffiges Pendant.

Als Beispiel sei hier der Feuergott Loge genannt: Mickisch beschreibt ihn als einen mit allen Wassern gewaschenen Anwalt, schlau und aalglatt, mit allen Tricks und äußerst redegewandt. Einer, den man auf nichts festlegen kann. »Wie Gregor Gysi«, meinte Mickisch zur großen Erheiterung des Publikums. Er machte das vor allem an den Leitmotiven fest, die mit Loge verknüpft sind: Allesamt chromatisch schlüpfen sie durch die Tonarten, ohne sich je auf eine festzulegen.

Im Gegensatz dazu steht der oberste der Götter, Wotan, dessen Motiv in Des Dur steht, der »Jaguar-Tonart« und dessen Motiv ruhig schnurrt wie ein gut geölter Motor – sicher und verlässlich, Stabilität ausstrahlend. Aber Wotan ist, wie Mickisch anschaulich anhand der verschiedenen Leitmotive zeigt, bei allem Tatendrang auch einer, träumt und Visionen von dem hat, wohin sich seine Unternehmungen hin entwickeln könnten.

Mickisch bezeichnete das Rheingold als »hartes Stück«, in dem die Leitmotive noch holzschnittartig nebeneinanderstehen und die Elementarkräfte Feuer/ Wasser / Erde / Luft miteinander streiten. Kompliziert, so Mickisch mit einem Augenzwinkern, werde es erst, wenn in der nächsten Oper der »Walküre« die ersten Menschen aufträten. Kompliziert und melodisch.

Mickischs Ankündigung, dass er auch jeweils zu den weiteren drei Opern des »Ring des Nibelungen« in Oldenburg eine Einführung vor der Premiere geben werde, quittierte das Publikum mit großem Beifall.

Am Ende des Konzerts – als solches würde ich diesen gelungenen und unterhaltsamen Abend durchaus bezeichnen – bedankten sich die Oldenburger Opernfreunde mit langanhaltendem Applaus.
nach oben

Daldossi oder Das Leben des Augenblicks

17.01.2017 09:43 Uhr

Sabine Gruber liest in der LiteraTour Nord

Am Sonntag, 22. Januar, präsentiert Sabine Gruber ihren aktuellen Roman „Daldossi oder Das Leben des Augenblicks“ in der LiteraTour Nord. Als Geschichte eines ehemaligen Kriegsfotografen wirft ihr Buch Fragen nach journalistischer und individueller moralischer Verantwortung auf. Um 11 Uhr liest Gruber im Musik- und Literaturhaus Wilhelm13 und spricht mit der Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin Sabine Doering. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über die Buchhandlung CvO-Unibuch, Uhlhornsweg 99, und unter Telefon 0441 71677.

Nach vielen Jahren in Tschetschenien, im Irak, Sudan und in Afghanistan zieht der Kriegsfotograf Bruno Daldossi mit Anfang Sechzig zurück nach Wien. Nur noch sporadisch begibt er sich auf seine gefährlichen Missionen. Als ihn seine langjährige Gefährtin Marlis verlässt, verliert er jeglichen Halt. In den Liebesverlust mischt sich die Frage, wie mit dem Leid der Welt, das er in seinen Bildern festhält, umzugehen ist. Im Laufe der Geschichte freundet sich Daldossi mit einer Journalistin an, die aus Lampedusa berichten soll, und reist ihr nach. Zudem versucht er, Marlis zurückzugewinnen, aber auch die Verantwortung für wenigstens eines der Schicksale zu übernehmen, die ihm während seiner Zeit als Kriegsfotograf begegnet sind.

Sabine Gruber, 1963 in Meran geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Politik und lebt als freie Autorin in Wien. Für ihre Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele und Theaterstücke erhielt sie unter anderem den Förderungspreis zum österreichischen Staatspreis 2000, den Anton-Wildgans-Preis 2007 und den Veza-Canetti-Preis der Stadt Wien 2015. Ihr aktueller Roman war für die Shortlist des Österreichischen Buchpreises nominiert.

Die LiteraTour Nord wird in Kooperation vom Literaturbüro Oldenburg, der Carl von Ossietzky-Universität und der Buchhandlung CvO-Unibuch veranstaltet.
nach oben

»Spielend die Welt verbessern«

15.01.2017 22:17 Uhr

Wanderausstellung »Deine Anne« eröffnet – neuer Name für Jungendprojektehaus

von Carsten Lienemann

Anne Frank hat uns auch heute noch viel zu sagen, beschreibt sie doch in ihrem Tagebuch nicht nur die historischen Ereignisse aus ihrer Perspektive, sondern auch die ganz normalen Gedanken und Probleme, die alle Jugendlichen erleben. Darin waren sich alle Rednerinnen und Redner einig, die am 13. Januar zur Eröffnung der Ausstellung »Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte« sprachen. »Die Ausstellung gibt nicht nur Auskunft über den Faschismus, sondern stellt auch Verbindungen zu heute her, zu Persönlichem, zu Werten«, sagte Gina Schumm, Geschäftsführerin »politische kulturelle Jugendbildung« des Vereins Jugendkulturarbeit, die die Wanderausstellung nach Oldenburg geholt hatte.

Eine weitere Besonderheit des Tagebuchs, auf die auch die Ausstellung eingeht, sind herausragende, für ein 12- bis 14-jähriges Mädchen ungewöhnliche Sätze, die man kaum anders denn als Weisheiten bezeichnen kann. Darauf gingen sowohl die erste Bürgermeisterin Christine Wolff als auch der Landttagsabgeordnete Ulf Prange ein. »Anne Frank vermittelt immer wieder Hoffnung, Weisheit und Zuversicht« sagte Wolff.

Das Internationale Jugendprojektehaus sei der perfekte Standort für die Ausstellung, so Prange. Zusammen mit den anderen Projekten von Jugendkulturarbeit e. V. werde so die Auseinandersetzung mit Diskriminierungen und mit der Demokratie gefördert.

Die Bundestagsabgeordnete Barbara Woltmann bezeichnete Anne Frank als eine Chronistin, die »mit ihrer Lebensgeschichte auch Geschichte erzählt«. Die Ausstellung ermögliche auch und gerade eine emotionale Teilhabe, weil sie Parallelen und Unterschiede zu heute zeige.

Dass die Ausstellung gerade jetzt nach Oldenburg kommt, ist kein Zufall. Die Baumaßnahmen auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne nehmen ihren Lauf, die Stadt benennt die neuen Straßen nach Menschen, die während der NS-Diktatur im Widerstand waren, und das schon seit 2009 hier ansässige Internationale Jugendprojektehaus des Vereins Jugendkulturarbeit e. V. heißt jetzt offiziell »Weiße Rose 1«.

»Die Gebäude, die einmal für die Wehrmacht gebaut wurden, sind heute umgeben vom Anne-Frank-Platz, der Georg-Elser-Straße und der Weißen Rose. Für uns ist das Glücksfall und Auftrag zugleich«, sagte der Erste Vorsitzende von Jugendkulturarbeit e. V., Fabian Becker. Der Verein werde weiterhin Theater- und politische Arbeit mit Jugendlichen machen und »spielend die Welt verbessern«, so Becker.

Zum Konzept der Ausstellung gehört, dass Jugendliche die Besucherinnen und Besucher begleiten. 21 Jugendliche aus dem 9. und 10. Jahrgang der IGS Flötenteich und aus dem Jugendprojektehaus waren interessiert und wurden zwei Tage lang auf diese Aufgabe vorbereitet. »Wir kannten die Geschichte und wollten neue Methoden der Kommunikation kennen lernen«, erklären Miriam und Pia. »Wir machen keine Führungen, sondern begleiten interaktiv kleine Besuchergruppen, meist zu zweit.«

Jette und Lina-Marie haben Anne Franks Geschichte in der Schule behandelt und wollten mehr darüber erfahren »wie Kinder damals gelebt haben«. Die Vorbereitung durch die jungen Teamer vom Anne-Frank-Zentrum Berlin sei besser als erwartet gewesen, sagen beide. Sie fühlen sich auf ihre Rolle gut vorbereitet.


Die Wanderausstellung ist Teil einer Reihe unter dem Titel »Von Opfern, Zivilcourage und Überforderung«, die außerdem Vorträge und Filmvorführungen umfasst. Gefördert werden diese Veranstaltungen vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, dem Kulturbüro der Stadt Oldenburg, dem Anne-Frank-Zentrum Berlin, dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e. V., der IGS Flötenteich, dem Cine K, dem Internationalen Fluchtmuseum und dem Präventionsrat Oldenburg.

Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte
13. Januar bis 5. Februar, Weiße Rose 1
Öffnungszeiten: dienstags bis freitags, 9-13 Uhr und 15-19 Uhr
sonntags 10-16 Uhr; Samstag, 14.01., 10-16 Uhr

Wenn Sie sich mit einer Klasse oder Gruppe die Ausstellung ansehen oder auch eine Führung mit den Peer Guides buchen möchten, melden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 0441 39010750 oder per Mail g.schumm@jugendkulturarbeit.eu.
Eine Führung dauert ca. 2 Stunden.

Zur Bildergalerie

nach oben

„Sehnsucht Europa“: Großes Kulturprojekt startet in der Metropolregion Nordwest

16.12.2016 08:54 Uhr

Metropolregion Nordwest fördert dezentrales Projekt zur Integration durch Kulturbegegnung

Wie wollen wir zusammenleben? Unter dem Titel „Sehnsucht Europa“ beschäftigen sich mit dieser Frage Kultureinrichtungen gemeinsam mit Zugewanderten, Geflüchteten, Bürgerinnen und Bürgern in der Metropolregion Nordwest. An dem Projektverbund sind Partner in Bremen, Delmenhorst, Lohne, Oldenburg und Syke beteiligt. Förderer sind unter anderem die Metropolregion Nordwest, der Senator für Kultur in Bremen und die Oldenburgische Landschaft. Initiiert hat die Zusammenarbeit die Oldenburgische Landschaft gemeinsam mit dem Bremer Zusammenschluss kultureller Akteure, Stadtkultur Bremen e.V. Einige Ergebnisse sind ab November 2017 in einer Wanderausstellung zu sehen.

„Das Projekt will die Vernetzung zwischen Kultureinrichtungen und Migranten weiterentwickeln. Wir möchten weiteren potenziellen Akteuren mit guten Beispielen Anstöße und Ideen für die eigene Arbeit geben“, erläutert Landschaftspräsident Thomas Kossendey.

„Kulturelle Aktivitäten bilden für Menschen aller Altersstufen und unterschiedlicher ethnischer und kultureller Herkunft die Grundlage für Dialog und Frieden und stärken somit den sozialen Zusammenhalt in der Region. Die Metropolregion beteiligt sich daher bei diesem wichtigen Projekt, bei dem Menschen im kulturellen Raum zusammenkommen, um sich auszutauschen, Neues zu kreieren und produktiv zu sein mit dem Ziel, gemeinsam Zukunft zu gestalten", so Dr. Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest.

Was ist die gemeinsame „Sehnsucht Europa“ derer, die hier schon lange leben und derer, die neu hinzugekommen sind? An verschiedenen Orten der Metropolregion und mit vielfältigen Ansätzen versucht das Projekt „Integration durch Kulturbegegnung“ sich den Antworten zu nähern:

Im Projektort Bremen werden die performativen Künste aus den Bereichen Theater und Tanz im Fokus stehen: Quartier, steptext dance project, das Kulturhaus Walle und die bremer shakespeare company werden neue Produktionen entwickeln, die sich mit dem Thema „Sehnsucht Europa“ beschäftigen, z.B. in Schulprojekten, aber auch durch neue Vernetzung professioneller Künstlerinnen und Künstler und anderer Produzentinnen und Produzenten aus Bremen. Unter dem Schlagwort „Akademie“ sollen der gegenseitige Austausch und die Diversität des Bremer Kulturbetriebs gefördert werden. Dialogformate bilden den Kern der Aktivitäten, ein Festival in 2018 den Abschluss.

Die weiteren Projekte in der Metropolregion sind an Museen angegliedert. Gemeinsam mit lokalen Kooperationspartnern wie Vereinen und Künstlerinnen und Künstlern setzen sie sich mit Einflüssen von Migration auf den jeweiligen Projektort und die Gesellschaft auseinander. Den Ausgangspunkt bildet die lokale, meist auch die historische Perspektive.

Im Nordwestdeutschen Museum für IndustrieKultur Delmenhorst stehen im „Dialog der Generationen“ persönliche Migrationserfahrungen und das Ankommen in der neuen Heimat im Mittelpunkt. Das Industriemuseum Lohne beschäftigt sich mit dem Wandel der alten und neuen Heimat türkischer Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die in den 1960er Jahren nach Lohne kamen. In Oldenburg machen sich junge Geflüchtete unterstützt durch Künstlerinnen und Künstler von SLAP e.V. auf, das „Zuhause in der Fremde“ und die Lebenswelten in Europa im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg sowie in der Umgebung zu erforschen. In Zusammenarbeit mit dem Kreismuseum Syke begibt sich eine Projektgruppe aus Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse der Ganztagsschule Syke auf Spurensuche, um die Einflüsse von Migration auf das Stadtbild am Beispiel gastronomischer Betriebe zu erforschen.

Die Projektergebnisse werden ab November 2017 in einer Wanderausstellung vorgestellt. Als Kommunikationsplattform soll die Ausstellung zugleich Besucherinnen und Besucher einladen, eigene Perspektiven beizutragen. Auszüge aus den jeweils aktuellen Produktionen der Bremer Projektpartner beleben die Ausstellung an den verschiedenen Standorten in der Metropolregion Nordwest.
nach oben

Neue Einblicke und Ausblicke zur Ethnologischen Sammlung

14.12.2016 09:20 Uhr
Ab sofort präsentiert das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg die neu gestalteten Schaufenster zur Ethnologischen Sammlung. Nach fast 10 Jahren hat die prominente Präsentationsfläche am Damm 38 eine Rundumerneuerung erfahren. In seiner neuen Form gewährt es Interessierten und Passanten noch immer Einblicke in die ethnologischen Sammlungsbestände und zeigt Objekte, die der Öffentlichkeit sonst verborgen blieben. Das neue Konzept greift aber auch aktuelle ethnologische Debatten auf und positioniert das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg als offenen Ansprechpartner für aktuelle, gesamtgesellschaftliche Fragestellungen und Diskurse.

Dass im heutigen Museumsgebäude Damm 38 bis 1962 eine Tankstelle betrieben wurde, ist nur noch wenigen Oldenburgern bekannt. Auch die Geschichte der Ethnologischen Sammlung des Museums mit heute rund 7000 Objekten ist lange Zeit in Vergessenheit geraten. Dies wird nun mit der Präsentation erneut ans Tageslicht gebracht. In Oldenburg waren es vor allem private Sammler, die dem Museum ihre Objekte aus aller Welt überließen. Eigene ethnologische Sammlungs- und Forschungsexpeditionen hat das Museum nie finanziert oder durchgeführt. Die vielfältigen Objekte seiner Bestände verkörpern somit auch die verschiedenen Sammlerpersönlichkeiten und den jeweiligen wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Zeitgeist, der ihre Sammeltätigkeiten prägte. Die ethnologischen Sammlungsbestände des Landesmuseums Natur und Mensch geben damit auch einen Einblick in die Geschichte der Oldenburger selbst. Die Schaufenster stellen stellvertretend die Sammler Ivan Antonovich Kuprianov (1794 –1857), Wilhelm Langheld (1867 –1917) und seine Brüder sowie Gerd Bruns und Roger Meyer aus den 1970er-Jahren vor. Ob Abgesandter des russischen Zaren an der Nordwestküste Amerikas, Offizier in den deutschen Kolonien Afrikas oder als Lehrer in Südamerika – das Spektrum dieser Personen ist ebenso breit wie das der mitgebrachten Objekte.

Die Schaufenster am Damm präsentieren ab sofort eine Vielfalt an Objekten wie Keramiken, Korbwaren, Bootsmodelle, Schmuckstücke, Waffen, Masken und Ritualgegenstände. Sie stammen aus Nord- und Südamerika, Afrika, Ostasien, Ozeanien sowie dem Nahen- und Mittleren Osten und sollen die Neugier und das Interesse an außereuropäischen Kulturen wecken. Der Präsentationsstil, eine nachempfundene Depot-Situation, verweist auf die Notwendigkeit der wissenschaftlichen Erforschung der Sammlungsbestände: Denn ohne die Herkunfts- und Nutzungszusammenhänge lassen sie den Betrachter zwar die Aura der Objekte erfahren, aber nur bedingt ihre kulturellen Kontexte erschließen.

Heute stehen ethnologische Sammlungen vermehrt im Fokus politischer, internationaler und gesellschaftlicher Debatten. Das neue Präsentationskonzept am Damm öffnet daher Raum für diese Fragestellungen: Welche Gegenstände aus kolonialen Kontexten sind eventuell unrechtmäßig erworben worden oder wie geht man mit menschlichen Überresten um? Ein grauer Magazinkarton steht in den Schaufenstern symbolisch für die im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg verwahrten ‚human remains‘ – selbstverständlich leer. Die neuen Schaufenster verbinden so Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie sind jederzeit zu betrachten und visualisieren offen und transparent auch die offene Haltung des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg zu diesen wichtigen Fragen.
nach oben

Vielfalt und Teilhabe als künstlerischen Straßenperformance

23.09.2016 20:30 Uhr

Blauschimmel Atelier präsentiert bewegende Tanz- und Theaterperformances in der Oldenburger Innenstadt

Das Lefferseck war am Freitag, 23. September Schauplatz einer besonderen Performance: Fünf verschiedene Gruppen zeigten Straßentanz- und Straßentheater zum Thema »Mitmachen, Teil sein, dabei sein«.

Unter der künstlerischen Leitung von Edda Akkermann (Blauschimmel Atelier) haben die fünf Gruppen mittels Improvisationen aus biografischen Erlebnissen Theater- und Tanzszenen entwickelt. »Fremd und Vertraut«, »Distanz und Nähe«, »Separation und Partizipation«: Die Auseinandersetzung mit diesen Themen in den Gruppen ist die Grundlage der künstlerischen Arbeit. Dabei sind Erwachsene sowie Jugendliche aus Jugendtanz- und Jugendtheatergruppen, Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, geflüchtete Kinder und Jugendliche. Alle machen gleichberechtigt im Projekt mit, alle sind Teil, und dabei, wenn sie gemeinsam ihre Performance präsentieren.

»Noch einmal möchte das Blauschimmel Atelier in der Öffentlichkeit zeigen, wie wichtig Kunst und Kultur für das Gelingen und das Erleben von Inklusion sind. Mit diesem Projekt wird es besonders deutlich, dass es nur gemeinsam funktioniert«, sagt Ilaria Massari, Geschäftsführerin des Blauschimmel Ateliers.

Am Sonnabend, dem 24. September um 11:00 Uhr treten die fünf Gruppen noch einmal auf. Ansehen lohnt sich!

Das Projekt entsteht in Kooperation mit folgenden Partnern: Jugendkulturarbeit e.V., slap e.V., OBS Eversten, TanzArt Oldenburg, Junge Landesbühne (Wilhelmshaven), Stadtteiltreff Kreyenbrück. Das Projekt wurde gefördert von: Oldenburgische Landschaft, Aktion Mensch, Schlömer-Stiftung, Bezirksverband Oldenburg, Stiftung »Mitten drin!«.

Zur Bildergalerie

nach oben

»Ein richtig doofer Ort, sich zu verstecken«

16.06.2016 11:36 Uhr

Kindertheaterfestival im Verein Jugendkulturarbeit e. V.

von Carsten Lienemann

In der Woche der Jugendtheatertage 2016 gibt es auch für die drei Kindertheaergruppen des Vereins Jugendkulturarbeit eine Gelegenheit, sich gegenseitig ihre aktuellen Stücke vorzuführen. Am Mittwoch, 15.06.2016, trafen sich die Spielerinnen und Spieler des Kooperativen Kindertheaters Ohmstede (KKO), des Kindertheaters Bloherfelde (KTB) und das Kindertheater PAEPP aus Kreyenbrück im Internationalen Jugendprojektehaus..

Den Anfang machte das KKO mit »Die kleinen Flatterbiester«, einer Vampirgeschichte auf der Basis von »Der kleine Vampir«. Anton und seine große Schwester Leonie haben ein paar merkwürdige Freunde. Ihren Eltern gefällt das gar nicht, erst recht, seit sie festgestellt haben, dass diese auf Fotos unsichtbar sind. Die Eltern versuchen alles, um ihre Kinder auf andere Gedanken zu bringen, während Leonie und Anton alle Hände voll zu tun haben, um die Vampire zu schützen und dabei möglichst harmlos auszusehen.

»Wir wollten etwas Gruseliges machen, und ›Der kleine Vampir‹ ist eine tolle Geschichte«, war von den KKO-Kindern zu erfahren. Die Tänzerinnen der AG Videoclip-Dancing sind auch als Vampire kostümiert und geben der Aufführung damit einen zusätzlichen Grusel-Spaß.

Mit einem Computer-Rollenspiel beschäftigten sich die Bloherfelder. »Clash of KTB« heißt das Spiel, das Luka unbd Andreas unbedingt ausprobieren wollen. Unversehens sind sie selbst mittendrin und müssen sich Level für Level durch mehrere Abenteuer schlagen, die sie mit Hilfe ihrer Verbündeten bestehen. Mit List und Glück gelingt ihnen schließlich der sichere Rückweg in das heimische Jugendzimmer.

Die Spielerinnen und Spieler vom KTB haben das Stück aus Improvisationen gemeinsam entwickelt. »Als klar war, dass es um Computerspiele gehen sollte, hat jeder sein Lieblingsspiel genannt und was man davon verwenden könnte. Toll fanden wir alle die Idee, dass man selbst in einem Spiel ist.«

Zum Abschluss gab es noch einen Krimi. Im »Hotel Mystery« ist das wertvolle Mikrofon der Girls Band »Cool Kids« verschwunden. Inspektor Sebastian Numbers hat schnell einen Verdacht. Später noch einen anderen. Und einen dritten. Aber so ganz richtig liegt er bis zum Schluss nicht, und ohne die Hilfe zweier Kinder hätte er den Fall wohl nicht gelöst.

»Es sollte ein Krimi werden«, sagen die PAEPP-Kinder, »erst sollte er auf einem Schiff spielen, aber dann fanden wir ein Hotel besser«. Dann haben sie die Rollen verteilt. Einige wollten die Bösen sein, andere die Guten, einen Inspektor musste es natürlich geben. »Und wir wollten unbedingt etwas singen«, sagen die »Cool Kids«.

Allen drei Stücke spielen in Bühnenbildern von Reimer Meyn und seinem Team, die wieder einmal geniale Lösungen für vielseitig verwendbare Requisiten und Möbel ausgetüftelt haben, oft genug nicht nur praktisch in der Handhabung, sondern auch interessant und lustig für das Publikum.

Am Schluss des Festivals fanden sich die Spielerinnen und Spieler aller drei Theatergruppen in einem Gesprächskreis zusammen und sprachen darüber, was ihnen besonders gefallen hat. Darunter waren viele kleine Einzelheiten, die oft für das Stück gar nicht so wichtig scheinen, aber trotzdem auffallen. »Die Bühne ist ein richtig doofer Ort, sich zu verstecken«, stellte der KKO-Regisseur Dettmar Koch bei der Gelegenheit fest, »aber das wollt ihr ja auch gar nicht. Ihr wollt laut und deutlich und nach vorne!«

Wie alle Theatergruppen des Vereins Jugendkulturarbeit e. V. sind auch diese drei Teil des MUT+-Projektes, dessen Grundgedanke die Beiteiligung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Sinne der Inklusion ist. Genau das aber soll nicht plakativ im Vordergrund stehen, sondern passiert eher im normalen Miteinander. Trotzdem muss man bei allen drei von den Kindern selbst erarbeiteten Stücken nicht lange suchen, um die Betonung von Verschiedenheit und Individualität zu entdecken.

Zur Bildergalerie

nach oben

Michael Ramsauer: SEHR. Bilder aus 15 Jahren

12.06.2016 21:00 Uhr

Ausstellung vom 12. Juni bis 21. August im Stadtmuseum Oldenburg


Unter dem lakonischen Titel „SEHR“ zeigt das Stadtmuseum Oldenburg vom 12. Juni bis 21. August 2016 Malerei von Michael Ramsauer. Der gebürtige Oldenburger, der in der aktuellen Kunstszene breite Anerkennung genießt, setzt sich mit dem Thema Figur und Landschaft auseinander. Er platziert menschliche Gestalten in landschaftliche Umgebung, lässt sie Schemen gleich aus abstrakten Räumen auftauchen, als Kontur förmlich in Farbe aufgehen. Schwimmer, Spazierengehende, Liegende, Sitzende, Stehende im Raum – die Bildmotive scheinen ebenso eindeutig wie rätselhaft. Sie leben aus der Spannung zwischen Andeutung und Auslassung. Expressive Farbstrukturen laden scheinbar idyllische, zeitlose Motive auf und bringen pathetische Grundtöne zum Klingen. Sie aktivieren beim Betrachter emotionale Reaktionen – ist das figürliche Gegenüber doch immer auch Anlass zur Selbstvergewisserung.

Ob man sein Werk auf die Traditionslinie des Expressionismus festlegt oder der neuen Figürlichkeit zuordnet, ob man die pastosen Farbturbulenzen, die sich über seine Leinwände ziehen, leidenschaftlicher malerischer Geste oder durchdachtem Kalkül zuschreibt – unbestritten wird dem Werk Ramsauers eine unverwechselbare künstlerische Position bescheinigt, die auch international beachtet wird. „Seine Bildfindungen entziehen sich einem schnellen Erfassen“, sagt Dr. Andreas von Seggern, Leiter des Stadtmuseums, und erläutert: „Sie fordern ein genaues Einlesen in die zahlreichen Details des Bildgeschehens und die vieldeutigen Anspielungen auf kunstgeschichtliche Kontexte und Motive – eben SEHR herausfordernd, SEHR faszinierend.“

Ramsauer organisiert seine Malerei, wenn man so will, nach den Prinzipien der klassischen Bildhauerei – prüft er doch immer neue Möglichkeiten, wie Figur sich im Raum verhält. In seinen Schwarz-Weiß Bildern modelliert er Gestalten förmlich aus schwarzer Farbe auf die Leinwand. Als wäre ihm das zu anschaulich, zertrümmert er aber auch alle figürliche Andeutung, so dass der Betrachter aus abstrakten Bruchstücken ein Ganzes zusammenfügen muss.

Die umfängliche Bestandsaufnahme von rund 60 Gemälden aus 15 Jahren künstlerischen Schaffens wird in Zusammenarbeit mit der Oldenburger Galerie LAKE erstellt. Sie belegt die Zeitgenossenschaft Ramsauers, aber auch den schöpferischen Elan und die Virtuosität, mit der er seine Bildideen und ästhetischen Strategien vorantreibt und immer neue Ausdrucksformen und Kompositionstechniken entwickelt. So entfaltet die Schau auch einen großen Spannungsbogen – führt vom ästhetischen Prinzip der Unschärfe bis zur atmosphärischen Klarheit, die mit leichter malerischer Textur entwickelt wird.

Die Schau wird auf allen Ebenen des Stadtmuseums Oldenburg präsentiert. Neben herausragenden Werken aus öffentlichen und privaten Kunstsammlungen aus allen Schaffensperioden werden zahlreiche aktuelle Werke exklusiv in Oldenburg zu sehen sein. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 12. Juni, um 11 Uhr im Beisein des Künstlers.

Es erscheint ein umfangreicher Katalog zum Preis von 25 Euro mit einem Text des Kunstwissenschaftlers und ehemaligen Leiters des Museums für Moderne Kunst Wien und des Kunstmuseums Bonn, Prof. Dr. Dieter Ronte.
nach oben

Kreyenbrück wird immer bunter

03.06.2016 12:30 Uhr

Neues Graffito »An den Voßbergen« von IGS-AG erstellt

von Carsten Lienemann

Kreyenbrück hat ein neues Schmuckstück. Direkt gegenüber der Eingangstür zum Stadtteiltreff, An den Voßbergen 58, haben Schülerinnen und Schüler der IGS Kreyenbrück ein rund 24 Quadratmeter großes Graffito angebracht, das schon viel Lob und Anerkennung gefunden hat. So richtig würdigen kann man das Bild aber erst, wenn man die ganze Geschichte mit allen Beteiligten kennt. Von der Idee bis zum fertigen Graffito hat es ein ganzes Schuljahr gedauert und viele Helfer und Kooperationspartner beschäftigt.

»Die Gemeinwesenarbeit entwickelt in jedem Jahr viele Projekte, Wohnumfeldverbesserung ist dabei ein wichtiges Gebiet. Der Arbeitskreis Kreyenbrück hat sich das Motto ›Kreyenbrück treibt's bunt‹ gegeben, und da war der Schritt zu Graffiti nicht mehr weit«, sagt Jutta Hinrichsen vom Stadtteiltreff Kreyenbrück zur Ausgangslage. Beim Thema Graffiti habe man auch immer Jugendliche im Blick, außerdem den Präventionsrat und wegen der Sprayflächen die GSG, so Hinrichsen weiter.

Jugendliche in großer Zahl findet man an der IGS, offene Ohren für neue Projekte auch. »Wir versuchen immer wieder, uns zu öffnen und Experten von außen an unsere Schule zu holen, die ihre Kenntnisse und Fertigkeiten auf anderen Wegen an die Schülerinnen und Schüler weitergeben«, erklärt Heike Schaadt, Didaktische Leiterin der IGS Kreyenbrück. So habe man in diesem Fall eine »AG Graffiti« eingerichtet und für den fachlichen Teil Renke Harms gewinnen können, der die Graffi-Werkstatt des Präventionsrates leitet. Die Stunden, die Harms dafür leistet, werden vom Amt für Jugend und Familie bezahlt. »Eine Wand zur Verfügung zu stellen, das allerdings kriegen wir als Schule so nicht hin«, bedauert Schaadt.

Hier kommt die GSG ins Spiel. »Wir waren gerne bereit, eine Fläche freizugeben und werden das auch weiterhin tun«, so Birgit Schütte, Abteilungsleiterin Vermietung/Instandhaltung bei der GSG. »Wenn die Wände bunter werden und die Bewohner des Stadtteils selbst die Gestaltung übernehmen, identifizieren sie sich auch mehr mit ihrem Quartier. Auch die Botschaft dieses Bildes gefällt uns sehr.«

Das Bild ist aus den Ideen der AG-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer entstanden. Aus ihren Entwürfen und Zeichnungen hat Renke Harms dann ein digitalisiertes Gesamtbild angefertigt und bei der GSG eingereicht. Harms musst kurzfristig noch einiges ändern, weil das ursprünglich ausgewählte Gebäude, das ein ganz anderes Format hat, bald abgerissen werden soll.

Die Unterrichtsinhalte der AG gingen aber deutlich über die Planung dieses einen Graffitos hinaus. »Wir haben mit einer präventiven Einheit über Unterschiede zwischen illegalem und legalem Sprayen angefangen, dabei wurde auch behandelt, wie und wo in Oldenburg legale Flächen zu finden sind«, erläutert Harms. Außerdem sei es um verschiedene Techniken, um Vorbereitung und natürlich auch um viel praktische Übungen gegangen. »Dankenswerterweise hat uns die Bäderbetriebsgesellschaft Oldenburg mbH am Hallenbad Kreyenbrück eine Übungswand zur Verfügung gestellt.«

Die Schülerinnen und Schüler, übrigens für das Thema Graffiti erstaunliche 80% Mädchen, würden am liebsten gleich weitermachen. »Es hat viel Spaß gemacht, die Techniken zu lernen und zu üben, vom vorbereitenden Zeichnen bis zum Umgang mit der Sprühdose«, waren die Aussagen. »Eigentlich müssten wir als nächstes unsere Schule verschönern!«

Dem würde sich Heike Schaadt nicht verschließen. »Machen wir, sobald die energetische Sanierung abgeschlossen ist.«
nach oben

Repair-Café jetzt auch in Kreyenbrück

14.04.2016 07:10 Uhr

Freitag 17 Uhr im Gemeindehaus St. Johannes, Pasteur­straße 5,

von Carsten Lienemann

Reparieren statt Wegwerfen: Unter diesem Motto öffnete am 11.03 2016 das Repair-Café erstmals in Kreyenbrück seine Türen. Das Reparatur-Treffen soll von nun an außerhalb der Ferienzeiten regelmäßig einmal im Monat stattfinden.

Schülerinnen und Schüler aus dem 7. Jahrgang der IGS Kreyenbrück organisieren im Gemeindehaus St.-Johannes in der Pasteurstraße 5 dieses Repair-Café. Sie und andere ehrenamtliche Reparateure unterstützen die Besucher dabei, Defekte an mitgebrachten Gebrauchsgegenständen zu untersuchen und im besten Falle gemeinsam zu reparieren. Für verschiedene Reparaturen aus den Bereichen Textil, Holz, Fahrradtechnik und allgemeine mechanische Reparaturen stehen Reparaturfachkundige und die notwendigen Materialien und Werkzeuge vor Ort bereit. Bis 16:30 Uhr können Besucher mit zu reparierenden Gegenständen vorbeikommen.

Das Repair-Café ist Teil des neuen Schulfaches »Lernen durch Engagement«, das die IGS Kreyenbrück kürzlich für den 7. Jahrgang eingeführt hat. Dabei geht es um wesentlich mehr als Reparaturen. »Die Schülerinnen und Schüler lernen soziales Engagement, das im Unterricht geplant und in der Praxis umgesetzt wird«, erklärt Heike Schaadt, Didaktische Leiterin der IGS. Kooperationspartner seien dabei unter anderem soziale Einrichtungen. »Das Repair-Café ist dafür nur ein Beispiel, aber schon ein besonderes. Neben der Möglichkeit, Gebrauchsgegenstände reparieren zu können, möchten wir einen Ort der generationenübergreifenden Begegnung und des Austauschs im Stadtteil schaffen. Das wir das können, verdanken wir auch der Gemeinde St. Johannes, die ihre Räume zur Verfügung stellt«, so Schaadt.

Die Schülerinnen und Schüler organisieren in diesem Fall nicht nur, sondern reparieren auch selbst mit. Die nötigen Kenntnisse dafür erwerben sie im Wahlpflichtkurs »Fahrradreparatur« bei Christian Dierking, Mathematik- und Techniklehrer und Leiter der schuleigenen Werkstatt, sowie Studierenden des Fachbereichs Technik an der Universität Oldenburg, die ebenfalls Kooperationspartner ist. »Die Studierenden entwickeln die Unterrichtsmaterialien, das dann an die Schulen geht. Wir profitieren davon, dass die Konzepte nicht auf der theoretischen Ebene bleiben, sondern real umgesetzt werden«, erläutert Katharina Dutz von der Fakultät Mathematik und Naturwissenschaften der Uni Oldenburg.

Die laufenden Kosten sind dabei kaum der Rede wert. »Ersatzteile haben wir bisher nicht gekauft, bestenfalls Kettenfett oder Flickzeug. Ansonsten werden andere, nicht mehr zu reparierende Fahrräder ausgeschlachtet«, sagt Christian Dierking.

Den Schülerinnen und Schülern macht es offenbar Spaß. »Ich fand das Thema gut und dass man was Praktisches machen kann«, sagt Lukas, und Emily zeigt schon jetzt ihr Organisationstalent. Einen platten Reifen kann sie reparieren, den Rest möchte sie auch lernen. Vor allem aber: »Menschen helfen«.

»Wir suchen weitere Kooperationspartner im Stadtteil und darüber hinaus«, sagt Heike Schaadt. So sei eine Zusammenarbeit mit dem Yezidischen Forum in Vorbereitung. »Flüchtlinge und Migranten bringen auch in Sachen Reparatur und Wiederverwendung andere Kenntnisse und Erfahrungen mit«, so Schaadt. »Manche Geflüchtete können hier einfach durch Anwenden ihrer Fertigkeiten helfen und erfahren dadurch eine besondere Form der Wertschätzung«, ergänzt Katharina Dutz.


Interessierte können sich an die IGS Kreyenbrück wenden:

IGS Kreyenbrück
Brandenburger Straße 40
26133 Oldenburg

Christian Dierking (Werkstattleiter)
Tel. 0151 124 39 630
christian.dierking@igs-kreyenbrueck

Heike Schaadt (Didaktische Leiterin)
Tel. 0441 9450150
didaktik@igs-kreyenbrueck.de
nach oben

Tanzprojekt für Jugendliche

11.03.2016 10:31 Uhr

Noch Plätze frei

Das Tanz-Projekt »ZEIT-los ...« sucht noch Jugendliche, die Lust haben, an einem Theater- und Tanzprojekt teilzunehmen und auf der Bühne zu stehen.

Die Proben finden im Forum der IGS Flötenteich statt. Es wird ein Tanzstück zum Thema Zeit, es geht um Zeitnot, Langeweile, Rastlosigkeit und Raserei...
In Zusammenarbeit mit den Tänzern Marco Jodes und Antje Rose entsteht ein Stück, in dem verschiedene Tanzstile von HipHop bis Ballett gemischt und auch Theater- und Zirkuselemente eingebaut werden. Das Projekt richtet sich an alle zwischen 12 und 22 Jahren, die Lust auf Tanz und Theater haben – mit oder ohne Bühnenerfahrung!

Erste Probe ist der 17.3. um 16 Uhr im Forum der IGS Flötenteich.

Weitere Proben:
Freitag 18.3. 15–17 Uhr
Freitag 15.4. 15–18 Uhr
Samstag 16.4. 12–17 Uhr
Freitag 29.4. 16–19 Uhr
Donnerstag 12.5./Fr 13.5. 16–19 Uhr

Die Endproben sind vom 17.5. bis zum 19.5.

Am 20.5. um 11.30 und 19 Uhr sind die Aufführungen im Forum der IGS Flötenteich.
Am 23.5. und am 24.5. um 11.30 Uhr sind weitere Aufführungen.

Bei Interesse oder Fragen bitte melden bei Antje Rose, Tel. 0171–355 20 55 kontakt@antjerose.de Oder einfach am 17.3.2016 um 16 Uhr zum Forum der IGS kommen!
nach oben

Kulturbüro verleiht Förderpreis für kulturelle Bildung

20.01.2016 23:01 Uhr
von Carsten Lienemann

Man könnte die Auszeichnung, die das Kulturbüro der Stadt Oldenburg am 20. Januar 2016 in der Grundschule Dietrichsfeld vergab, auch als Zukunftspreis bezeichnen. Denn prämiert und mit je 1000 Euro unterstützt wurden hier drei gute Ideen, deren Ausführung aber noch bevorsteht.

»Der Förderpreis wird seit 2011 etwa alle zwei Jahre an Projekte vergeben, die Kooperationen zwischen Schulen oder Kitas einerseits und Kultureinrichtungen andererseits zusammenbringen«, sagte Sophie Arenhövel, Projektleitung Kulturelle Bildung im Kulturbüro. »Die Stadt möchte damit die Schulen bei der Öffnung für außerschulische Kooperationspartner unterstützen«, so Arenhövel. Aktuelle Schwerpunkte seien die frühe Begegnung mit Musik und die Einbindung von Kindern mit schwierigen Biografien.

Das in der Kategorie »schoOL'n'art« ausgezeichnete Projekt »Raumerfahrung und Architektur« ist eine Kooperation der Grundschule Babenend mit dem Blauschimmel-Atelier. »Die Idee, Kinder im Grundschulalter zur Auseinandersetzung mit ihrem alltäglichen Raum anzuregen ist sehr innovativ. Das Projekt bietet den Kindern die wunderbare Möglichkeit, ihre Alltagserfahrungen mithilfe von kultureller Bildung zu verarbeiten und ihre Umgebung mitzugestalten«, heißt es in der Begründung der Jury.

In der Kategorie »KitaKu – Frühkindliche Kulturelle Bildung in Oldenburg« gewann »Fabeltiere zwischen Wunsch und Wirklichkeit«, eine Kooperation zwischen der Kita Biberburg und dem Landesmuseum für Natur und Mensch. »Erstmals arbeiten hier eine Kita und eine Kultureinrichtung zusammen«, begründete Jury-Sprecherin Tamara Bunjes die Vergabe. Die Kinder werden die Mitmach-Ausstellung »Bestiarium Construendum« des finnischen Künstlers Alexander Reichstein erkunden und sich den Fabeltieren sowohl naturwissenschaftlich als auch philosophisch nähern.

Der Sonderpreis »participate!« ging an »Begegnungen. Tanz, Theater und Musikprojekt mit Kindern aus der Sprachlernklasse«, eine Kooperation zwischen der Grundschule Dietrichsfeld und Global Music Player e. V. Zur Begründung sagte Kulturamtsleiterin Christiane Cordes: »Hier wird sozial benachteiligten Kindern die Teihabe ermöglicht. Musik, Tanz und Theater überwindet Sprachbarrieren.«
nach oben

Auf dem Weg von Anne Frank – Zeitzeugenberichte auf dem Weg der Deportationszüge

30.11.2015 06:00 Uhr

Ausstellung bis 6. Dezember 2015 im Rahmen des „Erinnerungsgangs 2015“


Anlässlich des „Erinnerungsgangs 2015“ zeigt das Stadtmuseum Oldenburg im Alten Foyer vom 9. November bis 6. Dezember 2015 die Wanderausstellung „Auf dem Weg von Anne Frank – Zeitzeugenberichte auf dem Weg der Deportationszüge“. Ein ergänzender, auf Oldenburg bezogener Teil der Ausstellung wurde von Schülerinnen und Schülern der Graf-Anton-Günther-Schule erarbeitet, die dieses Jahr auch den Erinnerungsgang gestaltet haben. Die Ausstellung wird am Montag, 9. November, um 14 Uhr im Hüppe-Saal des Stadtmuseums Oldenburg eröffnet.

Anne Frank war eine unter den 107.000 Menschen, die im niederländischen Lager „Kamp Westerbork“ während der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg interniert und von dort in die Konzentrations- und Vernichtungslager – vor allem nach Auschwitz und Sobibor – deportiert wurden. 102.000 Menschen kamen dabei um. Darunter auch 38 Oldenburger mit jüdischen Wurzeln, die zunächst in den Niederlanden Schutz vor den Verfolgungen gesucht hatten.

Da viele der Deportationszüge aus Westerbork kommend die nördliche Route über Weener, Leer und damit auch über Oldenburg nahmen, war dies für die Vorbereitungsgruppe „Erinnerungsgang 2015“ der Graf-Anton-Günther-Schule Grund genug, diese Wanderausstellung auch nach Oldenburg zu holen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Zitate Oldenburger Zeitzeugen sowie durch Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Graf-Anton-Günther-Schule. Eine Fotowand lenkt den Blick auf die Oldenburger, die hinter den Namen der Ermordeten auf der Gedenkwand in der Peterstraße stehen; großformatige Linolschnitte setzen diese Menschen zudem künstlerisch gestaltet ins Bild.

Die in der Ausstellung zu Wort kommenden Zeitzeugen jenseits und diesseits der deutsch-niederländischen Grenze berichten, dass die Deportationen von Juden, Sinti und Roma für alle sichtbar und am helllichten Tage erfolgten. Aufzeichnungen und historische Fotos geben Einblicke in die damaligen jüdischen Gemeinden der Grenzregion.

Die Wanderausstellung ging hervor aus einem mehrjährigen, im Frühjahr 2015 abgeschlossenen Projekt, an dem auf niederländischer Seite die Gemeinde Oldambt sowie das Erinnerungszentrum Westerbork, auf deutscher Seite der Bildungsträger Arbeitskreis Schule Rhauderfehn sowie der Landkreis Leer/Ostfriesland – letzterer auch leitend – beteiligt waren. Weitere Informationen zu dem Projekt sind auf der Internetseite www.aufdemwegvonannefrank.de nachzulesen.

Mit dem Erinnerungsgang erinnert Oldenburg auch 2015 wieder an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger. Anlass sind die nationalsozialistischen Novemberpogrome, in deren Verlauf jüdische Männer am 10. November 1938 verhaftet, durch Oldenburgs Straßen getrieben und anschließend deportiert wurden. Jedes Jahr richten der Oldenburger Arbeitskreis „Erinnerungsgang“ und die Schülerinnen und Schüler einer Oldenburger Schule – dieses Jahr der Graf-Anton-Günther-Schule – den Erinnerungsgang aus und gestalten ein vielfältiges Programm zum Thema. Mehr Informationen zum Erinnerungsgang gibt es auf www.erinnerungsgang.de.


nach oben

Global Music Player AllStars begeistern Flüchtlinge

23.11.2015 16:05 Uhr

Gemeinsames Konzert von Cadillac, Rotem Kreuz und Global Music Player e. V. in der Flüchtlingsunterkunft am Stubbenweg

von Carsten Lienemann

Mit »Üsküdar'a Gider Iken«, einem populären türkischen Volkslied, hat die Band auf der improvisierten Bühne ihre Zuhörer gerade in Bewegung gebracht. Es folgt ein schwedischer Folklore-Song über die Macht nordischer Gottheiten – und das Publikum, Menschen, die gerade aus Syrien, dem Kosovo oder dem Sudan fliehen mussten, tanzt und feiert ausgelassen weiter.

Mit dreizehn Musikerinnen und Musikern aus sechs Nationen spielten die Global Music Player AllStars am Sonntagabend, 22. November, in der Flüchtlingsunterkunft am Stubbenweg und zeigten erneut, dass Musik unterschiedlichster Herkunft Menschen aus verschiedensten Kulturkreisen über alle Sprachhindernisse hinweg zu begeistern vermag.

Der aus Syrien stammende Haidar Osman hatte mit einem Tanbur-Solo den Abend eröffnet. Es folgten türkische, englische, lateinamerikanische und afrikanische Stücke, gespielt in jeweils unterschiedlichen Besetzungen. Nicht nur die Musik selbst, auch die Akteure kamen gut an. Wer gerade nicht auf der Bühne stand, mischte sich unter das Publikum, animierte alle um sich herum, mitzutanzen oder posierte für eines von ungezählten Erinnerungsfotos.

Die Idee zu einem Konzert in einer Flüchtlingsunterkunft hatten Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der Jugendfreizeitstätte Cadillac und der Global Music Player mehr oder weniger gleichzeitig. Dank enger Verbindungen untereinander kam eine gemeinsame Aktion zustande, die ohne lange Vorlaufzeit zu diesem gelungenen Abend führte.

»Vielen Dank, dass wir hier sein durften«, so verabschiedete Sophie Arenhövel nach rund eineinhalb Stunden sich und ihre Kolleginnen und Kollegen, die das genau so empfanden. »Ein sehr emotionales Konzert«, sagte Christian Jakober, und Bi-Z Zamble und Richard Kouadio stimmten zu: »Es ist etwas Besonderes, in einer Flüchtlingsunterkunft spielen und den Menschen ein bisschen Glück und Hoffnung geben zu können.« Auch Haidar Osman, der vor und nach dem Konzert viele Gespräche führte, war sehr berührt: »Es kam sehr gut an, die Menschen bekamen die Möglichkeit, sich zu freuen. Es ist eine schöne Situation, wenn man sofort Kontakt zu ihnen findet.«

»Dieser Abend wird mich noch lange beschäftigen«, sagte Lüder Kahle am Schluss. »Zum einen wegen der besonderen Stimmung, die wir hier für kurze Zeit ausgelöst haben, zum anderen wegen des eigentümlichen Gefühls, mit dem wir wie selbstverständlich in die eigene Wohnung zurückkehren, während die Menschen hier genau das nicht können.«
nach oben

Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2015 verliehen

10.11.2015 08:15 Uhr

Florian Wacker mit „Dahlenberger“ ausgezeichnet


Der Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg 2015 geht an Florian Wacker und sein Jugendbuch „Dahlenberger“.
Der mit 7.600 Euro dotierte Preis wurde dem Autor am Montag, 9. November, im festlichen Rahmen im Stadtmuseum von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann überreicht.

Von 244 Einsendungen, darunter 94 verlegte Werke und 150 Manuskripte, wählte die Jury zunächst drei Nominierte aus. „Es handelt sich um drei herausragende Texte unterschiedlichster Art und keinesfalls „nur“ Werke, die eine Veröffentlichung verdient haben. Texte die aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fallen, neue Erzählwege aufzeigen.
Texte die stilisiert provozieren, ausloten und aus dem Tritt der ewigen Trittbrettfahrer ausbrechen. Texte die durch ihre Qualität und Eigenart überzeugen und die keinesfalls einen Tribut an jedwede Öffentlichkeit darstellen“, begründet Robert Elstner die Auswahl der Jury. Letztendlich entschied sich die Jury für Florian Wacker als Preisträger. „Ein außergewöhnlicher Coming-of-Age-Roman, der Stillstand, Langeweile, sexuelle Neugier und Unsicherheit, Verletzbarkeit und Angst vor dem vorgelebten Scheitern der Erwachsenen thematisiert“, ergänzt Elstner.

Die Preisrede auf „Dahlenberger“ von Florian Wacker hielt der Kleinkünstler, Schauspieler, Autor und Filmemacher Erwin Grosche (Paderborn): „Florian Wacker schafft es mühelos das Ritual des Arschbombenspringens einzubinden in Veränderungen, die jeden der fünf Jugendlichen bald erstaunen und zweifeln lassen. Er beschreibt dieses Springen mit einer so großen Ernsthaftigkeit, das kein Zweifel daran aufkommt, wie wichtig dieses Ausprobieren für die Jugendlichen ist.
In einer unaufgeregten Sprache, doch kenntnisreich, nimmt er uns mit auf das Brett, von dem wir aufspringen, mit der Idee der perfekten Arschbombe im Kopf. Da taucht kein Zweifel auf an der Sinnhaftigkeit dieser Beschäftigung. Da springt man um sein Leben. Damit sucht man seinen Platz in der Welt. Man grenzt sich damit ab von allen Erwachsenen, die traurig und hilflos immer noch der Frage nachlaufen: Wer bin ich eigentlich?“

Die Preisverleihung wurde von Jessica Schlage moderiert. Die musikalische Begleitung gestaltete die Band „Madmax“ unter der Leitung von Philipp Pumplün (Musikschule der Stadt Oldenburg).

Zum Inhalt des Jugendbuchs „Dahlenberger“ von Florian Wacker:
Die Sonne brennt. 33°C meldet das Thermometer im Freibad der Kleinstadt Dahlenberg und die Hitze verbreitet eine Trägheit unter den Gästen auf der Liegewiese, die nur ein Sprung ins kühle Wasser kurzzeitig unterbrechen kann.
Der 16-jährige Jan verbringt den Großteil des Sommers zusammen mit seinen Freunden im Dahlenberger – wie jedes Jahr. Das Dahlenberger ist der Fixpunkt ihrer Jugend, hier kennen sie jeden Winkel. Neben dem Bademeister mit dem dunklen Geheimnis, dem undurchschaubaren Kiosk-Betreiber und der namenlosen Königin des Kassenhäuschens gehören sie selbst zum Inventar.
Ihr einziger Ehrgeiz scheint darin zu bestehen, den perfekten Sprung hinzubekommen, von einem Brett, das nicht hoch genug ist und schon bessere Tage erlebt hat, wie eigentlich alles in Dahlenberg. Doch dann taucht plötzlich dieser mysteriöse Junge auf. Er kommt, setzt den perfekten Sprung ins Becken und verschwindet wieder – nun ist nichts mehr wie zuvor.
nach oben

Fast tausend Meisterwerke

30.09.2015 11:45 Uhr
von Daniel Lüllmann

Zum Ende des Kunstprojekts „Kunst im Quartier“ präsentierten die Künstler beim Abschlussfest am 27.09 ihre Werke. Ein halbes Jahr lang trafen sich in Ohmstede die unterschiedlichsten Menschen, um gemeinsam an Kunstwerken zu arbeiten.

„Tausend Meisterwerke sind es nicht ganz geworden, dafür war die Zeit einfach zu knapp“, freute sich Wolfgang Abend (stellvertretender Vorstand und Bereichsleiter Wohnen) über das sehr erfolgreiche Kunstprojekt „Kunst im Quartier“ im Stadtteil Ohmstede. Das Projekt welches die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg e.V. (GWO) seit April in ihrem Atelier Farbsinn angeboten hatten, wurde an diesem Sonntag (27.09) mit einem Kunstfest abgeschlossen. Bei gutem Wetter besuchten zahlreiche Gäste die umfangreiche Ausstellung in der gegenständliche aber auch abstrakte Werke der Teilnehmer gezeigt wurden.

Hintergrund des Projekts war das Ziel das Atelier, welches hauptsächlich von Bewohnern der Wohnangebote der GWO genutzt wurde, zu öffnen. Durch offene Angebote sollte Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht sowie ein Beitrag zur Inklusion vor Ort geleistet werden. Möglich wurde dies durch die Förderung der Aktion Mensch und der Oldenburger Stiftung Teilhabe. Mit ca. 15.000 € Gesamtförderung konnte der Kunstreff ein halbes Jahr lang kostenlose Kurse anbieten. Die Besucher konnten unter anderem Workshops zur Acrylmalerei oder Fotogrammen besuchen. Projektpartner von Kunst im Quartier waren die GSG, das Kulturzentrum Rennplatz, die Kindertagesstätte Kurlandallee, die Ev. Kirchengemeinde Ohmstede und das Blauschimmel Atelier e.V.

„Die 11 Kurse für jeweils 10 Teilnehmer waren bereits kurz nach Beginn des Projektes ausgebucht und wir haben Wartelisten erstellt. Damit hatten wir so nicht gerechnet“, so Abend. „Beteiligt haben sich Kinder und Senioren, Jugendliche der Kirchengemeinde und des Kulturzentrums, Mieter der GSG und viele mehr. Dies hat uns gezeigt, dass es über das Medium Kunst möglich ist, die unterschiedlichsten Menschen zusammenzubringen.“

Aufgrund der vielen positiven Erfahrungen soll es eine Fortsetzung geben, versprach Abend. In welcher Form steht noch nicht fest, zurzeit suchen die GWO Förderer mit Hilfe der Stiftung Teilhabe. In der Zwischenzeit hat das Atelier an der Rennplatzstraße 123 weiterhin am Dienstag 14:30 bis 17:30 Uhr und Donnertags von 14:30 bis 16:30 Uhr für Besucher geöffnet.

Informationen zu Kunst im Quartier auch unter: http://wfbm-oldenburg.de/DE/kunstgruppe.php
nach oben

Freies Sprayen ist ein Erfolgsmodell

21.09.2015 06:05 Uhr

Bilanz nach fünf Jahren: Weniger illegale Graffiti dank legaler Flächen

von Carsten Lienemann

Mit der Auftaktveranstaltung »Oldenburg wird zu Oldenbunt« wurden vor fünf Jahren an der Sporthalle des TuS Bloherfelde legale Graffitiflächen offiziell freigegeben. Anlass genug für ein neues Graffiti-Festival: Am 19. und 20. September jeweils von 14 bis 18 Uhr Zeit waren 15 Sprayer am Brandsweg 56 aktiv. Außerdem wurde zogen der Sportverein, die Graffiti-Werkstatt und der Präventionsrat Oldenburg (PRO) eine Zwischenbilanz: Was hat sich in durch die legalen Flächen verändert?

»Als wir damals erste Kontakte aufbauten, war die Empörung zunächst groß, ›jetzt sollen die Schmierereien auch noch legalisiert werden‹, war aus dem Stadtteil zu hören. Bei der Auftaktveranstaltung sah das schon ganz anders aus«, berichtet Klaus Vogt vom Bürgerverein Bloherfelde. Der Freigabe durch den TuS Bloherfelde sei es zu verdanken, dass die Wahrnehmung von Graffiti sich unter den Anwohnern stark verändert habe, so Vogt.

Das einem Ehrencodex folgende ständige Übermalen bestehender Graffiti gehört zum Selbstverständnis der Szene. »Drei- bis fünf Mal im Jahr sieht die Halle komplett anders aus«,sagt Uwe Gröber, der die ständige Veränderung fotografisch dokumentiert. Die künstlerische Qualität habe sich im Laufe der fünf Jahre auch in der Breite stark verbessert, und das sähen auch die Anwohner und Passanten so, berichtet Gröber. »Außerdem gibt es auch weniger illegale Schmierereien«.

Diese Beobachtung bestätigt nicht nur Klaus Vogt, sondern auch Rolf Cramer von der Polizeiinspektion Oldenburg/Ammerland: »Es waren mal deutlich mehr als 1000 Anzeigen im Jahr, es sind inzwischen deutlich unter 1000 Anzeigen. Dafür gibt es sicher mehrere Gründe, aber die Schaffung legaler Flächen ist einer davon.«

Eine Steilvorlage für Renke Harms, Leiter der Graffiti-Werkstatt und Vorsitzender des Vereins Probierwerk e. V. »Wir brauchen weitere legale Flächen, um der inzwischen etablierten Kunstrichtung Graffiti auch in Oldenburg mehr Raum zu geben. Autobahn- und Eisenbahnbrücken würden sich anbieten«, appellierte Harms an die Stadtratsvertreterinnen Margrit Conty (SPD) und Andrea Hufeland (Grüne).

Diese nahmen die Aufforderung gerne an. Der Auftrag an die Politik sei klar, Kunst brauche Flächen, so Andrea Hufeland. »Es ist nicht nur ein Thema für Jugend und Prävention, sondern gehört auch in den Kulturausschuss.«

Auch Margrit Conty sieht die Notwendigkeit weiterer Flächen, »Brücken könnten dadurch einen höheren Erlebniswert für alle bieten, die durchgehen.« Allerdings seien Autobahnbrücken Bundeseigentum und von daher nicht ohne weiteres verfügbar.

Dass es aber geht, zeigt nicht nur das Beispiel Wechloy, sondern auch besprühte Brücken in anderen Städten wie Essen und anderen Großstädten. Renke Harms sagte zu, ein Konzept inklusive einer aktualisierten möglicher Flächenstandorte zu erarbeiten »In der Übermorgenstadt sollte Streetart zum Stadtbild gehören.«

Vor einem ganz anderen Problem stehen Harms und die Graffiti-Werkstatt seit dem 15. September. Die Halle auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne, in der die Werkstatt bis jetzt untergebracht war, steht nicht mehr zur Verfügung. Eine neue Halle wird dringend gesucht.
nach oben

Einundneunzig Meter Graffiti

12.09.2015 13:14 Uhr
von Carsten Lienemann

»Das ist die längste Graffitiwand im gesamten Nordwesten«, ist sich Renke Harms sicher, und als Leiter des Präventions-Projektes »Graffiti-Werkstatt« und Vorsitzender des Vereins Probierwerk e. V. kennt er sich aus. Aber das ist nicht der einzige Rekord. 15 Graffiti-Künstler haben in nur anderthalb Tagen auf einer Länge von 91 Metern ein gemeinsames Kunstwerk geschaffen und dabei rund 250 Spraydosen geleert.

Und das beste daran: Es ist alles legal. Denn die Wand wurde vom VW Nutzfahrzeuge-Zentrum an der Rudolf-Diesel-Straße zur Verfügung gestellt. Von ihrer Bedeutung her liegt sie damit zwischen einer Auftragsarbeit und einer frei zugänglichen legalen Fläche, denn das Fahrzeuggelände ist natürlich eingezäunt. Die Sprayer konnten also nur arbeiten, wenn ihnen jemand das Tor aufschloss.

Möglich wurde das durch den Einsatz und die Flexibilität von VW-Mitarbeiter Manfred Staffhorst, der bereit war, auch außerhalb seiner normalen Arbeitszeit als Ansprechpartner bereit zu stehen. Er sorgte zudem dafür, dass die Fahrzeuge auf dem Hof umgeparkt wurden, um sie nicht mit einer ungewollten Effektlackierung zu versehen, und beteiligte sich an den Diskussionen während des Schaffensprozesses.

»Die Ausgestaltung ist immer ein Prozess, bei dem viel kommuniziert und verändert wird«, erklärt Projektmanager Niklas Schwede vom Probierwerk. »Wir hatten uns das Grundthema ›Weltraum‹ vorgegeben, damit standen schon einmal die Hauptfarben fest. Zwischendurch gab es da mal sehr viel schwarz«.

»Ich habe dann eingeworfen, dass es jetzt aber sehr dunkel aussieht«, erwidert Staffhorst. »Hat was gebracht.«

»Es ist ein großartiges Beispiel mit Vorbildcharakter, das durchaus viele Nachahmer finden darf«, hofft Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg (PRO).

Das Projekt ist auch noch nicht zu Ende. Einerseits ist die Mauer noch länger, und auch die restlichen Meter sollen noch besprüht werden. Aber auch die schon bestehenden Graffiti bleiben nicht dauerhaft erhalten. »Graffiti ist keine Kunst für die Ewigkeit, Übermalen gehört zum Selbstverständnis. Ausnahmen gibt es da nur für die Werke bereits verstorbener Künstler, und es besteht ein Verhältnis gegenseitigen Respekts«, so Renke Harms. »Deswegen werden fertige Graffiti auch sofort fotografiert, auf diese Weise bleiben sie in Erinnerung«, ergänzt Niklas Schwede.

Wahrscheinlich im kommenden Frühjahr soll wieder gesprüht werden. Manfred Staffhorsts Flexibilität ist also weiterhin gefragt.


Das Probierwerk sucht übrigens dringend eine neue Unterkunft. Bis zum 15. September müssen die Streetart-Künstler die Halle auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne räumen. Wer um eine Möglichkeit weiß, kann sich an den PRO wenden, telefonisch unter 235-3611 oder per Mail an praeventionsrat@stadt-oldenburg.de.
nach oben

Cine K ausgezeichnet

27.06.2015 13:00 Uhr

Auch in diesem Jahr wurde das Cine k mit einem Kinoprogrammpreis der nordmedia ausgezeichnet.
Das Kino erhielt am 12. Juni 2015 den Preis in Höhe von 1.250 Euro für die Gestaltung einzelner hervorragender Filmsonderprogramme und Programmreihen in der Kategorie gewerbliche Filmtheater.

„Die hervorragende Programmarbeit der Kinobetreiber in Niedersachsen und Bremen wird mit dem Kinoprogrammpreis der nordmedia jedes Jahr aufs Neue gewürdigt", erklärte Thomas Schäffer anlässlich der Preisverleihung. „Die Kinos leisten mit ihren Filmprogrammen aber auch mit den vielfältigen weiteren Veranstaltungen und Aktivitäten wichtige Kulturarbeit und sind damit besonders im Flächenland Niedersachsen von herausragender Bedeutung.

Trotz der wirtschaftlichen Erfordernisse bieten die ausgezeichneten Filmstätten anspruchsvolles Kino mit höchster Programmqualität. Es ist eine Freude, zu erleben, mit welcher Leidenschaft und Kompetenz die Kinoschaffenden beste Filmkunst in Niedersachsen und Bremen auf die Leinwände bringen."

Bei der Auswahl der Preisträger wird der Einsatz von deutschen und europäischen Filmen, Sondervorstellungen, Filmkunst- und Kinderfilmen bewertet, unter Berücksichtigung der Zuschauerzahlen, der Lage des Kinos und ihrer Konkurrenzsituation. Ziel der Auszeichnung ist die Erhaltung und Förderung der Kinokultur in Niedersachsen und Bremen.
Die Entscheidung über die Preisvergabe erfolgt durch eine fünfköpfige Jury, die vom Kinobüro Niedersachsen/Bremen benannt wird.

Das Cine k befindet sich noch bis Mitte September 2015 im Umbau. Dennoch veranstaltet das Kino bis dahin einzelne Veranstaltungen.
So findet auch in diesem Jahr das einwöchige Open Air Kino im Rahmen des Oldenburger Kultursommers auf dem Schlosshof statt.
nach oben

IGS Kreyenbrück macht sich auf den Weg zur »Kulturschule«

27.04.2015 16:52 Uhr
Gemeinsam mit dem Verein Jugendkulturarbeit als Kulturpartner wird die IGS Kreyenbrück im Rahmen den Landesprogramms SCHULE:KULTUR ihr kulturelles Profil ausbauen und sich innerhalb der kommenden drei Jahre ein Profil als »Kulturschule« erarbeiten. Das Programm SCHULE:KULTUR wurde durch das niedersächsische Kultusministerium und das Ministerium für Wissenschaft und Kultur aufgelegt. Zusammen mit der Mercator Stiftung werden so für 40 ausgewählte Projektschulen insgesamt 1,5 Millionen Euro bereitgestellt, um die Entwicklung zu Schulen mit einem kulturellen Profil in Gang zu setzten. Die IGS Kreyenbrück wurde als eine der Schulen ausgewählt und sieht das Programm als Chance, Methoden und Perspektiven der kulturellen Bildung mit in ihren Schulentwicklungsprozess zu integrieren. Sie wird dabei von dem Verein Jugendkulturarbeit als außerschulischen Partner unterstützt. Ziel ist es, den gesamten Schulalltag nachhaltig mit kulturellen Aspekten zu bereichern und in möglichst allen Bereichen des Schulalltags und in möglichst vielen Fächern die Chancen der kulturellen Bildung nutzbar zu machen.

Zum Auftakt des Entwicklungsprozesses hat die IGS am 23.4.2015 Prof. Dr. Max Fuchs (vordere Reihe, dritter von links) – bekannt als Experte für kulturelle Bildung und als erfahrener Berater bei kulturellen Schulentwicklungsprozessen – für eine schulinterne Fortbildung eingeladen. Herr Fuchs legte mit einem Eingangsreferat die Grundlage für die Arbeit in Kleingruppen. In diesen konnte das engagierte Kollegium der IGS die notwendigen Schritte für den weiteren Schulentwicklungsprozess diskutieren und planen. So beschäftigten sich einige Lehrerinnen und Lehrer z.B. in einer Arbeitsgruppe zusammen mit Max Fuchs und Jörg Kowollik (vordere Reihe, zweiter von links) vom Verein Jugendkulturarbeit (Geschäftsleitung Kulturelle Bildung) mit der Planung erster konkreter Schritte für die Entwicklung einer »Kulturschule«.

Organisiert und geplant wurde die schulinterne Fortbildung von der didaktischen Leiterin der IGS Heike Schaadt (vordere Reihe, erste von links), die innerhalb des Programms SCHULE:KULTUR als Kulturkoordinatorin für die Schule tätig ist.
nach oben

Stadtmuseum »Vor Ort ...«

27.04.2015 09:42 Uhr

Anmeldung bis 7. Mai

Das Stadtmuseum Oldenburg organisiert am Samstag, 9. Mai, um 15 Uhr die erste Exkursion der neuen Reihe »Vor Ort ...« und entführt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einen Oldenburger Stadtteil. Diesen erleben sie unter dem ganz persönlichen Blick einer Bewohnerin oder eines Bewohners. Die erste zweistündige »Vor Ort ...«-Fahrradtour führt mit der Stadtführerin und Osternburgerin Christine Krahl durch Osternburg.

Die Teilnahme ist kostenlos. Da maximal 15 Personen teilnehmen können, wird um Anmeldung bis zum 7. Mai unter Telefon 0441 235-2891 oder per E-Mail an vermittlung@stadt-oldenburg.de gebeten. Treffpunkt ist die Osternburger Kirche. Bei Regen entfällt die Veranstaltung.
nach oben

Werkstatt Zukunft

17.02.2015 07:00 Uhr

Staatstheater und Oeins starten Veranstaltungs- und Sendereihe



Werkstatt Zukunft ist eine Initiative aus der Mitte der Oldenburger Zivilgesellschaft.
„Wir wollen Zukunftsfragen im weitesten Sinne zur Diskussion stellen“, sagt Andreas Büttner, einer der Initiatoren der neuen Veranstaltungs- und Sendereihe. „Wir haben uns in der klima-allianz Oldenburg kennen gelernt, bei den Oldenburger Zukunftstagen oder bei der Vorbereitung des Deutschen Entwicklungstages 2013. Jetzt laden wir jeden Monat in Kooperation mit dem Oldenburgischen Staatstheater zu einer Diskussionsrunde ein und produzieren im Zusammenhang damit eine TV-Sendereihe beim Bürgersender Oldenburg Oeins.“

Die erste Veranstaltung der neuen Reihefand am 8. Januar 2015 in der Exerzierhalle am Pferdemarkt statt.
Unter dem Titel ‚Das Klima der Zukunft’ ging es um Postwachstumsökonomie, Klimagerechtigkeit und um reparieren statt konsumieren. Gesprächspartner waren Dr. Katharina Dutz (RepairCafé), Marc-Oliver Krampe (Dramaturg am Oldenburgischen Staatstheater) und Prof. Dr. Niko Paech (Uni Oldenburg, Postwachstumsökonomie). „Die Exerzierhalle als Spielstätte des Staatstheaters ist für unsere Veranstaltungsreihe der ideale Ort“, stellte Büttner fest. „Trotz des inhaltlichen Anspruches, den wir mit unseren Themen verbinden, wollen wir keine trockene Diskussion. So haben wir eine Oldenburger Jugendgruppe eingeladen, die ‚Enleio’ präsentieren wird, eine selbst entwickelte Performance zum Thema Nachhaltigkeit. Damit erschließen wir einen kreativen Zugang zum Thema

Jeweils am dritten Mittwoch im Monat strahlt Oeins die zugehörige Sendung von 19.00 – 19.55 Uhr aus. Das ‚Klima der Zukunft’ wurde am 21. Januar gesendet.

Im Februar folgt als zweites Thema ‚Frieden’, im März geht es um Initiativen, die junge Menschen selber entwickeln.
Die Ankündigungen im Einzelnen und viele Infos zu den Themen der Werkstatt Zukunft gibt es im Internet unter www.werkstatt-zukunft.org
Öffentliche Veranstaltung:
werkstatt-zukunft
nach oben

»Nur Fliegen ist schöner«

14.01.2015 08:00 Uhr

Neues Tanzprojekt im Verein Jugendkulturarbeit

Unter der Leitung von Tanzpädagogin, -performerin und Feuerkünstlerin Julia Ritterhoff wird gerade ein neues Tanzprojekt im Verein Jugendkulturarbeit aufgelegt. »Nur Fliegen ist schöner«, lautet der Arbeitstitel, »und das lässt uns alle Freiheiten, eigenes zu entwickeln und vieles auszuprobieren«, freut sich Ritterhoff.

Zeitgenössischen Bühnentanz, Bewegungs- und Improvisationstechniken möchte Julia Ritterhoff vermitteln und dabei auch das Gespür für verschiedene Bewegungsqualitäten erarbeiten.

Das Projekt wird vom Kinderschutzbund gefördert und ist auf zwei Jahre angelegt, in deren Verlauf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Tanzvorführungen zu Körperlichkeit aus jugendspezifischer Sicht erarbeiten, anderen Jugendlichen über die Auftritte zeigen und diskutieren.

Eine erste Werkschau, die aber schon das große Potential erkennen ließ, zeigten die Jugendlichen anlässlich der letzten Verleihung des Oldenburg-Oscars am 19.12.2014.

»Manches ist neu, vieles anders, alles ist interessant und spannend«, stellten Christian, Giulia und Leonie, die schon bei Liesa Pieczyk und Marco Jodes getanzt haben, übereinstimmend fest. Die Gruppe ist offen und freut sich über weitere Jugendliche, die sich angesprochen fühlen und sich tänzerisch ausprobieren möchten. »Anforderungen gibt es keine, außer Freude an Bewegung«, so Ritterhoff.

Die Tanzgruppe trainiert montags von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr im Großen Saal des Internationalen Jugendprojektehauses, Schlieffenstraße 9/11.

Kontakt:
Julia Ritterhoff
Tel.: 0176-61 02 71 45
juliaritterhoff@gmx.de
nach oben

»OLscar«-Verleihung 2014

21.12.2014 12:24 Uhr
von Carsten Lienemann

Kurz vor Weihnachten treffen sich im Internationalen Jugendprojektehaus an der Schlieffenstraße aktuelle und ehemalige Spielerinnen und Spieler der sieben Theatergruppen, aktuelle und ehemalige FSJler, dazu die Europäischen Freiwilligen und natürlich Eltern, Freunde und weitere Menschen, die dem Verein Jugendkulturarbeit e. V. Irgendwie verbunden sind.

Mit einer Mischung aus Tradition und Neuem haben sich die Theatergruppen diesmal am 19.12. den Stand ihrer aktuellen Produktionen gezeigt oder eigens für diesen Abend einstudierte Szenen vorgeführt. Das Kindertheater PAEPP aus Kreyenbrück spielte »Schneewittchen – neu verkrönt«, und ihre Kollegen von »Rollentausch« brachten die Trilogie von »Weihnachtsmann-Man« zum Abschluss.

Das stark ersatzgeschwächte »Kooperative Kindertheater Ohmstede« sammelte Lebensmittel für den Nikolaus und seinen Esel, die gerade neu gestartete Tanzgruppe unter der Leitung von Julia Ritterhoff zeigte eine beeindruckende Werkschau; Tänze führten auch das Junge Theater Bloherfelde, das Kurlandtheater und der Jugendclub auf, ebenso beeindruckend war die A-capella-Gesangsdarbietung von »Guntars Quartett«.

Wie in den Vorjahren wurden wieder selbstgebastelte Oscars ausgetauscht. Die Jugendlichen bewiesen auch diesmal viel Phantasie, um ihren Mitspielern ihre Wertschätzung zu zeigen.

Den musikalischen Abschluss – auch das scheint langsam Tradition zu werden – steuerte wieder »Révolution R« bei.

Zur Bildergalerie

nach oben

Nach MUT kommt MUT+

11.12.2014 09:24 Uhr

Jugendkulturarbeit e. V. macht »Theater für alle mit allen«

von Carsten Lienemann und Edda Hayen

Wenn das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einen Projektantrag als einen von 10 aus 400 Bewerbungen auswählt, dann darf man als Antragsteller durchaus stolz darauf sein. Umso mehr, wenn damit gleichzeitig auch eine Anerkennung der bisherigen Arbeit verbunden und dem Ministerium 136.000 Euro für zwei Jahre wert ist.

»Die Anfrage, ob wir gemeinsam an der Ausschreibung teilnehmen wollen, war eine Steilvorlage der Fachstelle Inklusion, des Kulturamtes und des Jugendamtes«, sagt Jörg Kowollik, Vorsitzender von Jugendkulturarbeit e. V. und MUT+-Projektleiter.

Im Anschluss und aufbauend auf das erfolgreiche Projekt »Migration und Theater – Kinder und Jugendliche gestalten Vielfalt«, bei dem das Thema Migration eine wichtige Rolle spielte, folgt nun MUT+, in dem sich die stadtteilorientierte Kinder- und Jugendtheaterarbeit des Vereins Jugendkulturarbeit mit Inklusion beschäftigen will. Sieben Kinder- und Jugendtheatergruppen in verschiedenen Oldenburger Stadtteilen werden im Verlauf der zwei Projektjahre 14 Theaterproduktionen entwickeln. Die beteiligten Kinder und Jugendlichen bringen ihre Erfahrungen und Wünsche in die Produktionen ein, und unter Einbindung von Tanz, Musik und Video geben sie ihnen in Theaterstücken einen künstlerischen Ausdruck.

Die Erfahrungen aus dem MUT-Projekt zeigen, dass auf diesem Wege Kinder und Jugendliche erreicht werden, die sonst nur schwer Zugang zu kulturellen Angeboten finden. »In den Theatergruppen spielen in jedem Jahr etwa 90 Kinder und Jugendliche, die Aufführungen besuchen jährlich etwa 3000 bis 4000«, sagt Kowollik.

Die Spieler unterschiedlicher kultureller, sozialer und schulischer Herkunft haben jeweils gemeinsam ein Thema gefunden, dass sie alle angeht. Es hat sich herausgestellt, dass das Thema Migration nicht vordergründig behandelt werden konnte, da sich die Jugendlichen dabei problematisiert gefühlt haben. Natürlich gab es auch Auseinandersetzungen, die von den Pädagogen geleitet werden musste, denn es geht darum, auch mal auszuhalten und zu erkennen, dass sie unterschiedlich und vielfältig sind und eine gemeinsame Lösung ausgehandelt und gefunden werden muss. Dass die Leitung der Theatergruppen teilweise von internationalen Freiwilligen übernommen wurde, hat die Spieler freier agieren lassen. Sprache war plötzlich kein Argument mehr, jemanden auszugrenzen.
Auch eine nachhaltige Wirkung ist zu verzeichnen. So berichtet Dettmar Koch, dass viele Spieler, die seit 1995 dabei waren, Kontakt zum Verein halten und er damit sehr zufrieden sein kann.

Durch Dokumentationen und wissenschaftliche Begleitung lässt sich ein repräsentativer Anteil an Migranten nachweisen, aber Kowollik will das nicht allzu sehr nach außen tragen, weil »das dem eigentlichen Gedanken von Integration und Inklusion nicht entspricht«. Erklärtes Ziel ist es, allen Kindern und Jugendlichen eine Bühne und den Zugang zu theaterpädagogischen Angeboten zu ermöglichen.

In den Stücken soll um Inhalte gehen, die die Jugendlichen spannend finden, Inklusion ist eher strukturell und im Hintergrund das Thema. »Es geht dabei um das Umdenken auf allen Ebenen, bei den Gruppenleitern und Teamern, natürlich auch bei den Jugendlichen, weiter bei den Kooperationspartnern, den Zuschauern«, so Kowollik.

Nach den Aufführungen in den kooperierenden Schulzentren bestehe oft die Möglichkeit, dass die Spieler und die Zuschauer miteinander diskutieren können. »Die Zuschauer erfahren so, dass die Spieler aus ihren Reihen kommen und das fördert die Bereitschaft und die Lust, einmal selber mitzumachen«, so Kowollik weiter.

»Uns hat an dem Konzept besonders gefallen, dass keine Unterschiede zwischen den Jugendlichen gemacht werden, sondern alle eingebunden werden sollen«, sagt Susanne Jungkunz, Inklusionsbeauftragte der Stadt Oldenburg. »Es müssen Barrieren beseitigt werden, auch in den Köpfen. Es ist nicht immer hilfreich, durchzuzählen, ob man alle Gruppen berücksichtigt hat, oft sind gemeinschaftliche Aktionen ohne Quotenregelung der bessere Weg.«

Jörg Kowollik berichtet: »Oldenburg ist eine Vorreiterstadt für das Thema Inklusion. Wir haben das Projekt bisher nur landesweit streuen können, jetzt können wir auf Bundesebene gehen und unsere Erfahrungen weitergeben!«
Begleitet wird das Projekt auch vom Amt Kultur und Sport der Stadt Oldenburg, das eine Grundförderung zugesichert hat.
Das Projekt erfordert bessere Strukturen und macht sicherlich Umbauten vor Ort unumgänglich, damit auch körperlich behinderte Menschen diese Angebote nutzen können. Die Vorarbeiten laufen bereits. Auch kooperierende Schulzentren werden mit einbezogen.

Nach den kommenden zwei Jahren kann wieder hoffentlich eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden und für weitere Projekte zeigt sich der Verein Jugendkulturarbeit e. V. offen und freut sich darauf!
nach oben

Kulturelle Bildung bewegt

02.12.2014 10:02 Uhr

9. Netzwerktreffen Schule – Kultur

von Sophie Arenhövel

»Ich hab gar nicht gemerkt, dass ich was lern« - so bringt ein Schüler das Potential von Kultureller Bildung in der Schule auf den Punkt: Lernen in Prozessen kultureller Bildung findet im besten Fall spielerisch und selbstbestimmt statt, quasi nebenbei. (S. Studie von Tom Biburger und Alexander Wenzlik).

Auf der Suche nach neuen Lernkulturen, nach mehr Bildungsgerechtigkeit und kultureller Teilhabe von Kindern und Jugendlichen begeben sich immer mehr Schulen gemeinsam mit Kulturakteuren auf den Weg einer »kulturellen Schulentwicklung«. Was Schulentwicklung durch Kulturelle Bildung bedeutet, wie sie aussehen und auf welche rechtliche und organisatorische Füße sie gestellt werden kann – das erfuhren die Teilnehmenden des 9. Netzwerktreffens Schul –Kultur. Das Netzwerktreffen wurde von der Projektleitung Kulturelle Bildung im Kulturbüro der Stadt Oldenburg, Sophie Arenhövel, organisiert.

Über 40 Teilnehmende, darunter Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Kulturschaffende, Koordinatoren und Multiplikatoren, waren am 19. November 2014 der Einladung der Projektleitung Kulturelle Bildung ins Kulturzentrum Cadillac gefolgt.

Zu Beginn des Netzwerktreffens brachte Anja Krüger vom Koordinationsbüro Kultur macht Schule der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen Licht ins Dunkel der vertraglichen Bedingungen für Kooperationen zwischen Kultur und Schule. Nach dieser »harten Kost« stellte sie exklusiv für Oldenburg das aktuelle niedersächsische Förderprogramm »SCHULE:KULTUR!« vor. Ziel dieses von der Stiftung Mercator und der niedersächsischen Landesregierung finanzierten Programms ist es, einen Schulentwicklungsprozess zu initiieren, in dem kulturelle Bildung zu einem zentralen Lernprinzip und Gestaltungselement im Schulalltag wird.

Nach diesem informativen Einblick richtete sich der Blick auf bereits gelingende Praxis kultureller Schulentwicklung. Die Teilnehmenden konnten noch einmal miterleben, wie im vergangenen Schuljahr aus einzelnen Theater-AGs an der Oldenburger Cäcilienschule plötzlich ein großes Musical-Projekt wurde, in das zahlreiche Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler involviert waren – die West Side Story. »Ich bin eigentlich nicht so ein Schlägertyp«, sagte der Schüler Thies Janßen schmunzelnd. Die intensive Arbeit an der eigenen Haltung und Sprache habe ihn aber selbstbewusster gemacht. Das bescheinigt ihm die Regisseurin des Projekts, die Schauspielpädagogin Stephanie Baak, auch gern in Form eines Kompetenznachweis Kultur.

Nach einer Kaffeepause konnte der begonnene Austausch unter den Teilnehmenden in Form eines Speedmeetings fortgesetzt werden. Vor allem die Frage »Wenn Sie selbst wieder Schüler/in wären: Was würden Sie sich kulturell von Ihrer Schule wünschen?« brachte den Erzählfluss ins Rollen.

Im letzten Teil des Netzwerktreffens kamen die Teilnehmenden dann noch einmal auf mehreren Ebenen in Bewegung. Als bewegend empfanden viele die Kurzdokumentation des Projekts »Handschlag« an der BBS Ammerland, wo Jugendliche, Lehrkräfte und Theaterpädagogen gemeinsam mit Mitteln des Theaters den Auftritt auf der beruflichen Bühne vorbereiten. Hier schafft das Theater etwas, das kein Bewerbungstraining und kein »normaler« Unterricht bewirken konnte: die Jugendlichen zu berühren, zu bewegen und ihnen das Gefühl geben, etwas zu sagen zu haben. Fabian Becker hat dies in beeindruckender Weise filmisch festgehalten.

Schließlich kam der vielleicht bewegendste Teil des Netzwerktreffens: Schauspielerin Sabine Hess, die für den Verein Jugendkulturarbeit im Projekt »Handschlag« (sowie dem aktuellen Nachfolgeprojekt »Auftritt«) mit den Jugendlichen arbeitet, zeigte anhand von einigen Übungen, wie Bewegung in eine Gruppe kommt, wie man mit theaterpädagogischen Kniffen die Kooperation in der Gruppe stärkt und wie man Menschen dazu bringt, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Die Teilnehmenden waren bewegt und begeistert.

So schloss sich am Ende eines informativen und bewegenden Nachmittags der Kreis: Kulturelle Bildung bewegt. Auch Schule.


Fotos: Edda Hayen und Carsten Lienemann

Zur Bildergalerie

nach oben

Time is honey -

29.11.2014 17:00 Uhr

- das Motto, unter dem Circus Roncalli seine Saisonpremiere in Oldenburg feiert

von - m.petrick -




Die Zeit vergeht, die Uhr tickt. Vergänglichkeit für die Einen, Abenteuer für die Anderen.
Seit fast vierzig Jahren gelingt es Bernhard Paul, mit dem Circus Roncalli für seine Besucher einen Ort zu schaffen, an dem die Zeit stehen zu bleiben scheint und außergewöhnliche Artisten in und über der Manege ihre Zuschauer an einen Ort des Staunens und Träumens entführen.

Zum ersten Mal feiert „Europas meistbewunderter Circus“ (Herald Tribune) in Oldenburg Saisonpremiere und stellt den Oldenburgern und ihren Gästen ab dem 12. März 2015 sein neues Programm vor.

Die Pressekonferenz, zu der Paul am vergangenen Mittwoch eingeladen hatte, mutete in Summe irgendwie seltsam an.
Sehr tief muss der Ärger über EU und deutsche Bürokratie sitzen, grob geschätzt machte er sich die Hälfte der angesetzten Zeit Luft und schilderte auch den Zuhörer erst einmal irritierende Einzelheiten. Da sind zum Beispiel die Treppchen, die in die Wohnwagen führen. TÜV-Vorschriften verlangen zwingend beidseitige Geländer, auch für Treppchen, die etwa 50 Zentimeter Höhenunterschied überbrücken müssen. Nach ausführlicher Darstellung des Aufwands und der Kosten kommentierte er die ihm sinnlos erscheinende Vorschrift: „Geländer für Menschen, die auf dem Hochseil den Salto mortale machen.“
Da er schon einmal dabei war, Dampf abzulassen, bekam auch die EU und ihr Glühbirnenverbot ihr Fett ab. Zehntausend Leuchten, die mit ihren Glühbirnen die Zirkusstadt in unnachahmlich weiches warmes Licht tauchen, brauchen Ersatz – eben Glühbirnen. Also hat er in Köln eine riesige Lagerhalle angemietet, in der bis unters Dach Glühbirnen gelagert sind.
Bestand darf ja aufgebraucht werden...

Die tief greifende Frage, warum Roncalli seine Saisonpremiere in Oldenburg veranstaltet, erzeugte bei Paul ein tiefes Atemholen. Dann die Antwort: „Freuen Sie sich doch, dass wir hier sein werden.“
Dazu gibt's nichts mehr zu sagen.

Schon bei seinem ersten Besuch in der ehemaligen Residenzstadt zeigte sich der „Erneuerer der Circuskunst“ (DIE ZEIT) Bernhard Paul begeistert von ihrem kulturellen Angebot und freut sich, mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann einen engagierten Verbündeten gefunden zu haben, der sich mit dafür einsetzt, Kultur zu fördern und mitten in die Stadt zu holen.

Es ist die besondere Mischung aus traditionellem Circus, poetischen Meisterwerken und Eigenkreationen, die die Erfolgsgeschichte von Roncalli ausmacht.
Über 700.000 Besucher pro Jahr belegen, dass der Circus weiterlebt. „Roncalli ist ein Circus, der eher entschleunigt als beschleunigt.
Denn das Kostbarste, was wir uns heute schenken können, ist Zeit", so Circusgründer und –direktor Bernhard Paul.

12. März bis 6. April 2015
Circus Roncalli
An der Weser Ems Halle
26123 Oldenburg

Vorstellungen: Mittwoch bis Freitag 16.00 Uhr und 20.00 Uhr
Samstag 15.00 Uhr und 20.00 Uhr
Sonn- und Feiertag um 14.00 Uhr und um 18.00 Uhr
Montag und Dienstag spielfrei.

Kartenservice: Karten ab sofort
in allen NWZ-Geschäftsstellen und im NWZ Media Store, Markt 21/22,
in allen Nordwest-Ticket Vorverkaufsstellen,
im Internet unter www.roncalli.de und
www.nwz-events.de sowie
ab dem 10. März 2015 täglich ab 10 Uhr an der Circuskasse.

Kartentelefon: 0441 -97 21 40 20
0441 -99 88 77 66
Preise: 12,00 bis 59,00 EUR


2010 war Roncalli zum ersten Mal in Oldenburg.
Lesen Sie, wie sich der Zirkus unter anderem bei uns vorgestellt hat:

Mein Freund und unentbehrlicher Mitstreiter Carsten Lienemann engagiert sich ehrenamtlich als Bildungspate.
Eine Facette des Circus Roncalli schilderte er 2010 wie folgt:

25.04.2010

Der Circus Roncalli kommt nach Oldenburg, zum ersten Mal überhaupt. Während des Erfahrungsaustausches im März hatte eine Kollegin angeregt, ob man nicht mal bei der Zirkusleitung wegen vergünstigter Karten anfragt.

Die Aufgabe fiel überraschernderweise mir zu. Und so habe ich an das Pressebüro des Circus Roncalli eine E-Mail geschickt, das Projekt Bildungspaten kurz umrissen und um ermäßigten Eintritt gebeten. Eine ganze Weile passierte nichts. Auf telefonische Nachfrage bei Roncalli sagte man mir, noch sei alles auf den augenblicklichen Spielort Köln konzentriert, aber es werde ganz bestimmt jede Anfrage beantwortet.

Ein paar Tage später lag ein dicker Umschlag im Briefkasten der ganz-Oldenburg.de-Redaktion, außen ein großer »Roncalli«-Aufdruck, innen 64 (vierundsechzig) Freikarten! Das hatten wir alle wirklich nicht zu hoffen gewagt, und wir wollten diese großzügige Geste würdigen und das Kontingent voll ausschöpfen – und das ist uns auch fast gelungen.

Zur 18-Uhr-Vorstellung am 25. April stürmten wir dann mit unserer Riesengruppe über einen Nebeneingang das Zirkuszelt. Schon bevor es losging, waren alle sehr gespannt. Und als es dann losging, verfolgten die Bildungspatenkinder gebannt und mit leuchtenden Augen alles, was um sie herum passierte. Wir alle sahen wunderbare Clowns, atemberaubende Artisten, eine tolle Ponydressur, insgesamt eine Show voller Charme, Witz und Poesie.

Keines der Kinder hätte wahrscheinlich diese Vorstellung je besuchen können ohne die Unterstützung durch Roncalli.
Die Kinder selbst haben es so gesagt:

»Ich fand das mit dem weißen Ballon am Besten, dann den starken Mann und das Mädchen mit dem Jungen und dem Seil. Die Frau die sich ganz schnell umgezogen hat fand ich cool.«

»Es hat mir sehr gut gefallen mit der Musik und den Tänzerinnen. Aber am meisten hat mir der Clown gefallen. Es war sehr sehr toll und sehr spannend und lustig.«

»Der Mann mit den Seifenblasen war toll!«

»Das war der schönste Tag in meinem Leben!«



Alle Einzelheiten zur Tournee 2015 und über Roncalli können Sie hier nachlesen
nach oben

Merhaba! KIBUM trifft Türkei

11.11.2014 16:21 Uhr

Die 40. Kinder- und Jugendbuchmesse lädt ab 15. November ins PFL

„Merhaba! KIBUM trifft Türkei“ – mit diesem Motto rückt die 40. Oldenburger Kinder und Jugendbuchmesse KIBUM vom 15. bis zum 25. November 2014 das Land Türkei ins Blickfeld. Viele Bücher und Veranstaltungen wecken die Neugier auf eine andere Kultur und thematisieren auf vielseitige und fantasievolle Weise die Chancen des multikulturellen Miteinanders.

Selbstverständlich kommen in diesen elf Tagen auch die Lust am Lesen sowie die Förderung der Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen nicht zu kurz, denn sie sind nach wie vor das generelle Ziel der KIBUM. Die beiden Veranstalter der KIBUM – die Stadt Oldenburg und die Carl von Ossietzky Universität – verwandeln deshalb das Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, auch in diesem Jahr wieder in eine inspirierende Bücher- und Leselandschaft. Ungefähr 2.500 Neuerscheinungen des deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarktes warten hier auf die kleinen und großen Besucherinnen und Besucher.

Schirmherr der diesjährigen KIBUM ist Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und erster Abgeordneter türkischer Herkunft im Deutschen Bundestag.

„Die KIBUM zählt zu den bedeutendsten bildungspolitischen Angeboten im Nordwesten. Die Fakten sprechen für sich: Eine außerordentlich wichtige Zielgruppe – hohes fachliches Niveau – aktuelle internationale Bezüge – und eine attraktive, kreative Inszenierung. Die Kombination von Bildung mit Spaß und Freude funktioniert hervorragend, das zeigen die Reaktionen der Kinder ganz deutlich. Und letzteres ist vielleicht die beste Bestätigung für meinen ersten Satz“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Die Kommissarische Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Al-Shamery sagt: „Für viele Kinder und ihre Familien ist Mehrsprachigkeit gelebter Alltag – dies spiegelt die diesjährige KIBUM wider. So können junge Leserinnen und Leser nicht nur neue deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher, sondern auch in vielen zweisprachigen Veranstaltungen türkische Bücher kennenlernen. Kurz vor Abschluss unseres Geburtstagsjahres ‚40 Jahre Universität Oldenburg’ wünsche ich uns und vor allem den zahlreichen kleinen und großen Besuchern eine gelungene 40. Auflage der KIBUM!“

Mit einer literarisch-musikalischen Reise in das Land des Nasreddin Hodscha öffnet die KIBUM am 15. November um 15 Uhr ihre Pforten. Der renommierte Kinder- und Jugendbuchautor Paul Maar ist zum wiederholten Mal Gast der KIBUM, und er hat etwas ganz Besonderes vor. Gemeinsam mit Murat Coşkun, İbrahim Sarıaltın und Simon Michael erzählt er vom berühmtesten listigen Narren und Geschichtenerzähler der islamischen Welt: Nasreddin Hodscha. Begleitet wird diese zweisprachige Bühnenfassung für sein Buch „Das fliegende Kamel“ von der Capella Antiqua Bambergensis, die mit historischen Instrumenten die Besucher in die Atmosphäre von Tausendundeiner Nacht entführt.

Paul Maars Buch „Das fliegende Kamel“ wurde als besonderes Projekt des interkulturellen Dialoges in die Ernst Reuter Initiative aufgenommen und erhielt 2013 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik als beste Hörbuchproduktion für Kinder und Jugendliche. Schirmherr des Projektes ist ebenfalls Cem Özdemir.

In zahlreichen Veranstaltungen, Lesungen und Workshops zur KIBUM haben Kinder und Jugendliche wie gewohnt die Möglichkeit, Autorinnen und Autoren beziehungsweise Illustratorinnen und Illustratoren kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen oder eigene Geschichten zu erfinden und aktiv zu werden. Eingeladen sind Autoren und Künstler wie Behiç Ak, Müge Ipliçki und Buket Topakoğlu (alle Türkei) oder Aygen-Sibel Çelik, Arzu Gürz Abay, Alpan Sağsöz , Deniz Selek (alle Deutschland) und viele mehr. Ziel der diesjährigen KIBUM ist es, das Thema Türkei auch über die Sprache zu vermitteln und gleichzeitig mit einer zunehmenden Vielsprachlichkeit von Gesellschaft vertraut zu machen. Daher werden viele Veranstaltungen zweisprachig angeboten.

Die KIBUM-Ausstellungen sind wieder in der Peterstraße 1 zu finden, nur wenige Schritte vom Kulturzentrum PFL entfernt in den Räumen der BBK Galerie, der Artothek und des Foyers der Kinderbibliothek. Mit „Bühne frei für Nasreddin Hodscha und Santa Claus!“ (Eröffnung am 16. November, 15 Uhr) zeigt die Stadtbibliothek Buchillustrationen zwischen den Kulturen und in Kooperation mit der IGS Kreyenbrück und dem Museumspädagogischen Dienst der Stadt Oldenburg die Projektpräsentation „Ich zeige dir, wer ich bin!“ (Eröffnung am 17. November, 17 Uhr). Die Oldenburgische Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur der Carl von Ossietzky Universität (OlFoKi) präsentiert die Ausstellung „Das Kinderbuch erklärt den Krieg. Der erste Weltkrieg in Kinder- und Jugendbüchern“ (Eröffnung am 16. November, 11.15 Uhr).

Die guten Erfahrungen, die die KIBUM in den letzten Jahren mit ihren Angeboten von elektronischen Medien machen konnte, haben zu einer Zusammenfassung und Umstrukturierung im neuen „Medienraum“ geführt. Hier werden erstmals alle Edutainment- und Lernangebote, empfohlene Websites und Apps sowie prämierte Hörbücher in einem Raum angeboten und dürfen ausprobiert werden.

Unter dem Aspekt „Kinder bewerten Bücher“ hat die diesjährige KIBUM eine Kinderjury ins Leben gerufen. Kinder aus den Oldenburger Grundschulen in Kreyenbrück, auf der Wunderburg, in Drielake und am Bürgerbusch haben zehn Bücher zum Thema Türkei kritisch unter die Lupe genommen. Die Kinder dieser Jury sind alle Experten für das Thema, denn sie nehmen am herkunftssprachlichen Unterricht Türkisch in ihren Schulen teil. Eindeutiger Favorit der Jury ist das Buch „Sinan und Felix“ von Aygen-Sibel Celik. Aber auch das Buch „Das gefräßige Buchmonster“ von Aytül Akal hat den Kindern gut gefallen. In einer besonderen Präsentation werden sie die beiden Bücher vorstellen und berichten, warum gerade diese Bücher begeistern (Sonntag, 23. November, 16 Uhr).

Die fantasievollen und spielerischen Veranstaltungen für die Allerkleinsten von eins bis fünf Jahren sind ein attraktiver Bestandteil des Programms der KIBUM. Christian Jakober liest und spielt aus Büchern wie „Bär Flo geht zum Frisör“, „Wer ruft denn da?“ oder „Das Allerwichtigste“. Auch für die Kleinsten werden einige der Veranstaltungen in deutscher und türkischer Sprache angeboten. Darüber hinaus gibt es auch wieder die sehr beliebten Figurentheateraufführungen in den Stadtteilbibliotheken oder in der Thalia Buchhandlung.

Das 33. Oldenburger Kinderfilmfestival im Casablanca-Programmkino bietet den kleinen Filmfans mit elf Kinderfilmen auch in diesem Jahr wieder ein großartiges Programm. Ein Klassiker wie „Die unendliche Geschichte“ wird dabei ebenso begeistern wie die ganz aktuellen Filme „Quatsch und die Nasenbärbande“, „Der kleine Nick macht Ferien“ oder „Die Vampirschwestern 2“. Zwei Filme widmen sich dem Schwerpunkt Türkei: „Deine Schönheit ist nichts Wert“ und „Almanya – Willkommen in Deutschland“.

Die Veranstaltungen für Erwachsene widmen sich aus gegebenem Anlass dem Thema Mehrsprachigkeit und wie diesem gesellschaftlich immer bedeutsamer werdenden Phänomen kreativ begegnet werden kann. Eingeladen dazu sind Prof. Dr. Havva Engin (Leiterin des Heidelberger Zentrums für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik) und Patricia Hahne-Wolter (SchauHoer Verlag, spezialisiert auf anspruchsvolle Bücher für mehrsprachig aufwachsende Kinder). Die Veranstaltungen zur Begleitausstellung thematisieren den Ersten Weltkrieg in Kinder- und Jugendbüchern.

Die KIBUM 2014 wird gefördert vom Hauptsponsor, der Oldenburgischen Landesbank AG, von CEWE, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der EWE Stiftung, der Vereinigten Oldenburger Sozialstiftung und energy & meteo systems.


Foto: Stadt Oldenburg
nach oben

Crossover: Nicola Stäglich und Wulf Kirschner

12.09.2014 09:00 Uhr

Stadtmuseum Oldenburg präsentiert Malerei, Objekte und Skulpturen
14. September bis 9. November 2014


Unter dem Titel „Crossover“ findet im Stadtmuseum Oldenburg vom 14. September bis zum 9. November 2014 der spannungsreiche Dialog von den international renommierten Künstlern Nicola Stäglich und Wulf Kirschner statt.

„Erstmalig in Deutschland präsentieren die in Oldenburg geborene Malerin und der norddeutsche Bildhauer gemeinsam aktuelle Werke, die sich stilistisch dem jeweils anderen Medium nähern“, sagt Museumsdirektor Dr. Friedrich Scheele.
Nicola Stäglich arbeitet an der Schnittstelle von Malerei und Skulptur, während Wulf Kirschner im Spannungsfeld von Skulptur und Malerei agiert. Dabei trifft Hartschaum auf Stahl, Quadrate auf Quader und Neonfarbe auf irisierende Schweißnähte.

Die Ausstellung „Crossover“ wird am Sonntag, 14. September, um 11.15 Uhr im Stadtmuseum im Beisein der beiden Künstler eröffnet.
„In der Bildenden Kunst besteht der Reiz des Crossover darin, das Genre experimentell auszuloten und zu überschreiten, um neue Wirklichkeitserfahrungen von Farbe, Raum, Materialität und Plastizität zu gewinnen.
Nicola Stäglich und Wulf Kirschner wagen in ihrer künstlerischen Begegnung ein experimentelles Statement zur zeitgenössischen Skulptur und der Betrachter kann die subtilen Grenzüberschreitungen eindrucksvoll miterleben“, erläutert Kuratorin Dr. Sabine Isensee.
Die leuchtenden Bilder der mittlerweile in Berlin lebenden Nicola Stäglich entfalten sich zu Reliefs und dreidimensionalen Skulpturen im Raum. Bereits in der großformatigen Leinwandmalerei wie „Triangle“ oder „Blue Landscape“ erzeugt Nicola Stäglich durch das Aufeinandertreffen von hellen und dunklen Farbflächen illusionistische Raumtiefe.
Für ihre Malerei verwendet sie gezielt unterschiedliche Bildträger wie Acrylglas, Holz und Hartschaum, um die objekthafte Plastizität sukzessiv zu steigern. Während sich in ihrer Serie „Transparencies“ horizontale und vertikale Pinselbahnen aus Ölfarbe auf quadratischem Acrylglas überlagern, schichtet und montiert sie in ihren Reliefs ausgesägte Ellipsen und Dreiecke aus Holz, die sie dann mit Farbe überzieht.
In ihrer Serie „Twist“ lässt die Künstlerin schließlich filigran gedrehte Skulpturen aus Hartschaum im Raum schweben, in denen haptische Körperlichkeit und dynamische Farbbewegung synästhetisch erfahrbar werden.
Die Werke von Nicola Stäglich gehen ein kühnes Wechselspiel mit den geschweißten Stahlobjekten von Wulf Kirschner ein. Das Markenzeichen des in Frankfurt arbeitenden Künstlers ist seit 1984 seine reduzierte Formensprache, die er durch das Aufschweißen von Elektrodenreihen auf geometrische Stahlbleche erzielt. Den vertikalen und horizontalen Linien wohnt eine faszinierende Rhythmik inne, die aus der individuellen Handbewegung des Künstlers beim Schweißen resultiert. Die Schweißspuren entfalten eine changierende

Farbigkeit, die malerische Qualität besitzt. Ein längerer Aufenthalt in New York im Jahr 2008 beeinflusste Wulf Kirschner nachhaltig, seine geschweißten Stahlobjekte mit Farbe zu gestalten und somit einen weiteren Schritt in die Abstraktion zu vollziehen.
Inspiriert von der grellen Farbigkeit, die ihm auf den belebten Einkaufsstraßen in Brooklyn und Queens begegnete, beginnt ein experimenteller malerischer Prozess. So bemalt er in der Serie „Bond Street“ Stahlreliefs mit Acrylfarbe und taucht sie dann in ein Wasserbad, so dass die Farbe durch korrodierenden Stahl prozesshaft gesteigert und die Auflösung der Fläche im Raum suggeriert wird.

Die Ausstellung „Crossover“ wird mit einem Katalog dokumentiert, der während der Ausstellung erscheint. Es findet ein Rahmenprogramm mit Führungen und Kunstpraxis zur Ausstellung statt, über das die Internetseite des Museums unter www.stadtmuseum-oldenburg.de/fuehrungen-praxis/aktuelle-fuehrungen-workshops/ informiert.

Die Ausstellung wird von der Bremer Landesbank unterst
nach oben

Democratipation - ein multilateraler Jugendtheateraustausch

11.08.2014 22:21 Uhr

Gäste aus Italien, Schottland, Kroatien, Lettland und Spanien

von Edda Hayen

Seit dem 07. August sind 50 Jugendliche, Durchschnittsalter 15 Jahre, mit ihren 10 Teamleitern aus fünf Ländern zu Besuch beim Verein Jugendkulturarbeit e. V. Schüler und Schülerinnen aus Oldenburg sind natürlich auch wieder dabei. Unterstützt wird die Aktion durch „Jugend in Action“.

Antje Rose ist aus Berlin angereist, um als Choreografin und Regisseurin mit den Teilnehmern zum Thema Demokratie und Partizipation ein Theaterstück zu erarbeiten.

Partizipation ist laut Duden: das Teilhaben, Teilnehmen, Beteiligt sein. In diesem Projekt sollen Partizipation aus den jeweiligen Ländern untereinander kennengelernt, ausgetauscht und gemeinsam/gegenseitig über die Möglichkeiten auf europäischer Ebene informiert werden.

Antje Rose: „Ich bin total froh und begeistert, dass sich die Jugendlichen untereinander so toll helfen. Niemand bleibt außen vor. Die vorrangige Sprache in der wir uns verständigen ist ja Englisch, und wenn jemand etwas nicht versteht erklären es ihm die Anderen einfach.“ Davide Leonardi findet es klasse, dass alle Teilnehmer von Anfang an mit Eifer dabei waren und dafür sind sicher nicht nur die allseits hochgelobten Speisen von Quirin Kienker verantwortlich. Die Teilnehmer kommen aus Cuneo, Italien (Youth 4 Youth), aus Glasgow, Schottland (RUSTY BOAT), aus Rezekne, Lettland (World At Our Home), aus Pamplona, Spanien (Federation Bateau, Pamplona) und Petrinja, Kroatien (IKS Petrinja).

Unterstützung finden Antje Rose und Davide Leonardi unter anderem bei den FSJ`lern: Karin Barbeta, Julie Crighton und Karol Czajkowsky.

Das Ergebnis wird am Freitag, den 15.August 2014 zwischen 16 und 17 Uhr in der Innenstadt, Lefferseck und Marktplatz aufgeführt. Für den Regenfall wird noch eine Indoor-Möglichkeit gesucht. Für alle, die erst später Zeit dafür finden: Das Stück wird noch einmal um ca. 18.30 Uhr, im IJP des Jugendkulturverein eV, in der alten Donnerschweer Kaserne, Eingang Schlieffenstraße 9-11 gezeigt.


Teilnehmer gesucht

Für das nächste Austauschtreffen vom 02. bis zum 12. September mit Jugendlichen aus Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Oldenburg gesucht. Sie sollten zwischen 13 und 25 Jahre alt sein. Das Thema ist Demo-Crazy. "Theater ist ein Stück Revolution für die Demokratie. Welchen Blickwinkel hast du auf die Gegenwart und die Zukunft der Demokratie in Europa?"

Interessierte melden sich bitte bei Davide Leonardi unter der Telefonnummer 0441/39010750.
nach oben

»... und wofür kämpfst Du?«

31.07.2014 14:46 Uhr

Tanztheaterprojekt mit Jugendlichen aus Italien, Spanien, Polen und Oldenburg

von Edda Hayen

Wenn Sie an diesem Freitagnachmittag ab 16 Uhr durch die Oldenburger Innenstadt gehen, kann es sein, dass Ihnen genau diese Frage gestellt wird: „Wofür kämpfst Du?“ Was werden Sie antworten?

Diese Frage ist Teil einer Tanztheaterperformance, die Jugendliche aus Spanien, Italien, Polen und aus Oldenburg derzeit erarbeiten. Insgesamt 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzen sich mit dem Thema „Gegen Rassismus und für Vielfalt“ tänzerisch auseinander. Marco Jodes (Tänzer, Choreograf) erklärt das so: “Dieses Jahr geht es um Protest. Wir haben uns überlegt, wir wollen so eine Art Flashmob in der Stadt machen, aber anders. Das ist die Form, in der wir unseren Protest für die Vielfalt und den Kampf gegen Rassismus zeigen wollen.“

Dazu haben sie in den letzten Tagen mit den Jugendlichen zusammengetragen, welche Werte für diese dahinter stehen und welche davon allen gemeinsam wichtig sind. Natürlich gebe es bedingt durch die verschiedenen Umgebungen, in denen sie leben, unterschiedliche Meinungen, so Jodes. Für drei Werte bekommen die Jugendlichen von den Choreografen Bilder und Bewegungen, die sie dann eigenständig in vier Gruppen zusammenbauen. Die Ausgangsfrage ist, wogegen und wofür es sich zu kämpfen lohnt und wenn ja, wie.

„Wir sind immer mehr dazu gekommen, dass hinter Vielfalt weniger die bunte Palette steht, was alles auf der Welt möglich ist, sondern wie man Vielfalt realisiert und gestaltet. Wie schafft man es nebeneinander vielfältig zu sein? Wie gestaltet man die Räume? Wo zieht man Grenzen? Wie geht das ohne Diskriminierung, zum Beispiel gegen Homosexuelle?“

„Meine Jugendlichen sind zwischen 15 und 17 Jahre alt und haben wenig Erfahrung in Tanztheater“, erzählt Agia Luna, Teamerin aus Barcelona. Sie habe erst vor einem Monat von diesem Projekt erfahren und dann Jugendliche, die bereits im letzten Jahr in Oldenburg an einem Theaterprojekt teilgenommen haben, begeistern können, wieder dabei zu sein. Nur drei Jugendliche sind neu dazugekommen. Liesa Piezyck (Choreografin) freut sich sehr: „ Ich bin total glücklich, dass die Jugendlichen wieder gekommen sind. Wir haben letztes Jahr in den Osterferien mit ihnen gearbeitet. Es ist super, dass sie wieder dabei sind.“

Zwei Teamerinnen aus Italien, Mariaelena Urso und Roberta Bonanno von der Organisation „arci babilonia Cerbaia“ arbeiten nicht nur mit Jugendlichen, sondern mit Menschen zwischen 16 und 60 Jahren. Sie machen viel Kulturarbeit, zum Beispiel Theaterprojekte, und engagieren sich in sozialen Projekten mit Immigranten. Die polnischen Teamerinnen Anna Laga und Magdalena Blechka der Institution „Association of Pelplin's Heritage“ arbeiten in vielen unterschiedlichen Projekten auch mit Jugendlichen und Erwachsenen.

Das Tanztheaterprojekt wird am Freitagabend, 1. August, im Internationalen Jugendprojekthaus, Donnerschweer Kaserne, Eingang Schliefenstraße, um 20 Uhr noch einmal aufgeführt.
nach oben

Am seidenen Faden

27.06.2014 09:33 Uhr

Ein Tanzstück von und mit Oldenburger Jugendlichen

von Edda Hayen

Das Projekt »ChanceTanz« des Bundesverbandes Tanz in Schulen e. V. fördert tanzkünstlerische Projekte. Als Programmpartner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhält der Bundesverband dafür im Rahmen des Förderprogramms »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung« Fördergelder, die er an ausgewählte Projekte weiterleitet.

Ein Projekt, in Kooperation mit der IGS Flötenteich und der IGS Kreyenbrück, feiert am 1. Juli 2014 Premiere.
»Am seidenen Faden« ist ein Tanzstück nach einer Idee von Gina Schumm, die das Projekt auch koordiniert und umgesetzt hat. Es bewegt sich in der heutigen Welt zwischen Technik und Natur, Virtualität und Realität. Was passiert, wenn uns die Technik im Stich lässt? Oder ist die virtuelle Welt nicht längst eine schöne neue Realität? Können wir uns aus dem Spinnennetz von TV und Internet befreien? Wie ist unsere Wahrnehmung der Natur, sind das unsere eigenen Erfahrungen oder haben wir die Informationen aus dem Fernsehen?

»Macht Fehler, arbeitet damit, lernt daraus und achtet auf euch selbst!« Das sind die Anweisungen, die Marco Jodes den Schülerinnen in einer der letzten Proben mit auf den Weg gibt. Die Mädchen sind zwischen 11 und 15 Jahren alt und arbeiten seit Februar dieses Jahres intensiv an dem Tanzstück. Wöchentliche Proben, ein 5-tätiger Workshop in den Osterferien und Proben am Wochenende »sind anstrengend, machen aber total viel Spaß«, sind sich die Schülerinnen einig und sind mit ganzen Herzen dabei. Das kann man ihren fröhlichen Gesichtern ansehen.

Das Stück haben sie sich mit Unterstützung von Antje Rose, Liesa Pieczyk und Marco Jodes (Choreographie und Tanz) selbst erarbeitet. Mit viel freier Improvisation wurden einzelne Szenen zunächst in Gruppen, später gemeinsam tänzerisch erarbeitet und dann zusammengefügt.

Wie stellt man tänzerisch eine TV-Koch Show dar oder die Langeweile vor dem Gerät? Nur am Anfang tun sich die Mädchen ein wenig schwer, dann kommen sie mit der freien Herangehensweise gut klar und freuen sich auf die ersten Proben im Kostüm und mit Musik. »Danach geht es mir viel besser«, war ein O-Ton nach einer der ersten Proben.

Liesa Pieczyk und Antje Rose freuen sich über das Projekt und die Begeisterung der Schülerinnen: »Es sind in dieser Zeit zwei Stadtteile (Nadorst und Kreyenbrück) eng zusammengewachsen. Es war von Anfang an ein supergutes Miteinander!« Antje Rose kommt für Workshop und Wochenendproben extra aus Berlin angereist. Sie ist gebürtige Berlinerin, hat aber 10 Jahre in Oldenburg gelebt und merkt, wenn sie wieder hier ist, wie sehr sie unsere schöne Stadt doch vermisst.

Darstellerinnen: Alina Tarnowski, Anna-S. Candè, Amber Wünsche, Benita Drusche, Celina Bergmann, Gina Marks, Jessica Stahl, Line L. Imort, Lotte Steffens, Sophia Wagner, Maimuna Bojang, Mercedes Schileke, Milena Meyer, Mirijam Schulhof, Nina Meyer, Ranja Khaled, Talina Nendza, Theda Poppenga, Vera Fehrenkamp, Vivian Köhler und Viktoria Kempf.

Choreographie und Team: Antje Rose, Gina Schumm, Liesa Pieczyk, Marco Jodes, Johannes Kuhns, Pia Schillinger

Die Premiere findet am 01. Juli 2014 um 19.30 Uhr in der Halle der Kulturetage, Bahnhofstraße 11, Oldenburg statt. Weitere Aufführungen sind am 02.Juli 2014 um 10 Und 12 Uhr, ebenfalls in der Kulturetage.
nach oben

Wie lang sind die Beine der Lüge wirklich?

19.06.2014 10:00 Uhr

»Lie Leaks – ein Stück über vieles, was wahr oder gelogen sein könnte«

von Edda Hayen

Der Jugendclub der Kulturetage probt seit Oktober letzten Jahres für sein neues Stück »Lie Leaks«.
Die 13 Jugendlichen zwischen 17 und 28 Jahren stellen sich diesmal der Frage: Wie ist das eigentlich mit der Wahrheit und der Lüge? Regisseur Ulf Goerges beschreibt das Thema des Stückes: »Was passiert, wenn man lügt oder die Wahrheit sagt? Wie gerne lügen wir und wie oft? Geht das eine ohne das andere? Bewusste und unbewusste Lügen, und wie ist das wenn man sich selbst belügt – alle diese Arten begegnen uns in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Können wir die Wahrheit überhaupt noch annehmen und ertragen? Würde es uns helfen, wenn wir die Wahrheit wissen oder würden wir daran zerbrechen?«

Das Stück macht deutlich: Manchmal bringt ein einziger Tag die Wahrheit ans Licht.

Die Darsteller kommen aus Oldenburg und sind schon seit Jahren dabei. In diesem Jahr sind bei dem Projekt auch FSJler und Volontäre aus Polen, aus Italien, aus Spanien, aus Lettland und Schottland dabei, die beim Verein Jugendkulturarbeit für ein Jahr bleiben und arbeiten.

Aufführungen:
am 24. Juni um 20 Uhr,
am 25. Juni um 11 Uhr und um 20 Uhr sowie
am 08. Juli um 17 Uhr (im Rahmen der Jugendkulturtage)
in der Halle der Kulturetage, Bahnhofstraße 11.

Darsteller: Anne Willmer, Catharina van Lingen, Christian Richter, Giulia Sezzi, Guntars Almanis, Izabela Cholewa, Johannes Kuhns, Josephine Mellor, Julie Crighton, Karin Barbeta, Katinka Kirchner, Lisa Diddens, Nadine Dannemann

Regie: Ulf Goerges
Projektleitung: Gina Schumm
Videoeinspielung: Fabian Becker
Bühnenbild: Reimer Meyn

Im Rahmen des MUT-Projektes arbeiten sieben Kinder- und Jugendtheatergruppen im Netzwerk des Vereines Jugendkulturarbeit. In diesem theaterpädagogischen Modellprojekt entstehen in den Gruppen spannende Theaterstücke, die anderen Kindern und Jugendlichen in Oldenburg über die Aufführungen zur Diskussion gestellt werden.
nach oben

Theaterfestival »Is doch normal, ey!«

05.06.2014 07:20 Uhr

Am 26. Und 27. Mai 2014 in der Kulturetage

von Edda Hayen

Zum 17. Mai fand das Theaterfestival organisiert von MUTIK e. V. in der Kulturetage statt. Zwei Tage lang fröhliche Gesichter und gute Laune bei den Darstellern und beim Publikum.

Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zeigen, was in ihnen steckt, egal ob Chor, Theater, Akrobatik oder Musik. Sie sind mit ihren Stimmen, Körpern und ganzem Herzen dabei. Und alle sind für diesen Moment gleich, Unterschiede spielen plötzlich keine Rolle mehr.
Die Schüler erhalten die gleichen Bedingungen wie die Profis - da wird noch vor dem Auftritt mit den Technikern ein Soundcheck durchgeführt - das ist schon ganz groß.

Gesungen wird davon, „anders zu sein“ und das ist doch auch gut so. Die fürchterlichen Fünf hören auf, sich selbst zu bemitleiden und eröffnen zusammen ein Pfannkuchenhaus - denn nur Taten zählen und plötzlich ist es egal wie du aussiehst. Bunte Vögel müssen feststellen, dass sie nur zusammen das Ziel erreichen können. Hänsel und Gretel treffen im Wald auf Michael Jackson, Heino, Wolfgang Petry und müssen dem Kommissar Rede und Antwort stehen, warum sie das Haus der Hexe angeknabbert haben. Schneewittchen, die sich auch von Dieter Bohlen nicht abwerben lässt, wohnt beim Pirouetten drehenden 7. Zwerg hinter den sieben Windkrafträdern und die Königin ärgert sich über ihren Zauberspiegel, der, statt ihr zu bestätigen, dass sie die Schönste im Ostfriesenland ist, lieber Werbung bringt.

Ein junger Falkner macht sich auf den Weg, sein Glück zu suchen, unterstützt von unterschiedlichen Menschen, dem Mond und der Natur - und findet die Liebe. Emil findet in Berlin neue Freunde, die helfen, sein Geld von einem bewaffneten Kriminellen zurück zu holen. Junge Girls schwärmen von Kevin mit den schönen blauen Augen und merken nicht, dass eine von ihnen die anderen reinlegen will, um den Jungen für sich alleine zu haben. Aber auch das ernste Thema Kinderrechte wird nicht ausgespart und deutlich gemacht, dass auch Kinder sich nicht alles gefallen lassen müssen, weder zu Hause noch von vermeintlichen Freunden. Einrad-Fahrerinnen und Rollstuhlfahrer beweisen, dass man zusammen ein Zirkusprogramm auf die Bühne bringen kann und gesungen wird auch noch.

Moderator Andi Steil schwärmt von einer grandiosen Veranstaltung. „Ich schätze die Offenheit, den ehrlichen und nicht gestellten Umgang miteinander von allen Beteiligten! Es hat Spaß gemacht, einfach was „rein zu geben“ und soviel zurück zu bekommen.“ Die Schüler belohnen zum Beispiel seinen Einsatz, „Namen zu trommeln und zu singen“ mit totaler Begeisterung und bitten ihn in der Pause, doch bitte noch den eigenen Namen zu singen, der noch nicht an der Reihe war. Dieser Aufforderung kommt Andi gerne nach. Auch den Moderator hat die gute Stimmung angesteckt.

Gina Schumm, die Organisatorin und künstlerische Leiterin, freut sich über ein gelungenes Event. „Die Begeisterung und das Engagement, mit der sich die Darsteller einbringen, ist einfach ansteckend. Das Festival hat in den letzten Jahren eine kontinuierliche Steigerung erfahren. Die Qualität der Produktionen über die Ideen, die Inhalte und der Leistungen haben mich begeistert. Die Stimmung war super und ich bewundere die Ausdauer, mit der die Teilnehmer nicht nur ihren Auftritt gemeistert haben, sondern ja auch noch an den Workshops, die wir anbieten, teilgenommen haben. Das sind prall gefüllte Tage und die Kinder und Jugendlichen könnten immer noch weiter machen. Ein ganz besonderer Dank geht an die engagierten Lehrer, die freiwilligen Helfer und die Mitarbeiter der Kulturetage, die das Festival zu einem runden Erlebnis für die Schüler gemacht haben.“

Der Dienstagabend ist reserviert für 13 Bands die das Publikum begeistert in ihren Bann ziehen. Jede Band darf leider nur 2 Songs spielen, dafür muss Andi Steil sorgen, auch wenn das Publikum lautstark nach Zugaben verlangt. Die Lieder sind bekannt, auch hier setzt sich der Trend deutsch zu singen, durch wie bei den Stars, und alle singen mit.
Mit „Atemlos durch die Nacht …“ beginnt die Aftershowparty und die könnte ewig weitergehen.

Aber leider muss auch dieses Festival irgendwann zu Ende gehen.
Die Schüler gehen mit ihren gewonnenen Eindrücken fröhlich nach Hause und freuen sich auf das nächste Jahr, wenn es zum 18. Mal heißt: “Is doch normal, ey!“.
nach oben

KörperSchrott

29.04.2014 11:29 Uhr

ein Tanztheaterstück der Jugendtanzcrew »PriMa KLiema«

von Edda Hayen und Carsten Lienemann

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass Tänzer immer (nur) ein Bein ihrer Jogginghose bis zum Knie hochgezogen haben? Haben Sie sich auch schon immer gefragt, warum eigentlich? Marco Jodes versucht, bei unserem Treffen eine Antwort zu finden. Es ist nicht einfach nur cool. Er beschreibt das unterschiedliche Gefühl für seine beiden Beine, das er dabei empfindet. Es hilft ihm, spielerisch Unterschiede in seinem Körper wahrzunehmen.

Um Unterschiede in Körperwahrnehmung und Selbsterfahrung, dem Gegensatz zwischen Übersättigung und Lebenshunger, geht es auch im aktuellen Tanztheater-Projekt von Marco Jodes und Liesa Pieczyk.

Die Tänzer liegen wie hingeworfen auf dem Boden. Als die Musik erklingt, erheben sie sich langsam und schwerfällig. Ihre Körper sind übersatt. Der heutige Konsumgedanke hat sie völlig erschlagen. Eine Tänzerin spielt im Vordergrund, allein und weit entfernt von den Anderen. Sie versucht, sich anzulehnen, findet aber keinen Halt, bei keinem von ihnen. Sie sitzt in einem Einkaufswagen, die anderen Tänzer ziehen, aber keiner ist stark genug, sie wirklich zu sich heran zu ziehen, und es ist die Frage, ob sie es überhaupt wollen.

Das ist ein Ausschnitt aus der ersten Szene des Tanztheaterstückes »KörperSchrott«, das am 7. Mai in der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne Premiere hat. Die Choreografen Liesa Pieczyk und Marco Jodes haben ihre Idee verwirklicht und das Konzept erarbeitet. Das Stück begibt sich auf die Suche nach dem Umgang mit materiellen und persönlichen, physischen und seelischen Ressourcen in der Lebenswelt heutiger Jugendlicher. Es stellt die Frage, wo steht die Jugend heute und wie entwickle ich mich, um glücklich zu sein, weil ich meinen persönlichen Weg gefunden habe, ohne nur ein funktionierendes Mitglied der Gesellschaft zu sein.

»Tanz ist ein Katalysator, ein Medium, um Gefühle auszudrücken, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen und eine bessere Körperqualität zu erlangen«, erklärt Marco Jodes. »Der Weg dorthin ist, die Jugendlichen mit ihrem Körper spielen zu lassen, sie einfach zu lassen, wie sie sich geben und bewegen, viel beobachten, um mit wenig Druck einfach ein Ergebnis zu erreichen«.

Die Gruppe der Tänzer besteht aus Jugendlichen zwischen 12 Und 20 Jahren. Sie haben alle zunächst das offene Tanztraining in den Räumen der Jugendkulturarbeit e. V. besucht, alle mit der Neugier, den Tanz kennenzulernen und auszuprobieren. Einige haben Tanzerfahrung, aber niemand hat zuvor improvisatorisch mit den eigenen Körperbewegungen ein choreografisches Bild erarbeitet. Das hat für alle bedeutet, sich körperlich und geistig einzufühlen. Sie haben einen Weg gefunden und trainieren auf Augenhöhe, trotz der Altersunterschiede.

Diese Arbeit ist ein langer gemeinsamer Prozess, »so etwas wie ein Forschungsprojekt«, wie Liesa Pieczyk es beschreibt. »Wir geben Bewegungsaufträge in die Gruppe, lassen die Tänzerinnen und Tänzer mit dem Körper spielen und eigene Ideen einbringen, so etwas wie Bewegungsrecherche. Marco und ich beobachten dabei, was funktioniert und was nicht. Das bedeutet auch viel schweißtreibendes physisches Training«.

Ein Tanztheaterstück gibt einen Anstoß für Interpretation und eigene Gedanken.

Tänzerinnen und Tänzer: Malin Denkena, Christian Richter, Jannis Meyring, Giulia Sezzi, Julie Crighton, Solveigh Büttner.
Musik: Thomas Bisitz
Organisationsleitung: Jörg Kowollik, Liesa Pieczyk

Die Premiere findet am 07.05.14 um 19.30 Uhr statt. Weitere Termine sind der 08.05.14 um 19.30 Uhr, Schlieffenstraße 9/11 im Jugendprojektehaus.

Am 06.07.14 ist die letzte Aufführung in der Exerzierhalle am Pferdemarkt um 15 Uhr (im Rahmen der Jugendtheatertage).
nach oben

Die letzten Vorbereitungen laufen

25.03.2014 11:00 Uhr

Lebendige Bibliothek Oldenburg startet am 29. März um 11:00 Uhr in der VHS

von Carsten Lienemann

Mit großer Spannung erwartet das Team der Lebendigen Bibliothek den großen Tag. Organisiert von der Volkshochschule Oldenburg, dem Präventionsrat Oldenburg und der Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg stellen sich am Sonnabend, den 29. März, von 11:00 bis 17:00 Uhr verschiedene Personen stellvertretend für soziale Gruppen für Einzelgespräche zur Verfügung. Wie ein Buch können diese Personen, die häufig mit Vorurteilen belastet sind, »ausgeliehen« werden, um mit ihnen zu sprechen, zu philosophieren oder auch zu streiten, natürlich unter Wahrung der Umgangsformen.

»Ich persönlich freue mich auf diesen Frühlingssamstag, weil es an diesem Tag zu vielen spannenden und besonderen Menschenbegegnungen kommt, die bestimmt lange in Erinnerung bleiben werden«, sagt Anna Drosdowska, Initiatorin des Projektes, von der gastgebenden Volkshochschule Oldenburg. Alle eigebundenen Personen arbeiteten sehr engagiert, viele Menschen erkundigten sich nach Einzelheiten und wollten mehr darüber wissen, so Drosdowska. Am Mittwoch werde der Lokalsender Oens in seiner Sendung »Vor Ort« das Projekt vorstellen.

»Das ist ja eine tolle Idee«, hört Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrats Oldenburg, immer wieder in den überwiegend positiven Reaktionen, die bei ihr ankommen. Ein kleines Vorurteil bringt sie selbst mit, wenn es um das von ihr erwartete Zahlenverhältnis von Besucherinnen zu Besuchern geht: »Bestimmt wird es nicht 50:50 sein«. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass diese Einschätzung zutreffen wird, wobei sicher niemand traurig wäre, wenn ebensoviele Männer wie Frauen kämen.
»Ich bin gespannt, ob es an dem Samstag für uns als Organisatorinnen und Organisatoren möglich sein wird, selbst mit einem Buch ins Gespräch zu gehen. Vorsorglich habe ich mir noch keines ausgewählt«, so Blinzler.

Auch Uwe Fischer von der Akademie der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg erhält fast durchweg positive Rückmeldungen. »Ich bin von verschiedenen Seiten auf den Flyer angesprochen worden, die allermeisten Menschen begrüßen die Idee«, so Fischer. »Die ›Bücher‹ sind ein bisschen aufgeregt, aber sie freuen sich auf den Tag und ihren großen Auftritt.«
nach oben

Drei Nationen, zwei Regisseurinnen,
ein schwieriges Thema

04.03.2014 11:40 Uhr

Tri-nationaler Theaterworkshop im Internationalen Jugendprojektehaus

von Carsten Lienemann

Innerhalb von nur einer Woche haben Yanina Nemaya von der Kiewer School of Equal Opportunities und Agnieszka Król vom Krakówer Verein Fundacja Kultura dla Tolerancji mit 43 Jugendlichen aus der Ukraine, Polen und Deutschland zwei beeindruckende Inszenierungen zum Thema LGBT (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Trans; dt. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans) erarbeitet. (s. a. »Because no one told me - LGBT stories«)

Die Regiearbeit von Yanina Nemaya beschäftigt sich zum überwiegenden Teil mit dem persönlichen Empfinden. Das Stück versucht in einer Reihe von überraschenden, zum Teil auch lustigen Szenen zu zeigen, wie es sich anfühlt, wenn man merkt, dass man von Menschen desselben Geschlechtes oder beider Geschlechter angezogen wird oder dass man im falschen Körper steckt. Mit dem Satz »Think about it and try to understand« (Denke darüber nach und versuche zu verstehen) wird nach jeder Szene für die Akzeptanz der vielfältigen sexuellen Orientierungen geworben.


Die Forum-Theater-Inszenierung von ist ihrerseits noch einmal in drei Abschnitte geteilt, in denen es in erster Linie um die Reaktion der Umgebung auf eine »normabweichende« sexuelle Ausrichtung geht. Es beginnt mit einer Art Quiz-Show, in der die übliche Betrachtungsweise umgekehrt wird und eine heterosexuelle Person sich erklären und rechtfertigen muss. Im zweiten Teil offenbart eine Frau ihren Freunden, dass sie lesbisch ist und eine Freundin gefunden hat, woraufhin sie von einigen ihrer Freunde abgelehnt wird. Das geht so weit, dass die beiden Frauen genötigt werden, eine Geburtstagsparty zu verlassen. Im dritten Teil schließlich wird eine lesbische Lehrerin von ihrer Vorgesetzten unter Druck gesetzt und geht zum Schein die Ehe mit einem Mann ein.

Wie es sich für Forum-Theater gehört, wird anschließend eine Szene noch einmal herausgegriffen und gemeinsam mit dem Publikum eine Lösung aus der Konfliktsituation gesucht. In diesem Fall wurde zunächst die Geschichte um das lesbische Paar noch einmal gezeigt, dann schlugen Zuschauerinnen und Zuschauer abweichende Handlungsmöglichkeiten vor, die sie dann auch gleich auf der Bühne umsetzten. Trotz guten Willens und guter Ansätze zeigte sich, dass es schwierig ist, Menschen, die Homosexualität rigoros ablehnen, mit Argumenten zu überzeugen. Es bedarf wohl vor allem viel Zeit.

Auf die Frage, wie es denn im realen Leben um die Akzeptanz von LGBT in Polen und der Ukraine bestellt sei, antwortete Agnieszka Król, dass es sehr von der Umgebung abhänge. »In großen Städten ist es im allgemeinen leichter, akzeptiert zu werden, als in kleinen Orten.« Das sei Polen und in der Ukraine ähnlich, allerdings stünde Polen unter EU-Gesetzen, während in der Ukraine teilweise die intoleranten russischen Gesetze kopiert würden.

Zur Bildergalerie

nach oben

»Because no one told me - LGBT stories«

28.02.2014 17:09 Uhr

Tri-nationaler Theaterworkshop mit jungen Menschen aus Kraków und Kiew im Internationalen Jugendprojektehaus

von Carsten Lienemann

Seit Sonntag, 23. Februar 2014, sind 15 Studentinnen und Studenten aus Kiew und 13 Mitglieder einer homo- und transsexuellen Kulturvereinigung aus Kraków beim Verein Jugendkulturarbeit e. V. zu Gast. Gemeinsam mit 15 Jugendlichen aus Oldenburg, Berlin und Leipzig erarbeiten sie eine Woche lang in drei trinationalen Gruppen zwei Inszenierungen zur Geschichte von homo‑ und transsexuellen Jugendlichen in Osteuropa. Am Sonntag, 2. März, 19:00 Uhr, werden die beiden Stücke im ehemaligen Kasino der Donnerschwee-Kaserne aufgeführt (Schliefenstraße 9/11). Der Eintritt ist frei.

»LGBT ist eine Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Trans (dt. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans)«, findet man bei WikiPedia. Der Krakówer Verein Fundacja Kultura dla Tolerancji versucht ebenso wie die Kiewer School of Equal Opportunities, mit seiner künstlerischen Arbeit für mehr Toleranz zu werben. Das Projekt wird aus Mitteln des deutsch-polnischen Jugendwerks gefördert.

»Die Verhältnisse in Polen und in der Ukraine sind in vielen Bereichen sehr ähnlich. Die Diskriminierung ist meist nicht offen, LGBT ist eher ein Tabuthema, über das niemand spricht, auch die Betroffenen nicht«, sagt die Krakówerin Agnieszka Król, Regisseurin der polnischen Gruppe. »Hier in Deutschland sprechen die Menschen offener darüber und sind toleranter als in Osteuropa. Wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit hier ein Stück davon in unsere Heimatländer mitnehmen können.«

Die polnische und die ukrainische Gruppe kennen sich seit vielen Jahren und haben schon in mehreren Projekten zusammen gearbeitet, u. a. in Aserbeidschan. Der Einfluss Russlands mit der bekannten Abneigung gegen alles, was nicht heterosexuell ist, sei vor allem im Osten der Ukraine recht groß, im westlichen Teil aber geringer, so Król weiter. In Polen sei die Akzeptanz von LGBT in den letzten 10 Jahren größer geworden, sie setze sich in der Gesellschaft weiter durch, wenn auch langsam.

Die School of Equal Opportunities arbeitet zu verschiedenen sozialen Themen, so werde man beispielsweise ein Theaterstück zu den Vorgängen auf dem Maidan erarbeiten, erklärt Yanina Nemaya Regisseurin der Theatergruppe aus Kiew. »Wir leisten seit 12 Jahren gute Arbeit zu Toleranz in jeder Hinsicht, egal ob es sich beispielsweise um Menschen mit Behinderung, HIV-Positive, Gewaltopfer etc. handelt. Wir nutzen Kunst und Theater als Methode zur Interaktion, das ist wirksamer als Gespräche und Vorträge.«

Zwischen den Partnergruppen aus Kiew und Oldenburg besteht bereits ein fünf Jahre bestehender Kontakt, der sowohl den Jugendaustausch im Rahmen von Theaterworkshops als auch den Austausch von Freiwilligen im »Europäischen Freiwilligendienst (EFD)« umfasst.

Vor allem die Gäste aus der Ukraine verfolgen die Nachrichten aus der Heimat sehr intensiv. »Während der Arbeit konzentrieren wir uns schon auf das Projekt, aber danach oder in den Pausen reden wir ständig über die Situation zu Hause. Viele Mitglieder des Vereins sind selbst immer wieder auf dem Maidan. Einige Jugendliche sind heute morgen in einer Schule und berichten über die Umbruchsituation in ihrer Heimat«, sagt Irina Sviatnenko, die vor einigen Jahren als Europäische Freiwillige im Jugendprojektehaus war und nun die Kiewer Gruppe als Regieassistentin begleitet. Dank ihrer Sprachkenntnisse ist sie außerdem eine hervorragende Dolmetscherin.


Zum Inhalt des Workshops
»Das Zusammenleben von homo‑, hetero‑, bi‑ und transsexuellen Menschen in Europa ‑ in Deutschland, der Ukraine oder Polen ‑ stehen auf dem Prüfstand unserer internationalen Theaterwerkstatt, die wir mit viel Spaß, szenischen Auseinandersetzungen und begeisternden Streitgesprächen durchführen wollen. Betroffene Jugendliche berichten aus ihrer Heimat und können ihre Geschichte mit Hilfe des szenischen Spiels direkt veröffentlichen. Es ist ein offener Workshop, aus dem heraus mit viel Spannung ein Theaterstück entwickelt wird«, erklärt Dettmar Koch vom Verein Jugendkulturarbeit e. V.
nach oben

»Wenn Du singst, singen andere mit«

23.02.2014 22:24 Uhr

Kindermusikfestival und Elternabend im PFL

von Carsten Lienemann

Ein Wochenende im Februar gehört das PFL dem Kindermusikfestival, das ist inzwischen gute Tradition. Von Freitag, 21.02, bis Sonntag, 23.02., standen neben den Blindfischen die beiden Berliner Musiker Suli Puschban und Robert Metcalf mit Band auf der Bühne, am Sonnabend natürlich außerdem die Kinder der Rappelkiste und des Kinderchores der Musikschule Oldenburg.

Suli Puschban eröffnete mit »Ich seh' aus wie Elvis«, einer Einführung in das Wesen des Rock'n'Roll, nahm die Kinder anschließend mit ins Fußballstadion und erzählte von einem Treffen mit Hexe Lillifee, die ihr anvertraut hatte: »Ich hab' die Schnauze voll von Rosa!«. Zusammen mit Robert Metcalfs Band fuhr sie schließlich mit »Ein Hase im Cabrio« von der Bühne. Das heißt, die Band blieb natürlich, denn jetzt besang Robert Metcalf verschiedene Körperteile von den Händen bis zu den Füßen.

Der zweite Teil begann mit dem Chor der Musikschule und der Rappelkiste - eine von mehreren Rappelkisten, wie die Trommelgruppen genannt werden. Sie sangen schaurig-schöne Lieder aus dem Zauberwald und »King Kong kommt zur Schule rein« zusammen mit den Blindfischen, die anschließend übernahmen und von »Muhsik« auf dem Bauernhof, von Cowboys und Bauarbeitern sangen - immer mit passenden Hüten.

Dass Suli Puschban und Robert Metcalf samt Band hervorragende Musiker sind, war schon bei den Kinderkonzerten zu erkennen. Während des erstmals veranstalteten Elternabends, einem Konzert für Erwachsene, gaben sie weitere Kostproben ihres musikalischen Könnens. Nicht ohne Bedeutung ist bei beiden ihr Migrationshintergrund: Beide leben zwar schon lange in Berlin, aber Suli Puschban kommt eigentlich aus Wien, und Robert Metcalf ist in England geboren, und das gibt ihren Liedern eine ganz besondere Färbung.

Moderiert wurde der Abend von Andi Steil, aber auch das ist eine völlig unzureichende Beschreibung, andererseits ist jeder Versuch einer Beschreibung zum Scheitern verurteilt. Andi Steil muss man erlebt haben, er ist witzig und virtuos, mit Mut zur Albernheit und Hang zum Musizieren. Der Abend hätte mehr Zuschauer verdient gehabt.

Zur Bildergalerie

nach oben

Visionen über Europa

22.02.2014 12:45 Uhr

Internationale Theaterprojekte im Verein Jugendkulturarbeit

von Carsten Lienemann

Innerhalb einer Woche haben insgesamt 35 Jugendliche aus Dnipropetrowsk, Krakau und Oldenburg an einem Theater-Workshop unter der Überschrift »My Vision of the History of Europe« (Meine Vision zur Geschichte Europas) teilgenommen. Am Freitag, 21. Februar, führten sie die erarbeitete Szenen-Kollage im Internationalen Jugendprojektehaus auf.

Welche Themen die Jugendlichen behandeln wollten, haben sie weitgehend selbst entschieden. Das Ergebnis ist eine sehenswerte, rund 45-minütige Abfolge von Szenen, die von der griechischen Antike bis in das Heute reicht und die fast ohne Requisiten und gänzlich ohne Worte auskommt. Die einzelnen Stationen gehen dabei nahtlos ineinander über, Interpretationshilfen liefern die Stimmen der Spielerinnen und Spieler, Musik und Videoprojektionen auf dem Bühnenhintergrund.

Schade, dass es nur diese eine Aufführung gab. Aber bereits in der kommenden Woche kommen neue Gäste aus Krakau und aus Kiew zu einem weiteren Workshop in das Jugendprojektehaus, die zusammen mit Oldenburger Jugendlichen in einem Projekt zur Geschichte von homo- und transsexuellen Jugendlichen in Osteuropa arbeitern werden. Das Ergebnis ist am Sonntag, 2. März, um 19:00 Uhr im Jugendprojektehaus (Schlieffenstraße 9/11) zu sehen.

Zur Bildergalerie

nach oben

Polygenos im Endspurt

18.01.2014 08:15 Uhr

Genossenschaft steht dicht vor dem Erfolg auf ganzer Linie

von Carsten Lienemann

Die Ziellinie ist in Sicht, aber noch nicht erreicht. Am Abend des 17. Januar ist die stolze Summe von 232.400 Euro an den Fenstern des Polyester-Hauses zu lesen. Rund 38.000 Euro fehlen der Polygenos eG also noch, um das Gebäude kaufen zu können. Und noch bleiben rund zwei Wochen, bis der Kaufvertrag unterzeichnet werden muss.

Die Argumente sind sehr gut. Wer einen oder mehrere Anteile à 100 Euro erwirbt, trägt damit nicht nur zum Erhalt eines Hauses bei, in dem mehrere kulturelle Einrichtungen arbeiten,verschiedene Bands proben und Konzerte und weitere Veranstaltungen stattfinden, sondern kann als Mitglied der Genossenschaft auch die Arbeit im und um das Poly-Haus mit bestimmen. Zudem soll das Projekt mittel- bis langfristig auch moderate Gewinne abwerfen, von denen die Anteilseigner selbstverständlich profitieren. Je höher das Eigenkapital, desto früher.

Zwar kann die Restsumme auch über Kredite finanziert werden, aber das Problem ist die Zeit. »Wir müssen bis Ende Januar kaufen - bis dahin ist mit etwas Glück eine Zusage für ein Bankkredit da - aber nicht Unterlagen und Geld: Das dauert im Geschäftsbereich bei den Banken derzeit wohl länger«, sagt der Polygenos-Vorsitzende Michael Geiger.

»Außerdem müssen wir das Haus nach dem Kauf baulich sichern und sanieren. Unsere Planungen hierfür - es wird keine Luxussanierung - sehen ein Gesamtvolumen von 408.000 Euro für Kauf und Sanierung vor«, so Geiger weiter. »Wir freuen uns außerdem natürlich über jeden Cent an Eigenkapital: Er gibt der Genossenschaft - und das ist ja im Sinne der Genossen - mehr Spielraum. Wir freuen uns auch aus anderen Gründen über jedes neue Mitglied: Die Genossenschaft besteht ja eben nicht nur aus dem Haus, sondern vor allem auch aus ihren Mitgliedern.«

Die Sanierung solle nach und nach passieren, zunächst sollten nur die dringenden Maßnahmen durchgeführt werden, erklärt Geiger. Zum Beispiel sei die Dachterasse undicht. Bei einer Begehung mit Architekten sei das zwar nicht als gravierendes Problem gesehen worden, das Thema Abdichtung müsse dennoch angegangen werden, damit die Bausubstanz des Hauses hochwertig erhalten bleibe und die Räume langfristig genutzt und vermietet werden könnten. Und das sei ja das Ziel der Polygenos-Kulturräume.

Ansonsten aber werde es für die Sanierung und einen evtl. Ausbau des Hauses verschiedene Abschnitte geben. »Sicher ist jedoch, dass das Haus saniert werden muss - das sehen die Berechnungen unseres Geschäftsplanes auch vor - und dass mit den ersten Schritten der Sanierung bald begonnen werden muss.«

Die bisher auf dem Treuhandkonto eingegangene Summe kommt nicht etwa von ein paar wenigen Anlegern, die auf hohe Rendite hoffen, sondern von sehr vielen Menschen, die meist vergleichsweise kleine Beträge investieren möchten und begriffen haben, dass es um viel mehr geht, als nur eine Kneipe zu kaufen. Es geht um den Erhalt eines unabhängigen Kulturraums mit vielfältigen Möglichkeiten, das sonst einem bis zu fünfstöckigen Investitionsobjekt weichen müsste.
nach oben

Wiedereröffnung der Stadtbibliothek und Kinderbibliothek im PFL

03.01.2014 07:00 Uhr

Umgestaltete Eingangsbereiche warten mit neuer Technik auf


Es ist soweit: Am 2. Januar öffneten die Stadtbibliothek im PFL, Peterstraße 3, und die Kinderbibliothek am PFL, Peterstraße 1, nach einer einmonatigen Umbauphase wieder ihre Türen.
Die Bibliothekskundinnen und -kunden erwarten frisch renovierte Eingangsbereiche und vor allem ein neues Verbuchungsverfahren: Die Ausleihe und Rückgabe der Medien sowie die Bezahlung von Gebühren werden nun durch die Kundinnen und Kunden an Selbstbedienungsgeräten durchgeführt. »Die einzelnen Stationen sind einfach und behindertengerecht zu bedienen«, erläutert Heike Janssen, Leiterin des Fachdienstes Bibliotheken, die Technikumstellung. »Das Bildschirmmenü führt schlüssig durch den Buchungsvorgang und natürlich hilft das Bibliotheks-Team bei Fragen oder Unsicherheiten gerne weiter, gerade auch in der Anfangszeit.«

Ermöglicht wird die Selbstverbuchung durch die sogenannte RFID-Technik. Mit RFID (Radio Frequency Identification, siehe unten) bezeichnet man die drahtlose Kommunikation zwischen einem Speicherchip (hier: RFID-Etikett im Medium) und einem Lesegerät (hier: Selbstbedienungsgerät). »Der Vorteil liegt in der berührungsfreien Erkennung über Funk, sodass mehrere Medien zeitgleich erkannt und im Stapel ausgeliehen werden können. Die Medien werden schnell und diskret verbucht. Zudem bietet das neue Verfahren einen verbesserten Diebstahlschutz, durch den teure Wiederbeschaffungen eingespart werden«, weiß Bernd von Seggern, EDV-Koordinator des Fachdienstes Bibliotheken. Weitere Vorteile der Selbstverbuchung liegen auf der Hand: Das Bibliothekspersonal wird von Routinearbeiten entlastet und die so frei gewordenen Ressourcen in eine intensivere Beratung und Erweiterung des Service wie Lese- und Frühförderung investiert. „Die Optimierungen führen zu einer Steigerung der Kundenfreundlichkeit und damit zu einem Imagegewinn für die Bibliothek“, freut sich auch Christiane Cordes, Amtsleiterin für Kultur und Sport der Stadt Oldenburg.

Mit der RFID-Einführung ist es in 2014 aber nicht getan. Die Einrichtung eines Jugendbereiches in der Stadtbibliothek im PFL, das 25-jährige Jubiläum der Kinderbibliothek und das 40-jährige Jubiläum der Stadtteilbibliothek Flötenteich stehen an. „Die Stadtbibliothek Oldenburg bleibt also in Bewegung und am Puls der Zeit“, meint Heike Janssen.

RFID und Datenschutz
Auf den RFID-Bibliotheksausweisen und den RFID-Etiketten im Medium werden nur wenige Daten gespeichert, sodass kein Rückschluss auf Personendaten oder Entleihungen möglich ist. Es werden lediglich die Ausweis- beziehungsweise Mediennummer, ein Ländercode für Deutschland und ein Bibliothekskennzeichen der Stadtbibliothek Oldenburg gespeichert. Zudem wird die Entleihbarkeit und Mehrteiligkeit der Medien eingetragen. Titel- und Kundendaten werden nicht (!) gespeichert.

RFID und Gesundheit
Die Funkleistung der RFID-Geräte unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Sie geben keine Dauerstrahlung ab. Lediglich im Moment des Lesevorgangs entsteht ein minimales Magnetfeld, dessen Stärke weit unter der eines Handys oder schnurlosen Telefons liegt.
nach oben

Oscar-Nacht im Verein Jugendkulturarbeit

22.12.2013 20:02 Uhr
von Carsten Lienemann

Alle Jahre wieder findet im Internationalen Jugendprojektehaus die Oldenburger Oscarverleihung statt, immer kurz vor Weihnachten, dieses Mal am 20. Dezember 2013, immer mit einer Mischung aus Wiederkehrendem und Neuem.

Tradition ist der Austausch von selbstgebastelten Oscars innerhalb der einzelnen Theatergruppen. Die Spielerinnen und Spieler vergeben im Ringtausch Oscars an ihre Kollegen. Den Anfang machten »Paepp«, das »Kooperative Kindertheater Ohmstede« (KaKaO) und das »Kindertheater Bloherfelde« bevor die ebenso traditionelle einstündige Essenspause eingeschoben wurde. Im zweiten Teil verliehen die Jugendtheater »Rollentausch«, das Kurlandtheater, das Jugendtheater Bloherfelde und der Jugendclub der Kulturetage ihre Auszeichnungen.

Ob verabredet oder nicht, im nicht-traditonellen Teil wurde das Quiz gleich zweimal reanimiert. Das Kurlandtheater ließ pantomimisch dargestellte Sprichwörter erraten, und der Vereinsvorstand schenkte den Theatergruppen einen besonderen Tag, der aber auch erst enträtselt werden musste. »Rollentausch« steuerte zur großen Freude des Publikums eine Fortsetzung von »Weihnachtsmann-man« bei, der auch diesmal wieder den Glauben an die Weihnacht zu den Menschen brachte.

Auch Tanz wurde in traditioneller und moderner Form geboten, Karin Barbeta und Guntars Almanis legten einen lettischen Volkstanz mit spanischem Akzent auf das Parkett, und die Tanzgruppe »Körperschrott« gab eine kleine Kostprobe dessen, was am 23. März 2014 Premiere feiern soll.

Gestaltet wurde der Abend - auch das ist Tradition - von europäischen Freiwilligen, den FSJlerinnen und FSJlern, und weiteren Mitarbeitern des Vereins Jugendkulturarbeit, die meist auch Theater spielen und eine Kinder- oder Jugendgruppe mit leiten, dazu gehören Karin Babeta, Karol Czajkowski und Lisa Diddens. Die Moderation übernahmen Gözde Okcu und Jannis Meyring, für Musik waren Davide Leonardi, Izabela Cholewa und Guntars Almanis zuständig. Und natürlich »Révolution R«, die aus dem Abend eine lange Nacht machten.

Zur Bildergalerie

nach oben

Auch in Polen sagen Katzen »Miau«

16.12.2013 19:58 Uhr

Zweisprachige Reise in die Welt der polnischen Märchen und Kindergeschichten

von Carsten Lienemann

Ganz dicht dran sein, nicht in der ersten Reihe sitzen, sondern auf der Bühne, das konnten die Kinder bei dieser ersten Lesung polnischer Märchen und Geschichten, am Sonntag, 15. Dezember im Wilhelm 13, auf Initiative der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Oldenburg e. V.

Aber wer auf der Bühne ist, der kann nicht einfach nur zuschauen, sondern muss mitmachen. Schauspielerin und Sängerin Margaux Kier aus Köln und die kurzfristig eingesprungene Agnieszka Pröfrock aus Oldenburg lesen, spielen und singen nicht einfach nur vor, sondern beziehen die Kinder immer wieder in das Geschehen mit ein.

Ein Kater, der von seinen Eltern in die Schule geschickt wird, Feen bei der Taufe einer Prinzessin, eine Eisenbahnfahrt nach Krakau, Gemüse, dass sich singend streitet und am Ende doch in der Suppe landet - diese völlig unterschiedlichen Geschichten verbinden Margaux Kier und Agnieszka Pröfrock zu einer durchgehenden Handlung zusammen. Dabei sprechen und singen sie abwechselnd zwischen polnisch und deutsch, auch in beiden Sprachen mit den Kindern, die mit wachsender Begeisterung dabei sind und gar nicht merken, dass sie gerade Sprachunterricht haben.

Die Lesung am 15. Dezember war die erste einer Reihe, die die Deutsch-Polnische Gesellschaft Oldenburg e. V. gestartet hat und die in loser Folge fortgesetzt werden soll. Die nächste Veranstaltung dieser Art ist für den Februar 2014 geplant.

Margaux Kier wird im kommenden Jahr auch wieder nach Oldenburg kommen, dann mit ihrer Band und dem ebenfalls zweisprachigen Programm »Blau, Weiß, Rot«, das in der Kulturetage zu sehen und zu hören sein wird.
nach oben

»Es geht auch um ein Beispiel,
das die Welt besser macht«

13.12.2013 07:37 Uhr

Genossenschaft Polygenos eG ist auf einem guten Weg

von Carsten Lienemann

Wenn ein nicht mehr ganz neues Gebäude, das unter anderem eine beliebte Kultur- und Szenekneipe, eine unabhängige Filmproduktionsfirma sowie Band-Übungsräume beherbergt, plötzlich zum Verkauf steht, kann man als Betroffener resignieren, protestieren, lamentieren - oder man versucht, das Haus selbst zu kaufen.

Zugegeben, die Bedingungen waren im Fall des Polyester-Gebäudes sehr günstig für die zu diesem Zweck gegründete Genossenschaft. Polyester-Inhaber Stefan Mühlhaus, dem das Haus zu 30% gehört, und sein Mitbesitzer wollen 250.000 Euro haben, weitere 160.000 Euro werden vermutlich für die anstehende Sanierung und die mit dem Kauf verbundenen Gebühren gebraucht - ein Spottpreis für eine Immobilie in dieser Lage.

Allerdings bestand (und besteht) das Ziel nicht darin, Investoren oder Sponsoren zu gewinnen. Die Idee, eine Genossenschaft zu gründen, kam von Stefan Mühlhaus. Die spannende Frage war, wie viele Menschen sich von dem gut durchgerechneten und anschaulich dokumentierten Konzept, das es zumindest in dieser Region einmalig ist, überzeugen lassen würden.

»Wir waren positiv überrascht, innerhalb weniger Tage erklärten sich mehr als 600 Personen bereit, Geschäftsanteile zu erwerben«, erklärt Niko Paech, Verwalter des Treuhandkontos und Mitglied des Aufsichtsrates. Von diesen haben bereits 70 das zugesagte Geld überwiesen, insgesamt 38.000 Euro, denn viele haben mehr als nur einen Geschäftsanteil von 100 Euro erworben.

Die Polygenos eG möchte das Gebäude an diesem zentralen Ort erhalten und den Kulturraum bewahren. Es handelt sich aber nicht um ein Liebhaberprojekt, sondern »es soll ein Unternehmen sein, das wirtschaftlich arbeitet. Der Wirtschaftsplan, den wir erstellt haben, dokumentiert eine solide Planung, die nach einer Konsolidierungsphase selbst bei konservativer Rechnung bescheidene Überschüsse erwarten lässt«, so Paech.

Das Polyester soll dabei langfristig Mieter bleiben, mit den Räumen in den drei darüber liegenden Stockwerken und im Keller sollen weitere Einnahmen erzielt werden. Interessenten dafür gibt es bereits.

Ende Januar 2014 muss die Immobilie den Besitzer wechseln, darum wird am 20. Dezember ein Kassensturz vorgenommen. »Aber auch danach können Geschäftsanteile erworben werden, es wird kein Aufnahmeende für weitere Mitglieder geben«, betont Michael Geiger vom Polygenos-Vorstand.

Was passiert, wenn weniger Geld zusammenkommt, als für Kauf und Sanierung gebraucht werden? »Selbstverständlich haben wir auch daran gedacht, dann werden wir uns den fehlenden Betrag über Kredite besorgen«, so Geiger.

»Aber es besteht eine gute Chance, dass wir die Finanzierung allein aus Genossenschaftsanteilen bestreiten können«, ergänzt Niko Paech. »Einen solchen Wirtschaftsbetrieb ganz ohne Banken nach dem Genossenschaftsprinzip an den Start zu bringen, wäre ein Zeichen echter Demokratisierung. Wir würden Geschichte schreiben.«
nach oben

MuT-Projekt des Vereins Jugendkulturarbeit e. V. ausgezeichnet

22.11.2013 07:42 Uhr

Hidden Movers Award 2013 - Deloitte-Stiftung prämiert herausragende Bildungsprojekte

Berlin/München, 19. November 2013 - Gestern Abend prämierte die Deloitte-Stiftung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die Gewinner des bundesweiten Bildungswettbewerbs „Hidden Movers 2013 - Teilhaben durch Bildung und Beruf“ mit einem Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro. Bereits im vierten Jahr suchte die Stiftung unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, Projekte gemeinnütziger Organisationen und Initiativen, die Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen.

In diesem Jahr sind 111 Bewerbungen eingegangen - ausgezeichnet wurden „Selbstbewusst auf dem Weg zum Ausbildungsplatz“, „Fußballprojekt Hannover“ und „Laborführerschein ExperimentierKüche“. Die Projekte „Migration und Theater“ und „Coole Geschichten“ erhielten den Sonderpreis „Sprachförderung“ der Kutscheit Stiftung mit einem Preisgeld von je 10.000 Euro. Dr. Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident a. D., war Keynote Speaker des Abends. Der Moderator Cherno Jobatey führte durch die Preisverleihung und moderierte eine Podiumsdiskussion zum Thema „Erfolgsfaktor Bildung. Wie gelingt Teilhabe?“ Es diskutierten Prof. Dr. Martin Plendl, CEO von Deloitte, Lena Thombansen, Projektkoordinatorin Türkische Gemeinde Hamburg, und Dr. Tilly Lex, stellv. Leiterin „Übergänge im Jugendalter“, Deutsches Jugendinstitut.

„Mit dem Hidden-Movers-Wettbewerb wollen wir zuvor nicht wirklich sichtbare Projekte ins Rampenlicht bringen, die ein großartiges gesellschaftliches Engagement auszeichnet, häufig im Netzwerk mit starken regionalen Partnern. Für uns ist wichtig, dass die Konzepte unserer Gewinner weitere Nachahmer finden und junge Menschen nachhaltig davon profitieren können“, betont Prof. Dr. Wolfgang Grewe, Vorsitzender des Vorstands der Deloitte-Stiftung. „Die Vielfalt der Bewerberprojekte beeindruckte uns dieses Jahr dabei besonders.“


Sonderpreis „Sprachförderung“:

„Migration und Theater“, Jugendkulturarbeit e. V., Oldenburg
Das Modellprojekt „Migration und Theater“ der Jugendkulturarbeit e. V. in Kooperation mit Schulen, Freizeiteinrichtungen und Bürgerorganisationen fördert jährlich 75 bis 90 Kinder und Jugendliche aus wirtschaftlich schwachen Familien und mit Migrationshintergrund in interkulturellen Dialogformen und hilft bei der Entwicklung sprachlicher sowie sozialer Kompetenzen in heterogenen Theatergruppen. Dabei werden sie gezielt in kulturelle Bildungsarbeit mit einbezogen. Die Dauerhaftigkeit, die heaterpädagogisch professionelle Anleitung sowie eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung qualifizieren das Projekt angesichts der Bedeutung der Beherrschung der deutschen Sprache für das Gelingen von Bildungs- und Berufswegen zu einem Gewinner für den Kutscheit-Preis. Das Projekt wurde mit 10.000 Euro Preisgeld prämiert.


Über die Deloitte-Stiftung

Die Deloitte-Stiftung wurde von den Gesellschaftern von Deloitte gegründet. Sie ist eine nicht rechtsfähige Stiftung in der Verwaltung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V., Essen. Unter dem Leitmotiv „Perspektiven für Morgen“ bündelt die Deloitte-Stiftung ihr Engagement für Bildung und Wissenschaft. Mit ihren Aktivitäten fördert sie die Aus- und Weiterbildung junger Menschen, unterstützt die Entwicklung neuer, zukunftstauglicher Bildungsmodelle und leistet einen Beitrag zur Verbesserung des Innovationstransfers von der Hochschule in die Wirtschaft. Dabei haben ihre Projekte sowohl eine strategische, gesellschaftliche als auch eine persönliche, individuelle Dimension. Die Stiftung engagiert sich auf der einen Seite für die Schaffung der optimalen Voraussetzungen für Bildung und Wissenstransfer, indem sie kreativen neuen Bildungsansätzen eine Kommunikationsplattform gibt und sich dafür einsetzt, dass an den Universitäten die Bedürfnisse der Wirtschaft verstanden und in der Wissensvermittlung adressiert werden. Auf der anderen Seite bietet sie jungen Menschen unmittelbaren Wissenszugang und die Möglichkeit, in den unterschiedlichsten Projekten Erfahrungen in der Welt der Wirtschaft zu sammeln.
nach oben

Tristan und Isolde über dem Kuckucksnest

07.10.2013 09:36 Uhr

Neuinszenierung im Oldenburger Staatstheater vom Publikum begeistert aufgenommen

von Marlies Folkens

»Unbewusst. Höchste Lust!«, lässt Isolde ihre letzten Töne verklingen, senkt den Kopf und blickt zu ihrem toten Geliebten hinunter. Endlich löst sich der rätselhafte Tristan-Akkord nach Dur auf und verhallt unendlich zart im Orchester. Der Bühnenraum wird vollständig dunkel, der schwarze Vorhang senkt sich und im gleichen Moment bricht das sonst doch eher norddeutsch zurückhaltende Oldenburger Publikum in Jubelstürme aus. Was für ein Abend!

Eine kluge Entscheidung der Intendanz, die den zweihundertsten Geburtstag von Verdi und Wagner mit je einer Neuinszenierung zu feiern gedachte, mit Verdis »Otello« in der vergangenen Spielzeit zu beginnen, in der sich die Wagner-Produktionen im ganzen Land drängten. So konnte man mit »Tristan und Isolde« in die neue Spielzeit 2013/14 starten, wo sich allerorten die Verdi-Premieren häufen. Geeignete Sänger für die beiden Titelpartien von Wagners Musikdrama zu engagieren, wäre vermutlich sonst schlicht unmöglich gewesen. Es gibt nur eine Handvoll Sänger, die diese Partien stemmen können und noch weniger, die sie zudem auch noch zu gestalten vermögen.

Was für ein Glücksfall für Oldenburg, dass mit den beiden Rollendebütanten Melanie Maennl und Christian Voigt zwei solche Künstler gefunden wurden.

Melanie Maennl füllte das Haus mit ihrem warmem, bei aller ihr zur Verfügung stehenden Dramatik nie scharfem Sopran von den tiefsten Tönen der Verzweiflung bis hinauf zu einem strahlenden hohen C im Liebesduett des zweiten Aktes.

Christian Voigt, dem einen oder anderen Oldenburger Opernbesucher noch als Siegmund aus der Walküre in guter Erinnerung, meisterte mit Bravur den mit Recht als »Killerpartie« verschrienen Tristan durch klugen und umsichtigen Einsatz seiner angenehm baritonal gefärbten Tenorstimme. So hatte er im dritten Akt noch genügend Kraftreserven, um sich und damit auch das Publikum auf den hochgehenden Wellen der Emotionen aus dem Orchestergraben davontragen zu lassen.

Überhaupt, das Staatsorchester ... Unter Leitung von Generalmusikdirektor Epple lieferte es ein Paradebeispiel dafür, wie subtil und durchsichtig Wagner klingen kann, besonders, wenn man darauf bedacht ist, die Sänger auf einem Klangteppich zu tragen, sie aber niemals damit zuzudecken. Dabei gelang dem Orchester zudem die Gratwanderung, die langen Spannungsbögen zu halten, ohne je die Tempi zu verschleppen.

Wie inszeniert man den Tristan? Ist dazu nicht schon alles gesagt, was gesagt werden muss? Wenn eine Handlung so sehr in das Innenleben der Charaktere verlegt wird wie hier, wie stellt man das dar, ohne dass es langweilig für den Zuschauer wird? Welche Bilder muss man finden?

Bilder finden, das scheint das Stichwort, dass das Konzept von Regisseur Müller-Elmau meines Erachtens am besten trifft. Es ist nicht so, dass es eine einzige allgemeingültige Antwort auf die Frage anbietet, was Tristan bedeutet. Dem Zuschauer werden Bilder präsentiert, die Assoziationen wecken sollen, ohne ihm eine vorgefertigte Antwort überzustülpen. Dabei sind einige sicherlich leichter zu erfassen und zu deuten als andere.

Den Rahmen für diese Bilder bildet ein komplett schwarzer Bühnenraum. An einen halbdurchsichtigen Vorhang wird während des Vorspiels zum ersten Akt ein riesiges Bild des Vollmondes projiziert. Die Assoziation zu Lars von Triers Film »Melancholia« liegt nah, ist aber sicher nicht zwingend. Das Bild des Mondes wiederholt sich bei den Vorspielen zu Akt zwei und drei, wird aber immer weiter gebrochen - einmal verschwindet der Mond hinter Nachtwolken, dann wandelt es sich in die Spiegelung des Mondes auf einer Wasserfläche.

Der englische Begriff lunatic drängt sich ebenso auf: verrückt, irrsinnig. Das Bühnenbild des ersten Aktes erinnert dementsprechend auch an eine altertümliche Irrenanstalt mit fünf hohen Betten, jedes abgedeckt mit einem weißen Schleier und jedes für sich von einer einzelnen Leuchte erhellt. Verstärkt wird der Eindruck noch durch den Auftritt des Herrenchores, der an eine Gruppe von Ärzten auf Visite erinnert.

In einem der Betten warten Tristan und Kurwenal, die offenbar ebenso isoliert (oder gefangen) sind wie Brangäne und Isolde, der eine der Gazebahnen als Brautschmuck dient. Eines der Betten verbirgt Tristans Schwert, ein weiteres - quasi als Beweisstück - den abgeschlagenen Kopf von Isoldes Verlobten Morold. Wenn die Handlung Fahrt aufnimmt, dann entwickeln auch die Betten ein Eigenleben und werden wie von Geisterhand über die Bühne gezogen.

Nachdem Tristan und Isolde den vermeintlichen Gifttrank zu sich genommen haben, fallen alle Zwänge ihres Lebens von ihnen ab und sie beginnen wie irre (sic) zu lachen und herzumzualbern wie Teenager.

Für leichte Irritierung bei den Zuschauern sorgte der große schwarze Hund, der über die Bühne lief, sobald das Thema Tod greifbar wurde (auch in den beiden anderen Akten). In meinen Augen auch hier wieder ein Filmzitat: Der Grimm, ein Geisterhund, der dem, der ihn sieht, den nahen Tod ankündigt und wenn ich richtig liege sehr schlüssig.

Auch der zweite Akt findet wiederum viele starke Bilder: Isolde als Braut, die Schwarz trägt, die warnende Leuchte, die wie ein Pendel des Todes immer tiefer sinkt, Ritualmesser wie für einen Harakiri, die, in ein graues Tuch eingeschlagen, auf der Bühne bereitliegen. Mit Ihnen fügen sich Tristan und Isolde in ihrer Todessehnsucht Ritzwunden zu wie Jugendliche mit Borderline-Syndrom.

Wenn der »öde Tag zum letzten Mal« mit fahlgrünem Licht hereinbricht, dann verlieren Tristan und Isolde gleichsam den Boden unter den Füßen und verschwinden halb in einer Versenkung. Melot, Kurwenal, Brangäne betrachten das Geschehen wie Zuschauer vom Rand der Versenkung aus, während König Marke nach und nach die Insignien seiner Macht (Krone und Mantel) ablegt und es den Anschein macht, er wolle sich während seiner Klage zu den Liebenden gesellen. Nicht schlüssig ist in meinen Augen das Ende des zweiten Aktes, als Tristan Melot zu den Worten »Wehr dich, Melot!« umarmt. Kein Duell, kein versuchter Selbstmord, keine Verletzung - irgendwie bleibt dieses Ende in der Luft hängen.

Im dritten Akt ist Tristans Welt surreal verzerrt. Wieder ist eines der Krankenbetten zu sehen, diesmal allerdings sitzt ein bocksfüßiger Pan (der Hirte) darauf, und das in etwa vier Metern Höhe. Tristan ist blind, trägt einen blutigen Verband über leeren Augenhöhlen - ein Bild, das sehr an Ray Milland in »Der Mann mit den Röntgenaugen« erinnert. Dort sticht sich ein Wissenschaftler, der durch eine Droge eine Art Röntgenblick entwickelt hat, die Augen aus, weil er das Gesehene nicht mehr ertragen kann.

Der Zuschauer sieht das, was der geblendete Tristan wahrnimmt. Einzig Kurwenal und später Isolde scheinen real und können noch zu ihm durchdringen. Der Hirte in Pan-Gestalt belauert ihn wie eine Figur aus einem Albtraum. Alle später hinzukommenden Personen - Brangäne, Melot, der Steuermann, König Marke - tragen weiße Kittel und verschwimmen im Weiß des Bühnennebels.

Erst als Isolde den Geliebten wieder als lebendig wahrnimmt, sich von der Welt abwendet und den Liebestod anstimmt, senkt sich samtene Dunkelheit über die Bühne.

Eine Inszenierung, die in ihrer durchdachten Bildgewaltigkeit mehr Fragen als Antworten beim Zuschauer hinterlässt, ihn aber ohne Zweifel dazu bringt, sich mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen.

Obwohl sie verlauten ließ, leicht indisponiert zu sein, war der großartigen Brangäne von Linda Sommerhage doch nichts davon anzumerken. Ihr warmer Mezzosopran trug von der ersten bis zur letzten Minute. Wunderbar auch ihr Wachgesang im zweiten Akt, auch hier wieder ein großes Kompliment an GMD Epple und das Oldenburgische Staatsorchester, die diese von der Dynamik her oft sehr heikle Szene wunderbar meisterten.

Peter Felix Bauer sang und spielte Kurwenal souverän, er war eher best buddy oder sidekick Tristans als sein Diener oder gar Knappe.

Benjamin LeClairs Bass erschien für die Rolle des König Marke nicht ganz voluminös und dunkel genug. Vielleicht war es aber auch der Premierensituation zuzuschreiben , dass er bei Markes Klage nicht ganz so sehr sein Herz in die Stimme legen konnte. Ebenfalls ein bisschen unter der Nervosität schien Ziad Nehme als Hirt und junger Seemann zu leiden, der insbesondere im Gesang des jungen Seemanns im ersten Akt ein wenig mit der Höhe zu kämpfen schien. Die anderen Sängerdarsteller boten eine solide Leistung: Paul Brady als Melot und Alwin Kölblinger als Steuermann.

Wie schon so oft zuvor, so auch diesmal: Ein besonderes Lob an die Herren des Chores und des Zusatzchores (Leitung: Thomas Bönisch), die als Seeleute im ersten Akt (leider leider fast ausschließlich aus dem Off) ihre Sache brillant meisterten.

Das Publikum bedankte sich bei den Solisten und dem Orchester mit frenetischem, langanhaltendem Jubel, in den sich ein paar Buhs mischten, als das Regieteam die Bühne betrat. Aber das gehört im Opernbetrieb ja inzwischen schon fast zum guten Ton.

Allen Opernbegeisterten sei diese Inszenierung jedenfalls wärmstens ans Herz gelegt. Von diesem gelungenen Tristan wird man in Oldenburg noch lange sprechen.


Foto: Andreas J. Etter
nach oben

Rettung des Polyesters scheint möglich

25.09.2013 08:30 Uhr

Das Genossenschaftsprojekt „Polygenos“ sucht weiterhin Unterstützer

Das neue Oldenburger Genossenschaftsprojekt „Polygenos“ nimmt immer mehr Gestalt an und erfährt viel Unterstützung. „Wir sind total überwältigt von der bisherigen Resonanz!“ sagt Martina Kerkoff, Mitbegründerin von Polygenos. „In nur drei Wochen haben fast 500 Menschen schriftlich ihre Absicht erklärt, der Genossenschaft beizutreten und wollen das Projekt mit jetzt schon mehr als 250.000€ unterstützen.“

Die Genossenschaft scheint damit ihr Minimalziel, den benötigten Kaufbetrag von 250.000 Euro für das Haus aufzubringen, schon einen großen Schritt näher gekommen zu sein. „Letztlich wird es darauf ankommen, dass möglichst viele Interessierte mit dem in den Absichtserklärungen versprochenen Geld auch wirklich Genossen werden.“, ist sich Johann Steunenberg, der sich mit den Finanzen beschäftigt, bewusst. „Dafür wird ein Treuhandkonto eingerichtet, bei dem garantiert ist, dass das eingezahlte Geld nur für Zwecke der Polygenos-Genossenschaft benutzt werden kann.“

Unter den zukünftigen Genossen sind vom Handwerker und Auszubildenden, über den freischaffenden Künstler und Studenten, bis hin zu Rechtsanwälten, Professoren und Geschäftsfrauen alle erdenklichen Gruppen vertreten. Das sind Menschen, die sich mit Oldenburg verbunden fühlen und es nicht hinnehmen wollen, dass kulturelle Plätze im Zentrum Oldenburgs von großen Investitionsprojekten verdrängt werden. „Dass eine lebendige Stadt auch Orte für Kunst, Musik und Begegnungen benötigt“, so Martina Kerkoff, „ist den Genossen ein besonders wichtiges Anliegen.“

Die zweite gute Nachricht: Die Frist für Absichtserklärungen, die zunächst am 18. September enden sollte, konnte um einige Wochen verlängert werden. Damit steigen die Aussichten, den aufzubringenden Gesamtbetrag für den Kauf mitsamt allen benötigten Sanierungskosten – er wird nach professionellen Schätzungen gut 400.000 Euro betragen – komplett durch die Genossenschaft zu finanzieren. „Je mehr Einlagen wir von Genossen erhalten, desto unabhängiger sind wir.“, betont Johan Steunenberg.

Die Vorbereitungen für die offizielle Gründung der Genossenschaft laufen derweil auf Hochtouren. Langfristiges Ziel der Initiatoren und Befürworter ist es, das „Poly-Haus“ am Stadtmuseum zum einen vor dem Abriss zu bewahren, und darin zum anderen einen neuen Kulturraum für Oldenburg zu schaffen. Das Haus würde dann weiter den Klub Polyester sowie die unabhängige Filmproduktion Schwarzseher GmbH beherbergen und darüber hinaus Räume an Kulturschaffende vermieten.

Es gibt also die realistische Aussicht auf einen unabhängigen Kulturraum im Zentrum Oldenburgs. Dafür sucht Polygenos weiterhin dringend Menschen, die bereit sind, durch den Erwerb von Anteilen das Projekt zu unterstützen. In den kommenden Wochen wird ein Treuhandkonto eingerichtet, auf das das durch die weiterhin dringend benötigten Absichtserklärungen zugesagte Geld eingezahlt werden kann.

Am Sonntag, den 29. September lädt die Polygenos alle Interessierten ab 16.00 Uhr zu einem Info-Café in das Polyester ein. Hier besteht die Möglichkeit, die Initiatoren und Genossen in einem Gespräch bei Kaffee und Kuchen kennen zu lernen und offene Frage zu klären. Weitere Informationen gibt es unter www.polygenos.de und www.facebook.com/polygenos.
nach oben

18 Jahre Einsatz für Jugend und Kultur

23.09.2013 23:07 Uhr

Der Verein Jugendkulturarbeit e. V. ist volljährig

von Carsten Lienemann

Jugendarbeit mit Kultur? Kulturarbeit mit Jugendlichen? Arbeit für Kultur und Jugendliche? Was genau macht eigentlich der Verein Jugendkulturarbeit?

Alles genannte, und noch viel mehr. »Der Verein Jugendkulturarbeit besteht seit 1995 und unterstützt, initiiert und vernetzt als Fachverband und Förderverein kulturelle Projekte mit Kindern und Jugendlichen aus den Bereichen Tanz, Theater, Kunst und Musik.«, heißt es auf der Homepage des Vereins. Acht Kinder- und Jugendtheatergruppen, Europäischer Freiwilligendienst, Internationaler Austausch mit Jugendgruppen, Politische BIldungsarbeit, das sind nur einige der Aufgaben, in die der Verein in den letzten 18 Jahren hineingewachsen ist.

Zur Feier des Tages am 20. September gab es zunächst ein paar Straßentheaterszenen neben in der Innenstadt, dann folgte ein Tag der offenen Tür im Internationalen Jugendprojektehaus auf dem Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne und schließlich eine angemessene Feier mit ein paar Reden, Live-Musik und Tanz.

»Mit 18 Jahren ist man volljährig, aber können wir auch auf eigenen Beinen stehen?« Diese Frage stellte Vereinsvorsitzender Jörg Kowollik vor den versammelten Gästen. Die Antwort ließ er Vereinsgründer Uwe Fischer geben, der leider selbst nicht anwesend sein konnte und dessen Grußwort Kowollik verlas. Der Verein sei 1995 gegründet worden, damit vielversprechende Projekte nicht länger an kleinen Summen scheiterten. Mit den Stadtteilgruppen habe es angefangen, viele Kooperationspartner und Sponsoren seien gewonnen worden. 1500 Kinder und Jugendliche seien in Programme und Projekte eingebunden gewesen, 6000 hätten die Produktionen sehen können. Mit anderen Worten: »Jugendkulturarbeit dreht ein ganz schön großes Rad inzwischen«.

Nach Ansicht von Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler, die die Glückwünsche der Stadt Oldenburg überbrachte, hat Jugendkulturarbeit e. V. »längst den Reifegrad erreicht, wie die vielfältige Arbeit als Projektleiter und Veranstalter, im Entsendedienst und als Betreiber des Internationalen Jugendprojektehauses zeigt: Tanz, Theater und Musik sind hier zu Hause.« Der Verein führe seit Jahren vor, wie stark Kultur sei, wenn es um Integration gehe. Das alles trage auch zur positiven Außenwirkung der Stadt bei.

Thomas Kossendey, bis vor kurzem Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, freute sich über die sinnvolle Nachmietung der ehemaligen Kaserne. »Als Präsident der Oldenburgischen Landschaft bin ich ja nun zuständig für die Kultur im Land, und ich kann sagen, es ist verdammt harte Arbeit, die Sie hier leisten, und es ist gut für Oldenburg, aber auch für alle Beteiligten«, so Kossendey.

Zur Bildergalerie

nach oben

Sorge um Polyester schmilzt

19.09.2013 17:24 Uhr

weitere Unterstützer gesucht

Die Rettung des Polyesters wird immer wahrscheinlicher. Das Genossenschaftsprojekt „Polygenos“ erfährt großen Zuspruch. Das neue Oldenburger Genossenschaftsprojekt Polygenos nimmt immer mehr Gestalt an und erfährt viel Unterstützung.

„Wir sind total überwältigt von der bisherigen Resonanz!“ sagt Martina Kerkoff, Mitbegründerin von Polygenos. „In nur zwei Wochen haben über 400 Menschen schriftlich ihre Absicht erklärt, der Genossenschaft beizutreten und wollen das Projekt mit jetzt schon über 200.000€ unterstützen.“ Die Genossenschaft ist damit ihrem Minimalziel, den nötigen Kaufbetrag von 250.000 Euro für das Haus aufzubringen, schon einen großen Schritt näher gekommen.

Unter den zukünftigen Genossen sind vom Handwerker und Auszubildenden, über den Freelancer und Studenten, bis hin zu Rechtsanwälten, Professoren und Geschäftsfrauen, alle erdenklichen Gruppen vertreten. Das sind Menschen, die sich mit Oldenburg verbunden fühlen und es nicht hinnehmen wollen, dass kulturelle Plätze im Zentrum Oldenburgs von großen Investitionsprojekten verdrängt werden. „Dass eine lebendige Stadt auch Orte für Kunst, Musik und Begegnungen benötigt“, so Martina Kerkoff, „ist den Genossen ein besonders wichtiges Anliegen.“

Die zweite gute Nachricht: Die Frist für Absichtserklärungen, die zunächst am 18. September enden sollte, kann für einige Wochen verlängert werden. Damit steigen die Aussichten, den aufzubringenden Gesamtbetrag für Kauf mitsamt allen benötigten Sanierungskosten – er wird nach professionellen Schätzungen etwa 400.000 Euro betragen – komplett durch die Genossenschaft zu finanzieren.

Die Vorbereitungen für die offizielle Gründung der Genossenschaft laufen derweil auf Hochtouren. Langfristiges Ziel der Initiatoren und Befürworter ist es, das „Poly-Haus“ am Stadtmuseum zum einen vor dem Abriss zu bewahren, und darin zum anderen neuen Kulturraum für Oldenburg zu schaffen. Das Haus würde dann weiter den Klub Polyester sowie die unabhängige Filmproduktion Schwarzseher GmbH beherbergen und darüber hinaus Räume an kulturelle Initiativen und Projekte vermieten.

Es gibt also die realistische Aussicht auf einen unabhängigen Kulturraum im Zentrum Oldenburgs. Dafür sucht Polygenos aber weiterhin Menschen, die bereit sind, durch den Erwerb von Anteilen das auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten positiv eingeschätzte Projekt zu unterstützen. In den kommenden Wochen wird ein Treuhandkonto eingerichtet, auf das durch die Absichtserklärungen zugesagte Geld eingezahlt werden kann.

Am Sonntag, den 22. September findet hier um 19.00 Uhr eine weitere Informationsveranstaltung statt. Alle Interessierten sind herzlich geladen. Weitere Informationen unter www.polygenos.de


Über die Polygenos Genossenschaft:

Das Gebäude am Stadtmuseum 15 in der Oldenburger Innenstadt ist Heimat des weit über die Oldenburger Stadtgrenzen beliebten Polyester Klubs.
Die Idee zur Gründung der Polygenos-Genossenschaft entstand Anfang September 2013, als bekannt wurde, dass das Gebäude verkauft werden muss. Der bisherige Inhaber könnte das Haus an interessierte Investoren verkaufen, die selbiges rein nach Renditeinteressen verwerten. Der Inhaber will jedoch eben dieses Szenario vermeiden, um das Polyester und das Haus zu erhalten. So entstand die Idee, dass eine neu zu gründende Genossenschaft die Immobilie gemeinsam kauft, um diese langfristig zu einem neuartigen Kulturhaus im Herzen Oldenburgs zu entwickeln. Der Polyester Klub soll nach den Polygenos-Plänen künftig als normaler Mieter im Haus fortbestehen. Die derzeit ungenutzten Flächen und Etagen sollen darüber hinaus für kulturelle Zwecke ausgebaut werden.

Die Genossenschaft ruft potenzielle Unterstützer dazu auf, sich mit einem finanziellen Beitrag an der Rettung zu beteiligen. Absichtserklärungen für den Erwerb von Anteilen an der neuen Genossenschaft sind beim Polygenos-Team erhältlich. Der Mindestbeitrag liegt bei 100,- Euro.
nach oben

Eine Lady zwischen den (Musik-)Welten

30.06.2013 08:00 Uhr
von red / m.petrick




Lady Gaga muss in der Presse oft als die exzentrische Pop-Diva herhalten. Ihre schräge Originalität beschränkt sich aber zumeist nur auf provokante Outfits und bizarre Auftritte. Musikalisch steckt außer ein bisschen Eurodance, Madonna-Referenzen und durch den Rechner gejagten Gesang wenig bis gar nichts dahinter. Höchste Zeit also, Frau Gaga ad acta zu legen, denn es gibt eine junge Dame, die beides kann – auffallen und singen:
Die britische Sängerin und Songwriterin Gabby Young

Zwar, zumindest in Oldenburg, weniger schrill im Auftritt mit ihren knallroten Haaren, ihrem glamourösen Vintage-Kostüm und ihrer achtköpfigen Big Band »Other Animals« im Hintergrund, erinnert das Live-Gig der Sängerin tatsächlich an einen farbenfrohen Umzug mit Musik in New Orleans und ist deshalb so erfrischend anders.
Einerlei - ob von Pop bis Polka, von Swing bis Chanson oder von Jazz bis Klassik: die Wege zwischen den Genres sind keine unüberbrückbaren Distanzen, sondern sind, warum auch immer, überhaupt nicht vorhanden.

Es gelingt Gabby und ihrer Band immer wieder, innerhalb der einzelnen Titel unerwartete Richtungen einzuschlagen und aus bekannten Mustern auszubrechen. In einem Moment noch ruhig und verspielt, dann plötzlich dezent rockig und schließlich lässig groovend: eine Nummer wie "Clay Heart" gibt sich abwechslungsreicher als komplette Alben gewisser Plastik-Pop-Damen.

Schade, dass es doch einige, in Filmen wird es »Längen« genannt, gab. Eine ausgedehnte Pause nach rund vierzig Minuten und sich mitunter deutlich hinziehende Überleitungen erbrachten eine sehr reduzierte Darbietung, gemessen am künstlerischen Portfolio der Truppe.

Zur Bildergalerie

nach oben

Was macht eigentlich glücklich?

18.06.2013 07:00 Uhr
von Helga Diers

Am 13. Juni 2013 war die Premiere des Jugendstücks »Sonntagskinder - Ein Theaterstück zum Glück« des Jugendclubs der Kulturetage. Die 13 jungen Erwachsenen spielten ca. 60 Minuten hervorragendes Theater, nicht eine Minute war uninteressant. Es ging um das Thema und den Traum vom dauerhaften Glück, das die Menschheit fast von Anbeginn beschäftigt.

Könnten wir uns das Glück durch Pillen erkaufen, oder durch ein Spiel bei dem es »Happy-Points« gibt oder gar durch einen Chip, der uns eingesetzt wird? In diesem einstündigen Theaterstück, das von Ulf Georges und dem Team Christian Jakober, Reimer Meyn und Gina Schumm faszinierend mit diesem Jugendensemble in Szene gesetzt wurde, wurde deutlich, dass man Glück nicht kaufen kann.

Und was macht eigentlich glücklich? Teilen, helfen, schenken, lieben. Und wenn alle immer nur noch glücklich sind, ist das o.k.? Wenn sie lachen, immer nur lachen, auch wenn das Haus abgebrannt ist und auch noch Tiere mit umgekommen sind. Wäre das in Ordnung?

Auch wurde deutlich, wie Jugendliche heute miteinander sprechen und umgehen. Daran konnte man sehen, dass sie sich bei diesem Stück mit ihrer Sprache einbringen konnten und den Zuschauern das auch nahe bringen.

Der Jugendclub der Kulturetage ist eine Gruppe, die vom Verein »Jugendkulturarbeit« im Rahmen eines Modellprojektes zum Thema Migration und Theater (»MUT«) unterstützt wird. Seit 2011 gibt es dieses Projekt. Mit ca. 75 Kindern und Jugendlichen wird in sieben Gruppen in Oldenburg gearbeitet. Etwa ein Jahr lang wird geprobt, dann werden sieben Bühnenstücke auf den Stadtteilbühnen aufgeführt. Die Stadt Oldenburg und weitere Kooperationspartner unterstützen und fördern dieses tolle und spannende Modellprojekt. Der Jugendclub der Kulturetage besteht aus Jugendlichen ab 16 Jahren und jungen Erwachsenen. Sie können in diesem Projekt unter professioneller Anleitung ihre künstlerischen Fähigkeiten weiterentwickeln.

Weitere Auskünfte darüber gibt Gina Schumm von der Jugendkulturarbeit e. V. oder das Internet: www.jugendkulturarbeit.eu.

Dieses wunderbare, mitreißende Theaterstück »Sonntagskinder - Ein Theaterstück zum Glück zum Glück« wird am 19. Juni 2013 um 18.00 Uhr in der Exerzierhalle im Rahmen der Jugendtheatertage und nochmals am 28. Juni 2013 um 15.00 Uhr und 20.30 Uhr im Rahmen des Kultursommers, voraussichtlich in der Bauwerkhalle, aufgeführt.
nach oben

Mit der Low-Penny-Airline von Ort zu Ort

07.05.2013 06:40 Uhr

Das Junge Theater Bloherfelde feierte am Montag, 6. Mai, die Premiere seines aktuelles Stückes

von Carsten Lienemann

»Freiheit« lautet das Zauberwort, das viele Menschen lockt. Wenn sie dann hier sind - wo genau eigentlich? Das wird nicht wirklich gesagt, ist aber auch nicht wichtig - wenn sie dann hier sind, müssen sie feststellen, dass Fremde schlecht behandelt werden und die Freiheit sich ganz anders anfühlt als erwartet.

Mit der Low-Penny-Airline begeben sich die Spielerinnen und Spieler des Jungen Theaters Bloherfelde auf die Reise von Ort zu Ort. Die Reisenden schlüpfen dabei in verschiedene Rollen, springen in der Zeit zurück und wieder vor und zeigen in einzelnen Szenen, wie es sich anfühlt, zwischen den Wünschen der Eltern, den Erwartungen der Gruppe und den eigenen Vorstellungen seinen Weg finden zu müssen, vor allem dann, wenn man sich zusätzlich in verschiedenen Kulturen bewegt.

»Eine Kultur wiegt ganz schön viel - drei umso mehr«. Das ist nur einer von vielen Belastungen, die Migrantenfamilien mit sich herumtragen. Die Fragen »wo will ich hin und wo komme ich her? Und wo bin ich eigentlich gerade jetzt?, die sowieso alle Jugendlichen beschäftigen, haben für Menschen, die ihre Heimat verlassen haben, bzw. für ihre Kinder zusätzlich eine ganz direkte Bedeutung. Wenigstens akzeptiert, besser noch willkommen zu sein, wäre eine gute Voraussetzung für einen guten Start in der neuen Umgebung.

Leider sieht es meist anders aus. Fremde werden ausgegrenzt und gemobbt, wie in einer Schlüsselszene des Stückes. Aber es geht auch anders, das erarbeiten die Spielerinnen und Spieler gemeinsam mit dem Publikum über eine Methode des Forumtheaters nach Augusto Boal.

Die Spielerinnen und Spieler werden dem anspruchsvollen Thema mehr als gerecht. Die Gruppe ist eine bunte Mischung von Jugendlichen mit Wurzeln in verschiedenen Ländern und Kulturen, und offensichtlich kennen auch diejenigen ohne Migrationshintergrund das Gefühl, ausgegrenzt zu werden. Eine ganz andere Frage ist: Gelingt es ihnen auch, dem Publikum dieses Gefühl zu vermitteln? Die Antwort ist ein klares Ja!


Dieses Theaterstück des Jungen Theaters Bloherfelde ist die zweite Produktion, die im Rahmenprojekt »MUT - Migration und Theater« des Vereins Jugendkulturarbeit e. V. auf die Bühne kommt. In diesem Jahr haben die Jugendlichen unter Anleitung der Theaterpädagoginnen Pia Schillinger und Elif Gökpinar (Tanz) ein Theaterstück zum Thema »unterwegs sein« entwickelt. Unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit durch Guntars Almanis, der für ein Jahr einen Europäischen Freiwilligendienst (EVS) in Oldenburg leistet. Die Musik komponierte Piotr Niedzwiecki, das Bühnenbild erstellte Reimer Meyn.

Weitere Aufführungen:
Dienstag, 7. Mai, 19:00 Uhr, Offene Tür Bloherfelde, Bloherfelder Straße 170.
Freitag, 21. Juni, 18:00 Uhr, Exerzierhalle am Pferdemarkt
Auftritt im Rahmen der Jugendtheatertage.

Zur Bildergalerie

nach oben

Staatstheater präsentiert Spielplan der Saison 2013.2014

10.04.2013 06:44 Uhr

Gemeinsam mit Generalmusikdirektor Roger Epple und den leitenden Dramaturgen der Sparten präsentierte Generalintendant Markus Müller heute den Spielplan der kommenden Saison.

von Sylvia Fritzinger

„Vor sieben Jahren haben wir in Oldenburg angefangen und uns in unserer ersten Saison von der ,Sehnsucht nach Utopien’ leiten lassen“, erinnert Intendant Markus Müller, „In den vergangenen Spielzeiten haben wir so viele außergewöhnliche Momente in dieser Stadt erlebt, wir haben Augenblicke, Bilder und Klänge gesammelt und in unserer Erinnerung gespeichert. In ,unserem’ Theater mitten in der Stadt. In unserer ‚Wahlheimat‘ auf dem Fliegerhorst. Vielleicht sind es diese besonderen Momente, in denen der Freiraum für Utopien tatsächlich entstehen kann. Das Theater als Album der Seele: dessen Bilder uns ein Leben lang zur Verfügung stehen und auf die wir in immer neuen Sichtweisen blicken können. Einige Seiten dieses Albums sind noch frei und wir freuen uns darauf, sie in der Spielzeit 2013.2014 zu füllen.“

Insgesamt 32 Premieren stehen auf dem Spielplan der kommenden Saison, darunter 9 Uraufführungen. Im Musiktheater wird wieder der Bogen gespannt, von den großen bekannten Werken wie Richard Wagners Tristan und Isolde, Mozarts Così fan tutte, Tschaikowskys Eugen Onegin oder Johann Strauß' Die Fledermaus im Großen Haus bis hin zu Benjamin Brittens Albert Herring im Kleinen Haus und zeitgenössischen Werken wie Salvatore Sciarrinos Lohengrin in der Exerzierhalle.

Das Schauspiel eröffnet mit Woyzeck in der Bearbeitung von Wilson/ Waits/ Brennan nach Georg Büchner; neben u.a. Hedda Gabler von Henrik Ibsen, Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Der Revisor von Nikolai Gogol und Quartett von Heiner Müller stehen vier Uraufführungen auf dem Programm: Marc Becker wird sich in Munch und van Gogh – Der Schrei der Sonnenblume gemeinsam mit der Puppenspielerin Ulrike Quade den beiden Genies Edvard Munch und Vincent van Gogh widmen, in Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen begeben sich Thom Luz und Laura de Weck in das Archiv des Unvollständigen und Jan Neumann wird in einem gemeinsamen Reformationsprojekt mit der Universität Oldenburg ein neues Stück für uns schreiben. Eine wichtige Position im Schauspielplan hat Blankenburg inne: Ein Ort am äußersten Stadtrand Oldenburgs, der schon topographisch die Ausgrenzung und Verdrängung derjenigen abbildet, die in der Gesellschaft keinen Platz finden konnten oder durften - Psychiatrie, SA-Arbeitslager und Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Wir wollen gemeinsam mit der werkgruppe 2 den Ort und seine Geschichten wieder ins Bewusstsein heben.

Und schließlich wird es wieder heißen Go West, wenn zum letzten Mal in konzentrierter Form Theater aus Flandern und den Niederlanden eingeladen wird.

Das Junge Staatstheater spielt wir unter anderem Superhero nach der wunderbaren Vorlage von Anthony McCarten, Deportation Cast von Björn Bicker und Deesje macht das schon von Joke van Leeuwen sowie als Familienstück Die Weihnachten des Mr. Scrooge von Charles Dickens. Mit der Uraufführung von Jesse Broekmans Der Fuchs, der den Verstand verlor als Kindermusiktheater setzt das Staatstheater sein Engagement für die so wichtige Repertoirebildung im zeitgenössischen Musiktheater für Kinder und Jugendliche fort.

Das Tanztheater erwartet unter anderem den renommierten künstlerischen Leiter der Korean National Contemporary Dance Company, Sungyop Hong aus Seoul, der sich in ... was sie bewegt von Menschen und Werken der deutschen Tanzgeschichte inspirieren lassen will. Unter der Überschrift Sehnsucht, limited edition geht der stark an gesellschaftlichen Themen interessierte belgische Top-Choreograf Koen Augustijnen der Frage nach, woher die drängende Unzufriedenheit in uns kommt. Und Guy Weizman wird in Finale Grande mit Tänzern und Zirkusartisten seinen ganz persönlichen Trommelwirbel für das Oldenburger Publikum auf die Bühne des Großen Hauses bringen.

Richard Wagner und sein kompositorisches Umfeld stehen in dieser Spielzeit im Zentrum des Konzertspielplans von Generalmusikdirektor Roger Epple. Ausgehend von der ersten Opernproduktion Tristan und Isolde werden Verbindungen zu verschiedenen Wegbegleitern, Mentoren, Schülern und Gegnern von Wagners Arbeit geknüpft. So werden mit Werken von Wagner, Liszt, von Bülow und Bruckner einerseits und Brahms, Mendelssohn und Dvořák andererseits die verschiedenen Seiten des programmatischen ,Musikerstreits’ zwischen ›Fortschrittlichen‹ und ›Konservativen‹ im 19. Jahrhundert beleuchtet. Aber auch Zeitgenössisches von Peter Sculthorpe, Steffen Schleiermacher, Bernd Franke und vor allem eine Uraufführung von Detlev Glanert runden die Konzertsaison ab. Im letzten Sinfoniekonzert steht wieder ein zentrales ›achtes‹ Werk im Fokus: Anton Bruckners monumentale 8. Sinfonie.

Foto: Staatstheater
nach oben

Freundeskreis des Oldenburgischen Staatstheaters stiftet Theke im 3. Rang des Großen Hauses

22.03.2013 07:00 Uhr

Mehr Komfort: Freundeskreis des Oldenburgischen Staatstheaters stiftet Theke im 3. Rang des Großen Hauses
Aktion bis Ende April: zwei Getränke zum Preis von einem

In Zukunft können sich die Zuschauer im 3. Rang des Oldenburgischen Staatstheaters noch wohler fühlen.
Der Freundeskreis des Oldenburgischen Staatstheaters e.V. erfüllt einen häufig geäußerten Wunsch und hat mit der Fördersumme von 8.000€ den Bau einer Bar für das Foyer im dritten Rang ermöglicht.
So kann man auch hier ab sofort ganz bequem und ohne größere Wege in der Pause ein Getränk zu sich nehmen.

Um die Besucher von der erstklassigen Akustik und – seit der Sanierung – auch hervorragenden Sicht im 3. Rang zu überzeugen, macht das Staatstheater ihnen bis Ende April ein besonderes Angebot: Unter Vorlage der Eintrittskarte für einen Platz im 3. Rang gibt es an der neuen Bar zwei Getränke zum Preis von einem.

Diese Aktion lädt die Zuschauer auch während der gesamten Tanztage in den begehrten und zum großen Teil ausverkauften Vorstellungen ein, sich dort oben in der Pause zu erfrischen.
nach oben

Kindermusikfestival 2013 – hier kommen alle auf ihre Kosten

24.02.2013 06:11 Uhr

Sonnabend zwei Programme – Sonntag letzter Tag

von Carsten Lienemann

Insgesamt fünfmal geht an diesem Wochenende vom 22. bis zum 24. Februar das Konzert-Programm für Kinder ab 4 Jahre über die Bühne des PFL. Am gestrigen Sonnabend gab es ab 19:00 Uhr außerdem noch ein Konzert mit Nachwuchskünstlern für die schon etwas Älteren.

Den Nachmittag eröffnete Birte Reuver von der Hamburger Gruppe »Hoppla!« mit »Dein Körper«, ein Lied das vollen Körpereinsatz beim Mitmachen erfordert, wie der Titel schon andeutet. Damit hatte sie im Handumdrehen das Publikum auf ihrer Seite, auch beim Backen von Pfannkuchen oder beim Rätseln über Tierspuren im Sand.

Von dieser Stimmung profitierten auch die Blindfische, die anschließend auftraten und keine Mühe hatten, die Kinder und auch ihre Eltern in Bewegung zu bringen, bevor sie alle auf eine Reise zum Mond mitnahmen.

Auch die »Rappelkiste« und der Kinderchor der Musikschule Oldenburg lud das Publikum zum verreisen ein, zuerst in die Türkei, anschließend ging es zusammen mit den Blindfischen ins Spinnenland.

Den Schlusspunkt des Nachmittags bildete die Band, wie erwartungsvoll geraunt wurde: »Pelemele«, eine echte Rockband durchaus nicht nur für Kinder. Und die vier Jungs aus Köln machten ihrem Ruf alle Ehre und heizten mächtig ein, so dass alle ihre Luftgitarre auspackten und niemand mehr sitzen blieb.


Ausgewogenes Abendkonzert

Sehens- und vor allem hörenswert war auch das Extrakonzert am Abend des 23. Februar, das wie in den Vorjahren jungen Künstlern aus Oldenburg gewidmet war und - auch wie sonst - von Andi Steil äußerst unterhaltsam moderiert wurde, der gleich zu Anfang dem Publikum anschaulich demonstrierte, wie sich Lampenfieber anfühlt.

Überflüssigerweise, wie sich herausstellte, denn die drei Gruppen schienen nicht die Spur nervös zu sein. Bei der ersten Band »stereo output«, Gewinner der Bandfactory Niedersachsen 2012, überzeugte »Frontfrau Emma« stimmlich ebenso wie »ihre Jungs« an den Instrumenten.

Stilistisch folgte ein Sprung von Rock zu Soul, qualitativ aber standen »Emily & Boys« ihren Vorgängern auf der Bühne in nichts nach. Vor allem Emily Fröhling begeisterte mit ihrer außergewöhnlichen Gesangsstimme und trug entscheidend dazu bei, dass es Kinder wie Erwachsene nicht lange auf den Sitzen hielt.

»Makombe und Freunde« schließlich brachten neben Reggea, HipHop und Afro beat eine politische Komponente in das Programm, allerdings von der versöhnlichen Art. »Wir sind alle Brüder, wir müssen zusammenhalten und zusammen arbeiten, dann können wir Probleme lösen«, davon ist Makombe überzeugt und drückt das auch in seinen Liedtexten aus, die auf Französisch, Englisch und Deutsch verfasst sind, und darum tritt er auch selten allein auf. Diesmal unterstützten ihn BI-Z (bi-sett) und Rapper Kaos MC.

Insgesamt ein ausgewogenes Konzert-Programm, das für fast jeden Musikgeschmack etwas bereithielt.

Am morgigen Sonntag, 24. Februar, sind noch zweimal Birte Reuver, die Blindfische und Pelemele zu sehen und zu hören, um 11:00 und um 15:00 Uhr. Außerdem lädt Birte Reuver um 14:00 Uhr noch einmal zur kostenlosen Teilnahme am Ukulele-Workshop ein.

Zur Bildergalerie

nach oben

Hinter den Spiegeln lauern die Dämonen

20.01.2013 08:45 Uhr
Neuinszenierung von Verdis Otello feiert in Oldenburg glanzvoll Premiere

von Marlies Folkens

Modernes Musiktheater ist nicht Jedermanns Sache.

Wenn das ganze Regiekonzept aus nichts weiter als der Idee besteht, die ursprüngliche Handlung um jeden Preis und gegen alle Logik in die Gegenwart zu verlagern, so ist diese Haltung sicherlich berechtigt. Wenn das Konzept aber die ursprüngliche Handlung dabei in einem neuen Licht zu sehen und neu zu deuten weiß, kann Oper zu einem großartigen, bewegenden Erlebnis werden.

Ich gebe zu, als ich im Vorbericht zu der Neuinszenierung las, Otello spiele in einem Herrenfrisiersalon, war ich skeptisch. Umso erfreulicher, dass sich diese Skepsis schnell als völlig überflüssig herausstellte. Was das Regieteam unter Niklaus Helbling hier mit hervorragenden Sängerdarstellern auf die Oldenburger Bühne stellte, war die Charakterstudie eines von tiefen Selbstzweifeln zerrissenen Mannes, der von einem böswilligen Neider nur ein klein wenig angestoßen werden muss, um völlig aus der Spur zu laufen und eine Katastrophe auszulösen.

Auch diese Inszenierung ist in Zypern angesiedelt, aber es ist das Zypern nach dem Bürgerkrieg und der Teilung der Insel, nicht der venezianische Außenposten des 15. Jahrhunderts. In der Glasfront im Hintergrund sind fehlende Scheiben durch Pappe ersetzt, auch das Gebäude dahinter scheint durch Beschuss beschädigt. Den Sturm und die Seeschlacht betrachtet der Chor mit 3D-Brillen wie eine Kinovorstellung: Allerdings sitzen sie auf Gartenstühlen, beim anschließenden Maskenfest wird der Wein aus Kanistern in Plastikbechern ausgeschenkt, während im Hintergrund ein Ölfass brennt. Otellos Palast ist das Lager eines Warlords, er hält Hof im Salon eines Friseursalons mit Karten an den Spiegeln und lässt sich bei den Audienzen rasieren wie Al Capone in »Die Unbestechlichen«.

Dieser Otello ist nicht schwarz. Muss er auch gar nicht sein! Auch so nimmt man ihm den Außenseiter, den Emporkömmling leicht ab - jemand, dem es barfuß und im Unterhemd viel wohler ist als in der ordenbehängten Uniformjacke. Weder seiner Stellung noch der Frau an seiner Seite scheint er sich sicher zu sein. Immer wieder wandert sein Blick zum Spiegel: »Warum ich?« fragt sein Blick.

Nur zu schnell glaubt er Iagos Andeutungen und Vermutungen und im Spiegel wird sein Ebenbild als gehörnter Ehemann sichtbar. Die Visionen werden mit seiner wachsenden Eifersucht immer deutlicher und eindeutiger, verlassen irgendwann den Platz hinter den Spiegeln und werden zu Otellos Wahnvorstellungen, zu den Furien, die ihn hetzen.

Luis Chapa ist ein mitreißender Sängerdarsteller; stimmlich gelegentlich bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten gehend, ist er dem Otello, der als eine der schwersten Tenor-Partien überhaupt gilt, aber stets gewachsen.

Krister St. Hill , wie Luis Chapa ebenfalls als Gast in Oldenburg, gibt seinem Iago eine aalglatte Bösartigkeit. Warum Iago so hasserfüllt Rache an allen nehmen will, darüber schweigt sich die Inszenierung allerdings aus. Vielleicht einfach nur, weil er es kann ...

Stimmlich wie auch darstellerisch war Krister St. Hill das Highlight des Abends, meines Erachtens ein Sänger, von dem man auch international noch viel hören wird. Ob er Otello schmeichelnd etwas zuraunt oder aber seinen Glauben an einen grausamen Gott bekennt, eine Stimme, die Gänsehaut verursacht.

Desdemona (dargestellt von Angela Bic aus dem Oldenburger Ensemble) ist in dieser Inszenierung nicht die nur stumm ergeben Leidende, sondern ist eine Frau, die fassungslos den völligen Zusammenbruch ihres Mannes miterleben muss, aber ihn nicht aufhalten kann. Selbst der Versuch am Schluss, ihn zu verlassen, bleibt nur halbherzig. Im letzten Akt hat sie ihr Schlafgemach in seinem Quartier aufgeschlagen - dem Herrensalon mit den Spiegeln, hinter denen dann ihre, Desdemonas, Dämonen sichtbar werden. Eine bleiche Braut taucht auf, nachdem sie ihre Dienerin gebeten hat, dafür zu sorgen, dass sie in ihrem Brautschleier beerdigt werden soll. Und schließlich erscheint Otello hinter den Spiegeln und kommt von dort, um sie zu töten.

Angela Bic, die in Oldenburg auch schon die Mimi in La Bohème gesungen hat, überzeugt wiederum mit ihrem wunderbaren jugendlich-dramatischen Sopran, glänzend in der Höhe, mit warmer, ausgewogener Mittellage erfüllt sie die Anforderungen dieser Partie mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit. Das Lied der Weide und das Ave Maria waren herzzerreißend.

Stefan Heibach sang den Cassio lyrisch mit strahlenden Höhen - ein junger Held, wie er im Buche steht. Auch die anderen Sängerdarsteller vermochten zu überzeugen: Benjamin LeClair (Ludovico), Michael Pegher (Rodrigo), Annekatrin Kupke (Emilia), Henry Kiichli (Montano) und Andreas Lütje (Un Araldo).

Ein ganz großes Lob geht an den um den Extrachor verstärkten Opernchor (Leitung: Thomas Bönisch), der von Anfang an dynamisch und dramatisch diese schwierige Partie nicht nur meisterte, sondern in ihr brillierte. Um beim Anfangsbild zu bleiben: Ganz großes Kino!

Das von Roger Epple geleitete Staatsorchester entfaltete an diesem Premierenabend einen Klangteppich, der mitreißend von Sturmgebraus und Seeschlacht über wilde Verzweiflung, Niedertracht und Hinterlist bis zu Wahnsinn, Mordlust und hoffnungsloser Trauer erzählte. Dabei gelang es, die Sänger aus dem Orchestergraben heraus zu stützen und unterstützen, ohne sie - bis auf wenige Ausnahmen - zuzudecken. Und das will bei dieser Oper wirklich etwas heißen.

Eine in sich schlüssige, durchdachte Inszenierung in passender Kulisse, großartige Sänger und Darsteller, ein hervorragender Chor, eine beeindruckende Orchesterleistung: kein Wunder, dass das Publikum sich für einen sehr gelungenen Opernabend mit langanhaltendem Applaus und etlichen Bravos bedankte.

Foto: Andreas J. Etter
nach oben

»Wollen wir die Welt verändern?«

10.12.2012 07:10 Uhr
von Sophie Arenhövel und Carsten Lienemann

Noch ist es nur ein Traum, dass man mit Musik alle Grenzen überwinden könne. Noch gelingt das meist nur für die Dauer eines Konzertes, unter Menschen, die ohnehin offen für andere Kulturen sind und schon von sich aus Grenzen eher einzureißen als aufzubauen geneigt sind. Und doch ist jedes Konzert ein wichtiger Schritt, denn es geht darum zu zeigen, wie gemeinsames kreatives Tun Grenzen überwinden kann: Grenzen zwischen Menschen, zwischen Nationen, zwischen Kunst und Politik - immer wieder.

Eingebunden in die internationale Konferenz NeBoCo (NEW BORDERLANDS OR COSMOPOLITANISM FROM BELOW?), die von der Universität Oldenburg zusammen mit den Universitäten Göttingen und Witwatersrand (Johannesburg, Südafrika) organisiert wurde und bei der die Themen Grenzen, Grenzpoltik und Migration aus interdisziplinären Perspektiven betrachtet wurden, gestaltete der gemeinnützige Verein Global Music Player einen Konzertabend. Es war das zweite große Konzert des noch jungen Vereins nach dem Weltmusikfestival im Kulturzentrum Cadillac im April 2012, anders im Verlauf, aber wieder ein Erfolg.

Unter dem Motto »Music Crossing Borders« - Musik überwindet Grenzen - traten am 7. Dezember Künstlerinnen und Künstler in der Alten Aula der Universität auf, die aus verschiedenen Ländern Ost- und Westeuropas, Afrikas und des Nahen Ostens kommen. Interkulturell war dabei jedoch nicht nur die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen: auch verschiedene Formen von Kultur - Musik, Bildende Kunst, Tanz und Film - wurden miteinander verbunden. So spannte sich ein musikalischer Bogen von Georgien bis Ghana, von Brasilien bis zum Baskenland, vom Iran bis nach Kurdistan.

Sophie Arenhövel und Alexander Goretzki - zusammen »Sophiando« - eröffneten mit brasilianischen Klängen den Abend. Anschließend zeigte das Duo »HolzPur« (Miriam Konate und Wolfgang Meyberg), welche Klänge und Rhythmen man einfachen Hölzern entlocken kann. Haidar Osman spielte auf der Tandur syrische, arabische und kurdische Musikstücke, »Flower Flow« (Nino Zautashvili und Piet Barkhausen) u. a. georgische, russische Lieder sowie eigene Kompositionen und »Menica« Flamenco aus Oldenburg.

Die folgende längere Umbaupause wurde genutzt, um dem Publikum mit einem kurzen Film das Musikvideoprojekt »RespAct« vorzustellen, in dem es um den Abbau von Vorurteilen und das Betrachten individueller Personen in ihrer ganzen Vielschichtigkeit geht.

Hatten die Künstler bis dahin schon die Zuschauer begeistert und viel verdienten Applaus erhalten, so gab es mit dem anschließenden Auftreten der multinationalen Gruppe »Revolution R« und Special Guests gab es kein Halten mehr. Das Publikum musste nicht lange überredet werden, die Sitzplätze aufzugeben und stattdessen nach vorne zu kommen, um zu Reggae, Ragga und weiteren Rhythmen zu tanzen und zu singen. Bei den eingängigen Melodien soll aber nicht unterschlagen werden, dass die Texte durchaus ernsthaft und politisch sind. Gleiches lässt sich auch über »Special Guest« Makombe sagen.

Der bildende Künstler Rodi Khalil präsentierte aktuelle Werke zu seiner Heimat Syrien, die die Schönheit der Kultur, aber zugleich auch Trauer, Hunger und Unterdrückung zeigen. Darüber hatte er einen Samovar, einen transportablen Backofen und vorbereiteten Hefeteig mitgebracht und versorgte das Publikum den ganzen Abend mit Tee und syrischen Köstlichkeiten.

Vielleicht ist der Traum, mit Musik oder generell mit Kunst Grenzen zu überwinden, doch nicht so weit von der Wirklichkeit entfernt. Der Moment, als »Revolution R« ihr letztes Lied gespielt hatten, das Licht im Saal anging und alle im Publikum noch weiter sangen, war ein grandioses Finale für einen wunderbaren Abend. Oft sind es Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und eine traumatisierende Flucht hinter sich haben, die uns die Hand reichen. Wir, die wir in Sicherheit und Freiheit leben dürfen, sollten sie ergreifen und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen, statt ihnen aus aberwitzigen Gründen das Leben weiter zu erschweren.

Zur Bildergalerie

nach oben

Bayern im Himmel

13.11.2012 07:06 Uhr
Mit Maßbier, Kuhglocken und Orffschen Instrumenten

von Marlies Folkens

Auch wenn man von klassischer Musik wenig oder keine Ahnung hat, kommt man um ein paar Stücke doch nicht herum, die einem im Kino oder der Fernsehwerbung immer wieder begegnen. Neben Wagners Walkürenritt, Mendelssohns Hochzeitsmarsch, Schuhmanns Träumerei und Mozarts kleiner Nachtmusik gehört auch der Eingangschor zu Carl Orffs »Carmina Burana« dazu. »Oh Fortuna« heißt es dort, die Schicksalsgöttin wird beschworen, die über Wohl und Wehe des Menschen bestimmt.

Orffs »Carmina Burana«, die Vertonung der aus dem Mittelalter stammenden »Weltlichen Gesänge« in Latein und Mittelhochdeutsch gehören zu den Publikumsmagneten des klassischen Musikbetriebs. Meist konzertant aufgeführt, geht die Oldenburger Inszenierung, die am Freitag, dem 9. November ihre Premiere im Großen Haus des Staatstheaters feierte, noch einen Schritt weiter und versucht eine szenische Ausdeutung.

Ich gebe zu, ich bin bei meiner Beurteilung dieser szenischen Deutung nicht objektiv - kann es wohl nicht sein. Zu tief ist der Eindruck, den der Film auf mich gemacht hat, den Jean-Pierre Ponnelle 1975 mit Hermann Prey und Lucia Popp in den Hauptrollen für das ZDF drehte und der zu meinen ersten und prägendsten Eindrücken von klassischer Musik gehörte. Nun kann natürlich die Opernbühne nicht mit den Möglichkeiten des Films mithalten, trotzdem ist natürlich auch die Bühne in der Lage, Bilder zu schaffen, die schlüssig und prägnant sind, die für ein Aha-Erlebnis sorgen und die Musik in einen neuen Kontext stellen.

Leider vermochte die Inszenierung nur selten mit Bildern zu zaubern und über das Nahe und allzu Naheliegende hinaus zu greifen. Den Chormitgliedern eine goldene 75 auf die Brust zu heften und im Hintergrund Auszüge aus Riefenstahls Olympiafilm zu projizieren, schien eine Verkürzung und allzu offensichtlich, anderes, wie die über die Bühne schlafwandelnde mittelalterliche Frauengestalt oder das von zwei zünftigen Mädchen präsentierte Hirschgeweih, erschloss sich nicht.

Wieder anderes schoss bis beinahe zur Effekthascherei über das Ziel hinaus, wie der aus dem Schnürboden abgeseilte Schwan, der mit christusgleich weit ausgebreiteten Flügeln in der Luft hängend sein Schicksal beklagte oder der Paravent mit den goldenen Liebesvögeln, der aus der Bühnenseite ausgeklappt wurde und dem Extrachor-Sopran über weite Strecken die Sicht versperrte.

Musikalisch hingegen war der Abend ein Erlebnis: Allen voran vermochten die von Thomas Böisch einstudierten Chöre zu begeistern. Der um den Extrachor verstärkte Opernchor bildete einen geschlossenen, homogenen Klangkörper, der zwischen dem Fortissimo des »Oh Fortuna« bis hin zu auch in den diffizilsten Pianissimo-Stellen (z. B. des »Veris leta facies«) ausdrucksstark zu gestalten wusste, ohne dass der Klang zerfaserte. Auch das von Thomas Dorsch souverän geführte Orchester überzeugte, wobei die räumliche Trennung zu den Schlaginstrumenten, die exponiert hinter dem Chor auf einer Wolke thronten, das Zusammenspiel sicherlich erschwerte.

Ein besonderes Lob verdienten Kinder- und Jugendchor, die - angeleitet von Edwina Treptow und Paul-Johannes Kirschner - nicht nur stimmlich, sondern auch noch darstellerisch jede Herausforderung meisterten. Als Solisten fungierten Michael Pegher (Tenor), der als armer Schwanenbraten (wie bereits oben erwähnt) aus dem Schnürboden herabgelassen wurde und seine mörderisch hohe Partie in luftiger Höhe in einem Klettergurt hängend sang. Dass ihm am Schluss dabei die Stimme den Dienst versagte, war nachvollziehbar.

Paul Brady stieß in der Baritonpartie, die ebenfalls unangenehm hoch liegt, gelegentlich an die Grenzen seiner Stimme, machte aber vereinzeltes Forcieren durch ein sanftes, warmes Timbre mehr als wett.

Glanzpunkt des Abends war der wunderbare Sopran von Inga-Britt Anderson, die in allen Facetten ihrer Rolle(n) zu brillieren wusste. Mit welcher Leichtigkeit sie im »Dulcissime« in höchsten Tönen zu jubeln verstand und mit welcher Leidenschaft in der Stimme sie sich dem »Süßesten völlig unterwarf«, das suchte seinesgleichen.

Verdienter Applaus für alle Beteiligten krönte einen gelungenen Premierenabend.

Foto: Andreas J. Etter
nach oben

Oldenburg hat einen Georg-Elser-Weg

09.11.2012 07:07 Uhr
Während die Stadt gerade untersuchen lässt, welche Straßennamen in Oldenburg möglicherweise nicht mehr zeitgemäß sind, nimmt Ulrich Hartig vom Internationalen Fluchtmuseum auf eigene Faust eine Straßenbenennung vor.

Vom Parkplatz hinter dem Supermarkt an der Bremer Straße 46 zur Schützenhofstraße verläuft ein Weg, der seit dem 8. November 2012 nach dem Widerständler Georg Elser benannt ist. Der Weg trug bisher keinen Namen, und es wohnt auch niemand dort, so dass niemand eine neue Adresse erhält.

Georg Elser hatte in einer Säule im Münchner Bürgerbräukeller einen Sprengsatz mit Zeitzünder versteckt, der während der Rede von Adolf Hitler am 8. November 1939 explodieren sollte. Als die Bombe hoch ging, hatte Hitler aber den Bürgerbräukeller schon wieder verlassen, weil wegen ungünstiger Wettervorhersage sein Flug vorverlegt worden war.

»Elser hat sich meiner Ansicht nach vorbildlich verhalten, weil er erkannt hatte, dass es nicht mehr darum ging, ob man sich schuldig macht, sondern nur noch, auf welche Weise«, erklärt Hartig seine Wahl. Elser habe die Tötung unschuldiger Menschen in Kauf genommen, um die Katastrophe zu verhindern.

Wie Stadtverwaltung und Einwohner reagieren werden, darüber mochte Hartig nicht spekulieren. Immerhin hat er die Aktion angekündigt, das Namensschild und auch seine Anbringung entspricht den Vorschriften, und die »Verwaltung hat bisher nichts von sich hören lassen«.
nach oben

Krabat hatte Premiere
im Kleinen Haus Staatstheater Oldenburg

27.10.2012 08:30 Uhr
von - am -


In der Inszenierung Krabat von Michael Uhl nach der Jugendbuchvorlage Otfried Preußlers geht es um das immer währende Thema des so genannten »Bösen«, seiner Verführung, um die Stärke der Liebe und den Neuanfang. Wie man das Böse tatsächlich definiert, bleibt jedem selbst überlassen.
Hier wird es mit der »Schwarzen Magie« assoziiert. Sie hält alle Protagonisten gefangen, selbst den Meister (Hajo Freitag), der diese als Machtinstrument missbraucht. Der Herr Gevatter, als Tod (Clemens Larisch), bleibt als unantastbare Variable bestehen. So auch die Oosterfamke (das Ostermädchen). Sie symbolisiert Licht, Liebe und Leben. Sie singt mit engelsgleicher Stimme in der Osternacht von der Auferstehung Christi und ist damit ein Gegenpol zu den Erfahrungen, die Krabat, gespielt von Pascal Oetjegerdes, in der Mühle macht – Unterdrückung und Tod in einem nicht endenden Kreislauf. Krabat ist von der Oosterfamke, gespielt von Annika Printz, angetan und verliebt sich.

Der Haupthandlungsort ist die Mühle. Ein dunkler Ort, an dem nicht nur das Handwerk des Müllern gelehrt wird, sondern auch die Schwarze Magie. Jeden Freitag lehrt der Meister seine Schüler, die dann in Rabengestalt verwandelt sind, Zaubersprüche aus dem Koraktor, dem Hexenbuch.
So vergehen die Jahre in der Mühle und folgen einem bestimmten Rhythmus.
Am Dreikönigstag kommt ein neuer Lehrling in die Mühle, bei Neumond erscheint der Herr Gevatter, zwei Mühlenknappen verbringen die Osternacht fernab der Mühle an einem Ort, wo jemand zu Tode gekommen ist. In der Silvesternacht stirbt ein Geselle, der beste von ihnen.
Von Neujahr bis Dreikönigen ist der Meister nicht in der Mühle. Bei seiner Rückkehr bringt er einen neuen Lehrling mit. So schließt sich der Kreis.
Ansonsten gibt es harte Arbeit für die Gesellen zu verrichten. Der Meister zeigt ihnen immer wieder seine Macht. Er ist allgegenwärtig, verwandelt sich, taucht sogar in ihren Träumen auf.
Dann passiert etwas Unerwartetes. Bei einem Zweikampf mit einem anderen Zauberer verliert der Meister. Dieser scheint nicht so mächtig und kann besiegt werden, denkt Krabat.
Es kommt wieder die Osterzeit. In der Osternacht hat Krabat die Gelegenheit, die Oosterfamke zu treffen und nutzt diese. Beide müssen ihre Zuneigung vor dem Meister und seiner Schwarzen Magie verbergen.
Um diese Liebe zu retten, gibt es einen Weg, erfährt Krabat. Ein Mädchen, das man liebt und dessen Name der Meister nicht kennen darf, muss diesen beim Meister frei bitten.
Sie muss eine Probe bestehen, auf Leben und Tod - für beide. Fast zeitgleich erhält Krabat ein verlockendes Angebot. Er kann Meister in der Mühle werden mit allen Mächten der Magie. Außerdem muss er jedes Jahr zu Silvester dem Herrn Gevatter ein Opfer bringen. Welchen Weg geht Krabat, den der Versuchung und Macht oder den der Liebe?

Mit jungen Erwachsenen aus der Region wird diese mehrschichtige, moderne Inszenierung kraftvoll und mit viel Energie präsentiert.
Die Laiendarsteller leisten hervorragende Arbeit. Ihr Spiel wirkt überzeugend und nicht aufgesetzt. Der Charakter jeder einzelnen Figur wird lebendig und ausgeprägt gespielt.
Pascal Oetjegerdes spielt den Krabat nicht nur wirklichkeitsgetreu in seinen Entwicklungsprozessen, sondern auch in emotionalen Brennpunkten - vom unerfahrenen Lehrling zum verantwortungsvollen Gesellen. Markant ist die Entschlossenheit, die er zeigt, als es darum geht, das verlockende Angebot des Meisters abzulehnen und einen neuen Weg zu gehen.
Ein besonderer emotionaler Brennpunkt entsteht, als Krabat während der Probe Angst um die Oosterfamke hat.
Hajo Freitag, langjähriges Mitglied der August-Hinrichs-Bühne, spielt den Macht besessenen Meister. Der Zuschauer bekommt durch seine Leistung ein Gefühl davon, was es bedeutet, willkürliche Macht zu besitzen und Macht hungrig zu sein.

Tonda, gespielt von Sven Gerstmann, ist bis zu seinem Tod die Konstante in der Gruppe der Müllerknappen. Sven Gerstmann stattet die Figur mit Selbstsicherheit und Erfahrung aus. Selbst ihrem nahenden Tod begegnet sie mit Haltung.

Jakob Rohde spielt den Juro. Er bringt einen perfekten Rollenwechsel dar. In seinem Spiel nimmt man ihm den etwas trotteligen Juro ab, der die Schweine hütet und den Haushalt versorgt und es nie zu einem guten Magier bringt. Dann zeigt er sein wahres Gesicht und wird zu einem Insider der schwarzen Magie, nur um sich vor dem Meister zu schützten. Juro ist eine gewitzte, kluge, positive und vorausschauende Figur und so wird er auch von Jakob Rohde gespielt.

Dieses Stück spielt in einer ländlichen Umgebung, in der das Handwerk eine große Rolle spielt. Deshalb passt es gut, es ins Niederdeutsche zu übersetzen (von Cornelia Ehlers).
Es ist die Sprache des einfachen Volkes. Krabat erwähnt in einer Passage sinngemäß, dass er froh sei, nicht mehr beim Pastor zu wohnen, dort würde immer hochdeutsch gesprochen und das möge er nicht.
Dafür gibt es weitere Gründe. Wer plattdeutsch spricht, weiß, dass es eine melodische Sprache ist, die dem Menschen zugewandt ist und in der Gefühle besser zum Ausdruck kommen als im hochdeutschen. Hochdeutsch ist eher statisch und formal.
Und so ist es nur schlüssig, dass ein Stück, das von so elementaren Dingen wie Liebe, Versuchung, Macht und dem so genannten „Bösen“ handelt, mit einer menschlichen Sprache unterstützt wird.
Außerdem hat das Plattdeutsche den Vorteil, dass vieles mit weniger Worten zum Ausdruck gebracht werden kann als im Hochdeutschen. Das kommt besonders in den humoristischen Sequenzen des Stückes zum Tragen – der Verkauf des Ochsen.

Zum Schluss möchte ich noch auf einiges hinweisen. Auf Anfrage wurde mir mitgeteilt, dass das Stück in seiner Altersbegrenzung von 10 auf 13 Jahre heraufgesetzt wurde.
In einer Kurzeinführung, eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung, wird auf den Inhalt des Stückes, das Niederdeutsche und die Bedeutung der heidnischen und christlichen Feiertage näher eingegangen.
So ist es für den Zuschauer möglich, ein tieferes Verständnis für die Thematik zu bekommen und auch den damit verbundenen reduzierten Bühnenaufbau.


Nächste Vorstellung:
Sonntag 28.10.2012, 15:00 Uhr, Kleines Haus
Kurzeinführung: ab 14:30 Uhr


Bild: Staatstheater
nach oben

Blauschimmel-Atelier stellt vielfältiges Programm vor

22.10.2012 09:28 Uhr
Passend zum ungewöhnlich warmen Wetter für einen 20. Oktober 2012 unterstützte die Rhythmusgruppe »Feuersalasamba« akustisch und auch optisch den Informationsstand des Blauschimmel-Ateliers am Sonnabend in der Innenstadt. Musik, Tanz und Theater, Malerei, Maskenbau und Maskenspiel, damit ist das Blauschimmel-Programm grob umrissen, und dennoch ist kaum etwas über die Vielfalt des Angebotes gesagt. 1998 gründeten Künstlerinnen und Künstler in Anlehnung an das Bremer »Blaumeier-Atelier« das »Projekt zur Förderung der Blauen Kunst - Kultur und Begegnung e. V.«. Seitdem begegnen sich bei Blauschimmel verschiedenste Menschen unterschiedlichster Herkunft bei wöchentlichen Proben und Veranstaltungen oder zu Workshops, Praxistagen und Bildungsurlauben. So ist das Blauschimmel-Atelier nebenbei auch ein echtes Inklusionsprojekt, das seine Kurse und Projekte über Kursgebühren, Vereinsbeiträge und Spenden sowie gelegentlich auch Sonderzuwendungen finanziert, so wie in diesem Jahr, wo der Verein am Erlös der Stadttombola beiteiligt ist.

Foto: Manu Wittl


Kursprogramm 2012 (pdf)
Wochenprogramm (pdf)
nach oben

Zielstrebige Zusammenarbeit trotz vieler Unterschiede

25.09.2012 11:00 Uhr
Zu den zahlreichen Begleitveranstaltungen des 16. Deutschen Präventionstages im Mai 2011 in Oldenburg gehörte die Fachtagung »Interreligiöser Dialog«, zu der Repräsentanten der in der Stadt vertretenen Religionsgemeinschaften zusammenkamen, um sich besser kennen zu lernen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Diese Tagung verlief so erfolgreich, dass alle Beteiligten sich anschließend für die dauerhafte Einrichtung eines Arbeitskreises Religionen aussprachen.

Und so wird der Dialog unter dem Dach des Präventionsrates und in Kooperation mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Oldenburg kontinuierlich weitergeführt. Er wird begleitet von Prof. Dr. Jürgen Heumann, (Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Carl-von-Ossietzky Universität) und dem Religionswissenschaftler Tobias Frick.

Der interreligiöse Dialog wird zum Wohle der Stadt und aller ihrer Bewohner geführt und möchte sich an der politischen Willensbildung beteiligen. Darum bezieht die Gruppe auch Position zu ethischen und gesellschaftlichen Themen. Theologische Unterschiede bleiben dabei bewusst außen vor, die »Frage nach der Wahrheit« wird in diesem Kreis nicht diskutiert. Der Arbeitskreis hat inzwischen weitere Religionsgemeinschaften und Gemeinden einbezogen und ist auch in Zukunft offen für Neuaufnahmen.

Wie bedeutend das gegenseitige Kennenlernen der Religionen für ein friedliches Zusammenleben ist, zeigen die Ereignisse der letzten Tage erneut in drastischer Weise. Die Gruppe Religionen im Präventionsrat übernimmt Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben in Oldenburg und setzt Zeichen für die Bedeutung von Vielfalt und Dialog in Oldenburg. Die Aufnahme von Flüchtlingen ist ein Thema, zu dem reichlich Erfahrungen innerhalb der religiösen Gemeinden vorliegen. Diese sollen ebenso wie die Integrationserfahrungen zum Zusammenleben mit Menschen »aus der Fremde« eingebracht werden.


Dazu hat der Arbeitskreis die folgende Erklärung herausgegeben:

Stellungnahme des Arbeitskreis Religionen

In unseren Religionen und Kulturen sind Flucht und Vertreibung sowie die Aufnahme und der Schutz von Flüchtlingen und die Gastfreundschaft gegenüber Fremden tief verwurzelt. Flüchtlinge sind nicht als Problem anzusehen, sondern als Menschen, die in Not sind, denen geholfen werden muss und deren Probleme es gemeinsam zu lösen gilt. Deshalb stellen wir fest:
  • Wir wollen aktiv an der Gestaltung eines friedlichen Zusammenlebens mitwirken.
  • Wir wollen unsere Erfahrung aus der Integrations- und Flüchtlingsarbeit zur Verfügung stellen und Begleiter des Prozesses der Integration sein. Unsere Stadt soll ein Ort sein, in dem Fremde nicht Fremde bleiben.
  • Wir wollen einen Prozess des Miteinander-Redens anstoßen, in dem auch Ängste offen angesprochen werden dürfen.
  • Wir wollen uns gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einsetzen und wollen die Zukunft unserer Stadt mit gestalten.
  • Wir sind davon überzeugt, dass eine gelebte Vielfalt und deren Wertschätzung eine positive Auswirkung auf unsere Stadt und unsere Gesellschaft als Ganzes haben.

Durch das Vorhaben der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen in unserer Stadt stehen wir aufgrund des fehlenden Wohnraums vor einem Problem, das es zu bewältigen gilt. Wir setzen uns dafür ein, einen gemeinsamen Weg zu finden und ein friedliches Zusammenleben zu gestalten.

nach oben

Komplexe Sprache und plakative Bilder

15.09.2012 07:30 Uhr
»Willkommen in Theben« im Staatstheater

von Carsten Lienemann

Der offenbar äußerst brutale Bürgerkrieg in Theben ist vorbei, aus den ersten freien Wahlen ist überraschend Eurydike als Siegerin hervorgegangen. Nun braucht sie die Hilfe der Supermacht Athen, um ihre Stadt wieder aufzubauen. Theseus, »Erster Bürger« des demokratischen Athen, ist mit seinem Gefolge zu Verhandlungen angereist, gibt aber harte Bedingungen vor und will überdies Profit aus der angebotenen Wirtschaftsförderung ziehen. Auch die Thebaner machen es Eurydike nicht leicht: Oppositionsführer Prinz Thydeus versucht, das Volk aufzuwiegeln und denkt an einen Putsch, Antigone begräbt gegen das Verbot ihrer Tante Eurydike ihren Bruder, den Kriegsverbrecher Polyneikes.

24 Darstellerinnen und Darsteller sind im Laufe der 170 Minuten auf der Bühne aktiv, da könnte man als Zuschauer schon mal den Überblick verlieren, wenn die Akteure nicht fast alle ihren Rollennamen auf der Brust trügen und darüber hinaus die Gruppenzugehörigkeit farblich gekennzeichnet wäre: weiß für die Athener, rot für die gewählte Regierung, schwarz für die Opposition, NATO-oliv für die Soldaten, grau für das Volk.

Das Stück von Moira Buffini wurde im Juni 2010 im Royal National Theatre in London uraufgeführt, die Inszenierung von Christina Rast in Oldenburg ist die deutschsprachige Erstaufführung. Viele Vergleichsmöglichkeiten gibt es also noch nicht.

Es ist eine laute Inszenierung. Während der Text nur mit hoher Konzentration verständlich ist, sind die Bilder sehr plakativ, und dabei nur selten unterstützend, gelegentlich sogar eher verwirrend.

Die handelnden Personen sind zwar der griechischen Mythologie entnommen, aber die Handlung spielt im 21. Jahrhundert. Und ob Liberia oder ein anderes Land als Vorbild dient, ist unerheblich. Bürgerkriege und die Folgen sind überall gleich, die Kämpfer sind traumatisiert, das Volk nachhaltig zerstritten, egal ob im ehemaligen Jugoslawien, in Südostasien oder in Afrika.

Die Charaktere sind auf Typen reduziert, austauschbar. Einzig Eurydike hat ein bisschen mehr Tiefe erhalten. Sie ist Idealistin, wenn auch nicht ohne eigene Unzulänglichkeiten. Sie will aus Prinzip nicht mit der anderen Supermacht Sparta verhandeln und korrigiert den Fehler, Polyneikes das Begräbnis zu verweigern; aber schon die anderen Frauen des Kabinetts sind einfacher strukturiert. Auch die Figur des Theseus ist die eines Machtpolitikers, der den großzügigen Entwicklungshelfer gibt. Ähnliches könnte man auch über die anderen sagen.

Aber austauschbar sind auch die Politiker, die Staaten dieser Welt lenken, ob gewählt oder nicht. Es sind immer die gleichen Typen, seit Jahrtausenden. Und niemand lernt etwas daraus. Insofern ist diese Form der Darstellung absolut angemessen.

Foto: Andreas J. Etter
nach oben

FDP sorgt sich um Museumsshop

06.09.2012 10:03 Uhr
Ratsherr Hans-Richard Schwartz (FDP) beantragt für die nächste Sitzung des Kulturausschusses (18.09., 17:00 Uhr, Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, Seminarraum 2), einen Bericht über den Museumsshop im Horst-Janssen-Museum/Stadtmuseum auf die Tagesordnung zu setzen, in dem über geplante Maßnahmen und verfügbare Haushaltsmittel informiert wird.

»Der Museumsshop, der offenbar seit geraumer Zeit nicht mehr verpachtet ist, sondern in Eigenregie der Stadt betrieben wird, befindet sich nach unserer Ansicht, die auch zahlreiche Besucher teilen, in einem verbesserungswürdigen Zustand: Gegenwärtig ist dessen Angebot recht beschränkt. Dessen Attraktivität könnte sicherlich durch verschiedene Maßnahmen - sowohl in der Ausstattung als auch in der Erweiterung des Angebots bzw. der Präsentation - gestei- gert werden«, so Schwartz.

Im übrigen erscheine es offenkundig, dass das Art-Cafe durch mancherlei Erneuerungen bei der Einrichtung eine Aufwertung verdiene. Weiterhin dürfte die technische Ausstattung der Gastronomie dringend erneuerungsbedürftig sein.
nach oben

Ausstellung: Die Alchemistin

03.08.2012 06:00 Uhr
von - A-M -


Keramiken, Plastiken und Skulpturen von Katrin Neubert im Pulvertum


Der Pulverturm scheint genau der richtige Ort für die Ausstellung der Werke von Katrin Neubert zu sein. Der historische Ort mit seinen verklinkerten Mauern und dem doch eher rustikalen Charme versetzt den Besucher beim Betreten der Ausstellung in ein anderes Raum-Zeit-Konzept. So kann dieser Ort zum Geschichten erfinden einladen. Vielleicht beabsichtigt dies die Künstlerin nicht in der Gesamtheit mit der jetzigen Präsentation. Doch es wäre schön, wenn Besucher dort eigene Geschichten zu dieser Ausstellung erfinden würden. Der Ort mit dieser Ausstellung regt dazu an.

So könnte man zum Beispiel in ein großes Labor gekommen sein. Der kauzige Professor ist kurz weg. Vielleicht zum Optiker, um die Nickelbrille richten zu lassen, oder er ist beim Bäcker, um einen Coffee to go zu kaufen. Seine Existenz ist aber eindeutig! Der Totenkopf in der Nische - neben den Destillationsgeräten - weist darauf hin. Jeder Wissenschaftler, der etwas auf sich hält, hat einen Totenkopf auf dem Schreibtisch. Außerdem sind dort seine vielen Experimente. Einige sind ihm gelungen, andere außer Kontrolle geraten!!
Zudem hat der Professor Viren erforscht und diese dann dreidimensional dargestellt. Die vielen Modelle in seinem Labor zeugen davon. Gleich daneben auf großen Tischen liegen überdimensionale Querschnitte von pflanzlichen Zellen im Modell. Ein anderes Fachgebiet? Er ist sehr vielseitig begabt.
Gegenüber quellen einige Petrischalen mit Zellkulturen über. Die Kulturen stehen in Nährlösungen und haben soviel Kraft zum Wachsen, dass sie kunterbunt in die Höhe schnellen. Der Professor scheint auch sehr innovativ zu sein: in seinen Nährlösungen wachsen sogar Platinen – Respekt!

Was ich ein wenig gruselig finde, sind die Kokons. Sie sind ungefähr 1,50m lang. Mein erster Gedanke war, hoffentlich bleiben die an der Decke hängen. Und mein zweiter, was verpuppt sich da? Trotz allem, finde ich, strahlen sie Ruhe aus. Ach, noch etwas: Der Professor scheint schon sehr lange im Pulverturm zu forschen. In den Nischen wachsen Pilze. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, in den Baumarkt zu fahren, um ein Anti-Schimmelspray zu kaufen. Dann ist mir aber eingefallen, dass ich heimlich in seinem Labor war. Die Tür stand auf …

Katrin Neubert bringt uns mit ihren Keramiken und Skulpturen die Welt der Biologie (wieder) näher. Ihre Werke sind phantasievoll und verlassen nie den Bezug zum Original. Sie verschönert oder überspitzt die Natur ein wenig. So fällt uns die Existenz der Natur und ihre Schönheit erst auf.

Falls Sie, als Besucher dieser Ausstellung, eine Geschichte erfinden, so ist das keine Veralberung oder Schmälerung der künstlerischen Arbeit. Sie setzen sich in diesem Moment mit der Arbeit eindeutiger auseinander. Sehen also, was die Künstlerin wie geschaffen hat. Und haben besser die Thematik vor Augen: Biologie und damit auch die Natur.


Besuchen Sie die Ausstellung und erfinden Sie Ihre eigene Geschichte.

Ausstellung Katrin Neubert: „Die Alchemistin“
geöffnet bis zum 19.08.2012
freitags: 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr
samstags/ sonntags: 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Eintritt: frei
nach oben

DEL CASTILLO zur Eröffnung des Kultursommers 2012

13.07.2012 01:00 Uhr
von - m.petrick -




DEL CASTILLO nennen ihren Stil "Nuevo Americano" und überraschen ihre Zuhörer mit einem sehr abwechslungsreichen Repertoire.
Die sechsköpfige Band um die beiden namensgebenden Brüder Rick & Mark del Castillo spielt eine Mischung aus elektrifiziertem Flamenco, mexikanischer Folklore, Latin, Rock und Blues.
Die Band wurde im Jahr 2000 von den beiden Brüdern gründet. Weitere Mitglieder sind der charismatische Frontmann und Sänger Alex Ruiz, Albert Besteiro, der am Bass für das Rhythmusgerüst sorgt, Mike Zeoli am Schlagzeug sowie Carmelo Torre an den Perkussion.
DEL CASTILLO wurden bereits mit über 20 Music Awards in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet, waren "Band of the Year" und "Best World Music Band" und begeistern überall, wo sie auftreten, ihr Publikum: Das Temperament, die Leidenschaft und die schier unglaubliche Virtuosität der Band übertragen sich sofort auf die Zuschauer und verwandeln jeden Konzertsaal in einen brodelnden Hexenkessel!

Davon war aber in Oldenburg wenig zu bemerken, und das lag nicht an den Musikern, vielmehr sparten die Verantwortlichen der Technik keine Mühe, die Darbietung im akustischen Erleben zu einem an Körperverletzung grenzenden Wellensalat zu verstümmeln.
Jedes etwas bessere Radio hat eine bessere Tonqualität als die, die heute Abend zu hören war.

Sieht man einmal davon ab, dass der Standort der Bühne nach akustischen Erwägungen der schlechteste aller möglichen gewesen ist, konnte der Eindruck entstehen, es gäbe eine Lautstärkenvorgabe, an die alle Instrumente und Stimmen im oberen Dezibelbereich einheitlich angepasst wurden.
Keine Dynamik, kein Bass, Gesangsstimmen, als kämen sie aus Blechdosen, das filigrane Spiel der Gitarren ging unter im schlecht definierten (aber beileibe nicht schlecht gespielten) Sound der Perkussionen, sogar dem pointierten WahWah fehlte der hörbare Kontext.
Also: Entweder lag hier ein Fall von Arbeitsverweigerung der Leute an den Mischpulten vor, oder es ist an der absolut falschesten Stelle gespart worden, dem technischen Equipment.

Schade für die Musiker, die einfach grandios waren. Leider blieb es aber auf weiten Strecken mehr eine Ahnung davon.

Es waren wohl die Tränen der neun Olympischen Musen, während des Konzertes noch damenhaft zurückgehalten, die dann als Regen nach 22 Uhr wahrgenommen werden konnten...
nach oben

Claudia Giannetti wird neue Leiterin
des Edith-Ruß-Hauses fürMedienkunst

18.06.2012 06:00 Uhr

Arbeitsbeginn in Oldenburg für Oktober 2012 geplant

Das Oldenburger Edith-Ruß-Haus für Medienkunst wird ab 1.Oktober dieses Jahres unter neuer Leitung stehen.
Dr. Claudia Giannetti, für die sich der Verwaltungsausschuss einmütig entschieden hatte, hat ihre verbindliche Zusage erteilt. Sie tritt damit die Nachfolge von Sabine Himmelsbach an, die als Leiterin des Hauses für elektronische Künste nach Basel wechselte.

»Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Giannetti eine international renommierte Kuratorin und Wissenschaftlerin an das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst holen konnten«, so Dr. Friedrich Scheele, Direktor der städtischen Museen, Sammlungen und Kunsthäuser über den Leitungswechsel.
»Frau Giannetti wird mit ihrer profunden Kenntnis der Medienkunstlandschaft sicher für spannende Projekte und Ausstellungen in Oldenburg stehen.«

Die gebürtige Brasilianerin lebt und arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren in Barcelona. Claudia Giannetti studierte Musikwissenschaft, Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte. Sie promovierte an der Universität von Barcelona über Ästhetik der Medienkunst. Von 1993 bis 1999 war sie Direktorin des Kunstvereins L'Angelot in Barcelona, der der erste auf Medienkunst spezialisierte Raum auf der iberischen Halbinsel war.
Von 1998 bis 2007 stand sie dem wichtigsten Medienkunstzentrum Spaniens MECAD/Media Centre of Art & Design als Direktorin vor. Darüber hinaus übernahm Claudia Giannetti bis 2009 die Leitung des *International Festival for Arts and Digital Cultures* auf Gran Canaria.

Giannetti ist ordentliche Professorin an der Universität Évora bei Lissabon und Gastprofessorin an der Universität Pompeu Fabra in Barcelona.
Mit einer Vielzahl an wissenschaftlichen Fachpublikationen, Forschungsprojekten und Vortragsreisen hat die 50-Jährige sich international auf dem Gebiet der Medienkunst und -theorie einen Namen gemacht. Darüber hinaus war sie als Kuratorin und künstlerische Leiterin von zahlreichen Ausstellungen, Kongressen und Medienfestivals tätig, unter anderem in Deutschland, Spanien, Frankreich, Brasilien, Argentinien, Kolumbien, U.S.A., China und Mexiko.
Dr. Giannetti arbeitete außerdem als beratende Expertin für Projekte und Programme der UNESCO, der EU und des spanischen und Schweizer Kulturministeriums.


Quelle: Stadt Oldenburg/Bild: Dr. Claudia Giannetti, Foto Marcel lí Sàenz
nach oben

Ratlos vor der Frittenbude

12.06.2012 07:21 Uhr
Premiere von Puccinis »La Bohème« im Oldenburger Staatstheater

von Marlies Folkens

Am Schluss stirbt Mimi (Angela Bic). Nur Musetta (Inga-Britt Andersson) steht noch neben der Toten, die auf einem Lüftungsgitter liegt, notdürftig bedeckt mit den Mänteln der Freunde. Alle anderen sind davongelaufen, auch Rudolfo (Stefan Heibach), ihr kindsköpfiger Geliebter. Musettas Blick wandert ins Publikum, ratlos hebt sie die Arme und lässt sie wieder sinken.

Dieses Gefühl konnte ich ein wenig nachvollziehen bei der Premiere am 10. Juni. War diese Inszenierung nun ein großer Wurf oder doch ein bisschen am Thema vorbei?

Sich sklavisch an den Regie-Vorgaben des Librettos festzuhalten, ist weder zeitgemäß, noch ist es sinnvoll. Um zu aktuell und interessant zu bleiben, sollte, ja, muss Oper immer wieder neu interpretiert werden. Und immer ist es eine Gratwanderung zwischen dem Inhalt, der in der Musik und dem Textbuch verankert ist und den Ideen, die der Regisseur auf der Bühne visualisieren möchte.

Nun gehört Puccins »La Bohème« im weiteren Sinne zu den Verismo Opern, deren Handlung sowieso schon in einem realistischen Umfeld angesiedelt ist. Ist es dann nötig, die Geschichte um den Poeten Rudolfo und seine Liebe zu der schwindsüchtigen Blumenstickerin Mimi (die ja eigentlich Lucia heißt) aus dem Paris des 19. Jahrhunderts zu reißen und in die Gegenwart und Realität von Obdachlosen zu verpflanzen, um sie verständlicher zu machen? Es ist zumindest schwierig und in der Oldenburger Inszenierung meines Erachtens nicht überall gelungen.

Das erste Bild spielt hier nicht in der kalten, zugigen Behausung der Freunde Rudolfo und Marcello (Paul Brady), sondern vor einer Imbissbude, über der ein beleuchteter Weihnachtsstern schwebt. Um sich zu wärmen, entfachen die Freunde im Papierkorb ein Feuerchen mit Rudolfos Manuskript. Eine Unterkunft scheinen sie nicht zu haben, denn sie tragen ihr Hab und Gut in großen Reisetaschen mit sich, auch die Köpfe zu ihren Weihnachtskostümen, mit denen sie im zweiten Bild auftreten.

Mimi, angetan mit Blümchenkleid und Tweedjacke mit Pelzkragen, wirkt eher altjüngferlich als naiv und schüchtern. Sie sucht den Anschluss an Rodolfo, wirft ihren Schlüssel in den U-Bahnschacht, über dem sie später in Marilyn-Monroe-Manier die Röcke fliegen lässt. Vor Rudolfo, der zunächst vor ihren kalten Händen eher zurückschreckt, als sie zu wärmen, breitet sie ihr ganzes Leben in Form des Inhaltes ihrer Handtasche aus. Ein wirklich grandioser Regieeinfall.

Im zweiten Akt verwandelt sich die Bühne in das Weihnachts-Schaufenster eines Kaufhauses und die Bohemiens scheinen dort eine Art lebende Schaufensterdekoration zu sein. Begeisterte Käufer stürmen das ganze Theater, Chormitglieder in den Logen, in den Türen, auf der Bühne, vor dem Orchestergraben. Da als Zuschauer noch den Überblick zu behalten, ist nicht ganz leicht. Das scheint in meinen Augen das generelle Problem dieses Aktes. Allzu viel ist auf und vor der Bühne los, was von der eigentlichen Handlung ablenkt. Und einiges bleibt einfach unverständlich, wie die grauen Stoffstreifen, die am Schluss des Aktes heruntergelassen werden und die stark an eine Autowaschanlage erinnern. Schade auch, dass in der Hektik der Auftritt der Musetta zu drastisch ausfällt: Dass sie bei der Beschreibung ihrer Wirkung auf die Männer ihre Röcke lüpft, bis der pinkfarbene Slip zum Vorschein kommt und sie sich wie in der 0190er Werbung zu räkeln beginnt, ist meines Erachtens einfach zu viel des Guten. Dabei ist ihr Auftritt gesanglich das Highlight des Abends.

Das dritte Bild beginnt mit der Weihnachtsgeschichte. Aus dem Off wird der Text »Und es waren Hirten auf dem Felde ...« gelesen. Nur sind es keine Hirten und auch nicht die Zollschranke an der Pariser Stadtgrenze. Es ist ein Müllplatz. Reste der Schaufensterdekoration aus dem zweiten Bild liegen herum, es ist grau und neblig und es schneit. Zwischen Papier und Müll liegen Plüschtiere - Rentier, Ente und Eisbär aus dem zweiten Bild tauchen wieder auf - und aus einer schwarzen Tüte holt einer der zahlreichen Müllsammler einen Stapel eben jener rosa Enten-Kinderkappen hervor, die Rudolfo Mimi geschenkt hatte, und wirft damit herum. Marcello, Rudolfo, Schaunard (Peter Felix Bauer)und Colline (Andrey Valiguras) sind mit Raureif bedeckt und grauhaarig. In seiner Trostlosigkeit und Erstarrung ist dies ein großartig umgesetztes Bild.

Nur Musetta ist nicht erstarrt, aber auch sie ist bereits auf der Spirale nach unten. Ihre Haare haben die Locken verloren, ihr freizügiges blaues Kleid ist zerrissen, aber sie ist noch in der Lage, sich mit Marcello einen verbalen Schlagabtausch zu liefern, der in einem Handgemenge endet, und macht sich mit ihrem Koffer auf den Weg, während sich Rudolfo und Mimi aneinander klammern.

Im vierten Bild kehrt die Handlung wieder zu der Imbissbude zurück. Die vier Bohemiens, immer noch mit Reif bedeckt und grauhaarig, machen ihre Mätzchen, spielen und tanzen und täuschen sich so über die Tatsache hinweg, dass sie nichts weiter als Obdachlose sind und bleiben in ihrer Traumwelt. Erst Musetta, die die todkranke Mimi mitbringt, holt sie auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie versucht alles organisieren, um Mimi noch zu helfen, aber vergeblich. Selbst Rudolfo verharrt zunächst in seiner Erstarrung, ehe er vor der toten Mimi davonläuft. Nur Musetta steht neben der Leiche und schaut fragend ins Publikum.

Musikalisch hatte der Abend viel zu bieten. Das Oldenburgische Staatsorchester brillierte besonders in den leisen Passagen. Sehr sicher und souverän in den Tempi führte Johannes Stert seine Musiker durch die Partitur, leider aber deckte das Orchester gelegentlich die Sänger einfach zu. Besonders der lyrische Tenor von Stefan Heibach hatte Schwierigkeiten, sich gegen das Forte des Orchesters durchzusetzen und klang in der Höhe etwas angestrengt. Ansonsten kam sein warmes Timbre der Interpretation des Rudolfo, eben nicht der strahlende Held und Liebhaber zu sein, sondern ein überforderter junger Mann, der letztendlich vor der Wirklichkeit Reißaus nimmt, sehr entgegen. Ebenfalls mit großer Spielfreunde und stimmlich souverän meisterten Paul Brady (Marcello) , Peter Felix Bauer (Schaunard) und Andry Valiguras (Colline) ihre Partien.

Besonders hervorzuheben sind die beiden Frauenrollen: Zum einen Angela Bic, die die Mimi mit schlankem, in der Höhe strahlendem Sopran gestaltete und besonders in den leisen Tönen die Tragik dieser Figur erlebbar machte. Zum Highlight des Abend wurde Inga-Britt Anderssons Musetta: Leidenschaftlich und glanzvoll in der Höhe, flexibel und warm in der Tiefe, brachte sie allein mit ihrer Stimme den Charakter der Musetta über die Bühenrampe (auf der sitzend sie ihre Arie »Quando m'en vò« sang). Da hätte es des oben beschriebenen Röckelüpfens gar nicht bedurft.

Ebenfalls sehr lobend zu erwähnen sind die Chöre (Opernchor, Extrachor und Kinder- und Jugendchor des Oldenburgischen Staatstheaters), die vor allem im zweiten Akt eine wahre Meisterleistung vollbrachten, denn sie standen nicht nur auf der Bühne, sondern verteilten sich im gesamten Zuschauerraum und in den Logen, was für ein ganz besonderes Klangerlebnis sorgte. Der Zuschauer war mitten im Geschehen.

Das Publikum honorierte einen insgesamt sehr gelungenen Premieren-Abend mit begeistertem Applaus und etlichen Bravos für Sänger, Orchester und Regieteam.

Fotos: Andreas J. Etter

Zur Bildergalerie

nach oben

Sanierung des Augusteums

25.05.2012 06:00 Uhr

Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm III für die Galerie Alte Meister bewilligt

Ziel des Landesmuseums Oldenburg ist es, das Augusteum als attraktiven Sammlungs- und Museumsstandort weiterzuentwickeln. Ein wichtiger Schritt dorthin sind die Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm III, die dem Landesmuseum gestern für die Sanierung der Galerie Alte Meister durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zur Verfügung gestellt wurden.
Sie umfassen ein Volumen von 200.000 €. Die Beantragung erfolgte durch die Unterstützung von Staatssekretär Thomas Kossendey MdB. Das geschätzte Gesamtvolumen der Sanierung umfasst ca. 1,8 Mio. €.

Mit der Sanierung soll dem Charakter und der Historie des Hauses, ebenso wie der internationalen Bedeutung der Sammlungen, Rechnung getragen werden.
Das Augusteum beherbergt heute Teile der ehemaligen Großherzoglichen Gemäldesammlung, vorzugsweise niederländische und italienische Gemälde sowie deutsche und französische Malerei vom 15. bis zum 18. Jahrhundert.
Ziel ist es, das Gebäude den heutigen Standards des internationalen Ausstellungsbetriebes anzupassen. So können wieder bundesweit und international beachtete Sonderausstellungen gezeigt werden. Auch der eigentliche Bestimmungszweck des Augusteums als Gebäude für Wechsel- und Dauerausstellungen soll wiederhergestellt werden.

Die Maßnahmen umfassen eine Sanierung im Hinblick auf die aktuellen Brandschutzbestimmungen sowie die denkmalpflegerische Substanzerhaltung des Gebäudes. Vorgesehen sind unter anderem auch restauratorische Untersuchungen im Treppenhaus, am Dielenboden sowie den Fenstern und Türen. Für den Beginn der Baumaßnahmen ist jedoch eine weitere Mittelzuweisung des Landes Niedersachsen erforderlich.

Das Erdgeschoss des Augusteums soll voranging als Fläche für Sonderausstellungsprojekte genutzt werden. Im Obergeschoss ist eine zeitgemäße Präsentation der Galerie Alte Meister geplant. Die Highlights der Sammlung sollen dort dauerhaft gezeigt und in einem wechselnden Turnus mit bedeutenden Leihgaben aus Sammlungen des In- und Auslands präsentiert werden.
Diese Aufteilung zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss bzw. von Wechselausstellungsfläche und Dauerausstellung entspricht im Wesentlichen der ursprünglichen Nutzung des Gebäudes wie sie von Großherzog Nikolaus Friedrich Peter angedacht war.

Die Denkmalschutz-Sonderprogramme, die erstmals im Jahr 2008 initiiert wurden, berücksichtigen vor allem Kultureinrichtungen in den Regionen.
Sie ergänzen damit das reguläre Denkmalpflegeprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“, das seit 1950 besteht. Unterstützt werden grundsätzlich Substanzsicherungs- und Restaurierungsarbeiten an Baudenkmälern, die unser nationales kulturelles Erbe mit prägen.

Zur Baugeschichte des Augusteums

Die Entstehung des Augusteums geht auf eine Stiftung des Oldenburger Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter (1827–1900) zurück, dessen Regentschaft von 1853 bis 1900 eine Blütezeit der bildenden Kunst in Oldenburg darstellte.
Der Name "Augusteum" verweist dabei auf seinen Vater, Großherzog Paul Friedrich August (1783–1853). Nach der Bremer Kunsthalle (1849) und dem Museum für Wissenschaft und Kunst in Hannover (1856) gehört das Augusteum nicht nur zu den ersten Museumsbauten in Norddeutschland, sondern es ist auch der erste Museumbau im Großherzogtum Oldenburg.

Mit dem Bau wurde der in Bremen ansässige Architekt Ernst Klingenberg (1830–1918) beauftragt. Das Augusteum entstand zwischen 1865 und 1867 unter seiner Leitung. Als stilistisches Vorbild zog Klingenberg für den Fassadenaufbau des doppelstöckigen Gebäudes die Renaissancearchitektur des Florentiner Palazzo Strozzi und des römischen Palazzo Farnese heran. Der gelbliche Sichtbackstein der Fassade folgte den Vorlieben des Zeitgeschmacks.

Nach der Eröffnung des Gebäudes zeigte der Kunstverein im Erdgeschoss Wechselausstellungen, während die Großherzogliche Gemäldegalerie im Obergeschoss präsentiert wurde. Der Erste Weltkrieg und die Abdankung des Großherzogs führten zum Verlust eines Teilbestands der großherzoglichen Kunstsammlung.
Der verbleibende Bestand wurde in das zum Landesmuseum Oldenburg umgewidmete Oldenburger Schloss überführt. Im Jahr 1976 verkaufte der Kunstverein das Augusteum an das Land Niedersachsen.
Die nun folgende Sanierungsmaßnahme entsprach gestalterisch dem Zeitgeschmack der späten 1970er Jahre und wurde ohne Rücksichtnahme auf die klimatischen Anforderungen einer Gemäldegalerie ausgeführt. 1981 wurde das historische Ausstellungsgebäude schließlich als Abteilung des Landesmuseums für die Kunst des 20. Jahrhunderts wiedereröffnet.
Erst seit 2003, nach Eröffnung des Prinzenpalais’ als Galerie Neue Meister für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts wird das Augusteum wieder als Galerie Alte Meister genutzt.
nach oben

Bild- und Buchobjekte – Monika Koch

07.05.2012 07:00 Uhr




Kunst, die zur Entdeckung der im Verborgenen liegenden Dinge anregt.
Bild- und Buchobjekte der Künstlerin Monika Koch

Am Donnerstag, dem 10. Mai, 19.00 Uhr wird die Ausstellung „Bild- und Buchobjekte – Monika Koch“ in der Landesbibliothek Oldenburg eröffnet. Zahlreiche der Objekte entstanden erst in den vergangenen Monaten und wurden bisher noch nicht öffentlich gezeigt. Zur Vernissage ist die Künstlerin aus dem Kreis Siegen persönlich anwesend.
Die Werke, die Monika Koch in Oldenburg präsentiert, sind dem Papier und seiner verwandten Stoffe wie dem Holz gewidmet. Ihre Kunstwerke geben keine unlösbaren Rätsel auf, sondern erschließen durch den Umgang mit Papier neue Welten, immer unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass es sich beim so alltäglich verwendeten Papier um einen wertvollen und schätzenswerten Rohstoff handelt. Innerhalb ihrer gesamten Schaffensphase entwickelte Monika Koch bis heute auf dieser Basis eigenwillige Oberflächenstrukturen und Techniken. Ausgestellt werden einzelne Arbeiten auf Leinwand oder Holz und serielle, meist kleinformatige Papierarbeiten, darunter auch Buchobjekte.
Die Ausstellung vermittelt dem Betrachter eine eher stille Kunst, bei der es um die Entdeckung der oft im Verborgenen liegenden Dinge geht.

Monika Koch, geboren 1956 in Velbert, durchlief von 1995 bis 2000 ihre künstlerische Ausbildung an der Europäischen Akademie für Bildende Kunst in Trier. Sie hat ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert. Auch mit ihren literarischen Werken (Gedichte und Kurzprosa) ist sie in der Öffentlichkeit präsent.
Die Schau ist bis einschließlich 29. Juni in den Räumen der Bibliothek während der regulären Öffnungszeiten zu sehen.

Bild- und Buchobjekte – Monika Koch
Ausstellung 10. Mai – 29. Juni 2012 Eintritt frei


Eröffnung:
Do, 10. Mai, 19.00 Uhr:
Einführung von Corinna Roeder M.A. Die Künstlerin ist
anwesend.

Öffnungszeiten
Mo – Mi 10 - 18 Uhr
Do - 10 – 19 Uhr
Fr - 10 – 17 Uhr
Sa - 9 – 12 Uhr


nach oben

MUT zur Zukunft

04.05.2012 12:39 Uhr
von Carsten Lienemann

Eine Gruppe Jugendlicher nimmt im Jahr 2052 an einem Auswahlverfahren für eine Weltraummission teil. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie weg wollen, aber aus ganz unterschiedlichen Gründen, beispielsweise die Suche nach Abenteuer oder nach einer Perspektive, Ausbrechen aus Konventionen und Rollen, Bruch mit den Eltern etc. Der Aufbruch ins Weltall ist dabei vergleichbar mit Flucht und Migration von einem Land in ein anderes, wobei die Parallelen mit feinen Linien gezeichnet sind.

Dass Jugendliche sich auf die Suche begeben, um Aufgaben, lohnende Ziele und letztlich sich selbst zu finden, ist nicht neu. Auch das Jugendtheater »Rollentausch«, das am Donnerstag, 3. Mai 2012, mit dem Stück »go future - die Zukunft hat schon begonnen« Premiere feierte, hat sich mit diesem Thema schon mehrfach beschäftigt.

So ist es vor allen Dingen das »Wie«, das neu ist und das auch die 15. »Rollentausch«-Produktion sehenswert macht. Sie ist Teil des Modellprojektes »Migration und Theater« (MUT), in dem es um neue Kommunikations- und Dialogformen geht. Die Texte und Szenen haben die Jugendlichen auch diesmal selbst erarbeitet, Unterstützung erhielten sie bei Musik, Tanz und Bühnenbild.

»go future« wird auch im Rahmen der Jugendtheatertage 2012 zu sehen sein:
11. Juni, 18:00 Uhr, Exerzierhalle

Weitere Aufführungen auf Nachfrage.

Es spielen: Aycin Akbayir, Nelly Akyol, Chadia Bambanza, Sinem Bingöl, Tania Haji, Kristina Kondrasova, Benjamin Lüppens, Christopher Moder, Dimitra Petridis

Musik: Christian Jakober
Theaterpädagogik/ Netzwerkarbeit/ Künstlerische Leitung: Jörg Kowollik
Tanz, Exillyrik, Co-Leitung: Liesa Pieczyk
Bühnenbild: Reimer Meyn, Katrin Litkopf
Organisationsleitung: Ute Bommersheim
EVS, Assistenz bei Theater, Tanz und Bühnenbau: Iryna Sviatnenko
Grafik: Thomas Robbers

Foto: Rollentausch
nach oben

Musikalische Ehrung für Ágnes Heller

27.04.2012 06:00 Uhr

Muntendorf komponiert für Carl-von-Ossietzky-Preisvergabe 2012

Oldenburg. *Rundumschlag#* lautet der Titel der Komposition von Brigitta Muntendorf, die die Kölner Komponistin zu Ehren der diesjährigen Carl-von-Ossietzky-Preisträgerin Ágnes Heller geschrieben hat.
Das von der Stadt Oldenburg in Auftrag gegebene Werk wird im Rahmen der feierlichen Verleihung des Carl-von-Ossietzky-Preises für Zeitgeschichte und Politik an die ungarische Philosophin Heller am 4. Mai uraufgeführt.
Die Komposition für Flöte, E-Gitarre, Schlagwerk, Piano und Violoncello wird von den Mitgliedern des oh ton-ensembles Keiko Murakami (Straßburg), Steffen Ahrens (Frankfurt/Main), Michael Pattmann (Bochum), Thomas Hell (Hannover) und Eva Boesch (Zürich) interpretiert.
Eine weitere Aufführung ist im Herbst vorgesehen.

Brigitta Muntendorf, 1982 in Hamburg geboren, absolvierte ihr Kompositionsstudium bei Younghi Pagh Paan und Günther Steinke an der Hochschule für Künste in Bremen sowie bei Krzysztof Meyer, Rebecca Saunders und Johannes Schöllhorn an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Während ihres Studiums war sie Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2009 gründete sie das Ensemble Garage, das in inszenierten Konzerten Stücke junger Komponistinnen und Komponisten zur Aufführung bringt.

Empfohlen wurde die Komponistin von einem musikalischen Beirat, dem der Komponist und Musiker Eckart Beinke (oh ton * Förderung aktueller Musik e.V., Oldenburg), der Leiter des Projektes klangpol * Neue Musik im Nordwesten, Michael Hagemeister (Oldenburgisches Staatstheater), und die Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Melanie Unseld (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) angehören.


Bild: B. Muntendorf
nach oben

GETTING ACROZZ

26.04.2012 06:00 Uhr

Einzigartiges Übersetzerprogramm im Rahmen von PAZZ 2012


Es wird übertitelt, eingesprochen, es werden alternative Wege der Übertragung eingeschlagen.
Im Bereich des internationalen Theaters, bei Gastspielen oder Festivals rückt das Thema des Sprachtransfers immer mehr in den Mittelpunkt.

Was als Provisorium und unvermeidbare Textübermittlung begann, wird zur eigenen Kunst und Profession des Transfers komplexer Inszenierungen. Als erstes Festival überhaupt widmet sich das Internationale Performing Arts Festival PAZZ des Oldenburgischen Staatstheaters vom 20.-29. April einem Thema, das angesichts der fortschreitenden Globalisierung (auch) in der Theaterwelt eine immer wichtigere Rolle spielt: die sprachliche Übertragung fremdsprachiger Theaterproduktionen für ein lokales Publikum.

Je mehr Theaterproduktionen heute international touren, je mehr internationale Koproduktionen gezeigt werden, je mehr internationale Theaterfestivals Inszenierungen in unterschiedlichsten Sprachen präsentieren, desto wichtiger wird es, diese Produktionen angemessen ›vor Ort‹ zu vermitteln.
Da Theater jedoch nicht nur über den gesprochenen Text funktioniert, stellt sich für Übersetzer, Autoren, Theatergruppen und Festivalmacher gleichermaßen die herausfordernde Frage: Wie kann die Vermittlung gestaltet werden, um den besonderen künstlerischen Anforderungen gerecht zu werden?

Unter der Leitung von Karen Witthuhn, Yvonne Griesel und David Maß stellt PAZZ sich dieser Frage in einem Projekt mit jungen Übersetzern, das alle Produktionen sowohl für das Oldenburger Publikum als auch die internationalen Festivalbesucher zugänglich machen will.
Dazu haben sie gemeinsam mit den Künstlern nach dem bestmöglichen Weg der Übertragung gesucht. Gerade im Bereich der Performance Art ist es an der Zeit, neue Wege der Übertragung zu finden und zu durchdenken: In einem international besetzten Symposium mit Fachleuten aus verschiedenen Bereichen werden die unterschiedlichen Übertragungsarten diskutiert und übersetzerische Fragestellungen besprochen.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Thema ›Accessibility‹, womit die Vermittlung von Theater für Gehörlose und Blinde gemeint ist.

Das Symposium ›Getting Acrozz‹ für Übersetzer, Theater- und Festivalmacher vom 25. bis 28. April in Oldenburg bringt außerdem erstmals die führenden Praktiker aus Übersetzung und Theater, Wissenschaftler und Künstler zum Thema Transfer von Theaterproduktionen zusammen.
nach oben

Digitalisierter Oldenburger Sachsenspiegel
in Niedersachsens neuem Kulturerbeportal

26.04.2012 06:00 Uhr


Dem seit heute zugänglichen neuen Internetportal Kulturerbe Niedersachsen Online - www.kulturerbe.niedersachsen.de – hat auch die Landesbibliothek Oldenburg zugearbeitet. Sie hat mit der berühmten Bilderhandschrift des Oldenburger Sachsenspiegels und einer Auswahl aus ihrem Gründungsbestand, der Sammlung Brandes, über 100.000 digitalisierte Seiten in das Portal eingebracht.

Die berühmte Oldenburger Handschrift des Sachsenspiegels aus dem Jahr 1336 liegt meist im Tresor der Landesbibliothek Oldenburg und darf aus konservatorischen Gründen nur ganz selten gezeigt werden. Nun kann die kostbare Handschrift Seite für Seite von jedermann, zu jeder Zeit und von jedem Ort der Welt aus betrachtet werden.

Der zwischen 1220 und 1230 verfasste Sachsenspiegel des Ministerialen Eike von Repgow ist das bedeutendste deutsche Rechtsbuch des Mittelalters und beeinflusste die Rechtssetzung in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas. Zahlreiche Abschriften und Druckausgaben bezeugen seine lebhafte Rezeption bis in die Neuzeit hinein. Nur vier mittelalterliche Handschriften sind jedoch illustriert – und zwar in einer besonderen Form: In einer zweispaltigen Seitenaufteilung werden den Textzeilen jeweils Bildstreifen zugeordnet, die den Text veranschaulichen und kommentieren.
Die Oldenburger Bilderhandschrift wurde 1336 im Auftrag von Graf Johann III. von Oldenburg durch den Benediktinermönch Hinrich Gloyesten im Kloster Rastede in mittelniederdeutscher Sprache geschrieben. Der Text ist vollständig, der Bilderzyklus blieb unvollendet. Die Handschrift ist Eigentum der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und wird in der Landesbibliothek Oldenburg aufbewahrt.


Bild:Der Anfang des Textes aus dem Oldenburger Sachsenspiegel.
abgebildet ist Eike von Repgow unter dem Oldenburger Wappen


Kulturerbe Niedersachsen Online:
www.kulturerbe.niedersachsen.de

nach oben

PAZZ: Lachen? Nicht wirklich!

23.04.2012 23:30 Uhr
von Carsten Lienemann

Lachyoga ist eine besondere Form des Yoga, bei der Menschen in Gruppen über grundloses mechanisches Lachen, verbunden mit rhythmischen Übungen und Blickkontakt, zu echtem Lachen kommen und dabei Körper und Geist entspannen.

Die Stimmkünstlerin Antonia Baehr zeigt in »Lachen« das genaue Gegenteil. Sie hat sich von Freunden und Familie Partituren für ihr Lachen gewünscht und daraus eine Komposition verschiedener Arten des Gelächters kreiert, die sie rein mechanisch interpretiert.

Baehr führt zwar so ziemlich jede akustische Form des Lachens vor, schnatternd, gackernd, kreischend, wiehernd, grunzend, um nur einige zu nennen, beschränkt sich aber zu Beginn dabei völlig auf die Laute, nimmt später dann Mimik, noch später Gestik und schließlich den ganzen Körper dazu, aber nach wie vor rein mechanisch. Es ist eine einstudierte Choreografie, keine spontane Regung, und sie wirkt aufgesetzt. Und genau deswegen ist ihr Lachen auch kein bisschen ansteckend, auch wenn das so im Programmheft steht. Die Zuschauer lachen vereinzelt und verstummen relativ schnell wieder, an keiner Stelle lacht das ganze Publikum.

Aber Antonia Baehrs Ziel ist gar nicht die Komik. Ihr Lachen soll für sich stehen, losgelöst von Emotionen, Pointen, Umständen, Ursachen. Das Problem ist nur: Lachen ist eine unmittelbare Reaktion auf eine positive Emotion und ohne diese nicht denkbar. Alles andere sind bloße Laute ohne jede Bedeutung. Überflüssig.

Übrigens: An jedem ersten Sonntag im Mai feiert die Lachyoga-Bewegung den Weltlachtag. Um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit treffen sich Lachyoga-Freunde auf der ganzen Welt, um für eine Minute ein globales Gelächter für den Weltfrieden in den Himmel zu schicken.


Konzept, Interpretation, Komposition & Choreografie: Antonia Baehr
www.make-up-productions.net
Exerzierhalle
Weiterer Termin: 24. April, 18 Uhr; Dauer: 50 min
nach oben

PAZZ: Von weißen und roten Kaninchen

22.04.2012 14:44 Uhr
von Carsten Lienemann

Was schreibt man über ein Stück, dessen besonderer Reiz darin besteht, dass es bis unmittelbar vor dem Beginn niemand kennt, weder Zuschauer noch Schauspieler, und dessen Besuch man doch jedem dringend empfehlen möchte?

Nun, man könnte sich an die wenigen Fakten halten, die vorab bekannt sind. Der Autor, Nassim Soleimanpour, ist ein 28-jähriger Iraner. Sein Text »White Rabbit/Red Rabbit« enthält ein geschlechtsunabhängiges Ein-Personen-Stück, das dem ausführenden Schauspieler bzw. der ausführenden Schauspielerin erst auf der Bühne in einem geschlossenen Umschlag ausgehändigt wird. Diese Person beginnt unverzüglich laut vorzulesen und zu spielen, wie es ihr angemessen erscheint.

Außerdem kann man etwas über die Ausführung des Schauspielers sagen, denn der kann es ja auf keinen Fall noch einmal machen. Der erste, der sich auf dieses Experiment einlässt, ist Gregor Weber, bundesweit bekannt als Hauptkommissar Stefan Deininger aus dem Saarländischen »Tatort«.

Die Tür zum Saal befindet sich an der hinteren Wand dessen, was hier als Bühne dient. Das Publikum muss also direkt an Gregor Weber vorbei, der an einem großen Tisch sitzt, die Zuschauer betrachtet und mit einzelnen einen kurzen Gruß oder ein angedeutetes Lächeln tauscht. Auf den ersten Blick wirkt er gelassen, aber wenn man ihn ein paar Augenblicke beobachtet, sieht man doch, dass er angespannt ist.

Nachdem alle Zuschauer Platz gefunden haben, bekommt Weber den Umschlag überreicht, nimmt ihn mit schicksalsergebener Miene entgegen und öffnet ihn. Mit dem ersten gelesenen Wort aber ändert sich alles. Gregor Weber liest und spielt vom ersten Moment an sicher und souverän, er ist sofort im Thema und bekommt die schwierige Trennung zwischen »ich, der Schauspieler« und »ich, der Autor« von Anfang an gut in den Griff. Jede Betonung sitzt, als hätte er die Sätze bereits Dutzende von Malen gelesen, und dieses Niveau hält er anscheinend mühelos bis zum Ende. Ein einziges Mal muss er innerhalb dieser etwa eine Stunde währenden Aufführung neu ansetzen.

Dass der Applaus am Ende trotzdem spärlich ausfällt, liegt nicht an ihm, auch nicht am keineswegs undankbaren Publikum, sondern am vorgeschriebenen Verlauf des Stückes, das keine andere Möglichkeit zulässt. Darüber aber mehr zu sagen, wäre Verrat an den Zuschauern, die sich die Spannung erhalten möchten.

Nassim Soleimanpour
White Rabbit/Red Rabbit
Weitere Termine:
22. April, 23 Uhr: Edgar Selge
24. April, 23 Uhr: Anna Thalbach
25. April, 23 Uhr: Chris Kondek
27. April, 23 Uhr: John von Düffel

Karten, sofern noch vorhanden, gibt es in der Container-City vor der Exerzierhalle, und von da aus geht es gegen 23:00 Uhr gemeinsam zum Veranstaltungsort im Gebäude des Staatlichen Baumanagements.
nach oben

PAZZ: Geld ist ein Alien

22.04.2012 13:19 Uhr
von Carsten Lienemann

Die Geschichte des Geldes erfüllt alle Kriterien einer Alien-Invasion, deren Ziel letztlich die Versklavung der Menschheit ist. Das jedenfalls behaupten die Autoren und Darsteller Chris Kondek und Christiane Kühl mit ihrem Stück »Money - It Came From Outer Space«, und sie weisen es anhand von Ausschnitten aus klassischen Science-Fiction-Filmen nach.

Im Stile einer Dokumentar-Fernsehsendung, das Studio in einem biomedizinischem Labor aufgebaut, zeichnen zwei Moderatoren den Weg des Geldes vom Goldklumpen über Münz- und Papiergeld bis hin zu nur noch virtuell vorhandenen, unermesslich großen Beträgen nach. Christiane Kühl übernimmt dabei den rein sachlichen Part (in deutscher Sprache), während Chris Kondek, englisch sprechend, wohl dosiert Emotionen hineinbringt. Marc Stephan und Juta Vanaga stellen zwei Laboranten dar, die äußerlich als bereits unterworfen erkennbar sind und sich die meiste Zeit der Hege und Pflege des Herrschers, also des Geldes widmen, gelegentlich aber doch aus der Rolle fallen und beispielsweise Operationen an der offenen Banknote ausführen.

Video-Sequenzen nehmen in diesem Pseudo-Dokumentarspiel einen breiten Rahmen ein. Neben den Filmausschnitten, die allesamt unfreiwillig komisch sind, werden aber auch - echte oder nachgestellte? - Experten-Interviews gezeigt, hinzu kommen Wort- und Bildzitate, die eine ausgesprochen bedrohliche Entwicklung aufzeigen, viel bedrohlicher als die in einem Science-Fiction-Film, denn diese Entwicklung ist real.

In schneller Folge werden Fakten und Thesen präsentiert, die teilweise schwer voneinander zu trennen sind. Die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer ist hier gefordert. Der ständige Sprachenwechsel ist dabei das geringste Problem: Alles Gesagte ist gut verständlich in der jeweils anderen Sprache übertitelt. Schwierig ist eher das gedankliche Verarbeiten der Informationen, mit denen man überschüttet wird.

So wird manches erst beim Hinausgehen klar. Und wenn nicht, kann man beim anschließenden Publikumsgespräch nachfragen.

Money - It Came From Outer Space
Exerzierhalle
auf Deutsch & Englisch mit Übertitelung
Weitere Termine: 22. April, 19 Uhr + 26. April, 22 Uhr; ·Dauer: 65 min
Künstlerische Leitung & Konzept: Chris Kondek, Christiane Kühl
Darsteller: Chris Kondek, Christiane Kühl, Marc Stephan, Juta Vanaga
Bühne: Sonja Fuesti; Lichtdesign: Marc Zeuske; Musik: Hannes Strobl;
Video: Chris Kondek, Marc Stephan
nach oben

Spielzeit 2012.2013
im Oldenburgischen Staatstheater

14.04.2012 11:31 Uhr
von Sylvia Fritzinger, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Gemeinsam mit Roger Epple, neuer Generalmusikdirektor am Oldenburgischen Staatstheater ab 2012.2013, sowie mit den leitenden Dramaturgen der verschiedenen Sparten präsentierte Generalintendant Markus Müller am Freitag, 13. April, den Spielplan der kommenden Saison.

Unsere Kinder bekommt ihr nicht, sagt die Kunst
und stellt dem Markt ein Bein.


Auf dem Titel des neuen Jahresheftes haben zwei Figuren in ihrer Wohnung ein Banner gemalt, Aufbruch?!! steht da in großen Lettern. Das Fragezeichen aber zeigt – wirklich sicher sind sie sich ihrer Sache nicht. Durch das Fenster sieht man auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Theater. Kann es helfen?

In dieser Spielzeit haben wir uns mit dem Thema Bürgerlichkeit auseinandergesetzt. Daran schließen wir 2012.2013 an und stellen uns einer Entwicklung, die man als neue Verunsicherung des Bürgers beschreiben könnte. Verwirrt steht der heute im Trubel der entfesselten Märkte und bangt um seine Werte. Er verspürt das Bedürfnis, Teil einer Protestbewegung zu sein – und glaubt doch nicht so recht an ihre Wirksamkeit. Sein wichtigstes Ziel ist das Individuum, wenn der Bürger seine individuellen Freiheitsrechte genießen kann, ist er eigentlich zufrieden. Und hier liegt das Problem: Denn scheinbar hat uns niemand diese Rechte genommen, scheinbar leben wir frei und selbstbestimmt. Unsere Wünsche und Bedürfnisse werden von Wirtschaft und Marktforschung blitzschnell erkannt und befriedigt. Selbst Provokation und Widerstand werden direkt verwandelt in eine neue Marke oder Mode. Wir leben in einer vorgegaukelten Freiheit der Information, tatsächlich aber bekommen wir so viele Informationen, dass wir die Orientierung verlieren. Der Kapitalismus hat es nicht nötig, auf der Straße zu kämpfen, er umarmt seine Kritiker und liebt sie zu Tode. Es gibt keinen konkreten Gegner, gegen den wir demonstrieren können, unser Problem hat kein Gesicht und keinen festen Platz: Die Bastille war noch ein Ort, den man stürmen konnte. Die Wall Street ist nur ein Symbol. Wie soll da Occupy Wall Street funktionieren?

Und wo steht das Theater, ergibt ein Aufbruch für diese bürgerliche Institution also keinen Sinn? »Doch«, sagt Generalintendant Markus Müller, »wenn wir beharrlich weiter vom Menschen ausgehen. Es muss darum gehen, so viele wie möglich mit Wissen zu wappnen. Sie in die Lage zu versetzen, Marktmechanismen zu durchschauen und Strategien zu unterlaufen. Nur wenn das Theater am Ideal des aufgeklärten Menschen festhält, widersetzt es sich dem gesellschaftlichen Einheitsdruck. Wer zum Beispiel einmal die lebhaften Debatten der Jugendlichen im Theaterclub erlebt hat ahnt, wie das funktionieren kann. Der Anspruch auf schwierige, voraussetzungsreiche Theaterarbeit ist darum gerade nicht bildungsbürgerlich-elitär, sondern ein Entwicklungshilfeprogramm zur Emanzipation.« Symbole kann man nicht körperlich besetzen, man kann sie nur mit Geisteskraft bekämpfen. Unsere Kinder bekommt ihr nicht, sagt die Kunst und stellt dem Markt ein Bein.

Damit wäre der Aufbruch, den wir brauchen, eine Revolution in den Köpfen. Bei der das Theater tatsächlich helfen kann: Denn im Theater sehen wir die Welt durch die Augen des Anderen, hier können wir zeigen, was den Einzelnen ausmacht, während wir in der bunten, globalen Warengemeinschaft scheinbar immer gleicher werden.

Der Spielplan 2012.2013 des Staatstheaters ist durchzogen von diesem Anspruch, viele Figuren stehen in ihren Eigenwilligkeiten Pate dafür:

Im Zentrum des Schauspielprogramms steht Büchners Dantons Tod und damit eine der wichtigsten und klügsten Auseinandersetzungen mit dem Thema Gesellschaft und Individuum überhaupt. Zur Saisoneröffnung fragen wir mit der deutschsprachigen Erstaufführung von Willkommen in Theben nach den Grundfesten unseres Gesellschaftsverständnisses. Worauf soll ein Staat sich gründen? Die sehr müden Nachfolger der Revolutionäre aus unserer Nachbarschaft treffen sich derweil in der Kneipe und kämpfen gegen ihre eigene Ironie – Marx macht mobil?

Wir erzählen in der Oper von der völligen Entäußerung der Salome, die den Blick öffnet auf die Abgründe einer Gesellschaft und eines Menschen, und wir erzählen von der rasenden Eifersucht des Otello in all seiner fatalen Selbstbezüglichkeit. In einem großen spartenübergreifenden Projekt von Tanz und Oper zeigen Romeo und Julia, wie Individualität immer spätestens dann an die Grenzen der Norm stößt, wenn sie bedingungslos lieben will.

Dass das Junge Staatstheater grundsätzlich eine Einrichtung im Sinne unseres Themas ist, haben wir bereits beschrieben. Die Produktion Tschick setzt sich als eine Art Roadmovie mit der Emanzipation und Wertefindung Jugendlicher auseinander und auch in der Kinderoper Sturmkind geht es um den Entwurf eines selbstbestimmten Lebens.

Roger Epple hat das Werk Gustav Mahlers ins Zentrum des Konzertspielplans gestellt – in Bezug zu seiner Zeit und den von ihm ausstrahlenden Impulsen für die Moderne. Mahler war vor gut hundert Jahren einer der letzten Künstler, der mit seiner Musik die Idee verfolgte, individuelles Erleben in visionäre Weltentwürfe allgemeingültigen Anspruchs zu übersetzen. Und zugleich ist er der erste Komponist, der die Grunderfahrung der Moderne in Tönen zu fassen vermochte, die Erfahrung des Individuums, als fremd Gewordener mit einer zunehmend unvertrauten und nicht mehr vollständig durchdringbaren Welt konfrontiert zu werden.

Insgesamt stehen 24 Premieren auf dem Spielplan des Oldenburgischen Staatstheaters 2012.2013, darunter 6 Uraufführungen, außerdem freuen wir uns auf die 11. Internationalen Tanztage, natürlich unter dem Titel: R/Evolution.

Weitere Informationen sowie das Spielplanheft zum Download unter www.staatstheater.de


Foto: Andreas j. Etter
nach oben

Religionsgemeinschaften übernehmen Verantwortung für friedliches Zusammenleben

23.03.2012 10:27 Uhr
Stellungnahme des Arbeitskreis Religionen im Präventionsrat Oldenburg

»Flüchtlinge sind nicht als Problem anzusehen, sondern als Menschen, die in Not sind.« So heißt es in der Stellungnahme des AK Religionen. In diesem Kreis haben sich VertreterInnen religiöser Gemeinden in Oldenburg zusammen geschlossen: sie möchten mit ihrer Zusammenarbeit ein Zeichen setzen für die Bedeutung von Vielfalt für ein friedliches Zusammenleben in der Stadt Oldenburg. Unter dem Dach des Präventionsrates und in Kooperation mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Oldenburg führen die Teilnehmenden den im Mai 2011 begonnenen Dialog weiter. Er wird begleitet von Prof. Dr. Jürgen Heumann, (Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der Carl-von-Ossietzky Universität), der bereits zu Beginn in seinem Vortrag »Interreligiöser Dialog - zum Wohle der Stadt« einen Ansatz in Worte fasste, der breiten Konsens erzeugte. Der Arbeitskreis Religionen war sich schnell einig, dass sich die Religionsgemeinschaften in der Stadt an der politischen Willensbildung beteiligen und öffentlich Position zu ethischen und gesellschaftlichen Themen beziehen sollten.

Mit dem bedeutsamen Thema der Aufnahme von Flüchtlingen fand sich schnell ein Thema, zu dem alle Dialogbeteiligten Position beziehen wollten. Sowohl die reichlich vorhandenen Erfahrungen innerhalb der religiösen Gemeinden zur Aufnahme von Flüchtlingen und zum Zusammenleben mit Menschen »aus der Fremde« sollen in den Prozess eingebracht werden als auch die Übernahme von Verantwortung für »gelebte Vielfalt« und ein »friedliches Zusammenleben«.

Der vor gut einem Jahr von den damaligen Teilnehmenden des Fachtags geforderte Praxisbezug wurde damit und wird auch künftig umgesetzt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Integrationsbeauftragten der Stadt Oldenburg, Dr. Ayça Polat unter 0441-2353233 oder bei der Geschäftsstellenleiterin des Präventionsrates Oldenburg, Melanie Blinzler unter 0441-2353611.
Hier erhalten Sie bei Bedarf auch eine Liste mit Ansprechpersonen aus den religiösen Gemeinden, die sich in den Dialog einbringen.
nach oben

Offene Probe am 22.3. im Chor Olaika

21.03.2012 20:52 Uhr
von Angelika Haun

Der Kammerchor Olaika lädt Sängerinnen und ganz besonders auch Sänger mit Chorerfahrung ein zum Schnuppern und Mitsingen in einer offenen Probe, der letzten vor den Osterferien, am Donnerstag, den 22.3. um 20:00 Uhr.

Unter der Leitung von Niels Erlank bricht der Chor neu auf und übt sein kommendes Repertoire ein mit dem heiteren Arbeitstitel »Von Fischen, Vögeln und anderem Getier«. Das Programm spannt einen weiten musikalischen Bogen durch die Jahrhunderte mit weltlichen wie geistlichen Liedern. Um nur einige zu nennen sind da zum Beispiel die witzigen Variationen der launigen Forelle von Franz Schöggl über Schuberts bekanntes Thema oder auch die Etüde in F von Matthias Becker, der einen dadaistischen Text von Ernst Jandl vertont hat. Dann gehören dazu die zauberhaften Six Chansons von Hindemith nach Texten von Rilke, in denen u. a. Hirschkuh (La Biche) und Schwan (Un Cygne) mit Liebe und Tiefgründigkeit besungen werden.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden herrliche Madrigale aus der Renaissance, beispielsweise Il bianco e dolce cigno von Jacob Arcadelt über einen sterbenden Schwan oder das wohl berühmteste Madrigal aus dem Schaffen Orlando Gibbons The Silver Swan, der die Jahrtausende alte Legende aufgreift, dass der Stumme Schwan erst kurz vor seinem Tod ein erstes und letztes Lied singt. Von verzweifeltem Sehnen handelt die Vertonung des 1. Verses des 42. Psalmes von G. P. da Palestrina Sicut cervus, ebenfalls aus der Hochrenaissance.

Olaika probt jeweils donnerstags von 20 bis 22 Uhr im Musiksaal der Freien Waldorfschule, Blumenhof 9. Info und Kontakt unter Tel. 0441–949 0550 bzw. www.olaika.de.
nach oben

»So viel PAZZ war noch nie!«

21.03.2012 12:24 Uhr
Das Performing Arts Festivals »PAZZ« 2012 sprengt alle Dimensionen. Zehn Tage lang, vom 20. bis zum 29. April, werden insgesamt 27 Produktionen mit über 100 Einzelveranstaltungen zu sehen sein, dazu ein umfangreiches Rahmenprogramm. »PAZZ« bietet Theater zum Anfassen, holt internationale Top-Spezialisten für aktuelle Theatertrends nach Oldenburg und bietet ein Forum für Austausch und Kooperationen von Theatern und Theatermachern aus dem In- und Ausland. »So viel PAZZ war noch nie!«, sagt Staatstheater-Intendant Markus Müller deshalb zurecht.

In diesem Jahr wird auf dem Platz vor der Exerzierhalle eine Container-City errichtet, die als Festivalzentrum und Ausgangspunkt für alle Veranstaltungen dient. Markus Müller, Festivalleiter Thomas Kraus und »Getting Acrozz«-Gesamtleiterin Karen Witthuhn, stellten neben dem Programm auch den temporären Stadtteil am Dienstag, 20. März, auf einer Pressekonferenz im Modell vor.

»Dieses Festival ist für Oldenburg, es geht um Oldenburg«, sagt Thomas Kraus. »Neben den Theaterproduktionen wollen wir ungewöhnliche Orte aufsuchen, die Stadt mit anderen Augen sehen und eine Vermischung von Publikum und Künstlern, Orten und Projekten erreichen.« Drei internationale Festivals - neben »PAZZ« noch »Go West!« und die internationalen Tanztage - sprechen für die Leistungsfähigkeit des Staatstheaters in allen Bereichen, so Kraus. Und das ist gute Werbung auch für die Stadt: »Ich werde inzwischen im gesamten deutschsprachigen Raum, aber auch im Ausland, auf Oldenburg, das Staatstheater und seine Festivals angesprochen«, so Kraus weiter.

Weitere Anzeichen der breiten Anerkennung sind auf Seiten der Förderer zu erkennen. So unterstützt beispielsweise die Kulturstiftung des Bundes »PAZZ« mit 228 000 Euro, wie Markus Müller nicht ohne Stolz mitteilt. Und die Dramaturgische Gesellschaft, eine Vereinigung von Theatermachern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, verlegt ihre Jahrestagung zeitlich in den April und örtlich nach Oldenburg.

Ein eigenes Übersetzerprogramm unter dem Titel »Getting Acrozz« widmet sich in Seminaren und Workshops dem Problem der Übertragung von bestehenden Theaterproduktionen in andere Sprachen. Dem Publikum solle der Inhalt möglichst originalgetreu verständlich gemacht werden, ohne etwas wegzulassen oder hinzuzufügen, erklärt dazu Karen Witthuhn. »Übertitelung und Simultan-Dolmetschen sind oft gebrauchte Mittel, die aber versagen, wenn beispielsweise die Künstler durch die Stadt laufen.« Gelegentlich könne es auch nötig sein, kulturelle Hintergründe zu liefern, ohne die eine Handlung nicht verständlich sei.


PAZZ-Programmheft (pdf, 2,1 MB)
PAZZ-Übersicht (pdf, 0,5 MB)
nach oben

Come together - Interkultureller Frühling in der Klävemannhalle

16.03.2012 06:00 Uhr
Come together - Interkultureller Frühling in der Klävemannhalle »Come together« ist das Motto der Veranstaltungsreihe, die IBIS e.V. im März 2012 präsentiert. Internationale Nachwuchskünstlerinnen und -künstler aus dem Umfeld der Interkulturellen Arbeitsstelle zeigen ihr Können auf der Bühne der Klävemannhalle in der Klävemannstraße 16. Das musikalische Repertoire reicht von Reggae über Beat bis Volkslied. Es gibt u.a. unterhaltsame Abende mit »afrikanischem Schwung und bulgarischem Swing«, Chormusik, Theater, Musical und Trommeltanz.

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von der LzO. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen beträgt 4-8 Euro (»Gib was du willst«); Karten gibt es bei IBIS e.V., Klävemannstr.16, im Musikhaus Kötter, Heiligengeistwall 2 und an der Abendkasse.

Freitag, 16.März 2012 ab 18 Uhr

Am Freitag, 16.März 2012 beginnt um 18 Uhr im CAFÈ IBIS eine spannende Performance: »No difference – Foto trifft Theater«.
»Gibt es wirklich Menschen, die anders sind?« »Wie fühlt es sich an, ausgegrenzt zu sein?« – das sind Fragen, die sich 30 junge Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Griechenland, Mazedonien, Montenegro, der Slowakei und Ukraine 2011 in einem gemeinsamen Workshop erarbeitet haben. Heute präsentieren sie das Ergebnis ihrer Arbeit.


Foto: IBIS
nach oben

Gewinner des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises überzeugt erneut

28.02.2012 06:01 Uhr

Nils Mohl erhält Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium auf Leipziger Buchmesse

Der Preisträger des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises 2011, Nils Mohl, hat mit seinem Jugendbuch *Es war einmal Indianerland* (Rowohlt Verlag) erneut überzeugt: Am 15. März werden der Deutsche Literaturfonds und der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) zum dritten Mal die Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendien auf der Leipziger Buchmesse vergeben.
Neben dem Hamburger Autor erhält auch die Autorin Marlene Röder ein sechsmonatiges Stipendium in Höhe von 12.000 Euro.
»Wir freuen uns, dass wir mit der Verleihung den jugendliterarischen Startschuss für Nils Mohl geben konnten und schauen jetzt gespannt auf die Nominierungsliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2012, die im März in Leipzig bekannt gegeben wird«, so Mareile Oetken, Jurorin des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises.

Auch für die 2011 in Oldenburg nominierte Helga Gutowski-Krüger hat sich die Einsendung ihres noch unveröffentlichten Manuskriptes gelohnt: »Schon Ende Januar konnte ich einen Vertrag mit dem Rowohlt Verlag abschließen und jetzt steht es fest: Mein Kinderbuch Sander ist ein Sternwird als Hardcover mit Illustrationen im Sommer 2013 erscheinen.

Seit 1977 vergibt die Stadt Oldenburg einen Preis für herausragende literarische und künstlerische Leistungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur.
Der im Rahmen der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) verliehene Preis ist mit 7.600 Euro dotiert und ist in Deutschland der einzige seiner Art.
Die Preisträger werden von einer unabhängigen und überregionalen Jury ausgewählt, die ehrenamtlich arbeitet.
Die Qualität ihrer Entscheidungen hat zum hohen Renommee des Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreises geführt, denn so gut wie alle Preisträger und Nominierte haben einen Verleger gefunden und es folgten weitere Veröffentlichungen sowie Ehrungen.
Einige der Preisträger gehören heute zu den bekanntesten und erfolgreichsten Schaffenden der Kinder- und Jugendliteratur im deutschsprachigen Raum.


Bilder Stadt Oldenburg
nach oben

Jungen beim Lesen fördern

23.02.2012 10:08 Uhr
Vortrag von Katrin Müller-Walde in der Stadtbibliothek

Fernsehmoderatorin und Journalistin Katrin Müller-Walde referiert am Donnerstag, 1. März, 19.30 Uhr, über das Thema »Warum Jungen nicht mehr lesen«. Der Vortrag ist Teil der Veranstaltungsreihe »Auf dem Weg zum Lernen« in der Stadtbibliothek im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3. Müller-Walde präsentiert Lesetipps von Jungen für Jungen und nimmt dabei Bezug auf aktuelle Studien zur Leseförderung. Sie ist Vorsitzende des Bundesverbandes »MENTOR - Die Leselernhelfer e.V.« und Autorin des Buches »Warum Jungen nicht mehr lesen - und wie wir das ändern können« (2010).

Der Vortrag richtet sich in erster Linie an Eltern und Pädagogen, die auch an einem Erfahrungsaustausch interessiert sind. Veranstalter sind die Stadtbibliothek Oldenburg und die Evangelische Familien-Bildungsstätte Oldenburg. Karten für den Vortrag kosten 6 Euro. Reservierungen nimmt die Familien-Bildungsstätte unter Telefon 0441 776001 entgegen. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de.
nach oben

»Herzrasen«

10.02.2012 06:00 Uhr


Tanztheater Bremen mit einer Uraufführung von Henrietta Horn zu Gast im Kleinen Haus

Nach Flash Mob in der letzten Spielzeit konnte Henrietta Horn zum zweiten Mal für eine Produktion am Theater Bremen gewonnen werden, diesmal um mit den zehn Tänzerinnen und Tänzern des Tanztheater Bremen und sechs Jungen Akteuren von der Moks Theaterschule Bremen ein gemeinsames Tanzstück zu erarbeiten. Herzrasen richtet sich an ein junges Publikum und an alle, die dieses Phänomen hin und wieder erleben.
Nun ist diese Inszenierung für zwei Vormittags- und drei Abendvorstellungen im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters zu Gast.

Eine Tachykardie bedeutet im Griechischen ›Schnellherzigkeit‹, umgangssprachlich Herzrasen, bei einem anhaltend beschleunigten Puls von über 100 Schlägen pro Minute. Neben rein medizinischen Ursachen wird Herzrasen vor allem durch die Psyche über das vegetative Nervensystem ausgelöst. Angst, Aufregung oder seelische Anspannung erhöhen die Herzfrequenz stark und plötzlich und lösen bestimmte Verhaltensweisen aus. Herzrasen, dieses psychisch-körperliche Phänomen, wählt die Choreografin Henrietta Horn als Titel für ihr Stück, um Ursachen und Auswirkungen mit humorvollem Blick zu untersuchen.

Choreografie: Henrietta Horn; Bühne und Kostüme: Christa Beland/ Henrietta Horn
Eine Kooperation mit JUNGE AKTEURE - die Moks Theaterschule


Die Vorstellungstermine im Kleinen Haus:

So 12., Mi 15., So 19. Februar um 19 Uhr



Bild:Jörg Landsberg
nach oben

Künstlerisch besonders wertvoll

19.01.2012 16:07 Uhr
von Carsten Lienemann

»In meinem Kopf habe ich das Bild schon fertig, bevor ich anfange« sagt Ingo Sebastiany, der in der Metallwerkstatt der Gemeinnützigen Werkstätten e. V. arbeitet und eines von acht Mitgliedern der Kunstgruppe »Farbsinn« ist. Seine Schneelandschaft auf der Leinwand dagegen ist noch unvollendet, aber Sebastiany hat keine Eile. Er sitzt seelenruhig mit einem Becher Kaffee am Tisch, verfolgt die Reporterfragen, wirft gelegentlich etwas ein und erklärt, wie er zu der Kunstgruppe gefunden hat. »Ich habe schon früher gerne gemalt, Häuser, Landschaften, auch Menschen. Ich bin seit eineinhalb Jahren bei Farbsinn, war bei Ausstellungen und im Kalender dabei.«

»Begonnen hat alles vor sechs Jahren als Freizeitbeschäftigung in der Wohngruppe Kurlandallee der Gemeinnützigen Werkstätten«, erzählt Thea Wilczura, die gemeinsam mit Simone Denner die Kunstgruppe leitet. »Auf dem hauseigenen Weihnachtsbasar haben wir unsere Bilder das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Das kam sehr gut an, war Bestätigung und Ansporn und brachte der Gruppe mehr Zulauf.«

Seitdem haben sich die Künstlerinnen und Künstler nach und nach an verschiedene Maltechniken und -werkzeuge herangetastet und erheblich weiterentwickelt. Die Stilrichtungen reichen von Naiver Malerei über Mangas (»ganz ohne Vorlage«) bis zum Abstrakten. Außergewöhnlich dabei ist zum einen, dass manche Teilnehmer die Stilrichtung immer wieder wechseln und zum anderen, dass viele Gemälde in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Inzwischen stehen ihre Werke denen anderer angesehener Künstler in keiner Weise nach, wie mit verschiedenen Ausstellungen gezeigt werden konnte. Es gibt Bücher und Kalender, und auch die Originale werden gut verkauft. Die Erlöse kommen der Gemeinschaft zugute.

»Seit Ende April 2011 sind wir in der Rennplatzstraße 123«, sagt Thea Wilczura. »Hier haben wir nicht nur mehr Platz, wir sind auch zu ebener Erde, und dank des großen Schaufensters kommen immer wieder interessierte Menschen herein, die zusehen und Fragen stellen. Wir treffen uns dienstags und donnerstags von 14:30 bis 17:00 Uhr in der Rennplatzstraße 123 und freuen uns immer über Besuch.« Langfristig möchten die Gemeinnützigen Werkstätten hier einen Kunsttreff im Stadtteil einrichten, eine für alle Menschen offene Einrichtung ganz im Sinne der Inklusion. Ausreichend Platz wäre vorhanden.

»Farbsinn«-Gründungsmitglied Hans Marheineke war in der Metallverarbeitung in der Werkstatt am Baumschulenweg beschäftigt. Mittlerweile ist er Rentner, aber noch immer sehr aktiv. »Ich habe Freude am Malen und an Ausstellungen, und ich probiere viel aus.« Das kann man wohl sagen. Seine Bilder sind alle von hohem künstlerischen Wert, stilistisch aber so unterschiedlich, dass sie von ganz verschiedenen Personen zu stammen scheinen.

Auch Ingo Sebastiany steht mittlerweile an der Staffelei, hat verschiedene Grüntöne zusammengemischt und malt den Wald hinter das Dorf seiner Schneelandschaft. Anschließend in dunkelblau den Nachthimmel mit gelben Sternen. Dann muss er wieder warten. »Ich wollte noch Schnee auf die Bäume malen, aber das Grün ist noch nicht trocken.«

Zur Bildergalerie

nach oben

Wechsel in der Kunstvermittlung des EDITH-RUSS-HAUSES

13.01.2012 10:27 Uhr
Einladung zum Kurzfilmabend am 18. Januar

Kurz nach dem Jahreswechsel steht eine temporäre Veränderung im Bereich der Kunstvermittlung des EDITH-RUSS-HAUSES für Medienkunst an. Nanna Lüth, die seit 2008 das pädagogische Programm des Hauses gestaltet, nimmt ab Februar eine Forschungsauszeit und übergibt für diesen Zeitraum die Verantwortung für die Kunstvermittlung an Barbara Loreck. Loreck ist Performance- und Videokünstlerin und lehrt an der Universität der Künste Berlin. Eine Rückgabe im September ist geplant. Anlässlich dieses temporären Personalwechsels laden die beiden Kunstvermittlerinnen am Mittwoch, 18. Januar, 18 Uhr, zu einem Abend mit Kurzfilmen und Gästen ein.

Neben den beiden Ferienpassproduktionen »Lucy im Himmel trifft den fliegenden Robert« und »Unsichtbare Maschinen« werden zwei Kooperationsprojekte präsentiert: Das Projekt »Verstimmte Held_innen« zum Gewaltpräventionstag im Frühjahr 2011 fand als Kooperation mit einer 7. Klasse der Comeniusschule Oldenburg und der Carl von Ossietzky Universität statt. Hier legten die Schülerinnen und Schüler bekannten Filmheldinnen und -helden neue Dialoge in den Mund. Mit den Mitteln der Synchronisation brachten sie so zum Beispiel verletzliche oder komische Seiten der heroischen Figuren zum Vorschein. Im September wurde in Kooperation mit dem Hermannshof in Edewecht mit Kindern, Jugendlichen, Pferden und Hunden »Der wilde Western« gedreht. Das gefilmte Material wurde anschließend im Rahmen eines Seminars des Studiengangs »Integrated Media« nachbearbeitet.

Die gezeigten Filme dauern vier bis neun Minuten. Einige der Workshop-Beteiligten sowie Künstlerinnen und Künstler sind anwesend. Der Eintritt ist frei. Für Getränke und Chips zum Filmprogramm ist gesorgt. Weitere Informationen gibt Nanna Lüth per E-Mail an vermittlung-erh@web.de oder telefonisch unter 0441 235-3208. Barbara Loreck wird für die Vertretungszeit unter derselben E-Mail-Adresse sowie Telefonnummer erreichbar sein.

Das medienkunstpädagogische Programm des EDITH-RUSS-HAUSES wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen, von der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg und der Stadt Oldenburg. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.edith-russ-haus.de/Kunstvermittlung.
nach oben

Veranstaltungsreihe: Auf dem Weg zum Lernen

22.12.2011 06:00 Uhr

Auftakt mit Jan-Uwe Rogge

Die Stadtbibliothek Oldenburg und die Evangelische Familien-Bildungsstätte Oldenburg stellen in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe von Januar bis März 2012 das Thema Lernen in den Fokus.
Die Reihe beginnt am Freitag, 20. Januar, 19.30 Uhr, im Veranstaltungssaal des Kulturzentrums PFL, Peterstraße 3, mit dem Vortrag *Was Kinder heute brauchen* des bekannten Familien- und Kommunikationsberaters Jan-Uwe Rogge.

Die Karten für diese Veranstaltung kosten 6 Euro und sind ab dem 2. Januar in der Zentralbibliothek im PFL und im Büro der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, Haareneschstraße 58a, erhältlich.

In unserer modernen Gesellschaft ist das Leitbild des lebenslangen Lernens als Faktor zum Erfolg fest verankert. Und tatsächlich beginnt das Lernen nicht erst in der Schule, sondern mit dem ersten Tag des Lebens. Doch dabei stehen nicht der aktuell viel beklagte Förderwahn oder Leistungsdruck im Mittelpunkt, sondern das spielerische Lernen durch Erfahrungen und das familiäre Miteinander im Alltag.

Die drei Veranstaltungen orientieren sich an den Kernbegriffen Leben
Lernen
Lesen.
Sie richten sich in erster Linie an Eltern und an interessierte Pädagogen.
Im Februar spricht Dr. med. Eckhard Schiffer über das Thema »Wie Lernen, Lebensfreude und Gesundheit Zusammenhängen«.
Im März präsentiert die Journalistin und Fernsehmoderatorin Katrin Müller-Walde ihre Erfahrungen zum Thema »Warum
Jungen nicht mehr lesen * und wie wir das ändern können«.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.stadtbibliothek-oldenburg.de.


Bild: Beier
nach oben

EDITH-RUSS-HAUS vergibt Stipendien

08.12.2011 07:00 Uhr
von red /


Online-Bewerbungen bis 29. Februar 2012 möglich

Vorbehaltlich der Mittelbewilligung durch die Stiftung Niedersachsen vergibt das EDITH-RUSS-HAUS für Medienkunst drei Arbeitsstipendien zur Förderung der künstlerischen Entwicklung mit Neuen Medien zu je 10.000 Euro.
Künstlerinnen und Künstler können sich ab sofort bis zum 29. Februar 2012 online bewerben unter www.edith-russ-haus.de.

Das Stipendium der Stiftung Niedersachsen am EDITH-RUSS-HAUS für Medienkunst fördert ein breites Spektrum der Medienkunst, von netzbasierten Projekten bis zu Klang- und Videoinstallationen, die sich medienspezifischen Themen widmen.
Das Stipendium gilt für die Dauer von sechs Monaten und wird für die Produktion eines neuen Projekts vergeben. Dieses muss nicht innerhalb der sechsmonatigen Stipendiumsdauer abgeschlossen werden.

Das Stipendium ist teilweise residenzpflichtig; erwartet wird ein mindestens einmonatiger Aufenthalt in Oldenburg.
Die Künstlerin beziehungsweise der Künstler soll in die Aktivitäten des Medienkunsthauses eingebunden werden, unter anderem mit Workshops, Präsentationen oder Künstlergesprächen. Die Termine werden in gemeinsamer Absprache mit dem EDITH-RUSS-HAUS für Medienkunst festgelegt.
Auf Wunsch kann dem Stipendiaten ein ausgestattetes Appartement zur Verfügung gestellt werden.

Das EDITH-RUSS-HAUS für Medienkunst widmet sich den aktuellen Fragestellungen zur Medienkunst auf vielfältige Weise. Regelmäßig werden hier international besetzte Ausstellungen gezeigt und Präsentations- und Vortragsreihen für Künstlerinnen und Künstler sowie Medientheoretikerinnen und -theoretiker organisiert.

Weitere Informationen zum Stipendienprogramm gibt es im EDITH-RUSS-HAUS für Medienkunst unter Telefon 0441 235-32 08 oder per E-Mail an info@edith-russ-haus.de.
nach oben

Mudder Mews - Strieden up platt, dat geiht!

01.05.2011 09:00 Uhr
von Helga Diers und Edda Hayen

Das niederdeutsche Drama »Mudder Mews« wurde 1903 von Fritz Stavenhagen geschrieben und ist sein bekanntestes Stück. Es wurde 1904 in Hamburg uraufgeführt und hat bis heute seine Wahrheiten nicht verloren. Jetzt wird es vom hervorragenden Ensemble der August-Hinrichs-Bühne gespielt, es ist wirklich ein Meisterstück.

Das Bühnenbild ist eine einfache »gute Stube«. Elsbe und Wilhelm leben glücklich mit Ihren beiden Kindern in einfachen, etwas unordentlichen Verhältnissen. Elsbe nimmt ihren Schwager in ihre Obhut und hält ihn durch ihre Art von Ablenkung, dem Vorlesen, vom Alkohol ab. Er unterstützt sie bei der Kinderbetreuung, wenn ihr Mann auf Fischfang ist.

Alles ändert sich, als Mudder Mews plötzlich bei ihnen einzieht, weil sie vom Mann ihrer Tochter Lisbeth rausgeworfen wurde. Sie sucht nun Asyl bei ihren beiden Söhnen. Wilhelm fühlt sich ihr verpflichtet, weil er seiner Mutter Geld für seinen Fischkutter verdankt.

Sie hat grundsätzlich andere Vorstellungen vom Leben, mischt sich ein, überdenkt nicht ihre Worte und drangsaliert somit die ganze Familie. Die Schwiegertochter Elsbe versucht lange, mit ihr auszukommen. Die Situation eskaliert, als Mudder Mews sich durch bösartige Beschuldigungen einen Keil zwischen Elsbe und Wilhelm treibt.

Das Ende bleibt mit seiner Tragik keinem im Publikum verborgen. Nach Ende der Vorstellung saßen einige Zuschauer noch auf den Stühlen, mit Tränen in den Augen.

In diesem Stück werden enorme Emotionen ausgelöst. Es zeigt auf, welche Konflikte zwischen den Generationen entstehen können durch unüberlegte Worte, durch Sticheleien, durch Verdächtigungen. Es endet sogar durch die Ausweglosigkeit im Selbstmord der Schwiegertochter. Das Stück hält uns eine Spiegel vor, sicherlich stellt es eine Extremsituation vor, aber im Kleinen kennt jeder die eine oder andere Begebenheit aus seinem Familienleben. Das regt sicherlich zum Nachdenken an und das soll es ja auch!

Das Stück ist brillant besetzt, nicht nur mit der mittlerweile 70-jährigen Margrit Backhus. Alle Charaktere sind glaubwürdig dargestellt. Auch die Rolle des Hannes, des Sohnes von Elsbe und Wilhelm, ist zwar nicht mit viel Text versehen, aber die Darstellung ist klasse.

Wer ins plattdeutsche Theater geht, um nur Lustiges zu sehen, ist hier wahrlich fehl am Platz. Wer allerdings gute schauspielerische Darstellung und ein Stück Wirklichkeit aus den Familien sehen möchte, was Leben und Leben lassen bedeutet, der muss sich dieses auch aufwühlende Stück ansehen.

Weitere Aufführung: 05.05.

Foto: Staatstheater
nach oben